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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Supermarktanimositäten II: Bio-Autismus


 
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Maria
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BeitragVerfasst am: 22.02.2009 19:19    Titel: Supermarktanimositäten II: Bio-Autismus eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

„…Bananen. Drei Stück. Du kannst den Korb nehmen, der im Flur steht.“

Wenn ich mit doppelt gebrochenem Wadenbein danieder läge, wäre ich auch dankbar, wenn eine Freundin für mich einkaufen ginge.
Nur: mussten es unbedingt dieser stadtbekannte Hardcore-Bio-Laden und ein Weidenkorb sein?
Britta reichte mir den Einkaufszettel, den sie mir zur Sicherheit nochmal vorgelesen hatte – wer wüsste schon, welche Assoziationen ich im Laden bei „unreife Banane“ bekommen würde.

„Lass Dich nicht erwischen, dass Du irgendwas davon im Obstladen holst! Wenn Du was nicht findest, frag Sissi, die Inhaberin. Die ist etwas schrill, aber kompetent“, lautete Brittas letzte Anordnung.

Ein geflochtener Weidenkorb, aus dem frech das Suppengrün wippt, vermittelt mir immer den Eindruck von Reife und einem geordneten, strukturierten Leben. In meinen Weidenkorb, den mir meine strukturierte Mutter vor Urzeiten geschenkt hatte, hatte sofort meine Katze gepinkelt. Ein geordnetes Leben kam ihr nicht ins Haus.

Ich warf einen Blick auf den Einkaufszettel, mit den mir fremden Wörtern und fragte mich, woher Britta wusste, was ‚Quinoa‘ ist und vor allem, was man damit anstellte.


Ausgestattet mit den Insignien einer modernen Hausfrau, betrat ich wenig später den kleinen Laden, der für seine absolut und hundertprozentig biologische Bio-Ware bekannt war, und stand in einer überwältigenden Wolke von Sellerie und überreifen Bananen. Spielte mir mein Gehirn samt meiner Vorurteile einen Streich?

Das Drehkreuz quietschte, als ich dagegen tippte, es bewegte sich aber nicht. Ich rammte mit meiner Hüfte dagegen und hob es krachend aus den Angeln. Die Fliehkräfte drückten mich nach vorne und ich polterte gegen eine spratige Holzkiste - randvoll mit braunem Sellerie und schwarzen Bananen.
Ich berappelte mich, schob das Drehkreuz zurück und sah mich schuldbewusst um. Ein Pärchen, beide in erdfarbene himalajataugliche Thermoanzüge und Fahrradhelme gepackt, war gerade dabei, seine Einkäufe zu verstauen, und starrte mich erschrocken an.
Mit einer kurzen Bewegung drehte das weibliche Erdmännchen einem Bund Möhren das Grün von den Köpfen – ohne den Blick von mir zu wenden. Es hatte etwas Bedrohliches.

Außerdem hatte es vier Grad über Null und sie trugen Schneeanzüge. Unter meinem offenen Parka trug ich ein T-Shirt mit einem Totenkopf, aus dessen blutenden Augenhöhlen Schlangen und Ratten krochen. Auch sie wunderten sich vielleicht.


Ich versuchte mir einen ersten Überblick zu verschaffen: Der Laden war klein, die eine Längsseite bestand ausschließlich aus einer gläsernen Frischetheke und die andere Seite war bis in den letzten Winkel vollgestopft mit Regalen und, natürlich, großen und kleinen Weidekörben.

Mein Hirn war absolut leer und fand keinen Punkt, um zu ankern.
Nicht ein Logo war zu sehen, an dem ich mich hätte orientieren können. Bei Aldi oder Tengelmann weiß man nach einiger Einkaufserfahrung schon aufgrund der Farben in welchem Gang man steht. Tee oder Nudeln, Schokolade oder Haarspray.
Heute brauchte ich aber Quinoa und Amarant.

Orientierungslos lief ich an der Glastheke entlang. Qui-no-a, buchstabierte ich im Geiste. Was nicht alles modern geworden war, seit der Erschaffung des Biosiegels.

