16 Jahre Schriftstellerforum!
 
Suchen
Suchabfrage:
erweiterte Suche

Login

Jetzt erhältlich! Eine Anthologie von und mit unseren Usern. Jetzt bestellen! Die erste, offizielle DSFo-Anthologie! Lyrikwerkstatt Das DSFo.de DSFopedia


Zwei Sprachen in derselben Handlung

 

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Selbsthilfe -> Genre, Stil, Technik, Sprache ...
 Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
von_Arnsfeld
Gänsefüßchen


Beiträge: 25



BeitragVerfasst am: 08.05.2022 15:52    Titel: Zwei Sprachen in derselben Handlung eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Wie handhabt ihr verschiedene Sprachen innerhalb der Handlung, wenn sie aus der jeweiligen Erzählperspektive nicht verständlich sind?

Ich habe zwei Hauptcharaktere A & B, erzählt wird aus der Perspektive von A.
B beherrscht die Sprache eines anwesenden Nebencharakters & beide sprechen je einen Satz miteinander, bevor sie wieder in die für A verständliche Sprache wechseln.

Meine (bisher wenigen) Testleser sind in der Frage eher uneins über dieses Vorgehen und auf Anhieb will mir kein Text in den Sinn kommen, den ich da als Inspiration nehmen könnte.
Liest sich Version A oder B besser?


Version A:
"Lorat alvuera et il a se, Misa?" fragte Siral an Mera gerichtet, den Löffel allerdings vage in meine Richtung deutend.
"Ba serd, ta Belchrek!" zischte sie ihn aggressiv an. "Und ich mag es auch nicht sprechen, also bleib gefälligst beim Nord!"

Version B:
Wieder sprach Siral etwas in dieser fremden Sprache an Mera gerichtet, den Löffel allerdings vage in meine Richtung deutend.
Mera aber fuhr ihn aggressiv in derselben Sprache an, kaum dass er den Satz vollendet hatte und wechselte dann selbst wieder ins Nord. "Und ich mag es auch nicht sprechen, also bleib gefälligst beim Nord!"


_________________
"Für mein Werk kann ich nichts weiter vorbringen als seine Redlichkeit"
---- H. P. Lovecraft, 1890 - 1937
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
von_Arnsfeld
Gänsefüßchen


Beiträge: 25



BeitragVerfasst am: 08.05.2022 15:54    Titel: Re: Zwei Sprachen in derselben Handlung pdf-Datei Antworten mit Zitat

wups, bitte löschen. Da habe ich doch glatt Zitat und Edit - Button verwechselt. Rolling Eyes

_________________
"Für mein Werk kann ich nichts weiter vorbringen als seine Redlichkeit"
---- H. P. Lovecraft, 1890 - 1937
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Fistandantilus
Geschlecht:männlichEselsohr

Alter: 42
Beiträge: 401
Wohnort: Augsburg


BeitragVerfasst am: 08.05.2022 16:39    Titel: Antworten mit Zitat

Mir gefällt Variante A deutlich besser. Denn warum den Leser nicht plötzlich mit einer auch ihm fremden Sprache konfrontieren? Das wirkt unmittelbar und authentisch. Vorausgesetzt (und das hast Du ja so gehandhabt), dass es bei dem kurzen Schwenk bleibt und nicht viele Sätze irgendwelches Kauderwelsch gesprochen wird, das wäre ermüdend.

Übrigens, cooler Avatar Daumen hoch
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
von_Arnsfeld
Gänsefüßchen


Beiträge: 25



BeitragVerfasst am: 08.05.2022 17:31    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ja, das meine ich auch.
Es ist auch kürzer und selbst mit Kauderwelsch lässt sich eine gewisse Nachricht überbringen - das "Belchrek" etwa benutzt der Nebencharakter kurze Zeit später unmissverständlich als Beleidigung, bleibt aber ansonsten in der dem Leser verständlichen Sprache. Frei nach dem Motto: Kraftausdrücke sind international. Laughing

Andererseits war genau das der Kritikpunkt an der Stelle: es ist Kauderwelsch. Und da teilen sich die Geister. Andererseits muss es eben Kauderwelsch sein, denn der Charakter versteht es eben nicht.




