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Bezechter Philosoph auf dem Heimweg vom Stammtisch


 

 
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Zettel
Geschlecht:männlichGänsefüßchen


Beiträge: 15



BeitragVerfasst am: 12.10.2021 16:01    Titel: Bezechter Philosoph auf dem Heimweg vom Stammtisch eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Bezechter Philosoph auf dem Heimweg vom Stammtisch

Laternenbunte Regenpflaster. Den Schritt fest im Griff, damit er sich nicht der Weinlaune fügt. Gespräche schwirren. Die Welt mit den Kelchen angeschoben. Strahlendes Bewusstsein der Bezechten. Der Fuß hallt zwölfmal durch die Gasse. Die Ecke schlurft. Weiter Durchgang zum Marktplatz. Referenz dem Siegesbrunnen. Soviel Wasser floss seither im Kreis. Alles wieder aufgebaut. Nichts reflektiert die Vergangenheit. Missverstandener Stolz macht auch zerklüftetste Fassaden glatt. Feist sind die Greise in der Tram, feist die Söhne in der Spur. Die Jugend wird auf die Stehplätze verdammt. Noch immer begegnet man Menschen mit Koffern am liebsten nachts. Ihre Schatten vermitteln umfangreiches Gehen. Und sie haben keine Hand frei. Die Stadt schwillt an. Hellenen in die Ghettos, aber Platon vom Pult. Es regnet immer. Selbst das Katzenkopfpflaster ist sauer. Wo noch hin! Toxikologen haben beste Aufstiegschancen. Nur die Banner der Geisteswissenschaften auf Halbmast. Dass der Fortschrittsglaube überwunden ist, offenbart sich als Ente. Er lauerte nur in der Etappe. Materialschlachten der Tierverwerter zu unserem Wohl. Und wie die Dame riecht! Sie trägt Läuse auf den Lippen, die Verheißung von Beischlaf unter Großmutters Tüll. Turnkünste, Hochglanzenzyklopädien entnommen, mutieren zum Standard. Nur der archaische Schrei noch weckt den Beschäler, über der Anwendungsvorgabe entschlummert. Die Zucht bringt Resultate. Ignoranz erweckt schon Liebe. Die Rotation unterm Scheitel enthemmt, und morgen geben sie sich wieder den Mördern hin. Entblößende Flächen zu überbrücken ist eine nächtliche Ertüchtigung. Aber wohin auch der Blick, er stößt an Ecken. Dabei täte uns das Runde gut. Woran schmiegt sich der Flüchtige? Was birgt den Zerschlagenen? Die runde Welt ist unser Halt. Kanten schuf der Mensch, sich zu verletzen. Pfauenbrust bei frühen Wunden. Und all dies Gejammer. Hat die Wölfe nicht erkannt in seiner Herde. Da fehlte der nötige Biss, wie auch die Erkenntnis, dass die wichtigste Erfahrung erwartungsgemäß den Tod bringt. Macht besiegt das Hirn vor dem Arm, der das Schwert führt. So entstehen Dynastien. Die Herrschaft bleibt. Das Blut wird Geschichte. Fehler stets zur Imitation genutzt, denn der Ursprung der Lernfähigkeit liegt in diesem Prinzip. Sind sämtliche Lektionen geschafft, folgt die schon zuvor absehbare Niederlage gegen die Endlosschleife der Gewöhnung. Dennoch unbeirrt voran: das ist Energie! Nach dem Markt Konflikt der großen Lichter, in Muttererde verankert, den Spieß bei Fuß. Der Nachtschwärmer im Flutlicht, unbeholfen, vertränt. Der Mond fixiert die Recken. Fast kreuzen sich die Speere im Zentrum, das sich senkt und den Untergrund heraufwesen lässt. Zuviel Regen die Nacht. Was da aufsteigt, sollte unten bleiben. In Chroniken heißt es, nur die Ratten hätten überlebt. Heutige Systeme sind zugänglich, Ausrottung nach Tarif geregelt. Institutionalisierter Kampf, Sieg programmiert, gegen urtümliche Schrecken, von den aktuellen abzulenken. Der Mensch scheitert an Finten, seine Führer am Geist, der aus Untergründen wirkt. Das Potential der Guerilla gedeiht in guten Stuben, wo sich die alten Tapeten rollen. Muster entstehen so, denen es zu folgen lohnt. Was nutzt da noch die Restauration der Macht. Und wenn sie den Kleister subventionieren wollte: der Schwamm bleibt in den Fugen. Doch er wuchert nicht. Sein Werk ist von unangebrachter Gelassenheit. Eine Unachtsamkeit, und es geht ihm an die Substanz. Auch getarntes Leben ist nur bedingt geborgen. Schon immer verdarben redende Namen den Träger. Im Zeitalter der Pseudonyme bleibt der Erkennbare auf der Strecke. Der Ausweg: sich nicht an Kanten zerschmettern, dort zurückschlagen, wo die Rundung mündet. Das Zuschnappen der Fänge überleben und aufmerksam bleiben. Der Molluske fehlt das Gebiss. Dentaler Widerstand ist höher geartet. Schlüsse? Die zieht der Weg entlang der Nacht, wo wahlverwandte Zecher im Koma ihr Zipperlein malträtieren. Fuß und Pflaster als Symbiose auf der Bahn der Erkenntnis emanzipatorischen Gehalts. Überflussphänomene, gestaut in trägen Kurven. Streckenerfolge, unzählige Richtungen im Hinterhalt. Wer misst die Gerade kurz vorm Ziel? Wen schert die Geometrie in seiner dominanten Position? Selbst ist der Leib, hilfreich und unentwegt für Überraschungen gut. Zerschlagene Knie ohne Schmerz. Splitter im Fleisch. Im Tran überwindet sich der Schwache, nüchtern nicht mal die Unterlegenen. Die Strecke zwischen zwei Orten ringt das Erbe von Jahrhunderten nieder, doch die Ankunft macht müde – und vergessen.

