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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Beginn des 1. Kapitels/ SciFi Roman-Phylos


 

 
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Telani
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BeitragVerfasst am: 08.06.2009 18:33    Titel: Beginn des 1. Kapitels/ SciFi Roman-Phylos eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Also hier nun der Beginn jener Geschichte, von der ich bereits einen kleinen Ausschnitt hier reingestellt habe. Mit der Bitte um Kritik. Kann man so beginnen? Verrät der Anfang zu wenig?
Ich muss auch noch dazu sagen, diese Geschichte ist eine Art "Zukunftsvision" mehr oder minder und hier kommen keine Aliens und Raumschiffe vor.

LG Telani!


Plick, Plong, Plick, Plong,…
Mechanisch sammelten sich Tropfen am Netz des Wasserhahns und platschten dumpf auf den Boden der Edelstahlwanne nieder. Dort zersprangen sie zu hunderten Perlen.
Anna saß am harten Boden und Kälte kroch über die Fliesen an sie heran. Sie hatte die Beine an den Leib gezogen und ihre Arme um die Knie geschlungen. Teilnahmslos starrte sie zum Waschbecken, spürte den Rhythmus der Wassertropfen in ihren eigenen Adern – ihr Puls.
Nachdem sie die Ergebnisse des letzten Genomscreenings  in ihren Händen gehalten hatte, war sie auf die Toilette geflohen. Nur hier konnte sie allein sein und im Stillen, begleitet vom Klang der Tropfen ihren schweren Gedanken nachgehen.

Was war nur geschehen?

Ihr eigener Herzschlag quälte sie, ihre Hände wandelten sich zu Eisblöcken und zitterten unentwegt. Selbst ihrem Gesicht war alle Farbe entwichen, ein kalkweißes Oval starrte ihr vom Spiegel über dem Waschbecken zurück.
Sie seufzte tief und tastete nach einem kleinen Streifen Papier in ihrer Hosentasche. Unruhig glättete sie es mit zitternden Fingern. Der Anblick von schwarzen Buchstaben auf nacktem Weiß versetzte ihr einen neuerlichen Stoß in den Magen. Ihr Blick ließ sich nicht von den Lettern abwenden, eine unangenehme Trockenheit breitete sich in ihrem Mund aus.

Wie konnte das sein? Wie konnte sie es so lange einfach übersehen haben?

Wieder streifte ihr Blick über den rinnenden Wasserhahn hinauf zum Spiegel. Ihr Gesicht wirkte so schmal im matten Lichtschein.
Von draußen her drangen Geräusche an ihr Ohr, eine Tür fiel knallend ins Schloss, Schritte kamen näher und entfernten sich wieder. Annas Atem wurde tief und schwer, blaue Adern glänzten aus dem weißen Gesicht unter den Augenhöhlen.

Was sollte sie tun?
Mit dem zerknüllten Papier in der Hand raufte sie sich das blonde Haar und atmete keuchend aus.

100 Jahre, 100 lange Jahre hatte ihr Volk auf diesen Moment gewartet. Die blanken Buchstaben am knittrigen Papier verhießen Rehabilitation. Der Schlüssel aus dem Exil.
Nach Hause kreiste ein bittersüßer Gedanke in ihrem Sinn. Ihr Volk, die Numadier könnten endlich wieder den Weg zurück nach Hause finden und der Verbannung entfliehen.
Die Erde! Welch schöner Klang dieses Wort!

Unvermittelt zog es ihre Gedanken zurück in die Vergangenheit, Erinnerungen an ihre Urgroßmutter erwachten. Mit leuchtenden Augen hatte sie stets von der Erde erzählt. Die Erinnerung an die Schönheit der verlorenen Heimat brachte der Urgroßmutter jedes Mal Leichtigkeit in ihre Züge. Eine Freude erkannte man dann in der alten stolzen Dame, die man sonst nie an ihr erblickte. Berauscht sprach sie von Ahornbäumen, Eichen, Weiden, Tannenwäldern so weit das Auge reichte. Sie erzählte von Bergen, die höher waren als alles von Menschenhand erschaffene, von glasklaren Seen und Flüssen aus genießbarem Süßwasser.

Nicht sowie hier auf Phylos, wo es nur Meere aus salzhaltigem mit Gischlem verpesteten Wasser gab. Erde, ein Wunderwerk musste dieser Planet sein und ihr Herz brannte bei dem Gedanken an die ferne unbekannte Heimat.

Hatte sie denn überhaupt eine Wahl? Sollte sie ihrer Furcht wegen das Schicksal ihres ganzen Volkes besiegeln? Ihnen die Möglichkeit vorenthalten nach langer Zeit wieder in die Heimat zurückzukehren?

150 Jahre waren bereits vergangen, seit man die Menschen, Numadier von den Sinth genannt, aus ihrer Heimat vertrieb und auf Phylos verbannte.
Phylos, diesem kahlen toten Planeten.
Hier gedieh nichts, hier gab es nur Stein und Felsenkrater, durchsetzt von verpesteten Meeren. Diese Welt bot nur Trostlosigkeit und Gefahr, in Gestalt der klüftigen Felsen, der giftigen Dämpfe und tötenden Bakterien, von den Menschen auf Phylos Gischlem genannt.
Kaum drangen Strahlen der Sonne auf diesen Planeten vor, doch des Nachts grinsten fünf Monde kalt und matt auf Phylos herab. Was half da das lange Leben eines Menschen in solch einem kahlen Exil?

Nur ein Weg führte aus diesem kargen Dasein – das Portal. So wurde die Pforte genannt, durch welche die Sinth vor 150 Jahren alle Menschen auf Phylos jagten, doch besaßen die Menschen nicht die Gabe das Portal zu öffnen. Allein die Sinth, neuen Herrscher der Erde verfügten über diese Macht. Sternenführer, so nannte man sie wegen ihrer erstaunlichen Fähigkeiten auch.
Sternenführer die uns den Weg in die Heimat versperren. Und nun diese Entdeckung.
Anna blickte erneut auf die Buchstaben, Abfolge von A, T, G und Cs. Sie ballte ihre Hände zu Fäusten, zerknüllte das Blatt ein weiteres Mal.

