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Der Abschiedsbrief


 

 
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HansGlogger
Geschlecht:männlichLeseratte

Alter: 63
Beiträge: 154
Wohnort: Bayern


BeitragVerfasst am: 10.01.2022 10:12    Titel: Der Abschiedsbrief eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

„… habe ich beschlossen aus dem Leben zu scheiden.“

Ingrid Kolmar stockte fast das Herz vor Freude, als sie im Abfalleimer den Abschiedsbrief ihres Mannes Hans sah. Seit Jahren überlegte sie, wie sie ihn loswerden könnte. Eine Scheidung wäre sehr teuer. Sie war Millionenerbin und Besitzerin einer Fabrik - er, früher ein erfolgreicher Prokurist, war vor ein paar Jahren „ausgestiegen“, wie er es nannte und versuchte sich seitdem als Schriftsteller. ‚Schriftsteller!‘ dachte sie und verzog das Gesicht. Tagsüber, wenn sie im Büro hart arbeitete, saß er auf der Terrasse, trank ein Glas Schampus nach dem anderen, vergnügte sich im Pool und schmierte nebenbei Schulhefte voll.

Abends verzog er sich dann mit einer Flasche Whiskey in sein Arbeitszimmer und tippte seine „Werke“ in den Computer. ‚Schriftsteller‘! Natürlich hatte er noch nie etwas verkauft. Sein einziger Beitrag zur Mehrung des gemeinsamen Vermögens waren ein paar mehr oder weniger unwichtige Briefe, die er tagsüber nach ihren Vorgaben ausformulierte.

Doch Ingrids Freude währte nur kurz. Ziemlich sicher, überlegte sie, stammte das Geschreibsel aus den literarischen Versuchen ihres Mannes. Sie warf es enttäuscht zurück. Doch plötzlich wurde ihr klar, wie wertvoll sein sonst so wertloses Geschmiere für sie werden könnte.

Würde er eines Tages vergiftet in seinem Büro gefunden, neben diesem Abschiedsbrief – niemand würde viele Fragen stellen.
Ingrid war eine Frau der schnellen Entschlüsse. Zwei Tage später hatte sie sich Gift besorgt, Unkrautvernichtungsmittel und Schlaftabletten ergaben einen feinen Cocktail.

Nach dem Abendessen schickte sie ihren Gatten Zigaretten holen. ‚Waschlappen‘, dachte sie, als er sich folgsam wie ein Hündchen auf den Weg machte. „Schade um den guten Whiskey“, dachte sie und trank noch einen. Sorgfältig mischte sie dann das Gift in die Flasche.

Gut, wenn die Polizei ihre Fingerabrücke neben den seinen auf der Flasche finden würde. Eine blitzsaubere Flasche wäre verdächtig.

Sicher würde auch der diesen Abend ein paar Gläser trinken. Morgen früh würde sie dann den Abschiedsbrief auf seinen Schreibtisch legen. Sie ging bald zu Bett an diesem Abend.

„… habe ich beschlossen aus dem Leben zu scheiden.“
Zufrieden betrachtete Hans Kolmar sein Werk. Wie jeden Abend hatte Ingrid hastig, ohne sie zu lesen, die Schriftstücke, die er formuliert hatte, unterschrieben. Heute hatte sie zwischen all dem unwichtigen Zeug ein leeres Blatt unterschrieben – und darauf war nun ihr Abschiedsbrief verfasst. Zum ersten Mal hatte er Ingrids uralte mechanische Schreibmaschine benutzt. Normalerweise war dieses Familienerbstück der Privatkorrespondenz seiner Frau vorbehalten.

Seine Frau? Vielleicht war er schon Witwer. Er öffnete leise die Schlafzimmertür, um nach ihr zu sehen. Ja, sie war bereits tot! Auf ihrem Gesicht lag ein zufriedenes Lächeln. Vor dem Schlafen hatte sie wie jeden Abend als Letztes heiße Milch mit Honig getrunken. Nur dieses Mal war außer Honig noch etwas anderes in der Milch gewesen. In der Garage hatte er Unkrautvernichtungsmittel gefunden, dazu ein paar ihrer Schlaftabletten – das würde reichen.

