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Isotopien (Aus der Serie Atmen)


 
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Ralfchen
Geschlecht:männlichEselsohr

Alter: 74
Beiträge: 324



BeitragVerfasst am: 16.05.2021 22:24    Titel: Isotopien (Aus der Serie Atmen) eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat


Isotopien

(Aus der Serie Atmen)

Die Therapiestunde mit Gizzmu hat etwas in mir über den Haufen geworfen. Allerdings bemerke ich das erst einige Wochen nach seiner Einäscherung. Es war meine erste Session als Therapeut und er mein erster Patient. Vollkommen abgefuckt - irgendwie.

Ich hänge den Job vorerst an den Nagel und lebe dahin.

Vor etwa drei Wochen lerne ich Sepia auf einer Dating-Plattform kennen. Unser First läuft zwei Tage später und wir sehen einander seither fast täglich.

Ich finde ihre Nähe mehr und mehr erfrischend. Sie strömt dazu auch etwas Beruhigendes aus. Mein inneres und äußeres Chaos sinkt ab wie Dreck in einem Eimer voll leichtem Wasser und sammelt sich am Boden. Das Aufgewühltsein ist abgewühlt. Die Isotopen meiner kürzlich aufgeblitzten Geisteskrankheit verlieren ihr grelles Licht und die Neutronen meiner Verlorenheit beginnen sich zu ordnen – teilweise verdampfen sie und nebeln meinen Blick ein - so als würde ich in einem Zug an einer mehr und mehr verschwimmenden Landschaft vorbei rasen. Leider hält dieser Zustand nur so lange an, als sie in meiner Nähe ist. Ohne sie stoppt der Zug und rast zurück in multiples Chaos.

„Man könnte dich auch als ein menschliches Psychopharmazeutikum bezeichnen.“

„Finde ich witzig. Hat mir noch nie ein Typ gesagt.“

„Na ja, man sagt, es gibt immer ein erstes Mal. Erzähl mir doch weiter aus deiner Jugend, Baby.“

„Der Chauffeur meiner Mutter hatte mich als 12-Jährige mehrfach vergewaltigt. Nachdem ich es ihr erzählte, meinte sie: Ach was Kind, ein guter Chauffeur ist schwer zu finden. Damit war das Thema für meine Mutter erledigt.“

„Coole Mom. Was war mit dem Chauffeur?“

„Wir waren mal auf Madeira und dort gibt es das Cabo Girão, ist die höchste Steilküste Europas. Wir parkten den eingeflogenen (!) Bentley, gingen an den Rand und guckten runter. Das war echt magisch. Ich stupste den Scheißer fest von hinten und er segelte mit Gebrüll die rund 560 Meter runter. Er wachelte mit den Armen als wollte er fliegen. War irgendwie lustig.“

„Was sagte deine Mum?“

„Sie schüttelte nur den Kopf und meinte: Irgendwas habe ich bei deiner Erziehung falsch gemacht Kind.

Wir redeten nie mehr darüber.“

„Auch cool. Ich liebe deine Anekdoten.“

Irgendwie ist sie ein Teil meines Universums und ich des ihren. Zwei ineinander verschmolzene Galaxien.

Ich habe immer das Bedürfnis ihr was Besonderes zu sagen. Was Geiles für die Stimmung – irgend was Stimmiges. Aber nix Überschäumendes weil sie mag nix Moussierendes, Auch nicht unter- oder oberkühlt. Also was? Es gibt keinen Anlass für einen Triumphschrei, denn mein Leid ist mir sehr nahe. Andere interessieren mich null-komma-null. Irgendwas Ungenanntes grinst auf einmal in mir. Sicher ein blödes Wort, das ich dann mit versonnener Grimasse rausquieken würde. Nein. Heute ist der 14. November und ein Sonnenstrahl kitzelt die Jalousien. Das genügt.

Ich bleibe lieber wortlos.


Ich denke daran, dass die Isotopenzusammensetzung im Blut bei jedem Menschen - auch abhängig vom Ort der Welt - verschieden und charakteristisch ist. Interessanter Weise kann man bei Lebensmitteln wie Wein oder Käse, die Festlegung des Ursprungsortes verifizieren. Ich denke dabei an Dom Perignot und den Eselsmilch-Käse des serbischen Käsers Slobodan Simic. Da ist nichts zu verifizieren.

Ich liebe diesen Platz mit dem Blick auf die Stadt. Heute ist der letzte Tag, denn ab Dienstag haben wir wieder den totalen Lockdown.

Im Le Bernadine.

Ich bestelle eine Flasche Dom Perignot.

„Nein bitte in Weißweingläsern.“

Der Kellner blickt ein wenig erstaunt, bringt aber sofort die zarten Riedl-Gläser. Sepia lächelt.

„Klar, dass die meisten Typen nicht wissen, dass sich das Aroma im Weißweinglas einfach schneller entwickelt.“

„Ja.“

Die Welt schrumpft ein wenig im Abendlicht und der Anblick der Stadt zieht sich von unseren Blicken zurück. Irgendwie fühle ich nach dem zweiten Glas ein angenehmes Ermatten. Ist das alles Traum oder Realität? Eine Frage die ich mir in meinem Wahn immer wieder stelle.

Sepia mustert mich und lächelt wieder.

„Am Abend träume ich immer vom Morgen. Für mich ist die Zeit wenn die Apfelbäume blühen irgendwie als wenn der Schaum der Meeresbrandung in den Ästen hängen würde.“

„Eh...das hast du schön ausgedrückt Baby. Ich liebe deine romantischen Auswüchse.“

Mit ihrem zerbrechlichen Nymphenkörper sitzt sie da wie eine fragile Porzellanfigurine von Degas. In ihren sanften Augen liegt etwas wie Weisheit. Aber welche Weisheit?

