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Der Dorfschrat, das Pfarrhaus und die Hexennacht


 
 
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Denisovan
Geschlecht:männlichGänsefüßchen

Alter: 67
Beiträge: 18
Wohnort: Frankfurt a.M.


Beitrag25.09.2022 16:24
Der Dorfschrat, das Pfarrhaus und die Hexennacht
von Denisovan
eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Das Dorf schwingt zur Mondzeit unberührt im Tal, der Rauch zahlloser Kamine eine Andeutung verbotener Lust, von deren willenloser Hingabe manch eine Unschuldige, doch nicht Schuldlose, Witterung aufnimmt, um sie sich für immer einzuprägen. Johan Germel kehrt die Erinnerungen aus den Gassen, die Mägde schon längst ins Hintere geflüchtet.

Er will nichts empfinden, ist traurig, wenn ihm die Leere aus den Hauswänden zuspringt. Die Gemäuer würden die Zimmerlügen aus dem Innern aufsaugen und zu ihm tragen, dem sei er gewiss, denkt er, seit geraumer Zeit, denn er kennt sie genau, die Türen und Fenster, und die Bewohner dahinter, dazwischen, darinnen, in ihrem Nirgendwo. Man habe ihn doch nie gefragt, würde er später sagen. Zwei Stunden jeden Abend, danach in den Dorfkrug.

Gar manches Mal setzt er sich spät noch auf die ersehnte Holzbank, dort unter dem Baum. Die gnädige Dorflinde, seine Zuflucht. Zu viel Wein aus alten Fässern, zu viele Gedanken. Seit Tagen ist er verärgert. Sie verschwindet nicht aus seinem Kopf, mehr noch, sie hat sich bei ihm festgebissen. Was er nicht will, was er ablehnt, bringt die Liebe am Ende doch nur Unbill. Er sah sie auf dem Markt, Esther, die Haushälterin im Pfarrhaus.

Im Dorfkrug hört man neuerdings weniger vom neuen Pfarrer als von ihr, die schon Waldheim diente, dem plötzlich verstorbenen Vorgänger im Amt. Gemunkel, Andeutungen, Vermutungen. Für Germel hat das Geschwätz keinen Wert, bestätigt es nur stets aufs Neue die menschliche Schwäche. Rücksichtslos, so Germel, streuen sie Gerüchte gegen die Ehre, verletzen den Ruf, wähnen sich selbst immun und ertrinken, würden sie das nächste Opfer.

»Niemals makellos, nie unsterblich«, sein Grübeln nimmt kein Ende. »Dem Menschen einzig gewiss sind der Schatten und der eigene Tod.«

Kreisende Rückblicke, vor allem um die Umstände im Pfarrhaus. Er, Germel, meint nun, ein einzig Gutes sei doch geschehen, er habe jetzt, hier, auf der Bank, im späten Winter dem Frühling getrotzt und noch ein letztes Mal die Kälte eingeladen, sich in allen Gassen trotzig einzugraben. Es waren auch die Winkel und Züge seines eigenen Körpers, in die hinein die Kälte noch einmal drängt. Arg nutzlos all das Fressen und Saufen im Winter.

*

Germel erinnert sich nicht an irgendeine persönliche Teilnahme, hörte nur Gerüchte. In seinem Herzen ist ihm die Hexennacht zuwider. Schon das Treiben wenige Wochen zuvor, im Karneval, kritisiert er. Warum eine besondere Zeit für Verkleidungen und Masken, während das normale Leben genauso eine Maskerade sei. Wer verkleidete sich denn nicht, wenn er auch nur einen Fuß vor seine Tür setzt.

Wer spielte denn dem anderen rein gar nichts vor, wenn er ihn begrüßt und auch nur das erste Wort spricht. Maskenfratzen allüberall wo man hinsieht, das ganze Jahr. Auch die Behauptung, die Menschen benötigten ein Ventil, sei äußerst schwach. Es genüge, wenn die Obrigkeit dem Volke das Spiel erlaube, den sportlichen Wettbewerb zwischen Einzelnen und Mannschaften, ja selbst martialische Zumutungen, da könnten sie gut und gerne ihre Kriege ausfechten.

Doch die Walpurgisnacht sei ganz eindeutig eine heidnische Häresie, deren Duldung ihn schon seit je her erstaunte, gar beunruhigte. Er weiß nicht, was ihn mehr stört: die in jener Nacht gefeierte Oberherrschaft der Frau, oder ihre unverhüllte Verführung, sei es durch phallische Symbolik oder zur Schau gestellte Lüsternheit, nichts anderes als bewusste Provokationen, die kirchenrechtlich, so ist er sicher, zur Schuldunfähigkeit des Mannes führen sollten.

