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MartinD
Geschlecht:männlichAutor


Beiträge: 540
Wohnort: Zwei Stunden zum Meer


BeitragVerfasst am: 14.09.2013 12:57    Titel: Eintritt in einen Roman eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

1 - Ashley

Er kann seinen Blick nicht von ihrem Fuß abwenden.

Ein Fuß in einem schlichten Pumps. Und dieser Fuß ihrer übereinandergeschlagenen Beine wippt unregelmäßig.

Er beugt sich vor und versucht sich in einem Röntgenblick. Der misslingt. Er lehnt sich wieder zurück.

"Ich möchte ihren Fuß massieren", wendet er sich an die Frau.

"Meinen Fuß massieren?" Ihre Stirn schlägt verhaltene Wellen und ihre Lippen kräuseln sich. Ihre linke Hand umfasst die orangefarbene Kette im großzügigen Ausschnitt des Wickelkleides. "Sind sie Masseur und unglücklich, wenn sie nicht arbeiten können?" Ihre Worte hören sich an wie das verhaltene Kullern runder Steine über das Fell einer Trommel. Er spürt, wie sie durch die Ohren in seinen Bauch fallen.

"Nein, ich möchte lediglich ihren Fuß spüren. Nicht das Bein, nur den Fuß. Den rechten, wenn es möglich ist."

Sie blickt ihn unverwandt an. "Gut", sagt sie nach einer Weile.

Er setzt sich auf ihre Seite, einen Sitz zwischen ihnen freilassend. Wortlos dreht sie sich nach links und streckt ihm das rechte Bein entgegen. Behutsam streift er den roten Schuh ab und stellt ihn vor ihr auf den Boden. Sanft nimmt er ihren Fuß in beide Hände und beginnt mit der Massage. Seine Finger gleiten über ihren Rist, ihre Zehen, ihren Mittelfuß.
Sie lässt ihr Buch sinken, darin einen Finger als Lesezeichen. Mit der anderen Hand fasst sie eine Strähne ihrer kastanienbraunen Locken und wickelt sie um den Zeigefinger. Ihr Blick wandert unscharf hinauf zum Gepäcksnetz.

"Wie heißen sie?", fragt sie das Netz.

"Maria."

Die Haarsträhne entgleitet ihren Fingern und fällt zurück auf ihr Schlüsselbein. "Maria?"

"Ja, Maria. Meine Eltern werden wohl vergessen haben, dass davor ein sinnvoller Rainer oder Klaus oder Erich gehört. Nun ...", ergänzt er nach kurzem Zögern, "eigentlich steht zuerst ein 'Hektor'. Doch da ist mir Maria noch lieber. Und sie?"

"Ashley", antwortet sie.

"Ein schöner Name." Er legt den Kopf schief. "Kein österreichischer."

"Meine Mutter stammt aus Großbritannien."

"Ah ..." Während des Gesprächs hat er die Zuwendung zu ihrem Fuß nicht unterbrochen. Er knetet zart ihre Muskeln, streift sanft, doch bestimmt über die dünne, seidenartige Hülle über ihrer Haut.

"Wie eine Lymphdrainage." Ihr Lächeln lässt kurz zwei gleichmäßige Zahnreihen erkennen.

"Es ist aber keine. Es fühlt sich für mich fast wie eine Droge an. Ich genieße die Kommunikation mit ihrem Fuß."

"Was teilt er ihnen mit?"

"Warten sie ... er sagt mir, dass er froh ist, ihrem Körper räumliche Unabhängigkeit geben zu dürfen. Und er freut sich, das Bindeglied zwischen ihnen und Mutter Erde zu sein."

Als ob sie beim Tagträumen ertappt worden wäre, strafft sie sich, die Falten auf ihrer Stirn tauchen wieder auf, doch die Mundwinkel bleiben, wo sie sind. Sie zieht ihren Fuß zurück und lässt ihn in den Schuh am Boden gleiten.

"Sie denken jetzt, dass bei mir ein paar Schrauben locker sind?" Er lächelt sie an. Er sagt auch das so beiläufig, als ob es ebenfalls das Normalste der Welt wäre, mit lockeren Schrauben durchs Leben zu gehen.

"Nun ja ...", murmelt sie.

"Das ist doch verständlich, nicht wahr? Sie kennen mich nicht, haben mich noch nie gesehen und dann frage ich sie gleich um etwas so Intimes, wie ihren Fuß massieren zu dürfen."

"Warum tun sie das? Um Leute zu verunsichern?"

"Oh nein, auf keinen Fall!" wehrt er ab. "Ich tue nur das, wovon ich spüre, dass es gerade passt."

Sie sieht ihn stirnrunzelnd an. Schüttelt unmerklich den Kopf.

"Und sie haben wahrgenommen, dass sie meinen Fuß massieren sollen."

"Ja." Er blickt freundlich-gelassen, sie forschend.

"Ich mache das, was mir im Augenblick Freude verschafft."

"Und was bereitet ihnen gerade Freude?" Seine Mundwinkel zucken und sie wehrt sofort ab: "Nein, sagen sie jetzt nicht 'Füße massieren'!"

"Können sie Gedanken lesen?"

Nun heben sich doch ihre Mundwinkel, in ihren Augenwinkeln springen fächerförmig ein paar Fältchen auf und ihre Augen blitzen unmerklich. "Sie sind ein echt durchgeknalltes Exemplar Mann!"

"Finden Sie? Ich finde Sie äußerst sympathisch! Unkonventionell. Natürlich und intelligent und - sehr anmutig."

"Danke." Ihr Lächeln dauert noch ein paar Augenblicke an und verlischt langsam. Traurig? Ohne Voranmeldung donnert ein Gegenzug vorbei und füllt das Abteil mit hektisch-rhythmischem Lärm. Beide blicken in die Blitze, die die Fenster des anderen Zuges hereinwerfen. Im tanzenden Spiegel des Fensters kann er erkennen, dass sie ihre Augen leicht zusammengekniffen hat. Ihr Blick entdeckt seinen, zittert und wendet sich ab.

Mit einem letzten scharfen Zischen gibt der andere Zug den Blick auf die noch winterbraune Märzlandschaft wieder frei.
Während sie weiter hinausschauen, fällt ihm nochmals ein, auf welche Weise er in dieses Abteil geriet. Draußen auf dem Gang blickte er bewusst nach links, weg von den Abteilen, hinaus auf den bereits sich langsam vorbeibewegenden Bahnhof. Er nahm sich vor, jene Kabine zu wählen, die ihn rufen würde. Bei einer nahm er eine leichte Wärme wahr. Im anschließenden Waggon drehte er um, wollte es auf einen zweiten Blindversuch ankommen lassen. Als er dieses Gefühl an der linken Schulter abermals spürte, suchte seine Hand den Griff der Kabinentür, ohne nach innen zu sehen. Erst als die Tür aufglitt, schaute er, wohin er geraten war. Oh ... eine vermutlich gleichaltrige elegante Brünette rechts am Fenster! Die Wärme verzog sich von der Schulter zur Körpermitte. Mit einer gewissen Genugtuung würdigte er seine Wahrnehmung. Sollte er bereits jetzt am Ziel angelangt sein, kaum dass seine Reise begonnen hatte?

Ihre Stimme reißt ihn aus seinem Rückblick. "Ich meinte eigentlich, womit Sie ihren Lebensunterhalt verdienen."

"Das ist unterschiedlich. Meistens tue ich tatsächlich, was mir im Moment Freude macht. Das ist mir wichtig! Was habe ich denn davon, wenn ich mich acht, neun Stunden zu einem Job überwinde, nach dem Feierabend lechze, um mir so das Geld zu erschuften, das ich dann in meiner Freizeit mit dem durchbringe, was mir Freude macht? Ist doch widersinnig, finden Sie nicht?"

"Schön, wenn Sie das können." Sie verschränkt die Arme vor der Brust. "Für kaum jemanden ist das machbar."

"Ich vermute die wenigsten wollen das."

Sie zieht eine Augenbraue hoch. "Wie meinen Sie das?"

"Ich glaube, dass kaum jemand Gedanken daran verschwendet, was er in Wirklichkeit will. Die meisten denken vielmehr darüber nach, wie sich möglichst viel verdienen lässt, um in der Folge damit das machen zu können, was sie gerne tun. Abgesehen von denen, die nicht einmal das wissen. Ich finde, es geht einfacher."

"Und zwar ...?"

"Tun."

Sie atmet hörbar aus. "Dann noch exakter: Womit verdienten Sie ihr letztes Geld? Zum Beispiel das, mit dem Sie die Fahrkarte bezahlt haben?"

"Ich habe eine App für ein Handy geschrieben."

"Eine App? Für ein Handy? Und davon kann man leben?"