„Warum schaust du mich so eigenartig an?“

„Du erinnerst mich an die Nymphen in den Märchenbüchern meiner Kindheit.“

„Schön, ich hatte ebenfalls solche Bücher. Eine Nymphe war tot – weiß nicht mehr – könnte auch Snow-White gewesen sein, sie sah so süss und verzückt im Tod aus.“

„Ja – ich erinnere mich an die Story in der sie vom achten Zwerg erst vandalisiert und dann umgelegt wurde.“

„Aha – achter Zwerg - kenn ich nicht.“

„Hab ich mal geschrieben. Bei der Gelegenheit: Hast du du eigentlich auch andere Typen ausser dem Chauffeur deiner Mum umgelegt?“

„Hahahahaha...was für eine Frage. Jede Menge mein Süsser.“

„Das klingt nicht gerade entzückend. Aber was solls.“

„Mach dir keinen Kopf.“



In der Hydrologie zieht man aus den Konzentrationsverhältnissen von Isotopen Rückschlüsse auf deren Vorgänge. Irgendwie erinnern mich Sepias Worte an den Zerfallsprozess. Frage mich ob ihr Gedankenlauf die Stoffflüsse der erledigten Typn auch unterhalb der Erdoberfläche verfolgt.


"Wie sind deine Eltern eigentlich auf deinen Vornamen gekommen? Ich habe versucht, den unter Mädchennamen zu finden, aber es ist mir nicht gelungen.“

„Das ist eine gute Frage, dafür habe auch ich keine Erklärung und da die beiden bereits abgekratzt sind, können wir das auch nicht mehr raus finden.“

Unsere Beziehung ist eine ganz eigenartige. Interessanterweise haben wir kaum Sex miteinander und eigentlich fehlt es mir nicht, denn ich bin kein sexueller Mensch. Daher ist es keine Störung unserer Harmonie. Sepia hat eine kühle distanzierte, irgendwie flüssige Art, die mich aber nicht verunsichert. Ganz im Gegenteil, ich fühle mich jeden Tag mehr und mehr wohl und cool mit ihr.

Nächste Woche werden wir in eine kleine gemeinsame Wohnung übersiedeln. Um es ganz ehrlich zu sagen das habe ich nicht erwartet.

***

Ich frage Sepia nie woher sie ihre Knete hat. Immer wieder erstaunt mich ihre Gedankenlosigkeit im Umgang damit. Vermute, dass sie sich auf Grund einer beträchtliche Hinterlassenschaft ihrer Eltern keinen Kopf machen muss.

Also da ist etwa die kleine Wohnung: Die Zimmerflucht in einem Brownstone in Manhattan misst sicher 550 Quadratmeter.

Sie lächelt verschmitzt während wir durch die Räume latschen. Die Kiste ist voll möbliert, an den Wänden hängen alle möglichen alten und jungen Meister. Ich erkenne mehrere Arbeiten von Sigmar Polke, Frank Stella, Albers, zwei Van Gogh und mehrere Francis Bacon. Na gut, mir fällt kein Wort aus'm Mund. Und das taugt ihr. Sie dreht sich um und schlingt ihre Arme um meinen Nacken.

„Hoffe du kannst dich hier einleben.“

„Echt, Baby du bist voll witzig. Gibts auch einen Koch und Butler?“

„Nein wir haben drei Thailänderinnen, die sich uns kümmern.“

„Fuck ich liebe Thai-Cuisine.“

„Ich weiß.“


Die meisten auf der Erde natürlich vorkommenden Nuklide sind stabil. Ähnlich unserer Beziehung. Einen Zerfall kann man bei uns kaum beobachten. Auch das passt. Wir sind allerdings nicht sinnlich radioaktiv, was die Halbwertszeit unserer Beziehung, wesentlich verlängern könnte. Sepia sagte mal, dass sie so alt sei wie die Erde. Sie wäre also ein primoriales Nuklid.


***


Die folgenden Wochen und Monate vergehen wie im Flug. Der Lockdown wurde vor wenigen Tagen aufgehoben. Wie es weitergehen wird weiß allerdings niemand.

Saomalai ist eine wunderbare Köchin. Manchmal ein bisschen zu viel Knoblauch. Aber als Liebhaber thailändischer Küche – und diese Präferenz teile ich mit Sepia – komme ich damit zurecht.

Wir haben heute ein sechsgängiges Menü aus dem Le Bernadin*) catern lassen. Eine wunderbare Abwechslung. Dieses Restaurant ist uns Beiden das Liebste.

Wir sitzen gemütlich vor dem offenen Kamin. Das Aufflackern der Funken aus der Glut ist beruhigend.

Es gelingt mir in den letzten Monaten immer mehr meine Psychosen und Wahnvorstellungen unter Kontrolle zu halten. Durch meine psychiatrischen Ausbildung kann ich mich - wenn auch ein bisschen unsicher – therapieren.

„Es wird vermutet dass Delfine träumen.“

„Ich habe davon gelesen.“

„Es ist bekannt, dass Delfine ein komplexes akustisches Kommunikationssystem haben. Daraus könnte man ableiten, dass sie träumen. Die Frage die man sich stellen muss, ist, kann man im Halbschlaf träumen?“

„Wir können in einem halbwachen Zustand träumen. Ich habe mich in meinem Studium damit sehr viel beschäftigt. Jung hatte dazu Interessantes geschrieben.“

“ Ich weiß Schatz, ich habe Jung gelesen.“

“ Ah okay. „

“ Ich möchte dir etwas zeigen, was dich überraschen wird.„

“ Das klingt cool, ich liebe Überraschungen.„

Sepia nimmt mich an der Hand. Wir gehen in die Bibliothek neben dem Kamin Zimmer. Am Wandpaneel links neben einer Glas-Stahl-Konsole mit einer Giacometti Skulptur, hängt das Gemälde "Der goldene Fisch" von Paul Klee. Sie nimmt ihr iPhone und sagt:

“ Öffne das linke Paneel.„

Das Paneel dreht sich an einer in der Mitte eingelassenen Scharniere und öffnet sich zu einem unbeleuchteten Durchgang.

