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Kätzchen
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Alter: 29
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Wohnort: Katzenkörbchen


BeitragVerfasst am: 25.07.2012 09:24    Titel: Antworten mit Zitat

1.

Es tat sich nichts. Rein gar nichts.
Gelangweilt lehnte Latui an einer schattigen Hausmauer im besseren Viertel von Khemi. Die Sonne brannte zur Mittagszeit sogar im Schatten so heiß, dass niemand außer ihr gerade draußen zu sein schien. Zumindest konnte sie von hier oben niemanden erkennen. In der Wüstenstadt stand die Zeit still.
Die Diebin trieb sich schon seit Stunden auf dem schlecht einsehbaren Dach eines kleineren Hauses herum nur um in einen Innenhof zu starren. Eigentlich war es kein beliebiger, unbedeutender Innenhof.
„Na klasse.“
Elegant sackte die Katze auf ihrem Beobachterposten in den Schneidersitz und schloss mit verschränkten Armen die Augen. Ihr Gesicht lag unter der Kapuze und der Stoffmaske, die ihr bis unter die Augen reichten, vollkommen im Dunkeln.
Der Schattenmeister, Huron, hatte ihr diese Situation eingebrockt. Hätte(sie anm. das Wort verschwindet beim abschicken) sie sich bloß nicht auf seine Bedingungen eingelassen. Hätte sich einfach irgendwo im Westen, weit weg von hier, in den Elendsvierteln von Tarantia versteckt. Die Hauptstadt Aquiloniens barg sowieso allerlei komische und berüchtigte Gestalten. Ein sicheres Eck hätte die Diebin gewiss gefunden. Außerdem hätte sie das Meer zwischen sich und ihre Verfolger gebracht.
Doch Latui war sich nicht sicher, ob das ausgereicht hätte, um Ihnen zu entkommen. Was sie getan hatte, wusste sie selbst mit keiner Strafe dieser Welt aufzuwiegen, außer dem Tod. Oder einem besonders elendigen Tod. Das Überleben als Schurke forderte manchmal eben Mittel, die etwas schwerwiegender waren. Schwerwiegend und dreckig.
Die Diebin hatte schon genug ihrer sieben Katzenleben verschwendet, davon war sie fest überzeugt. Man musste das Glück ja nicht gleich herausfordern, nur weil es einige Male gnädig war.
Latui fügte sich in ihr Schicksal, öffnete die stechend gelben Katzenaugen und studierte, wie die endlosen Stunden zuvor, den staubigen Innenhof. Die sengende Hitze spürte sie gar nicht mehr.
Das schicke Häuschen gehörte niemand geringerem als Taniz, der Wesirin. Sie hatte als Vorsitzende der Ratsmitglieder das Sagen in der Hafenstadt. Von allem was Latui über sie gehört hatte, war sie keine dumme Frau. Sie schaffte es immer wieder in wichtigen Angelegenheiten ihren Kopf durchzusetzten und war verantwortlich für einen aufblühenden und wirtschaftlich starken Umschwung. Erst seit ihrer Regentschaft genoss Khemi in den südlichen Ländern das Ansehen, welches einer stygischen Hauptstadt zustand.
Ausgerechnet die Wesirin sollte in irgendwelche mysteriösen Grabungen in der südlichsten Wüste, weit nach den Rotlotusmarschen, verwickelt sein. Huron hatte ein dringendes Interesse an Plänen geäußert, die scheinbar in diesem Haus verborgen lagen. Und wenn der Schattenmeister dringend sagte, meinte er es auch so.
Eigentlich hätte die Katze sich einen Dreck darum geschert, was irgendein Anführer der Krähen wollte. Aber er war der einzige Mensch der ihr helfen konnte. Wenn er überhaupt ein Mensch war.
In Gedanken schwelgend ertappte Latui sich dabei, wie sie ihren Hals rieb, als hätte man schon eine Schlinge darum gewickelt, bereit sie zu hängen. Und wenn Taniz nicht bald ihr Haus verließ, war das keine realitätsfremde Vorstellung mehr. Dann würden entweder ihre Verfolger sie töten, oder Huron.
Die Katze wusste nicht, was schlimmer war.

Die Sonne stand schon tief, als sich endlich die Tür zum Innenhof öffnete. Latui rieb sich mit der Hand über die Augen, sie taten ihr weh von der Sonne und dem vielen Starren. Dann richtete die Katze sich leise auf, um besseren Überblick über den Hof zu bekommen. Taniz war gerade energisch herausgetreten.
„Ich habe es jetzt schon hundert Mal gesagt Pevius: bewacht das Haus und nicht mich!“
Nach Taniz verließ ein hochgewachsener Mann in voller Plattenrüstung das Haus. Doch er war nicht aus Stygien. Er trug den Helm mit dem dunkelblauen Pferdeschwanz der auqilonischen Soldaten. Die Diebin war doch ein wenig verwirrt. Ein Soldat aus Aquilonien bei ihr? Keine stygische Leibgarde, keine Söldner? Seltsam. Doch ehe sie fertig gedachte hatte hörte sie eine angenehme, verzweifelte Männerstimme.
„Taniz… Ich meine Wesirin, ich bitte euch. Die Straßen sind gefährlich, wo doch bald die Wahlen anstehen. Es werden unzählige Assassinen auf euch angesetzt werden. Seid doch vernünftig!“
„Wollt ihr mich belehren Pevius?“ Abrupt hatte Taniz sich umgedreht, um den Soldaten wütend anzufunkeln. Dieser nahm eine sofort eine stramme Haltung ein, sah aber dennoch etwas resigniert aus, fand die Diebin von hier oben.
„Natürlich nicht Wesirin, verzeiht mir meine Worte.“ Er senkte den Blick zu Boden.
So verharrten sie einen Moment, bis Taniz so laut seufzte, dass sogar Latui es gut hören konnte.
„Und jetzt geh ins Haus und stell deine Männer auf. Ich brauche keine Wachen auf dem Weg zur Ratssitzung, wie sieht das denn aus! Eine ängstliche Wesirin? Nein. Die Leute lieben mich und ich bin ihnen ein sicheres Auftreten schuldig. Wenn ich in Panik verfallen würde, würden meine Bürger es auch tun. Das lasse ich nicht zu. Niemals werde ich diesem Fehed einen Moment des Triumphs gönnen!“
Die Situation löste sich auf. Die Wesirin stampfte förmlich mit geballten Fäusten aus Latuis Sichtfeld hinaus und der Soldat, Taniz eine Weile nachblickend, schüttelte den Kopf und trottete ins Haus zurück. Dann war es wieder still.
Nur leise trug der seichte Wind das auflebende Treiben im Hafen an die Katze heran. Da es allmählich abkühlte, fanden sich wieder alle möglichen Seeleute zusammen, um ihre Schiffe zu beladen, Handel zu treiben oder sie wachten gerade wieder aus ihrem Mittagsschlaf auf, zwischen leeren Weinfässern. Eigentlich ein optimaler Zeitpunkt mit den Plänen unterzutauchen. Aber erst einmal, musste sie an Dinger überhaupt herankommen.
So wie Taniz gesagt hatte, befanden sich mehr Wachen im Haus, als nur dieser exotische bunte Soldat von Übersee. Latui wollte erst herausfinden, wie viele Wachen es ungefähr waren, bevor sie sich Hals über Kopf in das teure Häuschen stürzte um dort wahllos nach Plänen zu suchen, von denen die Diebin nicht einmal wusste, wie sie aussahen.
Noch in Gedanken begann Latui mit dem Kletterakt auf das nächste Haus. Ihre Eleganz, die nichts mit der einer Edeldame zu tun hatte, und die Lautlosigkeit, mit der die Diebin sich bewegte, ließen sie wie eine Raubkatze auf Beutezug wirken. Von Hausdach zu Hausdach konnte sie in andere Fenster einsehen und ihre eigentlich gleichgültige Miene wurde immer finsterer. Am Ausgangspunkt angekommen ging sie mit Blick auf Taniz Haus gerichtet in die Hocke und rieb sich professorisch (anm. nicht provisorisch!) das maskierte Kinn. In ihrem Kopf ratterte es.
In diesem Häuschen tummelten sich etwa zwölf Soldaten. In jedem Gang den sie eingesehen hatte, stand mindestens einer. Latui war gut, das wusste sie. Aber wie um alles in der Welt sollte sie unbemerkt da hereinkommen?
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crim
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BeitragVerfasst am: 25.07.2012 10:00    Titel: Re: Vorläufige letzte Prologversion Antworten mit Zitat

Hallo Du, ich pack mal ein paar Gedanken in den Text.