"Ja. Wenn man das Passende trifft."

Sie schüttelt unmerklich den Kopf, schaut auf ihre Armbanduhr und dann nach draußen.

"Wohin fahren Sie", fragt er.

"Amstetten", sagt sie, "ich besuche dort eine Tante. Und sie?"

"Keine Ahnung. Ich bin unterwegs nach Westen."

"Unverkennbar, wir kommen schließlich aus Wien. Wohin im Westen?"

"Ich weiß es noch nicht."

Sie blickt wieder aus dem Fenster, draußen gleiten die Hallen des Doka-Geländes vorbei. Der Zug drosselt das Tempo. Sie steht auf, bleibt zögernd stehen, bückt sich zu ihrer Handtasche. "Es war interessant, Sie kennenzulernen. Vielleicht ... treffen wir uns einmal wieder?"

"Ja." Er blickt zu ihr auf. Dann erhebt er sich. Ihr Gesicht ist keine Armeslänge von ihm entfernt. Ein Duft nach Apfelblüten weht zu ihm herauf und ihre Augen kommen ihm dunkler vor als zuvor. Er macht einen Schritt auf sie zu und fühlt ihre Wärme. Leicht berührt er ihre Oberarme, beugt sich vor und haucht ihr je einen Kuss auf beide Wangen. Sie erstarrt. "Ja, ich habe es auch genossen! Es war sehr ... im Gleichklang!", sagt er.

Sie gleicht lediglich das leichte Rucken des Bremsvorganges aus, ihre Augen sind vielleicht noch etwas dunkler. Sie verharrt einen weiteren Augenblick, öffnet schließlich die Schiebetüre einen Spalt.

"Also dann ..." Zögernd blickt sie ihn an.

"Ich freue mich, wenn wir uns wiedersehen sollten!", sagt er und lächelt. Sie erwacht aus ihrer Erstarrung, schiebt die Kabinentür völlig auf und tritt auf den Gang hinaus.

12Wie es weitergeht »




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Ernst Clemens
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 73
Beiträge: 734
Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 14.09.2013 13:33    Titel: Antworten mit Zitat

chapeau, martin, ein toller Text! Fein beobachtet und in die richtige Form gebracht. Dein Einstieg macht neugierig. Eine wahrscheinlich "normale" Frau trifft auf einen "abgefahrenen Typen" - da kann man gespannt sein, wie sich das Ganze weiter entwickelt!

Ich hoffe, Du postest noch etwas mehr und lüftest das Geheimnis

Ernst
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Biggi
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 855
Wohnort: BY



BeitragVerfasst am: 14.09.2013 13:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo MartinD,

das ist für mich ein Romananfang, ja.
Stilistisch geübt, mit dem Blick fürs Wesentliche, alles andere darf sich der Leser/die Leserin dazu denken.

Meine Gedanken zum Text in aller Kürze:
* spontane Assoziation zu seinem "Anliegen": "Darf ich Ihren Popo streicheln?" von Monthy Python. [sagt Dir etwas, denke ich?]. Wenn ich mir eine solche Szene "in echt" vorstelle, würde ich vermutlich nicht so cool reagieren können wie Deine Protagonistin. Man hört und liest doch zu viel...
Aber: Deine Protagonisten sind so und verhalten sich entsprechend, insofern: schaumermal.
* Deine Art zu schreiben ist eine ruhige mit sehr viel Dialog, in dem es aber nicht schwer fällt, den Überblick zu behalten, wer was sagt. [schon von daher der "geübt"-Eindruck]
* Die Erklärung, wie er in dieses Abteil gefunden hat, empfinde ich an der Stelle als störend. Sie unterbricht (was der Zug schon tut) und könnte gut und gerne später im Roman kommen, wenn er sich daran erinnert.
* Für mich sind hier schon Psychogramme gut durchdachter Charaktere erkennbar, die sich aufgrund persönlicher Erlebnisse so und nicht anders entwickelt haben und danach handeln. Ganz meine Linie, sofern es nicht im Verlauf der Handlung ins Psychopathische oder allzu Unwahrscheinliche abdriftet.
* Mein Schlusssatz hier: Man trifft sich immer zweimal im Leben.
Ich bin/wäre gespannt, was Du Dir ausgedacht hast.

Ein herzliches Willkommen im Forum also hier in Form einer Reaktion auf Deinen ersten eingestellten Text.

Einen schönen Tag,
Biggi
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KeTam
Geschlecht:weiblichUngeduld

Alter: 44
Beiträge: 6759

Das goldene Gleis Ei 1
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BeitragVerfasst am: 14.09.2013 14:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Martin,

du baust eine schöne, ruhige Atmosphäre auf. Mir gefällt dein Stil. Einzig der Rückblick hat mich etwas rausgerissen.
Diese seltsame Situation wirkt so, wie du sie schreibst, auf eine Art selbstverständlich und nicht künstlich. Auch wenn eine Frau im RL wohl eher abhauen würde, fragte sie ein Fremder, ob er ihre Füße massieren darf, wirkt die gelassene Reaktion deiner Protagonistin echt.
Über die Dialoge schaffst du es deinen Charakteren schon in dieser kurzen Passage Leben einzuhauchen.

Gefällt mir sehr gut. Läge das jetzt als Buch vor mir, würd ich weiter lesen.

Lg, herzlich Willkommen im Forum, KeTam.
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Gast







BeitragVerfasst am: 14.09.2013 14:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo MartinD und Willkommen,

So beginnt dein Roman also. Nicht "Einstieg", sondern "Eintritt"? Die ersten Seiten eines Romans sind die Eintrittskarte ins Hirn des Lesers. Ob sie gültig ist, steht hier zur Debatte.

Begegnungen so zu erzählen, dass man wissen will, was aus ihr entsteht, dass man als Leser eine Wiederholung dieser Begegnung wünscht, ist Voraussetzung für diese Art Einstieg.

Ich bin bestimmt nicht die, die Alltägliches oder Langweiliges lesen will, die Authentizität und die Nähe zu einer (wessen auch immer) Wahrheit als oberstes Gebot hätte. Aber ich muss Figuren als möglich, als echt empfinden können, seien sie noch so wirklichkeitsfremd.

Das fehlt mir hier. Ich könnte Hektor Maria sein Tun sehr gut abnehmen, aber das Esoterische Gehabe in der Rückblende, die er auch noch selbst "Rückblick" nennt, bei sich, das fällt wahrscheinlich unter die Kategorie "Geschmackssache" und mich hattest du dort, im Gang vor den Abteilen, eigentlich schon verloren.

Ausserdem: Sich an eine "gewissen Genugtuung" zu erinnern, einen Prota zu haben, der so über Dinge reflektiert, die fünf Minuten zurück liegen und der (in Gedanken) hinzufügt:
Zitat:
Sollte er bereits jetzt am Ziel angelangt sein, kaum dass seine Reise begonnen hatte?


Was lässt du hier dem Leser eigentlich übrig? Nicht viel. Alles, was er sich hätte selbst denken können, nimmst du vorweg.

Auch Dinge wie:
Zitat:
"Das ist doch verständlich, nicht wahr? Sie kennen mich nicht, haben mich noch nie gesehen und dann frage ich sie gleich um etwas so Intimes, wie ihren Fuß massieren zu dürfen."


halte ich für überflüssig, sie beschweren deinen Einstieg unnötig, machen aus dem Prota diesen "Versteher-Typen", mir gefällt das überhaupt nicht, ich habe das Gefühl, dass sein Charakter mir aufs Auge gedrückt werden soll.

Der Versuch, aus diesen Leuten atmende, lebende, sich bewegende Wesen zu machen, ging mir mit ein bisschen zuviel Mundwinkelzucken und Blickblitzen einher. Da entstehen dann Stellen, die - für sich genommen - Stilblüten verdächtig erscheinen:


Zitat:
Und dieser Fuß ihrer übereinandergeschlagenen Beine wippt unregelmäßig.

Wenn man genau hinliest, was steht da dann?

Zitat:
Nun heben sich doch ihre Mundwinkel, in ihren Augenwinkeln springen fächerförmig ein paar Fältchen auf und ihre Augen blitzen unmerklich.

Wenn das Blitzen keiner bemerken kann, wozu steht es da?

Es ist nicht so, dass eine Begegnung mit einem Mann in einem Zugabteil nicht mein Interesse wecken könnte. Und es ist auch kein Problem, dass er ihren Fuss massiert, aber mir sind da zu viele Erklärungen, ein Mann, dessen Selbstsicherheit mir aufgesetzt vorkommt, und dass es ein Wiedersehen gibt, ist so klar, als wären die Beiden einem Roman entsprungen smile

Wenn ich schon mal da bin, dann gleich noch etwas:

 
Zitat:
Ihre Stirn schlägt verhaltene Wellen und ihre Lippen kräuseln sich. Ihre linke Hand umfasst die orangefarbene Kette im großzügigen Ausschnitt des Wickelkleides. "Sind sie Masseur und unglücklich, wenn sie nicht arbeiten können?" Ihre Worte hören sich an wie das verhaltene Kullern runder Steine über das Fell einer Trommel. Er spürt, wie sie durch die Ohren in seinen Bauch fallen.


