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versponnene Hard Sci Fi Kurzgeschichte ohne Gnade


 

 
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Roman Ramon
Gänsefüßchen

Alter: 37
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Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 21.09.2021 14:14    Titel: versponnene Hard Sci Fi Kurzgeschichte ohne Gnade eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hier also mein Zweistand, bevor ich mich dann mit Romanauszügen in die Werkstatt wage. Vielen Dank fürs Reinschauen.




Der Name deiner Katze
(das ist nicht der Titel der Geschichte, sondern der Name deiner Katze ist der Titel dieser Geschichte)


Er musste an Einsteins Kalenderweisheit über „Immer dasselbe tun“ denken. Ob Einstein sich wohl einen Abend im Monat reserviert hatte, um Spruchweisheiten zu verfassen? Es sei Torheit, immer wieder dasselbe zu tun und dennoch ein abweichendes Ergebnis zu erwarten. Eine Einsicht, die in der Forschung unumstößliche Prämisse ist. Im Alltagsleben aber, passiert es den Leuten schon häufiger mal enttäuscht davon zu sein, dass sich ihr eintöniges Leben nicht von selbst ändert. In seiner eigenen Arbeit nun, Forschungsarbeit wohlgemerkt, kam er nicht umhin, von der Gleichförmigkeit seines Tuns regelmäßig geradezu paralysiert zu werden. Und jetzt, wo es ein derart eindeutig und spektakulär abweichendes Resultat gab, fiel ihm eben Einsteins Kommentar ein, und es fühlte sich ein wenig so an, als wäre er im Begriff, dessen Ansicht zu widerlegen: Wo er doch immer dasselbe getan und wirklich unzählige Male entsprechend dasselbe Ergebnis erhalten hatte; bis heute, wo  ganz und gar nicht das passiert war, was zu erwarten gewesen wäre.
Natürlich war all das nur eine reine Gefühlsduselei und eigentlich das ganze Gegenteil der Fall. Es ging ja eben gerade um die geringen Veränderungen - oft am unteren Ende der Messbarkeit, so winzig waren sie - einzelner Parameter von Versuch zu Versuch. Das war schließlich die ganze Philosophie hinter dem Micro-Change Bereich der random Forschung, dem er sich seit einem guten dreiviertel Jahr verschreiben hatte, indem er Kieselsteine und Überraschungseierfiguren (1:1) in einer Früchtetee, Kriechtiergallenflüssigkeit, Bleioxid (25:35:40) Mischung kochte. Dabei nahm er mal einen Monat lang eine Erhöhung der Temperatur um ein Zweiunddreißigstel pro Versuch vor, mal widmete er sich für längere Zeit minutiösen Veränderungen in der Zusammensetzung des Überraschungseifigurenanteils. Bevor er sich dieser einschläfernden Tätigkeit zugewandt hatte, war er in einem anderen Bereich der random Forschung beschäftigt gewesen, den viele als das genaue Gegenstück zum Micro-Changing ansahen: den random leaps nämlich. Dabei werden von einer Versuchsanordnung ausgehend in willkürlicher Abfolge riesengroße, mittlere und winzig kleine Veränderungen auf quantitativer (mehr oder weniger, länger oder kürzer) und qualitativer (dieser oder jener Stoff wird erhitzt oder mit dem Fleischklopfer bearbeitet) Ebene vorgenommen, immer auf der Suche nach unerwarteten Ergebnissen.
Es war damals losgegangen mit einem kleinen Nagel, der in einem Vakuum schnell wechselnder Hitze und Kälte ausgesetzt wurde. An seinem letzten Tag waren sie dann bei 3 Eidechseneiern angelangt, die unter Infrarotbestrahlung in einer Zentrifuge kreisten. In dieser Zeit bei der random leap Gruppe des Instituts, hatte er viele seiner freien Stunden ebenfalls im Labor verbracht und dort mit anderen Untergattungen der random Forschung rumgespielt. Besonders mit der sogenannten random Randomness waren viele Abende unbemerkt verflogen, an denen er immer neue Zufallsgeneratoren programmiert und in Ketten geschaltet hatte, um auf immer neue, möglichst wenig von seinem wissenschaftlichen Verstand beeinflusste Versuchsanordnungen zu verfallen. Experimente, die sich also durch eine maximale Willkürlichkeit (Randomness) auszeichnen sollten.