Kätzchen hat Folgendes geschrieben:
Änderungen mit grün besser hervorgehoben.
______________________________________________________

Es war eine kalte, klare Vollmondnacht, als Latui lautlos die Straßen zum stygischen Hafen in Khemi schritt. Der Sand war feucht vom nächtlichen Tau und fühlte sich härter an als sonst. Doch sie nahm es kaum wahr, rückte stattdessen ihre Maske unter der dunkelblauen Kapuze zurecht und atmete leise tief durch.

Zwei Adjektive hintereinander, das stört mich - nicht so sehr bei "kalte, klare", aber bei "leise tief". Ich denke eines davon könnte man getrost streichen, oder in einem zusätzlichen Halbsatz unterbringen, wenn es von großer Wichtigkeit ist, dass sie zugleich tief und leise durchatmet.

„Da vorne ist er.“
Eine der Krähen-Wachen, die Latui bis hierher begleitet hatte, zeigte unter dem Torbogen hindurch, direkt zu einer kleinen Menschenansammlung am Hafen. Es war mitten in der Nacht, doch das stumme Treiben war rege. Lauter dunkle Schatten beluden und entluden einen großen Frachter. Das Schiff wirkte geisterhaft, wie es auf dem schwarzen Meer in Nebel gehüllt, mit den Wellen auf und ab wippte. Die Schemen bewegten sich mit solch lautloser Perfektion, dass nur das dumpfe Knarzen der Schiffsplanken die unheimliche Stille durchbrach.
Es tummelten sich viele Gestalten am Dock, doch Ihn erkannte sie sofort.

Die beiden fett markierten Sätze, sind seltsam, vielleicht ist es ein Kunstgriff, aber ich erkläre dir mal was ich meine: Der jeweilige Halbsatz vor dem Komma ist eigentlich eine Wiederholung. Wir wissen bereits, dass es mitten in der Nacht ist und wissen, dass sich viele Gestalten am Dock tummelten. Du umgehst allerdings, dass diese Informationen eine reine Wiederholung werden, indem du im jeweiligen zweiten Halbsatz eine Präzisierung vornimmst, die gegenteilig zum ersten Halbsatz ist. Somit kann ich nicht sagen: Streich das, es ist eine Wiederholung! Sondern muss sagen: Behalt das, aber sei dir klar: Es ist noch immer eine Wiederholung, wenn auch geschickt gesetzt.

Die Diebin hatte den Mann noch nie zuvor gesehen, er war nicht mal besonders viel größer als die anderen, oder auffälliger. Latui konnte ohnehin nur Umrisse erkennen.

"nicht mal besonders viel größer" klingt ziemlich ungelenk. Ich denke, du kannst das auch besser formulieren. Außerdem klingt "Latui konnte ohnehin nur Umrisse erkennen" zu sehr nach nachgeschobener Info, die sich ebenfalls schöner in den Text integrieren ließe.

Trotzdem, ihr Blut gefror, ein kalter Hauch streifte ihre Haut und stellte ihre Nackenhaare auf.

Einen Satz mit "Trotzdem, ihr Blut gefror" zu beginnen ist nicht schön, es nimmt der Aussage (die mir leicht ausgelutscht erscheint) "Ihr Blut gefror." die Kraft. Und der die Haut streifende kalte Hauch ist auch ziemliches Standardmaterial. Vielleicht kannst du diesen Moment origineller und eindrücklicher beschreiben?

Sie spürte blanke Boshaftigkeit, Ruhe und Leere.
[color=blue]
[color=blue]Hier ist vielleicht ein Ansatzpunkt, was sie spürt hier als Aufzählung runterzuschreiben ist mir zu wenig. Pack doch was sie hier in dem Mann, oder von dem Mann spürt in eine eindringliche ansprechende Form und du hast einen feinen Moment, der "das Blut gefrieren lässt". Hehe.
[/color]



So, hier mache ich erstmal Schluss, ich will erstmal hören, ob du das als hilfreich oder abwegig empfindest. Mein Eindruck insgesamt: Ja es ist atmosphärisch gut, aber in den entscheidenden Momenten verschenkst du Potential, das ich gerne voll ausgeschöpft sähe.

Liebe Grüße
Crim
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Kätzchen
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BeitragVerfasst am: 25.07.2012 10:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo crim!
Vielen Dank, so habe ich das noch gar nicht gesehen. Je mehr Leute sich damit beschäftigen, desto mehr komisches Zeug findet sich im eigenen Text. Ich werde das auf jeden Fall noch einmal aufrollen und ändern.
Da du ein feines Gespür für solche Dinge zu haben scheinst, fänd ich es klasse, du könntest auch mal die Fortsetzung etwas beurteilen. Natürlich nur wenn du Zeit hast!
 Smile  
Denn die "Anregungen" finde ich wirklich sinnvoll.

LG

Katzi
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Kätzchen
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BeitragVerfasst am: 25.07.2012 10:42    Titel: Antworten mit Zitat

So ich konnte es eigentlich gar nicht abwarten die Dinge sofort in einem Versuch umzusetzen. Den Nacken und kalten Hauch habe ich komplett gestrichen. Standard war gestern  Laughing

Da es sich ja eigentlich nur um einen Ausschnitt handelte, möchte ich dir gerne meinen neune Vorschlag präsentieren:

_______
Eine der Krähen-Wachen, die Latui bis hierher begleitet hatte, zeigte unter dem Torbogen hindurch, direkt zu einer kleinen Menschenansammlung am Hafen. Es war mitten in der Nacht, doch das stumme Treiben war rege. Lauter dunkle Schatten beluden und entluden einen großen Frachter. Das Schiff wirkte geisterhaft, wie es auf dem schwarzen Meer in Nebel gehüllt, mit den Wellen auf und ab wippte. Die Schemen bewegten sich mit solch lautloser Perfektion, dass nur das dumpfe Knarzen der Schiffsplanken die unheimliche Stille durchbrach.
So viele kuriose Gestalten sich auch am Hafen tummelten, Ihn erkannte die Diebin sofort.
Latui hatte diesen Mann noch nie zuvor gesehen, doch er ließ ihr augenblicklich das Blut im Körper gefrieren. Die Diebin konnte gar nicht beschreiben, wie seine blanke Boshaftigkeit bis zur ihr herüber drang und ihre Seele mit einer tiefen Leere erfüllte. Nichts auf dieser Welt schien mehr wichtig zu sein.
Alle Instinkte warnten Latui, näher zu kommen. Doch die außergewöhnliche Kälte, die sich um den geheimnisvollen Schattenmeister bündelte, zog die Diebin unaufhaltsam an.

______

Kam mir spontan als von dir angesprochene Änderungen in den Sinn. Was meinst du? Noch andere Vorschläge? Ich möchte das es richtig stimmig und gut wird, also lass ruhig alles raus  Cool
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BeitragVerfasst am: 25.07.2012 11:30    Titel: Antworten mit Zitat

So viele kuriose Gestalten sich auch am Hafen tummelten, Ihn erkannte die Diebin sofort.

Da meine ich, die erste Version des Satzes "Es tummelten sich viele Gestalten am Dock, doch Ihn erkannte sie sofort." hat mehr Klang.

Latui hatte diesen Mann noch nie zuvor gesehen, doch er ließ ihr augenblicklich das Blut im Körper gefrieren. Die Diebin konnte gar nicht beschreiben, wie seine blanke Boshaftigkeit bis zur ihr herüber drang und ihre Seele mit einer tiefen Leere erfüllte. Nichts auf dieser Welt schien mehr wichtig zu sein.

Mit dieser Konstruktion, finde ich, schwächst du noch mehr ab. Wenn du die "Blut gefrieren"-Sache haben musst, dann mach es zum Paukenschlag.