Und überhaupt, die Tage danach hätten einen völlig anderen Charakter als jeder Aschermittwoch. Ein Aschermittwoch sei klar und eindeutig. Nach der Hexennacht aber, die untereinander ausgetauschten Blicke eines Jeden auf den Straßen, das vielsagende Schweigen, ja manches Mal ein glückliches Lächeln unter dem Deckmantel. All dies ein Beweis für den verwerflichen Charakter der Nacht. Mit solchen Abartigkeiten habe er nichts gemein.

Seine Veränderung schlich unmerklich durch den Hinterhof. Trieb dort ihr Unwesen, zerfetzte jedes noch so schnell nachwachsende Unkraut. Seelengrund ein einzig Brachland, dornig das Gestrüpp, Spuren elender Nächte. Die Leichen noch ungesalbt.

Die Nacht mit Esther am Blocksberg, ein chirurgischer Eingriff, betäubte Seele messerscharf geschnitten. Das Blut Vergangener, war es unwichtig geworden durch deren Tod? Oder lebte es noch im Boden, in den ausfächernden Linien vergossener Moleküle, sinnlos verstreut? Und dient es dort, in abschließender Erfüllung jeden Zwecks, den Myriaden Lebewesen nun in Nährung?

… »dann sauget jedes zärtliche gemüthe aus eurem werk sich melancholsche nahrung«
… schreit es aus des Donners Faust im Vorspiel.

»Es kann nicht sein, es war ein Traum, oder doch nicht«, wie oft schob Germel diesen Gedanken nicht beiseite, sondern nur vor sich her, zog ihn hinter sich zurück.

Unmöglich ihn zur Strecke zu bringen, immer wieder meldete sich der Kobold aus anderer Ecke. Könnte es wahr sein. Könnte Esther eine andere Welt sehen, oder von ihr hören, oder aus ihr stammen. Oder steht sie nah bei den Heilerinnen. Wo überhaupt lebte sie früher. Wie erhielt sie ihr Wissen, woher ihre Macht. Am Ende wäre es doch nur ein Traum, ein Verrat hielte eitlen Beischlaf.

Im Gewand des Zweifels lockt ihn der Gelüste Reiz. Und eine Aussicht auf Gewissheit, ein Lebensrest bar jeder Besorgnis. Ebenholz und Elfenbein.
Johan Germel macht sich auf.

Vom Dorf führt ein zweiter Weg hinauf zum Blocksberg, seit Jahrhunderten vergessen. Einst war es der erste Weg, im 12. Jahrhundert, anfangs auf einem Trampelpfad keltischer Jäger. Germel fand ihn erst, als er, nach der ersten Nacht mit Esther am Gipfel, in seinem Bücherschrank nach dem Klosterbuch suchte, dem Profundum, das er vor einigen Jahren auf dem Trödelmarkt für einen Thaler erstand.

Das Profundum ist eine Rarität. Ein Einsiedler soll es im Mittelalter von einem Mönch aus dem Klosterstift erhalten haben. Damals las er es in einer einzigen Nacht, und erinnerte sich nun, darin wurde ein Pfad der Tiere erwähnt, der um den Blocksberg herumführen soll, an einer verborgenen Stelle biegt ein geheimer Weg zum Gipfel. Die Kelten, die ersten Siedler, kannten ihn, so jedenfalls schrieb es der Mönch. Für Germel steht damit außer Frage, auch den Kelten galt der Blocksberg als heilig, ihre Rituale segneten den Gipfel als erste.

Oft schon, noch vor Esther, träumte Germel vom Gipfel, doch nur, wie merkwürdig er es schon fand, mit den Kelten. Sah, wie sie einen Dolmen aufrichteten, nach hundert Jahren einen zweiten, und darüber, getragen von beiden, einen Dritten, quer. Seitdem denkt er, der zerstörte Dolmen unter der Pfarrkirche, das ist einer der Drei.

Germel geht erst seitlich aus dem Dorf, nach der elften Stunde, den Bach entlang, vorbei am alten Galgenplatz, linker Hand das Marienhäuschen, und dann, so meint er sich zu erinnern, soll nach einigen hundert Metern der Keltenpfad beginnen, an einem Speierling.

Er hasste die Menschen. Wie nur konnten sie den Speierling ausrotten, einen der seltensten Bäume, im Mittelalter ein wichtiges Kulturgehölz im deutschen, nein er besteht darauf: im keltischen Raume.

Am letzten Tag des April blüht ein Speierling noch nicht, erst im Mai und Juni stehen bis zu achtzig Blütenstände in ihrer Pracht zusammen. Doch der Baum ist auch ohne Blüte einzigartig. Er sieht ihn schon. Und findet den Saumpfad, den alten Weg der Tiere und Jäger, versteckt hinter einem Geflecht aus Wurzelranken.

