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LOONYS Kapitel 3.2

 

 
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denLars
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Beiträge: 611
Wohnort: Düsseldorf
Extrem Süßes!


LOONYS - Die Vergessenen Rosen der Zeit
BeitragVerfasst am: 24.05.2007 19:22    Titel: LOONYS Kapitel 3.2 eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

3.2
Der Himmel war unwahrscheinlich blau, genau wie das azuritfarbene Wasser. Der Horizont war nicht auszumachen; alles schien ein einziger, blauer Kosmos zu sein, nur die Sonne durchbrach ihn mit ihrem gleißenden Licht.
Die weiße Yacht, die mein Vater geliehen hatte, war 24 Meter lang, stromlinienförmig und schneeweiß. Die Fenster waren schwarz-getönt, der Aufbau für die Brücke, den ich in diesem Moment bestieg, wirkte futuristisch und elegant.
"Wo ist mein Vater?", fragte ich einen Matrosen, als ich die Brücke betrat.
"Ist auf dem Festland in Townsville. Er hat dort ein Geschäftsessen."
"Nie ist er da, wenn man ihn mal braucht." Ich schüttelte den Kopf. Mein Kopfschütteln hielt länger an, als ich es für möglich gehalten hatte. Es wurde sogar noch stärker, nachdem meine Augen das Bild fixiert hatten, das über einen kleinen Satellitenfernseher in einer Ecke der Brücke flimmerte.
Meine Augen stimmten in das ungläubige Kopfschütteln ein; weiteten sich und glänzten fasziniert und gleichsam beängstigt.
Der Kapitän der Yacht, ein weißbärtiger Schwarzer aus Melbourne, stellte sich mit verschränkten Armen neben mich. Seine Augen, die ständig in die Ferne zu Blicken schienen, waren zutiefst besorgt, Falten zerfurchten seine Stirn.
"Sehen Sie sich das an! Der Minotauros ist nicht das einzige Monster!", meinte er.
Gespannt beobachtete ich den umgestürzten Bus, den die pixelige, verwackelte Aufnahme zeigte. Menschen versuchten aus den Fenstern und Türen zu klettern, die Kleider zerrissen und blutverschmiert, die Wangen tränenbenetzt.
Zwischen ihnen war ein haarloser Junge im grauen T-Shirt. Auf unerklärliche Weise stach er mir direkt ins Auge. Er hatte es beinahe geschafft über einen Stuhl aus einem Fenster zu steigen. Er musste nur noch seinen linken Fuß hinterherziehen.
Doch plötzlich packte eine knochige Hand nach ihm, mit langen dürren Fingern und scheinend weißer Haut auf der bläulich-grüne Flecken sprießen. Mein Herz setzte für einen Schlag aus, als meine Augen die Erkenntnis an mein Hirn leiteten, dass die Hand sechs Finger hatte. Der Junge versuchte das Wesen, das ihn festhielt, wegzuschütteln. Doch er wurde immer weiter in das schwarze Ungewisse des Busses gezogen.
Der Minotauros sprang mit einem gewaltigen Satz auf den Bus, sein zottiges Fell wehte im Wind, auf seinem Rücken trug er eine enorme Streitaxt. Seine Pranken umfassten den Jungen und entzogen ihn mit Leichtigkeit dem Griff des Wesens aus dem Bus.
Die Pixel ließen es kaum erkennen, doch ich vermutete, dass Entsetzen seine Züge beherrschte, als der Minotauros  ihn auf seine Schultern hob. Im selben Moment entstieg das Wesen, das den Jungen zurückreißen wollte, der Dunkelheit des Busses.
Ich konnte nur erkennen, dass es über fledermausartige Flügel und Löwenbeine verfügte, sein Kopf wurde von zwei gezwierbelten Hörnern geziert.
Der Minotauros löste seine Axt von dem Lederband, das sie auf seinen Rücken gebunden hatte. Das Flügelwesen entbreitete seine Schwingen zu voller Weite.
Dann brach die Übertragung des Handys ab und eine hübsche CNN-Moderatorin ließ verlauten, dass die Hamburger Polizei, das SEK und nun bald auch die CIA in den Fall verwickelt waren.
Mein Denken wirkte wie ausgeschaltet. So als ob alle meine Gehirnzellen sich darauf konzentrierten, die neue Realität, die sich mir auftat, zu verarbeiten.
Ich reagierte mit einer den Menschen typischen Schutzfunktion: "Das ist nicht wahr! Das kann einfach nicht sein."
Mein Verstand wollte die Wahrheit einfach nicht annehmen. Er schaltete in den Zustand, in dem man sich fragt, ob man noch träumt oder doch lebt. In dem man sich fragt, was das eigentlich ist, dieses Universum.
Ein Matrose schrie.
Ich sah auf, blickte aus dem Fenster.
Und konnte nichts sehen. Eine massive, trauergraue Nebelwand presste gegen das Glas und verwehrte den Blick auf den Ozean.



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