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Wofür sich die Jugend stark macht


 

 
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Oskar
Gänsefüßchen


Beiträge: 17



BeitragVerfasst am: 04.06.2022 11:22    Titel: Wofür sich die Jugend stark macht eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Wenn man seine Zeit vor einem Monitor verbringt, bedingungslos auf ihn starrt, kann man es durchleben. Kann es besonders in einem Umfeld erleben, welches zwar vorgibt nicht mittelmäßig zu sein, aber es dennoch ist. Jenen schleichenden Tod, der sich mit der Zeit unweigerlich bemerkbar macht. Am Anfang spürt man es kaum, nur zaghaft stellt sich ein Bewusstsein dafür ein. Doch es ist nicht wegzudiskutieren, man muss auch nicht differenzieren, die Sinne stumpfen ab. Stückchen für Stückchen. Mit jedem Tag, jeder Woche, jedem Monat, jedem Jahr ein wenig mehr. Imaginationen verschwinden allmählich, die Denkfähigkeit scheint zu verkümmern, fortschreitend mit jedem Klick und sich daraufhin aufbauenden Bild. Man nimmt noch wahr, ganz am Rande, vielleicht sollte man es daher phlegmatisches Wahrnehmen nennen, wie man mehr und mehr zu einem ausführenden Algorithmus wird, vielleicht sogar schon geworden ist. If this then do this! Dahingehend werden die Menschen erzogen. Dafür macht sich die gesamte Elite stark, selbst noch die Pädagogen. Dafür geht die Jugend auf die Straße. Skandiert in Chorälen: „Mehr Internet, mehr Digitalisierung, mehr Bildung, mehr Homeoffice, mehr Freiheit!“ In Wahrheit dienen ihre Choräle aber nur dem Einen: Dem If this then do this else this Menschen. If this then do this, selbst Wissenschaft wird heutzutage damit gleichgesetzt.

Der Tatenmensch, so schreibt Dostojewski in seinen Aufzeichnungen aus dem Kellerloch, wird niemals mit dem Kopf voraus gegen eine massive Mauer anrennen. Der untätige, der feinfühlige Mensch jedoch wird genau eben dies tun. Obschon er genau weiß, dass sein Schädel danach zertrümmert sein wird und die Mauer nach wie vor steht. Der Kristallpalast Europa und sein Bewohner, die Wissenschaft und ihre alles vereinnahmende rationale Vernunft, ist die Mauer, gegen den der feinfühlige Mensch, der in einem Kellerloch am Rande der Großstadt haust, aufgrund seiner gottgegebenen Natur anrennen muss. Was Dostojewski über den oben beschriebenen If this then do this
Menschen gedacht hätte, darüber lässt sich nur spekulieren. Den Erbauer dieser Welt, dem IT Menschen, der kein Problem darin sieht, wenn der Mensch die Fähigkeit zum handschriftlichen Schreiben verliert, hätte der Schriftsteller vielleicht mit einem Insekt verglichen, in das sich der Kellerlochinsasse aus seiner gleichnamigen Erzählung nicht verwandeln kann.

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wohe
Geschlecht:männlichEselsohr

Alter: 69
Beiträge: 388
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 04.06.2022 14:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Oskar,

ich verstehe zwar nichts von Lyrik, aber sollte dieser Text nicht eher unter Prosa oder Sonstiges stehen?

Das Gleichnis mit dem untätigen Menschen, der gegen die Mauer rennt und dem Tatenmenschen, der dies nicht tut, verstehe ich nicht. Hier wäre ich für eine Interpretation dankbar.

Natürlich sind alle Lernvorgänge, alles Aufnehmen von Wissen, erstmal abhängig von der puren Aufnahme, von der reinen Informationsinhalation. Das Problem ist, banal auf Vorgesetztes zu reagieren und die Reflexion, Interpretation zu vernachlässigen und dies geschieht m.E. heute und besonders bei den mit den modernen Medien Aufgewachsenen in hohem Maße. Der soziale Zwang, diese Medien permanent zu verwenden und, um "mitreden" zu können, das dort Angebotene zu konsumieren, lässt die althergebrachten Informationsquellen (Printmedien, TV (jawohl, auch dieses) und sowas wie Diskussionsveranstaltungen etc.) außen vor. Diese sind schlichtweg "out" und man hat man weder die Zeit noch die Lust, sich damit zu beschäftigen.
Ich vermute, Dein Text will genau dies anprangern. Dies tut er zu Recht und ist insofern wichtig.