Und jeder mag verrückte alte Wikinger, deswegen bieten sie sich als Avatar an. Smile


_________________
"Für mein Werk kann ich nichts weiter vorbringen als seine Redlichkeit"
---- H. P. Lovecraft, 1890 - 1937
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Maunzilla
Reißwolf


Beiträge: 1711



BeitragVerfasst am: 08.05.2022 19:30    Titel: Antworten mit Zitat

Worin besteht der Sinn, dieses Phantasie-Gebrabbel in dieser Szene in wörtlicher Rede wiederzugeben? Das ist eine Erzählung und kein Drehbuch oder Theaterstück.
Wörtliche Rede verwendet man in längeren Dialogen oder wenn man eine bestimmte unmittelbare Wirkung auf den Protagonisten oder Erzähler darstellen will.


_________________
"Im Internet weiß keiner, daß du eine Katze bist." =^.^=
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Kojote
Geschlecht:männlichACME Buchstabenfabrikant

Alter: 32
Beiträge: 1247
Wohnort: Wurde erfragt


BeitragVerfasst am: 08.05.2022 19:40    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin hier bei Maunzilla. Die wörtliche Rede ergibt hier überhaupt keinen Sinn.

Ein Beobachter der Szene — je nachdem, welche Perspektive du wählst — hat doch keine Ahnung, wie das Kauderwelsch überhaupt geschrieben wird. Insofern würde ich dafür plädieren, das „Kauderwelsch“ als ebensolches zu bezeichnen, im Sinne von „ein unverständlicher Schwall stürzte über ihn herein“ oder etwas dergleichen.


_________________
Trust ██ ██. ██ your ███ government!

"To be, or not to be." (William Shakespeare)
"Doobedoobedoo." (Frank Sinatra)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
von_Arnsfeld
Gänsefüßchen


Beiträge: 25



BeitragVerfasst am: 08.05.2022 20:50    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ebenfalls valide Punkte, danke dafür.

Jetzt wo ich drüber nachdenke - der Grund, warum ich kein Beispiel in anderen Werken dafür finde ist wohl auch der, dass es eher umschrieben, nicht als Dialog ausgeführt wird.


_________________
"Für mein Werk kann ich nichts weiter vorbringen als seine Redlichkeit"
---- H. P. Lovecraft, 1890 - 1937
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Grim
Leseratte


Beiträge: 130



BeitragVerfasst am: 08.05.2022 22:52    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe bei mir explizit geschrieben, wenn Charaktere die Sprache ändern. Also sowas wie: "Vertraust du denen?", fragte er auf Somna.In Kauderwelsch verwende ich nur vereinzelte Worte, meistens Beleidigungen.
Ein Charakter spricht bei mir in einer Art Mittelhochdeutsch, man kann aber noch entziffern, was er sagt. Und er vat sehr wenig Dialog, sonst würde ich das nicht machen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Merlinor
Geschlecht:männlichArt & Brain

Alter: 70
Beiträge: 8544
Wohnort: Bayern
DSFo-Sponsor


BeitragVerfasst am: 09.05.2022 11:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo von_Arnsfeld

Ich halte nichts von solchem Kauderwelsch. Vielleicht mal ein einzelnes Wort, aber keine solchen Sequenzen. Das bringt nichts und wirkt auf mich nicht authentisch, sondern gestellt.

LG Merlinor


_________________
„Ich bin fromm geworden, weil ich zu Ende gedacht habe und nicht mehr weiter denken konnte.
Als Physiker sage ich Ihnen nach meinen Erforschungen des Atoms:
Es gibt keine Materie an sich, Geist ist der Urgrund der Materie.“

MAX PLANCK (1858-1947), Mailand, 1942
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Fistandantilus
Geschlecht:männlichEselsohr

Alter: 42
Beiträge: 401
Wohnort: Augsburg


BeitragVerfasst am: 09.05.2022 11:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hui, hätte nicht gedacht, dass ich so eine Mindermeinung vertrete. Interessant, dass ihr das alle anders seht.

Ich bleibe dennoch gerne dabei, 11 Wörter Kauderwelsch, die der Prota in der Ich-Perspektive aufschnappt, in einem Roman von vielleicht 90.000 Wörtern, würden mich als Leser ganz und gar nicht stören.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Skatha
Geschlecht:weiblichLeseratte


Beiträge: 189
Wohnort: Alpenraum


BeitragVerfasst am: 09.05.2022 11:46    Titel: Antworten mit Zitat

Bei einem fremdsprachigen Gespräch, das meine Perspektiv-Figur als außenstehende Person verfolgt, mache ich es ähnlich der Variante B. Wenn meine Figur zuhört, aber nichts versteht, konzentriert sie sich mehr auf Körpersprache und Mimik.

