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Verwendung von "als wenn" und "wie wenn" - nur wie richtig?

 
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Mumienfreund
Eselsohr


Beiträge: 299



BeitragVerfasst am: 03.08.2022 18:00    Titel: Antworten mit Zitat

MrT hat Folgendes geschrieben:


Vielleicht ist das Problem meine Übergenauigkeit - was das Schreiben betrifft - und dass ich immer denke, dass da noch etwas besser geht und die Verlage / Agenturen immer anspruchsvoller werden.


Du kannst das elegant umschiffen, indem du für eine unkritischere Leserschaft schreibst.

Also nicht:
... und tobte wie ein Elefant durch den Porzellanladen, ahnend, dass seine Kopfwüstigkeit, die ihn so jäh und sicher in ihrem Griff hatte, als wie wie wenn Pastor Horbenschnork seinen Weihwasserschwengel geschwungen hätte.
Wild und zügellos ließ Horbenschnork, den er über alle Maße bewunderte, den heiligen Prengel sonntags durch die Luft sausen, gönnte sich nur gelegentlich eine Atempause, um anschließend mit erstarktem Glauben Nachschub fasste und fortfuhr, die vielen, oft erstaunlich jungen Besucher der heiligen Messe, mit seinem einem nie enden wollenden Platzregen der Tropfen der heiligen Dreifaltigkeit zu beglücken, sodass sie binnen Sekunden bis auf die Unterhosen durchnässt waren.
Schale Erinnerungen platzen auf wie faulige Früchte einer schon lange vergorenen Ananasbowle.
Nein, er war nicht wie Pastor Horbenschnork. Der wusste, warum seine Besucher zu ihm strömten. Wegen dem Platzregen. Wegen ihrer Unterhosen. Wegen der sich anschließenden Beichte: Er aber ...


Besser:
Töröööö!
Penjaminn Plume war ein Elefant.
Mit seinem Rüssel konnte er die tollsten Sachen machen.
Die Frauen quietschten schon von Weitem, wenn sie ihn nur sahen.
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MrT
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 642

Ei 3


BeitragVerfasst am: 03.08.2022 18:10    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Du kannst das elegant umschiffen, indem du für eine unkritischere Leserschaft schreibst.


Ich bin nicht sicher, ob du es ernst meinst, aber das ist gegen meine Natur und daher keine Lösung.


_________________
"Zwei Engel wider Willen", theaterboerse, 08/2017
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Mumienfreund
Eselsohr


Beiträge: 299



BeitragVerfasst am: 03.08.2022 20:04    Titel: Antworten mit Zitat

MrT hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Du kannst das elegant umschiffen, indem du für eine unkritischere Leserschaft schreibst.


Ich bin nicht sicher, ob du es ernst meinst, aber das ist gegen meine Natur und daher keine Lösung.


Von mir kommen selten ernste Sachen. Ich weiß aber nicht, was ich dir da raten könnte.
Vergleiche verwende ich generell eher sparsam, da es doch eine Reihe abgegriffener Bilder gibt und nicht jede Situation eignet sich gut dafür.

Als wenn/wie wenn verwende ich so gut wie nie. Wie ein..., als wäre ... wären die Mittel meiner Wahl.
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MrT
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 642

Ei 3


BeitragVerfasst am: 03.08.2022 20:15    Titel: Antworten mit Zitat

Ich versuche erst einmal so viele wie möglich von ihnen loszuwerden und dann sehe ich weiter. Bis dahin kommen sicher neue Hürden, die ich bewältigen muss.

_________________
"Zwei Engel wider Willen", theaterboerse, 08/2017
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Willebroer
Geschlecht:männlichPapiertiger


Beiträge: 4591
Wohnort: OWL


BeitragVerfasst am: 03.08.2022 21:38    Titel: Antworten mit Zitat

Für mich signalisiert das "wie" mehr Nähe, das "als" eher Distanz, vielleicht weil "als" eher für Unterschiede ("größer als") gebraucht wird, das erstere mehr für Gemeinsamkeiten ("so groß wie"). Es käme also drauf an, welche Nuance man mit dem Bild erzeugen will.
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omegaMk13
Wortedrechsler


Beiträge: 65
Wohnort: Wien


BeitragVerfasst am: 04.08.2022 00:19    Titel: Antworten mit Zitat

MrT hat Folgendes geschrieben:
Ich versuche erst einmal so viele wie möglich von ihnen loszuwerden und dann sehe ich weiter. Bis dahin kommen sicher neue Hürden, die ich bewältigen muss.