Aber auch den Freak Purposes gehörte sein Herz und einer wild dreinblickenden Überzeugung, dass es mit Hartnäckigkeit und Geduld sowie einer gewissen Begabung in Sachen Fantasie möglich sein müsste, auf eben jene besonders abwegige und entlegene Versuchsanordnung zu verfallen, deren Resultat das Wesen unseres Erkenntnishorizonts für immer grundlegend verändern würde. Nach einem solchen überraschenden Ausgang eines Versuchs, einem Major Freak Result, war die ganze Forschungsrichtung des random Research auf der Jagd. Bislang ohne Erfolg. Es war wie ein Goldrausch, nur ohne Auslöser durch einen wahrhaftigen Fund und somit beschränkt auf eine ziemlich begrenzte Zielgruppe, die tatsächlich empfänglich für die rauschhafte Wirkung gewesen wäre: namentlich eine Handvoll Wissenschaftler mit zu viel Entdeckergeist und zu wenig Realitätsbezug. Diese wenigen Glücksritter waren aber umso fieberhafter in ihrem Treiben.
Sie fanden, dass Forschung lediglich in dem Rahmen stattfindet, den sich der menschliche Geist selber setzt und damit einen sehr begrenzten Tellerrand hat. Um diese Fesseln des Vorstellbaren abzustreifen, fummelten sie unerhörterweise an den von den Urvätern der Wissenschaft in Stein gemeißelten Abläufen des Erkenntnisgewinns durch Experimente herum: Aus dem ehernen

Beobachtung – Theorie - entsprechendes Experiment - Bestätigung oder Verwerfen der Theorie anhand der Ergebnisse der Experimente

wurde ein

(wahlloses, abwegiges, seltenes, nie gemachtes, wahllos modifiziertes etc., je nach Unterkategorie des random Research)
Experiment – Ergebnisauswertung – Übereinstimmung mit oder Abweichung von bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen – im zweiten Fall weitere experimentelle Evaluierung und Versuche theoretischer Interpretation, im ersten Fall Langeweile.

Auf diese Weise sollte in Richtungen geforscht werden, in die noch nie jemand gedacht hatte oder in die man möglicherweise mit einem menschlichen Gehirn gar nicht denken könnte. Davon erhoffte man sich ganz fantastische und umwerfende Erschütterungen der wissenschaftlichen Welt. Bis zu diesem Punkt im Verlaufe der Zeit allerdings, an dem wir unserem fleißigen Forscher über die Schulter schauen, ohne Erfolg.

Wenn auch jene winzigen Veränderungen, denen er sich da widmet, einen wesentlich langweiligeren und weniger inspirierenden Arbeitsalltag ergeben als seine Exkursionen in die random Randomness oder die Freak Purposes zuvor, so traut er dieser Methode dennoch eher verwertbare Ergebnisse zu als den anderen beiden. Wahrscheinlich, weil sie stärker im Einklang mit einer herkömmlichen Herangehensweise an wissenschaftliches Arbeiten steht, etwas von sorgfältigem Vorgehen und penibler Akkuratesse hat. Manche verurteilen das als gestrig, anderen scheint es der einzig richtige Weg. Mathematisch gesehen ist es ziemlich egal, wo man sucht, wenn es darum geht, in einem unendlich großen Feld unbestimmbarer Wahrscheinlichkeit etwas zu finden, solange man nicht dieselbe Stelle zweimal abgrast. Aber Wissenschaftler wären keine Wissenschaftler, wenn sie sich mit einer derart öden Antwort zufriedengeben würden, anstatt drauflos zu fantasieren und Lager zu bilden.
Er selbst kommt sich jetzt als Micro Changer nicht mehr so kühn vor wie in seinen wilden Jahren maximierter Randomness und Freakiness, schätzt seine Chancen tatsächlich auf etwas zu stoßen, aber als besser ein, weil die minimalen Veränderungen weit mehr Versuche in derselben Zeit zulassen als die anderen Random-Richtungen und somit seine Erfolgsaussichten zwar nicht wirklich höher stehen, aber wenigstens mehr sind.