Es tummelten sich viele Gestalten am Dock, doch Ihn erkannte sie sofort.
Ihr Blut gefror.
Blanke Boshaftigkeit drang zu ihr herüber, erfüllte ihre Seele mit einer tiefen Leere. Nichts schien mehr wichtig.
Und doch war der Umriss des Mannes wie eine Warnung, nicht näher zu kommen, nicht ganz hineinzutreten in diese gebündelte Kälte, die den Schattenmeister umgab und aus der Ferne nach der Diebin griff. War er ein Mensch?, fragte sich Latui.


Kam mir spontan, nach den von Dir gemachten Änderungen in den Sinn. Irgendwie so in der Art, nur besser, hätte ich das gerne. Ich möchte nicht deine Geschichte schreiben, ich wollte nur veranschaulichen, was ich meinte. Sätze wie "Die Diebin konnte gar nicht beschreiben...etc" nehmen der Szenerie eine Direktheit, die bei solchen Momenten äußerst förderlich sein kann.

______

Kam mir spontan als von dir angesprochene Änderungen in den Sinn. Was meinst du? Noch andere Vorschläge? Ich möchte das es richtig stimmig und gut wird, also lass ruhig alles raus  Cool[/quote]

Ich schaue gern was mir am Rest noch so auffällt, wenn ich die Zeit dafür finde. LG Crim
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Kätzchen
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BeitragVerfasst am: 25.07.2012 11:49    Titel: Antworten mit Zitat

Mhm verstehe worauf du hinaus willst!
Du möchtest mehr Spannung, mehr Höhepunkt mehr Drama Baby (Sich kaputt lachen) anstatt einer eher "nüchternen" Feststellung der Diebin.

Ich muss schauen, ob das Umstellen der Sätze reicht. Denn, was auf keinen Fall passieren darf: die Diebin darf sich nicht fürchten, denn das tut sie nicht. Sie darf nicht überrumpelt wirken, denn seltsamer Weise fühlt sie sich nämlich nicht unwohl. Keine leichte Aufgabe, muss ich zugeben.
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crim
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BeitragVerfasst am: 25.07.2012 12:07    Titel: Antworten mit Zitat

Drama - Baby!

Das trifft es schon ganz gut. Ich bin der Meinung, deine Sprache nutzt das Drama bereits. Blanke Boshaftigkeit, gefrierendes Blut, Kälte, die in Seelen dringt und so. Da dachte ich nur, wenn schon, denn schon.

Du darfst mich hier auch nicht falsch verstehen. Ich gehe davon aus, dass dieser Moment der Geschichte nach mehr Eindringlickeit in der Sprache verlangt, weil es ein Moment ist, der vorher atmosphärisch schön aufgebaut ist. Durch die Stille und die Beobachtungen der Diebin in der Dunkelheit - hier ist es fein, wie du alles beschreibst. Wenn sie Ihn dann entdeckt, wünsche ich mir als Leser einfach eine Änderung des Duktus, weil ich davon ausgehe, dass es eine bedeutende Szene für den weiteren Verlauf der Geschichte ist. Vielleicht sehe ich den Moment aber auch völlig falsch. Die unheimliche Präsenz des Schattenmeisters, beeindruckt deine Hauptfigur denke ich genug, um einen kurzen Bruch im Rhythmus zu rechtfertigen. Das nämlich ist mir aufgefallen, deine Sprache hat einen Flow, der mir gefällt.
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Kätzchen
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BeitragVerfasst am: 25.07.2012 12:39    Titel: Antworten mit Zitat

Ich weiß was du meinst. Sie ist voll bei sich, selbstbewusst, sieht alles am Hafen.. Dann sieht sie ihn. Und alles ändert sich für den Augenblick. Das kam wirklich nicht rüber. Es war mehr so wie: "Hey, da steht er jetzt. So und so halt ne, dann geh ich mal los."
Und eigentlich ist es sogar essenziell wichtig, diese Stelle, um Huron später besser zu verstehen und auch die komische Beziehung der beiden zu einander. Eine wirklich große Aufgabe für mich, es so rüber zu bringen wie ich es sehe - danke dass du mir dabei hilfst. Und ich finde es toll das dir der Flow gefällt und du den Schwerpunkt des prologs erkannt hast. Immerhin lol2

Nochmal etwas gebastelt:
_________________

Das Schiff wirkte geisterhaft, wie es auf dem schwarzen Meer in Nebel gehüllt, mit den Wellen auf und ab wippte. Schemen bewegten sich mit solch lautloser Perfektion, dass nur das dumpfe Knarzen der Schiffsplanken die unheimliche Stille durchbrach.
Die Diebin konnte in der Dunkelheit nur Umrisse erahnen, doch Ihn erkannte sie sofort.
Ihr wurde kalt.
Seine blanke Boshaftigkeit traf wie ein Pfeil aus Eis in ihre Brust und erfüllte ihre Seele mit einer tiefen Leere. Nichts schien mehr wichtig. Alles war finster.
Von dem Mann ging eine Warnung aus, nicht näher zu kommen. Tod und Verderben griffen mit unsichtbaren Fingern nach der Diebin. Zogen sie hinab, in eine Hölle aus Qual und Einsamkeit. Es war wie ein ständiger, stummer Schrei, der aus dem endlosen Nichts in diese Welt drang. Sie sollte nicht hingehen. Doch Latui fühlte, dass sie musste.
______
Zitat:
Seine blanke Boshaftigkeit traf wie ein Pfeil aus Eis in ihre Brust(das gefällt mir selbst nicht so gut von der Stellung. Aber ich mag den Vergleich zum Pfeil, hätte aber auch gerne das Wort "unerwartet" irgendwie mit drin.  Confused ),
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madrilena
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BeitragVerfasst am: 25.07.2012 19:34    Titel: Antworten mit Zitat

______
Zitat:
Seine blanke Boshaftigkeit traf wie ein Pfeil aus Eis in ihre Brust(das gefällt mir selbst nicht so gut von der Stellung. Aber ich mag den Vergleich zum Pfeil, hätte aber auch gerne das Wort "unerwartet" irgendwie mit drin. Confused ),

Hallo Kätzchen - nein, die Formulierung gefällt mir nicht so sehr. Erstens ist von der Boshaftigkeit im Augenblick nichts erwähnt - bisher hat sie ihn nur sofort unter den anderen erkannt. Es müsste also die Erinnerung an seine Boshaftigkeit sein.
Zweitens ist das Bild: Seine blanke Boshaftigkeit traf wie ein Pfeil aus Eis in ihre Brust(d insgesamt nicht gut, zu umständlich und nicht nachzuvollziehen. Auch wenn Dir das Wort Pfeil gefällt,  vielleicht kannst Du diesen Pfeil ja woanders reinbringen.

LG madrilena


_________________
Bücher im Alkyon Irmgard Keil Verlag/Marbach "Schatten umarmen" Kranichsteiner Literaturverlag.
1. "den Himmel mit Händen fassen" ISBN
10:3934136303
2. "Schatten umarmen ISBN 10:3929265133
3. "...und die Zeit stand still" ISBN 10: 3934136311
4."leben" ISBN 10:3934136656
Erhältlich bei Amazon über buchimport Peter Reimer + in Buchhandlungen
Schatten umarmen auch über Libri.
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Kätzchen
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BeitragVerfasst am: 25.07.2012 22:45    Titel: Antworten mit Zitat

Danke fürs Feedack madri, so weiß ich dass der Satz nicht nur mir komisch vorkommt. Gleich morgen mach ich mich ran smile

*Edit:

Vielleicht so?:
____
Blanke Boshaftigkeit traf Latuis Herz unerwartet, wie ein verheerender Frostpfeil. Ihre Seele füllte sich mit tiefer, unendlicher Leere. Nichts schien mehr wichtig. Alles war finster.
____
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madrilena
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BeitragVerfasst am: 26.07.2012 22:20    Titel: Antworten mit Zitat

Vielleicht so?:
____
Blanke Boshaftigkeit traf Latuis Herz unerwartet, wie ein verheerender Frostpfeil. Ihre Seele füllte sich mit tiefer, unendlicher Leere. Nichts schien mehr wichtig. Alles war finster.
____[/quote]

Ich komme mit dem Satz einfach nicht zurecht. Der Begriff Boshaftigkeit ist nicht erklärt - bisher jedenfalls. Das nachgestellte "wie ein verheerender Frostpfeil" gefällt mir nicht. Er passt auch nachgestellt da überhaupt nicht rein.
Vorschlag: Die Erinnerung an seine ungeheure Boshaftigkeit traf sie mit solcher Wucht, dass sie innerlich zu Eis erstarrte. Sie fühlte nur noch tiefe, unendliche Leere. Nichts war mehr wichtig. Dunkelheit hüllte sie ein.
Ich weiß nicht, ob es so geht - sind nur mal Überlegungen.
LG madrilena


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1. "den Himmel mit Händen fassen" ISBN
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Kätzchen
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BeitragVerfasst am: 26.07.2012 23:08    Titel: Antworten mit Zitat

Kein schlechter Vorschlag, das Problem ist nur: es ist keine Erinnerung. Er strahlt einfach um sich herum Boshaftigkeit aus. So wie wenn man einem Massenmörder gegenübersteht, die Haltung, die Aura, der Blick , alles ist unendlich böse.