Am Ende der Theke machte ich kehrt und wandte mich den Regalen zu. Ein Junge mit Schulranzen rempelte mir seinen Fahrradhelm ans Knie. Mit missmutigem Gesicht zog er einen Riegel aus einer Auslage und legte ihn wie einen Regenwurm auf seine flache Hand. Vermutlich dachte er gerade an seine Klassenkameraden, die in dieser Sekunde bei McDonalds saßen und labberige Essiggurkenscheiben ans Fenster schmissen.
Und er knabberte stattdessen an zermahlenen Regenwürmern mit Oblatenhülle.


Ich besann mich meines Auftrags und beschloss loszulegen, das Schwierigste zuerst zu suchen, und so begann ich die Etiketten des Sortiments vor mir zu lesen und sicherheitshalber alles anzufassen.

„Kann ich Ihnen helfen?“.
Ich erschrak fast zu Tode und gleich nochmal, als ich auf zwei riesige, waagerecht vorstehende Brüste blickte. Blankes Fleisch, die Haut von lederner Struktur, von feinen Linien durchzogen, drängte aus dem grünen Schurz. Mehrere Goldketten in verschiedenen Längen waren auf der orange-braunen Haut verteilt, deren Anhänger in der glitzernden Spalte feststeckten. Ich konnte meinen Blick erst davon lösen, als mir die Brüste eine Packung Grünkern aus der Hand nahmen.
„Quinoa!“, sagte ich zu laut, räusperte mich und blickte auf, in das grellbunt geschminkte Gesicht der Frau, „Ich suche Quinoa“, wiederholte ich etwas leiser.

Fünf Sekunden später drückte mir die Verkäuferin eine transparente Packung beigefarbener Körner in die Hand. Das soll Quinoa sein? Ich war leidlich enttäuscht.
„Kann ich noch was für Sie tun?“
„Durchaus - sehr freundlich.“ Ich sah krampfhaft auf die unscheinbaren Körner in meiner Hand. Nicht, dass ich noch nie soviel nackte Brust gesehen hätte, aber in dieser Umgebung hätte ich eine bedecktere Brust erwartet. Oder gar keine.

Wortlos streckte ich ihr Brittas Einkaufszettel entgegen, zeigte ihr die ersten fünf Zeilen. Mit wiegenden Hüften schob sie sich um das Mittelregal, um wenige Momente später mehrere Dosen und Becher in meinen Korb zu sortieren. Wortlos. Kompetent. Sissi?

„Noch etwas? Käse? Obst?“.
Lächelnd bedankte ich mich und versicherte, dass ich nun zurecht käme. Mein Blick fiel auf das kleine Namensschild, das sie am Kragen ihres Kittels trug: Natur und Viktualien – Sissi.
Sissi zwinkerte mir verschwörerisch zu und verabschiedete sich in charmantem oberbayrisch: „Sehr gerne, sagns nur B‘scheid“, und stöckelte langsam in Richtung Kasse davon.

Sissi. Sie sah aus wie eine der QVC-Assistentinnen ohne Sprechrolle, die der hysterischen Moderatorin mit überstreckten Fingern den innovativen Gurkenhobel reichten, selbigen streichelten und gewinnend die Zähne fletschten. Aber keinesfalls wie die Inhaberin dieses Bio-Ladens für hartgesottene Amarant-Aktivisten.

Ich verdrängte die Erinnerungen an Porzellanpuppen und Ying-Yang-Zimmerbrunnen und schlenderte zum Obst-Gemüse-Frischeraum am Kopfende des Ladens.
Etwas Obst konnte ich selbst noch gebrauchen. Außerdem würde ich mich dort sicher fühlen, weil ich alles erkennen würde und so steuerte ich auf die Automatik-Glasschiebetüre zu, die dem Gemüsezimmer etwas güteversiegeltes verlieh: keimfreies Obst, bewusst ernährt.

