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Freiheit - ich bereue nichts


 
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Mogmeier
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Moderator
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Beiträge: 2498
Wohnort: Reutlingen


BeitragVerfasst am: 14.08.2021 13:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Pentz,

nicht jeder Text ist gleich ein Volltreffer – das macht aber rein gar nichts.
Das Wehwehchen bei deinem Werk hier ist, dass es dem Text an Zusammenhalt fehlt. Du beschreibst das Umfeld des Geschehens, ohne es wirklich zu betrachten. Dann wechselst du in die Gedankenwelt, wobei diese Gedanken überwiegend separat und passiv vorgetragen werden, und das geht so hin und her, ohne dass dabei auch nur etwas zusammenspielt.

Versuche die Geschichte gedanklich in ihre zwei grundlegenden Ebenen zu unterteilen, sprich also in Umfeld und Gedankenwelt und dann schau, dass Umfeld und Gedankenwelt interagieren, will sagen, lass das Umfeld die Gedankengänge beeinflussen und lass andersherum die Gedankenwelt (speziell das Empfinden) sich im Umfeld widerspiegeln. Das hast du zwar hier zum Teil schon gebracht, allerding ohne, dass sich das eine dem anderen fügt.

Viele Grüße
Mog


_________________
»Nichtstun ist besser, als mit viel Mühe nichts schaffen.«
Laotse
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pentz
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BeitragVerfasst am: 18.08.2021 13:27    Titel: Freiheit, ich bereue nichts! Antworten mit Zitat

Von irgendwoher wehte ein Wind. Ich konnte besser atmen. Es war eine sehr breite Straße, und obgleich mit Häusern begrenzt, befand sich an einem Ende nur ein niedriges Gebäude als Begrenzung. So konnte der Wind über das Gebäude hinweg in diese lange Allee wehen, wie er wollte.
Da stand ich am Rande dieses langen Boulevard und blickte an ein Ende hin, das von einem Reiterdenkmal markiert war, hinter dem sich dieses kleine Baugebäude befand (ich weiß nicht, in welcher Bauart.) Ich hätte sonstwo auf der Welt stehen können, nur nicht zu Hause, aber in einer Metropole, an einem imposanten Platz, das ja, denn ich hatte es so gewollt, ohne es bewußt zu wollen.
Eine Stimme raunte mir ins Ohr: Du hast es ja so gewollt!

Der Kaffee schwappte in einer kleineren, fragileren Porzellantasse als ich sie gewohnt war - ich kannte nur klobige Humpen- ,und schmeckte anders. Das Törtchen war kleiner als gewohnt, hatte aber einen intensiveren Geschmack. Ich kostete den Kaffee, ich kostete die Torte, ich schlürfte schon das Getränk - so, wie man es nicht machen sollte, hieß es doch, zuerst das Gepäck, dann die Flüssigkeit, was besser für die Verdauung sei.
Mit diesem Regelbruch wurde ein Vorwurf herbeigeweht: Tu das nicht!
Du hast alle Sicherheit über Bord geworfen, deine erste Ausbildung schon verfehlt und deine zweite gekenzelt, eine Beamtenstelle, auf die deine Mutter so hingefiebert hatte, daß du sie haben solltest, weil sie sich nichts mehr als einen Beamten in den Reihen ihrer Kinder wünschte, du aber hattest sie enttäuscht.
Egal!
Wirklich!
Nicht wußte ich, was ich wollte, was ich werden mochte, welche Rolle in der Gesellschaft ich begleiten und erfüllen sollte. Wenn ich etwas wußte - ich war nicht nur negativ, will hier sagen, wußte stets, wenn ich es haben konnte, was ich nicht haben wollte, meistens gerade dies, wenn auch nicht immer - aber ich wußte, ich wollte einmal die Welt sehen, in diese hinaus, wie derjenige aus dem Märchen, der das Fürchten lernen wollte, weil er sich vor nichts fürchtete.
Gut, ich war im Grunde ein braver Mensch und Bürger, der bemüht war, die an ihn herangetragenen Erwartungen zu erfüllen und dies hatte ich ja in der Tat bewerkstelligt, indem ich eine Ausbildung abgeschlossenahbe. Aber das war offenbar nicht das, was mich letztendlich befriedigte und ich wollte, sonst würde ich jetzt nicht hier stehen.
Es war verrückt, es fühlte sich verrückt an: ich stand ohne Bezug, ohne Freunde und Bekannte 500 Kilometer von meinem Heimatland in einem anderen Land da und tat im Grunde das Gleiche, was ich schon zurückliegend getan hatte: Deutsch unterrichten. Nichts hatte sich grundlegend geändert, als eigentlich nur das, dass ich endlich woanders war, weg, weit weg dem Ort, den jeder einmal zugeordnet bekommt, aber an dem ich mich völlig fremd fühlte.
Das war irr!
Schwindel empfand ich, aber ich wußte: das bist Du. Du hast es so gewollt! Hast Deine Mitlehrer enttäuscht, Deine Familie, hast auch Deine Freundin vorm Kopf gestoßen, alles dazu getan, um irgendwo am Rande eines Abgrundes zu stehen.