Aber das mit der Wucht finde ich nicht schlecht, ich denke das lässt sich machen. Mit der Boshaftigkeit muss der Text vorerst leben, schätze ich. Da es kein Erinnerung ist, bis mir was besseres einfällt.

Danke smile


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madrilena
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BeitragVerfasst am: 27.07.2012 08:15    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen Kätzchen - das mit den Massenmördern stimmt nicht ganz - dann wäre es leicht, sie als solche zu entlarven und würde  a) so manches Verbrechen schneller lösen oder b) solche überhaupt verhindern. Ich habe aber in dem Text nichts darüber gefunden, dass er diese Boshaftigkeit ausstrahlt. Schreib das doch einfach, damit wäre das "Problem" doch gelöst oder?
Gutes Arbeiten und Verkraften dieser Hitzewelle
madrilena


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Kätzchen
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BeitragVerfasst am: 27.07.2012 08:17    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen madrilena!
Ich hab gestern schone eine hübsche Abkühlung im Pool gefunden. Und heute gehts an den See!
Ich werds auf jedenfall versuchen reinzubauen, mit dem ausstrahlen, denn sonst ist es wirklich unlogisch. Und ich schätze sehr dass du dir, trotz Fantasy, die Mühe machst mir zu helfen smile

So ihr lieben, nach vielem hin und her ist einiges besser geworden, anderes bereitet mir immernoch Kopfschmerzen vor dem Einschlafen. Viele Vorschläge waren sehr gut, gingen aber mit dem auseinander was ich mir vorstellte oder waren nicht BÄM genug  Laughing
Daher mit neusten Änderungen, noch einmal der Prolog und der Anfang des ersten Kaptiels im Anschluss. Der Prolog wird bis auf den einen markierten Satz nicht mehr geändert, also bitte, wenn jemand eine tolle Idee für den markierten Satz hat, schreibt mir eine PM! Ich würde gerne im Rest vorwärts kommen und erhoffe mir für das erste Kapitel ein paar fleißige Leser. Der Prolog wurde wirklich schon um Welten verbessert (danke euch allen), daher soll er ruhen dürfen! Wobei Ersatz für besagten Satz per PM gerne angehört wird  Very Happy
Da alles nun zusammen steht, Achtung Textwand. Aber sie ist gut unterteilt, also such euch ruhig einen Teil aus. Der Prolog ist nur nochmal für alle zum reinlesen.

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Prolog

Es war eine kalte, klare Vollmondnacht, als Latui lautlos die Straßen zum stygischen Hafen in Khemi schritt. Der Sand war feucht vom nächtlichen Tau und fühlte sich härter an als sonst. Doch sie nahm es kaum wahr, rückte stattdessen ihre Maske unter der dunkelblauen Kapuze zurecht und atmete tief durch.
„Da vorne ist er.“
Eine der Krähen-Wachen, die Latui bis hierher begleitet hatte, zeigte unter dem Torbogen hindurch, direkt zu einer kleinen Menschenansammlung am Hafen. Es war mitten in der Nacht, doch das stumme Treiben war rege. Lauter dunkle Schatten beluden und entluden einen großen Frachter. Das Schiff wirkte geisterhaft, wie es auf dem schwarzen Meer in Nebel gehüllt, mit den Wellen auf und ab wippte. Schemen bewegten sich mit solch lautloser Perfektion, dass nur das dumpfe Knarzen der Schiffsplanken die unheimliche Stille durchbrach.
Die Diebin konnte in der Dunkelheit nur Umrisse erahnen, doch Ihn erkannte sie sofort.
Ihr wurde kalt.
Eine Aura blanker Boshaftigkeit, die der Schatten ausstrahlte, traf Latuis Herz unerwartet. Ihre Seele füllte sich mit tiefer, unendlicher Leere. Nichts schien mehr wichtig. Alles war finster.
Von dem Mann ging eine Warnung aus, nicht näher zu kommen. Tod und Verderben griffen mit unsichtbaren Fingern nach der Diebin. Zogen sie hinab, in eine Hölle aus Qual und Einsamkeit. Es war wie ein ständiger, stummer Schrei, der aus dem endlosen Nichts in diese Welt drang. Sie sollte nicht hingehen. Doch Latui fühlte, dass sie musste.
„Ich finde den Weg jetzt allein“, bestimmte sie knapp.
Ohne auf die Einwände der Wache einzugehen setzte sie ihre Schritte geräuschlos nach vorne, wie immer. Und wenn da vorne der Teufel selbst stand, das was hinter ihr her war, war schlimmer. Was konnte schon passieren?
Mit langsamen, raubkatzenartigen Schritten stahl sie sich vorwärts, an den Schiffspackern vorbei, von Schatten zu Schatten. Zwischen einigen Kisten hielt sie kurz inne, bis sie mit dem Dunkel verschmolzen war.
Was würde er sagen? Würde er überhaupt etwas sagen? Ihr Plan war riskant, doch Latui würde einen guten Auftritt brauchen. Und jetzt bot sich der Augenblick den sie lange vor dem inneren Auge durchgespielt hatte. Immer und immer wieder.
Der Moment war gut.
Die Diebin löste sich aus der Dunkelheit, leise und geschickt wie eine Katze. Sie stand plötzlich so dicht hinter dem Schattenmeister, dass ihr Atem seinen Rücken berühren könnte, hätte sie nicht die Maske getragen. Latui schloss die Augen und konzentrierte sich auf ihre eigene Präsenz. War sie eben noch kaum als Lebewesen wahrnehmbar gewesen, erblühte ihre Aura förmlich um sie herum. Eine schwere, aber effektive Diebeskunst.
Mit einem Mal spürte sie, wie der Schattenmeister erstarrte.
Es war, als wäre die Zeit stehen geblieben. Ein eigenartiger Moment.
Eine Bewegung. Ihre Blicke trafen sich. Stille.
Der Blick aus den eisblauen, kalten Augen des Schatten drang durch die gelben Katzenaugen der Diebin und bohrte sich in ihr Innerstes, tief in die dunkelsten Abgründe und Ecken ihres Selbst. Der Katze war, als versuchte er ihre Seele zu durchdringen.
Latui fühlte sich dennoch nicht unwohl. Der Mann vor ihr war kalt und leer. So musste der Tod sein.
„Ich bin hier, weil ich Euch ein Angebot machen möchte.“
Ihre Stimme war fest, aber leise. Ein Hauchen, das an sein Ohr drang. Latui fühlte die Kälte, die von diesem seltsamen Mann vor ihr ausging. Ihre Körper standen so nah, dass man im Schatten nicht sagen konnte, ob sie sich berührten.
Schweigen auf beiden Seiten, kein Blinzeln. Die Luft schien zu gefrieren. Die Anspannung war unerträglich.
Nur ein Flüstern drang rau zu ihr herüber.
„So so…“