In dem kleinen Raum standen ein Mann und eine Frau und während ich wartete, konnte ich beobachten, wie die Frau den Mann mit ausgestreckten Arm hierhin und dorthin dirigierte, selbst nur eine Armlänge von allem entfernt.
Dabei erteilte sie kurze, harte Befehle:
„Fenchel!“ „Bananen!“

Während sie dann seine Beute fachmännisch begutachtete, stand er still, seine  schmächtigen Schultern hingen herab, sein Kinn berührte fast sein Brustbein und die Arme fast den Boden – er wartete auf weitere Instruktionen. Aber anscheinend war Madame fertig. Er hatte einen schwarzen Fahrradhelm auf dem Kopf.

Einen Moment später betrachtete ich die hochgelobten Bio-Äpfel.
Da trugen selbst die wilden Bäume im Garten meiner Oma gleichmäßigere Äpfel. Diese hier waren unappetitlich - pockig, schwarz vernarbt und mit Druckstellen. Bestimmt gab es Öko-Leiharbeiter, die Nägel in die junge Frucht stachen, damit sie zur Erntezeit so richtig scheiße aussahen.

Braunfleckige Bananen, namenlose Knollen, die aussahen, als würden sie, wie Potters Alraunen, gleich gellend losschreien, lagen mit Zwiebeln und anderem wild durcheinander. Der Geruch in dem winzigen Abteil war alles: säuerlich, süß, scharf, aufdringlich, frisch und würzig.

Ich verzichtete auf eigenes Obst. Mir war mehr nach einem rotbackigen, glänzenden Apfel, der vielleicht eins dieser umstrittenen staatlichen Bio-Siegel trug, mir aber mehr Frische signalisierte.

Der Einkaufszettel war abgearbeitet, meine Verwirrung am Höhepunkt angekommen und ich rannte fast zur Kasse. Sissi saß mit ihrem Prachthintern auf einem Sitzen-mit-Schwung-und-guter-Laune-Swopper und zeigte mir freudig erregt ihre Zähne.

Sie zog gerade den letzten Becher Soya-Dessert über den Scanner, als ein schriller Schrei die Ruhe zerschnitt, vor Schreck knickten fast meine Knie ein:

„PUMPERNICKEL!“

Ich fuhr herum und wieder sah ich die Frau aus dem Obstzimmer: Sie stand mit ausgestrecktem Arm vor dem Brotregal und der hängende Mann sortierte zwei Packungen Pumpernickel in seinen Einkaufswagen, in dem natürlich ein Weidenkorb stand.

Verblüfft sah ich Sissi an. Die grinste, beugte sich dann über das Laufband und flüsterte: „Bio-Autisten. So sind hier fast alle. Die Bananen schenk' ich Ihnen - auf den Schreck. Und: kommen Sie ja wieder.“ Sprach's, steckte mir die grünen Bananen in den Korb, zog ihre Ketten aus ihrem tiefen Dekolleté und lächelte – kompetent und ein bisschen gehässig. Ich grinste zurück und versprach es. Für eine kurze Sekunde glaubte ich es selbst.

----
16.03.09 editiert, Rechtschreibung und Orthographie nach Valeska... dankeschön

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Brynhilda
Felix Aestheticus

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Edgar Allan Poe (1809 bis 1849) - Zum 200. Geburtstag
BeitragVerfasst am: 22.02.2009 20:46    Titel: Antworten mit Zitat

Wunderbar. Wunderbar.

Was wollte ich noch dazu sagen? *nachdenklich kopfkratz*
Ach ja! Wunderbar.

Das ist fast schon ein Sittengemälde.
Vor allem die Stelle mit den Äpfeln. Und was Quionona oder wie auch immer ist, weiß ich immer noch nicht.

Sehr gern und mit großem Spaß gelesen!

Liebe Grüße,
Ilka!
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Noelia
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BeitragVerfasst am: 22.02.2009 20:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Maria!

Ich habe erst mal den ersten Teil dazu gelesen. Den kannte ich noch nicht. Shocked

Aber das habe ich nun nachgeholt.

ich kann allerdings nicht sehr viel mehr sagen als Brynhilda.
Wundervoll geschrieben. Du hast einen echt tollen Schreibstil. Könnte stundenlang so weiterlesen.
Toll toll toll.