Auch hier: Aus dem Zusammenhang ist das (für mich) unhaltbar: Eine Stirn, die verhaltene Wellen schlägt. Dann ein Vergleich. Worte, die sich anhören wie (nochmal!) verhaltenes Kullern usw. ?
Der Klang ihrer Stimme, wenn schon? Aber ok, Worte wie das Kullern von Steinen über ein Trommelfell, und dann fallen sie durch die Ohren ... in seinen Bauch.
Tut mir Leid, für mich funktioniert da nicht viel, ich komme mit deinen Bemühungen um eine bildreiche Sprache (in diesem Absatz) nicht klar. Bemüht klingt das. Und mich hast du nicht überzeugt, damit.

Mein Fazit wäre: Dasselbe nochmal schreiben, aber anders smile
Komisch, jetzt tut es mir Leid, aber vielleicht deshalb, weil das Ganze beim ersten Drüberlesen ganz vielversprechend aussah, es hat bei mir halt nicht stand gehalten. Das sehen andere vielleicht ganz anders und deshalb brauchst du meiner kleinen Kritik auch nicht viel Bedeutung beimessen.

Einen guten Start hier bei uns wünscht trotzdem
Lorraine
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gold
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BeitragVerfasst am: 14.09.2013 14:55    Titel: Re: Eintritt in einen Roman Antworten mit Zitat

MartinD hat Folgendes geschrieben:
1 - Ashley

Er kann seinen Blick nicht von ihrem Fuß abwenden.

Ein Fuß in einem schlichten Pumps. Und dieser Fuß ihrer übereinandergeschlagenen Beine wippt unregelmäßig.

Er beugt sich vor und versucht sich in einem Röntgenblick. Der misslingt. Er lehnt sich wieder zurück.

"Ich möchte ihren Fuß massieren", wendet er sich an die Frau.

"Meinen Fuß massieren?" Ihre Stirn schlägt verhaltene Wellen und ihre Lippen kräuseln sich. Ihre linke Hand umfasst die orangefarbene Kette im großzügigen Ausschnitt des Wickelkleides. "Sind sie Masseur und unglücklich, wenn sie nicht arbeiten können?" Ihre Worte hören sich an wie das verhaltene Kullern runder Steine über das Fell einer Trommel. Er spürt, wie sie durch die Ohren in seinen Bauch fallen.
"Nein, ich möchte lediglich ihren Fuß spüren. Nicht das Bein, nur den Fuß. Den rechten, wenn es möglich ist."

Sie blickt ihn unverwandt an. "Gut", sagt sie nach einer Weile.

Er setzt sich auf ihre Seite, einen Sitz zwischen ihnen freilassend. Wortlos dreht sie sich nach links und streckt ihm das rechte Bein entgegen. Behutsam streift er den roten Schuh ab und stellt ihn vor ihr auf den Boden. Sanft nimmt er ihren Fuß in beide Hände und beginnt mit der Massage. Seine Finger gleiten über ihren Rist, ihre Zehen, ihren Mittelfuß.
Sie lässt ihr Buch sinken, darin einen Finger als Lesezeichen. Mit der anderen Hand fasst sie eine Strähne ihrer kastanienbraunen Locken und wickelt sie um den Zeigefinger. Ihr Blick wandert unscharf hinauf zum Gepäcksnetz.

"Wie heißen sie?", fragt sie das Netz.

"Maria."

Die Haarsträhne entgleitet ihren Fingern und fällt zurück auf ihr Schlüsselbein. "Maria?"

"Ja, Maria. Meine Eltern werden wohl vergessen haben, dass davor ein sinnvoller Rainer oder Klaus oder Erich gehört. Nun ...", ergänzt er nach kurzem Zögern, "eigentlich steht zuerst ein 'Hektor'. Doch da ist mir Maria noch lieber. Und sie?"

"Ashley", antwortet sie.

"Ein schöner Name." Er legt den Kopf schief. "Kein österreichischer."

"Meine Mutter stammt aus Großbritannien."

"Ah ..." Während des Gesprächs hat er die Zuwendung zu ihrem Fuß nicht unterbrochen. Er knetet zart ihre Muskeln, streift sanft, doch bestimmt über die dünne, seidenartige Hülle über ihrer Haut.

"Wie eine Lymphdrainage." Ihr Lächeln lässt kurz zwei gleichmäßige Zahnreihen erkennen.

"Es ist aber keine. Es fühlt sich für mich fast wie eine Droge an. Ich genieße die Kommunikation mit ihrem Fuß."

"Was teilt er ihnen mit?"

"Warten sie ... er sagt mir, dass er froh ist, ihrem Körper räumliche Unabhängigkeit geben zu dürfen. Und er freut sich, das Bindeglied zwischen ihnen und Mutter Erde zu sein."

Als ob sie beim Tagträumen ertappt worden wäre, strafft sie sich, die Falten auf ihrer Stirn tauchen wieder auf, doch die Mundwinkel bleiben, wo sie sind. Sie zieht ihren Fuß zurück und lässt ihn in den Schuh am Boden gleiten.

"Sie denken jetzt, dass bei mir ein paar Schrauben locker sind?" Er lächelt sie an. Er sagt auch das so beiläufig, als ob es ebenfalls das Normalste der Welt wäre, mit lockeren Schrauben durchs Leben zu gehen.

"Nun ja ...", murmelt sie.

"Das ist doch verständlich, nicht wahr? Sie kennen mich nicht, haben mich noch nie gesehen und dann frage ich sie gleich um etwas so Intimes, wie ihren Fuß massieren zu dürfen."

"Warum tun sie das? Um Leute zu verunsichern?"

"Oh nein, auf keinen Fall!" wehrt er ab. "Ich tue nur das, wovon ich spüre, dass es gerade passt."

Sie sieht ihn stirnrunzelnd an. Schüttelt unmerklich den Kopf.

"Und sie haben wahrgenommen, dass sie meinen Fuß massieren sollen."

"Ja." Er blickt freundlich-gelassen, sie forschend.

"Ich mache das, was mir im Augenblick Freude verschafft."

"Und was bereitet ihnen gerade Freude?" Seine Mundwinkel zucken und sie wehrt sofort ab: "Nein, sagen sie jetzt nicht 'Füße massieren'!"

"Können sie Gedanken lesen?"

Nun heben sich doch ihre Mundwinkel, in ihren Augenwinkeln springen fächerförmig ein paar Fältchen auf und ihre Augen blitzen unmerklich. "Sie sind ein echt durchgeknalltes Exemplar Mann!"

"Finden Sie? Ich finde Sie äußerst sympathisch! Unkonventionell. Natürlich und intelligent und - sehr anmutig."

"Danke." Ihr Lächeln dauert noch ein paar Augenblicke an und verlischt langsam. Traurig? Ohne Voranmeldung donnert ein Gegenzug vorbei und füllt das Abteil mit hektisch-rhythmischem Lärm. Beide blicken in die Blitze, die die Fenster des anderen Zuges hereinwerfen. Im tanzenden Spiegel des Fensters kann er erkennen, dass sie ihre Augen leicht zusammengekniffen hat. Ihr Blick entdeckt seinen, zittert und wendet sich ab.

Mit einem letzten scharfen Zischen gibt der andere Zug den Blick auf die noch winterbraune Märzlandschaft wieder frei.
Während sie weiter hinausschauen, fällt ihm nochmals ein, auf welche Weise er in dieses Abteil geriet. Draußen auf dem Gang blickte er bewusst nach links, weg von den Abteilen, hinaus auf den bereits sich langsam vorbeibewegenden Bahnhof. Er nahm sich vor, jene Kabine zu wählen, die ihn rufen würde. Bei einer nahm er eine leichte Wärme wahr. Im anschließenden Waggon drehte er um, wollte es auf einen zweiten Blindversuch ankommen lassen. Als er dieses Gefühl an der linken Schulter abermals spürte, suchte seine Hand den Griff der Kabinentür, ohne nach innen zu sehen. Erst als die Tür aufglitt, schaute er, wohin er geraten war. Oh ... eine vermutlich gleichaltrige elegante Brünette rechts am Fenster! Die Wärme verzog sich von der Schulter zur Körpermitte. Mit einer gewissen Genugtuung würdigte er seine Wahrnehmung. Sollte er bereits jetzt am Ziel angelangt sein, kaum dass seine Reise begonnen hatte?
Ihre Stimme reißt ihn aus seinem Rückblick. "Ich meinte eigentlich, womit Sie ihren Lebensunterhalt verdienen."