_______________________________________________________________

1.
Es tat sich nichts. Rein gar nichts.
Gelangweilt lehnte Latui an einer schattigen Hausmauer im besseren Viertel von Khemi. Die Sonne brannte zur Mittagszeit sogar im Schatten so heiß, dass niemand außer ihr gerade draußen zu sein schien. Zumindest konnte sie von hier oben niemanden erkennen. In der Wüstenstadt stand die Zeit still.
Die Diebin trieb sich schon seit Stunden auf dem schlecht einsehbaren Dach eines kleineren Hauses herum nur um in einen Innenhof zu starren. Eigentlich war es kein beliebiger, unbedeutender Innenhof.
„Na klasse.“
Elegant sackte die Katze auf ihrem Beobachterposten in den Schneidersitz und schloss mit verschränkten Armen die Augen. Ihr Gesicht lag unter der Kapuze und der Stoffmaske, die ihr bis unter die Augen reichten, vollkommen im Dunkeln.
Der Schattenmeister, Huron, hatte ihr diese Situation eingebrockt. Hätte sie sich bloß nicht auf seine Bedingungen eingelassen. Hätte sie sich einfach irgendwo im Westen, weit weg von hier, in den Elendsvierteln von Tarantia versteckt. Die Hauptstadt Aquiloniens barg sowieso allerlei komische und berüchtigte Gestalten. Ein sicheres Eck hätte die Diebin gewiss gefunden. Außerdem hätte sie das Meer zwischen sich und ihre Verfolger gebracht.
Doch Latui war sich nicht sicher, ob das ausgereicht hätte, um Ihnen zu entkommen. Was sie getan hatte, wusste sie selbst mit keiner Strafe dieser Welt aufzuwiegen, außer dem Tod. Oder einem besonders elendigen Tod. Die Diebin hatte schon genug ihrer sieben Katzenleben verschwendet, davon war sie fest überzeugt. Man musste das Glück ja nicht gleich herausfordern, nur weil es einige Male gnädig war.
Latui fügte sich in ihr Schicksal, öffnete die stechend gelben Katzenaugen und studierte, wie die endlosen Stunden zuvor, den staubigen Innenhof. Die sengende Hitze spürte sie gar nicht mehr.
Das schicke Häuschen gehörte niemand geringerem als Taniz, der Wesirin. Sie hatte als Vorsitzende der Ratsmitglieder das Sagen in der Hafenstadt. Von allem was Latui über sie gehört hatte, war sie keine dumme Frau. Sie schaffte es immer wieder in wichtigen Angelegenheiten ihren Kopf durchzusetzten und war verantwortlich für einen aufblühenden und wirtschaftlich starken Umschwung. Erst seit ihrer Regentschaft genoss Khemi in den südlichen Ländern das Ansehen, welches einer stygischen Hauptstadt zustand.
Ausgerechnet die Wesirin sollte in irgendwelche mysteriösen Grabungen in der südlichsten Wüste, weit nach den Rotlotusmarschen, verwickelt sein. Huron hatte ein dringendes Interesse an Plänen geäußert, die scheinbar in diesem Haus verborgen lagen. Und wenn der Schattenmeister dringend sagte, meinte er es auch so.
Eigentlich hätte die Katze sich einen Dreck darum geschert, was irgendein Anführer der Krähen wollte. Aber er war der einzige Mensch der ihr helfen konnte. Wenn er überhaupt ein Mensch war.
In Gedanken schwelgend ertappte Latui sich dabei, wie sie ihren Hals rieb, als hätte man schon eine Schlinge darum gewickelt, bereit sie zu hängen. Und wenn Taniz nicht bald ihr Haus verließ, war das keine realitätsfremde Vorstellung mehr. Dann würden entweder ihre Verfolger sie töten, oder Huron.
Die Katze wusste nicht, was schlimmer war.

Die Sonne stand schon tief, als sich endlich die Tür zum Innenhof öffnete. Latui rieb sich mit der Hand über die Augen, sie taten ihr weh von der Sonne und dem vielen Starren. Dann richtete die Katze sich leise auf, um besseren Überblick über den Hof zu bekommen. Taniz war gerade energisch herausgetreten.
„Ich habe es jetzt schon hundert Mal gesagt Pevius: bewacht das Haus und nicht mich!“
Nach Taniz verließ ein hochgewachsener Mann in voller Plattenrüstung das Haus. Doch er war nicht aus Stygien. Er trug den Helm mit dem dunkelblauen Pferdeschwanz der auqilonischen Soldaten. Die Diebin war doch ein wenig verwirrt. Ein Soldat aus Aquilonien bei ihr? Keine stygische Leibgarde, keine Söldner? Seltsam. Doch ehe sie fertig gedachte hatte hörte sie eine angenehme, verzweifelte Männerstimme.
„Taniz… Ich meine Wesirin, ich bitte euch. Die Straßen sind gefährlich, wo doch bald die Wahlen anstehen. Es werden unzählige Assassinen auf euch angesetzt werden. Seid doch vernünftig!“
„Wollt ihr mich belehren Pevius?“ Abrupt hatte Taniz sich umgedreht, um den Soldaten wütend anzufunkeln. Dieser nahm eine sofort eine stramme Haltung ein, sah aber dennoch etwas resigniert aus, fand die Diebin von hier oben.
„Natürlich nicht Wesirin, verzeiht mir meine Worte.“ Er senkte den Blick zu Boden.
So verharrten sie einen Moment, bis Taniz so laut seufzte, dass sogar Latui es gut hören konnte.
„Und jetzt geh ins Haus und stell deine Männer auf. Ich brauche keine Wachen auf dem Weg zur Ratssitzung, wie sieht das denn aus! Eine ängstliche Wesirin? Nein. Die Leute lieben mich und ich bin ihnen ein sicheres Auftreten schuldig. Wenn ich in Panik verfallen würde, würden meine Bürger es auch tun. Das lasse ich nicht zu. Niemals werde ich diesem Fehed einen Moment des Triumphs gönnen!“
Die Situation löste sich auf. Die Wesirin stampfte förmlich mit geballten Fäusten aus Latuis Sichtfeld hinaus und der Soldat, Taniz eine Weile nachblickend, schüttelte den Kopf und trottete ins Haus zurück. Dann war es wieder still.
Nur leise trug der seichte Wind das auflebende Treiben im Hafen an die Katze heran. Da es allmählich abkühlte, fanden sich wieder alle möglichen Seeleute zusammen, um ihre Schiffe zu beladen, Handel zu treiben oder sie wachten gerade wieder aus ihrem Mittagsschlaf auf, zwischen leeren Weinfässern. Eigentlich ein optimaler Zeitpunkt mit den Plänen unterzutauchen. Aber erst einmal, musste sie an Dinger überhaupt herankommen.
So wie Taniz gesagt hatte, befanden sich mehr Wachen im Haus, als nur dieser exotische bunte Soldat von Übersee. Latui wollte erst herausfinden, wie viele Wachen es ungefähr waren, bevor sie sich Hals über Kopf in das teure Häuschen stürzte um dort wahllos nach Plänen zu suchen, von denen die Diebin nicht einmal wusste, wie sie aussahen.
Noch in Gedanken begann Latui mit dem Kletterakt auf das nächste Haus. Ihre Eleganz, die nichts mit der einer Edeldame zu tun hatte, und die Lautlosigkeit, mit der die Diebin sich bewegte, ließen sie wie eine Raubkatze auf Beutezug wirken. Von Hausdach zu Hausdach konnte sie in andere Fenster einsehen und ihre eigentlich gleichgültige Miene wurde immer finsterer. Am Ausgangspunkt angekommen ging sie mit Blick auf Taniz Haus gerichtet in die Hocke und rieb sich professorisch (anm. nicht provisorisch!) das maskierte Kinn. In ihrem Kopf ratterte es.
In diesem Häuschen tummelten sich etwa zwölf Soldaten. In jedem Gang den sie eingesehen hatte, stand mindestens einer. Latui war gut, das wusste sie. Aber wie um alles in der Welt sollte sie unbemerkt da hereinkommen?

