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Eure Vorgehensweise beim Überarbeiten

 
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Rodge
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 790
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 25.11.2021 11:14    Titel: Antworten mit Zitat

lia88 hat Folgendes geschrieben:
Noch eine Frage: Kennt jemand eventuell ein Programm, bei dem man explizit Textabschnitte anzeigen lassen kann je nachdem, welche Figur darin vorkommt?


Im Programm Papyrus werden die Figurennamen andersfarbig (Standard ist türkis) angezeigt. Geht man mit dem Mauszeiger über den Namen, wird die "Karteikarte" der Figur angezeigt. Ausserdem kann man sich nur die Dialoge anzeigen lassen. Das trifft nicht ganz, was du möchtest, hilft aber vielleicht trotzdem.

Ich überarbeite wie folgt:
1. Durchgang: Ich achte nur auf Stimmigkeit und nicht auf Formulierungen, ich suche in erster Linie nach Logik- und Figurbrüchen. Ich schreibe fehlende Übergänge, lösche Teile, die nicht zur Entwicklung von Figuren oder Geschichte beitragen.

2. Durchgang: Ich mache es sprachlich rund, achte aber mehr auf Formulierungen als auf korrekte Schreibweise, Grammatik und Zeichensetzung.

3. Durchgang: Fehler beseitigen (mit Hilfe von Papyrus Textanalyse, wo es nötig ist).

4. Durchgang: Ergebnisse des Lektorats/Korrektorats einarbeiten

5. Durchgang: Ergenbisse der Korrekturen des Lektorats/Korrektorats (nur auf Basis der von mir gemachten Änderungen, im Grunde ein zweiter Lauf, aber nur mit den geänderten Stellen).

6. Durchgang: Ergebnisse der Testleser (meist Logikfehler, selten sprachliche Ungenauigkeiten).
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lia88
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen


Beiträge: 44
Wohnort: Bayern


BeitragVerfasst am: 25.11.2021 13:06    Titel: Antworten mit Zitat

Danke smile Ich muss mal sehen, ob ich vll irgendwo Testversionen von den Programmen herbekomme oder mir zumindest mal ein paar Screenshots ansehe. Es wär schon gut zu wissen, was es alles gibt. Denn wenn es wirklich hilft, wärs mir das Geld auch wert. Aber glaub erst mal hol ich mir nen Schreibratgeber.. das wär noch eine Stufe drüber für mich ^^

Das mit den Karteikarten klingt interessant. Hilft es euch, mithilfe von den Karteikarten die Charaktere schon im ersten Durchgang (also bei der Rohfassung) zu verstehen und besser rüberzubringen? Ich hab beim ersten Durchgang die Charas alle sehr vage und zaghaft beschrieben und jetzt beim Korrigieren merk ich plötzlich, dass ich meine Charas besser verstehe und mir das leichter fällt, sie emotionaler und aussagekräftiger agieren zu lassen. Ich weiß nicht, ob man einfach ein bisschen Zeit braucht, um die Charas besser nachempfinden zu können oder ob die Karteikarte da schon geholfen hätten ._.
In die Karteikarten könnt man evtl auch Zusatzinfos wie Hobbys oder Jobs notieren oder an welchem Wochentag der Sportverein ist, sodass man das nicht plötzlich am Ende des Buches anders in Erinnerung hat ^^... also eigentlich hört sich das wirklich recht nützlich für mich an...

Ab welchem Korrektur-Durchgang sucht ihr euch dann Testleser? Ich denke, wenn ich jetzt beim ersten Korrekturdurchgang den Plot gerade ziehe und die Charas schon etwas lebendiger mach und beim zweiten dann die Charas noch weiter korrigiere und auch die Sprache noch verbessere (Endlossätze aufteilen zb ^^).... dann könnte es ab Korrekturdurchlauf 3 schon mit Testlesern losgehen? Ein Lektorat hab ich nicht.
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Maunzilla
Reißwolf


Beiträge: 1325



BeitragVerfasst am: 25.11.2021 16:23    Titel: Antworten mit Zitat

Ihr macht bis zu sechs komplette Durchgänge? Shocked
Das wäre mir zu viel. Mehr als zwei, in Ausnahmefällen drei, mache ich nicht. Ich will schließlich beizeiten fertig werden und mich Neuem zuwenden können. Schreiben macht Spaß, Korrigieren nicht. Also ersuche ich das möglichst rasch hinter mich zu bringen.
Ist ein Text so schlecht, daß er nach drei Durchgängen immer noch nicht gefällt, betrachte ich ihn als gescheitert.
Allerdings begutachte ich meine Texte stets gesamthaft, und nicht nach einzelnen Kriterien getrennt (außer vielleicht die gezielte Suche nach Tippfehlern beim letzten Durchlesen.)