"Das ist unterschiedlich. Meistens tue ich tatsächlich, was mir im Moment Freude macht. Das ist mir wichtig! Was habe ich denn davon, wenn ich mich acht, neun Stunden zu einem Job überwinde, nach dem Feierabend lechze, um mir so das Geld zu erschuften, das ich dann in meiner Freizeit mit dem durchbringe, was mir Freude macht? Ist doch widersinnig, finden Sie nicht?"

"Schön, wenn Sie das können." Sie verschränkt die Arme vor der Brust. "Für kaum jemanden ist das machbar."

"Ich vermute die wenigsten wollen das."

Sie zieht eine Augenbraue hoch. "Wie meinen Sie das?"

"Ich glaube, dass kaum jemand Gedanken daran verschwendet, was er in Wirklichkeit will. Die meisten denken vielmehr darüber nach, wie sich möglichst viel verdienen lässt, um in der Folge damit das machen zu können, was sie gerne tun. Abgesehen von denen, die nicht einmal das wissen. Ich finde, es geht einfacher."

"Und zwar ...?"

"Tun."

Sie atmet hörbar aus. "Dann noch exakter: Womit verdienten Sie ihr letztes Geld? Zum Beispiel das, mit dem Sie die Fahrkarte bezahlt haben?"

"Ich habe eine App für ein Handy geschrieben."

"Eine App? Für ein Handy? Und davon kann man leben?"

"Ja. Wenn man das Passende trifft."

Sie schüttelt unmerklich den Kopf, schaut auf ihre Armbanduhr und dann nach draußen.

"Wohin fahren Sie", fragt er.

"Amstetten", sagt sie, "ich besuche dort eine Tante. Und sie?"

"Keine Ahnung. Ich bin unterwegs nach Westen."

"Unverkennbar, wir kommen schließlich aus Wien. Wohin im Westen?"

"Ich weiß es noch nicht."

Sie blickt wieder aus dem Fenster, draußen gleiten die Hallen des Doka-Geländes vorbei. Der Zug drosselt das Tempo. Sie steht auf, bleibt zögernd stehen, bückt sich zu ihrer Handtasche. "Es war interessant, Sie kennenzulernen. Vielleicht ... treffen wir uns einmal wieder?"

"Ja." Er blickt zu ihr auf. Dann erhebt er sich. Ihr Gesicht ist keine Armeslänge von ihm entfernt. Ein Duft nach Apfelblüten weht zu ihm herauf und ihre Augen kommen ihm dunkler vor als zuvor. Er macht einen Schritt auf sie zu und fühlt ihre Wärme. Leicht berührt er ihre Oberarme, beugt sich vor und haucht ihr je einen Kuss auf beide Wangen. Sie erstarrt. "Ja, ich habe es auch genossen! Es war sehr ... im Gleichklang!", sagt er.

Sie gleicht lediglich das leichte Rucken des Bremsvorganges aus, ihre Augen sind vielleicht noch etwas dunkler. Sie verharrt einen weiteren Augenblick, öffnet schließlich die Schiebetüre einen Spalt.

"Also dann ..." Zögernd blickt sie ihn an.

"Ich freue mich, wenn wir uns wiedersehen sollten!", sagt er und lächelt. Sie erwacht aus ihrer Erstarrung, schiebt die Kabinentür völlig auf und tritt auf den Gang hinaus.



hallo MartinD,

dein Einstieg(blau markiert) gefällt mir. Dann wird es mir aber durch die eingehende Beschreibung der Massage irgendwie fade.
Die esoterischen Stellen ziehen mich auch nicht unbedingt in den Bann.
Die nächste blau markierte Passage gefällt mir wiederum: die Szene, in der sich ihre Blicke im Zugfenster treffen, finde ich lesenswert.

Insgesamt ist dein Text zwar originell, aber er würde mich nicht neugierig darauf machen, ob und wann sie sich wiedersehen.

Sorry.
und - herzlich willkommen im Forum!
Liebe Grüße
gold
 Wink


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MartinD
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BeitragVerfasst am: 14.09.2013 19:30    Titel: Zu eurem Feedback pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe Leserinnen und Leser,

euch allen vorab herzlichen Dank für eure Zeit des Lesens und Zu-Monitor-Bringens eurer damit verbundenen Gedanken - und die Willkommenswünsche!

@Ernst Clemens:
Dankeschön. Es freut mich, dass deine Neugier so groß ist, dass du das Geheimnis gelüftet haben möchtest!

Ich habe mich noch nicht entschieden, ob ich mehr posten möchte. Zwar ist mir nicht netgangen, dass das hier nicht unüblich zu sein scheint - es gibt Fortsetzungen - aber dafür möchte ich mich gern erst ein wenig einleben.

@Biggi:
Ich schmunzelte bei deiner Popo-Streichel-Bitte! Doch, wie man später merken wird, meint Maria nicht den Popo, sondern authentisch tatsächlich den Fuß.

Ja, den kleinen Rückblick fand ich vorhin selbst nicht mehr so toll, als ich nach dem Kopieren des Textes ihn nochmals kurz durchlas. Nicht nur, dass er unterbricht, glaube ich auch nicht, dass Maria just in diesem Moment dran denkt. Kommt raus.

Nein, es wird gar nicht psychopathisch Wink unwahrscheinlich auch nicht, aber spannend.

Die Geschichte ist noch sehr in Bewegung, will meinen, ich bewege sie herum.

@KeTam:
Ja, der Rückblick. Zweimaliges Stolpern darüber ist ein statistischer Wert, der Konsequenzen haben muss Wink (und wird)

Schön, dass du weiterlesen würdest!

@Lorraine
»Esoterische Gehabe in der Rückblende«:
Die Gefahr einen Leser zu verlieren ist halt immer gegeben, vor allem dann, wenn man sich aus dem Mainstream herausbewegt. Wenn nicht hier, dann hättest du das Buch vielleicht ein Kapitel später aus der Hand gelegt. Es ist mir klar, dass man mit sowas manche Leute nicht erreicht.

»Sollte er bereits jetzt am Ziel angelangt sein, kaum dass seine Reise begonnen hatte?«
Aha, interessant, dass das auf dich so wirkt, als ob ich dem Leser etwas klauen würde. Für mich spannend, dass das offenbar schon klar war aufgrund der Geschichte bis hierher.

»machen aus dem Prota diesen "Versteher-Typen"«
Ah, den magst du nicht. Protas sollten nie zu perfekt sein und Versteher schon gar nicht, da ist sicher was dran. Werde diesbzgl. in mich gehen und nachsehen.

»Zitat: Und dieser Fuß ihrer übereinandergeschlagenen Beine wippt unregelmäßig.
Wenn man genau hinliest, was steht da dann?«

Ich jedenfalls auf der Leitung. Was steht denn dann da?

»Zitat: Nun heben sich doch ihre Mundwinkel, in ihren Augenwinkeln springen fächerförmig ein paar Fältchen auf und ihre Augen blitzen unmerklich.
Wenn das Blitzen keiner bemerken kann, wozu steht es da?«

Erwischt! Das muss natürlich ›kaum merklich heißen‹. Wobei ich mich zu erinnern glaube, dass unmerklich häufig ähnlich verwendet wird.

»als wären die Beiden einem Roman entsprungen«
Oh, verflixt, das sollte nicht passieren Wink Vielleicht gibt es aber eben kein Wiedersehen? Und Marias Selbstsicherheit ist nicht aufgesetzt, er ist es wirklich. Ich frage mich dann allerdings, was sie aufgesetzt wirken lässt.

»Das sehen andere vielleicht ganz anders und deshalb brauchst du meiner kleinen Kritik auch nicht viel Bedeutung beimessen.«
Ich nehme jede Kritik ernst. Das sie subjektiv ist, wird immer sein und Geschmäcker gibt es auch eine Menge. Auf jeden Fall ist es deine Sicht und du hast dir viel Zeit genommen, mir deine Eindrücke zu schreiben. Danke dafür!

@gold:
»Insgesamt ist dein Text zwar originell, aber er würde mich nicht neugierig darauf machen, ob und wann sie sich wiedersehen.
Sorry.«

Da ist kein Sorry nötig: Es ist deine Sicht oder? Mich würde interessieren, ob du spirituelle texte generell nicht magst, oder dir nur diese esoterische Enklave nicht behagt?


Nochmals euch allen herzlichen Dank für eure aufgewendete Mühe und Zeit!

