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Schutzengel (Arbeitstitel)


 

 
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TheBlackParade
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber

Alter: 25
Beiträge: 25
Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 16.03.2013 17:20    Titel: Schutzengel (Arbeitstitel) Teil 1 eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

hallo smile

Das hier ist der Anfang eines Romans, den ich plane zu schreiben.
Ich weiß, der Titel ist im Moment bekannt durch den Til Schweiger Film, aber ich schwöre euch, ich hatte ihn als erste ^^
Ich entschuldige mich jetzt schon für manche Kraftausdrücke, aber naja. Die gehören irgendwie in den Text  :cheese:
Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive geschrieben, spricht den Leser manchmal direkt an.
Ich bin mir sicher, dass diese Art zu schreiben nicht jedem gefallen wird.
Falls das der Fall ist, wäre es cool, wenn trotzdem die Sprache und Logik des Textes auseinandergenommen wird lol2

Sonst, viel Spaß beim Lesen smile

Liebste Grüße
Lena

---------------------------------
Hallo, ich heiße Hope. Ja genau: Wie die Hoffnung.
Ich bin achtzehn Jahre alt und werde es wohl auch immer bleiben. Warum? Nun ja, wie soll ich sagen?
Ich bin tot. Seit drei Tagen schon. Ihr fragt euch, warum ich dann noch hier bin, noch existiere, immer noch auf Erden wandle?
Ich sag euch Bescheid, sobald ich das herausgefunden habe.
 

Hope Jamielle MacKenzie
* 22.06.1993
 † 19.05.2012
Ein Engel, der für immer in unseren Herzen weiterleben wird.
Bennachd leat
In Liebe
Alison, Craig und Finley MacKenzie
Church of Rockley, South Lanarkshire, Schottland



Die Kirche war bis auf die letzte Bank gefüllt, doch noch immer wollten die Menschenmassen, die durch das große Eichentor strömten, nicht abreißen.
Ich ließ meinen Blick durch die Kirche streifen. Überall entdeckte ich die traurigen Gesichter von Freunden, Verwandten, Bekannten. Von ihnen hatte ich erwartet, dass sie kommen würden, dass sie sich tatsächlich für mein Ableben interessierten.
Bei den Gästen, die sich in dem hinteren Teil der Kirche befanden, war ich mir nicht so sicher. Da war zum Beispiel Katy Murray, die mich in der Schule immer als Satananbeterin bezeichnet hatte, nur weil ich mich gerne Schwarz kleidete und Heavy Metal hörte. Sie hatte  nie eine Chance ausgelassen, mich in irgendeiner Weise beleidigen zu können. Und nun saß sie hier, im kleinen Schwarzen gekleidet und einem zerknüllten Taschentuch in der Hand, mit dem sie sich immer wieder Tränen von den Wangen tupfte.
Neben ihr saß Corby Armstrong, der zwar eine betroffene Miene aufgesetzt hatte, sich jedoch null für das eigentliche Geschehen um sich herum interessierte.
Auch er mochte mich nicht wirklich, beziehungsweise hatte mich nie besonders beachtet.
Aber war es nicht immer so? Ein junger Mensch starb und schon interessierte sich jeder für dessen tragischen Tod. Dass sie ihn davor nicht mal mit dem Arsch angesehen haben, rückt in den Hintergrund.
Mitgefühl und Anteilnahme, so nennen die das. Heuchlerei, so nenne ich das.
Von meinem Platz neben dem Altar konnte ich das Ein- und Austreten jedes einzelnen Gastes beobachten.
Heiße Wut durchströmte mich, als er[/] die Kirche betrat. Er, der einen Großteil zu meinem verdammten Tod beigetragen hatte. Langsam ging er den Gang hinunter, hatte den Blick gesenkt, wollte meinen Sarg nicht sehen.
[i]„Schau ihn dir an, du mieser Dreckssack, du verräterisches Arschloch! Schau ihn dir an!“

Ich brüllte die Worte, ohne jegliche Wirkung oder Regung zu erwarten. Es tat einfach nur gut, ihn anschreien zu können, meine Wut irgendwie loszuwerden.
Er war der Grund, weshalb ich drei Tage zuvor stockbesoffen gegen einen Baum gefahren war. Er war der Grund, weshalb ich mich nun auf meiner eigenen Beerdigung befand.
Okay, vielleicht war er nicht als einziger Schuld daran, ich hatte natürlich auch meinen Beitrag geleistet, doch ich wäre niemals auf die Idee gekommen, mich betrunken in einen Wagen zu setzen, hätte ich ihn nicht beim Fremdvögeln erwischt.
Ausgerechnet mit der blonden Klassenschlampe, über die sowieso jeder schon einmal rübergerutscht war.
Als das Slayer Konzert früher aus war, als ich erwartet hatte, entschloss ich mich, noch bei ihm vorbeizufahren. Hätte es länger gedauert, wäre sein falsches Spiel womöglich Wochen oder Monate nicht aufgeflogen.
Ich hatte einen Schlüssel für das Haus, in dem Lucas mit seiner Familie lebte. Ich kündigte mich nicht an, war schon öfter einfach so zu ihm gefahren, ohne Bescheid zu sagen. Ich wollte ihn überraschen, endlich wieder Zeit alleine mit ihm verbringen.
In den letzen Wochen hatte ich mich zu sehr auf die Schule konzentriert, viel zu wenig Zeit für ihn gehabt.
Ich Trottel hatte mich auch noch mies gefühlt, hatte ein schlechtes Gewissen, weil ich ihm zu wenig Aufmerksamkeit schenkte. Tja, die hatte er sich schlussendlich ja bei jemand anderem geholt, dieser Hurenbock.
Die eindeutigen Geräusche aus seinem Zimmer hätten mich eigentlich warnen sollen.
Doch, naiv wie ich war, stürmte ich mit einem breiten Grinsen in sein Zimmer, bereit, einen schönen Abend mit ihm zu verbringen.
Ungläubig hatte ich das abrupte Aufspringen meines Freundes beobachtet, das selbstgefällige Grinsen seiner Affäre gesehen.
„Schatz... es ist alles nicht so, wie es aussieht!“
Mit einem bangen Blick war er auf mich zugekommen, mit nichts als einer Boxershort bekleidet.
Tränen waren mir in die Augen gestiegen.
„Du mieses, verräterisches, hinterhältiges Arschgesicht!“ brüllte ich, holte weit aus und ließ meine Hand mit voller Wucht auf seine Wange klatschen.
Ich wirbelte herum und stürmte die Treppe hinunter, aus der Türe hinaus. Als ich sie hinter mir zuknallte, konnte ich noch das Trampeln seiner Füße hören, als er mir hinterher rannte.
Schnell sprang ich in mein Auto, startete den Motor und fuhr mit quietschenden Reifen davon. Ich warf keinen Blick zurück.
Die ganze Fahrt nach Hause spielten sich die Geschehnisse erneut vor meinen Augen ab.
Tränen rannen immer schneller meine Wangen hinunter.
Er hatte mich betrogen. Nach zwei Jahren Beziehung hatte er mich einfach so betrogen.
Ich konnte es nicht glauben, wollte es nicht glauben, doch es war Wahrheit, es war wirklich geschehen.
Zuhause angekommen hätte ich mich am liebsten in die Arme meiner Eltern geworfen, doch die befanden sich gerade auf einem Ärztekongress. Auch mein kleiner Bruder war ausgeflogen, schlief bei meiner Tante, da er sich immer noch fürchtete, wenn er alleine in dem großen Haus bleiben musste.
Also hatte ich die Hausbar meiner Eltern geplündert, immer mehr des schmerzlindernden Alkohols getrunken, die klaffende Leere in meiner Brust gefüllt.
Irgendwann, nachdem ich schon eine ganze Flasche Whiskey intus hatte, summte mein Handy und eine Nachricht erschien auf meinem Display.