"So geh!", sagte zu mir die Stimme. Aber ich konnte nicht - noch nicht. Gedanken schwirrten um mich und hinderten mich daran.
Auf diesem Platz, dachte ich voller Schaudern, hat sich einmal ein Student, ein junger Mensch namens Jan Palach verbrannt, weil er über die Feigheit seiner Mitmenschen Unglück empfunden hat.
Nun, ich mußte mich glücklicherweise nicht verbrennen, ich konnte mich in der Welt verlaufen, vertan, vergehen, was immer. Ich war frei! Und das war doch schon etwas, etwas mehr als Jan Palach hatte!
Wie dumm, deswegen Unbehagen zu empfinden, Angst und Schwindelgefühl.
Am letzten Wochenende hatte mich ein Kollege und meine Freundin hier besucht, wahrscheinlich das letzte Mal. Mein Freund: "Willst Du wirklich noch einmal eine ganz fremde Sprache lernen? Dieser Stress! Denk mal nach! Wir haben doch schon zu viel gelernt in unserem Leben. Jetzt kommt für uns die Zeit, das Leben zu genießen, in materieller Hinsicht, Du weißt, wie ich das meine." Natürlich wußte ich, wie er dies meinte. Ich schwieg. Er schaute mich an, wußte, was mein Schweigen bedeutete, schüttelte den Kopf, während er genau wußte, dass sich hier damit unsere Wege trennen würden.
Und meine Freundin, die am meisten Verachtung über mich ausgegossen hat, weil ich meine berufliche Festanstellung und Sicherheit in den Wind gestoßen hatte, hat dauernd den Kopf geschüttelt, als hätte sie Parkinson, damit ausdrückend, wie kann man sich freiwillig hierherbegeben und zum Abschluß, bevor sie in den Zug gestiegen war, hat sie getönt: „Hier wird mir zu wenig Deutsch gesprochen!“
Ach, sie soll mir den Buckel herunterrutschen!
Neben mir hörte ich einen Älteren zu einem Jüngeren sagen: „Ich bin Deutscher. Man hat mich von hier vertrieben, als ich jung war. Aber ich habe nichts, nichts getan. Warum darf ich nicht dort leben, wo ich will, zum Beispiel, in meiner Heimatstadt, hier?“
Ja, er hatte so recht: warum muß man für Verfehlungen anderer büßen? Auch dieser junge Tscheche, der sich selbst das Leben genommen hat, hat für andere bezahlt. Sich verbrennen, sagt man, muß sehr, sehr schmerzhaft sein. Dies weiß man, bevor man sich dies antut. Warum hat sich dieser Mensch dies nur angetan? Woher wußte er nur, daß es so schmerzhaft ist, dieses Gefühl, in der Unfreiheit zu darben, dieser eisige Zustand, sich eingesperrt zu fühlen, nicht frei leben zu können?
Jedenfalls bot sich mir die Möglichkeit, frei zu leben. Überall auf der Welt konnte ich arbeiten. Für dieses Land hier, auf dem ich mir die Füße vertrat, hatte ich Aufenthalts-, Berufsausübungs- und sogar Arbeitspapiere. Ich konnte mir einen Ort auf dieser Welt aussuchen, wo es mir gefiel, nicht wo es anderen beliebte, mich hinzustellen.
Zögerlich setzte ich einen Fuß vor den anderen, als ich mich auf dem Weg machte.
Dann fiel mein Blick auf eine sonderbar schäpse, bizarre Burg, deren Namen diesem surrealen Erscheinungsbild entsprach und der mir nur schwer über die Lippen kam: „Hradschin!“
Auf dem Weg dorthin überquerte ich eine sehr alte Brücke, an deren Balustraden grau-kalkige Heiligenplastiken standen. Andächtig blickte ich zu einem empor, der mir zuzuraunen schien: "Freund, Dein Weg kostet Dir nicht den Tod!", und ich mußte darüber lachen. Das machte mich verlegen und ich schaute mich um, ob niemand zugehört hätte.
Durch die engen Gässchen begegnete ich einem langen, dürren, aufgeschossenen Kerl, der lächelnd an mir vorbeiging, die Hände am Rücken verschränkt. Ha, lieber Franz Kafka, auch keine Schuldgefühle wegen nichts und wieder nichts brauchte ich mehr zu haben.
Überall drängten Stimmen zu mir, deren Sprache ich nicht verstand.
Angst und bange empfang ich doch ein bißchen, vor solch eigenartigen Hürden. Aber egal, wahrscheinlich würde ich mich mit noch größeren Widrigkeiten herumschlagen müssen als bloß mit dieser eigenartigen Sprache.
Als ich am höchsten Punkt der fremdartigen Burg angekommen war, suchte ich, da etwas schwindlig vor Höhenangst, eine Zinne, durch die ich hinunter auf die Stadt schauen konnte. In den engen Gassen und sternförmig sich ausbreitenden Straßen wimmelte es von unzähligen Menschen wie bei einem Ameisenhügel.
Im Grunde war ich doch auch nur einer von diesen Ameisen, nur einer, nichts besonderes.
Aber das sagte sich so einfach.
Schnell verdrängen, die Angst!
Also schau sie Dir bloß einfach an, diese Stadt, diese Ansammlung von Menschen. Zu Tausenden kommen sie hierher, um ein paar lausige Tage zu genießen, ha, und Du hast Monate, vielleicht Jahre dazu, dieses Geschenk der Menschheit auf Dein Gemüt, Deine Seele und Inspiration wirken zu lassen.
Ich tat es.
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pentz
Geschlecht:männlichGänsefüßchen


