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Shabana
Gänsefüßchen


Beiträge: 31



BeitragVerfasst am: 13.07.2013 17:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo hypnobader!

Ich beziehe mich im Folgenden auf die ursprüngliche Fassung, die mir besser gefällt, weil sie weniger eindeutig ist. Wenn ich umstandslos das lyrische Ich auf dich als Autor beziehe (ich kann hier ja machen, was ich will, ist ja kein literaturwissenschaftliches Seminar wink), dann könnte sich die ganze Sache natürlich auch auf dich als Schreibenden beziehen. Der blaue Ball wäre dann eine Weiterentwicklung der blauen Blume der Romantik, die Quintessenz der Poesie sozusagen, mit dem das Ich hier am Anfang unbeschwert umging. Quirliger als jene Blume, in der Luft hängender, bedrohter vom Fall auch vielleicht.

Im Hintergrund schwingt das Versagen mit, vor dem das Ich anfangs keine Angst hatte, aber im Rückblick, vom Ende aus gesehen, versagt es doch, einige Türen blieben verschlossen. Was hat das Laute des Beginns und das Leise des Endes mit diesem Versagen zu tun? Es ist aufeinander bezogen durch das "als dass nicht", aber ich verstehe den Bezug nicht. Es geht auch um eine Unausgewogenheit, zu laut einerseits, zu leise andererseits, ist das der Grund für das Versagen?

Wie kann das Ich von seinem Ende sprechen, warum kann es überhaupt noch sprechen?

Also ganz erschlossen hat es sich mir nicht offensichtlich, aber vielleicht helfen dir ja meine Fragen noch irgendwie weiter. smile

Gruß
Shabana
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hypnobader
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BeitragVerfasst am: 14.07.2013 07:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Shabana,

ich als Autor und LI antworte jetzt mal nach meinem Ende. Röchelnd und leise zwar, aber es geht schon, danke.
Das ist ja eine nette Interpretation. Ja, die quirlige Leichtigkeit der Poesie ist mir im Verlauf der Textarbeit wohl verloren gegangen und die Schwere des Seins und wohl auch die Angst beim Vers sagen zu versagen hat mich ergriffen.
Im Ernst, es freut mich, dass du reingeschaut hast. Und neue Facetten eingebracht hast. Ja, man kann das Nicht-Türe-Öffnende im zu laut und zu leise auch als Versagen verstehen. Wenn ich zu laut bin, trampel ich über vieles hinweg. Und wenn ich zu leise bin, vermeide ich meine Möglichkeiten. So in etwa.

Herzliche Grüße
Michael


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hypnobader
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BeitragVerfasst am: 17.07.2013 06:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo nochmal Shabana,

ich hab dir ja etwas flapsig geantwortet. Aber natürlich hast du völlig recht mit deiner Frage, wie man denn nach seinem Ende noch sprechen kann. Es soll schon auch ein imaginärer Rückblick von jenseits des eigenen Todes sein, ohne Wehmut auf die entgangenen Möglichkeiten eines gelebten Lebens schauend. So zumindest von mir vorgestellt.

Liebe Grüße
Michael


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Aranka
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BeitragVerfasst am: 17.07.2013 10:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Michael,

ich habe den Text immer noch auf meiner Liste und schaue ab und an mal rein. Deine neue Antwort nun lässt mich bedenklich zurück:

Zitat:
Es soll schon auch ein imaginärer Rückblick von jenseits des eigenen Todes sein, ohne Wehmut auf die entgangenen Möglichkeiten eines gelebten Lebens schauend. So zumindest von mir vorgestellt.


Na, das geht mir dann doch was zu weit und scheint mir auch eine Art "Überinterpretation" zu sein.

Von jenseits des eigenen Todes schauen! Huch! Welch ein Schwergewicht für ein solch schmalbrüstiges Textgewebe.

Finde ich auch nicht nötig. Gibt es nicht in jeden Leben Abschnitte, von deren Ende man zurückschaut und dann, ja dann vielleicht sich etwas verändert.

