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Sommer-Barcamp TBWYRA, Personal Assistance & Administration Protokoll, Boot C


 
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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 24.04.2022 20:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo anderswolf,
anderswolf hat Folgendes geschrieben:
Zur Abwechslung mal was mit ausgefallener Textform. Das gefällt einerseits, weil wer will schon 27 einfach strukturierte Texte lesen, andererseits besteht in einem solchen Wettbewerb mit Zeitdruck natürlich die Gefahr, das liebevoll hineingeklöppelte Details und womögliche doppelte Böden einfach übersehen werden.

Sei es drum. Wir lesen das halbsubjektive Protokoll einer Teilnahme an einem Barcamp, also einer Nicht-Konferenz, auf der alle beitragen und nicht einfach nur zum Zuhören aufgefordert sind. Und tatsächlich bringen sich da alle Teilnehmenden irgendwie ein, aber nicht alle sind konstruktiv.
Und natürlich ist das ein Kommentar zum Jetzt, zu der Schwierigkeit miteinander klarzukommen, wenn alle so aus den Nussschalen ihrer eigenen Wirklichkeit herauskommunizieren. Und dass manche sich dann eben ausklinken.

Insgesamt zu betrachten wie ein seltsames Spiel, in dem sich d. Lesy auch selbst erkennen kann, mitunter unterhaltsam, mitunter Fragen aufwerfend, die keine Antwort bekommen werden, weil manches eben im Dunkel bleiben wird.
Die Stärke des Textes liegt natürlich in der Realitätsnähe, gleichzeitig ist das auch eine Schwäche. Denn wo Menschen der Realität abgeschaut werden, verbietet sich die Erklärung, das wird bei dem ganzen Insidersprech aber schnell schwierig, und zwar bedient sich der Text einem hübschen Vehikel bei "er betont jedes Wort wie in einem PR-Filmchen, als hätte man hier noch nie von einem ZEBRA gehört", aber letztlich verdeutlicht das nur das Dilemma.

Trotzdem gerne gelesen, gut zusammengebaut, unterhaltsam geschrieben, schätzungsweise Punkte, und das trotz des relativ geringen Phantastik-Anteils.

Schöner Kommentar zum Inhalt und dem Verhalten der Barcamper. Mich wundert nur - auch angesichts deiner Punktvergabe -, dass du das Verhalten der Initiatorys gegenüber den Teilnehmenden entweder nicht reflektiert hast, oder aber, es ist nur nicht (mehr) in den Kommentar eingegangen. Vielen Dank!


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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 24.04.2022 20:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Silke,
silke-k-weiler hat Folgendes geschrieben:
Für mich beinhaltet der Text Identitätssuche vor dem Hintergrund von Digitaliserung und Virtualisierung. Der Verlagerung von Lebenszeit in den virtuellen Raum, wobei Identitätssuche ja ein Thema ist, das den Menschen auch im realen Leben begleitet. Der Versuch von Gemeinschaft, die Suche nach sich selbst scheitert offenbar oder bleibt zumindest offen, im Endeffekt bringt Sandor es auf einen vorläufigen Punkt: Now I know what I really are: All alone.

freut mich, dass die Identitätssuche der Teilnehmenden bei dir angekommen ist. Als Verlagerung in den virtuellen Raum war die von mir nicht gedacht (siehe Kommentar an RAc), andererseits gab es beim nächsten großen Ding, wo es ja so gemeint war, vereinzelte Vermutung in die Gegenrichtung. Vielleicht wird das im digitalen Zeitalter eine neue Herausforderung bei solchen Texten, das deutlicher herauszustellen, was in der virtuellen und was in der, äh, realen Realität spielt.
Danke für Rückmeldung und Punkte!


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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 24.04.2022 20:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Reimeschreiberin,
Reimeschreiberin hat Folgendes geschrieben:
Ich weiß nicht so recht, was ich zu der Geschichte schreiben soll. Sie ist eher wie ein Protokoll geschrieben und trifft leider nicht meinen Geschmack. Vielleicht habe ich sie auch einfach nur nicht richtig verstanden?

Das kann ich natürlich nicht wissen, aber vielleicht verstehst du ja durch Lesen der Kommentare mehr - oder magst die weißen Stellen einfach nicht.
Danke fürs Lesen!


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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 24.04.2022 20:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo nicolailevin,
nicolailevin hat Folgendes geschrieben:
Ui, das sieht nach einer Pseudodokumentation aus, so eine Art ‚Mockumentary‘, sowas mag ich ja in der Regel sehr gern!