Beiträge: 48



BeitragVerfasst am: 18.08.2021 13:35    Titel: Freiheit, ich bereue nichts! Antworten mit Zitat

Ich atmete befreiter.
Von irgendwoher dieser breiten Straße wehte eine Bö und obgleich mit Häusern begrenzt, befand sich an einem Ende nur ein niedriges Gebäude als Begrenzung. So konnte der Wind über das Gebäude hinweg in diese lange Allee wehen, wie er wollte.
Da stand ich am Rande dieses langen Boulevard und blickte an ein Ende hin, das von einem Reiterdenkmal markiert war, hinter dem sich dieses kleine Baugebäude befand (ich weiß nicht, in welcher Bauart.) Ich hätte sonstwo auf der Welt stehen können, nur nicht zu Hause, aber in einer Metropole, an einem imposanten Platz, das ja, denn ich hatte es so gewollt, ohne es bewußt zu wollen.
Eine Stimme raunte mir ins Ohr: Du hast es ja so gewollt!

Der Kaffee schwappte in einer kleineren, fragileren Porzellantasse als ich sie gewohnt war - ich kannte nur klobige Humpen- ,und schmeckte anders. Das Törtchen war kleiner als gewohnt, schmeckte intensiver. Ich kostete den Kaffee, ich kostete die Torte, ich schlürfte schon das Getränk - so, wie man es nicht machen sollte, hieß es doch, zuerst das Gepäck, dann die Flüssigkeit, was besser für die Verdauung sei.
Der Regelbruch wehte den Vorwurf herbei: Tu das nicht!
Du hast alle Sicherheit über Bord geworfen, deine erste Ausbildung schon verfehlt und deine zweite gekenzelt, eine Beamtenstelle, auf die deine Mutter so hingefiebert hatte, daß du sie haben solltest, weil sie sich nichts mehr als einen Beamten in den Reihen ihrer Kinder wünschte, du aber hattest sie enttäuscht.
Egal!
Wirklich!
Nicht wußte ich, was ich wollte, was ich werden mochte, welche Rolle in der Gesellschaft ich begleiten und erfüllen sollte. Wenn ich etwas wußte - ich war nicht nur negativ, will hier sagen, wußte stets, wenn ich es haben konnte, was ich nicht haben wollte, meistens gerade dies, wenn auch nicht immer - aber ich wußte, ich wollte einmal die Welt sehen, in diese hinaus, wie derjenige aus dem Märchen, der das Fürchten lernen wollte, weil er sich vor nichts fürchtete.
Gut, ich war im Grunde ein braver Mensch und Bürger, der bemüht war, die an ihn herangetragenen Erwartungen zu erfüllen und dies hatte ich ja in der Tat bewerkstelligt, indem ich eine Ausbildung abgeschlossenahbe. Aber das war offenbar nicht das, was mich letztendlich befriedigte und ich wollte, sonst würde ich jetzt nicht hier stehen.
Es war verrückt, es fühlte sich verrückt an: ich stand ohne Bezug, ohne Freunde und Bekannte 500 Kilometer von meinem Heimatland in einem anderen Land da und tat im Grunde das Gleiche, was ich schon zurückliegend getan hatte: Deutsch unterrichten. Nichts hatte sich grundlegend geändert, als eigentlich nur das, dass ich endlich woanders war, weg, weit weg dem Ort, den jeder einmal zugeordnet bekommt, aber an dem ich mich völlig fremd fühlte.
Das war irr!
Schwindel empfand ich, aber ich wußte: das bist Du. Du hast es so gewollt! Hast Deine Mitlehrer enttäuscht, Deine Familie, hast auch Deine Freundin vorm Kopf gestoßen, alles dazu getan, um irgendwo am Rande eines Abgrundes zu stehen.
"So geh!", sagte zu mir die Stimme. Aber ich konnte nicht - noch nicht. Gedanken schwirrten um mich und hinderten mich daran.
Auf diesem Platz, dachte ich voller Schaudern, hat sich einmal ein Student, ein junger Mensch namens Jan Palach verbrannt, weil er über die Feigheit seiner Mitmenschen Unglück empfunden hat.
Nun, ich mußte mich glücklicherweise nicht verbrennen, ich konnte mich in der Welt verlaufen, vertan, vergehen, was immer. Ich war frei! Und das war doch schon etwas, etwas mehr als Jan Palach hatte!
Wie dumm, deswegen Unbehagen zu empfinden, Angst und Schwindelgefühl.
Am letzten Wochenende hatte mich ein Kollege und meine Freundin hier besucht, wahrscheinlich das letzte Mal. Mein Freund: "Willst Du wirklich noch einmal eine ganz fremde Sprache lernen? Dieser Stress! Denk mal nach! Wir haben doch schon zu viel gelernt in unserem Leben. Jetzt kommt für uns die Zeit, das Leben zu genießen, in materieller Hinsicht, Du weißt, wie ich das meine." Natürlich wußte ich, wie er dies meinte. Ich schwieg. Er schaute mich an, wußte, was mein Schweigen bedeutete, schüttelte den Kopf, während er genau wußte, dass sich hier damit unsere Wege trennen würden.
Und meine Freundin, die am meisten Verachtung über mich ausgegossen hat, weil ich meine berufliche Festanstellung und Sicherheit in den Wind gestoßen hatte, hat dauernd den Kopf geschüttelt, als hätte sie Parkinson, damit ausdrückend, wie kann man sich freiwillig hierherbegeben und zum Abschluß, bevor sie in den Zug gestiegen war, hat sie getönt: „Hier wird mir zu wenig Deutsch gesprochen!“
Ach, sie soll mir den Buckel herunterrutschen!
Neben mir hörte ich einen Älteren zu einem Jüngeren sagen: „Ich bin Deutscher. Man hat mich von hier vertrieben, als ich jung war. Aber ich habe nichts, nichts getan. Warum darf ich nicht dort leben, wo ich will, zum Beispiel, in meiner Heimatstadt, hier?“
Ja, er hatte so recht: warum muß man für Verfehlungen anderer büßen? Auch dieser junge Tscheche, der sich selbst das Leben genommen hat, hat für andere bezahlt. Sich verbrennen, sagt man, muß sehr, sehr schmerzhaft sein. Dies weiß man, bevor man sich dies antut. Warum hat sich dieser Mensch dies nur angetan? Woher wußte er nur, daß es so schmerzhaft ist, dieses Gefühl, in der Unfreiheit zu darben, dieser eisige Zustand, sich eingesperrt zu fühlen, nicht frei leben zu können?
Jedenfalls bot sich mir die Möglichkeit, frei zu leben. Überall auf der Welt konnte ich arbeiten. Für dieses Land hier, auf dem ich mir die Füße vertrat, hatte ich Aufenthalts-, Berufsausübungs- und sogar Arbeitspapiere. Ich konnte mir einen Ort auf dieser Welt aussuchen, wo es mir gefiel, nicht wo es anderen beliebte, mich hinzustellen.
Zögerlich setzte ich einen Fuß vor den anderen, als ich mich auf dem Weg machte.
Dann fiel mein Blick auf eine sonderbar schäpse, bizarre Burg, deren Namen diesem surrealen Erscheinungsbild entsprach und der mir nur schwer über die Lippen kam: „Hradschin!“
Auf dem Weg dorthin überquerte ich eine sehr alte Brücke, an deren Balustraden grau-kalkige Heiligenplastiken standen. Andächtig blickte ich zu einem empor, der mir zuzuraunen schien: "Freund, Dein Weg kostet Dir nicht den Tod!", und ich mußte darüber lachen. Das machte mich verlegen und ich schaute mich um, ob niemand zugehört hätte.
Durch die engen Gässchen begegnete ich einem langen, dürren, aufgeschossenen Kerl, der lächelnd an mir vorbeiging, die Hände am Rücken verschränkt. Ha, lieber Franz Kafka, auch keine Schuldgefühle wegen nichts und wieder nichts brauchte ich mehr zu haben.
Überall drängten Stimmen zu mir, deren Sprache ich nicht verstand.
Angst und bange empfang ich doch ein bißchen, vor solch eigenartigen Hürden. Aber egal, wahrscheinlich würde ich mich mit noch größeren Widrigkeiten herumschlagen müssen als bloß mit dieser eigenartigen Sprache.
Als ich am höchsten Punkt der fremdartigen Burg angekommen war, suchte ich, da etwas schwindlig vor Höhenangst, eine Zinne, durch die ich hinunter auf die Stadt schauen konnte. In den engen Gassen und sternförmig sich ausbreitenden Straßen wimmelte es von unzähligen Menschen wie bei einem Ameisenhügel.
Im Grunde war ich doch auch nur einer von diesen Ameisen, nur einer, nichts besonderes.
Aber das sagte sich so einfach.
Schnell verdrängen, die Angst!
Also schau sie Dir bloß einfach an, diese Stadt, diese Ansammlung von Menschen. Zu Tausenden kommen sie hierher, um ein paar lausige Tage zu genießen, ha, und Du hast Monate, vielleicht Jahre dazu, dieses Geschenk der Menschheit auf Dein Gemüt, Deine Seele und Inspiration wirken zu lassen.
Ich tat es.
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Kojote
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Beiträge: 1002
Wohnort: Wurde erfragt


BeitragVerfasst am: 18.08.2021 14:10    Titel: Re: Freiheit, ich bereue nichts! Antworten mit Zitat

Hallo pentz!

pentz hat Folgendes geschrieben:
Ich atmete befreiter.
Von irgendwoher dieser breiten Straße wehte eine Bö und obgleich mit Häusern begrenzt, befand sich an einem Ende nur ein niedriges Gebäude als Begrenzung. So konnte der Wind über das Gebäude hinweg in diese lange Allee wehen, wie er wollte.


Da finde ich gleich mehrere Logikfehler.

1. Eine Allee wird meines Wissens definiert als Straße, die mit Bäumen gesäumt ist. Nicht mit Häusern.
2. Wenn die Allee an ihrem (unteren?) Ende ein niedriges Gebäude als Begrenzung hat, so ist es doch eine Sackgasse. Beißt sich das nicht mit dem Begriff Allee?
3. Das Wort "obgleich" legt nahe, dass die nachfolgende Aussage in Widerspruch zum Vorgenannten steht. Das passt hier auch nicht.

pentz hat Folgendes geschrieben:
Da stand ich am Rande dieses langen Boulevard und blickte an ein Ende hin, das von einem Reiterdenkmal markiert war, hinter dem sich dieses kleine Baugebäude befand (ich weiß nicht, in welcher Bauart.)