Endlich waren die ständigen Demütigungen vorbei. Endlich würde er genug Geld haben, einen Verlag zu kaufen, dort seine Romane zu veröffentlichen. Bald würde er die Anerkennung erlangen, die ihm zustand.
Hans Kolmar verspürte eine ungeheure Erleichterung, ein Hochgefühl wie manchmal abends, wenn er nach dem Schreiben noch einige Whiskeys trank und von seiner Zukunft als berühmter Autor träumte.
Jetzt war es auch an der Zeit, sich einen zu genehmigen. Er ging ins Wohnzimmer und nahm die Whiskeyflasche aus dem Barfach.
Doch dann zögerte er. Nein, mit dem Saufen war jetzt Schluss. Endgültig! Entschlossen leerte er die Flasche in das Waschbecken im Bad. Danach rief er den Notarzt an.

Zunächst sah alles so aus, als würde alles nach Plan funktionieren. Natürlich stellte die Polizei ihre Fragen, aber genauso natürlich hatte er die richtigen Antworten parat. O ja, sie war öfter deprimiert, richtig depressiv, hat auch schon mal von Selbstmord gesprochen, aber nie hätte er gedacht, dass sie damit ernst machen würde! Nie! ‚Bald werden sich die Herren verabschieden‘, dachte er. Plötzlich kam der Kriminalbeamte auf ihn zu, langsam und mit ernstem Gesicht.

»Herr Kolmar, Sie sind vorläufig festgenommen. Sie stehen unter dem dringenden Verdacht, Ihre Frau ermordet zu haben.«

»Ich? … Warum …?«

Der Kommissar hielt ihm ein Blatt Papier in einer Klarsichthülle vor die Nase.
Mit schreckgeweiteten Augen erkannte Kolmar seinen letzten handschriftlichen Entwurf für den Abschiedsbrief.

»Das ist bestimmt Ihre Schrift! Der Text ist identisch mit dem Abschiedsbrief, sogar bis auf den Kommafehler. Wir haben das Schriftstück im Nachttisch ihrer Frau gefunden!«

Der Sarg mit der Leiche wurde gerade an ihnen vorbei getragen. Hans Kolmar hatte sich wieder gefasst:

»Ja, ich habe das geschrieben – wissen Sie, ich bin Schriftsteller. Keine Ahnung, warum sie meinen Text als Abschiedsbrief abgeschrieben hat. Das beweist gar nichts.«

Der Polizist nickte.
»Ein einzelnes Indiz reicht meistens nicht für eine Verurteilung. Im Waschbecken im Bad befinden sich frische Spuren von Whiskey, höchstens eine Stunde alt. Eine leere Flasche stand daneben, wir haben sie beschlagnahmt. Wenn wir in der Flasche Gift nachweisen, sieht es ganz schlecht für Sie aus. Ihre Frau kann nicht nach dem Tod das Gift weggeschüttet haben.«

»Die Flasche habe ich ausgeleert. Ich will mit dem Alkohol jetzt aufhören. Aber Gift werden sie keines finden. Da bin ich völlig unbesorgt«, sagte Hans Kolmar lächelnd.

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Weißer Tiger
Geschlecht:männlichGänsefüßchen


Beiträge: 19
Wohnort: Im Land der Gedanken


BeitragVerfasst am: 10.01.2022 14:01    Titel: Antworten mit Zitat

Das hat mir gut gefallen, wie jeder oberschlau ist, meint dem anderen eines auszuwischen und schlußendlich beide durch ihren vermeintlichen Joker ihre eigene Verurteilung fällen, wobei ich es besonders knifflig (im Sinne von gut) finde, daß der Mann schön zynisch-trocken, ja sozusagen todsicher seinen letzten Satz von sich gibt und tatsächlich mit seiner Tat davonkommen könnte.
Es liest sich flüßig und es ist schön anzusehen wenn es sich vorm geistigen Auge manifestiert.


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"Alles vergeht, nur die Wahrheit allein bleibt bestehen!"

Fjódor Michailówitsch Dostojewski – Die Brüder Karamasoff

"Weil die Leute, statt des Besten aller Zeiten, immer nur das Neueste lesen, verschlammt das Zeitalter immer tiefer in seinem eigenen Dreck. Das Neue ist selten das Gute: weil das Gute nur kurze Zeit das Neue ist."