Herzliche Grüße
Martin


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Parabel
Sonntagsschreiber


Beiträge: 10



BeitragVerfasst am: 14.09.2013 19:39    Titel: Antworten mit Zitat

@gold
Du wirst nicht neugierig? Wie kann das sein?!

Seit dem Satz "Ich möchte ihren Fuß massieren" habe ich ein Lächeln auf dem Gesicht und verschlinge jedes einzelne Wort.
Der Dialog ist irgendwie... aufregend. Ich finde kein passendes Wort, ich hoffe du verstehst was ich meine.

Das einzige was mich stört ist
Zitat:
"Dann noch exakter: ..."


Das passt nicht.
Wüsste jetzt aber auch nicht wie ich das schreiben würde.

LG
Parabel
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gold
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BeitragVerfasst am: 14.09.2013 20:24    Titel: Antworten mit Zitat

hallo Martin,

ich glaube, ich weiß jetzt mein Unbehagen zu deuten: ich habe ein Problem, damit, dass du Spiritualität und U-Literatur vermischt.

Zitat:
Während sie weiter hinausschauen, fällt ihm nochmals ein, auf welche Weise er in dieses Abteil geriet. Draußen auf dem Gang blickte er bewusst nach links, weg von den Abteilen, hinaus auf den bereits sich langsam vorbeibewegenden Bahnhof. Er nahm sich vor, jene Kabine zu wählen, die ihn rufen würde. Bei einer nahm er eine leichte Wärme wahr. Im anschließenden Waggon drehte er um, wollte es auf einen zweiten Blindversuch ankommen lassen. Als er dieses Gefühl an der linken Schulter abermals spürte, suchte seine Hand den Griff der Kabinentür, ohne nach innen zu sehen. Erst als die Tür aufglitt, schaute er, wohin er geraten war. Oh ... eine vermutlich gleichaltrige elegante Brünette rechts am Fenster! Die Wärme verzog sich von der Schulter zur Körpermitte. Mit einer gewissen Genugtuung würdigte er seine Wahrnehmung. Sollte er bereits jetzt am Ziel angelangt sein, kaum dass seine Reise begonnen hatte?


Ich mag spirituelle Texte, sehr sogar- meistens zenbuddhistische.
 
lg gold


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MartinD
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BeitragVerfasst am: 14.09.2013 21:21    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@parabel:
Freut mic wenn es dich erreicht!
Vielleicht ist es das Wort ›exakt‹? Zu trocken und unpoetisch? Empfindest du es dehalb als Bruch?

@gold
»ich glaube, ich weiß jetzt mein Unbehagen zu deuten: ich habe ein Problem, damit, dass du Spiritualität und U-Literatur vermischt.«
Eine sehr interessante Aussage für mich! Genau diese Vermischung ist Absicht. Ich finde, dass wirkliche Spiritualität und Alltag zusammengehören. Deshalb habe ich z.B. mit manchen Texten von Coelho ein Problem: zu abgehoben, zu wenig geerdet. Seine letzten Bücher gefallen mir deshalb bedeutend besser.
Natürlich ist es auch okay, wenn jemand in ein Kloster abhaut und sich gänzlich distanziert. Aber ich denke, dass wir für Erleuchtung auch nach dem Leben hier Zeit haben, dafür die Zeit hier mit allem Drum und Dran auskosten sollten; ohne allerdings den Blick aufs Wesentliche zu verlieren oder es zu suchen. Deshalb einerseits ein Blick hinter die Dinge (der spirituelle Teil, von dem noch mehr, aber nicht zu viel, kommt), das aber im ganz normalen Leben verankert, und das ist nun mal Unterhaltung(sliteratur).

Vleie Grüße
Martin


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Samanter
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BeitragVerfasst am: 14.09.2013 21:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Martin und ein herzlichen Willkommen in unserem Forum. Hier wirst du dich sicher bald wohl genug fühlen, um noch mehr von deiner Geschichte zu posten.
Ich bin keine erfahrene Autorin, habe selbst erst vor ca. 9 Monaten ernsthaft mit dem Schreiben angefangen. Aber man gab mir hier im Forum den Rat, dass man selbst sehr viel lernen kann, wenn man andere Autoren "kritisiert". Also tue ich das hiermit. Allerdings bitte ich dich meine "Kritik" nicht als fachliche Meinung zu nehmen. Ich kommentiere hier hauptsächlich nach meinem Gefühl. Vielleicht hilft es dir ja.

Zunächst möchte ich sagen, dass das Thema (Fuß-Fetisch) hoch interessant ist. Da ich aber nicht weiß welches Genre der Roman ist, bin ich mir nicht sicher, ob es wirklich darum geht. Meine Gedanken beziehen sich deshalb auf die Annahme, dass es sich um eine Liebesgeschichte mit einer Spur von Esoterik und nicht ganz alltäglichem "Charme" geht. Wenn es sich also um einen Krimi oder Psychothriller handeln sollte, kannst du meine Kritik getrost vergessen.

Ich beurteile hier nur den Anfang des Textes bis zu dem Satz "Ihre linke Hand umfasst die orangefarbene Kette im großzügigen Ausschnitt des Wickelkleides." So kann ich detaillierte auf das was mir am Herzen liegt eingehen.



Am Anfang, finde ich, kommt die "Essenz" des Geschehens zu plötzlich. Der Leser weiß nicht wo er ist, welche Stimmung ihn umgibt. Eine derart intime Situation will gut vorbereitet sein. Auch habe ich ein wenig ein Problem mit der Perspektive. Das ist aber nur mein ganz persönlicher Geschmack. Für mich fühlt sich Intimität intensiver an, wenn ich nicht als unbeteiligter Beobachter ins Geschehen eintauche, sondern direkt im Protagonisten stecke. Nur ein paar kleine Worte zum Satzaufbau.
Zitat:
Ein Fuß in einem schlichten Pumps.

"Fuß" ist mir zu allgemein. Was genau reizt ihn an diesem Fuß?
Zitat:
Ein Fuß in einem schlichten Pumps. Und dieser Fuß ihrer übereinandergeschlagenen Beine wippt unregelmäßig.

Das holpert ein wenig. Das Wort Fuß wird einfach zu eindeutig wiederholt. Der zweite Satz ist zudem zu lang und setzt wie als Nebensächlichkeit das Wichtigste an den Schluss. "Vollendete Zartheit umhüllt vom roten Leder eines Pumps, wippt spielerisch auf und ab." So würde mehr beschrieben mit sogar weniger Worten. Außerdem wäre die Wiederholung eliminiert.
Zitat:
Er beugt sich vor und versucht sich in einem Röntgenblick. Der misslingt. Er lehnt sich wieder zurück.

Das kommt zu hingeworfen. Warum tut er das? Warum misslingt es? Auch finde ich das Wort "Röntgenblick" zu "hart/kalt" für die Emotionen von ihm.
Zitat:
"Ich möchte ihren Fuß massieren", wendet er sich an die Frau.

"möchte" ist mir zu fade. Vielleicht "Ich würde zu gern". Um so einen Wunsch zu äußern müssen schon mehr Kräfte walten, als das er nur "möchte". Auch das Wort "massieren" gefällt mir nicht so richtig. Hier geht es doch sicher nicht um eine medizinische Angelegenheit. Es ist sicher schwierig dafür eine naja erotischere Bezeichnung zu finden. Aber das schaffst du. Auch das Wort Frau ist mir zu unspezifisch. Da entsteht kein Bild in meinem Kopf, kein Gefühl in meinem Bauch. Vielleicht "wendet er sich an die anmutige Schönheit ihm gegenüber."
Zitat:
"Meinen Fuß massieren?" Ihre Stirn schlägt verhaltene Wellen und Ihre Lippen kräuseln sich. Ihre (anderer Satzanfang) linke Hand umfasst die orangefarbene Kette im großzügigen Ausschnitt des Wickelkleides.

Ihre Antwort zeigt wieder kein Bild oder besser keinen Ton. Vielleicht so: "Bitte?" Ihre Azurblauen Augen weiten sich. "Meinen ... Fuß massieren?"
Bei orangefarbenen Ketten denke ich an große Murmeln aus den 60er Jahren. Nicht wirklich attraktiv für mich. Aber das ist Geschmackssache. Dadurch, dass die Kette aber so genau beschrieben ist, im selben Satz aber nur flüchtig das viel wichtigere Kleid erwähnt wird, hört es sich falsch an. Auch das Wort "umfasst" ist mir zu grob. Das hört sich an als würde sie die Kette gleich herunterreißen. Vielleicht: "Ihre Finger spielen verlegen mit ... "

Im Großen und ganzen kann ich sagen, dass das Thema für mich zwar sehr interessant ist, die Stimmung aber etwas zu flach. Mehr Spezifikationen, mehr Bilder zwischen den Worten, mehr Farbe, Geruch, Temperatur und Licht würde den Text um einiges lebendiger machen.