Denk an Dana, denk an deine Urgroßmutter. Sie sagte die Menschen sterben einen langsamen und qualvollen Tod. Sie haben die Langlebigkeit gewonnen, doch ist sie ein Fluch im Exil.
Ihr Herz hämmerte vor Entschlossenheit und Furcht zugleich. Sie sprang vom Boden auf, beließ den Zettel in ihrer Faust und trat auf die Tür zu. Ein tiefer Atemzug folgte und sie verließ die stille Toilette.



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mondblume
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BeitragVerfasst am: 08.06.2009 21:50    Titel: Re: Beginn des 1. Kapitels/ SciFi Roman-Phylos Antworten mit Zitat

Liebe Telani,

ich habe mir erlaubt, ein bisschen den Rotstift anzusetzen, um ein paar Anmerkungen sichtbar zu machen. Leider konnte ich nicht herausfinden, wie man etwas durchstreicht, habe es ersatzweise einfach unterstrichen.

Ich habe eigentlich mit Sci-fi nicht soviel am Hut, aber ich muss sagen, es hat mich schon gefesselt. Du stellst einige Fragen in den Raum, die man gerne beantwortet haben möchte, und drum bestimmt weiterlesen wird. Ich kann Anna auch gut vor mir sehen, wie sie dort am Boden sitzt und verzweifelt ist. Aber - ist Anna in 150 Jahren noch ein aktueller Name?



Telani hat Folgendes geschrieben:


Plick, Plong, Plick, Plong,…
Mechanisch sammelten sich die Tropfen am Netz des Wasserhahns und platschten dumpf auf den Boden der Edelstahlwanne nieder. Dort zersprangen sie zu hunderten Perlen.
Anna saß am harten Boden und (eisige/lähmende/...) Kälte kroch über die Fliesen an sie heran. Sie hatte die Beine an den Leib gezogen und ihre Arme um die Knie geschlungen. Teilnahmslos starrte sie zum Waschbecken, spürte den Rhythmus der Wassertropfen in ihren eigenen Adern – ihr Puls.
Nachdem sie die Ergebnisse des letzten Genomscreenings  in ihren Händen gehalten hatte, war sie auf die Toilette geflohen. Nur hier konnte sie allein sein und im Stillen, begleitet vom Klang der Tropfen, ihren schweren Gedanken nachgehen.

Was war nur geschehen?

Ihr eigener Herzschlag quälte sie, ihre Hände wandelten sich zu (sich wandeln zu? ich weiss nicht, ob das richtig ist. sonst eher verwandeln sich in... Eisblöcken und zitterten unentwegt. Selbst ihrem Gesicht war alle Farbe entwichen, ein kalkweißes Oval starrte ihr vom Spiegel über dem Waschbecken zurück aus dem Spiegel entgegen.
Sie seufzte tief und tastete nach einem dem (ist ja ein wichtiges, spezifisches Stück Papier)kleinen Streifen Papier in ihrer Hosentasche. Unruhig glättete sie es mit zitternden Fingern. Der Anblick von schwarzen Buchstaben auf nacktem Weiß versetzte ihr einen neuerlichen Stoß in den Magen. Ihr Blick ließ sich nicht von den Lettern abwenden (diesen Satz würde ich eher aktiv beschreiben, als passiv - z.B. Sie konnte ihren Blick auch mit aller Kraft nicht von den Lettern abwenden), eine unangenehme Trockenheit breitete sich in ihrem Mund aus.

Wie konnte das sein? Wie konnte sie es so lange einfach übersehen haben?

Wieder streifte ihr Blick über den rinnenden Wasserhahn hinauf zum Spiegel. Ihr Gesicht wirkte so schmal im matten Lichtschein.
Von draußen her drangen Geräusche an ihr Ohr, eine Tür fiel knallend ins Schloss. (Punkt statt Komma) Schritte kamen näher und entfernten sich wieder. Annas Atem wurde tief und schwer, blaue Adern glänzten aus dem weißen Gesicht unter den Augenhöhlen (so wie es da steht, könnte man verstehen, das weisse Gesicht befände sich unter den Augenhöhlen... und können Adern wirklich glänzen? Würde ich umformulieren).

Was sollte sie tun?
Mit dem zerknüllten Papier in der Hand raufte sie sich das blonde Haar und atmete keuchend aus.

100 Jahre, 100 lange Jahre hatte ihr Volk auf diesen Moment gewartet. Die blanken Buchstaben am auf dem knittrigen Papier verhießen Rehabilitation. Der Schlüssel aus dem Exil.
Nach Hause, kreiste ein bittersüßer Gedanke in ihrem Sinn. Ihr Volk, die Numadier, könnten endlich wieder den Weg zurück nach Hause finden und der Verbannung entfliehen.
Die Erde! Welch schöner Klang dieses Wort!

Unvermittelt zog es ihre Gedanken zurück in die Vergangenheit, Erinnerungen an ihre Urgroßmutter erwachten. Mit leuchtenden Augen hatte sie stets von der Erde erzählt. Die Erinnerung an die Schönheit der verlorenen Heimat brachte der Urgroßmutter jedes Mal Leichtigkeit in ihre Züge. Eine Freude erkannte man dann in der alten stolzen Dame, die man sonst nie an ihr erblickte. Berauscht sprach sie von Ahornbäumen, Eichen, Weiden, Tannenwäldern so weit das Auge reichte. Sie erzählte von Bergen, die höher waren als alles von Menschenhand erschaffene, von glasklaren Seen und Flüssen aus genießbarem Süßwasser.