Moment! Du stehst am Ende dieses langen Boulevards (war es gerade eben nicht erst noch eine Allee?) und blickst selbst auf ein Ende? Dann kann der Boulevard so lang aber gar nicht sein. Warum fällt dir das Reiterdenkmal erst jetzt auf? Und wie kommt es, dass du als Erzähler der Geschichte deinem Leser nicht mitteilen kannst, in welcher Bauart das Gebäude gehalten ist?

pentz hat Folgendes geschrieben:
Ich hätte sonstwo auf der Welt stehen können, nur nicht zu Hause, aber in einer Metropole, an einem imposanten Platz, das ja, denn ich hatte es so gewollt, ohne es bewußt zu wollen.
Eine Stimme raunte mir ins Ohr: Du hast es ja so gewollt!


Hä?

pentz hat Folgendes geschrieben:
Der Kaffee schwappte in einer kleineren, fragileren Porzellantasse als ich sie gewohnt war - ich kannte nur klobige Humpen- ,und schmeckte anders. Das Törtchen war kleiner als gewohnt, schmeckte intensiver. Ich kostete den Kaffee, ich kostete die Torte, ich schlürfte schon das Getränk - so, wie man es nicht machen sollte, hieß es doch, zuerst das Gepäck, dann die Flüssigkeit, was besser für die Verdauung sei.


Ich kann mir sogar sehr gut vorstellen, dass es schlecht für die Verdauung ist, Gepäck zu knabbern.

pentz hat Folgendes geschrieben:
Der Regelbruch wehte den Vorwurf herbei: ??? Tu das nicht!
Du hast alle Sicherheit über Bord geworfen, deine erste Ausbildung schon verfehlt und deine zweite gekenzelt ???, eine Beamtenstelle, auf die deine Mutter so hingefiebert hatte, daß du sie haben solltest, weil sie sich nichts mehr als einen Beamten in den Reihen ihrer Kinder wünschte, du aber hattest sie enttäuscht.



pentz hat Folgendes geschrieben:
Egal!
Wirklich!
Nicht wußte ich, was ich wollte, was ich werden mochte, welche Rolle in der Gesellschaft ich begleiten und erfüllen sollte. Wenn ich etwas wußte - ich war nicht nur negativ, will hier sagen, wußte stets, wenn ich es haben konnte, was ich nicht haben wollte, meistens gerade dies, wenn auch nicht immer - aber ich wußte, ich wollte einmal die Welt sehen, in diese hinaus, wie derjenige aus dem Märchen, der das Fürchten lernen wollte, weil er sich vor nichts fürchtete.
Gut, ich war im Grunde ein braver Mensch und Bürger, der bemüht war, die an ihn herangetragenen Erwartungen zu erfüllen und dies hatte ich ja in der Tat bewerkstelligt, indem ich eine Ausbildung abgeschlossenahbe ???. Aber das war offenbar nicht das, was mich letztendlich befriedigte und ich wollte, sonst würde ich jetzt nicht hier stehen.


Du hast Recht:
Egal! Wirklich!
Derartige verschachtelte Bandwurmsätze korrigieren zu wollen ist eine Aufgabe, die nur du selbst übernehmen kannst. Wenn du von uns verlangst, das Dickicht dieses kommadurchfluteten Geschwurbels auf menschliches Niveau zu bringen, nun — das ist keine Arbeit, das ist eine Tortur.

Solange du die Ratschläge, die dir in diesem Faden schon gegeben wurden, nicht auch wirklich umsetzt, sehe ich keinen Sinn darin, mich hier weiter mit meiner Freizeit zu beteiligen.

Denn ehrlich gesagt sehe ich keinen substanziellen Unterschied zu deinen Erstfassungen, für die du Korrekturvorschläge noch und nöcher bekommen hast.

Ich bedaure wenn diese Kritik sich etwas schroff liest. Ich bin sicherlich kein sehr diplomatischer Kritiker. Dass pentz mir wiederholt vorwirft, in "zu jagen", ist leider nicht hilfreich für eine gute Arbeitsatmosphäre.

Bedaure.
Der Kojote


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Pickman
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BeitragVerfasst am: 18.08.2021 14:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hi pentz,

Kojote formulert es schärfer und persönlicher als aus meiner Sicht nötig, aber in einigen Punkten hat er recht, und Mogmeier stimme ich auch zu.

Um es kurz zu fassen: Wenn wir als Schriftsteller gelesen werden wollen, schreiben wir nicht für uns, sondern für andere.

Es ist schon okay, wenn man es dem Leser nicht zu leicht macht, aber man muss ihm schon eine Chance geben zu verstehen, was wir zu sagen haben.

Cheers

Pickman


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Tempus fugit.
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pentz
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Beiträge: 48



BeitragVerfasst am: 19.08.2021 19:38    Titel: Kojotisch Antworten mit Zitat

ich räume ein, Kojote hat hier recht

a)
Zitat:
Da finde ich gleich mehrere Logikfehler.

1. Eine Allee wird meines Wissens definiert als Straße, die mit Bäumen gesäumt ist. Nicht mit Häusern.
2. Wenn die Allee an ihrem (unteren?) Ende ein niedriges Gebäude als Begrenzung hat, so ist es doch eine Sackgasse. Beißt sich das nicht mit dem Begriff Allee?


gut, es ist ein boulvard, welches per definition eine häuserstraße mit bäumen entlang der häuser ist.

b) knabbern und gebäck sei schlecht? - verstehe ich nicht
c) in welchem baustil das gebäude ist, wußte und weiß ich wirklich nicht, aber
hier wird es ausgedrückt, es sei gleichgültig, weil er sich jetzt nicht den kopf zerbrechen will, da er sich in dem gefühl des freiseins sonnt.

zu den anderen dingen kann ich noch nichts sagen, aber ich kann sagen, ich nehme jede Kritik Ernst und mache mir lange gedanken dazu.

merci
Zitat:
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pentz
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Beiträge: 48



BeitragVerfasst am: 19.08.2021 19:53    Titel: Freiheit, ich bereue nichts! Antworten mit Zitat

Ich atmete befreit.
Von irgendwoher wehte eine Bö durch diesen Boulvard, der an einem Ende durch ein niedriges Gebäude begrenzt war und von dorther der Wind darüber hinweg in diese lange Baumstraße wehen konnte, wie er wollte.  
Da stand ich in diesem Boulevard und blickte an ein Ende hin, das von einem niedrigen Gebäude begrenzt und von einem Reiterdenkmal markiert war. Weder wußte ich, in welchem Baustil das Gebäude war, noch wen das davor aufgerichtete Reiterdenkmal darstellte. Ich genoß es einfach, sonstwo auf der Welt zu stehen, nur nicht zu Hause, aber doch in einer Metropole, an einem imposanten Platz, das ja, denn ich hatte es so gewollt, ohne es bewußt zu wollen.
Trotzdem war mir angst und bange.  