Außerdem sieht er die Sache ein wenig wie das Fischen in einem stehenden Gewässer. Klar gönnt er den jungen Wochenendfischern in ihren Ruderbooten inmitten des Sees ihre wilden Auswürfe der Rute, mal hierher, mal dorthin. Sich selbst sieht er aber mehr als besonnenen Berufsfischer, der mit seinem Netz systematisch Planquadrat für Planquadrat den See absucht und danach zumindest weiß, wo er schon gewesen ist. Dass der See in Wirklichkeit unendlich ist und sein penibles Bahnen ziehen irgendwo im Nirgendwo lediglich ein falsches Gefühl von Systematik im kompletten Chaos vermittelt, stört ihn dabei nicht weiter. Wissenschaft ist schlussendlich halt auch nur eine Frage des Geschmacks, und es bleibt sich wohl ziemlich gleich, wo man sich zu Beginnen entschließt, handelt es sich doch immerhin um random Forschung.

Das grandios abweichende Ergebnis nun aber, das er an diesem Tag im Unterschied zu allen anderen Tagen erhält, lässt sich nicht auf einem seiner Instrumente ablesen. Es ist eine Neuerung, die sich in seinem Kopf bildet. In Reaktion auf den betäubend gleichförmigen Experimentieralltag verfällt dieser tatsächlich auf ein radikal anderes Ergebnis als sonst, auch wenn es ein bisschen brauchen wird, um sich herauszukristallisieren.

Das Einsteinzitat begleitet ihn bis zum Abend und hält sich die nächsten Tage in seinen Gedanken wie ein hartnäckiger Ohrwurm. Mit der Zeit bildet sich in seinem Verstand so etwas wie eine Antithese zu Einsteins Aussage. Ganz im Sinne der experimentellen random Untersuchungen, denen er sich nun mal mit Herz und Leib verschrieben hat, versucht er diese nicht auszuformulieren, sondern experimentell zu untersuchen, um der Entwicklung der Idee nicht durch sein Denken eine Richtung vorzugeben, sondern zu beobachten, in welche sie sich selbst entfalten kann.
Im Labor hat er bereits alles, was er braucht: Apparaturen, die voll automatisiert Experimente millionenfach wiederholen, mit jeweils leichten Abweichungen.
Das Einzige, was er zu tun hat, ist, diese Abweichungen zu eliminieren.
Er baut also 3 Maschinen bei sich zu Hause auf: Eine beschießt Holzlöffel mit Protonen, eine zweite verdampft Kreide und lässt sie dann wieder kondensieren, und eine dritte lässt eine Glasmurmel aus 1,20 m Höhe auf eine Hartplastikfläche fallen.
Diese Apparate wiederholen ihre Versuche auf exakt dieselbe Weise, immer und immer wieder, die erste sogar mehrere 100-mal in der Sekunde, natürlich mit dem stets selben Resultat.
Unser emsiger Forscher, dessen Name aus verständlichen Gründen ungenannt bleiben soll, hatte damit aus der random Forschung heraus die Permanenz Forschung geboren.
Und, ohne es so recht zu beabsichtigen - er folgte wie erwähnt damals strikt der Doktrin seiner Schule, und führte diese Versuche durch, ohne etwas konkret belegen oder widerlegen zu wollen - stellte er eine der grundlegendsten Prämissen der Wissenschaft überhaupt auf den Prüfstand: Die Gewissheit, das ein ausreichend versuchtes und begriffenes Phänomen immer wieder auftreten würde, ganz gleich wie oft man es wiederholen möge.

Nun, die ganze Angelegenheit ergab am Ende nichts, und er legte sie sang- und klanglos zu den Akten, um sich noch in derselben Bewegung einer vollkommen anders ausgerichteten Idee zu zuwenden, wie man es von einem tüchtigen Random-Forscher erwarten sollte.
Eines Frühstücks jedoch, einige Jahre später, erschrak ihn ein anachronistisch fiepender Alarm. Das kam von der Protonenkanone mit dem Holzlöffel.
Die 3 Experimente waren ja nie wirklich abgebrochen worden, sondern verbannt in eine hintere Ecke des Lagers, im Verborgenen immer weitergelaufen und in Vergessenheit geraten.
Jetzt hatte die Holzlöffel-mit-Protonen-beschieß-Anordnung also begonnen zu piepen, da ein abweichendes Ergebnis registriert worden war.
Dieses betrachtete der Wissenschaftler zunächst argwöhnisch, dann entgeistert und schließlich richtiggehend bestürzt: Vor sich hatte er ein holzlöffelgroßes Proton, das mit winzigen Holzlöffelchen von Protonengröße beschossen wurde.