Nicht so wie hier auf Phylos, wo es nur Meere aus salzhaltigem, mit Gischlem verpesteten Wasser gab. Erde, ein Wunderwerk musste dieser Planet sein und ihr Herz brannte bei dem Gedanken an die ferne unbekannte Heimat.

Hatte sie denn überhaupt eine Wahl? Sollte sie ihrer Furcht wegen das Schicksal ihres ganzen Volkes besiegeln? Ihnen die Möglichkeit vorenthalten, nach langer Zeit wieder in die Heimat zurückzukehren?

150 Jahre (weiter oben war von 100 Jahren die Rede?) waren bereits vergangen, seit man die Menschen, Numadier von den Sinth genannt (von den Sinth Numadier genannt), aus ihrer Heimat vertrieb (vertrieben) und auf Phylos verbannte (verbannt hatte).
Phylos, diesem kahlen, toten Planeten.
Hier gedieh nichts, hier gab es nur Stein und Felsenkrater, durchsetzt von verpesteten Meeren. Diese Welt bot nur Trostlosigkeit und Gefahr, in Gestalt der klüftigen Felsen, der giftigen Dämpfe und tötenden Bakterien, von den Menschen auf Phylos Gischlem genannt.
Kaum drangen Strahlen der Sonne auf diesen Planeten vor, doch des Nachts grinsten fünf Monde kalt und matt auf Phylos herab. Was half da das lange Leben eines Menschen in solch einem kahlen Exil?

Nur ein Weg führte aus diesem kargen Dasein – das Portal. So wurde die Pforte genannt, durch welche die Sinth vor 150 Jahren alle Menschen auf Phylos jagten, doch besaßen die Menschen nicht die Gabe, das Portal zu öffnen. Allein die Sinth, die neuen Herrscher der Erde, verfügten über diese Macht. Sternenführer, so nannte man sie wegen ihrer erstaunlichen Fähigkeiten auch.
Sternenführer, die uns den Weg in die Heimat versperren. Und nun diese Entdeckung.
Anna blickte erneut auf die Buchstaben, Abfolge von A, T, G und Cs. Sie ballte ihre Hände zu Fäusten, zerknüllte das Blatt ein weiteres Mal.

Denk an Dana, denk an deine Urgroßmutter. Sie sagte, die Menschen sterben einen langsamen und qualvollen Tod. Sie haben die Langlebigkeit gewonnen, doch ist sie ein Fluch im Exil.
Ihr Herz hämmerte vor Entschlossenheit und Furcht zugleich. Sie sprang vom Boden auf, beließ den Zettel in ihrer Faust und trat auf die Tür zu. Ein tiefer Atemzug folgte und sie verließ die stille Toilette.
Zitat:




Was mir ausserdem noch aufgefallen ist (und ich nicht im Text anstreichen konnte), war, dass du die Sätze zum Teil etwas aufwendig von hinten her aufspannst.

Zitat:

Eine Freude erkannte man dann in der alten stolzen Dame, die man sonst nie an ihr erblickte.


Zitat:
Kaum drangen Strahlen der Sonne auf diesen Planeten vor


Es gibt glaube ich noch ein paar mehr solcher Sätze. Kann, ganz gezielt eingesetzt, durchaus einen Effekt haben. Hier klingen die Sätze aber etwas gestelzt und unnatürlich.


Spannend! Gischlem ist übrigens ein tolles Wort für die bösen Bakterien, da ekelt's mich schon, wenn ich's nur lese   Smile


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*** Wie Nebel in der Sonne (Amazon Publishing/Tinte&Feder), 14.08.18
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caesar_andy
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BeitragVerfasst am: 08.06.2009 23:35    Titel: Antworten mit Zitat

Ich weiß nicht was es ist, aber irgendwie finde ich den text langweilig.  Confused

Ich kann es allerdings nicht wirklich greifen. Bin vieleicht auch schon zu Müde.  Embarassed

Der Anfang ist vielversprechend, der Satz mit dem Wassertrotpfen klingt allerdings etwas holprig, mein alter Physiklehrer würde dir dafür bestimmt auch den Kopf abreißen...^^
Versuch es mal irgendwie so,
Zitat:
Wasser sammelten sich am Netz des Wasserhahns zu einem Tropfen und stürzte auf den Boden der Edelstahlwanne nieder.

Ich finde, das klingt etwas "runder".

In der Handlung sind ein paar ... offene Fragen, die mich im derzeitigen Zustand verwirren. Zum einen ist dass deine Beschreibung von Annas Heimat, die in mir die Frage aufkommen lässt, ob auf einem solchen Planeten überhaupt menschliches Leben Möglich ist. Ok, in Bunkern bestimmt, aber das erfahren wir hier nicht.
Wir erfahren nur etwas von einer giftigen Atmosphäre. Und ich finde, hier solltest du das Pferd andersrum aufzäumen. Erst die Lebensumstände der Menschen beschreiben, und diese DANN mit der giftigen Atmosphäre begründen. Ich glaube, dass ist verständlicher zu lesen. Im Augenblick stelle ich mir nur die Frage, wie die Menschen auf einem solchen Planeten leben können, und das ist definitiv keine Frage, die die Handlung interessanter macht ^^

Zweiter Punkt ist die von dir angesprochene "Langlebigkeit". Menschen werden heute zwischen 70 und 80 Jahren alt im Durchschnitt und gehören damit schon zu den langlebigsten Lebewesen auf der Erde. Also sind wir schon - relativ betrachtet - heute im besitz der Langlebigkeit. Trotzdem erwähnst du diesen Umstand. Dann werde auch genauer, und definiere das.
Denn so wie es momentan da steht, weiß ich mit den Begriff nichts anzufangen.

Vieleicht komme ich morgen noch drauf, was mir an deinem Text ingesammt nicht gefällt, aber ein paar Verbesserungsvorschläge habe ich dir ja so auch schon gegeben.