Der Kaffee schwappte in einer kleineren, fragileren Porzellantasse als ich sie gewohnt war - ich kannte nur klobige Humpen- ,und schmeckte anders. Das Törtchen war kleiner als gewohnt, schmeckte intensiver. Ich kostete den Kaffee, ich kostete die Torte, ich schlürfte schon das Getränk - so, wie man es nicht machen sollte, hieß es doch, zuerst das Gepäck, dann die Flüssigkeit, was besser für die Verdauung sei.
Der Regelbruch wehte den Vorwurf herbei: Tu das nicht!
Du hast alle Sicherheit über Bord geworfen, deine erste Ausbildung schon verfehlt und deine zweite gekenzelt, eine Beamtenstelle, auf die deine Mutter so hingefiebert hatte, daß du sie haben solltest, weil sie sich nichts mehr als einen Beamten in den Reihen ihrer Kinder wünschte, du aber hattest sie enttäuscht.
Egal!
Wirklich!
Nicht wußte ich, was ich wollte, was ich werden mochte, welche Rolle in der Gesellschaft ich begleiten und erfüllen sollte. Wenn ich etwas wußte - ich war nicht nur negativ, will hier sagen, wußte stets, wenn ich es haben konnte, was ich nicht haben wollte, meistens gerade dies, wenn auch nicht immer - aber ich wußte, ich wollte einmal die Welt sehen, in diese hinaus, wie derjenige aus dem Märchen, der das Fürchten lernen wollte, weil er sich vor nichts fürchtete.
Gut, ich war im Grunde ein braver Mensch und Bürger, der bemüht war, die an ihn herangetragenen Erwartungen zu erfüllen und dies hatte ich ja in der Tat bewerkstelligt, indem ich eine Ausbildung abgeschlossenahbe. Aber das war offenbar nicht das, was mich letztendlich befriedigte und ich wollte, sonst würde ich jetzt nicht hier stehen.
Es war verrückt, es fühlte sich verrückt an: ich stand ohne Bezug, ohne Freunde und Bekannte 500 Kilometer von meinem Heimatland in einem anderen Land da und tat im Grunde das Gleiche, was ich schon zurückliegend getan hatte: Deutsch unterrichten. Nichts hatte sich grundlegend geändert, als eigentlich nur das, dass ich endlich woanders war, weg, weit weg dem Ort, den jeder einmal zugeordnet bekommt, aber an dem ich mich völlig fremd fühlte.
Das war irr!
Schwindel empfand ich, aber ich wußte: das bist Du. Du hast es so gewollt! Hast Deine Mitlehrer enttäuscht, Deine Familie, hast auch Deine Freundin vorm Kopf gestoßen, alles dazu getan, um irgendwo am Rande eines Abgrundes zu stehen.
"So geh!", sagte zu mir die Stimme. Aber ich konnte nicht - noch nicht. Gedanken schwirrten um mich und hinderten mich daran.
Auf diesem Platz, dachte ich voller Schaudern, hat sich einmal ein Student, ein junger Mensch namens Jan Palach verbrannt, weil er über die Feigheit seiner Mitmenschen Unglück empfunden hat.
Nun, ich mußte mich glücklicherweise nicht verbrennen, ich konnte mich in der Welt verlaufen, vertan, vergehen, was immer. Ich war frei! Und das war doch schon etwas, etwas mehr als Jan Palach hatte!
Wie dumm, deswegen Unbehagen zu empfinden, Angst und Schwindelgefühl.
Am letzten Wochenende hatte mich ein Kollege und meine Freundin hier besucht, wahrscheinlich das letzte Mal. Mein Freund: "Willst Du wirklich noch einmal eine ganz fremde Sprache lernen? Dieser Stress! Denk mal nach! Wir haben doch schon zu viel gelernt in unserem Leben. Jetzt kommt für uns die Zeit, das Leben zu genießen, in materieller Hinsicht, Du weißt, wie ich das meine." Natürlich wußte ich, wie er dies meinte. Ich schwieg. Er schaute mich an, wußte, was mein Schweigen bedeutete, schüttelte den Kopf, während er genau wußte, dass sich hier damit unsere Wege trennen würden.
Und meine Freundin, die am meisten Verachtung über mich ausgegossen hat, weil ich meine berufliche Festanstellung und Sicherheit in den Wind gestoßen hatte, hat dauernd den Kopf geschüttelt, als hätte sie Parkinson, damit ausdrückend, wie kann man sich freiwillig hierherbegeben und zum Abschluß, bevor sie in den Zug gestiegen war, hat sie getönt: „Hier wird mir zu wenig Deutsch gesprochen!“
Ach, sie soll mir den Buckel herunterrutschen!
Neben mir hörte ich einen Älteren zu einem Jüngeren sagen: „Ich bin Deutscher. Man hat mich von hier vertrieben, als ich jung war. Aber ich habe nichts, nichts getan. Warum darf ich nicht dort leben, wo ich will, zum Beispiel, in meiner Heimatstadt, hier?“
Ja, er hatte so recht: warum muß man für Verfehlungen anderer büßen? Auch dieser junge Tscheche, der sich selbst das Leben genommen hat, hat für andere bezahlt. Sich verbrennen, sagt man, muß sehr, sehr schmerzhaft sein. Dies weiß man, bevor man sich dies antut. Warum hat sich dieser Mensch dies nur angetan? Woher wußte er nur, daß es so schmerzhaft ist, dieses Gefühl, in der Unfreiheit zu darben, dieser eisige Zustand, sich eingesperrt zu fühlen, nicht frei leben zu können?
Jedenfalls bot sich mir die Möglichkeit, frei zu leben. Überall auf der Welt konnte ich arbeiten. Für dieses Land hier, auf dem ich mir die Füße vertrat, hatte ich Aufenthalts-, Berufsausübungs- und sogar Arbeitspapiere. Ich konnte mir einen Ort auf dieser Welt aussuchen, wo es mir gefiel, nicht wo es anderen beliebte, mich hinzustellen.
Zögerlich setzte ich einen Fuß vor den anderen, als ich mich auf dem Weg machte.
Dann fiel mein Blick auf eine sonderbar schäpse, bizarre Burg, deren Namen diesem surrealen Erscheinungsbild entsprach und der mir nur schwer über die Lippen kam: „Hradschin!“
Auf dem Weg dorthin überquerte ich eine sehr alte Brücke, an deren Balustraden grau-kalkige Heiligenplastiken standen. Andächtig blickte ich zu einem empor, der mir zuzuraunen schien: "Freund, Dein Weg kostet Dir nicht den Tod!", und ich mußte darüber lachen. Das machte mich verlegen und ich schaute mich um, ob niemand zugehört hätte.
Durch die engen Gässchen begegnete ich einem langen, dürren, aufgeschossenen Kerl, der lächelnd an mir vorbeiging, die Hände am Rücken verschränkt. Ha, lieber Franz Kafka, auch keine Schuldgefühle wegen nichts und wieder nichts brauchte ich mehr zu haben.
Überall drängten Stimmen zu mir, deren Sprache ich nicht verstand.
Angst und bange empfang ich doch ein bißchen, vor solch eigenartigen Hürden. Aber egal, wahrscheinlich würde ich mich mit noch größeren Widrigkeiten herumschlagen müssen als bloß mit dieser eigenartigen Sprache.
Als ich am höchsten Punkt der fremdartigen Burg angekommen war, suchte ich, da etwas schwindlig vor Höhenangst, eine Zinne, durch die ich hinunter auf die Stadt schauen konnte. In den engen Gassen und sternförmig sich ausbreitenden Straßen wimmelte es von unzähligen Menschen wie bei einem Ameisenhügel.
Im Grunde war ich doch auch nur einer von diesen Ameisen, nur einer, nichts besonderes.
Aber das sagte sich so einfach.
Schnell verdrängen, die Angst!
Also schau sie Dir bloß einfach an, diese Stadt, diese Ansammlung von Menschen. Zu Tausenden kommen sie hierher, um ein paar lausige Tage zu genießen, ha, und Du hast Monate, vielleicht Jahre dazu, dieses Geschenk der Menschheit auf Dein Gemüt, Deine Seele und Inspiration wirken zu lassen.
Ich tat es.
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Calvin Hobbs
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BeitragVerfasst am: 20.08.2021 18:52    Titel: Antworten mit Zitat