So schaut für mich hier ein LI, durchaus noch mit beiden Beinen im Jetzt stehend, auf sein Spiel mit den blauen Ball zurück. Es schaut auf den Beginn und auf das Ende (das mit dem Zeitpunkt der Reflexion erst einmal vom LI so gesetzt wird) Es sieht die nicht geöffneten Türen zwischen Beginn und dem Jetzt(Ende). Und nun sollte der Schluss vielleicht noch etwas über das Weiter aussagen, vielleicht eine Art: es wäre denkbar/möglich: ein Vielleicht oder ein Trotzdem andeuten.

Wenn es ein Rückblick jenseits des eigenen Todes ist, dann wird der Text eine Art schlichter Bestandsaufnahme: So war es: zu laut, zu leise und ein paar Türen blieben verschlossen.

Ich weiß nicht, ob du deinem Text mit dieser Interpretation einen Gefallen tust. Um diese Fakten festzustellen, muss ich ein LI nicht erst sterben lassen. Ich denke, der Text weiß in seiner Offenheit hier mehr als sein Autor.

Michael, wie immer nur meine Meinung. Vielleicht gibst sie dir jedoch noch mal einen Denkanstoß.

Es muss nicht immer der große endgültige Tod sein. Das Leben hat so seine ganz eigenen "kleinen lebendigen Tode", und es ist immer ein Gedicht wert, diese  in den Farben der Erde zu erzählen.

Liebe Grüße vom Meer, das Gezeitenrauschen im Ohr. Aranka


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hypnobader
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BeitragVerfasst am: 17.07.2013 12:05    Titel: Antworten mit Zitat

Och Aranka,

sei nicht so streng. Ne, das sollte keine Interpretation sein. Und das muss aus dem `schmalbrüstigen´ Text auch nicht rausgelesen werden. Und wenn dir diese Perspektive fremd oder übergewichtig erscheint, ist das völlig ok. Dann lass es aus deiner Sicht weg. Für mich ist so eine Vorstellung, das eigene Leben aus dieser Perspektive anzuschauen, durchaus reizvoll und ein Stück weit möglich. Ob dieser Text diese Perspektive hergibt oder ob er sie braucht, sei mal dahingestellt. Beim Autor war sie zumindest im erweiterten Hintergrund.

Liebe Grüße ans Gezeitenwogen
Michael


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Stimmgabel
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BeitragVerfasst am: 17.07.2013 12:44    Titel: Antworten mit Zitat

-


Hallo Michael,


mit Deiner nun textalen (überraschend wendenden) Selbstdeutung habe ich scheinbar erst jetzt Deine heimliche Intention verstanden smile ... und mich endlich aus dem dümpelnden Tal meiner ewiglichen Lustsprünge herausgeschnellt ...
also bzgl Deines Gedichts - klaro Wink

hypnobader hat Folgendes geschrieben:

...ich hab dir ja etwas flapsig geantwortet. Aber natürlich hast du völlig recht mit deiner Frage, wie man denn nach seinem Ende noch sprechen kann.

Es soll schon auch ein imaginärer Rückblick von jenseits des eigenen Todes sein, ohne Wehmut auf die entgangenen Möglichkeiten eines gelebten Lebens schauend. So zumindest von mir vorgestellt.

.



Habe mal dbzgl folgende Präzisierung in eine Text-Idee umgemodelt:
(hiermit ist mMn auch die Konjunktion "als das nicht" nun korrekt.)




einst
spielte ich
den kleinen blauen Ball
zwischen den Fingern
wie ein Taschendieb

keine Angst
er könnte fallen

zu laut
der Anfang
zu leise
das Ende
lachte Onkel Tod

als das nicht
zwischendurch
die eine oder andere
blaue Tür
geöffnet blieb


-----------------------------------------


So könnte ich Deine Intention direkt ironisch auch aufgreifen. [ ... die Gewichtung zwar nun etwas verschoben, aber dennoch, mMn, ins Leben auch reingreifend. ]

Was meinst Du??? [ ... also mir gefällts so !!! Smile ]


Michael, Dir wieder ein blue ball Tschüss, Frank ...