 Embarassed
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Matt Gambler
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BeitragVerfasst am: 08.06.2009 23:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Telani!

Bist relativ unschlüssig, was deine eigentliche Story angeht oder? Seit ich hier bin, und das ist noch nicht lange, hab ich drei verschiedene erste Kapitel bekommen. Schreibst du an mehreren Geschichten gleichzeitig oder verwirfst du immer wieder was du hier postest?

Ich würde an deiner Stelle einen Handlungsstrang aunehmen und einfach schreiben. Ändern, kürzen und verbessern kannst du später immer noch. Und ich, der schon lange auf EIN Kapitel 2 wartet, würd mich freuen, weiterlesen zu können. Deine Ansätze waren bisher alle ausbaufähig und haben mir gut gefallen! Wär schön wenn da mal mehr kommen würde.

Wenn ich mir Mondblumes Kritik ansehe (man merkt sie hat sich viel Mühe gegeben, Kompliment) kann man ja auch sehen auf was für einem Niveau du bereits kritisiert wirst.

Zitat:
Wieder streifte ihr Blick über den rinnenden Wasserhahn hinauf zum Spiegel. Ihr Gesicht wirkte so schmal im matten Lichtschein.
Von draußen her drangen Geräusche an ihr Ohr, eine Tür fiel knallend ins Schloss. (Punkt statt Komma) Schritte kamen näher und entfernten sich wieder.


Viele dieser Dinge sind mehr Geschmackssache als wirkliche Kritik, finde ich. Ich als Leser hätte mit diesem Komma nicht einmal Probleme gehabt wenn mich jemand dezidiert drauf aufmerksam gemacht hätte. (Ist nur ein Beispiel.)

Also trau dich vielleicht bei Gelegenheit mal und lass uns auch mal ein paar Antworten auf alte Fragen zukommen, anstatt immer neu von vorne anzufangen.

Nur ein Vorschlag.

Dein Fan

Matt smile

edit: Hab jetzt gar nichts zum Text gesagt.
Hmmm...
Bleibt auch so. Beim nächsten Mal. wink


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Telani
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BeitragVerfasst am: 09.06.2009 09:59    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo ihr Drei

vielen Dank erstmal für eure Vorschläge und Kritikpunkte:

@Keka: danke für deine Verbesserungsvorschläge, die Sache mit den 100 Jahren und 150 Jahren ist eigentlich schon so gemeint, seit hundert Jahren ist ihnen bewusst wonach sie suchen müssen um zurück zu gelangen, seit 150 Jahren sind sie auf diesem Planeten. Aber das muss ich irgendwo noch näher ausformulieren!

@Caesar: Ja wär cool wenn du mir noch sagen könntest wo es bei diesem Text hapert...ich hab nämlich auch das Gefühl, dass er in sich noch nicht ganz stimmig ist...ich weiß aber auch nicht weshalb, drum hab ich ihn reingestellt.
Also die Sache mit der Langlebigkeit und wie sie auf diesem Planeten leben können wird dann genauer im nächsten Kapitel erklärt...ich weiß nicht irgendwie möchte ich die Reihenfolge doch gerne so lassen...aber mal schauen. Wie du schon recht vermutet hast, leben sie immer unter der Erde und niemals an der Oberfläche, die Langlebigkeit...damit ist in dieser Geschichte schon bis zu 200 Jahre gemeint...genauer kommt das aber in Kapitel 3...zu spät?

@Matt:
Oh danke für dein Lob Smile, nein das hier ist wieder eine andere Geschichte, die alte SF Sache hab ich momentan auf Eis gelegt. Und bei dieser Geschichte hab ich schon den kompletten Handlungsstrang abgetippt. Also in Rohform ist es mal getippt...aber es gefällt mir noch nicht so ganz.
Ich geb dir gerne mal mehr zu lesen...mal schaun wann und in welcher Form.

LG Telani


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caesar_andy
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Beiträge: 1129



BeitragVerfasst am: 09.06.2009 10:19    Titel: Antworten mit Zitat

Telani hat Folgendes geschrieben:

@Caesar: Ja wär cool wenn du mir noch sagen könntest wo es bei diesem Text hapert...ich hab nämlich auch das Gefühl, dass er in sich noch nicht ganz stimmig ist...ich weiß aber auch nicht weshalb, drum hab ich ihn reingestellt.
Also die Sache mit der Langlebigkeit und wie sie auf diesem Planeten leben können wird dann genauer im nächsten Kapitel erklärt...ich weiß nicht irgendwie möchte ich die Reihenfolge doch gerne so lassen...aber mal schauen. Wie du schon recht vermutet hast, leben sie immer unter der Erde und niemals an der Oberfläche, die Langlebigkeit...damit ist in dieser Geschichte schon bis zu 200 Jahre gemeint...genauer kommt das aber in Kapitel 3...zu spät?


Angesichts der Verwirrung die das zumindest bei mir verrursacht hat, würde ich das nicht zu lange hinauszögern. Es gibt fragen, die man dem leser aufbürden sollte, und welche, die man ihm nicht aufbürden sollte. Und darüber zu rätseln, was du mit dem Wort XY meinst, solltest du ihm tunlichst nicht auferlegen wink

Wenn du das mit den Lebensumständen nicht anders lösen willst an dem Punkt, lass es weg. Spiel damit. Lass die geschichte die ersten zwei kapitel in der beklemmenden Enge der Bunkeranlagen spielen. Nimm es einfach als gegeben hin. Der Leser wird sich fragen, warum die Handlung offensichtlich nur "indoor" Spielt, aber das rätsel darfst du ihm auferlegen, weil es ihn nicht verwirrt.
Und dann irgendwann lässt du die Bombe Platzen, indem du fast beiläufig die beschaffenheit der Oberfläche erwähnst, und dem leser klar wird "*doing* Ach so ist das also!"