MfG Wohe

Btw. "es durchleben" / "es ... erleben" beziehen sich auf "der schleichende Tod" (passt also nicht) und "Kristallpalast Europa und sein Bewohner" = Plural --> "sie sind die Mauer" (jedenfalls glaube ich, dass das so korrekter ist).
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Pickman
Geschlecht:männlichReißwolf


Beiträge: 1411
Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 04.06.2022 17:07    Titel: Antworten mit Zitat

Wohe hat schon auf die falsche Gattungszuordnung und diverse semantische Inkohärenzen hingewiesen.

Der gesamte Text ist inhaltlich kaum nachzuvollziehen. Hier werden Behauptungen an Behauptungen gereiht. Nichts wird ausgeführt, illustriert oder gar belegt. Stattdessen gibt es Proben aus dem Vokabular des Wutbürgers ("die gesamte Elite") und Verweise auf Dostojewski.

Wenn daraus ein Essay werden soll, ist noch einiges zu tun.


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Tempus fugit.
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Merlinor
Geschlecht:männlichArt & Brain

Alter: 70
Beiträge: 8552
Wohnort: Bayern
DSFo-Sponsor


BeitragVerfasst am: 04.06.2022 19:27    Titel: Antworten mit Zitat

Au weia

Nicht böse sein, aber dieses Essay empfinde ich persönlich als verfehlt.

Es stimmt halt einfach nicht in seiner pessimistischen Kernaussage: Ich selbst jedenfalls sitze viel vor dem Monitor, er ist mein Zugang zur Welt. Er gibt mir, krank, alt und gebrechlich, die Möglichkeit, mit der Welt zu kommunizieren, meinen Horizont zu erweitern und Spaß zu haben.
Stumpft mich das ab? Zerstört es meine Sinne? Macht es mich dumpf, oder dumm, oder gar gefügig? Nein, tut es nicht!
Ein "If this then do this!" als Ergebnis meiner Nutzung des "Monitors" funktioniert bei mir einfach nicht. Ich habe schließlich die Wahl, wie und wann ich ihn nutze. Es liegt also ganz bei mir.

Ich für meinen Teil nutze ihn, um kreativ zu sein, um Neues zu entdecken, um zu recherchieren, um meinen kritischen Verstand zu schärfen, um zu spielen, um zu kommunizieren, um mich mit anderen Menschen auszutauschen, um meinen Geist und Körper zu aktivieren, um meine künstlerischen Hobbys zu pflegen und gerne auch mal, um Wege neben dem Strom zu erkunden.
Die Fähigkeit zum handschriftlichen Schreiben habe ich dadurch sicher nicht verloren und das wird auch nicht passieren. Auch meine emotionale Feinfühligkeit hat unter dem "Monitor" noch nicht gelitten.
Kurz, es hängt von jedem selbst ab, wie er den Monitor nutzt. Wer an ihm dumm und stumpf wird, ist selber schuld. Der "Monitor" erzwingt das nicht und fordert es auch nicht ein. Niemand hindert den Menschen daran, die modernen technologischen Möglichkeiten so zu nutzen, wie er das will, also ist das, was dabei herauskommt, auch Abbild der jeweiligen Persönlichkeit.

Es ist, wie Pickman schreibt: Dieses "Essay" reiht lediglich Behauptungen aneinander, ohne jeglichen Beleg, nörgelt ohne konstruktiven Ansatz herum, und bleibt dabei über die ganze Distanz vage und unbestimmt. Die in ihm akzentuierte generelle Klage über das angeblich verderbliche Wirken des "Monitors" ist nicht allgemeingültig und damit falsch.
Da hilft auch kein Herbeibemühen eines Dostojewski. Keine Ahnung, was dieser Passus soll, außer zu belegen, dass der Verfasser Literatur kennt.
Man kann jede Aussage jedes beliebigen klassischen Autors auf irgendeine Art in Bezug auf jedes irgendwie geartete Anliegen setzen, solange man unbestimmt genug bleibt und den Bezug mit Behauptungen statt Argumenten unterfüttert.
Nein, ein bisschen konkreter sollte es schon sein.