Gepäck -> https://de.wikipedia.org/wiki/Gep%C3%A4ck
Gebäck -> https://https://de.wikipedia.org/wiki/Geb%C3%A4ck


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BeitragVerfasst am: 25.08.2021 13:47    Titel: Freiheit, ich bereue nichts! Antworten mit Zitat

Ich atmete befreit.
Von irgendwoher wehte eine Bö durch diesen Boulvard, der an einem Ende durch ein niedriges Gebäude begrenzt war und von dorther der Wind darüber hinweg in diese lange Baumstraße wehen konnte, wie er wollte.  
Hier stand ich nun und blickte an das Ende einer großen Straße hin, das von einem niedrigen Gebäude begrenzt und von einem Reiterdenkmal markiert war. Weder wußte ich, in welchem Baustil das Gebäude war, noch wen das davor aufgerichtete Reiterdenkmal darstellte. Ich genoß es einfach, sonstwo auf der Welt zu stehen, nur nicht zu Hause, aber doch in einer Metropole, an einem imposanten Platz, das ja, denn ich hatte es so gewollt, ohne es bewußt zu wollen.
Trotzdem war mir angst und bange.  


Der Kaffee schwappte in einer kleineren, fragileren Porzellantasse als ich sie gewohnt war - ich kannte nur klobige Humpen- ,und schmeckte anders. Das Törtchen war kleiner als gewohnt, schmeckte intensiver. Ich kostete den Kaffee, ich kostete die Torte, ich schlürfte schon das Getränk - so, wie man es nicht machen sollte, hieß es doch, zuerst das Gebäck, dann die Flüssigkeit, was besser für die Verdauung sei.
Der Regelbruch wehte den Vorwurf herbei: Tu das nicht!
Du hast alle Sicherheit über Bord geworfen, deine erste Ausbildung schon verfehlt und deine zweite gekenzelt, eine Beamtenstelle, auf die deine Mutter so hingefiebert hatte, daß du sie haben solltest, weil sie sich nichts mehr als einen Beamten in den Reihen ihrer Kinder wünschte, du aber hattest sie enttäuscht.
Egal!
Wirklich!
Nicht wußte ich, was ich wollte, was ich werden mochte, welche Rolle in der Gesellschaft ich begleiten und erfüllen sollte. Wenn ich etwas wußte - ich war nicht nur negativ, will hier sagen, wußte stets, wenn ich es haben konnte, was ich nicht haben wollte, meistens gerade dies, wenn auch nicht immer - aber ich wußte, ich wollte einmal die Welt sehen, in diese hinaus, wie derjenige aus dem Märchen, der das Fürchten lernen wollte, weil er sich vor nichts fürchtete.
Gut, ich war im Grunde ein braver Mensch und Bürger, der bemüht war, die an ihn herangetragenen Erwartungen zu erfüllen und dies hatte ich ja in der Tat bewerkstelligt, indem ich eine Ausbildung abgeschlossenahbe. Aber das war offenbar nicht das, was mich letztendlich befriedigte und ich wollte, sonst würde ich jetzt nicht hier stehen.
Es war verrückt, es fühlte sich verrückt an: ich stand ohne Bezug, ohne Freunde und Bekannte 500 Kilometer von meinem Heimatland in einem anderen Land da und tat im Grunde das Gleiche, was ich schon zurückliegend getan hatte: Deutsch unterrichten. Nichts hatte sich grundlegend geändert, als eigentlich nur das, dass ich endlich woanders war, weg, weit weg dem Ort, den jeder einmal zugeordnet bekommt, aber an dem ich mich völlig fremd fühlte.
Das war irr!
Schwindel empfand ich, aber ich wußte: das bist Du. Du hast es so gewollt! Hast Deine Mitlehrer enttäuscht, Deine Familie, hast auch Deine Freundin vorm Kopf gestoßen, alles dazu getan, um irgendwo am Rande eines Abgrundes zu stehen.
"So geh!", sagte zu mir die Stimme. Aber ich konnte nicht - noch nicht. Gedanken schwirrten um mich und hinderten mich daran.
Auf diesem Platz, dachte ich voller Schaudern, hat sich einmal ein Student, ein junger Mensch namens Jan Palach verbrannt, weil er über die Feigheit seiner Mitmenschen Unglück empfunden hat.
Nun, ich mußte mich glücklicherweise nicht verbrennen, ich konnte mich in der Welt verlaufen, vertan, vergehen, was immer. Ich war frei! Und das war doch schon etwas, etwas mehr als Jan Palach hatte!
Wie dumm, deswegen Unbehagen zu empfinden, Angst und Schwindelgefühl.
Am letzten Wochenende hatte mich ein Kollege und meine Freundin hier besucht, wahrscheinlich das letzte Mal. Mein Freund: "Willst Du wirklich noch einmal eine ganz fremde Sprache lernen? Dieser Stress! Denk mal nach! Wir haben doch schon zu viel gelernt in unserem Leben. Jetzt kommt für uns die Zeit, das Leben zu genießen, in materieller Hinsicht, Du weißt, wie ich das meine." Natürlich wußte ich, wie er dies meinte. Ich schwieg. Er schaute mich an, wußte, was mein Schweigen bedeutete, schüttelte den Kopf, während er genau wußte, dass sich hier damit unsere Wege trennen würden.
Und meine Freundin, die am meisten Verachtung über mich ausgegossen hat, weil ich meine berufliche Festanstellung und Sicherheit in den Wind gestoßen hatte, hat dauernd den Kopf geschüttelt, als hätte sie Parkinson, damit ausdrückend, wie kann man sich freiwillig hierherbegeben und zum Abschluß, bevor sie in den Zug gestiegen war, hat sie getönt: „Hier wird mir zu wenig Deutsch gesprochen!“
Ach, sie soll mir den Buckel herunterrutschen!
Neben mir hörte ich einen Älteren zu einem Jüngeren sagen: „Ich bin Deutscher. Man hat mich von hier vertrieben, als ich jung war. Aber ich habe nichts, nichts getan. Warum darf ich nicht dort leben, wo ich will, zum Beispiel, in meiner Heimatstadt, hier?“
Ja, er hatte so recht: warum muß man für Verfehlungen anderer büßen? Auch dieser junge Tscheche, der sich selbst das Leben genommen hat, hat für andere bezahlt. Sich verbrennen, sagt man, muß sehr, sehr schmerzhaft sein. Dies weiß man, bevor man sich dies antut. Warum hat sich dieser Mensch dies nur angetan? Woher wußte er nur, daß es so schmerzhaft ist, dieses Gefühl, in der Unfreiheit zu darben, dieser eisige Zustand, sich eingesperrt zu fühlen, nicht frei leben zu können?
Jedenfalls bot sich mir die Möglichkeit, frei zu leben. Überall auf der Welt konnte ich arbeiten. Für dieses Land hier, auf dem ich mir die Füße vertrat, hatte ich Aufenthalts-, Berufsausübungs- und sogar Arbeitspapiere. Ich konnte mir einen Ort auf dieser Welt aussuchen, wo es mir gefiel, nicht wo es anderen beliebte, mich hinzustellen.
Zögerlich setzte ich einen Fuß vor den anderen, als ich mich auf dem Weg machte.
Dann fiel mein Blick auf eine sonderbar schäpse, bizarre Burg, deren Namen diesem surrealen Erscheinungsbild vollkommen entsprach und der mir nur schwer über die Lippen kam: „Hradschin!“
Auf dem Weg dorthin überquerte ich eine sehr alte Brücke, an deren Balustraden grau-kalkige Heiligenplastiken standen. Andächtig schaute ich zu einem empor, der mir zuzuraunen schien: "Freund, Dein Weg kostet Dir nicht den Tod!", und ich mußte darüber unwillkürlich lachen und schritt munter weiter.
Durch die engen Gässchen begegnete ich einem langen, dürren, aufgeschossenen Kerl, der lächelnd an mir vorbeiging, die Hände am Rücken verschränkt. Ha, lieber Franz Kafka, auch keine Schuldgefühle wegen nichts und wieder nichts brauchte ich mehr zu haben.
Überall drängten Stimmen zu mir, deren Sprache ich nicht verstand.
Angst und bange empfang ich doch ein bißchen, vor solch eigenartigen Hürden. Aber egal, wahrscheinlich würde ich mich mit noch größeren Widrigkeiten herumschlagen müssen als bloß mit dieser eigenartigen Sprache.
Als ich am höchsten Punkt der fremdartigen Burg angekommen war, suchte ich, da etwas schwindlig vor Höhenangst, eine Zinne, durch die ich hinunter auf die Stadt schauen konnte. In den engen Gassen und sternförmig sich ausbreitenden Straßen wimmelte es von unzähligen Menschen wie bei einem Ameisenhügel.
Im Grunde war ich doch auch nur einer von diesen Ameisen, nur einer, nichts besonderes.
Aber das sagte sich so einfach.
Schnell verdrängen, die Angst!
Also schau sie Dir bloß einfach an, diese Stadt, diese Ansammlung von Menschen. Zu Tausenden kommen sie hierher, um ein paar lausige Tage zu genießen, ha, und Du hast Monate, vielleicht Jahre dazu, dieses Geschenk der Menschheit auf Dein Gemüt, Deine Seele und Inspiration wirken zu lassen.
Ich tat es.
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pentz
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Beiträge: 48