*

„Zeiren!“
Die Stimme des Schattenmeisters hallte durch die Kellergewölbe der Krähenfestung. Einen Augenaufschlag später stand ein durchschnittlich gewachsener Stygier mit rotbraunem Irokesenschnitt im Raum, und verbeugte sich leicht.
„Meister.“
Huron nickte kaum merklich, ohne Zeiren anzusehen. Der Schatten spielte mit einer Schreibfeder herum, ließ die Spitze auf den Tisch treffen, dann die Feder. Immer und immer wieder. Gedankenversunken starrte er dabei auf den massiven Holztisch, an dem er saß. Es herrschte eine merkwürdige Stille, bis Huron zu seinem ersten Herold aufsah.
„Wie laufen die Vorbereitungen?“
„Wir ihr befohlen habt Meister. Die Männer haben sämtliche Dörfer überfallen und Vorräte sowie Pferde und Waffen mitgenommen. Wir lagern sie in den Marschen. Dort sind auch die Pferde gut versorgt. Niemand wird uns im Sumpf vermuten.“
Huron stand auf, ohne dabei die Feder loszulassen, die er nun kunstvoll zwischen den Fingern der rechten Hand hindurchgleiten ließ. Er begann hinter seinem Schreibtisch auf und ab zu laufen.
„Und was ist mit dem Schwachkopf Medarin?“
„Wir haben Dorfbewohner gezwungen, einen Brief an Priester Medarin zu verfassen, in dem sie ausdrücklich um Hilfe gegen die Wilden gebeten haben. Wir haben behauptet, Urkhan der Schlächter hätte Truppen gesammelt um seine Gebiete zurück zu erobern. Ich war vorhin im Ratssaal um Medarins Antwort an die Dorfbewohner entgegen zu nehmen und persönlich zu ihnen nach Kopshef zu bringen.“
Zeiren grinste leicht, als er Huron den versiegelten Brief reichte. Der Schattenmeister streckte die behandschuhte Hand nach dem Pergament aus. Ein wie immer kaltes und gleichgültiges Schmunzeln zierte dabei seine Lippen.
„Du bist der beste Kurier in Hyborien, Zeiren.“
„Danke Meister.“
Der Schatten öffnete das Siegel mit einem seiner Dolche so geschickt, das es in seiner Gänze unversehrt blieb. Seine Mundwinkel zuckten leicht, als er die geschwungene Handschrift des Priesters überflog.  Das Zucken weitete sich zu einem seichten Schmunzeln. Dann faltete er den Brief sorgfältig wieder zusammen.
„Das wars fürs Erste. Erneuere das Siegel, sodass es wieder echt und unberührt aussieht. Die Bauern in den Dörfern werden nicht mal unterscheiden können, ob es nun das Siegel des Idioten Medarin oder das eines Freudenhauses ist.“ Um seine Aussage zu bestärken winkte er ab.
„Dann überbringst du dieses lächerliche Pergament nach Kopshef, wie man dir befohlen hat. Aber auf dem Rückweg reitest du in den Marschen vorbei und schaust nach dem Rechten. Ich will nicht, dass irgendetwas unsere Vorbereitungen stört.“
Zeiren legte die Hand auf die linke Brustseite und verneigte sich leicht. „Möge der Namenlose mit euch sein, Meister.“
„Möge der Namenlose mit dir sein, Herold.“
Zeiren verschwand so schnell wie er gekommen war. In dem Kellergewölbe herrschte wieder Totenstille.
Der Schatten war äußerst zufrieden. Alles verlief nach Plan. Nach seinem Plan.
Mit voller Wucht rammte Huron die Schreibfeder in den sperrigen Schreibtisch. Sie knickte ab, blieb aber darin stecken.
Dieser Medarin wusste nicht, mit wem er sich angelegt hatte. Aber bald war es so weit. Nicht mehr lange und der Schatten hatte genug Mittel und Wege gesammelt, den Priester aus seinem Amt zu stürzen. Und dann würde es Medarin nicht anders ergehen, als der Schreibfeder.
Huron warf dem Werkzeug noch einen eisigen Blick zu und ließ sich wieder auf den breiten Eichenstuhl zurückfallen.
Wenn alles gut verlaufen war, hatte die Diebin bereits die restlichen Dokumente gesammelt. Die Papiere der Wesirin waren essentiell für den Erfolg des Unterfangens.
Der Schattenmeister stützte beide Ellbogen auf dem Tisch ab, überkreuzte Finger für Finger und lehnte nachdenklich seinen Kopf dagegen.
Wenn die Katze versagen sollte, würde er ihr schon zeigen, wie schnell ein Katzenleben vorbei sein konnte.

*

(Fortsetzung folgt)


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madrilena
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BeitragVerfasst am: 27.07.2012 09:23    Titel: Antworten mit Zitat

in dem rot markierten Satz würde ich vielleicht "von seinem Schatten" schreiben, weil Du zuvor auch von den Schatten schreibst. Ansonsten bin ich mit dem Lesen noch nicht sehr weit gekommen. Melde mich wieder, sollte ich noch etwas finden, was mir nicht so gefällt.
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1. "den Himmel mit Händen fassen" ISBN
10:3934136303
2. "Schatten umarmen ISBN 10:3929265133
3. "...und die Zeit stand still" ISBN 10: 3934136311
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madrilena
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BeitragVerfasst am: 27.07.2012 09:35    Titel: Antworten mit Zitat

Von dem Mann ging eine Warnung aus, nicht näher zu kommen. Tod und Verderben griffen mit unsichtbaren Fingern nach der Diebin. Zogen sie hinab, in eine Hölle aus Qual und Einsamkeit. Es war wie ein ständiger, stummer Schrei, der aus dem endlosen Nichts in diese Welt drang. Sie sollte nicht hingehen. Doch Latui fühlte, dass sie musste.
„Ich finde den Weg jetzt allein“, bestimmte sie knapp.
Ohne auf die Einwände der Wache einzugehen setzte sie ihre Schritte geräuschlos nach vorne, wie immer. Und wenn da vorne der Teufel selbst stand, (stehen würde, stünde) das was hinter ihr her war, war schlimmer. Was konnte schon passieren?
Mit langsamen, raubkatzenartigen Schritten stahl sie sich vorwärts, an den Schiffspackern vorbei, von Schatten zu Schatten. Zwischen einigen Kisten hielt sie kurz inne, bis sie mit dem Dunkel verschmolzen war.
Was würde er sagen? Würde er überhaupt etwas sagen? Ihr Plan war riskant, doch Latui würde einen guten Auftritt brauchen. Und jetzt bot sich der Augenblick den sie lange vor dem inneren Auge durchgespielt hatte. Immer und immer wieder.
Der Moment war gut.
Die Diebin löste sich aus der Dunkelheit, leise und geschickt wie eine Katze. Sie stand plötzlich so dicht hinter dem Schattenmeister, dass ihr Atem seinen Rücken berühren könnte, hätte sie nicht die Maske getragen. Latui schloss die Augen und konzentrierte sich auf ihre eigene Präsenz. War sie eben noch kaum als Lebewesen wahrnehmbar gewesen, erblühte ihre Aura förmlich um sie herum. Eine schwere, aber effektive Diebeskunst.
Mit einem Mal spürte sie, wie der Schattenmeister erstarrte.
Es war, als wäre die Zeit stehen geblieben. Ein eigenartiger Moment.
Eine Bewegung. Ihre Blicke trafen sich. Stille.
Der Blick aus den eisblauen, kalten Augen des Schatten s (bin mir nicht ganz sicher, ob es poetisch auch ohne "s" ginge.) drang durch die gelben Katzenaugen der Diebin und bohrte sich in ihr Innerstes, tief in die dunkelsten Abgründe und Ecken ihres Selbst. Der Katze war, als versuchte er (,)ihre Seele zu durchdringen.
Latui fühlte sich dennoch nicht unwohl. Der Mann vor ihr war kalt und leer. So musste der Tod sein.
„Ich bin hier, weil ich Euch ein Angebot machen möchte.“
Ihre Stimme war fest, aber leise. Ein Hauchen, das an sein Ohr drang. Latui fühlte die Kälte, die von diesem seltsamen Mann vor ihr ausging. Ihre Körper standen so nah, dass man im Schatten (ist dieses Wort nicht ein wenig zu oft im Text. wie wäre es mit "im Dunkeln")nicht sagen konnte, ob sie sich berührten.
Schweigen auf beiden Seiten, kein Blinzeln. Die Luft schien zu gefrieren. Die Anspannung war unerträglich.
Nur ein Flüstern drang rau zu ihr herüber.
„So so…“


Ich wusste nicht, dass Fantasy so spannend sein könnte.
madrilena

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Kätzchen
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BeitragVerfasst am: 27.07.2012 09:49    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hoffe dass es im ersten Kapitel spannend weitergeht smile Gebe mir Mühe es so darzustellen wie ich es vor Augen habe. Kommata und so werden natürlich geändert. Und ja ich sollte mir fieberhaft was ausdenken, wenn Schatten gut ersetzen könnte. Weil er ist ein Schatten, die Umgebung hat Schatten..  Embarassed
Dunkeln find ich gut, wird übernommen.