Schon mit dem ersten Fuß kehren seine Träume zurück. Seine Füße saugen die Erinnerungen auf. Versteckt im Boden, fließen sie in ihn hinein, die Gedanken der Tiere steigen in ihm hinauf, als sie genau auf diesem Pfad durch den Wald zogen, die Gedanken der Jäger und Sucher, zwei und drei und vier Tausend Jahre zuvor.

Wie sie durch die Wälder streiften. Wie Dornen in ihre Haut eindrangen, Blätter sich festsetzten. Wie sie in der Ferne eine Lichtung sahen, das Rauschen des Wassers hörten, in der Mitte des Anstiegs der Wasserfall, schäumende Lianen, glatt polierte Findlinge suchen das Tal.

Und, das fühlt Germel vor allem anderen, wie sie unschuldig waren, noch freigesprochen von jedem sündhaften Gewerk, schuldenfrei ob jedweder Technik, unbelastet von abscheulichen Maschinen, kein blasphemisches Geräusch menschengemachter Gerätschaften durchdrang das Natürliche.
Wie tief nun in dieser Nacht sein Traum, wie herzgrundnah seine Wanderschaft hinauf. Der Pfad ist eng, überwachsen, der Schein des Mondes weist den Weg.

Links und rechts die Knochen, verstreut in einer Senke. Etwas weiter oben ein zerbrochener, recht kurzer Speer. Germel hebt ihn auf, betastet ihn, seine Fingerkuppen gleiten über das wohl sehr alte Holz. Ein Stoßspeer, in idealer Form geschnitzt, in der Länge rund ein Meter. Fichtenholz.

In einem späteren Leben würde er lesen: der älteste Speer der Welt sei im deutschen Schöningen gefunden worden, wahrscheinlich 300.000 Jahre alt. Sogar mehrere. Die Schöninger Speere. In diesem Leben konnte er es nicht wissen.

Rätselhafter Impuls, er greift ihn fester, nimmt ihn mit. So geht er weiter hoch, zum Gipfel des Blocksbergs hin, in seiner Rechten den Speer.

Sein Rücken gespannt, des Jägers Kontur. Pupillen der Nacht, Sehfeld 240 Grad, mondscheingestärkt. Die Schritte kräftig ausgedehnt. Die Schatten der Kelten helfen, schieben ihn weiter. Germels Körper in den hohen Feldern aller Energie. Der enge Pfad windet sich, ziert sich, will ihn abhalten, dichter Wald, Moosgeflechte brennen dunkelgrün in die Mitternacht. Und immer weiter, hinauf.

Auf dem Hauptweg eine wilde Prozession, entrückte Geister, eine dumpfe Trommel in der Ferne. Inmitten unerkannt der Pfarrer, maskiert.

»Fast wie der Vorhang im Beichtstuhl, unter der Maske«, sinniert er vor sich hin.

Fragt sich, ob er gehen soll. Redet sich ein, der Pulk ziehe ihn mit. Und er lässt sich treiben, spürt die Leiber, hört die Stimmen.

»Es sind nur Männer!«, denkt er, Gruppen von Männern, er findet keine Frauen. Bleibt unruhig, bis einer sagt: »mal sehen, ob die Hexen schon warten«, alle lachen. Und er mischt sich nicht ein, bleibt stumm, die meisten kennen seine Stimme. Langsam der Gedanke, wie soll er sie erkennen, Esther, im Dunkel. Er hofft, sie fand die alte Maske.

Hinter einer Tanne eine Gestalt am Rande, beobachtet regungslos. Ist das nicht der altgewordene Nachtwächter, ein Gesell, von dem er ein Gerücht gehört, aus dem Dorfkrug? Nur flüchtig sieht er ihn, was trägt er in der Hand? Seine Hellebarde oder gar die Stangenwaffe, des Wächters Ausrüstung? Ein merkwürdig bedrohliches Gefühl schleicht sich sein Herz. Wie schweigsam er dort steht, sein Schatten schon als Drohgebärde. Germel hat den Hauptweg erreicht.

»Ach was«, beruhigt er sich. Und legt sich in den Treibsand, der ihn zum Gipfel trägt. Der Maskenpfarrer.