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DLurie
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 629
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BeitragVerfasst am: 14.10.2021 11:52    Titel: Re: Bezechter Philosoph auf dem Heimweg vom Stammtisch Antworten mit Zitat

Hallo Zettel,

der Text taucht zweimal im Feedback auf? Ich habe nicht überprüft, ob es sich um identische Versionen handelt.

Ich trau mich mal ran, rein vom Sprachgefühl ausgehend, da ich nicht behaupten kann, den Text vollständig begriffen zu haben. Ist also gut möglich, dass meine Vorschläge absolut unbrauchbar sind.

LG
DLurie
  

Zettel hat Folgendes geschrieben:
Bezechter Philosoph auf dem Heimweg vom Stammtisch

Laternenbunte Regenpflaster. Den Schritt fest im Griff, damit er sich nicht der Weinlaune fügt. Gespräche schwirren. Die Welt mit den Kelchen angeschoben. Strahlendes Bewusstsein der Bezechten. Der Fuß hallt zwölfmal durch die Gasse. Die Ecke schlurft. Weiter Durchgang zum Marktplatz. Referenz dem Siegesbrunnen. Soviel Wasser floss seither im Kreis. Alles wieder aufgebaut. Nichts reflektiert (erinnert an?) die Vergangenheit. Missverstandener (Falscher?) Stolz macht auch zerklüftetste Fassaden glatt (glättet anstelle von macht...glatt?). Feist sind die Greise in der Tram, feist die Söhne in der Spur. Die Jugend wird auf die Stehplätze verdammt. Noch immer begegnet man Menschen mit Koffern am liebsten nachts. Ihre Schatten vermitteln umfangreiches Gehen (seltsam: umfangreiches Gehen) . Und sie haben keine Hand frei. Die Stadt schwillt an. Hellenen in die Ghettos, aber Platon vom Pult. Es regnet immer. Selbst das Katzenkopfpflaster ist sauer. Wo noch hin!  (ist das als Frage gemeint?) Toxikologen haben beste Aufstiegschancen. [s]Nur[/s] die Banner der Geisteswissenschaften auf Halbmast. Dass der Fortschrittsglaube überwunden ist, offenbart sich als Ente. Er lauerte nur in der Etappe. Materialschlachten der Tierverwerter zu unserem Wohl. Und wie die Dame riecht! Sie trägt Läuse auf den Lippen, die Verheißung von Beischlaf unter Großmutters Tüll. Turnkünste, Hochglanzenzyklopädien entnommen, mutieren zum Standard. Nur der archaische Schrei noch weckt den Beschäler, über der Anwendungsvorgabe entschlummert. Die Zucht bringt Resultate. Ignoranz erweckt schon Liebe. Die Rotation unterm Scheitel enthemmt, und morgen geben sie sich wieder den Mördern hin. Entblößende Flächen zu überbrücken ist eine nächtliche Ertüchtigung. Aber wohin auch der Blick, er stößt an Ecken. Dabei täte uns das Runde gut. Woran schmiegt sich der Flüchtige? Was birgt den Zerschlagenen? Die runde Welt ist unser Halt. Kanten schuf der Mensch, sich zu verletzen. Pfauenbrust bei frühen Wunden. Und all dies Gejammer. Hat die Wölfe nicht erkannt in seiner Herde. Da fehlte der nötige Biss, wie auch die Erkenntnis, dass