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Magnum trifft Elefant


 

 
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Scritoressa
Geschlecht:weiblichGraue Hexe

Alter: 25
Beiträge: 776



BeitragVerfasst am: 19.03.2010 19:55    Titel: Magnum trifft Elefant eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

hey ihr!
der Text, der gleich kommt, ist etwas seltsam. Die Handlung im Prinzip ausgelutscht, aber man weiss ja nie...
Hatte das Ganze die WOche über im Kopf schwirren und wollte mal sehen, was ihr davon haltet.
Ach ja: Die teilweise abgehackten Sätze sind Absicht.



Ein Atemzug.
 Jasons Hand streicht über die Bettdecke.
Ein Atemzug, der in einem Rasseln endet.
Vielleicht wäre das Rasseln zu einem Schluchzen geworden, doch Jason hatte nicht vor zu weinen. Er hat sich entschlossen.
Langsam, schon beinahe andächtig schiebt er eine Hand unter das Bett und tastet nach der Schachtel.
Sie ist da, er weiss es. Irgendwo unter seinem Hintern ist die Lösung versteckt.
Doch seine Hand greift immer wieder ins Leere.
Wo ist das Ding?
Fluchen. Atmen. Dann wieder fluchen.
Er steht auf und kniet sich hin, verharrt einen Moment und schlägt dann die Decke zurück, die bis auf den Boden reicht. Da ist sie ja: Eine grellgelbe Pappschachtel mit rosa Elefanten darauf. Jason zieht die Mundwinkel hoch; es ist schon fast als Lächeln zu bezeichnen. Diese Ironie! Diese himmelschreiende Ironie!
Ein Atemzug, ein Handgriff und die Schachtel liegt auf seinem Schoss. Vollkommen ruhig öffnet er die unpassende Verpackung und blickt auf die Waffe. Die Magnum passt nicht ins Bild von den glücklichen Elefanten, die eigentlich auf Geschenke von glücklichen Kindern mit lachenden Müttern auf Parties gehören. Macht nichts.

Wieder auf dem Bett. Die Schachtel liegt in einer Ecke, der Deckel sorgfältig verschlossen.
Die Pistole nicht. Sie ist kühl, glänzt im Licht einer Designerlampe.
Atmen.
Er nimmt sie, überlegt sich einen gloriosen Abschlussgedanken. Oder doch ein Brief? Nein, zu sentimental.
Wieder atmen.
Jason schliesst die Finger um das Metall und streicht sich mit der anderen Hand die Haare aus der Stirn. Er hat sie extra gewaschen, seine Kleider sind frisch und sauber. Alles schwarz. Auf weiss würde das Blut sichtbar sein und man müsste alles noch mal waschen.
Atmen.
Langsam setzt er die Mündung an die Schläfe. Das wird eine Sauerei geben. Schade um die Bettwäsche.
Atmen. Wie viele Male noch?
Er schliesst die Augen und denkt den letzten Satz. „ Hat sich das jetzt etwa gelohnt?“
Nicht sehr bemerkenswert. Egal. Er drückt den Abzug.
Klick. „ Hä?“ Klick klick.
„Scheisse!“
Keine Patronen. Natürlich.

Wieder nimmt er die Elefantenschachtel und wühlt darin. Etwas kühles berührt seine Finger. Er greift danach und zieht eine einzige Patrone heraus. Auch sie glänzt im Licht, jetzt leicht grünlich, denn die Lampe ist auf zufällige Farbe eingestellt. Noch so etwas unnötiges, nervendes. Jason öffnet die Waffe und lädt sie.

Wieder auf dem Bett, die Schachtel in der Ecke. Auf dem Deckel die leeren Patronen, in der Pistole die neue.
Herzschlag.
 Was sollte das jetzt? Vorhin hatte es sich nicht gerührt, jetzt macht das Ding einen auf Samba. Wunderbar. Kann es nicht wenigstens Hip Hop sein?
Herzschlag, immer wieder in wechselnden Rhythmen.
Wenn das noch lange so ginge, wäre der würdige Abgang futsch. Oder die Illusion davon.
Waffe küsst Schläfe. Oder geht es schneller durch den Mund?
Wie ein letzter Zungenkuss. Igitt. Nein, so würde es auch gehen.
Der letzte Satz. „ Wieso denke ich solchen Scheiss?“
Der Finger krümmt sich. Eine Fliege summt in der Ecke über der Schachtel.
Peng.
Die Fliege macht sich aus dem Staub.