Es kommt natürlich auf die konkreten Beispiele an, aber irreale Vergleichssätze müssen ja nicht immer notwendigerweise übertriebene/abgedroschene/deplaciert-bildhaft-poetische Vergleiche nach sich ziehen, sondern können auch einfach ganz nüchterne Sachverhalte zueinander in Beziehung setzen. Nach dieser Maßgabe würde ich prüfen, ob etwas tilgenswert ist oder nicht.
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Klemens_Fitte
Geschlecht:männlichSpreu

Alter: 40
Beiträge: 2804
Wohnort: zuckerstudio waldbrunn


BeitragVerfasst am: 04.08.2022 07:05    Titel: Antworten mit Zitat

MrT hat Folgendes geschrieben:
Vielleicht ist das Problem meine Übergenauigkeit - was das Schreiben betrifft - und dass ich immer denke, dass da noch etwas besser geht und die Verlage / Agenturen immer anspruchsvoller werden.


Ich plädiere nicht für einen laxen Umgang mit Sprache. Zwar habe ich den Eindruck, in Bezug auf mein eigenes Schreiben zunehmend altersmilde zu werden, aber das meint weniger den konkreten Satz als vielmehr die Frage, was sich für mich zu schreiben lohnt. Für die Auseinandersetzung mit dem Text möchte ich es weiter mit dem Josef-Winklerschen Diktum halten, den Satz zwanzigmal bearbeiten und erst danach das Gefühl bekommen, jetzt ist er es wert, umformuliert oder zerstört zu werden¹ – was ich immer gelesen habe als ein sehr persönliches und intimes Ringen mit dem Satz, in dem es, wie in allen persönlichen und intimen Kontexten, wenig Platz für ein simples Richtig und Falsch gibt; weshalb ich das Entstehen eines wahren Satzes eher als organischen Prozess voller Unwägbarkeiten und Ambivalenzen begreife und nicht als ein mehr oder weniger lineares Verbessern, in dem es gilt, schlechte Wörter zu eliminieren und durch gute zu ersetzen.
Mag sein, dass sich dieses Verhältnis zum Satz während des Überarbeitens oder Lektorierens noch einmal verschiebt, aber auch da fiele es mir schwer, bereits eine wertende Instanz (Verlag, Agentur oder was auch immer) mit an den Schreibtisch zu denken. Ein Satz bleibt ein merkwürdiges und wundersames Konstrukt, und wenn ich lese, das Eliminieren von Hilfsverben etwa würde ihn automatisch verbessern, ist mein erster Reflex zu denken, dass der- oder diejenige nicht so ganz begriffen hat, wie die deutsche Sprache funktioniert.



¹ Josef Winkler, Leichnam, seine Familie belauernd, Suhrkamp 2003, S. 38


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100% Fitte

»Es ist illusionär, Schreiben als etwas anderes zu sehen als den Versuch zur extremen Individualisierung.« (Karl Heinz Bohrer)
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MrT
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 642

Ei 3


BeitragVerfasst am: 04.08.2022 10:39    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Für die Auseinandersetzung mit dem Text möchte ich es weiter mit dem Josef-Winklerschen Diktum halten, den Satz zwanzigmal bearbeiten und erst danach das Gefühl bekommen, jetzt ist er es wert, umformuliert oder zerstört zu werden¹ – was ich immer gelesen habe als ein sehr persönliches und intimes Ringen mit dem Satz, in dem es, wie in allen persönlichen und intimen Kontexten, wenig Platz für ein simples Richtig und Falsch gibt; weshalb ich das Entstehen eines wahren Satzes eher als organischen Prozess voller Unwägbarkeiten und Ambivalenzen begreife und nicht als ein mehr oder weniger lineares Verbessern, in dem es gilt, schlechte Wörter zu eliminieren und durch gute zu ersetzen.