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Lila X
Geschlecht:weiblichWortedrechsler

Alter: 52
Beiträge: 92
Wohnort: bei Stuttgart


BeitragVerfasst am: 10.01.2022 19:06    Titel: Re: Der Abschiedsbrief Antworten mit Zitat

Hallo HansGlogger,
mir gefällt deine Geschichte. Gute Story, amüsant geschrieben. Und es gab für mich eine unerwartete Wendung. Ein paar Anregungen hätte ich noch für dich.

HansGlogger hat Folgendes geschrieben:
„… habe ich beschlossen aus dem Leben zu scheiden.“

Ingrid Kolmar stockte fast das Herz vor Freude, als sie im Abfalleimer den Abschiedsbrief ihres Mannes Hans sah. Seit Jahren überlegte sie, wie sie ihn loswerden könnte. Eine Scheidung wäre sehr teuer. Sie war Millionenerbin und Besitzerin einer Fabrik - er, früher ein erfolgreicher Prokurist, war vor ein paar Jahren „ausgestiegen“, wie er es nannte und versuchte sich seitdem als Schriftsteller. ‚Schriftsteller!‘ dachte sie und verzog das Gesicht. Tagsüber, wenn sie im Büro hart arbeitete, saß er auf der Terrasse, trank ein Glas Schampus nach dem anderen, vergnügte sich im Pool und schmierte nebenbei Schulhefte voll.
Hier fällt mir auf, dass du mal Gänsefüßchen und mal Apostrophe verwendest, wenn dein Protagonist etwas betont. Für mich wäre beides ok, wobei ich die Apostrophe vorziehen würde. Gänsefüßchen sind für mich wörtliche Rede. Wichtig ist mir nur, dass es immer gleich gemacht wird, sonst stolpere ich beim Lesen drüber.
Abends verzog er sich dann mit einer Flasche Whiskey in sein Arbeitszimmer und tippte seine „Werke“ in den Computer. Das Wort Werke ist eigen genug, Betonung durch Gänsefüßchen nicht nötig. ‚Schriftsteller‘! Auch hier reicht das Ausrufezeichen, dafür ist es ja da! Natürlich hatte er noch nie etwas verkauft. Sein einziger Beitrag zur Mehrung des gemeinsamen Vermögens waren ein paar mehr oder weniger unwichtige Briefe, die er tagsüber nach ihren Vorgaben ausformulierte.

Doch Ingrids Freude währte nur kurz. Ziemlich sicher, überlegte sie, stammte das Geschreibsel aus den literarischen Versuchen ihres Mannes. Sie warf es enttäuscht zurück. Doch plötzlich wurde ihr klar, wie wertvoll sein sonst so wertloses Geschmiere für sie werden könnte.

Würde er eines Tages vergiftet in seinem Büro gefunden, neben diesem Abschiedsbrief – niemand würde viele Fragen stellen.
Ingrid war eine Frau der schnellen Entschlüsse. Zwei Tage später hatte sie sich Gift besorgt, Unkrautvernichtungsmittel und Schlaftabletten ergaben einen feinen Cocktail.
Ich mag deine Art zu formulieren hier besonders gern.
Nach dem Abendessen schickte sie ihren Gatten Zigaretten holen. ‚Waschlappen‘, dachte sie, als er sich folgsam wie ein Hündchen auf den Weg machte. „Schade um den guten Whiskey“, dachte sie und trank noch einen. Sorgfältig mischte sie dann das Gift in die Flasche.
Ähnliches Thema: Gedachtes kann man in Apostrophe, Gänsefüßchen oder keins von beidem packen. Aber es sollte immer gleich sein. Da du hier beide Male ein ‚dachte sie‘ anfügst, brauchst du eigentlich keine Kennzeichnung.
Gut, wenn die Polizei ihre Fingerabdrücke neben den seinen auf der Flasche finden würde. Eine blitzsaubere Flasche wäre verdächtig. Diese Sätze hätte ich vielleicht ein bisschen besser angebunden, z.B. ‚…das Gift in der Flasche und hinterließ ihre Fingerabdrücke für die Polizei. Eine blitzsaubere….‘ Sonst finde ich es hier zu abgehackt.