“Komm.„

Wir betreten einen gewölbten Gang oder Schacht mit einer Wendeltreppe, in welchem sich sofort eine diffuse blaue Beleuchtung einschaltet. Ich folge ihr in das untere Geschoss und auf einem kleinen Absatz öffnet sich wieder durch einen Befehl in ihr iPhone eine Schiebetüre. Wir stehen am Rande eines Raumes der ebenfalls durch blaues Licht beleuchtet ist. In der Mitte befindet sich ein riesiges, etwa drei Meter hohes und sicher zehn Meter langes Aquarium in dem zahllose exotische Fische zwischen bizarren Korallenbäumen hin und her flitzen. Auf dem sandigen Boden schweben einige große Tintenfische. Der Raum ist erfüllt von Brummen und Summen verschiedener Aggregate zum Betrieb der Anlage.

“ Was sagst du Schatz?„

“ Da…das habe ich ni..nicht erwartet.“

Ich denke an die besondere CO2-Fixierung von CAM-Pflanzen, die in er Lage sind jeglichen Wasserverlust zu vermeiden, daran kann man positive Delta-13C-Verhältnisse in der Natur beobachten. Einen noch höheren Wert haben Plankton und Meerestiere. Anthropologen können anhand dieses Wertes und der Untersuchung von menschlichen Knochen, Rückschlüsse auf deren Ernährung zu ziehen.


*) Anmerkung des Autors: Das Le Bernadin zählt zu den besten Restaurants New Yorks. Hatte dort im Herbst 2013 mehrmals mit meiner damaligen Geliebten - der Nymphe Nicole zu Abend gegessen.

(Fortsetzung folgt)



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HansGlogger
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BeitragVerfasst am: 14.01.2022 15:51    Titel: Antworten mit Zitat

Vorbemerkung
Ich schaue gerade die alten Beiträge durch, die 0 Antworten bekommen haben, um diese Gemeinschaft hier besser zu verstehen und weil ich finde, dass jeder Text eine wenn nur kurze Antwort verdient hat, es reicht ja zu sagen: Ich habe bei ... aufgehört zu lesen, weil ...

Ausnahme vielleicht: Dauer-Poster, die nur einge Werke einstellen  und andere nie kommentieren.

Konkret:

Gerade dieser Text ist IMHO oberes Mittelfeld, gute Dialoge, Spannung, usw. Ein paar beschreibene Elemente, Räume, Wetter,Menschen usw. täten vielleicht dem Text gut. Warum niemand geantwortet hat weiß ich nicht.
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Ralfchen
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BeitragVerfasst am: 14.01.2022 21:53    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Servus Hans –

Danke für deinen Kommentar. Wie du weißt werden viele Texte nicht gelesen somit auch nicht beantwortet. Diese kleine Kurzgeschichte wird noch fortgesetzt. nur habe ich momentan so viele andere Dinge zu tun wie mit meinem neuen Projekt RABBS einer Kombination aus NFT und Kryptowährung. Zu diesem Projekt muss ich mit meinem Team 100 Millionen RABBS Kunstwerke produzieren. Sehr bald kommt mein erstes eBook (100 × 100 Worte) ins Netz. Daneben arbeite ich an einem Almanach über die sexuelle Perversionen des Menschens ( Paraphilien) mit satirischen Illustrationen, meinen SATOONS. Aber das nächste Kapitel zu dieser Geschichte folgt demnächst.

Herzliche Grüße
ralfchen


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kioto
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BeitragVerfasst am: 15.01.2022 18:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ralfchen,

Ich habe einen Teil des Textes gelesen, obwohl dies durch die Formatierung erschwert wurde. Eine Erzählung in der Ich Perspektive und Gegenwart ist immer etwas schwierig, deshalb passten die gewählten Zeiten nicht immer.
Ansonsten sehr eloquent geschrieben.
Was mich etwas störte sind folgende Punkte.
Die Erzählung findet im OFF statt. Kulisse gibt es nicht.
Auch eine Geschichte wird erst mal nicht erkennbar.
Ich habe den Eindruck, dass der Autor bemüht ist, intellektuell, cool und etwas abgehoben zu scheinen, die wissenschaftlichen Einschübe sind kaum im sonstigen Thema verankert. Die Figur des Erzähler spiegelt das nicht wider.

Das ist nur mein persönlicher Eindruck und letztendlich der Grund, warum ich nicht zu Ende las.

Gruß Werner


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Stanislav Lem: Literatur versucht, gewöhnliche Dinge ungewöhnlich zu beschreiben, man erfährt fast alles über fast nichts.
Phantastik beschreibt ungewöhnliche Dinge (leider m.M.) meist gewöhnlich, man erfährt fast nicht über fast alles.

Gruß, Werner am NO-Kanal
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Ralfchen
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BeitragVerfasst am: 15.01.2022 23:04    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

kioto hat Folgendes geschrieben:

Was mich etwas störte sind folgende Punkte.
Die Erzählung findet im OFF statt. Kulisse gibt es nicht.



servus Werner –

danke zu aller erst und könntest du mir das ein bisschen näher erklären und mir vielleicht auch einen Tipp geben wie ich das in den Text im Nachhinein integrieren könnte? Würde dich ersuchen mir ein zwei Absätze mit deinen Korrekturen hier einzustellen damit ich weiß was ich falsch gemacht habe.

