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DLurie
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 629
Wohnort: Zwischen den Stühlen
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BeitragVerfasst am: 19.07.2021 18:09    Titel: Kontraste (Arbeitstitel) eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Neue Version »

Auf dem Wag in die sächsische Schweiz, wo sie ein paar Tage wandern wollen, machen Martina, Konrad und ihr Hund Moritz Zwischenstation in Weimar. Ihr Hotel liegt direkt neben dem Landschaftspark am Flüsschen Ilm. Sie spazieren bei herrlichem Sonnenschein durch den idyllischen Park und besichtigen Goethes Gartenhaus.
Danach streifen sie staunend durch die Altstadt Weimars. Eine unglaubliche Konzentration von Berühmtheiten wirkte hier über die Jahrhunderte auf engstem Raum. Goethe und Schiller allenthalben. Herder und Wieland, Johann Sebastian Bach und Frank Liszt, Richard Wagner, der Maler Paul Klee, die Avantgarde des Bauhauses. Die Kulturhauptstadt Europas des Jahres 1999 präsentiert sich glanzvoll und stolz.
Auf der Terrasse eines Restaurants mit Blick auf das Goethehaus kosten sie den sächsischen Rotwein. Konrad verzieht das Gesicht.
»Wahrscheinlich braucht es noch ein paar Jahre Klimawandel, damit diese Rebe genug Sonne abkriegt«, sagt er.
»Darüber solltest du keine Scherze reißen«, meint Martina.
»Tschuldigung.«
Die Kellnerin ist überaus hundefreundlich. Moritz bekommt einen Napf mit Wasser, einen Teller mit (ökologischen!) Lekkerlies, die er verschmäht und eine Decke, auf der er sich ausstreckt.
»Morgen könnten wir Buchenwald besuchen«, schlägt Martina vor.
»Das Konzentrationslager? Aber wir sind doch im Urlaub«, entgegnet er.
»Wo wir halt gerade in der Gegend sind. Warst du schon mal in einem KZ?«
Er schüttelt den Kopf.
»Ich finde, das muss man sich als Deutscher angesehen haben.«
»Warum? Ich kann mir alles, was dort geschehen ist, sehr gut vorstellen.«
Sie sieht ihn zweifelnd an.
»Glaube ich nicht. Aber gut, dann fahre ich eben alleine hin. Du kannst ja derweil mit Moritz noch ein wenig die Klassik genießen. Aber pass auf, dass er keine Denkmäler anpinkelt.«
»Vielleicht komme ich doch mit«, sagt er.

Am nächsten Morgen fahren sie auf der Blutstraße, die sich einige Kilometer durch den Wald schlängelt, in Richtung des ehemaligen KZ’s Buchenwald. Ihren Namen hat die Blutstraße von Häftlingen, die diese Zufahrtstraße von Weimar zum Lager ausbauen mussten, gnadenlos angetrieben von der SS.
Der Parkplatz der Gedenkstätte ist noch recht leer. Sie stellen den Wagen in den Schatten eines Wohnmobils, damit Moritz, während der nächsten zwei Stunden, die er im Auto verbringen muss, nicht zu warm wird. Dann kaufen sie Tickets für eine der im Halbstundentakt stattfindenden Führungen. Ihr Guide, ein junger, schlanker Mann erscheint und bittet die kleine Gruppe, ihm zu folgen. Vorbei an den ehemaligen Unterkünften und dem Hundezwinger der SS gelangen sie an ein Stück Straße, das von der SS Carachoweg genannt wurde. Von hier aus wurden die Gefangen unter Einsatz von Hunden, Peitschen und Schlagstöcken in das umzäunte Kernlager gehetzt. Das KZ, so ihr Guide, diente nicht zuletzt als eine Art Ausbildungsstätte der Elitetruppe des 1000-jährigen Reichs. Hier sollte den Männern auch noch der letzte Rest Menschlichkeit ausgetrieben werden.
Weiter geht es durch das Eingangstor auf einen riesigen geschotterten Platz. Von hier aus sahen die Insassen beim tagtäglichen Appell und Durchzählen den im Tor prangenden Spruch: Jedem das Seine, begleitet von den Schreien der Häftlinge, die im nahegelegenen Gefängnistrakt gefoltert wurden.
Die letzte Station der Führung ist die KZ-eigene Leichenverbrennungsanlage, die 1940 erbaut wurde, da die Kapazitäten des Weimarer Krematoriums nicht ausreichten.
Die Gruppe zieht schweigend vorbei an einer Sezieranlage, einem gefliesten Steinblock, wo Häftlinge den Leichen die Goldzähne zogen. Die dazu notwendigen Instrumente liegen ordentlich aufgereiht in einem Glaskasten. Es folgen die Verbrennungsöfen, Spezialanfertigungen einer Firma aus Erfurt. Im Keller, so erfahren sie, befindet sich eine Hinrichtungsstätte, wo Menschen an Wandhaken erdrosselt wurden, um sie dann mittels eines Aufzugs direkt zu den Öfen zu befördern.
An allen Stationen erzählt ihr Guide sehr viel über die Ideologie und das Menschenbild hinter all diesen Gräueln. Konrad wäre es lieber, wenn er sich mehr auf konkrete Details beschränken würde. Nach eineinhalb Stunden ist die Führung beendet, der zusätzliche Besuch des Museums wird ihnen empfohlen. Doch sie müssen sich zunächst um Moritz kümmern und gehen mit dem Hund ein Stück durch den Wald.
»Und? Deine Eindrücke?«, fragt sie.
Er zögert.
»Es wirkt alles so ordentlich, so aufgeräumt. Fast unwirklich. Findest du nicht?«
Sie nickt.
»Ja, irgendwie kann man sich schwer vorstellen, dass all diese Grausamkeiten hier tatsächlich geschehen sind. Ich fühle mich ganz leer und müde.«
»Vielleicht ist es so ähnlich wie mit einer zu fetten Mahlzeit. Sie ermüdet zunächst, der Körper kann sie nur nach und nach verdauen.«
»Schräger Vergleich. Schauen wir uns später noch das Museum an?«
Er nickt.