Grüße
Noelia
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Rheinsberg
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Bronzenes Messer


BeitragVerfasst am: 22.02.2009 20:57    Titel: Antworten mit Zitat

Danke, Maria, das war die Lektüre, die mir jetzt den Abend verschönt. Auf meinem Gesicht breitete sich ein fröhliches Grinsen aus - auch ich bin mit Bio-Verwandtschaft geplagt. Meine eigene Einstellung ist eher die der Katze - Katzen sind halt kluge Tiere und fressen auch lieber Whiskas als Bio.

Man könnte natürlich an Kleinigkeiten feilen... aber wirklich den Lesefluss hemmendes habe ich nicht festgestellt.

Gerne mehr davon.


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Gine
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BeitragVerfasst am: 23.02.2009 06:16    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Maria,

ich wohne im weddingnahen Pankow, also sozusagen dem Brutkasten Deutschlands. Hier steht man knietief in Kindern hoffnungslos moderner Eltern, die zu praktisch jedem Erziehungsexperiment bereit sind, wenn nur 'Bio' draufsteht. Ich meine, sie füttern unschuldige Babys mit Reiswaffeln und das sagt eigentlich alles.

Den typischen und allgegenwärtigen Bioladen muss man hier mit einem Knüppel abwehren. Sie ernähren sich parasitär von wild wuchernden Kindergärten und dem einen oder anderen Eltern-Café.

Andererseits arbeitet ein sehr netter Nachbar von uns in einem dieser verdächtige Bio-Supermärkte.
Was nur beweist, dass deine Analyse mal wieder absolut zutreffend ist.

Und außerdem saukomisch.

 lol  lol  lol


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bloody_mary
Dichter und Denker


Beiträge: 1448



BeitragVerfasst am: 23.02.2009 09:09    Titel: Antworten mit Zitat

Maria, da ist dir aber wieder ein Wurf gelungen!  Daumen hoch  
Ich hab mich sehr gefreut, als ich gerade gesehen habe, dass es eine Fortsetzung gibt. Und ich wurde nicht enttäuscht.  smile extra  Gefällt mir total gut! Danke, dass du mir meinen Tagesbeginn versüßt hast.

Vor allem die Stelle hier:

Zitat:
Bestimmt gab es Öko-Leiharbeiter, die Nägel in die junge Frucht stachen, damit sie zur Erntezeit so richtig scheiße aussahen.

 lol

Liebe Grüße, Bloody Mary
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Marten
Dichter und Denker

Alter: 45
Beiträge: 1731



BeitragVerfasst am: 23.02.2009 10:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Maria,

bei so viel Lob, muss ich eingreifen, das kann doch nicht angehen-,

dass ich einfach nichts anderes dazu sagen kann als, "Ich habe mich wieder einmal köstlich amüsiert", wenn es auch leider die Wahrheit ist, welche ganz und gar nicht komisch sein sollte. Ich war mal Webdesigner für ein Vegetarier-Hotel, man was für Gestalten. Ich meine ich kenne Vegetarier, gehören mit zu meinem Freundeskreis, aber diese Hardcore-Typen, mit Bio und vielleicht sogar Vegan. Ne, wirklich nicht, aber der Job war lustig. wink

Bei solchen Sätzen
Zitat:
Vermutlich dachte er gerade an seine Klassenkameraden, die in dieser Sekunde bei McDonalds saßen und labberige Essiggurkenscheiben ans Fenster schmissen.
mache ich mir dennoch leichte sorgen, warum nur habe ich das dumpfe Gefühl du könntest eine dieser Klassenkameradinnen gewesen sein, naja.


Und dann der Kommentar von Gine, ich möchte euch nicht zusammen erleben.


Fazit: genau so stelle ich mir Unterhaltung vor, für die ich bereit wäre zu Bezahlen. Eigentlich müsste ich ja nur auf die Straße gehen. Ich finde es gut wie du auf die Feinheiten eingehst und leicht überspitzt darstellst, es reflektiert deine, meine und ich denke ich kann das sagen, unsere Gedanken.


LG Marten


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Und so erkannten die Großen derer, dass was sie einst sagten, auch gegen sie verwendet werden kann!