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Miné
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Beitrag27.09.2022 07:41
Re: Der Dorfschrat, das Pfarrhaus und die Hexennacht
von Miné
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Denisovan hat Folgendes geschrieben:
Das Dorf schwingt zur Mondzeit unberührt im Tal, der Rauch zahlloser Kamine eine Andeutung verbotener Lust, von deren willenloser Hingabe manch eine Unschuldige, doch nicht Schuldlose, Witterung aufnimmt, um sie sich für immer einzuprägen. Ich hatte nach dem ersten Satz eigentlich schon genug. Der war mir zu anstrengend und umständlich. Außerdem habe ich kaum etwas verstanden.

Das Dorf schwingt zur Mondzeit unberührt im Tal
Wie kann ein Dorf schwingen und was genau meinst du hier mit unberührt?

der Rauch zahlloser Kamine eine Andeutung verbotener Lust
Was hat denn jetzt ein Kamin mit verbotener Lust zu tun?

von deren willenloser Hingabe manch eine Unschuldige, doch nicht Schuldlose, Witterung aufnimmt, um sie sich für immer einzuprägen
Ich verstehe nur Bahnhof


Also, was immer du ausdrücken möchtest, bei mir ist nichts angekommen. Außer grenzenloser Wirrheit. Sorry. Dein Schreibstil erscheint mir auch sehr speziell und trifft meinen Geschmack überhaupt nicht.
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Denisovan
Geschlecht:männlichGänsefüßchen

Alter: 67
Beiträge: 18
Wohnort: Frankfurt a.M.


Beitrag27.09.2022 10:15

von Denisovan
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Miné, erst einmal danke, dass du gleichwohl dich weiter in den Text gewühlt hast! Jede Kritik ist willkommen, selbst der absolute Widerspruch. Ich finde generell nur Kunst interessant, die totale Ablehnung und bei anderen totale Zustimmung provoziert.

Mir fällt auf (und muss mich für den Lapsus entschuldigen), ich hätte den Hinweis anbringen sollen: es handelt sich um Textpassagen aus einer bereits fertigen Novelle; vor dem Sternchen der Beginn, nach dem Sternchen aus der Mitte des Gesamttextes.

Der allererste Absatz steht in Bezug zu einem der Protagnisten, dem Dorfschrat, der ultra-katholisch denkt und jede Lust verachtet, gleichwohl aber überall Ersatzobjekte sieht. Später begegnet er der Haushälterin des Pfarrers, die ... na, dann geht die Geschichte eben weiter.


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Araragi
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Beitrag28.09.2022 04:51

von Araragi
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Hallo Denisovan,

Deine Geschichte ist irgendwie sehr melancholisch, fast schon irgendwie kitschig aber doch noch nicht ganz. So ganz kann ich mich mit dem Stil zwar auch nicht anfreunden aber so wie er ist, ist er gut, auch wenn ich als Laie nur wenig dazu sagen kann.


Denisovan hat Folgendes geschrieben:
er habe jetzt, hier, auf der Bank, im späten Winter dem Frühling getrotzt und noch ein letztes Mal die Kälte eingeladen, sich in allen Gassen trotzig einzugraben.

Verstehe ich die Metapher richtig? Er trotzt der Kälte und akzeptiert diese für sich selbst? So wie ich das verstehe, ist er Straßenreiniger. Anders kann ich mir dieses Einladen nicht erklären. Er ist sicherlich nicht Väterchen Frost und hat die Macht über den Winter oder? Wenn meine Vermutung zutreffen sollte, dann würde ich die Reihenfolge abändern zu: Er akzeptiert die Kälte -> Er trotzt ihr


Zitat:
Auch die Behauptung, die Menschen benötigten ein Ventil, sei äußerst schwach. Es genüge, wenn die Obrigkeit dem Volke das Spiel erlaube, den sportlichen Wettbewerb zwischen Einzelnen und Mannschaften, ja selbst martialische Zumutungen, da könnten sie gut und gerne ihre Kriege ausfechten.


Wie kommt der Prota darauf, dass die Bevölkerung Kriege ausfechten möchte? Meintest du vielleicht eher, dass es die Politiker sind, die ihre Kriege in Form von Gladiatorenkämpfen ausfechten würden? Aber auch das ist sehr unwahrscheinlich. Das sollte dem Protagonisten doch auch klar sein oder? Und falls er einfach nur stur sein möchte, dann würde ich das in einem extra Satz erwähnen.


Zitat:
Die Nacht mit Esther am Blocksberg, ein chirurgischer Eingriff, betäubte Seele messerscharf geschnitten. Das Blut Vergangener, war es unwichtig geworden durch deren Tod? Oder lebte es noch im Boden, in den ausfächernden Linien vergossener Moleküle, sinnlos verstreut? Und dient es dort, in abschließender Erfüllung jeden Zwecks, den Myriaden Lebewesen nun in Nährung?


Was genau ist hier mit Blut Vergangener gemeint? Du meinst sicherlich nicht das Jungfernblut oder?