Schatz. Bitte, es tut mir leid. Ich muss mit dir reden, lass es mich erklären. Ich liebe dich! xxxx

Die Wörter verschwammen vor meinen Augen, als diese erneut zu tränen begannen.
„Du Arschloch“, schluchzte ich und warf das Handy in die Ecke.
Es summte noch ein-, zweimal, bis es endlich still lag.
Ich wusste nicht, wann und wieso ich entschloss, doch noch zu ihm zu fahren.
Vielleicht war es die klaffende Leere in meiner Brust, die Einsamkeit, die ich verspürte.
Vielleicht war es aber auch nur das Bedürfnis, zu erfahren, wieso er das getan hatte.
Wieso ich ihm nicht mehr gut genug gewesen war.
Auf halbem Weg zu ihm wickelte sich mein Auto um einen Baum. Ich hatte einer kleinen schwarzen Katze ausweichen wollen und die Kontrolle verloren.
Erst hatte ich mich ja gefreut wie ein Schnitzel, als ich vermeintlich unversehrt aus dem Wrack gekrochen war. Dann meinen leblosen Körper im Auto zu sehen, während ich mich doch eigentlich außerhalb befand, hätte mich mindestens noch einmal umgebracht, wäre ich nicht schon tot gewesen.
Schlagartig war ich wieder nüchtern, wollte nicht begreifen, was gerade geschehen war.
Ich hatte mich neben meinen Körper gekniet, an ihn gerüttelt, gefleht, aufzuwachen, doch das viele Blut war eindeutig.
Ich war tot.

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Cheetah Baby
Geschlecht:weiblichForenkätzchen

Alter: 18
Beiträge: 414

Ei 6 Extrem Süßes!
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BeitragVerfasst am: 16.03.2013 21:20    Titel: Re: Schutzengel (Arbeitstitel) Teil 1 Antworten mit Zitat

Hi Lena smile

Mir gefällt deine Story sehr gut. Du hast die Gefühle der Prota beschrieben, du hast beschrieben, wie sie mit all dem umging, und was sie denkt- das find ich gut.
Ich gebe jetzt ein paar Verbesserungsvorschläge, aus der Sicht eines Kindes, aber dann weißt du wenigstens ungefähr was 10 bis 14 jährige davon halten.

TheBlackParade hat Folgendes geschrieben:

Hallo, ich heiße Hope. Ja genau: Wie die Hoffnung. Hier würde ich einfach schreiben "Mein Name ist Hope. Ich bin achtzehn Jahre alt..."
Ich bin achtzehn Jahre alt und werde es wohl auch immer bleiben. Warum? Nun ja, wie soll ich sagen?
Ich bin tot. Seit drei Tagen schon. Ihr fragt euch, warum ich dann noch hier bin, noch existiere, immer noch auf Erden wandle?
Ich sag euch Bescheid, sobald ich das herausgefunden habe.
 



Die Kirche war bis auf die letzte Bank gefüllt, doch noch immer wollten die Menschenmassen, die durch das große Eichentor strömten, nicht abreißen.
Ich ließ meinen Blick durch die Kirche streifen. Überall entdeckte ich die traurigen Gesichter von Freunden, Verwandten, Bekannten. Von ihnen hatte ich erwartet, dass sie kommen würden, dass sie sich tatsächlich für mein Ableben interessierten.
Bei den Gästen, die sich in dem hinteren Teil der Kirche befanden, war ich mir nicht so sicher. Da war zum Beispiel Katy Murray, die mich in der Schule immer als SatanSanbeterin bezeichnet hatte, nur weil ich mich gerne Schwarz kleidete und Heavy Metal hörte. Sie hatte nie eine Chance ausgelassen, mich in irgendeiner Weise beleidigen zu können. Vielleicht "Sie hatte nie eine Chance ausgelassen, mich in irgendeiner Weise zu beleidigen"?Und nun saß sie hier, im kleinen Schwarzen gekleidet und einem zerknüllten Taschentuch in der Hand, mit dem sie sich immer wieder Tränen von den Wangen tupfte.
Neben ihr saß Corby Armstrong, der zwar eine betroffene Miene aufgesetzt hatte, sich jedoch null für das eigentliche Geschehen um sich herum interessierte.
Auch er mochte mich nicht wirklich, beziehungsweise hatte mich nie besonders beachtet. Meines erachtens ein viel zu schneller Übergang. Da denkt man sich "Grad war noch die Rede von irgendeinem Corby und dann einfach ein Themawechsel?"
Aber war es nicht immer so? Ein junger Mensch starb und schon interessierte sich jeder für dessen tragischen Tod. Dass sie ihn davor nicht mal mit dem Arsch angesehen haben, rückt in den Hintergrund.
Mitgefühl und Anteilnahme, so nennen die das. Heuchlerei, so nenne ich das. Das ist eine sehr gut geschriebene Textstelle! =)
Von meinem Platz neben dem Altar konnte ich das Ein- und Austreten jedes einzelnen Gastes beobachten.
Heiße Wut durchströmte mich, als er die Kirche betrat. Er, der einen Großteil zu meinem verdammten Tod beigetragen hatte. Langsam ging er den Gang hinunter, hatte den Blick gesenkt, wollte meinen Sarg nicht sehen.
„Schau ihn dir an, du mieser Dreckssack, du verräterisches Arschloch! Schau ihn dir an!“
Ich brüllte die Worte, ohne jegliche Wirkung oder Regung zu erwarten. Es tat einfach nur gut, ihn anschreien zu können, meine Wut irgendwie loszuwerden.
Er war der Grund, weshalb ich drei Tage zuvor stockbesoffen gegen einen Baum gefahren war. Er war der Grund, weshalb ich mich nun auf meiner eigenen Beerdigung befand.
Okay, vielleicht war er nicht als einziger Schuld daran, ich hatte natürlich auch meinen Beitrag geleistet, doch ich wäre niemals auf die Idee gekommen, mich betrunken in einen Wagen zu setzen, hätte ich ihn nicht beim Fremdvögeln erwischt.
Ausgerechnet mit der blonden Klassenschlampe, über die sowieso jeder schon einmal rübergerutscht war.
Als das Slayer Konzert früher aus war, als ich erwartet hatte, entschloss ich mich, noch bei ihm vorbeizufahren. Hätte es länger gedauert, wäre sein falsches Spiel womöglich Wochen oder Monate nicht aufgeflogen.
Ich hatte einen Schlüssel für das Haus, in dem Lucas mit seiner Familie lebte. "Lukas, was für'n Lukas?? Achso, der Freund!" Ich würde den Namen des Freundes früher mal erwähnen, sonst ist es ein bisschen plötzlich.
Ich kündigte mich nicht an, da ichwar schon öfter einfach so zu ihm gefahren war, ohne Bescheid zu sagen. Ich wollte ihn überraschen, um endlich wieder Zeit alleine mit ihm zu verbringen.
In den letzen Wochen hatte ich mich zu sehr auf die Schule konzentriert, viel zu wenig Zeit für ihn gehabt.
Ich Trottel hatte mich auch noch mies gefühlt, hatte ein schlechtes Gewissen, weil ich ihm zu wenig Aufmerksamkeit schenkte. Tja, die hatte er sich schlussendlich ja bei jemand anderem geholt, dieser Hurenbock.
Die eindeutigen Geräusche aus seinem Zimmer hätten mich eigentlich warnen sollen.
Doch, naiv wie ich war, stürmte ich mit einem breiten Grinsen in sein Zimmer, bereit, einen schönen Abend mit ihm zu verbringen.
Ungläubig hatte ich das abrupte Aufspringen meines Freundes beobachtet, das selbstgefällige Grinsen seiner Affäre gesehen.
„Schatz... es ist alles nicht so, wie es aussieht!“
Mit einem bangen Blick war er auf mich zugekommen, mit nichts als einer Boxershort bekleidet.
Tränen waren mir in die Augen gestiegen.
„Du mieses, verräterisches, hinterhältiges Arschgesicht!“ brüllte ich, holte weit aus und ließ meine Hand mit voller Wucht auf seine Wange klatschen.
Ich wirbelte herum und stürmte die Treppe hinunter, aus der Türe hinaus. Als ich sie hinter mir zuknallte, konnte ich noch das Trampeln seiner Füße hören, als er mir hinterher rannte.
Schnell sprang ich in mein Auto, startete den Motor und fuhr mit quietschenden Reifen davon. Ich warf keinen Blick zurück.
Die ganze Fahrt nach Hause spielten sich die Geschehnisse erneut vor meinen Augen ab.
Tränen rannen immer schneller meine Wangen hinunter.
Er hatte mich betrogen. Nach zwei Jahren Beziehung hatte er mich einfach so betrogen.
Ich konnte es nicht glauben, wollte es nicht glauben, doch es war Wahrheit, es war wirklich geschehen.
Zuhause angekommen hätte ich mich am liebsten in die Arme meiner Eltern geworfen, doch die befanden sich gerade auf einem Ärztekongress. Auch mein kleiner Bruder war ausgeflogen, schlief bei meiner Tante, da er sich immer noch fürchtete, wenn er alleine in dem großen Haus bleiben musste.
Also hatte ich die Hausbar meiner Eltern geplündert, immer mehr des schmerzlindernden Alkohols getrunken, die klaffende Leere in meiner Brust gefüllt.
Irgendwann, nachdem ich schon eine ganze Flasche Whiskey intus hatte, summte mein Handy und eine Nachricht erschien auf meinem Display.