die wichtigste Erfahrung erwartungsgemäß den Tod bringt. Macht besiegt das Hirn vor dem Arm, der das Schwert führt. So entstehen Dynastien. Die Herrschaft bleibt. Das Blut wird Geschichte. Fehler stets zur Imitation genutzt, denn der Ursprung der Lernfähigkeit liegt in diesem Prinzip. (kürzer: ,das ist der Ursprung der Lernfähigkeit?)Sind sämtliche Lektionen geschafft, folgt die schon zuvor absehbare Niederlage gegen die Endlosschleife der Gewöhnung. Dennoch unbeirrt voran: das ist Energie! Nach dem Markt (Komma?)Konflikt der großen Lichter, in Muttererde verankert, den Spieß bei Fuß. Der Nachtschwärmer im Flutlicht, unbeholfen, vertränt. Der Mond fixiert die Recken. Fast kreuzen sich die Speere im Zentrum, das sich senkt und den Untergrund heraufwesen lässt. Zuviel Regen die Nacht. Was da aufsteigt, sollte unten bleiben. In Chroniken heißt es, nur die Ratten hätten überlebt. Heutige Systeme sind zugänglich, Ausrottung nach Tarif geregelt. Institutionalisierter Kampf, Sieg programmiert, gegen urtümliche Schrecken, von den aktuellen abzulenken. Der Mensch scheitert an Finten, seine Führer am Geist, der aus Untergründen wirkt.(in den Tiefen wabert?) Das Potential der Guerilla gedeiht (Einfacher: Die Guerilla gedeiht?) in guten Stuben, wo sich die alten Tapeten rollen. Muster entstehen so (So entstehen Muster?), denen es zu folgen lohnt. Was nutzt da noch die Restauration der Macht. (Fragesatz?) Und wenn sie den Kleister subventionieren wollte: der Schwamm bleibt in den Fugen. Doch er wuchert nicht. Sein Werk ist von unangebrachter (anderes Adjektiv? Gelassenheit. Eine Unachtsamkeit (Achtlosigkeit?), und es geht ihm an die Substanz. Auch getarntes Leben ist nur bedingt geborgen. Schon immer verdarben redende Namen den Träger. Im Zeitalter der Pseudonyme bleibt der Erkennbare auf der Strecke. Der Ausweg: sich nicht an Kanten zerschmettern, dort zurückschlagen, wo die Rundung mündet. Das Zuschnappen der Fänge überleben und aufmerksam bleiben. Der Molluske fehlt das Gebiss. Dentaler Widerstand ist höher geartet. Schlüsse? Die zieht der Weg entlang der Nacht, wo wahlverwandte Zecher im Koma ihr Zipperlein malträtieren. Fuß und Pflaster als Symbiose auf der Bahn der Erkenntnis emanzipatorischen Gehalts. Überflussphänomene, gestaut in trägen Kurven. Streckenerfolge, unzählige Richtungen im Hinterhalt. Wer misst die Gerade kurz vorm Ziel? Wen schert die Geometrie in seiner dominanten Position? Selbst ist der Leib, hilfreich und unentwegt für Überraschungen gut. Zerschlagene Knie ohne Schmerz. Splitter im Fleisch. Im Tran überwindet sich der Schwache, nüchtern nicht mal die Unterlegenen. Die Strecke zwischen zwei Orten ringt das Erbe von Jahrhunderten nieder, doch die Ankunft macht müde – und vergessen.
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Zettel
Geschlecht:männlichGänsefüßchen