So richtig mitreißen konnte mich die Geschichte nicht. Dafür fehlt es ihr an Spannung und Struktur. Allerdings glaube ich, dass das nicht unbedingt deine Intention war oder? Die Bilder, die du mit der Sprache beschreibst, klingen dafür außerordentlich schön.



Grüße

Araragi


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Denisovan
Geschlecht:männlichGänsefüßchen

Alter: 67
Beiträge: 18
Wohnort: Frankfurt a.M.


Beitrag28.09.2022 15:08

von Denisovan
pdf-Datei Antworten mit Zitat

Araragi hat Folgendes geschrieben:

Denisovan hat Folgendes geschrieben:
er habe jetzt, hier, auf der Bank, im späten Winter dem Frühling getrotzt und noch ein letztes Mal die Kälte eingeladen, sich in allen Gassen trotzig einzugraben.

Verstehe ich die Metapher richtig? Er trotzt der Kälte und akzeptiert diese für sich selbst? So wie ich das verstehe, ist er Straßenreiniger. Anders kann ich mir dieses Einladen nicht erklären. Er ist sicherlich nicht Väterchen Frost und hat die Macht über den Winter oder? Wenn meine Vermutung zutreffen sollte, dann würde ich die Reihenfolge abändern zu: Er akzeptiert die Kälte -> Er trotzt ihr

>Im Laufe der Novelle stellt sich heraus, dass er den Sommer hasst, weil die Hedonisten dann der freien Liebe frönen und in der Hexennacht am Blocksberg damit beginnen. Erschliesst sich leider erst im kompletten Erzählung...tut mir leid, wenn das bei den dünnen Ausschnitten nicht ersichtlich ist, hätte den hiesigen Rahmen gesprengt.
Daher will er den Winter so lange wie möglich in die Länge ziehen, um die Menschen in den Häusern zu halten.



Zitat:
Auch die Behauptung, die Menschen benötigten ein Ventil, sei äußerst schwach. Es genüge, wenn die Obrigkeit dem Volke das Spiel erlaube, den sportlichen Wettbewerb zwischen Einzelnen und Mannschaften, ja selbst martialische Zumutungen, da könnten sie gut und gerne ihre Kriege ausfechten.


Wie kommt der Prota darauf, dass die Bevölkerung Kriege ausfechten möchte? Meintest du vielleicht eher, dass es die Politiker sind, die ihre Kriege in Form von Gladiatorenkämpfen ausfechten würden? Aber auch das ist sehr unwahrscheinlich. Das sollte dem Protagonisten doch auch klar sein oder? Und falls er einfach nur stur sein möchte, dann würde ich das in einem extra Satz erwähnen.

>Gute Idee. Werd ich mir überlegen. Gemeint war ein dezenter Hinweis auf Brot und Spiele als Befried(ig)ung der Massen und Kriegsersatzspiele, auch zur Triebabfuhr im Privaten.

Zitat:
Die Nacht mit Esther am Blocksberg, ein chirurgischer Eingriff, betäubte Seele messerscharf geschnitten. Das Blut Vergangener, war es unwichtig geworden durch deren Tod? Oder lebte es noch im Boden, in den ausfächernden Linien vergossener Moleküle, sinnlos verstreut? Und dient es dort, in abschließender Erfüllung jeden Zwecks, den Myriaden Lebewesen nun in Nährung?


Was genau ist hier mit Blut Vergangener gemeint? Du meinst sicherlich nicht das Jungfernblut oder?

>Alles Blut was seit Menschengedenken im Boden des Blocksberg während der Hexennacht vergossen ist... er denkt daran, dass er auf dem Schauplatz vergangener Triebabfuhren gelandet ist.


Araragi, ganz herzlichen Dank, dass du dich so ausführlich mit den Fragmenten beschäftigt hast.  Schön, dass du einiges ansprechend findest.

Sorry, bin hier noch neu und ungeübt wie man zitiert bzw welche Farben üblich sind bei Antworten etc.




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Denisovan
Geschlecht:männlichGänsefüßchen

Alter: 67
Beiträge: 18
Wohnort: Frankfurt a.M.


Beitrag28.09.2022 17:49

von Denisovan
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Araragi hat Folgendes geschrieben:

So richtig mitreißen konnte mich die Geschichte nicht. Dafür fehlt es ihr an Spannung und Struktur. Allerdings glaube ich, dass das nicht unbedingt deine Intention war oder? Die Bilder, die du mit der Sprache beschreibst, klingen dafür außerordentlich schön.