Ich weiß, ich bin gemein, zumal ich nicht einmal fachlich gut genug bin, um mir so ein Urteil erlauben zu können. Aber ich bin Leser und als solcher ein Gefühl beim Lesen. Du hast meiner Meinung nach sehr gutes Potential. Das muss nur noch aus dir herausgekitzelt werden.
Danke für die interessante Geschichte. Es war mir ein Vergnügen meine Fantasien an ihr auszuprobieren. Sehr inspirierend.

Sam


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MartinD
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BeitragVerfasst am: 14.09.2013 22:34    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey Sam,

deine Genre-Einschätzung stimmt in etwa. Oft ist Gefühl passender als fachlicher Rat. Es soll ja eine Atmosphäre geschaffen und vermittelt werden.

»Am Anfang, finde ich, kommt die "Essenz" des Geschehens zu plötzlich.«
Dieser Teil begann in der Erstfassung etwas anders. Kurze Einführung des Ortes. Als ich heute meine Zeilen nochmals kurz durchlas, dachte ich mir, dass vielleicht doch zum Start ein Hauch Zug nicht schaden könnte.

»"Fuß" ist mir zu allgemein. Was genau reizt ihn an diesem Fuß?«
Verstehe, was du meinst. Ist so eine Sache. Fuß und Pumps reicht m.E. aus. »Vollendete Zartheit umhüllt vom roten ..."« generiert bei mir Shades-of-Grey-Assoziationen - bitte nicht! Was an diesem unabsichtlich ab und an wippenden Fuß reizt, will ich eher dem Leser überlassen und nicht zu viel beschreiben. Stimmungen sind immer eine schweirige Gratwanderung: links flach, rechts Kitsch. Aber ich schau mir das nochmals an.

»"möchte" ist mir zu fade. Vielleicht "Ich würde zu gern". Um so einen Wunsch zu äußern müssen schon mehr Kräfte walten, als das er nur "möchte".«
Gute Idee! Wobei mir das ›zu‹ schon wieder zu anbiedernd, fast schmierig ist. Maria ist alles andere als ein Casanova.

»das Wort "umfasst" ist mir zu grob. Das hört sich an als würde sie die Kette gleich herunterreißen.«
Smile Okay, spielen - überzeugt!

»Ich weiß, ich bin gemein«
Ach - dann wolltest du mich mit Absicht verletzen? Das finde ich nun aber echt nicht nett. Du weißt es sogar und tust es trotzdem! Also wirklich ...
»Es war mir ein Vergnügen meine Fantasien an ihr auszuprobieren. Sehr inspirierend.«
Oho! Wo haben sie dich denn hingetrieben, deine Fantasien ...? Erzähl doch mal; zudem du ja zu Beginn Fußfetisch als hochinteressant eingestuft hast. Ähm ... oder gehört das jetzt in die Red-light-Area?

Dankeschön und viele Grüße!
Martin


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Samanter
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BeitragVerfasst am: 15.09.2013 09:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Martin!

Ich wollte dich keinesfalls verletzen. Mir ist nur bewusst wie sich harte/ehrliche Kritik manchmal anfühlt. Und weil ich mir mit meinen geringen Fachwissen nicht so sicher bin, bei dem was ich schreibe, ist es umso schlimmer. Doch es war wohlwollende Kritik.
Du hast recht. Shades of Grey hat viel mit meinem Genre zu tun und das gehört auf jeden Fall in den "Red light Distrikt".

Deine Philosophie kann ich nicht so ganz verstehen. Wenn dir Erotik zu kitschig ist, warum schreibst du dann über sie? Erotische Stimmungen beim Leser hervorrufen ohne "kitschige" Beschreibungen der Gefühle der Protagonisten ist ein Ding der Unmöglichkeit. Romantik ist nun einmal kitschig. Genau das ist es doch, was uns träumen lässt, Sehnsüchte weckt, Gefühle explodieren lässt.

Sam


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Iknim
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BeitragVerfasst am: 15.09.2013 10:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo MartinD,

Ich habe noch einen kleinen Denkanstoß:

Die Geschichte würde ich noch interessanter finden, wenn du sie aus der Sicht der Frau schreibst. Denn mich als Leser interessierte in diesem Fall vor allem, was die Frau von dem Mann denkt - dass der Mann die Frau attraktiv findet, wird ja schon durch die Handlung klar. Was schießt der Frau alles durch den Kopf, als der fremde Mann sie so (fast dreist) direkt fragt, ob er ihren Fuß massieren kann?
Sehr gut finde ich, wie die Charaktere deiner Geschichte in dieser Szene durch ihr Verhalten beschrieben werden. Ich beschreibe einfach mal, was ich als Leser von ihnen denke, dann weißt du, ob dir die Charakterisierung geglückt ist:
Der Mann drückt sich direkt aus, ohne um den heißen Brei herumzureden. Romantisch veranlagt ist er anscheinend auch noch.
Die Frau lässt sich gerne auf neue, ungewohnte und experimentelle Dinge ein - sonst hätte sie ihm sofort eine Abfuhr erteilt. Außerdem hat sie viel Selbstbewusstsein, sonst hätte sie nicht so schnell vor lauter berührter Peinlichkeit einen vernünftigen Satz herausbekommen.

Ein kleiner Kritikpunkt: Am Anfang wusste ich nicht, wo die Szene spielt. Das hatte ich erst in der Mitte erfahren - und dann ist mein Bild von einem Warteraum, das ich bis dahin vor Augen hatte, zerplatzt.
Dass es in einem Zug spielt, solltest du ziemlich am Anfang klar stellen (z.B. ein Schaffner der vorbeikommt oder Bäume, die schnell am Fenster vorbeiziehen)

Darüber hinaus würde ich bei dem vielen Dialog noch gerne mehr über die Gestik und Mimik erfahren.

So weit meine Denkanstöße - hoffentlich habe ich dich auf neue Ideen gebracht.

Liebe Grüße,
Iknim


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Aber wollen wir nicht alle ans Meer?
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MartinD
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BeitragVerfasst am: 15.09.2013 11:08    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe Sam!

Samanter hat Folgendes geschrieben:
Ich wollte dich keinesfalls verletzen.

Ich bin kein großer Freund von Smileys, das sollte ich überdenken. Das war von mir nämlich nicht die Bohne ernst gemeint! Pfiffig Blinzeln

Zitat:
Deine Philosophie kann ich nicht so ganz verstehen. Wenn dir Erotik zu kitschig ist, warum schreibst du dann über sie? Erotische Stimmungen beim Leser hervorrufen ohne "kitschige" Beschreibungen der Gefühle der Protagonisten ist ein Ding der Unmöglichkeit. Romantik ist nun einmal kitschig. Genau das ist es doch, was uns träumen lässt, Sehnsüchte weckt, Gefühle explodieren lässt.

Erotik ist mir nicht zu kitschig. Nur in dieser Situation, in der der Leser ja Maria noch nicht kennt, klängen für mich seine Gedanken im Sinne von ›Vollendete Zartheit umhüllt vom roten Leder eines Pumps (... hah, da muss ich hin)‹ zu lasziv, gierig, schmierig, sabbernd. Deshalb bewusst nüchtern. Die Handlung an sich finde ich hier ausreichend. Sie soll nur Aufhänger sein, in dem die Richtung und der folgende Inhalt angerissen werden: etwas Erotik, Romantik, Spiritualität. Einstimmung.
Jedenfalls nehme ich zur Kenntnis, dass du gerne etwas mehr romantische Feinarbeit sehen würdest und nehme den Wunsch in die Gedankenliste auf.

Danke; und nimm nicht zu ernst, was ich sage, ich rede manchmal gern augenzwinkernd wink

Viele Grüße
Martin


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MartinD
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BeitragVerfasst am: 15.09.2013 11:30    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey Iknim,

Iknim hat Folgendes geschrieben:
Die Geschichte würde ich noch interessanter finden, wenn du sie aus der Sicht der Frau schreibst.

Das ist eine interessante Idee! Muss ich mal sehen, wie sich das mit dem nächsten Kapitel vereinbaren lässt.

Iknim hat Folgendes geschrieben:
Ich beschreibe einfach mal, was ich als Leser von ihnen denke, dann weißt du, ob dir die Charakterisierung geglückt ist:
Der Mann drückt sich direkt aus, ohne um den heißen Brei herumzureden. Romantisch veranlagt ist er anscheinend auch noch.
Die Frau lässt sich gerne auf neue, ungewohnte und experimentelle Dinge ein - sonst hätte sie ihm sofort eine Abfuhr erteilt. Außerdem hat sie viel Selbstbewusstsein, sonst hätte sie nicht so schnell vor lauter berührter Peinlichkeit einen vernünftigen Satz herausbekommen.