LG Merlinor


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„Ich bin fromm geworden, weil ich zu Ende gedacht habe und nicht mehr weiter denken konnte.
Als Physiker sage ich Ihnen nach meinen Erforschungen des Atoms:
Es gibt keine Materie an sich, Geist ist der Urgrund der Materie.“

MAX PLANCK (1858-1947), Mailand, 1942
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John McCrea
Geschlecht:männlichLeseratte

Alter: 48
Beiträge: 165
Wohnort: OWL


BeitragVerfasst am: 04.06.2022 22:42    Titel: Antworten mit Zitat

Zunächst habe ich mich auch ein wenig über diesen Text geärgert.
Das Gleichnis von Dostojewski kenne ich nicht.
Ich musste vorhin noch zu einer älteren Dame fahren, da sie aus Versehen ihren HDMI Channel gewechselt hat. Sie war überzeugt der Fernseher sei kaputt.
Es gibt bestimmte menschliche Wahrheiten und bestimmte menschliche Bedürfnisse. Da stimme ich Dir zu.
Dem armen IT-Mitarbeiter hier allerdings den schwarzen Peter in der Gesellschaft zuzuschieben, empfinde ich als schwach am Text.


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Mogmeier
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Moderator
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Beiträge: 2564
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BeitragVerfasst am: 04.06.2022 23:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallöchen miteinander,

diesen Essay habe ich jetzt mal ausm Lyrik-Trash hier ins Prosa-Feedback verschoben.

@Oskar: Den Doppelpost deines Werkes im Smalltalk habe ich entfernt.

Viele Grüße
Mog


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Christof Lais Sperl
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Der silberne Roboter


BeitragVerfasst am: 05.06.2022 09:24    Titel: Oha Antworten mit Zitat

„Wofür sich die Jugend stark macht“ klingt zunächst wie ein verstaubter Slogan der zum Glück verstorbenen DDR mit ihren blutleeren Parolen. Der Text passt mit seinen thematischen Sprüngen und Versatzstücken nicht zur Überschrift. Es fehlt insgesamt der rote Faden. Erkennbar die intellektualisierende Kritik einer überbordenden Digitalisierung, doch das sperrige  Gerüst wackelt allenthalben. Mitteldings mündet es in einen europäischen Kristallpalast, was immer die imaginierte Zentrale des Elitären nun auch sein soll, bleibt beflissen im Verborgenen. Hier muss noch viel geschrieben werden, um die unterschiedlichen Fäden zu verknüpfen. Klar, mit dem i-hunch im Nacken werden nicht unbedingt Revolutionen angezettelt. Doch wer sein Leben verdaddelt, könnte das auch in einer Zockerbude tun. Meine Erfahrung lehrt mich, dass autorenseitig auf die Diskussionsanreize nicht mehr viel Reaktion erfolgt. In diesem Sinne bleibt die Hoffnung.

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Lais
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Oskar
Gänsefüßchen


Beiträge: 17



BeitragVerfasst am: 07.06.2022 11:48    Titel: Re: Oha pdf-Datei Antworten mit Zitat

Den Kristallpalast erwähnt Dostojewski in seiner Erzählung. Kommt also nicht von mir. P.S. Aufzeichnungen aus dem Kellerloch ist eine der besten Erzählungen, die ich kenne. Laut Friedrich Nietzsche ein Geniestreich. Die Kritik an Europa ist die sowohl gedanklich wie auch menschlich am weitesten führende, die ich kenne.
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Christof Lais Sperl
Geschlecht:männlichKlammeraffe

Alter: 60
Beiträge: 691
Wohnort: Hangover
Der silberne Roboter


BeitragVerfasst am: 07.06.2022 12:00    Titel: Dazugelernt Antworten mit Zitat

Dann habe ich gern dazugelernt. Mal sehen, wie sich das fügt!

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Lais
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