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Barbarendave
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 24
Beiträge: 13



BeitragVerfasst am: 22.03.2010 20:49    Titel: Antworten mit Zitat

Also mich bewegt jetzt das Thema nicht so, weil man so oft davon liest.

Der Text lässt sich aber gut lesen.
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mathis
Schreiberassi


Beiträge: 33



BeitragVerfasst am: 23.03.2010 03:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hm, also für mich will da nicht so recht die Spannung aufkommen. Stilistisch ist eigentlich wenig auszusetzen, grundsolide. Allerdings ist das Thema nun wirklich schon so alt, dass man schon mit einem ganz brillanten Schachzug daherkommen müsste, um damit noch jemand hinter dem Ofen hervorzulocken.

Eine spezielle Stelle würde ich dann noch bemängeln:

Zitat:
Er drückt den Abzug.
Klick. „ Hä?“ Klick klick.
„Scheisse!“
Keine Patronen. Natürlich.


Das klingt für mich nicht besonders plausibel, ein Selbstmord kostet für gewöhnlich ein großes Maß an Überwindung, dass dein Protagonist dann mit einem einfachen "Hä?" reagiert passt einfach nicht. Auch ein missglückter Selbstmordversuch kostet Kraft und eine solche Reaktion würde mich schon sehr verwundern.
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Alogius
Geschlecht:männlichKinnbeber

Alter: 42
Beiträge: 3643

Die Goldene Bushaltestelle Goldene Feder Prosa (Anzahl: 2)


Vom Verschwinden der Muse
BeitragVerfasst am: 23.03.2010 13:45    Titel: Antworten mit Zitat

Moin,

Du hast es selbst schon festgestellt: die ausgelutschte Handlung. Man liest eine Menge über Selbstmord. Wie schon angemerkt wurde, müsste da ein echter Kracher, eine Wendung oder ein herausragender Stil vorhanden sein, damit Innovation entsteht. Ist nicht der Fall.
Das macht den Text nicht schlecht. Nur beschreibt er "lediglich" den Vorgang, mit einigen merkwürdigen Gedanken und Geschehnissen, ohne in irgendeiner Form aufzufallen.

Paar Kleinigkeiten:

Zitat:
Ein Atemzug, der in einem Rasseln endet.
Vielleicht wäre das Rasseln zu einem Schluchzen geworden, doch Jason hatte nicht vor zu weinen. Er hat sich entschlossen.

Eventuell ein kleines Zeitproblem:
er "hatte nicht vor zu weinen" und "hat sich entschlossen". Der Rest des Textes bleibt ja im Präsens.

Zitat:
Irgendwo unter seinem Hintern ist die Lösung versteckt.

Ich gehe mal davon aus, dass der zynische Humor des Textes pure Absicht ist. Auf jeden Fall gefällt mir dieser Satz.
Zum Problem dieses Humors kommt noch etwas, später.

Zitat:
Jason zieht die Mundwinkel hoch; es ist schon fast als Lächeln zu bezeichnen. Diese Ironie! Diese himmelschreiende Ironie!

Den gesamten Kommentar würde ich streichen, es braucht ihn nicht, damit die Szene grotesk wirkt.
Außerdem ist fraglich, ob jemand, der kurz davor steht, sich das Leben zu nehmen, dafür einen Blick hat.

Zitat:
Die Magnum passt nicht ins Bild von den glücklichen Elefanten, die eigentlich auf Geschenke von glücklichen Kindern mit lachenden Müttern auf Parties gehören. Macht nichts.

Wieder ein unnützer Kommentar. "Macht nichts." Genau, aber warum dann die Gedanken?