Sicher würde er auch der an diesen Abend ein paar Gläser trinken. Morgen früh würde sie dann den Abschiedsbrief auf seinen Schreibtisch legen. Sie ging bald zu Bett an diesem Abend.

„… habe ich beschlossen aus dem Leben zu scheiden.“
Zufrieden betrachtete Hans Kolmar sein Werk. Wie jeden Abend hatte Ingrid hastig, ohne sie zu lesen, die von ihm formulierten Schriftstücke, die er formuliert hatte,unterschrieben. Heute hatte sie sich zwischen all dem unwichtigen Zeug ein leeres Blatt unterschrieben befunden– und darauf war nun ihr Abschiedsbrief verfasst. Zum ersten Mal hatte er Ingrids uralte mechanische Schreibmaschine benutzt. Normalerweise war dieses Familienerbstück der Privatkorrespondenz seiner Frau vorbehalten.

Seine Frau? Vielleicht war er schon Witwer. Er öffnete leise die Schlafzimmertür, um nach ihr zu sehen. Ja, sie war bereits tot! Auf ihrem Gesicht lag ein zufriedenes Lächeln. Vor dem Schlafen hatte sie wie jeden Abend als Letztes heiße Milch mit Honig getrunken. Nur dieses Mal war außer Honig noch etwas anderes in der Milch gewesen. In der Garage hatte er Unkrautvernichtungsmittel gefunden, dazu ein paar ihrer Schlaftabletten – das würde reichenhatte gereicht.
- sie ist ja schon tot.


Endlich waren die ständigen Demütigungen vorbei. Endlich würde er genug Geld haben, einen Verlag zu kaufen, dort seine Romane zu veröffentlichen. Schon Bald würde er die Anerkennung erlangen, die ihm zustand.
Hans Kolmar verspürte eine ungeheure Erleichterung, ein Hochgefühl wie manchmal abends nach dem Schreiben, wenn er nach dem Schreiben noch einige Whiskeys trank und von seiner Zukunft als berühmter Autor träumte.
Jetzt war es auch an der Zeit, sich einen zu genehmigen. Er ging ins Wohnzimmer und nahm die Whiskeyflasche aus dem Barfach. Diese unerwartete Wendung gefällt mir super, obwohl ich schon gelacht habe in der Erwartung, dass es am Ende zwei Leichen gibt.
Doch dann zögerte er. Nein, mit dem Saufen war jetzt Schluss. Endgültig! Entschlossen leerte er die Flasche in das Waschbecken im Bad. Danach rief er den Notarzt an.

Zunächst sah alles es so aus, als würde alles nach Plan funktionieren. Natürlich stellte die Polizei ihre Fragen, aber genauso natürlich hatte er die richtigen Antworten parat. O ja, sie war öfter deprimiert, richtig depressiv, hat auch schon mal von Selbstmord gesprochen, aber nie hätte er gedacht, dass sie damit ernst machen würde! Nie! ‚Bald werden sich die Herren verabschieden‘, dachte er. Toll formuliert. Very Happy Plötzlich kam der Kriminalbeamte auf ihn zu, langsam und mit ernstem Gesicht.

»Herr Kolmar, Sie sind vorläufig festgenommen. Sie stehen unter dem dringenden Verdacht, Ihre Frau ermordet zu haben.«

»Ich? … Warum …?«

Der Kommissar hielt ihm ein Blatt Papier in einer Klarsichthülle vor die Nase.
Mit schreckgeweiteten Augen erkannte Kolmar seinen letzten handschriftlichen Entwurf für den Abschiedsbrief.