Was den rest angeht...ich habe mir deinen Prolog nochmal angeschaut, und ich denke du machst wohl den selben fehler, den Valeska schon bei mir kritisiert hat  Embarassed
Einmal steht ein mann vor einem fenster und denkt nach, beim Zweiten mal sitzt ein Mädchen in einer badewane und denkt nach. Die Handlung spielt sich nur und ausschließlich in den Köpfen der Akteure ab.
Lass doch mal etwas mehr passieren. Vieleicht wird es dann stimmiger.
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Telani
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BeitragVerfasst am: 09.06.2009 12:57    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
Was den rest angeht...ich habe mir deinen Prolog nochmal angeschaut, und ich denke du machst wohl den selben fehler, den Valeska schon bei mir kritisiert hat


Jap da ist was dran...werd mal drüber grübeln wie ich es noch etwas lebendiger machen kann!
Danke für den Tipp!

LG Telani!


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BlackRider
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BeitragVerfasst am: 11.06.2009 09:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hoi Babe,

Zitat:
Plick, Plong, Plick, Plong,… ...
Mag Geschmacksache sein, aber diesen Anfang finde ich irritierend smile


Zitat:
Mechanisch sammelten sich Tropfen am Netz des Wasserhahns und platschten dumpf auf den Boden der Edelstahlwanne nieder. Dort zersprangen sie zu hunderten Perlen. ...
Hm, vielleicht "Mechanisch sammelten sich Tropfen am Netz des Wasserhahns und platschten dumpf auf den Boden der Edelstahlwanne nieder, wo sie zu hunderten Perlen zersprangen." Einer der faelle, wo ich mal zum laengern Satz rate wink In zweien wirkt es einfach so unterbrochen.


Zitat:
Was war nur geschehen? ...
Das fragt sich auch der leser. Macht sich hier einfach nicht gut, aber auch das ist vermutlich Ansichtsache.


Zitat:
100 Jahre, 100 lange Jahre hatte ihr Volk auf diesen Moment gewartet. Die blanken Buchstaben am knittrigen Papier verhießen Rehabilitation. Der Schlüssel aus dem Exil. ...
Aha, hier geht es also los smile
Hier wie auch bei deinem anderen text tust du Dir generell schwer, in eine geschichte zu starten. Du laesst den Leser immer im Dunkeln, um was es denn eigentlich geht, aber irgendwie auf eine Weise, dass er eigentlich gar nicht wissen will, was denn nun los ist. Ich glaube, du schwirrst da zu sehr im ungreifbaren herum. Die Fetzen dir Du hinwirfst, sind einfach nicht besonders interessant. Das einzige, wo so etwas wie Interessse bei mir aufflackkerte war beim wort Genomscreening smile Also, das mit dem im Unklaren lassen ist schon eine okay Masche, aber die Situation, mit der man im unklaren gelassen wird, muss etwas faszinierendes haben. verstehense was ich mein?

Zitat:
Welch schöner Klang dieses Wort! ...
Kann man das so sagen?

Zitat:
Berauscht sprach sie von Ahornbäumen, Eichen, Weiden, Tannenwäldern ...
Deine protagonistin hat solche gewaechse vermutlich noch nie selbst gesehen nehme ich an? da waere es an dieser stelle vielleicht ganz interessant irgendwie einzubauen, dass diese Worte der Oma wohl viel sagen, sie selbst aber nur intellektuell erfasst, was die Faszination dabei ist.


Zitat:
150 Jahre waren bereits vergangen, seit man die Menschen, Numadier von den Sinth genannt, aus ihrer Heimat vertrieb und auf Phylos verbannte. ...
vertrieben und verbannt hatte.


Zitat:
Hier gedieh nichts, hier gab es nur Stein und Felsenkrater, durchsetzt von verpesteten Meeren. ...
Stellt sich gleich die Frage, ob du ein schluessiges konzept zu hand hast, das erklaert, wie menschen auf sowas ueberleben koennen smile



Hm, also der Anfang ist das, was Du kuerzen solltest. Gegen Ende wirds dann mehr zur schnellen Erklaerung der Sachlage... die dann doch etwas zu kompakt kommt. Denk Dir doch einen anderen Weg aus, diese Info rueberzubringen. Vielleicht in einer Schulklasse oder so... ein Buch... irgendetwas. Oder strecke es.
Dir fehlt ein wenig die Balance in der erklaerung. erst rueckst Du mit nichts heraus und dann knallst Du einen Berg an Info auf den Tisch... und bei alledem ist noch nichts passiert ausser das Tropfen das machen, wie sie heissen smile
Wie waers mit dem Start beim Genomscreening?

Klingt auf jeden Fall mal vom Setting her nicht ganz ohne. Koennte was draus werden.


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Telani
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BeitragVerfasst am: 11.06.2009 12:21    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Cool danke Black Rider,

freut mich, dass du mir soviel Tipps gegeben hast.
Ja, beim Genomscreening gehts ja auch an und für sich weiter...aber das ist eben nur der Beginn des ersten Kapitels, ist glaub ich ein bisserl schwer das dann zu verstehen.

Mal schauen, ja wie du richtig bemerkt hast, ist das mit den Informationen/ Spannungsaufbau genau mein Problem. Ich als Autor weiß nie wirklich wieviel ich wovon hergeben soll. Drum hab ich ja jetzt auch die AG gegründet, weil mir bei der Geschichte doch noch einiges abgeht.

Falls du Lust hast, würd ich mich freuen wenn du da mal vorbeischaust. Dann kannst du auch das ganze erste Kapitel lesen,...vlt. ist es in der Gesamtheit ja besser. Ist aber nur ein Vorschlag,...fühl dich jetzt bitte nicht gezwungen.

LG Telani!