Die wissenschaftlichen Bemerkungen haben ein bestimmtes Ziel dass in der Folge beziehungsweise den Fortsetzungen sich dem Leser besser Er schließen wird. Ich will nicht cool und abgehoben erscheinen, das habe ich nicht notwendig. Dafür habe ich in meinem Leben viel zu viel Erfolg als Künstler gehabt und ich sehe mich natürlich nicht als Poeten sondern als einen reinen Hobby Texter.

Liebe Grüße
ralfchen


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John McCrea
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BeitragVerfasst am: 16.01.2022 10:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Ralfchen,

eine ganz gute Einleitung, verspüre ich so beim Lesen. Ich halte die Geschichte allerdings noch nicht für abgeschlossen.
Was ich sehr schätze beim Lesen, sind die Gedanken des Erzählers, welche weiter ausgebaut werden können und eine Bereicherung im Horizont werden.
Auf jeden Fall ziemlich routiniert geschrieben.

Der Text müsste eventuell noch einmal von Dir überarbeitet werden:
Beispiel:
Zitat:
Ich denke daran, dass die Isotopenzusammensetzung im Blut bei jedem Menschen - auch abhängig vom Ort der Welt - verschieden und charakteristisch ist. Interessanter Weise kann man bei Lebensmitteln wie Wein oder Käse, die Festlegung des Ursprungsortes verifizieren. Ich denke dabei an Dom Perignot und den Eselsmilch-Käse des serbischen Käsers Slobodan Simic. Da ist nichts zu verifizieren.

?
Hier ist nichts zu verifizieren
Jetzt ist nichts zu verifizieren

...würde für mich mehr Sinn ergeben.

Kritik:
Bisher ist mir das Liebespaar noch nicht sympathisch oder interessant genug, als dass ich weiterlesen möchte. Das ist aber Geschmackssache.


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Ralfchen
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BeitragVerfasst am: 16.01.2022 14:46    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

hi John -

thxs für den Vorschlag. Ich werde den einbauen in die erste Korrektur ich warte noch auf die Vorschläge von Werner um sie einzubauen.

Schönes Wochenende
Liebe Grüße
ralfchen


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kioto
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Wohnort: Rendsburg


BeitragVerfasst am: 16.01.2022 15:45    Titel: Re: Isotopien (Aus der Serie Atmen) Antworten mit Zitat

Hallo Ralfchen, meine Anmerkungen
Gruß Werner

Ralfchen hat Folgendes geschrieben:

Isotopien

(Aus der Serie Atmen)

...

Ich finde ihre Nähe mehr und mehr erfrischend. Sie strömt dazu auch etwas Beruhigendes aus. Mein inneres und äußeres Chaos sinkt ab wie Dreck in einem Eimer voll leichtem (im Gegensatz zu schwerem?) Wasser und sammelt sich am Boden. Das Aufgewühltsein ist abgewühlt. Die Isotopen meiner kürzlich aufgeblitzten Geisteskrankheit verlieren ihr grelles Licht und die Neutronen meiner Verlorenheit beginnen sich zu ordnen – teilweise verdampfen sie und nebeln meinen Blick ein - so als würde ich in einem Zug an einer mehr und mehr verschwimmenden Landschaft vorbei rasen. Leider hält dieser Zustand nur so lange an, als sie in meiner Nähe ist. Ohne sie stoppt der Zug und rast zurück in multiples Chaos. Warum ist er so aufgewühlt?

Wo treffen sie sich, etwas Kulisse würde mir als Leser helfen
„Man könnte dich auch als ein menschliches Psychopharmazeutikum bezeichnen.“

„Finde ich witzig. Hat mir noch nie ein Typ gesagt.“

„Na ja, man sagt, es gibt immer ein erstes Mal. Erzähl mir doch weiter aus deiner Jugend, Baby.“ zu betont cool

„Der Chauffeur meiner Mutter hatte mich als 12-Jährige mehrfach vergewaltigt. Nachdem ich es ihr erzählte, meinte sie: Ach was Kind, ein guter Chauffeur ist schwer zu finden. Damit war das Thema für meine Mutter erledigt.“

„Coole Mom. Was war mit dem Chauffeur?“

„Wir waren mal auf Madeira und dort gibt es das Cabo Girão, ist die höchste Steilküste Europas. Wir parkten den eingeflogenen (!) (sollte dem Leser selbst auffallen) Bentley, gingen an den Rand und guckten runter. Das war echt magisch. Ich stupste den Scheißer fest von hinten und er segelte mit Gebrüll die rund 560 Meter runter. Er wachelte wackelte mit den Armen als wollte er fliegen. War irgendwie lustig.“
Mordgeständnis im Smalltalk?
„Was sagte deine Mum?“

„Sie schüttelte nur den Kopf und meinte: Irgendwas habe ich bei deiner Erziehung falsch gemacht Kind. Böse Mom übertrieben?

Wir redeten nie mehr darüber.“

„Auch cool. Ich liebe deine Anekdoten.“

Irgendwie ist sie ein Teil meines Universums und ich des ihren. Zwei ineinander verschmolzene Galaxien.

Ich habe immer das Bedürfnis ihr was Besonderes zu sagen. Was Geiles für die Stimmung – irgend was Stimmiges. Aber nix Überschäumendes weil sie mag nix Moussierendes, Auch nicht unter- oder oberkühlt. Also was? Es gibt keinen Anlass für einen Triumphschrei, denn mein Leid ist mir sehr nahe. Andere interessieren mich null-komma-null. Irgendwas Ungenanntes grinst auf einmal in mir. Sicher ein blödes Wort, das ich dann mit versonnener Grimasse rausquieken würde. Nein. Heute ist der 14. November und ein Sonnenstrahl kitzelt die Jalousien. Das genügt.

Ich bleibe lieber wortlos.