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"Im Internet weiß keiner, daß du eine Katze bist." =^.^=
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Rodge
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 790
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 27.11.2021 10:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Maunzilla,

wenn ich es recht verstanden habe, veröffentlichst du nicht. Die Anzahl der Überarbeitungsgänge rührt daher, dass ich eben möchte, dass es so gut wie möglich wird. Und doch hat es dann noch Fehler, aber es wird eben auch mit jeder Überarbeitung besser.
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Maunzilla
Reißwolf


Beiträge: 1325



BeitragVerfasst am: 27.11.2021 17:49    Titel: Antworten mit Zitat

Vielleicht bin ich auch einfach ein Genie, wie Mozart. Der hat auch nie etwas korrigiert. Cool Razz
(schön wär's ^^""... vermutlich bin ich einfach zu faul... wie die meisten Genies. angel )


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MoL
Geschlecht:weiblichQuelle


Beiträge: 1693
Wohnort: NRW
Das bronzene Stundenglas


BeitragVerfasst am: 28.11.2021 00:49    Titel: Antworten mit Zitat

Maunzilla hat Folgendes geschrieben:
Ihr macht bis zu sechs komplette Durchgänge? Shocked
Das wäre mir zu viel. Mehr als zwei, in Ausnahmefällen drei, mache ich nicht. Ich will schließlich beizeiten fertig werden und mich Neuem zuwenden können. Schreiben macht Spaß, Korrigieren nicht. Also ersuche ich das möglichst rasch hinter mich zu bringen.
Ist ein Text so schlecht, daß er nach drei Durchgängen immer noch nicht gefällt, betrachte ich ihn als gescheitert.
Allerdings begutachte ich meine Texte stets gesamthaft, und nicht nach einzelnen Kriterien getrennt (außer vielleicht die gezielte Suche nach Tippfehlern beim letzten Durchlesen.)


Sehe ich fast ähnlich. Außer, wenn es um Rechtschreibfehler geht, behaupte ich mal: Je besser die Vorarbeit, desto weniger die Nacharbeit.
Alle genannten Nacharbeitungsfokusse haben ihre Berechtigung, allerdings frage ich mich dann, wie gut vorgearbeitet wurde?
Z.B. braucht, wer anständig plottet, doch keinen Logik-Durchgang mehr. Wer seine Charaktere gut angelegt hat, muss die auch nicht mehr auf Schlüssigkeit überprüfen etc.
3 Durchgänge sehe ich ein, eben weil ich an der Tastatur (nicht handschriftlich!) echt Schwächen habe. Aber wenn mehr nötig sind, würde ich da eher Fehlermanagement betreiben und mich fragen, wo die Wurzel allen Übels ist...


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Natalie2210
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Beiträge: 575



BeitragVerfasst am: 28.11.2021 09:39    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Je besser die Vorarbeit, desto weniger die Nacharbeit.


Das mag stimmen, allerdings bin ich eher bei Rodge. Ich habe mein erstes Manuskript auch sechsmal überarbeitet, und eine siebte Überarbeitung steht noch an. Es ist halt die Frage, wie man zählt. Nennt man die Rohfassung "Plotgerüst", so ist es ein Durchgang weniger. Arbeitet man ein Dossier für jeden einzelnen Charakter aus, so fällt vermutlich auch eine "Überarbeitung" weg. Aber - und ich rede jetzt von Romanen - einen guten Anfang kann man erst schreiben, wenn man das Ende kennt. Die Recherche ist auch nicht zu verachten. Man schreibt, recherchiert, schreibt, verwirft. Da reden wir noch nicht einmal vom Lektorat.

Abgesehen davon kann ich Maunzilla nicht zustimmen. Überarbeiten macht Spaß, ebensoviel, wie sich die Geschichte zu überlegen. Beim Überarbeiten findet man noch soviele Details, die einem vorher entgangen sind, man schärft, spitzt zu, sucht nach Formulierungen. Die Erfindung einer Geschichte ist ja nur ein (kleiner) Teil der Schriftstellerei.

lg,
Natalie
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Rodge
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 790
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 28.11.2021 09:56    Titel: Antworten mit Zitat

ja, vermutlich liegen die Unterschiede tatsächlich in der Art, wie man schreibt. Ich bin ein Schnellschreiber und wenn ich im Fluß bin, achte ich nicht auf Schreibweisen und Grammatik. Dafür benötige ich dann mehr Überarbeitungen als jemand, der alles detailliert plottet und bei jedem Satz feilt.
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lia88
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen


Beiträge: 44
Wohnort: Bayern


BeitragVerfasst am: 28.11.2021 10:33    Titel: Antworten mit Zitat

Vll wirds auch einfacher, gut zu plotten, wenn man in einem Genre bereits mehr geschrieben hat. Beim ersten Buch (eines neuen Genres) muss man vll selbst erst mal reinkommen.
Ich bin auch grad erst dabei, das Plotten zu lernen bzw auszuprobieren. Bei mir entwickelt sich vieles einfach spontan beim Schreiben.
Der erste Korrekturdurchgang dauert jetzt schon so lang wie es gedauert hat, die Rohfassung zu schreiben, dabei bin ich erst bei circa 80%. Was solls. Ich weiß ja, dass die Rohfassung irgendwie eher hingeklatscht war.
Ich nehm mir aber trotzdem vor, den Plot nicht mehr anzufassen in den nachfolgenden Korrekturdurchgängen, sondern da dann wirklich nur noch Details an der Handlung zu ändern (auszuschmücken). Damit es nicht ausufert. Grobe Handlungsfehler sind eigtl nicht mehr drin, aber wer weiß, was die Testleser dann sagen ^^
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