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BlackRider
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BeitragVerfasst am: 12.06.2009 08:36    Titel: Antworten mit Zitat

liesse sich sicher einrichten. Aber keine Ahnung, wie man sich da fuer die AG eintraegt. Schick mir doch einfach was, wo ich bloss auf "Ja" klicken muss wink

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Telani
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BeitragVerfasst am: 12.06.2009 11:11    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Nein,...ich muss dich einfach eintragen lassen, dann siehst du unten bei AG meine mit Namen Phylos.

Hey, cool freut mich!

LG Telani!


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Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 20.06.2009 16:42    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kann es mir nicht verkneifen, hier ein bisschen herumzuwurschteln - obwohl vieles schon gesagt worden ist.  Wink

Zitat:
Plick, Plong, Plick, Plong,…
Mechanisch sammelten sich Tropfen am Netz des Wasserhahns und platschten dumpf auf den Boden der Edelstahlwanne nieder. Dort zersprangen sie zu hunderten Perlen.

Ich finde auch, hier beschreibst du die Tropfen doppelt gemoppelt. Einmal unmittelbar durch Lautmalerei, dann "in der Theorie", durch eine ausschweifende Beschreibung. Das passt nicht zusammen, weil jeder Satz einen eigenen Stil repräsentiert, und diese Stile mischen sich nur schlecht. Überlege dir, was du willst - show oder tell, und entscheide dich für einen der Sätze.
Falls du dich für den längeren entscheidest: Ihn kannst du noch verbessern, weil die Beschreibung wieder etwas kitschig geraten sind. Zu einem liegt es an der Adjektivlastigkeit; kursiv habe ich dir jene Wörtchen markiert, die mir persönlich überflüssig vorkommen. Denn: Was heißt das, die Tropfen sammeln sich "mechanisch"? Das Wort passt hier nicht wirklich, es beschreibt nichts, es ist ein Füllsel. Das "dumpf" brauchst du streng genommen auch nicht, weil das "platschen" schon eine bestimmte Tonalität beinhaltet. Dann die hunderte Perlen. Muss für einen schnöden Vorgang wie einen tropfenden Wasserhahn unbedingt so eine blumige Umschreibung?

Zitat:
Anna saß am harten Boden und Kälte kroch über die Fliesen an sie heran

Der Satz ist nicht schlecht, er erzeugt Atmosphäre. Allerdings würde ich, da ich "und"-Verbindungen in der Regel nicht sehr kreativ halte, ihn ein bisschen umschreiben - du erlaubst?
Von den Bodenfliesen kroch die Kälte an Anna herauf.
Ich habe das "sitzen" weggelassen, weil man es nicht unbedingt als Info braucht, finde ich. Und den "harten" Boden musst du auch nicht extra beschreiben - oder kannst du mir beim Baumarkt kuschelweiche Fliesen zeigen? wink

Zitat:
Teilnahmslos starrte sie zum Waschbecken, spürte den Rhythmus der Wassertropfen in ihren eigenen Adern – ihr Puls.

Die Parallele zum Tropfen finde ich nicht schlecht, aber um sie verbundener zu gestalten, müsstest du diesen und den Boden-Satz eventuell vertauschen, damit der Bezug deutlicher ist.

Zitat:
Nachdem sie die Ergebnisse des letzten Genomscreenings in ihren Händen gehalten hatte, war sie auf die Toilette geflohen. Nur hier konnte sie allein sein und im Stillen, begleitet vom Klang der Tropfen ihren schweren Gedanken nachgehen.

Ich weiß nicht, obgleich du dich sichtlich darum bemühst, Gefühle zu transportieren, liest sich diese Passage recht trocken. Du umschreibst die Gefühle nur, du zeigst sie nichts, es fehlt die Dynamik. Ich habe den Verdacht, dass es an diesem erklärenden "Nachdem"-Plusquamperfekt liegt. Ich hätte eine spontane Idee, wie man hier ein bisschen mehr Leben hereinbringen könnte. Sicher, es gibt tausend Möglichkeiten, und meine ist sicherlich nicht die beste ... aber für dich vielleicht eine Anregung?
Im gleichen Takt zitterte das zu einer Röhre zerdrückte Papier in ihrer Faust. Das Ergebnis des Genomscreenings. Nur auf dieser Toilette konnte sie Zuflucht finden vor seinen Ausmaßen.
So in die Richtung.

Insgesamt zum ersten Absatz: Du könntest hier wunderbar Atmosphäre aufbauen, verschenkst etwas davon durch ein "zuviel", durch nicht ganz ausgereiften Sprachumgang. Du musst noch ein Gefühl dafür bekommen, was du auf welche Weise beschreibst und wie du Gefühle transportierst. Versuche, dich dabei ein bisschen mehr vom Kitsch zu entfernen, denn er fesselt nicht unbedingt am Textanfang.

Zitat:
Ihr eigener Herzschlag quälte sie, ihre Hände wandelten sich zu Eisblöcken und zitterten unentwegt. Selbst ihrem Gesicht war alle Farbe entwichen, ein kalkweißes Oval starrte ihr vom Spiegel über dem Waschbecken zurück.

Hier wieder ein Bemühen um eine Emotionsdarstellung, aber ich kann mir nicht helfen, für mich liest es sich eben genauso - bemüht. Es sind Standartfloskeln für Gefühle, Aufsatz-Bausteine, denen die echte Dramatik fehlt (sorry, nichts gegen dich, aber so empfinde ich es). Ich würde dir sogar den radikalen Tipp geben, diese Passage ganz wegzulassen, weil sie eher aufhält, als den Leser tiefer ins Geschehen zu versetzen.

Wenn du in irgendeiner Form meine Version von weiter oben übernimmst, kannst du, wenn du diese Beschreibung weglässt, auch das hier besser anbinden:
Zitat:
Sie seufzte tief und tastete nach einem kleinen Streifen Papier in ihrer Hosentasche. Unruhig glättete sie es mit zitternden Fingern. Der Anblick von schwarzen Buchstaben auf nacktem Weiß versetzte ihr einen neuerlichen Stoß in den Magen. Ihr Blick ließ sich nicht von den Lettern abwenden, eine unangenehme Trockenheit breitete sich in ihrem Mund aus.