Schatz. Bitte, es tut mir leid. Ich muss mit dir reden, lass es mich erklären. Ich liebe dich! xxxx

Die Wörter verschwammen vor meinen Augen, als diese erneut zu tränen begannen. Wenn Augen Tränen, ist das doch nicht das Gleiche wie Weinen, oder?
„Du Arschloch“, schluchzte ich und warf das Handy in die Ecke.
Es summte noch ein-, zweimal, bis es endlich still lag.
Ich wusste nicht, wann und wieso ich entschloss, doch noch zu ihm zu fahren.
Vielleicht war es die klaffende Leere in meiner Brust, die Einsamkeit, die ich verspürte.
Vielleicht war es aber auch nur das Bedürfnis, zu erfahren, wieso er das getan hatte.
Wieso ich ihm nicht mehr gut genug gewesen war.
Auf halbem Weg zu ihm wickelte sich mein Auto um einen Baum. Ich hatte einer kleinen schwarzen Katze ausweichen wollen und die Kontrolle verloren.
Erst hatte ich mich ja gefreut wie ein Schnitzel, als ich vermeintlich unversehrt aus dem Wrack gekrochen war. Dann meinen leblosen Körper im Auto zu sehen, während ich mich doch eigentlich außerhalb befand, hätte mich mindestens noch einmal umgebracht, wäre ich nicht schon tot gewesen.
Schlagartig war ich wieder nüchtern, wollte nicht begreifen, was gerade geschehen war.
Ich hatte mich neben meinen Körper gekniet, an ihn gerüttelt, gefleht, aufzuwachen, doch das viele Blut war eindeutig.
Ich war tot.


Alles in Allem eine sehr interessante Geschichte. Würde mich Über eine Vortsetzung freuen!  smile

LG Chee


_________________
"Schreiben ist leicht, man muss nur die falschen Wörter weglassen."
~ Mark Twain
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Ivy Ashby
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BeitragVerfasst am: 16.03.2013 21:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

Ich habe nur eine Frage: Mir scheint deine Protagonistin völlig gelassen damit umzugehen, das sie tot ist. Sie wirkt eher wütend, ich hatte Verzweiflung und Angst erwartet. Aber vielleicht hat sie sich ja schon damit abgefunden. Ist das ihr Charakter oder kommt die Angst noch?

Okay, alles weitere hat mir super gefallen. Klasse Wortwahl, Schreibstil etc. Aber das habe ich dir ja schonma bei einem anderen deiner Texte gesagt;) Hier habe ich das Gefühl, du hast wirklich konzentriert geschrieben und nachgedacht, wie du schreibst. Als Hope dann von ihrem (ex-)Freund nach Hause fährt, dachte ich im ersten Moment: Hä? Wehe die fährt JETZT schon gegen den Baum, die ist ja noch gar nicht betrunken..aber auch das hat sich ja geklärt;).
Ich bin echt auf eine Fortsetzung gespannt, das ist ein schwieriges und sensibles Thema und mich würde interessieren, wie die Protagonistin weiter damit umgeht und was du noch so für Ideen einbringst, was alles passiert und sich noch heraus stellt etc. Viel Erfolg, ich freu mich, wenn du mehr davon rein stellst.

LG Ivy


_________________
Deep into that darkness peering, long I stood there wondering, fearing,
Doubting, dreaming dreams no mortal ever dared to dream before;
But the silence was unbroken, and the darkness gave no token,
And the only word there spoken was the whispered word, `Lenore!'
This I whispered, and an echo murmured back the word, `Lenore!'
Merely this and nothing more.
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Paradigma
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Beiträge: 1087
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Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 16.03.2013 23:15    Titel: Antworten mit Zitat

Servus Black,

gefällt mir super. Erstens mag ich Texte in der Ich-Perspektive sowieso, und dann sagt mir vor allem die etwas zynische Weltsicht der Prota zu. Damit triffst du genau mein Beuteschema.

Also, an die Arbeit, ich will lesen, wie es weitergeht mit Hope.


_________________
Schreib den ersten Satz so, dass der Leser unbedingt auch den zweiten lesen will.

William Faulkner
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Cerb
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Beiträge: 38



BeitragVerfasst am: 19.03.2013 13:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hey,

habe gerade nicht viel Zeit, aber wollte dir kurz sagen, dass mir insbesondere der Einstieg außerordentlich gut gefällt.

Eine Kleinigkeit, die mir beim drüberlesen aufgefallen ist: "Heuchlerei", da meinst du wohl "Heuchelei"?

Gruß

Cerb
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TheBlackParade
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BeitragVerfasst am: 21.03.2013 19:12    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallöle an alle smile

Danke für eure lieben Kommentare smile Hab eure Anmerkungen registriert und werde sie so gut es geht in meine Überarbeitung einzubauen lol2
zu der Angst. Die kommt noch lol2 Beziehungsweise sie nimmt einfach an, dass sie irgendwann "abgeholt" wird und dann endlich auch eine Ahnung bekommt, was jetzt los ist.

@cerb ja das kann sein^^


P.S hab den Zweiten Teil jetzt mal on gestellt smile

LG
Lena
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TheBlackParade
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber

Alter: 25
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BeitragVerfasst am: 21.03.2013 19:15    Titel: Schutzengel (Arbeitstitel) Teil 2 pdf-Datei Antworten mit Zitat

So meine Lieben, hier kommt Teil 2 smile
Ist nur ein relativ kurzer Teil geworden, aber die Uni macht mich im Moment richtig fertig, d.h ich bin nicht weiter gekommen, als diesen Teil hier das erste mal zu Überarbeiten smile
Ich hoffe es gefällt und viel spaß beim Lesen smile
LG
Lena