PS:
Finde deinen Schlußsatz wirklich gut,du schreibst ehrlich, danke. Ich lade eigentlich in meine sicher schwere, schwierige und doch gelegentlich hoffentlich für Außenstehende aufleuchtende Schreib-Welt ein und weiß, mein Stil ist ungewohnt. Von denen, die einen Text bis zum Ende durchhielten, kam sehr oft ein wahres Lob. Ich weiss, viele geben anfangs auf, bin halt kompliziert aber ich kann/will mich nicht verbiegen.


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Sandschlange
Geschlecht:weiblichSchneckenpost

Alter: 28
Beiträge: 12
Wohnort: Steiermark


Beitrag11.10.2022 19:29
Re: Der Dorfschrat, das Pfarrhaus und die Hexennacht
von Sandschlange
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Hey Denisovan,

zunächst einmal, du hast einen besonderen Schreibstil - das meine ich positiv. In der heutigen Zeit lesen sich sehr viele Dinge sehr ähnlich und aus dem Grund weiß ich das zu schätzen. Trotzdem sind mir die Sätze teilweise zu lange, zu wirr und es gibt auch einige Metaphern und/oder Beschreibungen, die für mich nicht ganz funktionieren. Ich werde versuchen im Einzelnen möglichst genau darauf einzugehen.
Was die langen Sätze angeht, da werde ich dir im Zitat einfach "(PUNKT)" schreiben, wenn ich es als angebracht finde, einen Satz eher zu beenden als  weiterzuführen - wichtig: Das sind alles subjektive Einschätzungen und ich bin selbst alles andere als ein Profi. Was du davon übernimmst, ist deine Sache. smile
Noch etwas: Ich kommentiere (immer) in Echtzeit, heißt, ich lese und schreibe dir direkt, was ich beim Lesen verstanden/nicht verstanden habe. Das heißt, ich weiß mittlerweile was der Dorfkrug ist, weil ich die Geschichte gelesen habe, zur Zeit des Kommentars wusste ich es noch nicht, ich kommentiere dir Absatz für Absatz (nicht jeden, weil ich glaube, dass die ersten paar reichen sollten, um zu verstehen, wie ich den Text abklopfe. smile extra

Denisovan hat Folgendes geschrieben:
Das Dorf schwingt zur Mondzeit unberührt im Tal, (PUNKT) der Rauch zahlloser Kamine (KOMMA) eine Andeutung verbotener Lust, von deren willenloser Hingabe manch eine Unschuldige, doch nicht Schuldlose, Witterung aufnimmt, um sie sich für immer einzuprägen. Johan Germel kehrt die Erinnerungen aus den Gassen, die Mägde schon längst ins Hintere geflüchtet.


Ein Dorf ist für mich etwas, das da steht, das ruht, unbeweglich ist. Natürlich kann man als Autor damit spielen, es "schwingen" lassen. Es kann sein, dass du das mit dem Rauch ausdrücken wolltest, dass es einer Fatamorgana ähnlich "schwingt" - aber das geht für mich hier nicht ganz auf.

"von deren willenloser Hingabe" - worauf bezieht sich das? So wie es da steht ist es für mich "die willenlose Hingabe der Lust" und nicht die Hingabe "der Unschuldigen" an die Lust.

Wer nimmt die Witterung auf? Die Unschuldige, nicht schuldlose?

"um sie sich für immer einzuprägen" - kann man meiner Ansicht nach streichen.

Welche Erinnerungen drängt Johan Germel aus welchen Gassen? Weder die Erinnerungen noch die Gassen wurden bisher erwähnt. Als Leser habe ich durch die bestimmten Artikel aber das Gefühl, ich sollte bereits Bescheid wissen.

Denisovan hat Folgendes geschrieben:
Er will nichts empfinden, ist traurig, wenn ihm die Leere aus den Hauswänden zuspringt. Die Gemäuer würden die Zimmerlügen aus dem Innern aufsaugen und zu ihm tragen,(PUNKT) dem sei er gewiss, denkt er, seit geraumer Zeit, denn  er kennt sie genau, die Türen und Fenster, und die Bewohner dahinter, dazwischen, darinnen, in ihrem Nirgendwo. Man habe ihn doch nie gefragt, würde er später sagen. Zwei Stunden jeden Abend, danach in den Dorfkrug.


Dem zweiten Absatz konnte ich leichter folgen. Teilweise wirkt es auf mich aber so, als würdest du hier Worte einfügen, um den Text "lyrisch-attraktiver" zu gestalten - dadurch bläht er sich aber eher auf. Ich habe die Sachen, die ich rausstreichen würde, weil sie (aus meiner Sicht!) nichts aussagen. Den Satz würde ic hbeenden nach "zu ihm tragen." und dann neu starten mit: "Er kennt sie genau, die Türen und Fenster, (und) die Bewohner dahinter, dazwischen, darinnen (...)."