Ich eher nicht Laughing

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:
Mal sehen: Ein Logbuch, Segelboote in der Ostsee, eine Art Event, ein Haufen Nicknames und kryptischer Abkürzungen. Ich verstehe nur Bahnhof. Nun, es ist spät, und ich bin müde, ich hätte mir diese Geschichte nicht so kurz vorm Schlafengehen vornehmen sollen. Morgen früh werd‘ ich sie mit frischem Geist nochmal durchlesen. Gute Nacht!

Am nächsten Morgen weiß ich immerhin, was ein Barcamp ist: eine selbstorganisierte Konferenz, sagt Wikipedia. Auch den Two-Spirit konnte ich ergoogeln. Die Buchstabenkombination im Titel bringt dagegen keine Ergebnisse. Die vielen Nicks bleiben ebenfalls seltsam, und die kryptischen Abkürzungen (OC, IRT, QoC, PA …) sind auch beim zweiten Lesen immer noch kryptisch.

Wahrscheinlich ist das alles satirisch gemeint. Aber die Späße richten sich an Insider, und ich fürchte, ich bin da sowas von außen vor! Nee, auf diesem Barcampingplatz werde ich nicht froh, ich verzupf‘ mich mal wieder, und, liebe Barcamper_innen: Die Punkte für diesen Beitrag müsst ihr euch wohl selbst organisieren …

Leider bleibt mir hier nichts anderes mehr übrig als auf die anderen Antworten zu verweisen.
Vielleicht beim nächsten Mal wieder. Vielen Dank für deine Beschäftigung mit dem Text!


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Jenni
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Beiträge: 4197

Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 24.04.2022 20:42    Titel: Antworten mit Zitat

nebenfluss hat Folgendes geschrieben:

Zitat:
Dafür bekomme ich Konflikte zwischen Personen, wie sie zu jeder Zeit an jedem Ort stattfinden könnten, an dem einander unbekannte Menschen zusammentreffen

Zu jeder Zeit an jedem Ort - nein, sehe ich nicht, was die Streitpunkte betrifft, etwa die Frage nach der Kostenpflichtigkeit von Updates oder ob man eine Arbeitsgruppe über Diskriminierung bereits quasi als "Must-have" vorschlägt, das sind doch sehr moderne Phänomene. und warum sollte jemand an irgendeinem anderen Ort einen makabren Spruch über Kannibalismus machen? Auch das Milieu scheint mir ziemlich spezifisch zu sein, also was das für Leute sind, die sich so ein High-Tech-Lifestyle-Teil leisten können und dermaßen auf das Erreichen des Versorgungsschiffes vertrauen, dass sie nicht mehr als ein paar Kekse oder so mitnehmen.

Ja, das stimmt schon, dass du ein Milieu beschreibst und die Streitpunkte ein Thema haben, aber trotzdem meine ich, dass die Art der Diskussion und die Positionen in gewisserweise stereotypisch sind - der eine*, der sofort alle Regeln kennt nur um aus Prinzip alles zu hinterfragen, derjenige*, der ein Diskriminierungsproblem kommen sieht, derjenige*, der zu allem einen Flachwitz (oder ein Video / Meme ...) beizutragen weiß, der, dem der Tonfall missfällt und so weiter, dazwischen diese Parolen, die den Rahmen erwünschten Verhaltens definieren - was ich übrigens keinesfalls negativ meinte, wenn du den Satz fertig zitiert hättest: Ich finde das dieses Phänomen dieses Generalkonflikts ja sehr gelungen auf dein Milieu und Generation Post-post-post-Z (Douglas Coupland hat das mit der Nomenklatur echt nicht zu Ende gedacht) adaptiert. Und fand das sogar letztlich interessanter, als wäre mir so klar geworden, dass du offenbar allein oder hauptsächlich auf das Konsumverhalten hinaus willst.

*Sind die eigentlich wirklich alle männlich? Ist mir vorher gar nicht aufgefallen, aber scheint so. Ist das Absicht? Konsumieren oder kommunizieren Männer anders als Frauen? Also, schon, aber ist das für den Text relevant?
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RAc
Klammeraffe


Beiträge: 640



BeitragVerfasst am: 24.04.2022 22:53    Titel: Antworten mit Zitat

nebenfluss hat Folgendes geschrieben:
Hallo RAc,

Interessante Geschichte scheinst du da gelesen zu haben - wo kann man die lesen? Laughing
Im Ernst, mir tut es fast leid um diesen klasse unterhaltsamen Kommentar - jetzt würde ich am liebsten eine Geschichte über ein Bootsrennen schreiben! Nur denke ich gleichzeitig: Häh, wieso Smartphones? Die haben sie doch alle zu Hause gelassen. Hätte ich wohl wirklich hinschreiben müssen; ich dachte, es sei klar, weil nirgends ein Smartphone erwähnt wird. Sondern einer, der Tretboot fahren muss, weil gerade Sonne und Wind nix hergeben, und einem, dem gerade sein Boot unterm Hintern absäuft - aber vielleicht waren das in deiner Lesart nur Avatare?