Ich wollte nicht glauben, dass ich tatsächlich tot sein sollte. Dass es vorbei war.
Auch jetzt, drei Tage später war es immer noch seltsam zu wissen, dass man die Welt nie mehr als Lebende betreten würde. Dass dem Geburtsdatum einer gewissen Hope Jamielle MacKenzie viel zu früh ein Todesdatum hinzugefügt werden musste.
Ich fuhr mit meinen Händen über das dunkle Holz des geschlossenen Sarges, der vor dem Altar aufgestellt war. Ein Tartan in den Farben blau, weiß, grün und rot war darüber ausgebreitet. Der Tartan des Clans, dem meine Familie angehörte.
In goldener Farbe war ein Spruch in den Deckel eingraviert.
„Luceo non uro“
Ich brenne nicht, ich leuchte.
Der MacKenzie-Clan war ein sehr alter, traditioneller und vor allem stolzer.
Mitglieder hatten schon in der Schlacht von Culloden gekämpft, ihr Land und ihre Einstellungen schon immer verteidigt und unterstützt.
Es war üblich, bei Geburten, Hochzeiten sowie Beerdigungen alte Traditionen wieder aufleben zu lassen.
Lauter werdendes Murmeln ließ mich meinen Kopf heben.
Ein Schmerz, der so groß wie ganz Schottland war, bohrte sich in meine Brust.  
Zwei, von Trauernden, begleitete Menschen hatten gerade die Kirche betreten.
Sie stützen sich gegenseitig, sahen um Jahre gealtert aus. Ihre blasse Haut zeichnete sich deutlich unter der schwarzen Kleidung ab. Sie hatten den Kopf gesenkt, die Körper wurden immer wieder von Schluchzern erschüttert.
 „Mom! Dad!“
Doch sie hörten mich nicht, nahmen mich nicht wahr.
Es zerriss mir das Herz, die beiden so zu sehen, schon wieder.
Hinter ihnen ging mein kleiner Bruder. Sein Gesicht war tränennass, seine Augen rot umrandet. Er hatte Willy, den kleinen Stoffbären in der Hand, hielt sich an ihm fest.
Ich hatte ihm das Stofftier zu seiner Geburt geschenkt, es hatte ihn überall hin begleitet.
Tränen liefen mir die Wangen hinunter.
Meine Familie hatte die Bank in der ersten Reihe erreicht, ließ sich darauf nieder, während immer wieder leise von anderen Gästen Anteilnahme bekundet wurde.
Ich stieg die Treppen der Anhöhe hinunter und kniete mich vor Fin, strich ihm mit der Hand über seine Wange.
„Es tut mir leid, Kleiner. Es tut mir so leid. Ich wollte dich nicht alleine lassen.“
Meine Stimme brach. Schluchzend wand ich mich meiner Mom zu, deren Kopf nun auf der Schulter meines Dads lag.
Sie hatte ihren rechten Arm ausgestreckt, umklammerte ihren Kleinen Sohn und drückte ihn an sich.
„Mom, Dad. Es tut mir leid. Ich wollte das alles nicht. Ich wollte euch das alles nicht noch einmal antun. Aber ich verspreche euch. Wenn ich Gavin sehe, werde ich ihm sagen, dass ihr ihn liebt. Dass ihr ihn immer geliebt habt und dass ihr in vermisst.“
Beim Gedanken an meinen, vor zwei Jahren verstorbenen großen Bruder wurde das Stechen in meiner Brust nur noch größer.
Sie hatten schon einmal eines ihrer Kinder verloren und nun war es wieder geschehen.
Ich hatte Angst, dass sie das nicht noch einmal verkraften könnten und das dann meine Schuld gewesen wäre.

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TheBlackParade
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Alter: 25
Beiträge: 25
Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 03.04.2013 22:50    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Schutzengel. Komplette Überarbeitung. Würde mich über Kommentare freuen smile

                                        Schutzengel

1.
Ich heiße Hope. Ja genau: wie die Hoffnung.
Ich bin achtzehn Jahre alt und werde es wohl auch immer bleiben. Warum? Nun ja, wie soll ich sagen?
Ich bin tot. Seit drei Tagen schon. Ihr fragt euch, warum ich dann noch hier bin, noch existiere, immer noch auf Erden wandle?
Ich sag euch Bescheid, sobald ich das herausgefunden habe.
 

In Gedenken an unseren Schatz
Hope Jamielle MacKenzie
* 22.06.1994
 † 19.05.2013
Ein Engel, der für immer in unseren Herzen weiterleben wird
Bennachd leat - Auf Wiedersehen
In Liebe
Alison, Craig und Finley MacKenzie
Church of Rockley, South Lanarkshire, Schottland
22.05.2013