Trifft es genau! Freut mich, dass das rüberkommt!

Iknim hat Folgendes geschrieben:
Ein kleiner Kritikpunkt: Am Anfang wusste ich nicht, wo die Szene spielt. Das hatte ich erst in der Mitte erfahren - und dann ist mein Bild von einem Warteraum, das ich bis dahin vor Augen hatte, zerplatzt.
Dass es in einem Zug spielt, solltest du ziemlich am Anfang klar stellen (z.B. ein Schaffner der vorbeikommt oder Bäume, die schnell am Fenster vorbeiziehen)

Das war in der ersten Variante drin; ich habs rausgenommen, weil jemand meinte, das brauchts nicht, der Leser erfährt es eh. Seehr interessant, wenn zwei Versionen beurteilt werden!

Auch sehr interessant, wie unterschiedlich Texte gesehen werden, wenn kritische Aussagen gefragt sind!

Danke und einen schönen Sonntag noch!
Martin


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Samanter
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BeitragVerfasst am: 15.09.2013 11:35    Titel: Antworten mit Zitat

Ach Martin, da bin ich aber froh. Ich hatte zwar einen Hauch von Sarkasmus in deinen Worten bitschwingen hören, war mir aber nicht sicher. Als gebürtiger Nordländer bin ich aber keinesfalls empfindlich gegenüber bissigem Humor.

Noch einmal zur "kitschigen" Erotik. Ich bin erleichtert, dass dir Erotik nicht zu kitschig ist. Und ich kann verstehen, dass du da nicht gleich in die Vollen hauen wolltest. Mein Beispiel war vielleicht ein wenig überspitzt, da gebe ich dir Recht. Trotzdem fehlt mir Gefühl. Die schnöde Tatsache, dass ihn der Fuß fasziniert ist eben nicht schnöde, keine trockene Tatsache. Ein Hauch von angedeuteter, erotischer Faszination ist meiner Meinung nach unabdingbar, wenn es keine Missverständnisse bzgl. der "Neigungen" und der vorausgesetzten Toleranz des Lesers geben soll.

Noch ein Wort zu Inkims Kritik zu der Perspektive. Es erstaunt mich, dass gerade ein Mann sich für die Perspektive der Protagonistin interessiert. Aber gut. Vielleicht sollte du Martin, dir hierbei zunächst Gedanken machen welche Zielgruppe du im Auge hast. Frauen oder Männer. Das ist entscheidend auch für den Aufbau der Handlung. Was Männer an Erotik interessiert ist nicht das Selbe wie bei Frauen.
Dass eine Perspektive aus der Sicht des Erzählers viel näher am "Gefühl" ist, ist in diesem Genre klar. Aber eine solche Perspektive schränkt auch enorm ein. Wenn ich nur die Gefühle und Gedanken des Erzählers beschreibe, kann ich über die Gefühle und Gedanken des Anderen nur spekulieren, andeuten. Es sei denn, ich wähle den "allwissenden" Erzähler. Doch diese Variante wäre mir viel zu weit weg vom "Innern" der Protagonisten. Für mich als Frau im "Shades of Grey"-Genre wäre es allerdings hochinteressant, einmal die Sicht eines Mannes in diesem Genre zu erleben.

Sam


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J. K.
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BeitragVerfasst am: 15.09.2013 11:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Martin D,

nach dem Lesen habe ich mich zu allererst gefragt, ob es um Fußfetisch geht, dann dämmerte mir, dass es um einen Frauenroman im weitestens Sinne gehen könnte, der ein wenig zum Fetisch tendiert?

Inhaltlich bietet die Leseprobe kaum Ansätze für Hinweise, dafür aber die Erzählroutine und die Vorstellungskraft des Erzählers sowie die gewählte Perspektive.

Der Erzähler scheint am anderen Ende des Abteils zu sitzen und das Geschehen aus der Distanz zu beobachten. Kühl, distanziert und anteilnahmslos. Die Frau ist nicht sein Gegenüber, hätte es aber sein sollen.

Zur Vorstellungskraft des Erzählers. Da mangelt es meinem Gefühl nach leider erheblich. Die Folge davon sind schräge Vergleiche und Aussagen. Darauf sattelt die mangelnde Erzählroutine auf, die wir anhand einiger Textzitate aufgreifen werden. Die Erzählung stelzt leider sehr.

Zitat:
Ein Fuß in einem schlichten Pumps. Und dieser Fuß ihrer übereinandergeschlagenen Beine wippt unregelmäßig.


Der Fuß ist Teil der Frau. (Stelzt schwer)

Zitat:
Er beugt sich vor und versucht sich in einem Röntgenblick. Der misslingt. Er lehnt sich wieder zurück.


Was bedeutet: er versucht sich in einem Röntgenblick? Was möchte er durchschauen? (Stelzt schwer)

Zitat:
"Ich möchte ihren Fuß massieren", wendet er sich an die Frau.


Ist noch jemand im Abteil? Du verschenkst mit der gestelzten Formulierung die Chance, seine Gefühle im Vorwege der Frage zu vermitteln. Muss er sich überwinden oder ist das Verhalten für ihn selbstverständlich?

Zitat:
"Meinen Fuß massieren?" Ihre Stirn schlägt verhaltene Wellen und ihre Lippen kräuseln sich. Ihre linke Hand umfasst die orangefarbene Kette im großzügigen Ausschnitt des Wickelkleides. "Sind sie Masseur und unglücklich, wenn sie nicht arbeiten können?" Ihre Worte hören sich an wie das verhaltene Kullern runder Steine über das Fell einer Trommel. Er spürt, wie sie durch die Ohren in seinen Bauch fallen.


Wie schlägt eine Stirn verhaltene Wellen? Ich hatte die Kreise im Wasser vor Augen, die nach dem Einwerfen eines Steines entstehen. Wozu ist es wichtig, welche Hand die Kette umfasst? Die Formulierung erweckt den Anschein, als agiert ihre Hand selbstständig. Sie umfasst den Anhänger etc, wäre angemessener.

Die Kugeln, die ihm durch die Ohren in den Magen rollen, sind schon ziemlich schräg, oder?

Frau, Kleid und Kette hätten bereits zu den ersten Sätzen der Einführung gehört, damit die Leser das Kopfkino starten können. Die Frage stelzt und hätte nach dem „Masseur enden sollen.

So geht es weiter. Der Erzähler erscheint als dritte Figur im Abteil. Tilge den Eindruck seiner Existenz indem du ihn mit der Figur verschmilzt und frage dich, ob es wirklich möglich ist, dass eine Stimme klingt, wie Kugeln die über das Fell einer Trommel rollen.

Stellen wir mal Frage und Antwort isoliert und im Istzustand direkt gegenüber:

Zitat:

Frau: Sind sie Masseur und unglücklich, wenn sie nicht arbeiten können?"

Mann: "Nein, ich möchte lediglich ihren Fuß spüren. Nicht das Bein, nur den Fuß. Den rechten, wenn es möglich ist."


Stelzt das? Möchte man nun erfahren, wie der Dialog inhaltlich rüber kommt, braucht man die Dialoge nur auf das natürliche Maß zu kürzen.

Frau: Sind sie Masseur?"
Mann: "Nein, ich möchte lediglich ihren Fuß spüren, wenn es möglich ist.“

Frage eine Figur die andere nach einem Taschentuch, hängt er eher nicht an, dass er nur das Taschentuch und nicht ihre Geldbörse oder das Handy möchte.

Auf diese Weise bliebe der Eindruck der fetischorientierte Anmache eines Gigolos. Wäre der Mann jedoch kein Fetischist auf der Suche nach „Objekten“ seiner Begierde, sondern eine Art mystische Figur, wie einzige Zeilen der Leseprobe es nahe legen, dann schuldest du den Lesern noch einiges an Informationen! Macht vielleicht keinen Sinn an dieser Stelle darüber zu spekulieren – ich tue es aber trotzdem mal, um aufzuzeigen, wo es dem Stück fehlt.

Sollte es ein mystischer Roman werden, in dem ein Mann mit besonderen Fähigkeiten eine Rolle spielt, dann läge die Spannung nicht darin, den Lesern dessen mystischen Fähigkeiten vorzuenthalten. Sie gehörten offengelegt. Die Spannung läge eher darin, wie der damit umgeht, wie das Umfeld darauf reagiert und letztendlich auf die Herkunft dieser Fähigkeiten nebst deren Folgen als möglichen Höhepunkt.

Ein solcher Wissensvorsprung ermöglichte den Lesern die eigene Positionierung und erzeugte gleichzeitig eine gewisse Erwartungshaltung, die der Erzähler nach Belieben für sich nutzen könnte.