Ich denke daran, dass die Isotopenzusammensetzung im Blut bei jedem Menschen - auch abhängig vom Ort der Welt - verschieden und charakteristisch ist. Interessanter Weise kann man bei Lebensmitteln wie Wein oder Käse, die Festlegung des Ursprungsortes verifizieren. Ich denke dabei an Dom Perignot und den Eselsmilch-Käse des serbischen Käsers Slobodan Simic. Da ist nichts zu verifizieren.

Ich liebe diesen Platz mit dem Blick auf die Stadt. Heute ist der letzte Tag, denn ab Dienstag haben wir wieder den totalen Lockdown.

Im Le Bernadine. muss man das kennen?

Ich bestelle eine Flasche Dom Perignot.

„Nein bitte in Weißweingläsern.“

Der Kellner blickt ein wenig erstaunt, bringt aber sofort die zarten Riedl-Gläser Schleichwerbung? . Sepia lächelt.

„Klar, dass die meisten Typen nicht wissen, dass sich das Aroma im Weißweinglas einfach schneller entwickelt.“

„Ja.“

Die Welt schrumpft ein wenig im Abendlicht und der Anblick der Stadt zieht sich von unseren Blicken zurück. Irgendwie fühle ich nach dem zweiten Glas ein angenehmes Ermatten. Ist das alles Traum oder Realität? Eine Frage die ich mir in meinem Wahn immer wieder stelle.

Sepia mustert mich und lächelt wieder.

„Am Abend träume ich immer vom Morgen. Für mich ist die Zeit wenn die Apfelbäume blühen irgendwie als wenn der Schaum der Meeresbrandung in den Ästen hängen würde.“

„Eh...das hast du schön ausgedrückt Baby. Ich liebe deine romantischen Auswüchse.“

Mit ihrem zerbrechlichen Nymphenkörper sitzt sie da wie eine fragile zuviel Adjektive Porzellanfigurine von Degas. In ihren sanften Augen liegt etwas wie Weisheit. Aber welche Weisheit?

„Warum schaust du mich so eigenartig an?“

„Du erinnerst mich an die Nymphen Wortwiederholung in den Märchenbüchern meiner Kindheit.“

„Schön, ich hatte ebenfalls solche Bücher. Eine Nymphe war tot – weiß nicht mehr – könnte auch Snow-White gewesen sein, sie sah so süss und verzückt im Tod aus.“

„Ja – ich erinnere mich an die Story in der sie vom achten Zwerg erst vandalisiert und dann umgelegt wurde.“

„Aha – achter Zwerg - kenn ich nicht.“

„Hab ich mal geschrieben. Bei der Gelegenheit: Hast du du eigentlich auch andere Typen ausser dem Chauffeur deiner Mum umgelegt?“

„Hahahahaha...was für eine Frage. Jede Menge mein Süsser.“

„Das klingt nicht gerade entzückend. Aber was solls.“

„Mach dir keinen Kopf.“

In der Hydrologie zieht man aus den Konzentrationsverhältnissen von Isotopen Rückschlüsse auf deren Vorgänge. Irgendwie erinnern mich Sepias Worte an den Zerfallsprozess. Frage mich ob ihr Gedankenlauf die Stoffflüsse der erledigten Typn auch unterhalb der Erdoberfläche verfolgt.

"Wie sind deine Eltern eigentlich auf deinen Vornamen gekommen? Ich habe versucht, den unter Mädchennamen zu finden, aber es ist mir nicht gelungen.“

„Das ist eine gute Frage, dafür habe auch ich keine Erklärung und da die beiden bereits abgekratzt sind, können wir das auch nicht mehr raus finden.“

Unsere Beziehung ist eine ganz eigenartige. Interessanterweise haben wir kaum Sex miteinander und eigentlich fehlt es mir nicht, denn ich bin kein sexueller Mensch. Daher ist es keine Störung unserer Harmonie. Sepia hat eine kühle distanzierte, irgendwie flüssige Art, die mich aber nicht verunsichert. Ganz im Gegenteil, ich fühle mich jeden Tag mehr und mehr wohl und cool mit ihr.

Nächste Woche werden wir in eine kleine gemeinsame Wohnung übersiedeln. Um es ganz ehrlich zu sagen das habe ich nicht erwartet.

***

Ich frage Sepia nie woher sie ihre Knete hat. Immer wieder erstaunt mich ihre Gedankenlosigkeit im Umgang damit. Vermute, dass sie sich auf Grund einer beträchtliche Hinterlassenschaft ihrer Eltern keinen Kopf machen muss.

Also da ist etwa die kleine Wohnung: Die Zimmerflucht in einem Brownstone in Manhattan misst sicher 550 Quadratmeter.

Sie lächelt verschmitzt während wir durch die Räume latschen. Die Kiste ist voll möbliert, an den Wänden hängen alle möglichen alten und jungen Meister. Ich erkenne mehrere Arbeiten von Sigmar Polke, Frank Stella, Albers, zwei Van Gogh und mehrere Francis Bacon. Na gut, mir fällt kein Wort aus'm Mund. Und das taugt ihr. Sie dreht sich um und schlingt ihre Arme um meinen Nacken.

„Hoffe du kannst dich hier einleben.“

„Echt, Baby du bist voll witzig. Gibts auch einen Koch und Butler?“

„Nein wir haben drei Thailänderinnen, die sich uns kümmern.“

„Fuck. Ich liebe Thai-Cuisine.“

„Ich weiß.“


Die meisten auf der Erde natürlich vorkommenden Nuklide sind stabil. Ähnlich unserer Beziehung. Einen Zerfall kann man bei uns kaum beobachten. Auch das passt. Wir sind allerdings nicht sinnlich radioaktiv, was die Halbwertszeit unserer Beziehung, wesentlich verlängern könnte. Sepia sagte mal, dass sie so alt sei wie die Erde. Sie wäre also ein primoriales Nuklid. primordialen Nuklide
Dieser Einschub passt besser in den Text

***


Die folgenden Wochen und Monate vergehen wie im Flug. Der Lockdown wurde vor wenigen Tagen aufgehoben. Wie es weitergehen wird weiß allerdings niemand.