BeitragVerfasst am: 28.08.2021 22:03    Titel: Neueste Version Antworten mit Zitat

Ich atmete befreit.
Von irgendwoher wehte eine Bö durch diesen Boulvard, der an einem Ende durch ein niedriges Gebäude begrenzt war und von dorther der Wind darüber hinweg in diese lange Baumstraße wehen konnte, wie er wollte.  
Hier stand ich nun und blickte an das Ende einer imposanten Straße hin, das von einem niedrigen Gebäude begrenzt und von einem Reiterdenkmal markiert war. Weder wußte ich, in welchem Baustil das Gebäude war, noch wen das davor aufgerichtete Reiterdenkmal darstellte. Ich genoß es einfach, sonstwo auf der Welt zu stehen, nur nicht zu Hause, aber doch in einer Metropole, an einem imposanten Platz, das ja, denn ich hatte es so gewollt, ohne es bewußt zu wollen.
Trotzdem war mir angst und bange.  

Der Kaffee schwappte in einer kleineren, fragileren Porzellantasse als ich sie gewohnt war - ich kannte nur klobige Humpen- ,und schmeckte anders. Das Törtchen war kleiner als gewohnt, schmeckte intensiver. Ich kostete den Kaffee, ich kostete die Torte, ich schlürfte schon das Getränk - so, wie man es nicht machen sollte, hieß es doch, zuerst das Gebäck, dann die Flüssigkeit, was besser für die Verdauung sei.
Der Regelbruch wehte den Vorwurf herbei: Tu das nicht!
Du hast alle Sicherheit über Bord geworfen, deine erste Ausbildung schon verfehlt und deine zweite gekenzelt, eine Beamtenstelle, auf die deine Mutter so hingefiebert hatte, daß du sie haben solltest, weil sie sich nichts mehr als einen Beamten in den Reihen ihrer Kinder wünschte, du aber hattest sie enttäuscht.
Egal!
Wirklich!
Nicht wußte ich, was ich wollte, was ich werden mochte, welche Rolle in der Gesellschaft ich begleiten und erfüllen sollte. Wenn ich etwas wußte, ich war nicht nur negativ, dann, da ich einmal die Welt sehen wollte, in diese hinaus, wie derjenige aus dem Märchen, der das Fürchten lernen wollte, weil er sich vor nichts fürchtete.
Gut, ich war im Grunde ein braver Mensch und Bürger, bemüht, die an ihn herangetragenen Erwartungen zu erfüllen und dies hatte ich ja in der Tat bewerkstelligt, indem ich eine Ausbildung abgeschlossen hatte. Aber das war offenbar nicht das, was mich letztendlich befriedigte und ich wollte, sonst würde ich jetzt nicht hier stehen.
Es war verrückt, es fühlte sich verrückt an: ich stand ohne Bezug, ohne Freunde und Bekannte 500 Kilometer von meinem Heimatland in einem anderen Land da und tat im Grunde das Gleiche, was ich schon zurückliegend getan hatte: Deutsch unterrichten. Nichts hatte sich grundlegend geändert, als eigentlich nur das, dass ich endlich woanders war, weg, weit weg dem Ort, den jeder einmal zugeordnet bekommt, aber an dem ich mich völlig fremd fühlte.
Das war irr!
"So geh!", sagte zu mir die Stimme. Aber ich konnte nicht - noch nicht. Gedanken schwirrten um mich und hinderten mich daran.
Auf diesem Platz, dachte ich voller Schaudern, hat sich einmal ein Student, ein junger Mensch namens Jan Palach verbrannt, weil er über die Feigheit seiner Mitmenschen Unglück empfunden hat.
Nun, ich mußte mich glücklicherweise nicht verbrennen, ich konnte mich in der Welt verlaufen, vertun, verzetteln, was immer. Ich war frei! Und das war doch schon etwas, etwas mehr als Jan Palach hatte!
Wie dumm, deswegen Unbehagen zu empfinden, Angst und Schwindel.
Am letzten Wochenende hatte mich ein Kollege und meine Freundin hier besucht, wahrscheinlich das letzte Mal. Mein Freund: "Willst Du wirklich noch einmal eine ganz fremde Sprache lernen? Dieser Stress! Denk mal nach! Wir haben doch schon zu viel gelernt in unserem Leben. Jetzt kommt für uns die Zeit, das Leben zu genießen, in materieller Hinsicht, Du weißt, wie ich das meine." Natürlich wußte ich, wie er dies meinte. Ich schwieg. Er schaute mich an, wußte, was mein Schweigen bedeutete, schüttelte den Kopf, während er genau wußte, dass sich hier damit unsere Wege trennen würden.
Und meine Freundin, die am meisten Verachtung über mich ausgegossen hat, weil ich meine berufliche Festanstellung und Sicherheit in den Wind gestoßen hatte, hat dauernd den Kopf geschüttelt, als hätte sie Parkinson, damit ausdrückend, wie kann man sich freiwillig hierherbegeben und zum Abschluß, bevor sie in den Zug gestiegen war, hat sie getönt: „Hier wird mir zu wenig Deutsch gesprochen!“
Ach, sie soll mir den Buckel herunterrutschen!
Neben mir hörte ich einen Älteren zu einem Jüngeren sagen: „Ich bin Deutscher. Man hat mich von hier vertrieben, als ich jung war. Aber ich habe nichts, nichts getan. Warum darf ich nicht dort leben, wo ich will, zum Beispiel, in meiner Heimatstadt, hier?“
Ja, er hatte so recht: warum muß man für Verfehlungen anderer büßen? Auch dieser junge Tscheche, der sich selbst das Leben genommen hat, hat für andere bezahlt. Sich verbrennen, sagt man, muß sehr, sehr schmerzhaft sein. Dies weiß man, bevor man sich dies antut. Warum hat sich dieser Mensch dies nur angetan? Woher wußte er nur, daß es so schmerzhaft ist, dieses Gefühl, in der Unfreiheit zu darben, dieser eisige Zustand, sich eingesperrt zu fühlen, nicht frei leben zu können?