»Das ist bestimmt doch Ihre Schrift! (Wenn sie ihn vorläufig festnehmen, sollte man davon ausgehen, dass sie das schon überprüft haben. Liegt ja genügend Geschreibsel von ihm rum.) Der Text ist identisch mit dem Abschiedsbrief, sogar bis auf den einschließlich des Kommafehlers. Wir haben das Schriftstück im Nachttisch ihrer Frau gefunden!«

Der Sarg mit der Leiche wurde gerade an ihnen vorbei getragen. Hans Kolmar hatte sich wieder gefasst:

»Ja, ich habe das geschrieben – wissen Sie, ich bin Schriftsteller. Keine Ahnung, warum sie meinen Text als Abschiedsbrief abgeschrieben hat. Das beweist gar nichts.«

Der Polizist nickte.
»Ein einzelnes Indiz reicht meistens nicht für eine Verurteilung. Doch Im Waschbecken im Bad befinden sich frische Spuren von Whiskey im Waschbecken, höchstens eine Stunde alt. Eine leere Flasche stand daneben, wir haben sie beschlagnahmt. Wenn wir in der Flasche Gift nachweisen, sieht es ganz schlecht für Sie aus. Ihre Frau kann nicht nach dem Tod das Gift weggeschüttet haben.«

»Die Flasche habe ich ausgeleert. Ich will mit dem Alkohol jetzt aufhören. Aber Gift werden sie keines finden. Da bin ich völlig unbesorgt«, sagte Hans Kolmar lächelnd.


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Lila X
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HansGlogger
Geschlecht:männlichLeseratte

Alter: 63
Beiträge: 154
Wohnort: Bayern


BeitragVerfasst am: 11.01.2022 10:26    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

An weißer Tiger, an Lila X
vielen Dank für Eure Antworten.
Die Möglichkeit, dass der Täter davon kommen könnte, wollte ich ausschließen. Aber klar, der Leser kann es anders wahrnehmen.
Mit den Apostrophen und Gänsefüßchen bin ich hier noch unsicher. Wörtliche Rede in doppelten spitzen Klammern (Guillemets), Geschriebenes in "", Gedachtes in einfachen Hochkomma.
Die "" wie in "Werke" können auch eine Distanzierung ausdrücken.
Für korrekte Texte muss ich da noch etwas nachlesen.
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Rodge
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Beiträge: 805
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 11.01.2022 10:54    Titel: Antworten mit Zitat

Schöne Geschichte, für meinen Geschmack ein bisschen zu schnell erzählt. Wenn du dir Zeit lassen würdest für die Ausbildung der Figuren, könnte das auch ein Roman sein, der als Satire daherkommt. Enden würde das dann mit dem Gerichtsprozeß, der dann seinerseits noch eine Art von Wendung benötigte.

Ach, es geht mit mir durch. Nichts für ungut, die Geschichte gefällt mir auch so...
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Skatha
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Beiträge: 158
Wohnort: Alpenraum


BeitragVerfasst am: 11.01.2022 11:22    Titel: Re: Der Abschiedsbrief Antworten mit Zitat

Hallo,

hat mir gut gefallen. Da wird ein wenig Klischee bedient mit dem erfolgosen, trinkenden Schriftsteller, aber es passt zum Text. Es ist trocken erzählt, so kommt auch der Humor bzw. die Wendung an. Man ahnt ja schon beim Lesen, dass es für keinen der beiden gut ausgehen könnte^^

HansGlogger hat Folgendes geschrieben:
Seine Frau? Vielleicht war er schon Witwer. Er öffnete leise die Schlafzimmertür, um nach ihr zu sehen. Ja, sie war bereits tot. Auf ihrem Gesicht lag ein zufriedenes Lächeln.


An der Stelle hätte ich einen Punkt statt eines Rufzeichens gesetzt. Letzteres kommt fast zu aggressiv rüber. Nachdem er 'leise' die Türe öffnet folgt die nüchterne Feststellung. Ist aber nur eine Überlegung.

Eine nette Idee in jedem Fall gut und pointiert umgesetzt.

LG Skatha


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Lila X
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Beiträge: 92
Wohnort: bei Stuttgart


BeitragVerfasst am: 11.01.2022 11:31    Titel: Antworten mit Zitat

HansGlogger hat Folgendes geschrieben:

Mit den Apostrophen und Gänsefüßchen bin ich hier noch unsicher. Wörtliche Rede in doppelten spitzen Klammern (Guillemets), Geschriebenes in "", Gedachtes in einfachen Hochkomma.
Die "" wie in "Werke" können auch eine Distanzierung ausdrücken.
Für korrekte Texte muss ich da noch etwas nachlesen.