Naja, da werde ich wohl meine Standardauswahl an, uhm, bewußtseinserweiternden Genußmitteln umstellen müssen... erschreckenderweise nehme ich schon jetzt keine... Embarassed Ernsthaft, da werde ich mich mal intensiv mit der Frage beschäftigen müssen, wie ich auf diese Lesart komme. Vermutlich gibt es irgendwo ein Barcamp, das mich da auf den richtigen Weg bringt (Anregungen werden gerne angenommen).

nebenfluss hat Folgendes geschrieben:


Zitat:
Die Form mit ihren Wechseln zwischen Erzählung, eingestreuten tweets und Onlinechats erinnert an "trout fishing in the Jemen."

Kenne ich leider nicht...


Tja, da war ich vermutlich noch unter dem Einfluß von Sue's Text... ich meinte natürlich "Salmon Fishing in the Yemen." https://en.wikipedia.org/wiki/Salmon_Fishing_in_the_Yemen_(novel)

Auch wenn (oder vielleicht gerade weil) dein Text sich als etwas sehr Anderes herausstellt, als er sich mir präsentiert hat, finde ich ihn trotzdem sehr gut, und ich bereue definitiv nicht, ihm Punkte gegeben zu haben! Wink Vielleicht komme ich mit dieser Rezension wenigstens ins Rennen um den nicht existierenden award der Rezensionen an fernen Ufern (SEHR fernen Ufern?).
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anderswolf
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 969
Wohnort: Bad Nauheim


BeitragVerfasst am: 25.04.2022 07:54    Titel: Antworten mit Zitat

nebenfluss hat Folgendes geschrieben:
Mich wundert nur - auch angesichts deiner Punktvergabe -, dass du das Verhalten der Initiatorys gegenüber den Teilnehmenden entweder nicht reflektiert hast, oder aber, es ist nur nicht (mehr) in den Kommentar eingegangen. Vielen Dank!

Es ist nicht nur aus Zeitgründen nicht mehr in meinen Kommentar eingeflossen, ich hatte es tatsächlich (das wiederum doch aus Zeitgründen) nicht gesondert reflektiert. In meiner Post-Phantasma-Wiederlese ist es mir dann doch noch aufgefallen, wie sehr da natürlich nicht innerhalb einer egalen und homogenen Gruppe von Individuen interagiert wird, sondern eben dieses krasse Macht-, Vermögens- und Einflussgefälle die gesamte Auseinandersetzung und letztlich auch den Ausschluss Einzelner (unter Inkaufnahme ihres Untergangs) bestimmt. Dass ich da also auch später noch mehr entdecken konnte, das hat es mir leichter gemacht, meine fast schon intuitive Punktevergabe zu rationalisieren.
Vielen Dank insgesamt für den Text (also sowohl im als auch nach dem Wettbewerb) und nochmals herzlichen Glückwunsch zum Phantasma-Preis!
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John McCrea
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Beiträge: 164
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BeitragVerfasst am: 25.04.2022 18:11    Titel: Antworten mit Zitat

nebenfluss hat Folgendes geschrieben:
Hallo John,
John McCrea hat Folgendes geschrieben:
Eine coole phantastische, Science-Fiction Berichterstattung.
So komplex und dicht, dass ich sie gerne noch ein zweites Mal lesen werden, denn mir ist sicherlich die ein oder andere Pointe entfallen.
Vom Aufbau gefällt mir der Text wirklich gut.
Der bittere Humor wirkt nach.

Das Szenario kommt mir bekannt vor. Meine 8 Punkte.

Danke dir, freut mich!
Falls dir noch einfällt, woher dir das Szenario bekannt vorkommt: würde mich interessieren. Ich hatte keine Vorlage dazu im Kopf.


Hallo nebenfluss,

ich denke, ich sollte hier noch meine Antwort geben, auch, um den Text einmal für andere Leser mit einzuordnen. Vielleicht kann ich das.
Vieles hat Veith ja schon, meiner Ansicht nach, zugeordnet.