Nur einzelne Wörter einer Fremdsprache, wie Begrüßungen, Ausrufe oder Schimpfwörter, gebe ich manchmal direkt wieder. Sowas lässt sich mE eher konkret 'aufschnappen'.


_________________
Das Unmögliche möglich machen, das Mögliche leicht und das Leichte elegant. (M. Feldenkrais)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Willebroer
Geschlecht:männlichPapiertiger


Beiträge: 4455
Wohnort: OWL


BeitragVerfasst am: 09.05.2022 13:08    Titel: Antworten mit Zitat

Im Grunde gehört so eine Frage zum Bereich der kreativen Umsetzung. Deshalb kann man sie auch nicht pauschal beantworten.

Wenn die fremde Sprache nur eine Hürde im reibungslosen Handlungsablauf wäre, dann kann man sich auf ein Minimum beschränken (zum Beispiel als Veranschaulichung, wie die anderen sich anhören).

Je mehr Bedeutung die Sprache für die Handlung oder die Atmosphäre (und vielleicht Mißverständnisse) hat, desto mehr Raum kann man ihr zugestehen.

Das Spektrum reicht von kurzen Kommandos, Flüchen oder Grüßen bis zu ganzen Manuskripten, die in einer fiktiven Sprache geschrieben sind. Aber wahrscheinlich sind sich alle einig: Weniger ist mehr.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
von_Arnsfeld
Gänsefüßchen


Beiträge: 25



BeitragVerfasst am: 09.05.2022 14:57    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Skatha hat Folgendes geschrieben:
Wenn meine Figur zuhört, aber nichts versteht, konzentriert sie sich mehr auf Körpersprache und Mimik.


Ein guter Punkt, war so auch nicht gleich auf dem Schirm.

Aktiver Dialog war für mich gedanklich näher am "show, dont tell" dran. An die Möglichkeit, Gestik & Mimik stärker in den Vordergrund zu heben, hatte ich an der Stelle nicht gedacht.


_________________
"Für mein Werk kann ich nichts weiter vorbringen als seine Redlichkeit"
---- H. P. Lovecraft, 1890 - 1937
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Levo
Eselsohr


Beiträge: 492



BeitragVerfasst am: 10.06.2022 16:11    Titel: Antworten mit Zitat

Mir gefällt Variante A besser, weniger akademisch, ruckzuck gezeigt, fertig. Macht neugierig, das andere ist halt nur "fremde Sprache", von Ferne beschrieben. Aber ich bin auch kein Fan von Pantomimen, erst recht nicht in einem Buch, es sei denn, es streiten sich zwei Gehörlose.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Selbsthilfe -> Genre, Stil, Technik, Sprache ... Alle Zeiten sind GMT - 11 Stunden
Seite 1 von 1



 
 Foren-Übersicht Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht teilnehmen.
In diesem Forum darfst Du Ereignisse posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht herunterladen

Thema Autor Forum Antworten Verfasst am
Keine neuen Beiträge Gleiches Thema zwei Ausschreibungen Lona21 Sonstige Diskussion 6 04.05.2022 18:32 Letzten Beitrag anzeigen
Dieses Thema ist gesperrt, Du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten. Ankündigungen: Zwei sleepless_lives Phantastisch! 0 14.03.2022 23:53 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Wie baue ich diese Nebenfigur noch st... Chamomila Ideenfindung, Recherche 12 17.02.2022 14:01 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Und von neuem ein Jahr der Seele begi... HansGlogger Werkstatt 10 21.01.2022 13:40 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Zwei Manuskripte anbieten? Ichlesehier Agenten, Verlage und Verleger 10 30.10.2021 14:51 Letzten Beitrag anzeigen

EmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungBuchEmpfehlungEmpfehlungBuchEmpfehlung

von nebenfluss

von Tiefgang

von Rodge

von BerndHH

von Uenff

von fancy

von Merope

von JT

von preusse

von Minerva

Impressum Datenschutz Marketing AGBs Links
Du hast noch keinen Account? Klicke hier um Dich jetzt kostenlos zu registrieren!