Ich saß auf dem steinernen Altar der kleinen Kirche, in der in wenigen Minuten meine Beerdigung stattfinden würde. Wie unglaublich absurd das alles doch war. Gegenüber von mir traten immer noch erschütterte und fassungslose Freunde, Verwandte und Bekannte durch das das Tor der Kirche. Die erste Bankreihe rechts von mir war für meine Familie reserviert, doch noch war sie leer. Dafür saß eine Reihe dahinter meine beste Freundin Isla, die schluchzend das Gesicht in ihren Händen vergraben hatte. Neben ihr hockte Calum, stich ihr sanft über den Rücken, während ihm selbst immer wieder Tränen aus den Augenwinkeln rannen. Hatte ich ihn jemals davor weinen gesehen? Auch meine restlichen Freunde waren alle da, schwarz gekleidet, mit einem traurigen Gesichtsaudruck. Sie hatten alle einen kleinen runden Button über der Brust befestigt, auf ihnen bildete sich mein grinsendes Gesicht ab, umrahmt von strahlend roten Haaren.
Ich lächelte, während mir Tränen in die Augen stiegen. Es tat gut zu wissen, dass sie mich wohl immer fröhlich in Erinnerung behalten würden. Kein Wunder, ich hatte die besten Freunde der Welt, die mich nie hängen ließen, die mir jeden noch so bescheuerten Fehler verziehen und mit denen ich nur fünf Minuten zusammen sein musste, um mich sofort besser zu fühlen. Ich würde sie wirklich unglaublich vermissen. Im Moment war die Tatsache, dass ich mit keinem von ihnen mehr ein Wort wechseln würde, einfach unvorstellbar. Ich wischte mir schniefend mit dem Handrücken über die Nase. Zwei ältere, mir wohl bekannte Menschen hatten gerade in der ersten Reihe links von mir Platz genommen. Wenn ich meine Nachbarn sah, oder auch nur an sie dachte, dann kamen nur positive Dinge in meinen Sinn. Sie waren so etwas wie meine Ersatzfamilie. Wenn meine Eltern am Wochenende geschäftlich unterwegs waren, schliefen meine Geschwister und ich eigentlich immer bei ihnen, selbst als wir alt genug waren, um alleine zu Hause zu bleiben. Ich fühlte mich bei ihnen einfach geborgen, konnte über alles reden und Dinge tun, die mir zu Hause verboten waren. Lange fernsehen zum Beispiel oder Süßigkeiten essen, bis mir schlecht wurde. Das war vor allem, als ich noch kleiner war, der größte Pluspunkt, den ich ihnen zuschreiben konnte. Und egal was ich tat, sie machten mir nie Vorwürfe, waren immer verständnisvoll, mit allem.  
Es war also kein besonders schönes Gefühl, dass sie nun wegen mir so traurig waren.
Douglas schnäuzte sich und drückte etwas fester die Hand seiner Frau.
„Ich kann es nicht fassen“, flüsterte Bonnie und sah ihn an. „ Kannst du dir vorstellen, sie nie wieder lachen zu hören? Nie wieder ihre Stimme zu hören, wenn sie uns aufgeregt von den letzten Konzerten erzählt?“ Douglas schüttelte langsam den Kopf.
„Nein. Nein, das kann ich nicht.“ Mit zitternden Fingern wischte er sich eine Träne aus dem Augenwinkel, bevor sie über seine Wange kullern konnte.
Du bist so eine verdammte Idiotin Hope. Wie konntest du ihnen diesen ganzen Scheiß nur antun? Sie dir an, wie sie, wie alle anderen um dich weinen, nur weil du deine verschissenen Gefühle nicht unter Kontrolle halten konntest.
Ich hasste das. Ich hasste das alles.
Man könnte meinen, der Tod wäre schon Strafe genug. Doch das stimmt so nicht. Die eigentliche Strafe ist, den Menschen, die man zurücklässt, beim Trauern zuzusehen. Früher hatte ich mich ja eigentlich schon dafür interessiert, wie man auf meinen Tod reagieren würde. Wen machte es nicht neugierig zu erfahren, wer wirklich ernsthaft um einen trauern würde? Aber jetzt, wo alles tatsächlich Realität geworden ist, hätte ich liebend gerne auf diese Erfahrung verzichtet. Klar denkt man jetzt: „Mann ist die doof. Dann hätte sie sich halt einfach von ihrer Familie fern halten sollen, wenn sie deren Trauer nicht aushält.“ Netter Gedanke, aber so einfach ist das nicht. Ich weiß nicht wieso, aber man wird von seiner Familie magisch angezogen und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Ich hatte wirklich versucht, mich, nachdem ich mich verabschiedet hatte, irgendwo anders hin zu begeben und darauf zu waren, bis ich das Licht sehen, oder abgeholt werden würde, oder was auch immer mit mir passieren wird. Aber leider hatte nichts funktioniert. Jede Tür, die ich die letzten drei Tage geöffnet hatte, führte in mein Zimmer. Und wenn ich nicht durch sie hindurch trat, verwandelte sich plötzlich der Raum und wusch, war ich wieder in meinem trauten Heim. Somit musste ich wohl oder übel meiner Mutter den ganzen Tag zusehen, wie sie still auf meinem Bett saß und keinerlei Gefühlsregungen zeigte. Ich hatte mich neben sie gesetzt, gehofft, dass sie mich vielleicht spüren könnte, doch keine einzige Reaktion war mir vergönnt. Ich fühlte mich schrecklich, weil ich tatsächlich froh war, als sie endlich das Zimmer verließ. Ich konnte wieder durchatmen und mich endlich mit der Tatsache befassen, dass ich tot war.
Es fühlt sich tatsächlich richtig seltsam an, da zu sein, doch irgendwie eben auch nicht. Ich meine, ich existiere noch, habe einen Körper, der mit Ausnahme von geschlossenen Türen und Wänden - durch die kann ich hindurchgehen und unter anderen Umständen wäre das auch richtig cool gewesen - immer noch auf Gegenstände so reagierte, wie er es davor tat. Aber trotzdem konnte ich im Endeffekt nichts bewirken. Drei Tage lang saß ich in meinem Zimmer, musste mir sämtliche Erinnerungen an ein Leben, das ich nicht mehr führen würde können, ansehen, bis ich schließlich in diese kleine Kirche katapultiert wurde. Mitten auf den Altar, vor dem mein Sarg aufgestellt war.
Ich wandte meinen Blick von Douglas und Bonnie ab und ließ ihn über die restlichen Bänke streifen. Als Kathy Murray und Cody Armstrong durch das Tor traten, runzelte ich die Stirn.
Das war seltsam. Denn waren sie nicht diejenigen gewesen, die mich auf dem College gerne einmal als Satansanbeterin bezeichneten, nur weil ich schwarz trug und Heavy Metal hörte?
Waren sie nicht diejenigen gewesen, die immer wieder Gerüchte über mich verbreiteten „einfach nur aus Spaß“? Sie setzen sich in die letzte Reihe der Bänke und begannen, angeregt miteinander zu reden. Wieso waren sie hier?
War es, weil sie wirklich erschüttert waren, dass ich nun tot war - was ich mir nicht vorstellen konnte - oder war es einfach nur aus Anstand?
Obwohl das eigentlich auch nicht zu ihnen passen würde. Meiner Meinung nach war Anstand ein Wort, das die beiden gar nicht kannten. Wahrscheinlich wollten sie einfach nicht als herzlos dastehen. Tja, Leute, das wird euch aber keiner abkaufen.
Ein schriller Handyklingelton ließ Kathy zusammenschrecken. Sie fingerte an ihrer Tasche herum und fischte ein pinkes Blackberry heraus, fing dann an, ausgelassen zu telefonieren.
Ewan, der beste Freund meines Vaters schnauzte, wie unglaublich respektlos sie sich verhielt.
Ja, gibs ihr Ewan!
Ich hasste solche Art von Menschen, die so taten, als würden sie sich wirklich für jemanden interessieren, eigentlich aber nur auf ihren guten Ruf bedacht waren. Am liebsten hätte ich es gesehen, wenn heute wirklich nur Freunde und Bekannte gekommen wären. Menschen, die mir etwas bedeuteten und ich ihnen auch.
Doch natürlich ließen sich auch Unerwünschte nicht von dem Besuchen meiner Beerdigung abhalten. Heiße Wut brodelte in mir auf, als Lucas, einer der Gründe, weshalb ich tot war, die Kirche betrat. Auf Krücken gestützt humpelte er den Mittelgang hinunter. Huh? Wann hatte er sich denn sein Bein gebrochen? Naja, war mir eigentlich egal, verdient hatte er es, dieser betrügerischer Drecksack. Ich stand auf und ging auf ihn zu. Er blieb auf Höhe der vierten Reihe stehen, hantierte dort mit seinen Krücken herum, bevor er es schließlich schaffte, sich auf der Bank niederzulassen. Er starrte auf seine Hände, die an den Fransen seines kaputten Jackets herumspielten.
Nicht einmal einen neuen Anzug konnte er für meine Beerdigung kaufen. Stattdessen franst er seinen alten, kaputten nur noch mehr aus. Moment mal. Er will den Sarg nicht sehen. Dieser Drecksack will den Sarg nicht sehen, weil er genau weiß, dass er Schuld an meinem Tod trägt. Nein Freundchen, so haben wir nicht gewettet. Ich kniete mich vor ihn, umfasste sein Gesicht mit beiden Händen und versuchte, dieses nach oben zu drücken, aber verflucht noch einmal ich schaffte es nicht.
„Schau dir meinen Sarg an, du mieses Arschloch. Schau. Ihn. Dir. An!“
Verzweifelt drückte ich noch etwas fester, doch alles half nichts. Ich ließ von ihm ab, nur um danach mit meinem Fäusten auf ihn einzuprügeln. Es war mir egal, ob er etwas spürte oder nicht, ich brauchte das einfach. Ich brauchte es so sehr. Die letzen drei Tage waren die Hölle gewesen. Ich hatte mich noch nie so verloren gefühlt und er war schuld daran.
Wegen ihm war ich vor drei Tagen stockbesoffen gegen einen Baum gefahren. Wegen ihm hatte ich zum Alkohol gegriffen und nicht nur mein, sondern auch das Leben meiner Familie ruiniert. Nur weil er mich betrügen musste, weil er nicht akzeptieren konnte, dass ich noch nicht mit ihm schlafen wollte. Ich hatte meine Prinzipien, ich wollte einfach nicht nach drei Monaten Beziehung mit ihm ins Bett hüpfen. Mein erstes Mal sollte etwas Besonderes werden, da mag ich noch sehr altmodisch und romantisch sein. Er hatte mir erzählt, er würde das verstehen, das wäre auch genau das, was er so an mir schätze. Dieser Heuchler. Mit der Dorfmatratze hatte er mich betrogen. Ausgerechnet mit der, über die sowieso schon jeder einmal rübergerutscht war.
Mein Todestag  hatte so gut angefangen. Die Freude auf mein Vorhaben am Abend hatte mich den ganzen Tag über lächeln lassen. Endlich würden wir es tun. Endlich würde ich meine Jungfräulichkeit verlieren. Ich war mir sicher, ich hatte es mir lange überlegt. Er war der Richtige. Ich war gegen Abend zu seinem Haus gefahren, da ich wusste, dass er erst später zurückkommen würde. Somit blieb mir genug Zeit, um noch einiges vorzubereiten. Der Rest der Familie war über das Wochenende ausgeflogen, wir waren also völlig alleine. Nichts ahnend schloss ich die Türe auf, stellte meinen Rucksack auf den Küchentisch. Ich stutzte, als ich die schwarze Gucci Tasche sah, die ich schon so oft an den Handgelenken mancher Mädchen an meinem College hab baumeln sehen. Neugierig, wie ich nun einmal war, hob ich sie hoch. Sofort ließ ich sie fallen, als ich den kleinen weißen Fleck an der unteren Seite der Tasche sah. Ich wusste, woher er kam. Lebhaft konnte ich mich daran erinnern, wie Lucy heulend über den Flur gerannt war, da sie ihre Tasche in Kaugummi gestellt hatte. Warum war sie nun also hier? Hier, in dem Haus meines Freundes, wo doch eigentlich niemand da sein sollte. Wahrscheinlich hatte sie ihre Tasche vergessen, weil sie sich am Tag zuvor auf der Party schon wieder die Kante gegeben hatte.
Irgendwann vergisst die Schnepfe noch ihren Kopf. Würde wahrscheinlich sowieso keinen Unterschied mehr machen.
Ich stieg die Treppe hoch und ging auf Lucas Zimmertüre zu. Ich wollte sie schon öffnen, da hörte ich einen leisen Schrei. Ich erstarrte, hielt dem Atem an. Da, schon wieder. Ein keuchen, gefolgt von einem tiefen Stöhnen. Ich legte mein Ohr ganz nah an das helle Holz der Türe. Ganz eindeutig, hier waren zwei bei der Sache. Mein Herz klopfte wild, mir wurde schlecht. Tränen traten mir in die Augen, meine Hand zitterte, als ich sie um den runden Knauf legte. Ich atmete einmal tief durch, drehte ihn und stieß die Türe weit auf. Die beiden lagen in seinem Bett und bewegten sich im Einklang. Sie waren so bei der Sache, dass sie mich erst bemerkten, als ich schrie: „Du mieses, verräterisches, hinterhältiges Arschgesicht!“
Sofort hörten die Körper auf, sich zu bewegen. Lucas riss seinen Kopf herum, starrte mich entsetzt an.
„Scheiße!“
„Ja scheiße. Das kannst du laut sagen, du verlogener Drecksack!“ Als ich sah, wie er aus dem Bett sprang, wirbelte herum und wollte aus der Türe stürmen, doch er packte mich am Arm und hinderte mich so am Verlassen seines Zimmers.
„Lass mich in Ruhe!“ Ich versuchte, mich loszureißen, doch er hielt mich fest umklammert.
„Hope, verdammt noch mal. Führ dich doch nicht so auf! Wenn du schon nicht mit mir schlafen willst, muss ich es halt mit einer anderen tun!“
War das sein Ernst? Wollte der mich verarschen?
„Du Mistkerl,“ schrie ich, trat ihm gegen das Schienbein, konnte mich dadurch losreißen und stolperte aus der Türe. Ich sprang förmlich die Treppenstufen hinunter und rannte zu meinem Auto. Mit zitternden Händen stellte ich mein Radio an, versuchte mich zu den Klängen von Dope wieder zu beruhigen. ?die motherfucker,
die motherfucker,
dieeeeee! ?
Immer wieder schlug ich mit meinen Fäusten auf das Lenkrad ein. Dieses Arschgesicht, dieser betrügerischer Dreckssack! Dieses Bild, wie er eine andere fickte, es hatte sich in meinem Kopf gerannt. Verflucht ich hätte mehr machen sollen. Warum war ich gleich abgehauen? Er hätte einen festen Tritt in die Eier verdient. Am liebsten hätte ich ihm ins Gesicht geschleudert, dass ich mit seinem Mikrolümmel wohl sowieso keinen Spaß gehabt hätte, auch wenn ich davon generell keine Ahnung hatte. Sollte er doch in der Hölle schmoren! Und Lucy konnte er gleich mitnehmen. Vielleicht wurden die beiden da unten ja glücklich.
Ich fuhr schneller, als es erlaubt war, doch ich musste keinen Blitzer befürchten. Soweit ich wusste, existierte hier in diesem kleinen Ort gar keiner. Ohne lange zu überlegen, bog ich in den kleinen Weg ein, der zum Clyde, einen Fluss, der am Rande der kleinen Siedlung vorbeifließt, führte. Ich parkte, stieg jedoch nicht sofort aus, sondern ließ mich noch etwas länger von den harten Klängen der E-Gitarren beschallen. Meine Hände zitterten am Lenkrad, ich umklammerte es noch fester, sodass meine Knöchel weiß hervortraten.
Mein Atem ging schneller, ein heißer Bach aus Tränen strömte über meine Wangen. Schluchzend schlug ich immer wieder mit meinem Kopf gegen die Rückenlehne. Ich konnte einfach nicht mehr aufhören, zu weinen. Ich hatte schon des Öfteren einen Freund gehabt, doch noch nie hatte ich mich richtig verliebt. Bis Lucas kam. Er hatte mich genau so akzeptiert, wie ich war. Naja, das dachte ich jedenfalls. Als die Tränen endlich verebbten, stieg ich aus dem Auto aus, wollte gerade die Fahrertüre zuschlagen, da entdeckte ich eine Flasche, die auf der Seite des Beifahrersitzes unter das Armaturenbrett gerollt war. Ich bückte mich nach vorne und hob sie auf. Isla musste sie wohl vergessen haben, als wir vor ein paar Tagen zu einer Party gefahren waren. Sie liebte Jack Daniel’s Whiskey, hatte an dem Abend aber schon zu viel getrunken, weshalb die Flasche noch so gut wie voll war. Golden glitzerte die Flüssigkeit in ihr und ich entschloss, sie mitzunehmen. Mit ihr kletterte ich auf einen der großen Steine, die das Flussufer säumten. Ich starrte in das tiefblaue Wasser, während sich immer wieder die vorherigen Geschehnisse vor meinen Augen abspielten. Sein schockiertes Gesicht, als ich sie erwischt hatte und dieser Satz, dieser verfluchte Satz. „Wenn du schon nicht mit mir schlafen willst, muss ich es halt mit einer anderen tun!“
Ich dachte, wir wären uns einig gewesen. Ich dachte, er hatte akzeptiert, dass wir warten würden. Heute, verdammt nochmal heute wäre es doch so weit gewesen. Aber jetzt, jetzt war alles kaputt. Ohne es wirklich wahrzunehmen schraubte ich den Deckel der Flasche auf und setze sie an die Lippen. Igitt, schmeckte das ekelig. Doch das warme Gefühl, dass sich in meinem Bauch ausbreitete, ließ mich die Flasche immer wieder an meine Lippen heben. Langsam legte sich ein Nebel in meinem Kopf , der meinen Gedankenwirrwar dämpfte. Als ich versuchte, mich etwas weiter in die Mitte des Steines zu setzen, hörte ich ein Scheppern und mein Handy lag neben mir. Ich hob es auf und kniff meine Augen zusammen, um zu erkennen, was auf dem Display stand.
Drei vermisste Anrufe und eine Sms. Mit zitternden Fingern öffnete ich die Nachricht.  