Zynismusalarm:
Zitat:
Jason schliesst die Finger um das Metall und streicht sich mit der anderen Hand die Haare aus der Stirn. Er hat sie extra gewaschen, seine Kleider sind frisch und sauber. Alles schwarz. Auf weiss würde das Blut sichtbar sein und man müsste alles noch mal waschen.

Später mehr dazu.

Zitat:
Klick. „ Hä?“ Klick klick.
„Scheisse!“
Keine Patronen. Natürlich.

Hat er sich extra fein gemacht und die Patronen vergisst er? Unwahrscheinlich, oder?
Um des Effekts wegen (Humor) wirst Du irreal.

Zitat:
Der Finger krümmt sich. Eine Fliege summt in der Ecke über der Schachtel.
Peng.
Die Fliege macht sich aus dem Staub.

Für den Moment offenbart sich ein Ansatz, den Du mit der Designerlampe begonnen hast, aber nicht weiter verfolgt hast: das Einbeziehen von Objekten.


Fazit:
Du schwankst etwas zwischen Tragik und zynischem Humor. Dadurch wird die Szene unrealistisch. Natürlich wären beide Ansätze da: realismus oder eben "Un-Realismus" in Form von Groteske. Leider gelingt die Mischung nicht, weshalb beide Richtungen sich voneinander entfernen und es kein homogenes Erscheinungsbild des Textes geben kann.


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Aus einem Traum:
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lupus
Geschlecht:männlichBestseller-Autor

Alter: 51
Beiträge: 4172
Wohnort: wien



BeitragVerfasst am: 23.03.2010 14:09    Titel: Re: Magnum trifft Elefant Antworten mit Zitat

Hi Scrito,

also das mit dem ausgelutscht hatten wir ja jetzt eh schon, also ... es is ausgelutscht.

Aber: der mitschwingende Zynismus hat schon was. Hab's nicht ungern gelesen.

Einige Punkte wären mir aufgefallen. Einen vorweg, weils nicht so easy zu markieren is: das Atmen

Ich hab da so mein Problemchen. Durch das regelmäßige Erwähnen des Atmens suggerierst du mE, dass jedes Atmen erwähnt wird, manchmal (wenn du Gedanken des Prota formulierst) is es auch möglich, weil Gedanken ja nie ausformuliert passieren, also wenig Zeit für viel Gedanken . Atmen - Gedanken - Atmen.  Bei Handlungen, die Zeit beanspruchen haut das nicht mehr hin.. Bevor der KOllege schießt is er erstickt.

fett ... zum Überdenken
blau ... cool

Scritoressa hat Folgendes geschrieben:


Ein Atemzug.
Jasons Hand streicht über die Bettdecke.
Ein Atemzug, der in einem Rasseln endet.
Vielleicht wäre das Rasseln diese doppelte Doppelung is irgendwie seltsam, bleibt völlig ohne Wirkung, verkommt zur ungeschickten Wortwiederholung zu einem Schluchzen geworden, doch Jason hatte nicht vor zu weinen. Er hat sich entschlossen.
Langsam, schon beinahe andächtig schiebt er eine Hand unter das Bett und tastet nach der Schachtel.
Sie ist da, er weiss es. Irgendwo unter seinem Hintern ist die Lösung versteckt.Doch seine Hand greift immer wieder ins Leere.
Wo ist das Ding?
Fluchen. Atmen. Dann wieder fluchen. auch wenn das natürlich nicht funktioniert, zum Fluchen muss man AtmenEr steht auf und kniet sich hin, verharrt einen Moment und schlägt dann die Decke zurück, die bis auf den Boden reicht. Da ist sie ja: Eine grellgelbe Pappschachtel mit rosa Elefanten darauf. Jason zieht die Mundwinkel hoch; schon fast ein Lächeln. es ist schon fast als Lächeln zu bezeichnen. Diese Ironie! Diese himmelschreiende Ironie!
Ein Atemzug, ein Handgriff und die Schachtel liegt auf seinem Schoss. Vollkommen ruhig öffnet er die unpassende noch is nicht klar warum unpassend, das kommt zu früh Verpackung und blickt auf die Waffe. Die Magnum passt nicht ins Bild von den glücklichen Elefanten, die eigentlich auf Geschenke von glücklichen Kindern mit lachenden Müttern auf Parties gehören. Macht nichts.