Das Museum liefert sie dann im Überfluss: Die erschütternden Details über die Opfer und Täter, über Profiteure und Mitwisser.

Am späten Nachmittag fahren sie zurück nach Weimar und schlendern auf der Suche nach einem Restaurant für das Abendessen durch die Altstadt. Vor einem Schmuckladen, in dem der Ankauf von Zahngold angeboten wird, bleibt Konrad stehen.
»Ich habe keinen so großen Hunger. Und du?«, sagt er.
»Ich auch nicht«, erwidert sie.

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wohe
Geschlecht:männlichEselsohr

Alter: 69
Beiträge: 218
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 20.07.2021 16:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo DLurie,

Mitreißender Text.
Man sieht die Örtlichkeit vor sich und und fühlt mit den Protas.
Stilitsisch sicher, guter Aufbau, nicht zu kuz, nicht zu lang, es gibt nichts zu meckern.


MfG Wohe
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DLurie
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 629
Wohnort: Zwischen den Stühlen
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BeitragVerfasst am: 20.07.2021 21:27    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo wohe,

danke fürs Lesen und dein Lob.

Ich selbst bin nicht so zufrieden. Ich finde, der Text funktioniert noch nicht so richtig als Geschichte  Ich empfinde es mehr als eine Aufzählung von Namen, Örtlichkeiten und Tatsachen, hinter denen die Protagonisten sehr blass bleiben. Weiß aber im Moment auch nicht, wie ich das ändern könnte, ohne in Betroffenheitspathos zu verfallen.

LG
DLurie
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Globo85
Geschlecht:männlichEselsohr

Alter: 36
Beiträge: 307
Wohnort: Südwesten


BeitragVerfasst am: 21.07.2021 13:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo DLurie,

mir kommt dein Text leider auch etwas "berichtartig" daher. Meiner Ansicht nach bleiben die Protagonisten blass, weil man eben überhaupt nichts über sie erfährt, außer, dass der Mann eig keine Lust auf einen KZ-Besuch hat, dann doch mitgeht und ihm der Besuch ziemlich auf den Magen schlägt.

Deine Angst vor Betroffenheitspathos kann ich nachvollziehen und es ist ja auch ein sensibles Thema, aber wenn du eine Geschichte draus machen willst, kommst du um den Blick ins Innere der Protagonisten nicht herum.

Ein Weg wäre natürlich eine Änderung der Perspektive, hin zum personalen Erzähler. Aber ich glaube, dass die Geschichte auch auktorial funktionieren kann und das vielleicht besser zu deinem persönlichen Schreibstil passt? Außerdem ist mir nicht so ganz klar, was deine Geschichte eig erzählen will. Dass damals unvorstellbar Schlimmes in den KZs passiert ist? Oder wie sich die Erinnerung an diese Gräuel auf die Protagonisten auswirkt...

Wie also an die Sache rangehen:
ich glaube du könntest zeigen, was die von dir beschriebenen Örtlichkeiten für eine Wirkung auf die beiden Protas haben. Der auktoriale Erzähler ermöglicht dir da ja zB den vergleichenden Blick in beide Köpfe und da wäre doch ein Ansatz, dass die beiden Komplexe (Areal und Museum) ganz unterschiedlich auf die zwei Protas wirken. Vielleicht ist eine/einer schockiert von der Sterilität der Anlage, die er/sie ganz anders erwartet hatte, die/den andern berührt das gar nicht mal so sehr, hat er/sie es sich doch ganz anders (dreckiger? blutiger?) vorgestellt. Den/die triffts dann erst im Museum so richtig, bei den konkreten Opfergeschichten und Bildern, vorher war das ganze einfach zu abstrakt.

Also schon die inneren Vorgänge zeigen, den Pathos aber umgehen, indem du Fokus auf die Unterschiede in der Betroffenheit zeigst und nicht so sehr auf das Ausmaß eingehst...

Die Pointe brauchst du nicht ausarbeiten, ich denke die funktioniert, aber alles vorher kommt mir irgendwie seelenlos vor.