Geht’s in einen Frauenroman, leidet das Stück am holprigen Erzählstil, dem empfindlichen Stelzen und den schrägen Vergleichen. Verhaltenes Wellenschlagen auf der Stirn kommt den Wellen im Teich gleich, nachdem ein Stein hineingeworfen wurde, und eine Stimme, die wie Kugeln klingt, die über dem Fell einer Trommel rollen, konnte ich nicht zuordnen. Gleich wie es gedacht ist, vielleicht wären hier und da noch ein paar Gedanken zur Position des Erzählers und der Präsentation der Figuren sowie zur angemessenen Sprache des Erzählers und der Wortwahl in den Dialogen gewinnbringend.

J. K.
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Iknim
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BeitragVerfasst am: 15.09.2013 11:58    Titel: Antworten mit Zitat

@ Samanter
Zitat:
Noch ein Wort zu Inkims Kritik zu der Perspektive. Es erstaunt mich, dass gerade ein Mann sich für die Perspektive der Protagonistin interessiert. Aber gut. Vielleicht sollte du Martin, dir hierbei zunächst Gedanken machen welche Zielgruppe du im Auge hast. Frauen oder Männer. Das ist entscheidend auch für den Aufbau der Handlung.

Ich finde es interessant, was du für Männer-Vorurteile hast. Zwischen Männer und Frauen herrscht bei der Denkweise gar kein  so großer Unterschied wie du meinst.
In diesem Fall wäre ich situationsbedingt lieber näher bei den Gedanken der Frau - denn sie denkt sich in dieser Szene bestimmt so einiges über ihren Verehrer...

 
Zitat:
Was Männer an Erotik interessiert ist nicht das Selbe wie bei Frauen.
Das ist aber nicht die Regel  - es ist nur so, dass sich sich die meisten Männer es sich niemals eingestehen würden, dass Erotik bei beiden Geschlechtern oft sehr ähnlich ist.

Aber was ja die ultimative Herausforderung für dich MartinD wäre, wenn du ab der Hälfte der Szene die Perspektive wechselst. Und wenn dir dann noch die Spezialistin Samanter den Unteschied zwischen Männer und Frauen Erotik erklärt, kannst du die Szene von zwei Blickwinkeln beleuchten. Dass gäbe dann auch genug Stoff für ein Männer-Frauen Roman, der beide Leserschaften anspricht Wink - es gibt sicher einige Leser, denen schon immer das Denkverhalten des anderen Geschlechts interessiert hat Laughing

Legt nicht alles auf die Goldwage,Pfiffig Blinzeln

Liebe Grüße,
Iknim


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BeitragVerfasst am: 15.09.2013 12:48    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Jim Knopf,

übrigens ist das ein Nick, den ich früher auch gerne benutzte. Und nun schon zwei Knöpfe hier!

Schon wieder Fetischgedanken - man kann nicht genug achtgeben. Daran hatte ich nie im Ansatz gedacht. Für mich war der Fuß noch das unverfänglichste Körperstück und zudem auffällig, ja lockend, mit dem roten Pumps, der auch noch wippt. Aber ja, jeder hat eigene Gedanken und Assoziationen. Und die kennenzulernen ist wohl der größte Wert von Textkritiken.

Stelzkritik: Wieder einmal eine Warnung an mich, mich nicht allzu sehr auf Änderungsideen von Kritikern einzulassen. U.a. waren genau diese Teile in der ersten Version passender. Desgleichen die verhaltenen Wellen.

»Die Kugeln, die ihm durch die Ohren in den Magen rollen, sind schon ziemlich schräg, oder?«
Ja. Ich mag Schräges ;-

»Frau, Kleid und Kette hätten bereits zu den ersten Sätzen der Einführung gehört, damit die Leser das Kopfkino starten können.«
Wieder ein Punkt, der in der Erstversion so war. Dann wurde das als zu plump kritisiert, ›da kommt der Leser schon noch drauf, nur nicht zu viel vorwegnehmen!‹

Spannend, wie Textkritiker manches diametral unterschiedlich beurteilen. Gibt mir schwer zu denken!
Das ist auch das, was ich als Vordergründig aus deinen Zeilen mitnehme: Kommt es nicht letztlich zum Großteil drauf an, dass die Geschichte stimmt? Und der Rest ist ›man kann es nicht allen Recht machen‹?

Deine Anmerkungen sind durchaus einleuchtend. Die der ›Gegenseite‹ abenso. Ich glaube, man muss nochmal einen Schritt weiter gehen: auch wenn es einleuchtet, dann gut mit dem eigenen Bauchgefühl abgleichen.

Vor allem insofern ist deine Stellungnahme für mich sehr wertvoll und ich danke dir für deine Mühe, sie so ausführlich ausfallen zu lassen!

Viele Grüße
Martin


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BeitragVerfasst am: 16.09.2013 00:18    Titel: Antworten mit Zitat

MartinD hat Folgendes geschrieben:


Iknim hat Folgendes geschrieben:
Ein kleiner Kritikpunkt: Am Anfang wusste ich nicht, wo die Szene spielt. Das hatte ich erst in der Mitte erfahren - und dann ist mein Bild von einem Warteraum, das ich bis dahin vor Augen hatte, zerplatzt.
Dass es in einem Zug spielt, solltest du ziemlich am Anfang klar stellen (z.B. ein Schaffner der vorbeikommt oder Bäume, die schnell am Fenster vorbeiziehen)

Das war in der ersten Variante drin; ich habs rausgenommen, weil jemand meinte, das brauchts nicht, der Leser erfährt es eh. Seehr interessant, wenn zwei Versionen beurteilt werden!


Tipp aus Schreibratgeber Nr. 1, 3, 14 u. 97 (wir hatten grad in einem anderen Thread eine Diskussion über den Wert solcher Ratgeber, verzeih den kleinen Insiderwitz): Leser will immer am Anfang der Szene wissen, WO das ganze spielt, und WER anwesend ist und wo sich wer ungefähr im Raum befindet. ("Kopfkino" ist hier ein passendes Stichwort.)

Ja, und Vorsicht mit dem schnellen Umsetzen von Tipps (egal ob von Person oder aus Buch.)

LG


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BeitragVerfasst am: 16.09.2013 09:12    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat von Inkim:
Zitat:
Ich finde es interessant, was du für Männer-Vorurteile hast. Zwischen Männer und Frauen herrscht bei der Denkweise gar kein so großer Unterschied wie du meinst.


Das ist hochinteressant. Ich habe keine Vorurteile gegenüber Männer, nur anscheinend nicht genug Erfahrungen. Ich dachte immer es sei sogar wissenschaftlich bewiesen, das Männer Erregung anders erleben als Frauen. Frauen "fühlen" mit dem Kopf, sagt man. Männer hingegen mehr mit dem "Bauch".  Männer sind aufgrund ihrer evolutionären Aufgabe in der Gemeinschaft in Sachen Erotik einfacher gestrickt als Frauen. Oder ist das jetzt auch wieder ein Vorurteil? Wenn ja, musst du eine sehr gut ausgeprägte, feminine Seite haben. Und das ist eher selten.

Zitat von Inkim:
Zitat:
Aber was ja die ultimative Herausforderung für dich MartinD wäre, wenn du ab der Hälfte der Szene die Perspektive wechselst. Und wenn dir dann noch die Spezialistin Samanter den Unteschied zwischen Männer und Frauen Erotik erklärt, kannst du die Szene von zwei Blickwinkeln beleuchten. Dass gäbe dann auch genug Stoff für ein Männer-Frauen Roman, der beide Leserschaften anspricht Wink - es gibt sicher einige Leser, denen schon immer das Denkverhalten des anderen Geschlechts interessiert hat.


Hier also stellt sich wieder die Frage, für welche Zielgruppe das Buch sein soll. Wenn es für Frau und Mann sein soll, dann müssen die Perspektiven wechseln, oder es muss eben doch einen unbeteiligten Beobachter geben der in beide Perspektiven schlüpfen kann. Ich kann mir nur nicht vorstellen, dass das dann noch wirklich gefühlsecht rüberkommt.

- Siehst du Martin, und so streiten sich Frau und Mann schon um dein Buch -

Übrigens würde ich mich nicht als Spezialistin bezeichnen. Aber wenn man sich lange genug mit Psychologie, sexuelle Spielarten und den Gesetzmäßigkeiten von sozialem Verhalten beschäftigt hat, hat man sicher einiges an Wissen, was von Vorteil sein könnte. wink
Und, Martin, ich bin auch nicht zu prüde dieses Wissen zu teilen, falls du Fragen hast. Und nein Inkim, ich meine nicht die praktischen Erfahrungen. Embarassed

Sam


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