Saomalai ist eine wunderbare Köchin. Manchmal ein bisschen zu viel Knoblauch. Aber als Liebhaber thailändischer Küche – und diese Präferenz teile ich mit Sepia – komme ich damit zurecht.

Wir haben heute ein sechsgängiges Menü aus dem Le Bernadin*)  Ist das eine Geschichte oder eine Doku? Bei der ersten Nennung lag das Restaurant gefühlt in Frankreich, jetzt IN NY? catern lassen. Eine wunderbare Abwechslung. Dieses Restaurant ist uns Beiden das Liebste.

... Die Geschichte bleibt  etwas oberflächig

“ Ich weiß Schatz, ich habe Jung gelesen.“ Wie viele der potentiellen Leser kennen Jung?

“ Ah okay. „

“ Ich möchte dir etwas zeigen, was dich überraschen wird.„

“ Das klingt cool, ich liebe Überraschungen.„

Sepia nimmt mich an der Hand. Wir gehen in die Bibliothek neben dem Kamin Zimmer. Am Wandpaneel links neben einer Glas-Stahl-Konsole mit einer Giacometti Skulptur, hängt das Gemälde "Der goldene Fisch" von Paul Klee. Sie nimmt ihr iPhone und sagt:

“ Öffne das linke Paneel.„

Das Paneel dreht sich an einer in der Mitte eingelassenen Scharniere und öffnet sich zu einem unbeleuchteten Durchgang.

“Komm.„

Wir betreten einen gewölbten Gang oder Schacht mit einer Wendeltreppe, in welchem sich sofort eine diffuse blaue Beleuchtung einschaltet. Ich folge ihr in das untere Geschoss und auf einem kleinen Absatz öffnet sich wieder durch einen Befehl in ihr iPhone eine Schiebetüre. Wir stehen am Rande eines Raumes der ebenfalls durch blaues Licht beleuchtet ist. In der Mitte befindet sich ein riesiges, etwa drei Meter hohes und sicher zehn Meter langes Aquarium in dem zahllose exotische Fische zwischen bizarren Korallenbäumen hin und her flitzen. Auf dem sandigen Boden schweben einige große Tintenfische. Der Raum ist erfüllt von Brummen und Summen verschiedener Aggregate zum Betrieb der Anlage. Unglaubhaft viel Luxus, aber wenig spannend

“ Was sagst du Schatz?„

“ Da…das habe ich ni..nicht erwartet.“

Ich denke an die besondere CO2-Fixierung von CAM-Pflanzen, die in er Lage sind jeglichen Wasserverlust zu vermeiden, daran kann man positive Delta-13C-Verhältnisse in der Natur beobachten. Einen noch höheren Wert haben Plankton und Meerestiere. Anthropologen können anhand dieses Wertes und der Untersuchung von menschlichen Knochen, Rückschlüsse auf deren Ernährung zu ziehen.
übertrieben akademischer Einschub ohne sichtbare Verbindung zur Handlung


*) Anmerkung des Autors: Das Le Bernadin zählt zu den besten Restaurants New Yorks. Hatte dort im Herbst 2013 mehrmals mit meiner damaligen Geliebten - der Nymphe Nicole zu Abend gegessen. Soll dem Leser zeigen, was für ein Cretin er ist?

(Fortsetzung folgt)


_________________
Stanislav Lem: Literatur versucht, gewöhnliche Dinge ungewöhnlich zu beschreiben, man erfährt fast alles über fast nichts.
Phantastik beschreibt ungewöhnliche Dinge (leider m.M.) meist gewöhnlich, man erfährt fast nicht über fast alles.

Gruß, Werner am NO-Kanal
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Ralfchen
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BeitragVerfasst am: 16.01.2022 17:33    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Servus Werner –

Toll was du dir hier für eine Arbeit machst ich danke dir ich gehe da PUNKT Für PUNKT. Weil ich das auf einmal nicht schaffen kann:

Warum ist er so aufgewühlt?

Der Protagonist ist mit dem Tod seines ersten Patienten in der Psychoanalyse nicht fertig geworden. Ist das eine Erklärung oder müsste man das in Text anders formulieren?

Soll dem Leser zeigen, was für ein Cretin er ist?

Das muss der Leser selbst entscheiden. Wobei ich den Bezug zum Kretin*) nicht ganz verstehen kann. Ich bin mir sicher, dass niemand dieses Restaurant kennt. Daher die Erklärung die nichts zu tun hat mit Arroganz sondern nur mit elitären Lebenswandel.

*)

Als Kretinismus (abgeleitet von französisch crétin, möglicherweise von lateinisch crista, „Auswuchs, Erhebung“, bezogen auf den menschlichen Kropf oder angeborenes Jodmangelsyndrom wird das durch eine unzureichende Wirkung von Schilddrüsenhormonen und Jodmangel verursachte Vollbild der unbehandelten angeborenen Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) bezeichnet. Wenn die kindliche Schilddrüse zu wenig Thyroxin produziert, verlangsamt sich der gesamte Stoffwechsel. Es kommt zu Missbildungen des Skeletts (verkürzte Extremitäten, Minderwuchs, Zwergwuchs), Sprachstörungen, Schwerhörigkeit, evtl. Taubheit. Die Kinder haben oft eine dicke Zunge und trockene Haut, manchmal ein aufgedunsenes Gesicht. Außerdem kann Kretinismus zu einer erhöhten Fettleibigkeit führen, bedingt durch den geringeren Grundumsatz bei Schilddrüsenunterfunktion. Häufig liegt eine Bindegewebsschwäche vor, die sich etwa durch das Auftreten eines Nabelbruchs zeigt.Möglich sind auch eine verminderte Spannkraft der Muskeln  und das Auftreten unkoordinierter Bewegungen sowie eine zurückgebliebene geistige Entwicklung. Ursächlich hierfür ist, dass durch den Mangel an Schilddrüsenhormonen sowohl im zentralen als auch im peripheren Nervensystem die Ausbildung von Axonen, Dendriten, Nervensynapsen und Myelinscheiden verlangsamt ist.