Wieder auf dem Bett. Die Schachtel liegt in einer Ecke, der Deckel sorgfältig verschlossen. die Schachtel is verschlossen, nicht der Deckel
Die Pistole nicht. Sie ist kühl, das nicht suggeriert ein 'sondern' ... Die Pistole ist nicht verschlossen??? sondern sie ist kühl --?????? glänzt im Licht einer Designerlampe.
Atmen.
Er nimmt sie, überlegt sich einen gloriosen Abschlussgedanken Worte kann man sich überlegen und planen, man kann nicht in Gedanken planen, was man in 10 Sekunden denken wird. Oder doch ein Brief? Nein, zu sentimental.
Wieder atmen.
Jason schliesst die Finger um das Metall und streicht sich mit der anderen Hand die Haare aus der Stirn. Er hat sie extra gewaschen, seine Kleider sind frisch und sauber. Alles schwarz. Auf weiss würde das Blut sichtbar sein und man müsste alles noch mal waschen.
Atmen.
Langsam setzt er die Mündung an die Schläfe. Das wird eine Sauerei geben. Schade um die Bettwäsche.Atmen. Wie viele Male noch?
Er schliesst die Augen und denkt den letzten Satz. „ Hat sich das jetzt etwa gelohnt?“
Nicht sehr bemerkenswert. Egal. Er drückt den Abzug.
Klick. „ Hä?“ Klick klick.
„Scheisse!“
Keine Patronen. Natürlich.
ehe scho wiss'n

Wieder nimmt er die Elefantenschachtel und wühlt darin. Etwas kühles berührt seine Finger würd ich umgekehrt schreiben, so klingt's ungewollt witzig. Er greift danach und zieht eine einzige Patrone heraus. Auch sie glänzt im Licht, jetzt leicht grünlich, denn die Lampe ist auf zufällige Farbe eingestellt. Noch so etwas unnötiges, nervendes. Jason öffnet die Waffe und lädt sie. das 'öffnet' is nicht wirklich nötig

Wieder auf dem Bett, die Schachtel in der Ecke. Auf dem Deckel die leeren Patronen, in der Pistole die neue.
Herzschlag.
 Was sollte soll das jetzt? Vorhin hatte hates sich nicht gerührt, jetzt macht das Ding einen auf Samba. Wunderbar. Kann es nicht wenigstens Hip Hop sein?
Herzschlag, immer wieder in wechselnden Rhythmen. in immer wieder wechselnden Rhythmen; ABER: das 'wechseln +Pl' impliziert das 'immer wieder' --> kannst du weglassen
Wenn das noch lange so ginge, wäre der würdige Abgang futsch. Oder die Illusion davon. das kann nicht vom Prota kommen, sondern vom Erzähler, dann is da ein POV-Wechsel drin

möglicherweise solltest du überhaupt mehr mit innerem Monolog oder SoC arbeiten
Waffe küsst Schläfe. ... jetz' geht's ein bisserl Richtung Regieanweisung Oder geht es schneller durch den Mund?
Wie ein letzter Zungenkuss. Igitt. Nein, so würde es auch gehen.
Der letzte Satz. „ Wieso denke ich solchen Scheiss?“
Der Finger krümmt sich. Eine Fliege summt in der Ecke über der Schachtel.
Peng.
Die Fliege macht sich aus dem Staub.


jou, alles in Allem doch ziemlich gut. Ein paar unnötige Sachen drin, die unnötig aufblasen und so ein bisserl was vom trockenen Humor wegnehmen.

keep on

gblgl


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lg Wolfgang

gott ist nicht tot noch nicht aber auf seinem rückzug vom schlachtfeld des krieges den er begonnen hat spielt er verbrannte erde mit meinem leben

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"Ich bin leicht zu verführen. Da muss nur ein fremder Mann herkommen, mir eine Eiskugel kaufen und schon liebe ich ihn, da bin ich recht naiv. " (c) by Hubi
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ash
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Beiträge: 40
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BeitragVerfasst am: 24.03.2010 11:32    Titel: Antworten mit Zitat

nun.