Es gibt dazu schon diverse Diskussionen in diesem Forum. Findet man auch über Google


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HansGlogger
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Beiträge: 154
Wohnort: Bayern


BeitragVerfasst am: 12.01.2022 10:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank für das Lob und die Anregungen zur Verbesserung.
Für einen Krimi sind die Figuren zu klischeehaft. Es müssten IMHO komplexere  Charaktere sein, die sich entwickeln. Aber die Hauptlinie des plots könnte schon die Grundlage sein. Mal sehen!
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Weißer Tiger
Geschlecht:männlichGänsefüßchen


Beiträge: 19
Wohnort: Im Land der Gedanken


BeitragVerfasst am: 12.01.2022 13:12    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, das von dir gepostete könnte ich mir gut als die Mitte eines Romanes vorstellen; es fehlte also nur der Weg dorthin, auf welchem du die Charaktere entwickeln kannst, und die Konsequenz dessen (Prozeß).

Als kleinen Scherz kannst du sie ja Adam und Eva nennen, und ihre nicht allzu himmlische Beziehung schildern; der Prozeß gen Ende wäre der Urteilsspruch Gottes und der Verweis aus dem Garten Eden, jedoch nicht hinaus in die freie, so raue und gefährliche Welt, sondern, ganz im Gegenteil, in die beengende Welt des Gefängnisses - so "Adam", der diesen Weg ja nun ohne seine bessere Hälfte antreten müßte, schuldig gesprochen würde. Aber das wäre wohl ein Tick zu deutlich ...


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Kascha
Geschlecht:weiblichLeseratte


Beiträge: 138
Wohnort: Wald der Träume


BeitragVerfasst am: 13.01.2022 18:44    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Hans Glogger,

Eine wirklich gelungene kurze Geschichte! Mitreißend und lustig, ich musste schmunzeln. Herrlich, wie sich zwei gegenseitig das Leben nehmen wollen und am Ende mehr oder weniger genau dieses für den anderen geplante Schicksal erleiden. Belehrend! Wer einem anderen schaden will, schaufelt sich das eigene Grab.

Stil gefällt mir super, ich habe eigentlich nichts auszusetzen.

Ich muss nur sagen, ich habe den Moment, als die Perspektive wechselte, erst nicht ganz mitbekommen. Ich habe mich gewundert, dann erst festgestellt, dass jetzt plötzlich der Mann spricht. Vielleicht war es nur meine Erwartungshaltung und mangelnde Aufmerksamkeit, aber vielleicht machst du den Punkt noch etwas deutlicher.
Schön auch, dass du den von vielen von uns hier angestrebten Beruf benutzt hast. Ja, da gibt es auch Mörder! Twisted Evil

Hier würde ich noch etwas ändern, das 'alles' wiederholt sich:

Zunächst sah alles so aus, als würde alles nach Plan funktionieren.
Vielleicht lieber: Sah es so aus

Wunderbar, diese unerwartete Wendung. Als man den doppelten Mordanschlag begriffen hat, dachte man sich schon: Super, jetzt bringen die sich beide um. Dann aber: Nein, er trinkt ihn nicht, jetzt kommt der auch noch durch! Doch schlauer als das Schicksal ist man selten. Nun stirbt er zwar nicht, aber Gefängnis ist nahezu ebenso schlimm für ihn. Andererseits hat er ja dann genug Zeit zum Schreiben Wink
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schmurr
Geschlecht:männlichGänsefüßchen

Alter: 12
Beiträge: 33
Wohnort: Udine


BeitragVerfasst am: 19.05.2022 10:22    Titel: . Antworten mit Zitat

Wirklich gut ausgedacht und geschrieben! Nur ein Zweifel: Wenn die Polizei einen Toten findet, bestellt sie dann einen Sarg? Vielleicht eher eine Bahre? Oder sie hat einen einfachen, der immer wieder verwendet wird...
Ciao,
Martin


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Deutscher in Italien, Autor von lustigen oder tragikomischen Werken: schmurr.webs.com/dpl.htm Ich mag Wandern, wilde Orchideen, Lesen, Katzen und klassische Musik.
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