Eine ganze Weile lang betrachtete er diese Unmöglichkeit. Dabei entwickelte sich sein Gesichtsausdruck von Bestürzung aus allmählich in Richtung Nachdenklichkeit.
Plötzlich sprang er auf, hastete benommen zu seinem Schreibtisch und notierte minutenlang fahrig, mit fliegendem Kugelschreiber sozusagen, sehr grobe Stichpunkte mit allenfalls vagen Verbindungen untereinander.
Er schrieb derart schnell und ungenau, damit er beim Schreiben nicht das große Ganze aus dem Kurzzeitgedächtnis verlöre, die erste rohe Skizze nämlich, seiner allgemeinen Theorie der eskapadischen Willkür (Randomität) der Naturgesetze:
Hierin befand er später, in ihrer ausgearbeiteten Form, dass die den random Forschern so wichtige Zufälligkeit tatsächlich eine nicht zu vernachlässigende Rolle in der Wissenschaft spielte, nicht aber als Methode, sondern in der grundlegenden Fabrikation der physischen Welt. Demnach wird nach 28562958947529847508687908133246758464-maliger Wiederholung eines Prozesses entweder einmalig ein abweichendes Resultat beobachtet werden können, oder es findet sogar ein Paradigmenwechsel statt, so dass fortan stets das neue Ergebnis erwartet werden kann.

Selbst wenn er in Bezug auf viele Einzelheiten damals schief gelegen haben mag, hatte er doch ein grundlegendes Prinzip der Naturwissenschaften entdeckt, dass niemand zuvor auch nur im Entferntesten erahnt hatte.

Es hätte nicht weniger als eine globale Sensation werden sollen, die weit über die Welt der Wissenschaft hinaus für Furore gesorgt hätte, wäre nicht im nächsten Augenblick die Rotation des Galaxienhaufens den wir Heimat nennen, zum 28562958947529847508687908133246758464 sten Mal erfolgt, wobei die Erde zu einer zweideutigen Anspielung eines Hafenarbeiters wurde, der Mond aber zum Seufzer eines bejahrten Waschbären.

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Mogmeier
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BeitragVerfasst am: 22.09.2021 21:47    Titel: Antworten mit Zitat

Roman Ramon,

meiner Meinung nach verwendest du viel zu lange bzw. zu große Zahlen in deinen Geschichten, da bekommt man als Leser schnell den Eindruck, dass es dir im Allgemeinen an Gespür für Zahlen fehlen könnte.

Deine Zahl hier mal etwas vereinfachter dargestellt = 28,6 Sextillionen (vorausgesetzt, ich habe die Nachkommastellen richtig gezählt: eine Sextillion = 1036).



Was hat es mit dem Folgenden auf sich?
Zitat:
wäre nicht im nächsten Augenblick die Rotation des Galaxienhaufens den wir Heimat nennen, zum 28562958947529847508687908133246758464 sten Mal erfolgt

Meinst du damit, wie sich unsere Galaxie dabei einmal um sich selbst dreht?
Das lässt sich insgesamt nicht so einfach bestimmen, da die Sterne, die näher am Zentrum der Galaxie umher rotieren, sich schneller darum herum bewegen als Sterne (z.B. unsere Sonne) die sich eben weiter weg vom Zentrum so ziemlich am Rand befinden. Dennoch hat man auf Grundlage der Dauer eines vollständigen Umlaufs unserer Sonne um das Zentrum der Galaxie das ‹Galaktische Jahr› festgelegt. Und wenn ich richtig recherchiert habe, hat unsere Sonne bisher das Zentrum 20 Mal umrundet, wobei ich selbst auf 22,5 Umrundungen kam (also rechnerisch). Es scheint aber auch Quellen zu geben, die von 30 Umrundungen sprechen.