Nachricht von Lucas <3 um 20:41
Schatz. Bitte, es tut mir leid. Ich muss mit dir reden, lass es mich erklären. Ich liebe dich! xxx

Die Wörter verschwammen vor meinen Augen, als mir weitere Tränen über die Wange liefen.
„Du Arschloch“, schluchzte ich und wollte das Handy fast wieder zurück in meine Hosentasche stecken, besann mich dann jedoch anders. Unsicher öffnete ich das Feld für eine neue Nachricht und tippte.
Nachricht an Isla um 21:40
Isla. Männer sibnd absolute Sdchweine! Lucas hat mivch betrogen. Mnuss dich trefgfen!

Keine Minute später bekam ich eine Antwort.
Nachricht von Isla um 21:41
Ich werde ihn umbringen! Wo bist du? xxx

Das war klar. Auf Isla ist immer Verlass.
Nachricht an Isla um 20:48
„Binam Clyde. Ivh klonn zui dur!

Die Buchstaben verschwammen vor meinen Augen, was allerdings nicht mehr an den Tränen lag, die inzwischen wieder verebbt waren.
Nachricht von Isla um 20:49
Hope Schatz bist du betrunken? Warte auf mich dort, ich hol dich ab!

Nachricht an Isla um 20:52
Nbeon padst schln. Ivh kpmm uu dor!