Auch hier habe ich wieder kursiv einige Dinge markiert, die meiner Meinung nach zuviel des Guten sind. So ist zum Beispiel der "unruhig"-Satz doppelt gemoppelt, da die zitternden Finger schon die Unruhe darstellen. Du zeigst und beschreibst also in einem - das ist zuviel. Ich würde das "unruhig" weglassen, weil es das theoretischere Adjektiv ist.
"einen neuerlichen Stoß versetzen" ist noch etwas umständlich formuliert, das kannst du auch lebendiger ausdrücken. Ich habe an der Beschreibung herumgespielt:
Jeder Buchstabe verwandelte sich in einen Rammbock, der in ihre Magengrube stieß.
Eine etwas übertriebene Beschreibung, aber so könntest du mehr Bildlichkeit - die du ja ständig aufzubauen versuchst - reinbringen
Warum "ließ" sich der Blick nicht losreißen? "Sie konnte..." ist schon aktiver.
Statt der "unangenehmen Trockenheit" kannst du einfach "Ihr Mund wurde trocken" schreiben, dadurch verliert der Satz nichts, außer Umständlichkeit. Aber der trockene Mund ist wieder so eine Standart-Nervositätsfloskel, über die ich nicht ganz glücklich bin. Ich finde solche Sachen immer sehr theoretisch, weil jeder Mensch körperlich anders auf so einen Seelenzustand reagiert.

Insgesamt empfehle ich dir, knackiger zu schreiben. Der spannende Punkt hier war für mich nicht so sehr der Gemütszustand der Protagonistin, sondern das Ergebnis des "Genomchecks", oder was das sein soll. Die Situation lässt sich, glaube ich, sehr gut mit einer Patientin vergleichen, die gerade die Krebsdiagnose erhalten hat. Da du aber eben etwas Fremdartiges verwendest, ist der Leser gespannt, was genau das Problem ist.

Zitat:
Wie konnte das sein? Wie konnte sie es so lange einfach übersehen haben?

Solche rhetorischen Fragen sind meines Erachtens eine ziemlich cheatige Art, die Spannung zu steigern, vor allem, wenn du sie im nächsten Zug nicht beantwortest, sondern mit einer Beschreibung fortfährst. Das ärgert auf Dauer den Leser, weil der Aufbau bisher ein bisschen den Eindruck von Planlosigkeit vermittelt: Du scheinst dir nicht ganz schlüssig um den Aufbau des Textes gewesen zu sein und hast mehrere "Linien" durcheinandergeworfen.

Zitat:
Wieder streifte ihr Blick über den rinnenden Wasserhahn hinauf zum Spiegel. Ihr Gesicht wirkte so schmal im matten Lichtschein.
Von draußen her drangen Geräusche an ihr Ohr, eine Tür fiel knallend ins Schloss, Schritte kamen näher und entfernten sich wieder. Annas Atem wurde tief und schwer, blaue Adern glänzten aus dem weißen Gesicht unter den Augenhöhlen.

Noch ein Grund, die Beschreibung weiter oben rauszuschmeißen. Eine doppelte Erwähnung des Spiegels kurz hintereinander strapaziert den Text, überdehnt ihn.
Ach ja, die Adernbeschreibung würde ich, wenn überhaupt, etwas weiter oben im gleichen Zug mit dem schmalen Gesicht beschreiben, beim Atem scheint es irgendwie verirrt.

Zitat:
Was sollte sie tun?

Oh, bitte nicht diese rhetorischen Fragen. Das brauchst du nicht. Wenn schon einen inneren Monolog, dann nicht in Form einer seifenopernhaften Kommentierung. (das klingt hart, aber nur, weil ich etwas genervt bin)

Zitat:
Mit dem zerknüllten Papier in der Hand raufte sie sich das blonde Haar und atmete keuchend aus

Sorry, das Haareraufen mit einem Papier in der Hand stelle ich mir merkwürdig vor.

[quote]100 Jahre, 100 lange Jahre hatte ihr Volk auf diesen Moment gewartet. Die blanken Buchstaben am knittrigen Papier verhießen Rehabilitation. Der Schlüssel aus dem Exil.
Nach Hause kreiste ein bittersüßer Gedanke in ihrem Sinn. Ihr Volk, die Numadier könnten endlich wieder den Weg zurück nach Hause finden und der Verbannung entfliehen.
Die Erde! Welch schöner Klang dieses Wort![/quote]
Juhu, endlich wieder ein Schwenk in Richtung SF, was ja dein eigentliches Genre ist. Mit dem kursiven Satz bin ich nicht vollkommen glücklich, du beschreibst das Papier immer wieder, auch die Buchstaben, außerdem liest sich "knittrig" ein bisschen schief.
Das mit dem kreisenden bittersüßen Gedanken würde ich weglassen, ich persönlich finde es stärker, den inneren Monolog unkommentiert stehen zu lassen.
Pass auf, beim letzten kursiven Satz ist grammatikalisch etwas sehr durcheinander geraten. Ich glaube, da fehlt ein "hatte". Und überhaupt, der Satz ist recht pathetisch, kannst du ihn nicht etwas nüchterner ausdrücken?

Zitat:
Unvermittelt zog es ihre Gedanken zurück in die Vergangenheit, Erinnerungen an ihre Urgroßmutter erwachten. Mit leuchtenden Augen hatte sie stets von der Erde erzählt. Die Erinnerung an die Schönheit der verlorenen Heimat brachte der Urgroßmutter jedes Mal Leichtigkeit in ihre Züge. Eine Freude erkannte man dann in der alten stolzen Dame, die man sonst nie an ihr erblickte. Berauscht sprach sie von Ahornbäumen, Eichen, Weiden, Tannenwäldern so weit das Auge reichte. Sie erzählte von Bergen, die höher waren als alles von Menschenhand erschaffene, von glasklaren Seen und Flüssen aus genießbarem Süßwasser.