Die einzigen Zeilen für deren Veröffentlichung ich bezahlen werde, sind die auf meinem Grabstein und selbst das werde ich nicht mehr erleben.

Life is a long way, in a short time, we are allways on the run!
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Locard
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BeitragVerfasst am: 23.02.2009 11:36    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Maria Wink

In deinem Text passt einfach alles: jeder Punkt, jedes Komma und vor allem jedes einzelne Wort! Nichts ist zu viel, nichts zu wenig (ich weiß unglückliche Formulierung, aber sie passte so schön :O).

Genau wie der erste Teil ist das hier mal wieder ein genialer Wurf, grandioses Kino und absolut großes Tennis. Ich finde, dass es der Ikea-Szene aus "Volldidiot" ähnelt. Keinesfalls abgekupfert, sondern dieser herrliche bissige, zynische Stil.  Daumen hoch

Da kann der Tag doch nur noch gut werden ...


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Maria
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BeitragVerfasst am: 23.02.2009 11:36    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Herzlichen Dank Euch allen.
Und danke für die Federn!


@Ilka, Quinoa (oder Andenhirse): glutenfreies Pseudo-Getreide - alles klar oder? Hoher Eiweiß, Magnesium und Eisen-Gehalt). Kann anstelle von Reis verwendet werden, auch in Müsli gerührt werden. Sagt jedenfalls wiki.
Ich dachte dabei eher an eine dunkellila Frucht, die duftet wie Vanilleeis und schmeckt wie ... egal. Aber nich so fades ... Zeug.
Vielen Dank für Dein Lob!

@Noelia und Mary
Die Fortsetzung hätte ich beinah verpasst. Kurz vorm Einstellen fiel mir ein, dass ich ja schon mal im Supermarkt unterwegs war. Scheint mir ein unterbewußtes Anliegen zu sein. Dankeschön Euch beiden!
Stundenlange Fortsetzung gibts wohl keine mehr. Aber einen hätte ich noch: diese Trulla beim Bäcker, die dunkel nicht von hell unterscheiden kann, ohne nicht von mit und wenig nicht von viel. Jeden Morgen ein Riesenspaß  Evil or Very Mad

@Rheinsberg
katzen sind eh die klügeren Menschen... als wüssten sie, dass die Dinger nur hübsch sind, aber sau unbequem in der Beuge und der Hüfte °° Dankeschön und die Schleiferei, ja. Ich glaub in einer Woche wäre immer - oder schon wieder - was übrig. Zum Haareausraufen.

@Gine
JAU. Reiswaffeln. Die Frau meines Ex-Chefs quält ihr kleines Kind mit in Milch aufgeweichten Honig-Sesam-Schnitten. Die sind so hart, dass ich mich bemühen muss, mir damit nicht den Gaumen aufzureißen.
Aber in der Wirbelsäulengymnastik, für den durch die Geburt wirbelsäulengeschädigten Winzling, da haben die ALLE Mütter und neuerdings auch Väter, gesagt, dass das gut für die Entwicklung sei. Für welche war unklar. eh klar^^

@Marten
ich möchte Gine und mich durchaus gern zusammen erleben. Ich glaub danach gäb es neuen Stoff für vier Jahre, hehe.
Dafür würdest Du bezahlen?  Blink ... erschreckt mich, aber ich könnte ein dünnes vollkriegen. Wär es sogar schon, wenn ich so durchzähle. Quasi als Antwort auf die Kassiererin, die grade über Kunden lästert? Laughing


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Maria
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BeitragVerfasst am: 23.02.2009 11:44    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Locard,
danke... ich platz gleich!

Ich hatte ernsthaft Zweifel, ob das nicht nur eine Aneinanderreihung von verschlagwortetem Zynismus wäre.

vielen Dank, ich geh mir nachher Vollidiot kaufen Laughing


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Hardy-Kern
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BeitragVerfasst am: 23.02.2009 15:27    Titel: Antworten mit Zitat

So ein Bio-Laden hat’s schon in sich. Vielleicht waren die schwarzen Bananen eine neue Züchtung? Ein Thema, welches mich als alten Bauern mal wieder eine Gänsehaut den Rücken runterlaufen lässt. Aber das ist sicherlich ein eigenes Thema.