Viele Grüße
Mog


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Roman Ramon
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BeitragVerfasst am: 24.09.2021 13:32    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Mogmeier hat Folgendes geschrieben:
Roman Ramon,

meiner Meinung nach verwendest du viel zu lange bzw. zu große Zahlen in deinen Geschichten, da bekommt man als Leser schnell den Eindruck, dass es dir im Allgemeinen an Gespür für Zahlen fehlen könnte.

Deine Zahl hier mal etwas vereinfachter dargestellt = 28,6 Sextillionen (vorausgesetzt, ich habe die Nachkommastellen richtig gezählt: eine Sextillion = 1036).



Was hat es mit dem Folgenden auf sich?
Zitat:
wäre nicht im nächsten Augenblick die Rotation des Galaxienhaufens den wir Heimat nennen, zum 28562958947529847508687908133246758464 sten Mal erfolgt

Meinst du damit, wie sich unsere Galaxie dabei einmal um sich selbst dreht?
Das lässt sich insgesamt nicht so einfach bestimmen, da die Sterne, die näher am Zentrum der Galaxie umher rotieren, sich schneller darum herum bewegen als Sterne (z.B. unsere Sonne) die sich eben weiter weg vom Zentrum so ziemlich am Rand befinden. Dennoch hat man auf Grundlage der Dauer eines vollständigen Umlaufs unserer Sonne um das Zentrum der Galaxie das ‹Galaktische Jahr› festgelegt. Und wenn ich richtig recherchiert habe, hat unsere Sonne bisher das Zentrum 20 Mal umrundet, wobei ich selbst auf 22,5 Umrundungen kam (also rechnerisch). Es scheint aber auch Quellen zu geben, die von 30 Umrundungen sprechen.

Viele Grüße
Mog



Du hast vollkommen Recht.

Ich habe tatsächlich so ziemlich keinerlei Gefühl für Zahlen.

Die gewählte Zahl soll einfach eine "abstrus hohe Anzahl" ausdrücken.

Auch die Umdrehung des Galaxienhaufens ist relativ frei von wissenschaftlichen Üerlegungen gewählt worden. Es hätte auch die xte Umkreisung der Erde um die Sonne oder etwas anderes sein können, dessen Veränderung, nach der frisch entdeckten Theorie der eskapadischen Willkür, das Ende der Welt wie wir sie kennen mit einschließen kann.



Vielen Dank für deine Antwort.

Es ist mir immer wichtig zu wissen, was Lesern aufstoßen könnte.

Da werd ich nochmal rangehen.
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Mogmeier
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BeitragVerfasst am: 25.09.2021 20:01    Titel: Antworten mit Zitat

Unter der Voraussetzung deiner gegebenen Zahl müsste sich die Sonne mit einer Geschwindigkeit um das Zentrum der Galaxie bewegen, die die Lichtgeschwindigkeit unfassbar übersteigt. Bei den real gegebenen Größenverhältnissen wäre das ein Ding der Unmöglichkeit.

Vorschlag:
Begib dich mit der Umdrehungszahl, wenn du diese vielleicht noch um 1020 (vielleicht auch 1021) schröpfst, ins Reich der Quantenphysik. (Stichwort: Quantensprung) Idea


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Grim
Gänsefüßchen


Beiträge: 18



BeitragVerfasst am: 29.09.2021 15:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Roman,

meine persönliche Meinung: Der erste Absatz ist als Anfang gut, mMn müsstest du das Einstein Zitat gar nicht explizit nennen. Der Hook "Bahnbrechendes Forschungsergebnis" macht Lust auf mehr.
Aber danach kommt der Teil, während dem ich abgebrochen habe. Ein ewig langer Einschub voll wirrem und passivem Infodumb, nämlich alles von "Natürlich war all das..." bis zu "...handelt es sich doch immerhin um Random-Forschung."

"Natürlich war all das nur eine reine Gefühlsduselei und eigentlich das ganze Gegenteil der Fall." Verstehe ich nicht. Du schreibst darüber, dass "ganz und gar nicht das passiert ist, was zu erwarten gewesen wäre". Ist also doch nichts passiert?
"Es ging ja eben gerade um die geringen Veränderungen" Ich verstehe nicht, in welchem Bezug das zum Satz zuvor steht. Sind jetzt geringe oder große Veränderungen aufgetaucht? Ein Ergebnis, dass ganz und gar nicht erwartet wurde, impliziert große Veränderungen.