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BeitragVerfasst am: 28.07.2012 14:04    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Es tat sich nichts. Rein gar nichts.


Na dann. Aber ich lese trotzdem weiter, auch wenn du vielleicht verstehst, warum ich hier "trotzdem" sage. Es ist nicht der erste Satz des Projekts, aber auch ein Kapitel darf ruhig interessanter anfangen. Wink

Zitat:

Gelangweilt lehnte Latui an einer schattigen Hausmauer im besseren Viertel von Khemi. Die Sonne brannte zur Mittagszeit sogar im Schatten so heiß, dass niemand außer ihr gerade draußen zu sein schien. Zumindest konnte sie von hier oben niemanden erkennen. In der Wüstenstadt stand die Zeit still.


Yup, passt so weit, allerdings: Mir scheint, du hast eine Vorliebe Absätze mit kurzen Nachschüben zu beenden. Auf mich wirkt "In der Wüstenstadt stand die Zeit still." wie ein Appendix. Mein Rat: Binde ihn geschickter ein.

Zitat:
Die Diebin trieb sich schon seit Stunden auf dem schlecht einsehbaren Dach eines kleineren Hauses herum nur um in einen Innenhof zu starren. Eigentlich war es kein beliebiger, unbedeutender Innenhof.


kleineren - naja, geht schon
beliebiger, unbedeutender - eins reicht völlig

Zitat:
„Na klasse.“


Flapsig dahingeworfen, sie ist wohl genervt, dass nichts passiert, trotzdem schwebt der Fetzen im Raum, hat mich kurz rausgerissen.
Zitat:

Elegant sackte die Katze auf ihrem Beobachterposten in den Schneidersitz und schloss mit verschränkten Armen die Augen. Ihr Gesicht lag unter der Kapuze und der Stoffmaske, die ihr bis unter die Augen reichten, vollkommen im Dunkeln.
Der Schattenmeister, Huron, hatte ihr diese Situation eingebrockt. Hätte sie sich bloß nicht auf seine Bedingungen eingelassen. Hätte sie sich einfach irgendwo im Westen, weit weg von hier, in den Elendsvierteln von Tarantia versteckt. Die Hauptstadt Aquiloniens barg sowieso allerlei komische und berüchtigte Gestalten. Ein sicheres Eck hätte die Diebin gewiss gefunden. Außerdem hätte sie das Meer zwischen sich und ihre Verfolger gebracht.
Doch Latui war sich nicht sicher, ob das ausgereicht hätte, um Ihnen zu entkommen. Was sie getan hatte, wusste sie selbst mit keiner Strafe dieser Welt aufzuwiegen, außer dem Tod. Oder einem besonders elendigen Tod. Die Diebin hatte schon genug ihrer sieben Katzenleben verschwendet, davon war sie fest überzeugt. Man musste das Glück ja nicht gleich herausfordern, nur weil es einige Male gnädig war.


Ja, das meinte ich im Großen und Ganzen mit, es hat einen Flow, die Erzählstimme ist nah dran an der Katze, möglicherweise zu nah, nein, vielleicht nicht, aber der letzte Satz sind eher ihre Gedanken, nicht wahr? Wenn ja, kennzeichne das doch durch kursiv stellen, sonst könnte man meinen, hier stimme perspektivisch etwas nicht.

Zitat:
Von allem was Latui über sie gehört hatte, war sie keine dumme Frau.


Im gelöschten Absatz stößt mir einzig dieser Satz ungut auf, er ist möglicherweise nicht falsch, klingt für mich aber nicht schön.


Wie immer höre ich irgendwann auf. Vielleicht weil mir im nächsten Abschnitt, nur ein fehlendes Komma auffiel, vielleicht weil ich eine kurze Motivationsspanne habe. Ich kann nur häppchenweise, verdammtes Musikfernsehen.
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UtherPendragon
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BeitragVerfasst am: 28.07.2012 18:50    Titel: Antworten mit Zitat

So da bin ich wieder zur Stelle.
Wie erhofft geht es spannend weiter, in eine etwas andere Richtung als ich vermutet hatte, aber seis drum. Ein Kompliment meinerseits: Du hast dir sehr schöne und vielfältige Namen ausgedacht die den Hintergrund deiner Geschichte irgendwie unumstößlich wirken lassen. Dein Schreibstil ist souverän und lässt sich sehr flüssig lesen.
Nun ein bisschen Kritik:
Zitat:
Eigentlich war es kein beliebiger, unbedeutender Innenhof.
Klingt etwas hölzern, da der Innenhof mit keinem Wort vorher beschrieben wurde, bis darauf, dass er klein ist. So kannst du das hier auch nicht mit dem Wörtchen "eigentlich" in Frage stellen meine ich.
Zitat:
Elegant sackte die Katze auf ihrem Beobachterposten in den Schneidersitz und schloss mit verschränkten Armen die Augen.
Ein toller Satz, aber es hört sich so an, als würde sie mit ihren verschränkten Armen sich die Augen schließen.
Zitat:
Die Hauptstadt Aquiloniens barg sowieso allerlei komische und berüchtigte Gestalten. Ein sicheres Eck hätte die Diebin gewiss gefunden.
  Diese beiden Sätze hätte ich mit "dass", "sodass" oder wenigstens mit einem Komma verbunden
Zitat:
Die Diebin hatte schon genug ihrer sieben Katzenleben verschwendet, davon war sie fest überzeugt.
Toll toll toll! Atmosphäre pur
Zitat:
Latui fügte sich in ihr Schicksal, öffnete die stechend gelben Katzenaugen und studierte, wie die endlosen Stunden zuvor, den staubigen Innenhof.

Zwei kleine Dinge, einmal ist hier ein Punkt erreicht, an dem das Wort Katze bereits zu oft wiederholt wurde (die Katzenaugen müssen aber auf jeden Fall irgendwie in der Geschichte bleiben!) und das zweite Ding hat sich inzwischen erledigt wink
Zitat:
Das schicke Häuschen gehörte niemand geringerem als Taniz, der Wesirin.
Willst du nicht doch lieber schreiben, dass sie residiert? Gehören ist so bürgerlich.
Zitat:
Ausgerechnet die Wesirin sollte in irgendwelche mysteriösen Grabungen in der südlichsten Wüste, weit nach den Rotlotusmarschen, verwickelt sein.
Der Satz schießt förmlich auf mich, der Übergang ist nicht sehr geschickt, vielleicht ein "und nun sollte ausgerechnet..." einschieben?
Zitat:
Huron hatte ein dringendes Interesse an Plänen geäußert, die scheinbar in diesem Haus verborgen lagen.
Dito. Hier denke ich mir nur, dass die Pläne etwas damit zu tun haben, aber der Übergang ist nicht da.
Zitat:
Eigentlich hätte die Katze sich einen Dreck darum geschert, was irgendein Anführer der Krähen wollte. Aber er war der einzige Mensch der ihr helfen konnte. Wenn er überhaupt ein Mensch war.
  Rätsel und Geheimnisse! wink
Zitat:
Dann würden entweder ihre Verfolger sie töten, oder Huron.
Die Katze wusste nicht, was schlimmer war.
Der Tod ist bei beiden Verursachern sicher gleich schlimm, die Zeit kurz davor ist "wichtiger". Mir würde es besser gefallen, wenn sie sich Gedanken machte, wer sie FINDEN würde.
Zitat:
Die Sonne stand schon tief, als sich endlich die Tür zum Innenhof öffnete. Latui rieb sich mit der Hand über die Augen, sie taten ihr weh von der Sonne
Sonne-Sonne WW, vllt Licht?
Zitat:
Er trug den Helm mit dem dunkelblauen Pferdeschwanz der auqilonischen Soldaten. Die Diebin war doch ein wenig verwirrt.
Der Übergang könnte besser sein.
Ne Frage am Rande: Eine Vollplattenrüstung á circa 35 Kilo in einer Wüstenstadt? Ich weiß ja nicht wink
Zitat:
„Taniz… Ich meine Wesirin, ich bitte euch. Die Straßen sind gefährlich, wo doch bald die Wahlen anstehen. Es werden unzählige Assassinen auf euch angesetzt werden. Seid doch vernünftig!“
„Wollt ihr mich belehren Pevius?“ Abrupt hatte Taniz sich umgedreht, um den Soldaten wütend anzufunkeln. Dieser nahm eine sofort eine stramme Haltung ein, sah aber dennoch etwas resigniert aus, fand die Diebin von hier oben.
„Natürlich nicht Wesirin, verzeiht mir meine Worte.“ Er senkte den Blick zu Boden.
So verharrten sie einen Moment, bis Taniz so laut seufzte, dass sogar Latui es gut hören konnte.
„Und jetzt geh ins Haus und stell deine Männer auf. Ich brauche keine Wachen auf dem Weg zur Ratssitzung, wie sieht das denn aus! Eine ängstliche Wesirin? Nein. Die Leute lieben mich und ich bin ihnen ein sicheres Auftreten schuldig. Wenn ich in Panik verfallen würde, würden meine Bürger es auch tun. Das lasse ich nicht zu. Niemals werde ich diesem Fehed einen Moment des Triumphs gönnen!“
Die Situation löste sich auf. Die Wesirin stampfte förmlich mit geballten Fäusten aus Latuis Sichtfeld hinaus und der Soldat, Taniz eine Weile nachblickend, schüttelte den Kopf und trottete ins Haus zurück. Dann war es wieder still.
Ein sehr sehr lebendiges Gespräch!
Zitat:
Nur leise trug der seichte Wind das auflebende Treiben im Hafen an die Katze heran. Da es allmählich abkühlte
Das Treiben kühlte ab? wohl eher die Luft!
Zitat:
musste sie an Dinger überhaupt herankommen.
->die Dinger
Zitat:
als nur dieser exotische bunte Soldat von Übersee.
lass doch das "e" von exotische weg, "der exotisch bunte Soldat" klingt doch toll
Zitat:
ließen sie wie eine Raubkatze auf Beutezug wirken.
Sie wirkt doch gar nicht nur so! Der Satz kommt so spät in der Geschichte, wo wir schon Latuis eigenschaften kennen, unnötig verstärkend.
Aber er ist sehr cool nebenbei! Den beutezug kannst du da doch auch irgendwie anders reinbauen oder?
Zitat:
In diesem Häuschen tummelten sich etwa zwölf Soldaten.
UI! Plötzlich eine Zahl! Schreib doch wenigstens vorher, dass die Katze sie zählte.
Es folgt wieder ein sehr interessantes Gespräch, dafür hast du eindeutig viel Talent.
Zitat:
Die Männer haben sämtliche Dörfer überfallen