Das sind Jogel und Dodel zwei Jungs aus der Steiermark die dieses Restaurant nicht kennen.

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Ralfchen
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BeitragVerfasst am: 16.01.2022 21:52    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich möchte dir einen kleinen Abstecher vorschlagen>>> in das Werk American Psycho von Bret Easton Ellis – In seinem Buch nimmt er manchmal völlig Abstand von der handlung und geht in Berichte über modische Tendenzen, Musik etc. etc. über die nichts mit dem  Text zu tun haben:

Set in Manhattan during the Wall Street boom of the late 1980s, American Psycho follows the life of wealthy young investment banker Patrick Bateman. Bateman, in his mid-20s when the story begins, narrates his everyday activities, from his recreational life among the Wall Street elite of New York to his forays into murder by night. Through present tense stream-of-consciousness narrative, Bateman describes his daily life, ranging from a series of Friday nights spent at nightclubs with his colleagues—where they snort cocaine, critique fellow club-goers' clothing, trade fashion advice, and question one another on proper etiquette—to his loveless engagement to fellow yuppie Evelyn and his contentious relationship with his brother and senile mother. Bateman's stream of consciousness is occasionally broken up by chapters in which he directly addresses the reader in order to critique the work of 1980s pop music artists. The novel maintains a high level of ambiguity through mistaken identity and contradictions that introduce the possibility that Bateman gives extensive descriptions of his daily aesthetics regimen.

Ich habe das Buch natürlich vor vielen Jahren gelesen und war absolut begeistert von diesen Beschreibungen und Szenen. Aber wie du siehst - und ich weiß nicht ob du das Buch gelesen hast vor allem in Englisch - gleitet er völlig ab in andere thematische Auseinandersetzungen. Das ist für mich der Punkt gewesen wissenschaftliche Dinge die in Bezug auf die Personen + ihre gesundheitlichen Identitäen - die für das Ende dieser Geschichte Eine Bedeutung haben einzufllechten. Der Leser wird erst später erkennen warum es geht.


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Ralfchen
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BeitragVerfasst am: 18.01.2022 21:50    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
Wo treffen sie sich, etwas Kulisse würde mir als Leser helfen


Meine Frage: muss man überall eine Kulisse oder eine Location angeben?


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Ralfchen
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BeitragVerfasst am: 18.01.2022 21:50    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

[quote="Ralfchen"]
Zitat:
Wo treffen sie sich, etwas Kulisse würde mir als Leser helfen


Meine Frage: muss man überall eine Kulisse oder eine Location angeben? Ich versuche das an und für sich immer wieder im Text.


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wohe
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Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 19.01.2022 16:53    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Meine Frage: muss man überall eine Kulisse oder eine Location angeben?
Nee, muss man nicht und ist m.E. in dieser Form von Geschichten, die von lakonischen Dialogen und eingestreuten Gedankensplittern lebt, nicht angebracht.

MfG Wohe
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Ralfchen
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BeitragVerfasst am: 20.01.2022 01:32    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

dachte ich mir + danke  

Viele liebe Grüße!
ralfchen


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Ralfchen
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BeitragVerfasst am: 20.01.2022 01:34    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
„Na ja, man sagt, es gibt immer ein erstes Mal. Erzähl mir doch weiter aus deiner Jugend, Baby.“ zu betont cool


Findest du das in Anbetracht der modernen Kommunikation zwischen jungen Menschen als zu cool? Ich fühle mich als Künstler extrem jung und unterhalte mich mit meiner jungen Freundin/Geliebten nur in diesem jargon. Und sie mit ihrer Tochter ebenso und ihre Tochter mit ihren Schulkolleginnen auf der Hochschule ebenso


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Hera Klit
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BeitragVerfasst am: 20.01.2022 09:35    Titel: Antworten mit Zitat

Liebes Ralfchen,

ich musste mich etwas zwingen, diesen Text zu lesen, denn meistens bekomme ich einen Hals, wenn mit Wein- und Kunstkennereien und Bentleys etc. derartig geprahlt wird. Ich schau mir deswegen auch keinen James Bond an.
Deine wie zufällig eingestreuten Passagen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen etc. haben mich an Houellebecqs Schreibe erinnert.
Dessen Sachen sind zum Glück in weniger elitären Sphären angesiedelt, das lese ich dann lieber.

Beim Lesen hatte ich ständig ein winziges Spinnenmännchen vor Augen, welches vor einem riesigen, gefräßigen Weibchen herumturnt und dabei versucht, größer zu erscheinen, als es ist.

Ich habe fertig gelesen, daraus schließe ich, der Text hat mich gefesselt.

Liebe Grüße
Hera


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Ralfchen
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BeitragVerfasst am: 20.01.2022 15:14    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Servus Liebe Hera -

Danke für das Lesen und deine Kritik. Du bist üblicherweise sehr neutral und korrekt wie auch hier. Daher lass mich deinen Satz unten zitieren und etwas dazu sagen: diese Inserts von Champagner/Le Bernadine u.s.f. sollen auf die tatsächliche Kenntnis der location hinweisen, da sie autobiografisch sind + Haben nichts mit Prahlerei zu tun, denn jeder der mich kennt weiß, dass ich wohlhabend bin. Ich verwende es ganz einfach als Stilmittel. Deine Kritik ist völlig in Ordnung man kann sich daran stoßen.