Ich will aber auch noch einmal meinen Senf dazugeben.

Ich kenne Deinen beruflichen Background nicht, der wäre interessant zu wissen.
Aber beispielsweise:
Jeder, der schon einmal in einem großem IT-Unternehmen gearbeitet hat, welches mit internationalen Teams operiert, kennt zumindest die Begriffe Onshore, Offshore, Nearshore in der Projektarbeit.
Englisch ist die Sprache der Wahl.
Team-Building durch angeleitete Segelturns zur Positionsfindung und Persönlichkeitsentwicklung sind das Ideal in der freien Wirtschaft, insbesondere für Führungspersonal. Begriffe werden gerne übernommen.

Aufgabenstellungen, wie das Erlernen und Installieren von neuer Technologie sind typisch.
Es gibt Team-Chats, Daylies, Weeklies und weiteres.
Am Ende ist jeder alleine, wenn der "Mast gebrochen" ist.

Wenn man als Frischling in solche Meetings kommt, dann wirkt das wie dieser Text.


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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 26.04.2022 11:04    Titel: Antworten mit Zitat

Jenni hat Folgendes geschrieben:
nebenfluss hat Folgendes geschrieben:

Zitat:
Dafür bekomme ich Konflikte zwischen Personen, wie sie zu jeder Zeit an jedem Ort stattfinden könnten, an dem einander unbekannte Menschen zusammentreffen

Zu jeder Zeit an jedem Ort - nein, sehe ich nicht, was die Streitpunkte betrifft, etwa die Frage nach der Kostenpflichtigkeit von Updates oder ob man eine Arbeitsgruppe über Diskriminierung bereits quasi als "Must-have" vorschlägt, das sind doch sehr moderne Phänomene. und warum sollte jemand an irgendeinem anderen Ort einen makabren Spruch über Kannibalismus machen? Auch das Milieu scheint mir ziemlich spezifisch zu sein, also was das für Leute sind, die sich so ein High-Tech-Lifestyle-Teil leisten können und dermaßen auf das Erreichen des Versorgungsschiffes vertrauen, dass sie nicht mehr als ein paar Kekse oder so mitnehmen.

Ja, das stimmt schon, dass du ein Milieu beschreibst und die Streitpunkte ein Thema haben, aber trotzdem meine ich, dass die Art der Diskussion und die Positionen in gewisserweise stereotypisch sind - der eine*, der sofort alle Regeln kennt nur um aus Prinzip alles zu hinterfragen, derjenige*, der ein Diskriminierungsproblem kommen sieht, derjenige*, der zu allem einen Flachwitz (oder ein Video / Meme ...) beizutragen weiß, der, dem der Tonfall missfällt und so weiter, dazwischen diese Parolen, die den Rahmen erwünschten Verhaltens definieren - was ich übrigens keinesfalls negativ meinte, wenn du den Satz fertig zitiert hättest: Ich finde das dieses Phänomen dieses Generalkonflikts ja sehr gelungen auf dein Milieu und Generation Post-post-post-Z (Douglas Coupland hat das mit der Nomenklatur echt nicht zu Ende gedacht) adaptiert. Und fand das sogar letztlich interessanter, als wäre mir so klar geworden, dass du offenbar allein oder hauptsächlich auf das Konsumverhalten hinaus willst.

Fertig zitiert, hast du eine "extrapolierte Millenialsprache" erwähnt, und das finde ich sehr treffend, aber es ging mir eben schon auch um eine Extrapolierung des Zeitgeistes - nicht nur der Sprache, des Konsumverhaltens und dieser Callcenter-Mentalität, sondern auch der Identitätssuche. Spannend finde ich, dass sich mir immer mehr Parallelen zu deiner Geschichte aufdrängen. In deinem Faden schreibst du:
Jenni bei Das nächste große Ding hat Folgendes geschrieben:
Das Geschlecht des Ich sollte keine Rolle für die Geschichte spielen. Dass sie sich explizit als weiblich bezeichnet liegt daran, dass ich ursprünglich einbauen wollte, dass alle Avatare dieses Zukunfts-Metaverse weiblich sind und damit Bezug darauf nehmen, dass es im bereits existierenden META-Metaverse Horizon Worlds direkt nach der Eröffnung letztes Jahr zu Fällen sexueller Belästigung kam, nicht jetzt in meiner Geschichte sondern in der wahren schönen alten Welt, s. zB hier. Den Bogen dahin habe ich dann nicht bekommen und das Fass wurde mir auch sprachlich zu groß, also alles schön zu gendern, aber dann habe ich sie eben weiblich gelassen.