Ich steckte das Handy zurück in die Hosentasche, wartete keine weitere Antwort ab. Schwerfällig stemmte ich mich auf und stand unsicher auf dem unebenen Stein. Schwankend lief ich zu meinem Wagen, verlor auf dem Weg die Flasche Whiskey, interessierte mich aber nicht weiter dafür. Sie war eh fast leer gewesen. Holprig fuhr ich los, verwechselte immer mal wieder Bremse und Gas. Hölle, so viele Bäume hatte ich am Rand der Straße gar nicht in Erinnerung. Die Fahrbahn verschwamm immer mehr vor meinen Augen, doch ich wollte nicht anhalten.  Als plötzlich mein Handy losging, zuckte ich zusammen und riss das Lenkrad herum. Doofes Handy, erschreck mich doch nicht so! Gerade noch schaffte ich es, den Wagen unter Kontrolle zu bekommen. Als es abermals an meinem Oberschenkel vibrierte, fischte ich es fluchend aus meiner Hosentasche und starrte auf das Display. Sein Gesicht, mit diesen strahlend weißen Zähnen, der furchtbar geraden Nase und diesen perfekten eisblauen Augen, grinste mir entgegen. Sein Haar war unordentlich auf dem Kopf verwuschelt, genau so, wie ich es liebte.
„Arschloch!“ schrie ich mein Handy an, lenkte meine Aufmerksamkeit eine Sekunde von der Straße ab. Im nächsten Moment überfuhr ich den Seitenstreifen. Ich spürte das Holpern, als Reifen auf unebenes Grund trafen. Ich riss meinen Kopf hoch, schrie, trat verzweifelt auf die Bremse, doch ich wusste, dass es zu spät war. Mein Kopf schleuderte nach vorne, krachte gegen das Lenkrad, dann rechts gegen die Fensterscheibe. Alles wurde schwarz.
Ich wachte auf, als ein Ruck durch meinen Körper ging. Benommen sah ich mich um, schrie nach Hilfe. Ich schaffte es, mich aus dem Wrack zu befreien und war unglaublich erleichtert, als ich feststellen konnte, dass ich völlig unversehrt war. Dann allerdings meinen leblosen Körper im Auto zu sehen, während ich mich doch eigentlich außerhalb befand. Hui, das war gar nicht cool.
Ungläubig starrte ich mich an, rannte zu mir - Gott klingt das bescheuert -, und warf mich neben mir auf den Boden. Ich legte meine Hände auf meinen Körper in dem Wrack, versuchte, an ihm zu rütteln, doch er wollte sich nicht bewegen. Er war noch warm, doch unter meinen Fingerspitzen konnte ich keinen Puls mehr spüren, kein Klopfen eines Herzens. Ich begann, mich anzuschreien, mich anzuflehen, doch endlich wieder aufzuwachen.
„Bitte, bitte, bitte wach doch auf!“
Schluchzend saß ich neben dem Auto, versuchte, zu verstehen, was gerade passiert war. Nur langsam wurde mir klar, dass ich wohl nie wieder aufwachen würde. An meinem Kopf klaffte eine riesige Kopfwunde, langsam tropfte Blut heraus. Meine Augen waren geschlossen, meine Haare klebten an meinen, von Blut überströmten Wangen, in die das Glas der Fensterscheiben hineingeschnitten hatte. Ich rüttelte noch einmal, schlug mir ins Gesicht, hoffte in meiner Verzweiflung, mich damit vielleicht wieder aufwecken zu können. Doch nichts funktionierte. Schluchzend brach ich neben meiner Leiche zusammen. Die Erkenntnis schoss mir durchs Hirn, löschte jeden einzelnen nebensächlichen Gedanken aus.
Ich war tot.
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Amaryllis
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Das goldene Stundenglas Das Silberne Pfand


BeitragVerfasst am: 04.04.2013 11:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Blackie lol2

Also mir gefällts und das obwohl ich die Ich-Perspektive eigentlich nicht so mag. Ich finds auch schön, dass du jetzt mehr beschreibst, was in ihr vorgeht, als sie erkennt, dass sie tot ist. Man ist wirklich sehr nah bei deiner Prota.

Ich hätte es vielleicht schön gefunden, hättest du nicht so einen prominenten "Clan" genommen, der schon vielfach literarisch verwertet wurde, sondern etwas a-typisches.

Ansonsten finde ich es sprachlich manchmal etwas schwierig, weil deine Geschichte in Schottland spielen soll, die Ausdrückte aber manchmal schon sehr bundesdeutsch sind. Also es ist nicht total schlimm oder so, aber eben nicht immer ganz passend. Die Motherfucker haben mich dann zum Beispiel auch gestört, vielleicht, weil das wieder das Englische verstärkt, was sonst nicht so stark heraustritt. Hm. Kann aber auch nur ganz subjektiv sein.

Und die Befehlsform von "sehen" ist "sieh". Das "h" nicht vergessen wink

Liebe Grüße,
Ama


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Mein Leben ist ein Scherbenhaufen...
Aber ich bin der Fakir.
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Mondlicht
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BeitragVerfasst am: 04.04.2013 12:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hi, also mir gefällt dein Text auch sehr gut. Wie du die Gedanken der Prota beschreibst gefällt mit auch gut. Ich bin würde weiter lesen. Nur irgendwie habe ich das Gefühl den Text vorher schon mal gelesen zu haben, oder so einen ähnlichen.  Grr  hm.
Egal, mir gefllt auch die Idee gut.
LG Moon
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Ivy Ashby
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BeitragVerfasst am: 04.04.2013 12:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

diese Version gefällt mir auch schon besser. Mehr Gedanken und Gefühle, gut beschrieben und viel Abwechslung.
Die Story finde ich so oder so mega interessant, da kann man viel draus machen. Bin mal auf weitere Teile gespannt.
Viel Erfolg:)
GLG


_________________
Deep into that darkness peering, long I stood there wondering, fearing,
Doubting, dreaming dreams no mortal ever dared to dream before;
But the silence was unbroken, and the darkness gave no token,
And the only word there spoken was the whispered word, `Lenore!'
This I whispered, and an echo murmured back the word, `Lenore!'
Merely this and nothing more.
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TheBlackParade
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BeitragVerfasst am: 04.04.2013 22:58    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo ihr drei

Der Prominente Clan begründet auch auf der Geschichte, die danach noch erzählt wird. Hat vorallem etwas mit der Schlacht von Culloden zu tun, dort war der MacKenzie Clan nämlich sehr vertreten und das ist wichtig für Hope und ja. Es musste der Clan sein ^^

Zur der Sprache
Nunja. Ich nehme an, dass deutsche Teenager genauso sprechen wie Schottische. Also ich spreche ganz sicher nicht anders als meine Cousine smile Da bin ich mir doch sehr sehr sicht smile
Das Die Motherfucker habe ich hier vergessen kursiv zu schreiben ^^ Es handelt sich hier um das Lied von der Band Dope, was Die Motherfucker heißt ^^ Die 2 Zeilen sind also der Refrain des  Liedes smile
Das werde ich ausbessern, damit keine weiteren Missverständnisse entstehen smile

Schonmal soetwas gelesen? Vielleicht erinnert es etwas an "Dead Like Me" die Fernsehserie, obwohl ich die auch erst nachdem ich angefangen habe zu schreiben, gesehen habe.
Würde mich interessieren, an welches BUch dich meine Geschichte erinnert smile

Gernerell, schön, dass es euch gefällt !
Ihr könnt gespannt auf neue Teile werden smile Bald hoffentlich, die UNi spannt mich grad mehr als mir lieb ist ein smile

Liebe Grüße

TheBlackParade
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Mondlicht
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BeitragVerfasst am: 04.04.2013 23:32    Titel: Antworten mit Zitat

Nein nein kein Buch, es kommt mir so vor als hätte ich das schon einmal in einem anderen Forum gelesen? Sehr seltsam... muss ich nochmal genau nachdenekn wo das war.
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TheBlackParade
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BeitragVerfasst am: 04.04.2013 23:36    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Federfeuer, Literopia oder Schreibwerkstatt? lol2
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Mondlicht
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BeitragVerfasst am: 05.04.2013 12:57    Titel: Antworten mit Zitat

Geanu wusst cih es doch! Es war Schreibwerkstatt!
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TheBlackParade
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BeitragVerfasst am: 05.04.2013 12:58    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ja, da habe ich meinen Text auch reingestellt smile Also nicht wundern, ist nix geklaut ^^
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Mondlicht
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Beiträge: 71



BeitragVerfasst am: 05.04.2013 13:02    Titel: Antworten mit Zitat

Kein Problem, hab mich nur etwas gewundert.
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TheBlackParade
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BeitragVerfasst am: 06.04.2013 17:28    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Verständlich smile
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Anna Berg
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BeitragVerfasst am: 07.04.2013 19:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Blacky,
zunächst einmal finde ich Deine Idee, sich selbst und die dazugehörige Umwelt nach dem Tod weiterhin beobachten zu können, interessant und nachvollziehbar. Wer wünschte sich nicht, zu wissen, was nach dem eigenen Verschwinden von der Erde noch so alles passiert? Als vor einigen Jahren die 10-jährige Tochter eines Freundes starb, war das für alle Beteiligten traumatisch, natürlich für die Eltern ganz besonders. Aber es war für mich ein Moment, in dem ich hoffte, dass es ein Leben nach dem Tod gibt, dass das Mädchen weiß, es ist nicht vergessen und dass die Eltern weiterhin die Nähe zu dem verlorenen Kind spüren mögen.
Und genau da würde ich ansetzen, wenn ich Deinen Text bearbeiten müsste.
Deine Protagonistin ist in der Kirche so verzweifelt, ihre Eltern gebrochen und um Jahre gealtert zu sehen, dass dieses überaus starke Gefühl nicht so unbeachtet, unbemerkt bleiben sollte. Wäre es nicht möglich, dass zumindest  der kleine Bruder irgendetwas von der "Anwesenheit" seiner Schwester spürt und dies die Eltern wissen lässt?
Ist nur ein Gedanke.