Zitat:
Ich musste mich etwas zwingen, diesen Text zu lesen, denn meistens bekomme ich einen Hals, wenn mit Wein- und Kunstkennereien und Bentleys etc. derartig geprahlt wird. Ich schau mir deswegen auch keinen James Bond an.


Dieser Text wird noch fortgesetzt und wird vieles das vielleicht nicht erklärlich ist am Ende in den nächsten Kapiteln auflösen.

Liebe Grüße
ralfchen


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kioto
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BeitragVerfasst am: 20.01.2022 15:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ralfchen,

Eine Geschichte als Ich-Erzähler zu schreiben, ist nicht einfach. Der Autor verliert leicht die Distanz zum Erzähler, der ja eigentlich passend zur Geschichte und differenziert gestaltet werden sollte und schnell wird eine ev. geschönt wirkende Autobiographie daraus. In diese Falle ist schon Karl May getappt.
Ist mir bei 2 Geschichten auch passiert, die erste habe ich nach 100 Seiten aufgegeben. In der Zweiten wurde der Ich Erzähler eher satirisch karikiert. Das verzeiht der Leser noch.

Gruß Werner


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Stanislav Lem: Literatur versucht, gewöhnliche Dinge ungewöhnlich zu beschreiben, man erfährt fast alles über fast nichts.
Phantastik beschreibt ungewöhnliche Dinge (leider m.M.) meist gewöhnlich, man erfährt fast nicht über fast alles.

Gruß, Werner am NO-Kanal
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Hera Klit
Gänsefüßchen

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Wohnort: Odenwald


BeitragVerfasst am: 20.01.2022 16:18    Titel: Antworten mit Zitat

Ralfchen hat Folgendes geschrieben:
Servus Liebe Hera -

Danke für das Lesen und deine Kritik. Du bist üblicherweise sehr neutral und korrekt wie auch hier. Daher lass mich deinen Satz unten zitieren und etwas dazu sagen: diese Inserts von Champagner/Le Bernadine u.s.f. sollen auf die tatsächliche Kenntnis der location hinweisen, da sie autobiografisch sind + Haben nichts mit Prahlerei zu tun, denn jeder der mich kennt weiß, dass ich wohlhabend bin. Ich verwende es ganz einfach als Stilmittel. Deine Kritik ist völlig in Ordnung man kann sich daran stoßen.


Zitat:
Ich musste mich etwas zwingen, diesen Text zu lesen, denn meistens bekomme ich einen Hals, wenn mit Wein- und Kunstkennereien und Bentleys etc. derartig geprahlt wird. Ich schau mir deswegen auch keinen James Bond an.


Dieser Text wird noch fortgesetzt und wird vieles das vielleicht nicht erklärlich ist am Ende in den nächsten Kapiteln auflösen.

Liebe Grüße
ralfchen


Liebes Ralfchen,

ich komme halt aus kleinbürgerlichen Verhältnissen, diese Kluft wird uns wohl immer trennen. Ich will mal hoffen, dass sich in mir nicht so etwas wie Neid regt. Das wäre schlimm.

Liebe Grüße
Hera


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gez.: Hera Klit
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Ralfchen
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Beiträge: 324



BeitragVerfasst am: 20.01.2022 16:49    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hera Klit hat Folgendes geschrieben:

Liebes Ralfchen,

ich komme halt aus kleinbürgerlichen Verhältnissen, diese Kluft wird uns wohl immer trennen. Ich will mal hoffen, dass sich in mir nicht so etwas wie Neid regt. Das wäre schlimm.

Liebe Grüße
Hera


Als wir, d.h. Mutti Oma und ich aus Schleswig-Holstein nach Österreich sind waren wir Bettelarm. Es gab wenn überhaupt einmal in der Woche Fleisch. Wir haben in eine Zimmer Küche Gemeinde Wohnung zu viert gewohnt. Ich weiß also was Armut bedeutet. Ich habe meinen ersten Anzug mit 14 Jahren bekommen. Er wurde in der Schneiderei der Mutter eines Schulkollegenaus der LBA  für mich zu günstigen Preisen angefertigt.

Liebe Grüße
ralfchen


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Ralfchen
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BeitragVerfasst am: 24.01.2022 01:17    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
„Wir waren mal auf Madeira und dort gibt es das Cabo Girão, ist die höchste Steilküste Europas. Wir parkten den eingeflogenen (!) (sollte dem Leser selbst auffallen) Bentley, gingen an den Rand und guckten runter. Das war echt magisch. Ich stupste den Scheißer fest von hinten und er segelte mit Gebrüll die rund 560 Meter runter. Er wachelte wackelte mit den Armen als wollte er fliegen. War irgendwie lustig.“
Mordgeständnis im Smalltalk?
„Was sagte deine Mum?“


was meinst du mit...sollte dem leser...?

Smalltalk unter zwei Personen von denen eine eiskalt + ev.  psychopathisch(???)  ist. Wobei meine Protagonistin vom Chauffeur ihrer Mutter lange Zeit missbraucht wurde. Somit sehe ich da keine psychopathische Züge sondern nur ein Szenario von Revanche Also wo ist da Smalltalk?

Danke für deine Erklärung


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kioto
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BeitragVerfasst am: 24.01.2022 11:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo
Das Ausrufezeichen, ein Kommentar aus dem Off, ist unnötig. Der Leser sollte die Möglichkeit haben, diese Auffälligkeit selbst zu merken.
Als Autor sprichst du doch mit dem Leser und ich finde es irgendwie unhöflich, ihn für dümmer zu halten als man selber.


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