Schön geschrieben. Ich hätte es vielleicht wieder einen Tick anders aufgezogen, aber ich werde dich damit jetzt nicht behelligen, weil diese Passage keine wirklich groben Fehler enthält.

Zitat:
Nicht sowie hier auf Phylos, wo es nur Meere aus salzhaltigem mit Gischlem verpesteten Wasser gab. Erde, ein Wunderwerk musste dieser Planet sein und ihr Herz brannte bei dem Gedanken an die ferne unbekannte Heimat.

Aha, ein recht bekanntes Sujet hast du gewählt - die Verbannung von der Erde, die Sehnsucht nach Heimat. Ich bin gespannt, wann es mit dem Genom-Dings zusammenläuft.

Zitat:
150 Jahre waren bereits vergangen, seit man die Menschen, Numadier von den Sinth genannt, aus ihrer Heimat vertrieb und auf Phylos verbannte.
Phylos, diesem kahlen toten Planeten.
Hier gedieh nichts, hier gab es nur Stein und Felsenkrater, durchsetzt von verpesteten Meeren. Diese Welt bot nur Trostlosigkeit und Gefahr, in Gestalt der klüftigen Felsen, der giftigen Dämpfe und tötenden Bakterien, von den Menschen auf Phylos Gischlem genannt.
Kaum drangen Strahlen der Sonne auf diesen Planeten vor, doch des Nachts grinsten fünf Monde kalt und matt auf Phylos herab. Was half da das lange Leben eines Menschen in solch einem kahlen Exil

Du arbeitest hier sehr auf Dramatik, sehr schwarzmalerisch. Ich persönlich mag es nicht, als Leser so gesteuert zu werden. Zeige mir die Trostlosigkeit, aber nicht so offensichtlich. Erde und Phylos nicht als Pardies und Hölle, sondern etwas sanfter, differenzierter. Verstehst du, was ich meine?

Leider endet der Text, ohne meine Frage zu beantworten.
Ich kann als Fazit nur wiederholen, was ich dir schon unter die einzelnen Absätze geschrieben habe.
Das Hauptproblem ist, dass du zuviel willst. Du greifst voll in die Palette und malst auch dann mit dicken Farben, wenn ein sanfter Hauch erforderlich wäre. Du bedienst dich aller Mittel, weißt aber noch nicht so recht, sie zu dosieren. Das kann gerade in der SF ein Problem werden, weil die Mehrheit der Leser in diesem Genre nicht gerade blumige Beschreibungen erwartet, eher steht Handlung und Konflikte im Vordergrund. Deinem Text täte ein wenig (aber bitte nicht in diese Richtung übertreiben!) mehr Nüchternheit, mehr Distanz gut, finde ich - aber das ist natürlich reine Geschmackssache.

Überdenke auf jeden Fall deine Beschreibungen, und ihre Reihenfolge. Bisher hast du gerade im Anfang mehrere "Blöcke", die sich vermischen:
Toilettenkulisse mit tropfendem Hahn - Spiegel; das Äußere der Protagonistin - das zerknüllte Papier mit den Buchstaben
Versuche, diese Dinge knapper abzuhandeln. Es muss keine strenge Reihenfolge sein, aber du musst für dich wissen, wie du überleitest, das gibt dem Text einen homogeneren Eindruck.
Erfreulich wäre auch ein bisschen mehr eigenen Einfallsreichtum bei den Beschreibungen.

Ich hoffe, du empfindest meine Kritik nicht als kalten Verriss, selbst wenn ich von "Kitsch" etc. rede. Tatsächlich ist es so, dass mir dein Schreibstil schmerzlich verwandt vorkommt; genauso habe ich vor ein-, zwei Jahren auch geschrieben. Ausufernde Gefühlsbeschreibungen und der gute alte Spiegel-Trick. Ich will mich jetzt nicht als etabilierte Profi-Schreiberin darstellen, die so wahnsinnig viel weiter ist.
Was ich damit sagen will, ohne dass es arrogant klingen soll: Deine Probleme wie Beschreibungen etc. sind typisch, wenn man gerade anfängt. Mit mehr Übung bekommst du ein besseres Gefühl für diese Dinge. Mit Übung meine ich, nicht nur viel schreiben, sondern durchaus auch beim Schreiben den Stil kritisch hinterfragen, sich Gedanken machen: Brauche ich diese oder jene Metapher wirklich?

Ich hoffe, du konntest meinem Geschreibsel etwas halbwegs Verwertbares entnehmen. Ich bin aber gespannt, was du aus dieser Story machst.


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BeitragVerfasst am: 20.06.2009 19:24    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

hab ich dir eh schon in der PN geschrieben...dieser Teil fällt komplett weg und die Geschichte wird jetzt von einer anderen Seite aufgerollt.

Gespannt was dabei rauskommt bin ich auch schon. Im Allgemeinen möchte ich gerne mehr äußere Bilder erzeugen und die innere Perspektive eher weglassen...bin mal gespannt wie das funktionieren wird.

Sagt mal kennt jemand von euch irgendwelche Schreibübungen, bei denen man Spannung erzeugen üben kann?

LG Teli!


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BeitragVerfasst am: 20.06.2009 19:57    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist ja schade. Dann war die ganze Arbeit umsonst.

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BeitragVerfasst am: 20.06.2009 20:18    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Nein das sicher nicht, weil ich mir diese Dinge, die du mir aufgezeigt hast aber sowas von zu Herzen nehmen muss wenn ich jetzt dann das erste Kapitel neu schreibe!

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