Ansonsten ist Deine neueste Version schon um einiges besser als die Erste. Deine Rechtschreib- und Grammatikfehler vermiesen mir allerdings stellenweise das Lesen. Über Umgangssprache, Jugendsprache usw. lasse ich gerne mit mir reden, aber so viele Fehler in einem überarbeiteten Text sollten nicht sein! Das ist auch mein einziger wirklicher Kritikpunkt. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht!

Gruß
Anna
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BeitragVerfasst am: 07.04.2013 20:49    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Soo. Alles einen herzlichen Dank für die Kommentare.
 
@Anna Berg
Es wird aufjedenfall noch gespürt werden, dass Hope da ist smile Das kommt noch, befindet sich fest in der Planung lol2
So, hier kommt der nächste Teil.

Viel Spaß beim Lesen.
TheBlackParade

Drei Tage hatte mein Hirn Zeit gehabt, die Tatsache zu akzeptieren, dass es für mich keinen offiziellen Platz mehr in dieser Welt gab. Doch das war unglaublich schwer. Ich meine, ich war doch noch da, oder etwas nicht? Man kann mich zwar nicht sehen, ja das stimmt, aber ich kann denken, fühlen, Dinge berühren, sie spüren. Es war seltsam zu wissen, dass dem Geburtsdatum einer gewissen Hope Jamielle MacKenzie viel zu früh ein Todesdatum hinzugefügt werden musste.
Und genauso abartig war der Gedanke, dass in dem Sarg, vor dem ich stand, mein Körper lag. Kalt und leer. Ich fuhr mit meinen Händen über das dunkle Holz. Ein karierter Tartan in den Farben blau, weiß, grün und rot war wie ein Plaid darüber ausgebreitet. An einer freien Stelle war ein Spruch in goldener Farbe in den Deckel eingraviert.  
„Luceo non uro“ - Ich brenne nicht, ich leuchte.
Ich fuhr die Gravur mit der Fingerspitze nach. Der Spruch meines Clans hatte mir schon immer gefallen. Es freute mich, dass mir zur heutigen Mainstream Zeit, doch noch etwas Tradition bewahrt wurde. Irgendwie hatte ich mich schon immer für die Geschichte meiner Familie interessiert, jegliche Bücher durchwälzt und tausende Informationen interessiert aufgesogen. Es wäre ein Traum gewesen, einmal in einer Welt zu leben, in der noch alles so unglaublich echt war.  
Als das Murmeln hinter mir plötzlich verstummte, drehte ich mich verwundert um. Augenblicklich zog sich mein Herz zusammen und es fühlte sich an, als wolle es auf die Größe einer Walnuss schrumpfen.
Meine Eltern hatten gerade die Kirche betreten. Sie stützen sich gegenseitig, ihre Körper wurden immer wieder von Schluchzern erfüllt.  Vor zwei Tagen war Mom doch noch gar nicht so blass gewesen. Und Dad?  Er sah so unglaublich ausgemerkelt aus und seine Haare zeigten zum ersten Mal graue Strähnen.
„Mom! Dad!“
Doch sie hörten mich nicht, konnten mich gar nicht hören. Mein Herz knüllte sich noch weiter zusammen. Als sie nach links in ihre Reihe abbogen, entdeckte ich erstmals die kleine Gestalt, die an der Hand meiner Tante langsam hinter den Beiden hergegangen war. Das Gesicht meines achtjährigen Bruders war tränennass, seine Augen rot umrandet. Er klammerte sich an den kleinen Stoffbären Willy fest, presste ihn ganz dicht an seinen Körper. Ich hatte ihm das Tier zu seiner Geburt geschenkt, es hatte ihn überallhin begleitet. Meine Unterlippe bebte, erneut konnte ich die Tränen nicht aufhalten. Langsam ließ sich meine Familie auf der Bank nieder, meine Mutter schlang augenblicklich ihren rechten Arm um meinen Bruder. Ich stieg die Treppen der  Anhöhe, auf der mein Sarg stand, hinunter und kniete mich vor Fin, strich ihm mit der Hand über seine Wange. Wie hatte ich es geliebt, diese weiche Haut zu küssen. Wie hatte ich es geliebt, ihm etwas vorzulesen, während er sich müde an mich gekuschelt hatte. Wer würde ihm denn jetzt vorlesen? Verdammt noch mal er brauchte mich doch!  
„Es tut mir leid, Kleiner. Es tut mir so leid. Ich wollte dich nicht alleine lassen.“
Ich gab ihm einen Kuss auf die Wange, schmeckte die salzigen Tränen.
Ich wünschte mir nichts sehnlicher als eine Reaktion, ein kleines Erkennen, doch Fin starrte einfach weiter mit feuchten Augen auf den Sarg, strich mit seinen kleinen Fingern über das Fell seines Bären. Schluchzend wand ich mich meinen Eltern zu. Meine Mutter hatte ihren Kopf auf die Schulter meines Vaters gebettet.
„Mom, Dad. Es tut mir leid, es tut mir so leid. Ich wollte das alles doch nicht. Ich wollte euch das alles nicht noch einmal antun. Aber ich verspreche euch. Wenn ich Gavin sehe, werde ich ihm sagen, dass ihr ihn liebt. Dass ihr ihn immer geliebt habt und dass ihr in vermisst.“
Beim Gedanken an meinen, vor zwei Jahren verstorbenen großen Bruder, wuchs der Kloß in meinem Hals zu einem Felsen heran. Ich wusste nicht, was bald mit mir geschehen würde, aber ich hoffte, das es so sein könnte, wie man es so oft in Filmen sah. Die letzen Menschen, die man sieht, bevor man die finale Reise antritt, sind die, die man über alles liebt, tot oder lebendig. Der Gedanke, ihm noch einmal zu begegnen, eine Hoffnung auf ein Wiedersehen, ließ mich das alles hier überstehen. Ich würde schon damit zu recht kommen, irgendwie. Um meine Eltern machte ich mir da schon mehr Sorgen.
Sie hatten schon einmal eines ihrer Kinder verloren und nun war es wieder geschehen. Ich hatte Angst, dass sie das nicht noch einmal verkraften könnten und ich daran schuld wäre. Ich gab beiden einen Kuss auf die Stirn, hockte mich dann vor sie auf den Boden und lehnte mich an ihre Beine. Jetzt in meinen womöglich letzen Momenten, in denen ich wenigstens noch irgendetwas auf der Welt tun konnte, wollte ich ihnen so nahe wie möglich sein. Von hier verschwinden, konnte ich ja sowieso nicht.
Als plötzlich Musik einsetze, schreckte ich hoch. Ich sprang auf und drehte mich geschockt um. Ich konnte es nicht glauben.
Die erste Strophe von Glory Of The Brave von Hammerfall hatte eingesetzt und hallte in der ganzen Kirche wider. Die Gäste meiner Beerdigung erhoben sich, falteten ihre Hände und sahen auf den Boden.  

♫ So this is goodbye, I take leave of you and
Spread your wings and you will fly away now,
fly away now ♫


Langsam setze sich meine Mutter in Bewegung, hinter ihr folgten mein Vater und Fin. Sie blieb kurz vor dem Sarg stehen, strich mit einer zitternden Hand über das glatte Holz. Sie beugte sich zu der Seite, an der wohl mein Kopf lag und flüsterte: „Ich werde dich nie vergessen. Niemals. Ich liebe dich. Für immer. Grüße Gavin von mir.“ Tränen tropften leise auf den Sargdeckel. Wie benommen stand ich daneben, unfähig mich zu bewegen.

♫ Deep in our hearts you will live again
You're gone to the home of the brave. ♫

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