da bis jetzt alle irgendwie etwas auszusetzen hatten, werde ich dir mal sagen das es so ok ist. ich möchte meinen das ich es verstehe. zu dem thema ausgelutscht.

so ein thema ist nie ausgelutscht, es ist jeden verdammten tag aktuell!

dein text bewegt mich. ich hoffe nur das du dir selbst nicht die gedanken gemacht hast. ich finde es ziemlich realistisch. das mit der pappschachtel usw. deine ironie finde ich auch gut.

hierzu sei etwas zu einem kommentator gesagt, wenn man sich selbst erschiessen will, ist man genauso aufgeregt, als wenn man auf eine bühne geht. zumindest wäre ich aufgeregt dabei. da kann es dann auch mal vorkommen das einer die patronen vergisst. aber vielleicht ist er ja auch einfach nicht so ne helle leuchte.

nur war ich traurig das er sich doch erschiesst. aber warum?

das mit dem atmen... dem kann ich auch nicht so zustimmen. wenn man es jetzt mal von der seite sieht das er vielleicht genau dann, wenn er schreibt "atmen", ein ganz besonderes atmen war, zb ein tiefes einatmen oder ein aufgeregtes atmen, dann ist er nicht erstickt, bevor er sich erschossen hat.

ok das mit hatte und hat, stimmt. das würde ich noch korrigieren.

viel spaß noch
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Alogius
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Beiträge: 3643

Die Goldene Bushaltestelle Goldene Feder Prosa (Anzahl: 2)


Vom Verschwinden der Muse
BeitragVerfasst am: 24.03.2010 14:25    Titel: Antworten mit Zitat

Für gewöhnlich antworte ich weiteren Rezensionen nur, wenn etwas unklar ist.
Hier hat es andere Gründe.

Zitat:
da bis jetzt alle irgendwie etwas auszusetzen hatten, werde ich dir mal sagen das es so ok ist. ich möchte meinen das ich es verstehe.

Und weil andere etwas auszusetzen hatten, findest Du es ok, oder hast Du doch noch andere Gründe?
Keiner der Rezensenten hat behauptet, etwas nicht verstanden zu haben. Darum geht es doch gar nicht.

Zitat:
so ein thema ist nie ausgelutscht, es ist jeden verdammten tag aktuell!

Es ist als Thema für einen Prosatext ausgelutscht, nicht als gesellschaftliches Thema!

Zitat:
ich finde es ziemlich realistisch. das mit der pappschachtel

Inwiefern? Würde ich gern wissen.

Zitat:
hierzu sei etwas zu einem kommentator gesagt, wenn man sich selbst erschiessen will, ist man genauso aufgeregt, als wenn man auf eine bühne geht. zumindest wäre ich aufgeregt dabei. da kann es dann auch mal vorkommen das einer die patronen vergisst.

Woher weißt Du das? Und im folgenden Satz relativierst Du es wieder und beziehst es auf keine Erfahrungswerte, sondern Deine Einschätzung.
Meinen Einwand hatte ich begründet:
Er zieht ordentliche Kleidung an, bereitet sich akribisch vor, wirkt eher nüchtern als nervös und vergisst die Patronen?
Das ist Quatsch, genau wie Deine Erklärung.

Zitat:
das mit dem atmen... dem kann ich auch nicht so zustimmen. wenn man es jetzt mal von der seite sieht das er vielleicht genau dann, wenn er schreibt "atmen", ein ganz besonderes atmen war, zb ein tiefes einatmen oder ein aufgeregtes atmen, dann ist er nicht erstickt, bevor er sich erschossen hat.

So ein "besonderes" Atmen wird aber nicht beschrieben!


Sorry, aber dieser Kommentar bedurfte eines Kommentars...

T.