-


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hypnobader
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BeitragVerfasst am: 17.07.2013 12:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hab deine Antwort jetzt nochmal gelesen, Aranka.

Ah, du meinst, diese Perspektive nimmt dem Text etwas von seiner Offenheit. Verstehe. Ja, das kann man so sehen. Aus dieser Perspektive wird das Neue, das Trotzdem nicht mehr möglich. Das stimmt. Für mich geht beides, wie bei einem Vexierbild.

Liebe Grüße
Michael


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hypnobader
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BeitragVerfasst am: 17.07.2013 16:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Frank,

das sollte keine überraschend wendende Selbstdeutung werden. Eher eine zusätzliche Perspektive. Insofern würde deine originelle Anregung das Ganze wieder zu eindeutig machen. Und der Onkel würde für mich hier auch nicht passen. Aber die blaue Tür hat was, die kommt in meine Gärschublade.

Liebe Grüße
Michael


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Stimmgabel
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BeitragVerfasst am: 17.07.2013 20:34    Titel: Antworten mit Zitat

-



Hallo Michael,


der "Onkel Tod" ist ja nur ein Beispiel/ Parameterplatz, den man ja mit zig anderen Bildern auffüllen könnte.

Mal dieses:


einst
spielte ich
den kleinen blauen Ball
zwischen den Fingern
wie ein Taschendieb

keine Angst
er könnte fallen

zu laut
der Anfang
zu leise
das Ende
lachte die gelbschwarze Raupe

- zog
ihren Chapeau Claque
und biss in das Salatblatt

als das nicht
zwischendurch
die eine oder andere
blaue Tür
geöffnet blieb ............. <-- ist Dir eigentlich diese Variante aufgefallen?


-----------------------------------------


Hach - oder nicht??? Smile


Michael, nun mal ein raupendes Tschüss, Frank ...


-


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hypnobader
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BeitragVerfasst am: 17.07.2013 21:23    Titel: Antworten mit Zitat

Ups, das geöffnet hatte ich übersehen. Gefällt mir gut. Aber ist halt ganz anders. Genauso wie die gelbschwarze Raupe. Die finde ich klasse. Obwohl ich keinen Schimmer hab, wofür sie steht mit ihrem Chapeau-Claque. Also, tolle Ideen, aber für hypnobaderstyle (den es nicht ? gibt) zu Stimmgabelesque.

Aber dieser kleine blaue Ball scheint dich zu inspirieren. Freut mich.

ried ju
Michael


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BeitragVerfasst am: 17.07.2013 22:32    Titel: Antworten mit Zitat

hypnobader hat Folgendes geschrieben:
Hallo nochmal Shabana,

ich hab dir ja etwas flapsig geantwortet. Aber natürlich hast du völlig recht mit deiner Frage, wie man denn nach seinem Ende noch sprechen kann. Es soll schon auch ein imaginärer Rückblick von jenseits des eigenen Todes sein, ohne Wehmut auf die entgangenen Möglichkeiten eines gelebten Lebens schauend. So zumindest von mir vorgestellt.

Liebe Grüße
Michael


Ich fühle mich damit immer noch ganz nah an meiner ursprünglichen Lesart. Der blaue Ball = der Dietrich = das Leben, das einem das meiste auf- und erschließt, aber eben nicht alles. Was reflektierend bewusst wird. Als Gedankenspiel finde ich so eine Reflexion nach dem vorgestellten eigenen Tod durchaus möglich und interessant.
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hypnobader
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BeitragVerfasst am: 18.07.2013 07:29    Titel: Antworten mit Zitat

Freut mich firstoffertio, dass du das so gelesen hast und diesem Post-Rückblick etwas abgewinnen kannst. Shabana scheint es ähnlich empfunden zu haben, andere aber anders. Das gefällt mir. Und wenn man wie bei einem Vexierbild hin und herswitcht zwischen Neubeginn und Alles ist vorbei, kriegt es noch mal Drive.

So, nun ist aber gut zu diesen bescheidenen Zeilen und ich werd wieder ganz leise.
Liebe Grüße
Michael


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