Mit dem letzten Satz kann ich nichts anfangen. Davor dachte ich, es geht um Geheimnisse, die er hört, er kennt die Bewohner und er behält die Geheimnisse für sich. Der letzte Satz aber, "Zwei Stunden jeden Abend, danach in den Dorfkrug" - der enthält kein Verb und handelt (scheinbar) von etwas anderem, deshalb kann ich ihn als Leser nicht zuordnen. Ich kann nur vermuten, dass "Dorfkrug" ein Lokal ist indem er gerne trinkt oder so, aber da benötigt man dann doch ein wenig mehr - zumindest ein Verb oder eine Einordnung - was hat der Satz mit den vorherigen zu tun?

Denisovan hat Folgendes geschrieben:
Gar manches Mal setzt er sich spät noch auf die ersehnte Holzbank, dort unter dem Baum. Die gnädige Dorflinde, seine Zuflucht. Zu viel Wein aus alten Fässern, zu viele Gedanken. Seit Tagen ist er verärgert. Sie verschwindet nicht aus seinem Kopf, mehr noch, sie hat sich bei ihm festgebissen. Was er nicht will, was er ablehnt, bringt die Liebe am Ende doch nur Unbill. Er sah sie auf dem Markt, Esther, die Haushälterin im Pfarrhaus.


"dort unter dem Baum" - ich glaube, das ist Geschmackssache, weil man sagen kann, die Holzbank steht unter dem Baum; allerdings würde ich "unter den Baum" bevorzugen, weil er sich unter den Baum setzt. Das würde dann den Bezug zur Figur stärker hervorheben als das neutrale "die Bank steht unter dem Baum". Aber wie gesagt, ich glaube nicht, dass das ein Fehler ist.

"Seit Tagen ist er verärgert" - das ist mir zu allgemein, zu erzählend. Da wäre schöner so was wie " Seit Tagen knirschen seine Zähne oder seit Tagen pocht die Ader auf seiner Stirn - irgendetwas, was halt mehr zeigt und weniger direkt sagt: so fühlt er sich. Da stelle ich mir nichts darunter vor, da sehe ich nichts. Jeder reagiert anders, wenn er verärgert ist. Manche werden ruhig, manche beißen ihre FIngernägel ab, manche knacken mit den Knöcheln, etc.

Okay, jetzt erfahre ich, es geht um Esther, die Haushälterin und die vorherigen Absätze kommen mir "unnötig" vor. Das erste beschreibt ohnehin nur das Dorf, ganz allgemein und ohne genauen Bezug zur Hauptfigur und der zweite Absatz lässt mich glauben, es geht um einen Mann, der die Geheimnisse von jedem im Dorf kennt und jetzt im dritten Absatz geht es auf einmal um Liebe. Als Leser habe ich deshalb (wieder) keinen roten Faden, ich verliere das Vertrauen in den Autor - ich fühle mich als Leser verloren, weil ich nicht weiß, welche Geschichte der Autor mir erzählen will und zu zweifeln beginne, dass der Autor das selbst weiß. Jedes Bild, jede Metapher - insbesondere wenn sie in einem solchen (schönen) Stil gewählt ist, sollte einen Nutzen haben, ein Ziel verfolgen, so dass ich als Leser darin schwelgen kann.


Denisovan hat Folgendes geschrieben:
Im Dorfkrug hört man neuerdings weniger vom neuen Pfarrer als von ihr, die schon Waldheim diente, dem plötzlich verstorbenen Vorgänger im Amt. Gemunkel, Andeutungen, Vermutungen. Für Germel hat das Geschwätz keinen Wert, bestätigt es nur stets aufs Neue die menschliche Schwäche. Rücksichtslos, so Germel, streuen sie Gerüchte gegen die Ehre, verletzen den Ruf, wähnen sich selbst immun und ertrinken, würden sie das nächste Opfer.


Hier kam es mir beim Lesen wieder mehr so vor, als würde es doch nicht um Liebe gheen, sondern um irgendetwas, das mit Esther los ist - Gerüchte die erzählt werden, die Geheimnisse vom zweiten Absatz spielen wieder eine Rolle - aber anders als zuvor. Die im dritten Absatz erwähnte Liebe, kommt in der restlichen Geschichte auch nicht mehr richtig zur Geltung. Es geht dann noch um Hexen und um die Menschen, die die Hauptfigur auch hasst; insgesamt fehlt der rote Faden - oder vielmehr kommt es einem als Leser so vor als würde er fehlen und das fällt halt bei deinem Stil stärker ins Gewicht als bei einer Geschichte die "in leichter Sprache" schreibt. Man muss über die Sätze länger nachteilen, verweilt darin (was ich mag, ich bin ein Fan davon) - aber gerade deshalb muss die Geschichte klar sein und da (wie gesagt, subjektiv) hatte ich als Leser das Gefühl häufig in der Luft zu hängen. Ich wusste sehr lange nicht, was du erzählen willst, wohin diese Geschichte mich führt und wenn ich geglaubt habe, einen Ankerpunkt zu haben (- je früher man den hat, desto besser), dann hat sich die Richtung wieder verschoben.