Beiträge: 15



BeitragVerfasst am: 14.10.2021 12:20    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo, DLurie,

hab Dank fürs Trauen!
Ja, es ist zweimal der gleiche Text, ein Versehen.
Deine Vorschläge sind zum Teil passend. Ich werde mich noch mal dran setzen an den Zecher. Aber die "unangebrachte Gelassenheit" gefällt mir einfach zu gut.

Gruß, Zettel
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Pickman
Geschlecht:männlichReißwolf


Beiträge: 1179



BeitragVerfasst am: 17.10.2021 17:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Zettel,

vielleicht hast Du das schon gemacht, aber wenn Du möchtest, dass die beiden Fäden zusammengeführt oder einer von Ihnen gestrichen werden soll, melde den Faden (rechts am Bildschirm gibt es dafür kleine Ausrufezeichen zum Draufklicken), und Dein Wunsch wird erfüllt werden.

Nun zum Text. Das sieht mir aus wie ein Bewusstseinsstrom. Das kann man machen und es kann gelingen, aber man sollte darauf achten, dass daraus kein Protokoll für den Schreiber wird, sondern ein Text für den Leser, und der möchte im Regelfall etwas geboten bekommen, das ihn interessiert, am liebsten etwas mit einem Spannungsbogen, und den kann ich hier leider nicht finden.

Ich rate deswegen zur Überarbeitung. Mach daraus etwas, das den Leser unterhält und ihm vielleicht sogar nützt.

Cheers

Pickman


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Tempus fugit.
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Zettel
Geschlecht:männlichGänsefüßchen


Beiträge: 15



BeitragVerfasst am: 17.10.2021 18:31    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo, Pickman,

ich bedanke mich für den Tipp mit dem Ausrufezeichen!

Beim Schreiben habe ich nicht so sehr an potentielle Leser gedacht, eher an den Versuch, den alkoholgetrübten Gedankenstrom nach der Stammtischrunde mit dem Heimweg zu kombinieren. Die wirren Gedanken kommen natürlich zu keinem Schluss bzw. erst dann, wenn der Zecher wieder nüchtern ist. Vielleicht aber sollte ich den Heimweg besser herausarbeiten (gerade eben hatte ich die vage Idee einer Begegnung). Ich werde in jedem Fall darüber nachdenken.

Pickman´s Modell?

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Pickman
Geschlecht:männlichReißwolf


Beiträge: 1179



BeitragVerfasst am: 17.10.2021 19:08    Titel: Antworten mit Zitat

Zettel hat Folgendes geschrieben:
Pickman´s Modell?


Indeed! Etwas Besseres wollte mir nicht einfallen.


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Tempus fugit.
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