Die Erklärung dieser Random-Forschungen sind recht verwirrend, und ich musste diesen Einschub mehrmals lesen, um zu verstehen, was du mir damit sagen willst. Im Grunde ist die Aussage doch einfach: es werden willkürliche Versuche aufgebaut, um so auf neue Phänomene zu stoßen. Das würde ich auch so strukturieren. Danach kannst du ja ein, zwei Beispiele bringen (wie das mit den Ü-Eiern) und gut ist. Lange Schachtelsätze ("Das war schließlich die ganze Philosophie hinter dem Micro-Change Bereich der random Forschung, dem er sich seit einem guten dreiviertel Jahr verschreiben hatte, indem er Kieselsteine und Überraschungseierfiguren (1:1) in einer Früchtetee, Kriechtiergallenflüssigkeit, Bleioxid (25:35:40) Mischung kochte.") kann man bringen, führen hier aber dazu, dass ich als Leser noch mehr verwirrt werde. Insgesamt ließt sich der Teil eher wie ein Beipackzettel und damit leider so uninteressant, dass ich abgebrochen habe. Dabei ist das Thema an sich ja durchaus interessant.

Also in kurz: "Natürlich war all das..." bis zu "...handelt es sich doch immerhin um Random-Forschung." ordentlich strukturieren,  massiv kürzen, und irgendetwas geben, dass es interessant macht. Das können Hinweise auf das bahnbrechende Forschungsergebnis sein, Humor (mit den Ü-Eiern bist du mMn. schon in die richtige Richtung gegangen), reale Fakten (falls es so eine Forschung überhaupt gibt, ich habe als Physiker davon noch nichts gehört) oder Bezug zu dem Forscher als Person sein.

Weiter habe ich nicht gelesen, ich hoffe, das hilft als Feedback schonmal für weitere Texte. Ich bin jetzt nicht auf andere Aspekte eingegangen, gut (das Einstein-Zitat als begleitendes Motiv, Originalität)  oder schlecht, weil das genannte oben eben schon so ein Problem war, das zuerst angepackt werden müsste.

Wie immer ist das meine persönliche Meinung. Zu irgendwelchen Umdrehungszahlen sage ich mal nichts ^^, ich habe versucht, das Feedback auf Anmerkungen zu beschränken, die auch für weitere Texte hilfreich sein könnten.
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Pickman
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Beiträge: 1249
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BeitragVerfasst am: 02.10.2021 16:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Roman Ramon,

das soll eine Parodie sein, vermute ich. Wenn das so ist, dann sind gute Ansätze dabei. Protonen versus Löffel zum Beispiel. Im Großen und Ganzen aber ist mir der Text zu wenig witzig und, ja, auch langweilig. Irgendwie passiert mir zu lange nichts. Der Text liest sich recht flüssig, außer an den Stellen, an denen sich die Füllwörter häufen. Anders als im Englischen werden im Deutschen Bindestriche verwendet, um längere Komposita zusammenzuhalten.

Cheers

Pickman


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Roman Ramon
Gänsefüßchen

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BeitragVerfasst am: 03.10.2021 18:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank für eure Hinweise. Das ist für mich immer sehr aufschlußreich, vor allem auch, weil spezifisch erklärt wird, wo welcher Schuh drückt.
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Robert Yves Vauxelle
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Alter: 57
Beiträge: 34
Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 05.11.2021 16:34    Titel: @Hi Roman Ramon Antworten mit Zitat

Hi Roman Ramon,
Ziemlich schräger Humor, wie er in der Benennung des Genres und in der Überschrift ja schon zu erwarten war. Ich fand die Story oder wie auch immer das zu bezeichnen wäre ganz witzig, zum Schmunzeln.
Der Schluss könnte noch pointierter sein.

random Forschung, dem er sich seit einem guten dreiviertel Jahr verschreiben hatte

Random Forschung, dem er sich seit einem guten dreiviertel Jahr verschrieben hatte

Viele Grüße vom Robert


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Roman Ramon
Gänsefüßchen

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Beiträge: 19
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BeitragVerfasst am: 05.11.2021 16:42    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke Robert, für dein Feedback und den Rechtschreibhinweis.
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