Man kann aber erkennen, dass Sissi dem biologischen Anbau ein großes Augenmerk schenkt. Wo ich immer einkaufe, steht geschrieben: He, was habe ich dort entdeckt, 2 Erbsen auf ein Brett gezweckt. Das kann für einen Mann auch manchmal sehr nervig werden. Zum Glück habe ich dann zu Hause Ersatz.

Da ich weiß, dass man die herkömmlichen Produkte, bei näherem Hinsehen bedenkenlos kaufen kann, ist Bioanbau eine Zeiterscheinung, weil die chemische Keule verbessert werden wird und erzeugte Produkte bedenkenlos zu essen sind.

Gut geschrieben. Mich freut es immer wieder, wenn die Städter sich selbst auf die Schippe nehmen können. Das kann nicht jeder- alle Achtung.

Schön diese Vollidioten. Muss man nirgend hin, kann man hier lesen. Very Happy

Hardy
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Hardy-Kern
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BeitragVerfasst am: 23.02.2009 21:19    Titel: Antworten mit Zitat

Very Happy Maria, muss noch mal nachstoßen. Wäre eigentlich eine neue Geschichte, was du unter den Insignien einer modernen Hausfrau verstehst? Die Postmoderne kann ich mir vorstellen, aber die Moderne?

 Rolling Eyes  smile extra

Hardy
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Maria
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BeitragVerfasst am: 23.02.2009 21:26    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Servus Hardy,

danke für den Rempler, ich neige zum weißen Schimmel, das war fast einer - jedenfalls wars nicht durchdacht...

Eigentlich sollte da die "bewußte" hin. Aber das ist auch so ein Unwort. Hm. Die altmodische, moderne und die postmoderne. Ich denk da mal drüber nach wink

schlau, der Hardy. Dankeschön. Und danke überhaupt!


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Hardy-Kern
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BeitragVerfasst am: 23.02.2009 21:32    Titel: Antworten mit Zitat

Der olle Hardy konnte dich doch nicht ohne eine letzte Ölung ins Bett gehen lassen. Hätte ich mir nie verziehen. Cool  lol

Hardy
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Pütchen
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BeitragVerfasst am: 26.02.2009 09:38    Titel: Antworten mit Zitat

lol lol lol

Oh, wie köstlich ist doch das wieder!! Absolut genial.

Federn - immer doch!! wink

Au ja, Gine und Maria im Duett!! Ich bestelle auch ein Exemplar übrigens ...

Ich traue mich gar nicht zuzugeben, dass ich auch Quinoa in meinem Schrank habe - aus dem Health Food Store in USA (dort trugen die Verkäufer allerdings Dirndl ... wink lol)

Aber nein, sonst bin ich nicht so, ganz ehrlich lol

Danke fürs Posten wink

Liebe Grüße, Pütchen


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Maria
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BeitragVerfasst am: 26.02.2009 10:20    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebes Puetchen.

Du hast Quinoa in deinem Schrank?
Wie schmeckt das Zeug? Wirklich wie Reis?

..., dass Du trotz der verbalen Attacken lachst beruhigt mich. Hätte ich gewußt, dass Du Quinoaverkocherin bist, hätte ich selbstverständlich Amarant genommen und Quinoa-Aktivisten daraus gemacht *g Oder?
ne. Ich meins ja nicht bös, ich bin ja nur eine Irritierte.

Herzlichen Dank.. für Dei Freud und die Federn!

*knutsch
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MosesBob
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BeitragVerfasst am: 26.02.2009 10:29    Titel: Re: Supermarktanimositäten II: Bio-Autismus Antworten mit Zitat

Moin Maria!