So viel zu meinem Eindruck. Ich hoffe, du kannst mit diesen Anmerkungen etwas anfangen.

LG Sandschlange


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Denisovan
Geschlecht:männlichGänsefüßchen

Alter: 67
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Wohnort: Frankfurt a.M.


Beitrag12.10.2022 22:10

von Denisovan
pdf-Datei Antworten mit Zitat

Werte Sandschlange,
es freut mich sehr, dass du dir die Zeit für meine Sprachfragmente so ausführlich nahmst!
Ich las deine Kommentare intensiv. Danke für deine Warnung zu "Echtzeitkommentierung" Very Happy
Ich lasse deine Hinweise einfach mal absacken und versuche, ein Gefühl dafür zu bekommen.
Kurz einige Antwortversuchsgedanken:

-Meine Texte sind bislang immer so, dass sich die Zusammenhänge erst im Laufe der Lektüre fügen... ist irgendwie mein Stil... jedenfalls momentan.

-"Dorf" dachte ich in der Schwingung unschuldiger Körper in den nächtlichen Träumen der Schlafenden ("Mondzeit"), "Kamine" als Phallussymbol. "Unschuldige", mithin noch jungfräuliche, sind gleichwohl nicht "schuldlos"... ach, das geht vill jetzt zu weit... als ich es schrieb, dachte ich an einen weiblichen Körper, der im weiten Tal liegt und von Hingabe träumt.

-"willenlose Hingabe": gut erkannt, bezieht sich auf die Lust; die unschuldigen (Jungfrauen) wittern sie und prägen sie sich für immer ein.

-schreibe gerne gelegentlich im Stilmittel "ohne Verb"... will ich aber nicht übertreiben

-die "zwei Stunden jeden Abend" = nur eine Andeutung, wie lange er auskehrt, bevor er in den Dorfkrug geht

-Du hast sehr schön deinen Eindruck formuliert: ..."ich fühle mich als Leser verloren, weil ich nicht weiß, welche Geschichte der Autor mir erzählen will und zu zweifeln beginne, dass der Autor das selbst weiß. Jedes Bild, jede Metapher - insbesondere wenn sie in einem solchen (schönen) Stil gewählt ist, sollte einen Nutzen haben, ein Ziel verfolgen, so dass ich als Leser darin schwelgen kann."
In deiner (zuerst) gefühlten Verlorenheit habe ich eines meiner Ziele erreicht: nur wer nicht aufgibt, sondern bis zum Ende liest, versteht alles und sieht die Verknüpfungen und ist dann hoffentlich nicht mehr verloren in dieser Zeit.

Danke für deine schöne Kommentierung und beste Grüsse.


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realo
Wortedrechsler


Beiträge: 98



Beitrag13.10.2022 10:01

von realo
Antworten mit Zitat

Hallo,
da wir fast im selben Alter sind, sozusagen aus Solidarität, auch von mir ein kleiner Kommentar zu den ersten Sätzen, weiter habe ich nicht gelesen, denn der Ausdruck und der Stil wirken eher wie Lyrik, so verschlüsselt sind die Sätze. Das muss man mögen, wenn man einen Prosatext erwartet oder auch nicht. Ich für meinen Teil finde so ein Fragment eine Zumutung, aber jeder kann im Forum mit den Usern Experimente veranstalten, das ist kein Problem.
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Denisovan
Geschlecht:männlichGänsefüßchen

Alter: 67
Beiträge: 18
Wohnort: Frankfurt a.M.


Beitrag13.10.2022 17:50

von Denisovan
pdf-Datei Antworten mit Zitat

realo hat Folgendes geschrieben:
...Ich für meinen Teil finde so ein Fragment eine Zumutung...


Danke dir, ich freue mich über jede Rückmeldung. Selbst vollständige Ablehnung begeistert mich, wird dadurch doch deutlich, dass Emotionen geweckt sind. Kunst sollte immer Zumutung sein.

"Zumutung in der Kunst" - ein tiefes Thema.


_________________
"Wenn die Kritiker sich streiten, so beweist dies, dass der Künstler mit sich in Einklang ist." (Oscar Wilde)
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