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Tamar
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Beiträge: 125



BeitragVerfasst am: 24.03.2010 14:58    Titel: Antworten mit Zitat

um mal einen Kommentar zum Kommentar und den Kommentar zum Kommentar abzugeben...  Shocked

Genauso wie Ash habe auch ich mich an der Formulierung "es ist ausgelutscht" gestoßen. Schließlich gibt es schon seit dem guten Salomo nichts Neues unter der Sonne, die großen Themen wurden schon verarbeitet, und wenn man sich die großen Meisterwerke anschaut, sind die meistens, wenn man sie auf die puren Themen herunter bricht, sehr banal. Trotzdem können diese banalen Themen, wenn sie gut verarbeitet sind, den Mund vor Ehrfurcht offen stehen lassen. Aber ich denke, es liegt an der unterschiedlichen Definition des Wortes ausgelutscht.
Für mich heißt "ausgelutscht": zu dem Thema ist alles gesagt. Es gibt nichts Neues mehr, alle Gesichtspunkte wurden beleuchtet. Das, glaube ich trifft beim Thema Selbstmord nicht zu.

Zum Text: für mein Empfinden ist der Text sehr klinisch, sehr emotionslos geschrieben. Ein Selbstmörder bei seiner Tat... da denke ich vor allem: warum? was hat ihn soweit getrieben? was sind seine Empfindungen? Wer ist er? Wo kommt er her?
All das wird in dem Text - konsequent- ausgeklammert. Es wird (fast) nur die reine Handlung beschrieben. Der Text erinnerte mich wenig an die Tarantino -Filme, wo es ähnliche Szene gibt, die aber meist mit Szenen die sehr emotional sind, abwechseln.
Wenn das deine Absicht war, ist es dir wirklich gelungen. Auch durch den, wie du sagst, abgehackten Stil. Du könntest das noch etwas verschärfen, Z.B. indem du den Fokus auf einzelne Gegenstände legst, und die sehr genau beschreibst. Oder indem du ganz bewusst die Kameraperspektive einnimmst und nur beschreibst, was er tut. Zum Beispiel: er holt das Briefpapier raus, schreibt drei Worte und zerreißt das Papier, statt "er überlegt, ob er einen Brief schreiben soll) (ist nur ne Idee).
Fazit: als für sich stehenden Text finde ich das Teil etwas zu mager. Wie gesagt, die Gefühlsebene fehlt und dadurch wird das etwas beliebig... ausgelutscht halt.
Als Fragment eines größeren Textes, oder als Übung für diesen harten, klinischen Schreibstil finde ich es dagegen sehr gelungen.
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Scritoressa
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BeitragVerfasst am: 27.03.2010 18:24    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

ups. da sind jetzt ja so viele Kommentare auf einmal, da kann ich fast nicht auf jedes Detail antworten. (aber ich habe alles genau gelesen, ich schwöre!)

mal an alle: JA das THema ist prosaisch vollkommen ausgelutscht.
JA meine Version ist nicht gerade die Einfühlsamste.
JA es ist zynisch und ironisch und eigentlich voll fies allen Selbstmördern aus triftigem Grund gegenüber (gibt es denn das überhaupt? Egal)

@mathis: ich weiss, das Hä ist nicht sehr toll. Aber was würdest du denn sagen?

@Alogius: Jap, eigentlich ist der ganze TExt zynisch gemeint.

@lupus: ich habe da was wohl nicht ganz klar ausgedrückt. Die SChachtel liegt in der Ecke, die Pistole nicht, da er sie ja in der Hand hält.
DIe kleinen Logikprobleme mit der Zeit und so verstehe ich-muss ich noch ändern. Ich bin es nun mal gewohnt, im Präteritum zu schreiben, da rutscht es von allein rein und scheinbar auch durch das Korrekturlesen.

@ash: schön dass es dir (mow) gefällt, freut mich!
Wieso du weisst, wie sich ein Selbstmörder fühlt, wüsste ich gerne. Oder DENKST du nur, dass es einem so geht? WEnn das der Fall ist, habe ich es halt anders interpretiert. Es gibt sicher solche und solche.