Man könnte denken, du wärst bereits jenseits der 80 und hättest nichts anderes in deinem Leben getan, als zu schreiben. Wobei ich dir in deinen Aussagen recht gebe.

Es liegt wohl an meiner alles anderen als glücklichen Vergangenheit, dass das Schreiben für mich einen hohen Stellenwert hat und ich mir viel zu oft dabei im Weg stehe.


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Klemens_Fitte
Geschlecht:männlichSpreu

Alter: 40
Beiträge: 2804
Wohnort: zuckerstudio waldbrunn


BeitragVerfasst am: 04.08.2022 11:56    Titel: Antworten mit Zitat

MrT hat Folgendes geschrieben:
Man könnte denken, du wärst bereits jenseits der 80 und hättest nichts anderes in deinem Leben getan, als zu schreiben.


Ersteres stimmt zwar nicht, dafür ist Zweiteres bedenklich nahe an der Realität.

MrT hat Folgendes geschrieben:
Es liegt wohl an meiner alles anderen als glücklichen Vergangenheit, dass das Schreiben für mich einen hohen Stellenwert hat und ich mir viel zu oft dabei im Weg stehe.


Wobei das eine nicht zwangsläufig das andere bedingt. Das Schreiben hat für mich auch einen hohen (den höchsten?) Stellenwert, und klar, betrachtet man es unter dem Aspekt des Verlags- oder Agentur- oder Buchmarkterfolgs, habe ich mich auch oft genug (= immer) selbst sabotiert – aber auf das Schreiben selbst muss es ja keinen negativen Einfluss haben, hohe Ansprüche zu stellen. Ich glaube, es geht – gerade bezogen auf ein Forum wie dieses hier – oft nur darum, Gelerntes/Rückgemeldetes für sich sinnvoll und konstruktiv einzuordnen. Auch ein Grund, weshalb ich froh bin, schon sehr lange geschrieben zu haben, bevor ich mich hier angemeldet habe.


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omegaMk13
Wortedrechsler


Beiträge: 65
Wohnort: Wien


BeitragVerfasst am: 05.08.2022 13:13    Titel: Antworten mit Zitat

Klemens_Fitte hat Folgendes geschrieben:

Wobei das eine nicht zwangsläufig das andere bedingt. Das Schreiben hat für mich auch einen hohen (den höchsten?) Stellenwert, und klar, betrachtet man es unter dem Aspekt des Verlags- oder Agentur- oder Buchmarkterfolgs, habe ich mich auch oft genug (= immer) selbst sabotiert – aber auf das Schreiben selbst muss es ja keinen negativen Einfluss haben, hohe Ansprüche zu stellen. Ich glaube, es geht – gerade bezogen auf ein Forum wie dieses hier – oft nur darum, Gelerntes/Rückgemeldetes für sich sinnvoll und konstruktiv einzuordnen. Auch ein Grund, weshalb ich froh bin, schon sehr lange geschrieben zu haben, bevor ich mich hier angemeldet habe.


Ist das so zu verstehen, dass du aus diesem Grund (noch?) nichts veröffentlicht hast? Falls ja erinnert mich das an meine eigene Situation vor ein paar Jahren. Andererseits frage ich mich auch heute noch, wie ich die tiefgründigen Sachen, die ich unter anderem schreibe, derart in einen Plot verpacken soll, dass es auch spannend zu lesen ist – mit dem Aufbau für Unterhaltungsliteratur, der gefühlt keinen Moment zum Durchschnaufen lässt, tue ich mir da schwer.

Überhaupt finde ich mich sehr in deinen Worten wieder; es spricht mich an, wie du vom Schreiben schreibst. Insbesondere deine Perspektive auf das Ringen mit einem Satz, bis er zu dem wird, was man vielleicht als seine Entelechie bezeichnen könnte. Eine gute Freundin von mir, die gerade an ihrem Roman schreibt, schüttet mir oft ihr Herz aus: Es sei schwierig für sie, Fortschritte zu machen, weil sie an vielen Tagen das Gefühl habe, mit jedem Satz kämpfen zu müssen. Aber dir zufolge wäre das ja etwas Positives – vielleicht sollte ich ihr diese Sicht einmal nahebringen.
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