Ich weiß nicht, mir gefällt das Wort "überfallen" nicht an dieser Stelle, das klingt, als wäre es nichts, Dörfer zu überfallen. Kommt zu ruppig wie ich finde.
Übrigens, ZEIRE ist ein GANZ Klasse Name! Mir fallen arabisch klingende Namen immer besonders schwer...
Zitat:
Zeiren legte die Hand auf die linke Brustseite und verneigte sich leicht. „Möge der Namenlose mit euch sein, Meister.“
„Möge der Namenlose mit dir sein, Herold.“
hier gibt Huron irgendwie seine Autorität auf, indem er Zeire dasselbe wünscht wie vorher der Herold ihm. Lass ihn doch hochmütiger oder machtbewusster, böser etc. wirken!
Zitat:
Huron warf dem Werkzeug noch einen eisigen Blick zu
-> besser vllt Schreibwerkzeug? Oder Schreibgerät? Sonst denkt man an rote Hämmer! lol2 NEin spass
Zitat:
Wenn die Katze versagen sollte, würde er ihr schon zeigen, wie schnell ein Katzenleben vorbei sein konnte.

Ich wär für "Miezenleben". Wertet sie in seinen Augen ab und verhindert WW;)
Ich hoffe, dir erscheint meine Kritik hilfreich, wie immer überwiegend Peanuts und wirklich genauster Feinschliff. Alles ohne Gewehr und Gewähr, man freut sich auf mehr! Gute Geschichte!
Liebe Grüße
Uther Pendragon


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Kätzchen
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BeitragVerfasst am: 28.07.2012 23:56    Titel: Antworten mit Zitat

Uhhh ich danke euch beiden so sehr! Ich dachte schon keiner würde sich die Mühe machen, die kleine Textwand zu lesen, aber ihr habt es getan  love
Das macht mich wirklich glücklich. Und eure Kritik hilft mir sehr! Mehr als sehr lol2

Zur Perspektive:
Darüber habe ich gerade mit eingen Leuten gesprochen. Es ist ein großes Problem, das mir Kopfzerbrechen bereitet. Latui soll eindeutig die Person sein, der Prota wenn man so will, bei dem der Erzähler dabei ist. Also sozusagen ein personaler Erzähler, der Latui begleitet. In Szenen mit anderen Leuten (wie z.B. Huron und Zeiren) ist dennoch der auktoriale Erzähler am Werk. Bzw., eher schlüpft ein personaler Erzähler in die Rolle eines anderen Charakters (in dem Falle eher Huron). Prinzipiell ist so eine Struktur legitim und für mich schafft sie eine besondere Nähe zu wichtigen Personen. Mehreren Protas sozusagen. In der Rangordnung: Latui > Huron > XY. Die Frage ist nur, kommt das auch beim Leser an, dieses Begleiten der Protas und zwar so, dass ihre Gedanken nicht besonders hervorgehoben werden müssen, sondern sie ein mit der Figur und allem werden lassen. Ich bin mir noch nicht sicher, aber es scheint ja - leider - zu verwirren.

Dann noch was Kleines lol2


Zitat:
Der Tod ist bei beiden Verursachern sicher gleich schlimm, die Zeit kurz davor ist "wichtiger". Mir würde es besser gefallen, wenn sie sich Gedanken machte, wer sie FINDEN würde.


Wenn du damit meinst, dass du gerne etwas über die Verfolger wissen möchtest, muss ich dich noch etwas vertrösten :> Das kommt noch und für Latui ist der Gedanke so normal mittlerweile und sie geht damit so gefasst um, dass sie es nicht ausdenkt - aber die ausführliche Erklärung kommt noch!

Zitat:
hier gibt Huron irgendwie seine Autorität auf, indem er Zeire dasselbe wünscht wie vorher der Herold ihm. Lass ihn doch hochmütiger oder machtbewusster, böser etc. wirken!


Eigentlich wollte ich was dagegen sagen. Denn die Vorgeschichte die später aufgeschlüsselt wird, zeigt, das Zeiren Hurons größtes Vertrauen genießt.
Beim zweiten Nachdenken allerdings denke ich, das du für den Moment Recht behalten solltest. Denn es ist zu früh dieses Verhältnis anzudeuten. Ich weiß ja was es bedeuten soll, aber woher soll der Leser das wissen? Der denkt natürlich wie du. Daher werde ich das ändern smile

Alles andere ist vollkommen richtig und ich werde es die Tage ändern! Wie gesagt, ich freu mich rießig dass ihr euch solche Mühe gemacht habt!

LG

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BeitragVerfasst am: 29.07.2012 01:12    Titel: Antworten mit Zitat

Immer wieder gern!
Zitat:
Der Tod ist bei beiden Verursachern sicher gleich schlimm, die Zeit kurz davor ist "wichtiger". Mir würde es besser gefallen, wenn sie sich Gedanken machte, wer sie FINDEN würde.

Hier meinte ich nur, dass die Wortwahl komisch ist. "Entweder ihre Verfolger oder Huron würde sie töten... sie fragte sich was schlimmer war" ->Antwort klar: Beides gleich schlimm, denn Tot ist tot.
"Entweder ihre Verfolger oder Huron würde sie finden... sie fragte sich was schlimmer war" (grammatikalisch grausam, ich weiß) -> Hier bleibt die Kernfrage, wer von beiden wohl grausamer wäre, so wie du es auch ausdrücken wolltest wie ich glaube^^ Klingt sinnvoller finde ich, aber das ist deine Entscheidung!
Gn8
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BeitragVerfasst am: 29.07.2012 01:38    Titel: Antworten mit Zitat

Achso meinst du das. Naja hast schon Recht! So wie es da steht, klingt es als wären die Verfolger schon längst da,so nah wie Huron und warteten nur. "Finden" ist schöner, wird übernommen smile

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