Zwei Dinge:

1. Astreiner Humor. Irgend was zwischen "richtig drollig", "richtig bissig" und "gar nicht doof".

2. Schöne, abwechslungsreiche Sprache, dadurch richtig gut erzählt.

Meine Lieblingsstelle (natürlich):

Maria hat Folgendes geschrieben:
Einen Moment später betrachtete ich die hochgelobten Bio-Äpfel.
Da trugen selbst die wilden Bäume im Garten meiner Oma gleichmäßigere Äpfel. Diese hier waren unappetitlich - pockig, schwarz vernarbt und mit Druckstellen. Bestimmt gab es Öko-Leiharbeiter, die Nägel in die junge Frucht stachen, damit sie zur Erntezeit so richtig scheiße aussahen.


Wo ein zweiter Teil ist, muss auch ein erster sein. Ich mach mich dann mal auf die Suche.

Beste Grüße,

Martin


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Pütchen
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BeitragVerfasst am: 26.02.2009 10:38    Titel: Antworten mit Zitat

Liebste Maria,

deine Sorge ist unbegründet wink

Ich stehe auch nicht besonders auf das Zeug. Ich esse nur wegen Allergien eigentlich kein Weißmehl, da habe ich mich mal durchprobiert. Aber bei dem einmaligen Versuch wird es wohl bleiben - also Entwarnung lol
Geschmack geht eher in Richtung Gerste - man muss alles über Gewürze jonglieren ...
Wobei die Quinoa-Nudeln gar nicht so unlecker sind.

(Amaranth hätte ich übrigens auch noch ...  Laughing )

Außerdem ist es doch eh am Schönsten, über sich selbst zu lachen lol

Liebe Grüße, Pütchen *zurückknutsch*


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Maria
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BeitragVerfasst am: 26.02.2009 12:49    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Martin,



Drollig und garnicht doof ! Die beiden nehm ich *g

mit dem anderen wart mal noch. Ich hab immer noch nicht überarbeitet, das wär mir fast peinlich. Am Ende holste Dir das "gar nicht doof" wieder.
naja.. ein bisschen überarbeitet hab ichs jetzt doch. Frau braucht Druck.

Dankesehr !
wink
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BeitragVerfasst am: 26.02.2009 14:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Maria,

dein Stück haut mich schlicht um und wird sich sicher behaupten. Ein völlig alltäglicher und eher langweiliger Vorgang wurde zum lustigen und unterhaltsamen Abenteuer.

Du hast meinen tiefen Respekt und meinen gnadenlosen Neid für die wunderbar geschmeidige Erzählung. Schreibst du auch Romane?

Grüße

Bobbi
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Maria
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BeitragVerfasst am: 26.02.2009 17:03    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Bobbi,
Romane... naja, es liegen zwei komplexere Sachen auf einem USB-Stick begraben, aber irgendwie fallen mir seit Monaten diese Augenblicke, Gedanken leichter und sie machen mir auch mehr Spaß. Kommt auch meiner Art mich auszudrücken näher. Denk ich immer.
Das Auffädeln vieler einzelner, aber ähnlicher Gedanken auf einen roten Faden, bereitet mir grad einiges Kopfzerbrechen, aber es sollte klappen. Und wenn das klappt. Dann. Dann ich weiß auch nicht. Ein Fass reicht dann nicht mehr.

hab vielen Dank für Deine warmen Worte rotwerd
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BeitragVerfasst am: 27.02.2009 10:42    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
[quote="Maria"]Bobbi,
Romane... naja, es liegen zwei komplexere Sachen auf einem USB-Stick begraben, aber irgendwie fallen mir seit Monaten diese Augenblicke, Gedanken leichter und sie machen mir auch mehr Spaß. Kommt auch meiner Art mich auszudrücken näher. Denk ich immer.
Das Auffädeln vieler einzelner, aber ähnlicher Gedanken auf einen roten Faden, bereitet mir grad einiges Kopfzerbrechen, aber es sollte klappen. Und wenn das klappt. Dann. Dann ich weiß auch nicht. Ein Fass reicht dann nicht mehr.


Alles eine Frage der Technik. Wird die Geschichte durchstrukturiert, in Kapitel geteilt, schreibt man auch bei einem Roman im Grunde eine Reihe von Kurzgeschichten, die aufeinander zu laufen und durch durch Spannungsbögen verbunden werden.

Also krämple die Ärmel auf  Daumen hoch

Grüße

Bobbi
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