Jedenfalls bot sich mir die Möglichkeit, frei zu leben. Überall auf der Welt konnte ich arbeiten. Für dieses Land hier, auf dem ich mir die Füße vertrat, hatte ich Aufenthalts-, Berufsausübungs- und sogar Arbeitspapiere. Ich konnte mir einen Ort auf dieser Welt aussuchen, wo es mir gefiel, nicht wo es anderen beliebte, mich hinzustellen.
Zögerlich setzte ich einen Fuß vor den anderen, als ich mich auf dem Weg machte.
Dann fiel mein Blick auf eine sonderbar schäpse, bizarre Burg, deren Namen diesem surrealen Erscheinungsbild vollkommen entsprach und der mir nur schwer über die Lippen kam: „Hradschin!“
Auf dem Weg dorthin überquerte ich eine sehr alte Brücke, an deren Balustraden grau-kalkige Heiligenplastiken standen. Andächtig schaute ich zu einem empor, der mir zuzuraunen schien: "Freund, Dein Weg kostet Dir nicht den Tod!", und ich mußte darüber unwillkürlich lachen.
In den engen Gäschen kam mir ein langer, dürrer, aufgeschossener Kerl entgegen, lächelte mich an, als wären wir bekannt und ging doch stumm weiter. Ha, lieber Franz Kafka, dachte ich, auch keine Schuldgefühle wegen nichts und wieder nichts brauchte ich mehr zu haben.
Überall drängten Stimmen zu mir, deren Sprache ich nicht verstand.
Angst und bange empfang ich doch ein bißchen vor solch fremden Hürden. Aber egal, wahrscheinlich müßte ich mich mit noch größeren Widrigkeiten herumschlagen als bloß mit einer fremden Sprache.
Als ich am höchsten Punkt der fremdartigen Burg angekommen war, suchte ich, da etwas schwindlig vor Höhenangst, eine Zinne, durch die ich auf die Stadt hinabschauen konnte. In den engen Gassen und sternförmig sich ausbreitenden Straßen wimmelte es von unzähligen Menschen wie bei einem Ameisenhügel. In diesem Gewirr sah ich auch mich als einer von unzähligen, hin- und herwimmelnden Tierchen und mir wurde schwindlich zumute, wenn ich wieder über mein Leben nachdenken mußte und ich mußte wieder. Aber ich wußte nur: das bist Du. Du hast es so gewollt! Hast Deine Mitlehrer enttäuscht, Deine Familie verraten, Deine Freundin vorm Kopf gestoßen, alles dazu getan, um irgendwo am Rande eines Abgrundes zu stehen.
Und davor stehst Du ja jetzt auch!
Ha, doch nur bist Du einer von diesen Tausenden von Ameisen da unten, nur einer, nichts besonderes und darüber brauchst Du kein großes Aufhebens zu machen.
Doch das sagte sich so einfach.
Schnell verdrängen, die Angst!
Also schau sie Dir bloß einfach an, diese Stadt, diese Ansammlung von Menschen. Zu Tausenden kommen sie hierher, um ein paar lausige Tage zu genießen, ha, und Du hast Monate, vielleicht Jahre dazu, dieses Geschenk der Menschheit auf Dein Gemüt, Deine Seele und Inspiration wirken zu lassen.
Ich tat es.
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pentz
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Beiträge: 48



BeitragVerfasst am: 28.08.2021 22:04    Titel: an alle Antworten mit Zitat

und noch einmal habe ich die geschichte verbessert insbesondere hinsichtlich der verquickung von inneres und äußeres, der stadt selbst

1Wie es weitergeht »

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Konrad_I
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BeitragVerfasst am: 30.08.2021 10:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

wenn die Geschichte in Prag spielen soll, könntest Du auf Streetview den Wenzelsplatz anschauen und beschreiben.

Ich persönlich würde diese Rückblenden nach und nach in die Geschichte einstreuen. Prag ist voller historisch relevanter Orte die man zB im Rahmen eines Stadtspaziergang mit dem Thema "Freiheit" in Verbindung bringen kann. (Prager Fenstersturz, Prager Frühling,  Jan Hus Denkmal - ja natürlich ist das historisch nicht ganz korrekt aber "Freiheit!!!" klingt besser als "Steuersenkung für lokale Eliten"). Eventuell könnte man eine Trennung (zB die von der Freundin falls es die Beziehungspartnerin war) miterleben? Man würde stärker mitfühlen, was der Protagonist für seine Freiheit aufgibt.

LG


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pentz
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Beiträge: 48



BeitragVerfasst am: 02.09.2021 12:50    Titel: Prag Antworten mit Zitat

natürlich spielt die Geschichte in Prag,

Prag ist für mich aber Wentzelsplatz (Jan Hus - ich glaube nicht, daß der Reiter Jan Hus sein soll, oder)

die Karlsbrücke mit seinen Statuen

natürlich über allem: Franz Kafka

und

der Hradschin

also, dies wurde eingewoben, noch mehr schien mir überladen und Fenstersturz und Hus liegt zu weit weg, ist zu abstrakt, da habe ich auch keine Baudenkmäler gesehen, als ich ein dreiviertel Jahr dort gelebt habe,
vielleicht
hätte ich noch den jüdischen Friedhof und die Synagoge einbeziehen können
oder den
Golem vor allem (hm: das könnte ich noch). aber der Golem steht mir jetzt nicht für Freiheit, er soll doch die Karlsbrücke mit Quark anstatt Zement gebaut haben, dies wäre vll ein Symbol die Fragilität der Freiheit, mal sehen...

Danke für den Hinweis

we
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