@Tamar: ich weiss, nicht sehr emotionsgeladen, aber ich habe gedacht dass es von dieser SOrte schon so viele Texte gibt und ausserdem hätte mir dann die Ironie den ganzen Zug vermasselt. (ich kann halt nicht aus meiner Haut)

puh! na jetzt bin ich fertig. Hoffe ich habe alles wichtige beantwortet, sonst bitte nicht böse sein!
(ach ja: NEIN ich habe keine eigenen Erfahrungen zu Selbstmord.)

lg an alle die sich die Mühe gemacht haben.
Lisa


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BeitragVerfasst am: 27.03.2010 18:25    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

ach ja.
@lupus: süsser hund. deiner?


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Vom Verschwinden der Muse
BeitragVerfasst am: 27.03.2010 19:07    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
JA es ist zynisch und ironisch und eigentlich voll fies allen Selbstmördern aus triftigem Grund gegenüber (gibt es denn das überhaupt? Egal)


Was meinst Du?


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BeitragVerfasst am: 27.03.2010 19:17    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

oh. keine Ahnung.
Grundsätzlich ist es feige, auszusteigen, aber wenn man zum Beispiel krank ist oder so...

VIelleicht gibt es auch Gründe, und die sind für jeden anders. Für mich gibt es zu viel schönes auf der Welt um auch nur über einen Suizid nachzudenken. (Und ausserdem will ich vor dem Abtreten wenn möglich noch einen Bestseller schreiben XD)


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BeitragVerfasst am: 27.03.2010 19:17    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

oh. keine Ahnung.
Grundsätzlich ist es feige, auszusteigen, aber wenn man zum Beispiel krank ist oder so...

VIelleicht gibt es auch Gründe, und die sind für jeden anders. Für mich gibt es zu viel schönes auf der Welt um auch nur über einen Suizid nachzudenken. (Und ausserdem will ich vor dem Abtreten wenn möglich noch einen Bestseller schreiben XD)


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Vom Verschwinden der Muse
BeitragVerfasst am: 27.03.2010 19:19    Titel: Antworten mit Zitat

Ein weites Feld, dieses Thema. Gab's irgendwann auch mal in "Auf ein Wort".

In kurz sage ich dazu:
Wenn jemand sich umbringt, wird es für IHN (subjektiv) Gründe dafür gegeben haben (sei es Sorge, Angst, Not, Krankheit, psychische Erkrankung, was auch immer). Man sollte keinen Menschen danach beurteilen, wie sehr er leidensfähig ist und welche Konsequenzen er zieht...


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Garrison
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BeitragVerfasst am: 29.03.2010 22:43    Titel: Antworten mit Zitat

Beim Titel dachte ich zuerst:
"Wie geil, Magnum trifft Elephant! Wird sicher lustig, wenn Tom Selleck aka Magnum in einem Schulmassaker ermittelt."
Sprich, ich habe aus dem Titel geschlossen, es handelt sich um ein Crossover der Fernsehserie "Magnum" und dem Spielfilm "Elephant". Weiß nicht, warum, aber ich fand die Idee sehr reizvoll, was auch immer man daraus gemacht hätte.

Nun zu deiner eigentlichen Geschichte.
Selbstmord ist ja eine immer wiederkehrende Thematik. Ich mochte es, dass du das nicht verurteilend oder mit Samthandschuhen angreifst. Dennoch hat sich die Stimmung nicht richtig eingestellt.

Was viele nicht zu wissen scheinen, Selbstmörder (zumindest die, die unter lang anhaltenden schweren Depressionen leiden; ich will nicht alle über einen Kamm scheren) sind höchst euphorisch - schon Tage vor ihrer Tat. Bekannte halten das dann fälschlicherweise für ein Zeichen der Besserung. Dabei freuen die Depressiven sich nur, dass sie endlich den Mut haben, dem schrecklichen Gefühl zu entkommen.
Das habe ich bisher noch nie gelesen, wie sehr sich jemand auf seinen Selbstmord freut.

Aber welche Stimmung du anstrebst, ist letztendlich deine Sache.

Übrigens, nur weil etwas Fröhliches auf einer Schachtel ist, in der eine Waffe steckt, ist das keine Ironie, nur absurd. Ironie wäre es eher, wenn darauf ein freudestrahlender Kurt Cobain abgebildet wäre und der Satz: "Genieße dein Leben".


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