Ich verstehe das so gut - und gleichzeitig war ich selbst offenbar zu dieser "Weisheit" nicht im Stande - einer der Gründe, warum ich Das nächste große Ding gegenüber RAc als den besseren Text bezeichnet habe ... ich dagegen wollte unbedingt diesen Identitäts-Subtext mit drinhaben, und muss jetzt das ganze Gekreisel ums Wespennest aufdecken, mit dem ich mich da rumgeschlug:
Jenni hat Folgendes geschrieben:
*Sind die eigentlich wirklich alle männlich?

Woher soll ich das wissen, sie wissen es ja selbst nicht ... genauer:
Abraxi, QoC (Queer of Color) mit dem eher weiblich assoziierten (nick)Namen, habe ich zwecks Vermeidung der Genderproblematik einfach das Personalpronomen geklaut, z. B.:
Barcamp hat Folgendes geschrieben:
Abraxi bedankt sich, er/sie/es wolle nicht unhöflich sein, aber sei nicht mitten aufs Meer hinausgefahren, um sich an die deprimierenden Verhältnisse an Land zu erinnern; er/sie/es gehe davon aus, dass Diskriminierung innerhalb des Barcamps kein Thema sei.

So doof? Ja. Ansonsten benutzt der Protokollant männliche Pronomen, weist aber zumindest an einer Stelle auf deren Vorläufigkeit hin:
Barcamp hat Folgendes geschrieben:
orchestriert durch ein Geheul, das vom Wind stammen könnte, oder auch aus der Kehle des Two-spirits (was an Frisur zu erkennen war, wir werden natürlich noch sehen, was er wirklich ist)

Den Two-Spirit hat nicolailevin ergoogelt und dürfte bei Wikipedia gelandet sein, zur Verdeutlichung ein Screenshot von genderbread.org:

(roter Pfeil von mir)
Das Prinzip ist, wie an V.K.B. erwähnt, auch die Idee für die Schieberegler des Identity Recognition Tools; der Begriff "butch" stammt aus ähnlicher Quelle und bezeichnet ein wieder anders Alignment. Versteht man die (blauen) Pfeilspitzen jeweils als Ufer (100% Gendermann bzw. Genderfrau), ist ein Two-Spirit denen ziemlich fern ...


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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 26.04.2022 11:53    Titel: Antworten mit Zitat

John McCrea hat Folgendes geschrieben:

Ich kenne Deinen beruflichen Background nicht, der wäre interessant zu wissen.
Aber beispielsweise:
Jeder, der schon einmal in einem großem IT-Unternehmen gearbeitet hat, welches mit internationalen Teams operiert, kennt zumindest die Begriffe Onshore, Offshore, Nearshore in der Projektarbeit.
Englisch ist die Sprache der Wahl.
Team-Building durch angeleitete Segelturns zur Positionsfindung und Persönlichkeitsentwicklung sind das Ideal in der freien Wirtschaft, insbesondere für Führungspersonal. Begriffe werden gerne übernommen.

Aufgabenstellungen, wie das Erlernen und Installieren von neuer Technologie sind typisch.
Es gibt Team-Chats, Daylies, Weeklies und weiteres.
Am Ende ist jeder alleine, wenn der "Mast gebrochen" ist.

Wenn man als Frischling in solche Meetings kommt, dann wirkt das wie dieser Text.

Ich bin in der Jugendsozialarbeit tätig, was mich aber langsam auch nicht mehr vor diesen Tendenzen schützt Wink - auch wenn das Teambuilding-Budget leider nicht für Segeltörns, sondern für Achtsamkeits-Trainings u. ä. ausgegeben wird Laughing
Man könnte meinen, hier liege der Fall anders, weil die Teilnehmenden ja Kunden, keine Mitarbeiter sind. Ich denke aber, diese Abgrenzung schwindet auch, weil den Kunden immer öfter "agile" Prototypen von Produkten geliefert werden (insbesodere bei software-gesteuerten Dingen und natürlich bei den Dienstleistungen). Die Kunden sind quasi das Test-Team, das  bei Problemen per Feedback/Kundenumfrage (gerne mit einen Rabatt/Gutschein als "Dankeschön" für die private Mitarbeit) dem Unternehmen rückmeldet, wie ein gescheites Produkt auszusehen gehabt hätte.
Insofern kann ich mit dem, was du schreibst, zu diesem Text schon sehr viel anfangen smile


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