Nur meine subjektiven Eindrücke/Gedanken, vielleicht ist etwas für dich dabei.
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Tribalis
Geschlecht:weiblichLeseratte


Beiträge: 146



BeitragVerfasst am: 21.07.2021 13:33    Titel: Antworten mit Zitat

DLurie hat Folgendes geschrieben:
Hallo wohe,

danke fürs Lesen und dein Lob.

Ich selbst bin nicht so zufrieden. Ich finde, der Text funktioniert noch nicht so richtig als Geschichte  Ich empfinde es mehr als eine Aufzählung von Namen, Örtlichkeiten und Tatsachen, hinter denen die Protagonisten sehr blass bleiben. Weiß aber im Moment auch nicht, wie ich das ändern könnte, ohne in Betroffenheitspathos zu verfallen.

LG
DLurie


Hallo DLurie,

mir geht es genau wie dir Smile. Ich finde es aber spannend, dass du das so konkret benennen kannst. Eigentlich fällt es einem ja viel schwerer einzuschätzen, wie der eigene Text funktioniert und wirkt. Aufgrund dieses Kommentars habe ich auch noch einmal genauer gelesen.
Der Text ist im Moment eine Mischung aus Bericht und Geschichte, irgendwo dazwischen und nichts davon ganz. Das berührende Moment "Was hat der Schauplatz mit den Protas" zu tun kommt überhaupt nicht rüber und ja, ich denke, du könntest noch viel mehr eine Geschichte daraus machen. Das Potential sehe ich durchaus. Globo85 hat da schon tolle Anregungen gebracht - vielleicht probierst du wirklich mal strikt die personale Perspektive aus? Das wäre mein erster Gedanke.
Vielleicht haben Martina und Konrad ja auch persönliche/familiäre Bezüge zu der Thematik, die zu einer Innenschau anregen und die Figuren lebendiger werden lassen. Zu den Personen hat man im Moment gar keinen Bezug, die Namen liest man am Anfang und dann sind sie auch schon wieder. Da merke ich mir noch eher den Hund Smile

Liebe Grüße
Tribalis
und glaube Globo85 hat da schon sehr gute Ideen
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KikiKroll
Geschlecht:weiblichErklärbär


Beiträge: 3
Wohnort: Köln


BeitragVerfasst am: 21.07.2021 14:14    Titel: Re: Kontraste (Arbeitstitel) Antworten mit Zitat

Hallo! Der Text steigt ein mit dem Ziel sächsische Schweiz - da muss ich doch direkt rein schauen! Komme selbst aus Dresden. wink

DLurie hat Folgendes geschrieben:
Auf dem Wag in die sächsische Schweiz, wo sie ein paar Tage wandern wollen, machen Martina, Konrad und ihr Hund Moritz Zwischenstation in Weimar. Ihr Hotel liegt direkt neben dem Landschaftspark am Flüsschen Ilm. Sie spazieren bei herrlichem Sonnenschein durch den idyllischen Park und besichtigen Goethes Gartenhaus. Danach streifen sie staunend durch die Altstadt Weimars. Eine unglaubliche Konzentration von Berühmtheiten wirkte hier über die Jahrhunderte auf engstem Raum. Goethe und Schiller allenthalben. Herder und Wieland, Johann Sebastian Bach und Frank Liszt, Richard Wagner, der Maler Paul Klee, die Avantgarde des Bauhauses. Die Kulturhauptstadt Europas des Jahres 1999 präsentiert sich glanzvoll und stolz.


Es mag etwas sehr persönliches sein, aber du packst hier extrem viel in diese drei Sätze. Super viele Informationen, aber das transportiert für mich noch nicht so viel wie es könnte. Ich hatte deine eigene Einschätzung weiter unten gelesen und hier sehe ich auch, dass sehr viele Informationen abgehandelt werden. Würde ich nicht unbedingt strecken oder länger machen - aber vielleicht ein bisschen szenischer? Mit Weimar und der tollen Aussicht einsteigen und das Ziel der Reise kommt dann ggf. erst später in den Fokus?

DLurie hat Folgendes geschrieben:
Auf der Terrasse eines Restaurants mit Blick auf das Goethehaus kosten sie den sächsischen Rotwein. Konrad verzieht das Gesicht.
»Wahrscheinlich braucht es noch ein paar Jahre Klimawandel, damit diese Rebe genug Sonne abkriegt«, sagt er.
»Darüber solltest du keine Scherze reißen«, meint Martina.
»Tschuldigung.«
Die Kellnerin ist überaus hundefreundlich. Moritz bekommt einen Napf mit Wasser, einen Teller mit (ökologischen!) Lekkerlies, die er verschmäht und eine Decke, auf der er sich ausstreckt.
»Morgen könnten wir Buchenwald besuchen«, schlägt Martina vor.
»Das Konzentrationslager? Aber wir sind doch im Urlaub«, entgegnet er.
»Wo wir halt gerade in der Gegend sind. Warst du schon mal in einem KZ?«
Er schüttelt den Kopf.
»Ich finde, das muss man sich als Deutscher angesehen haben.«
»Warum? Ich kann mir alles, was dort geschehen ist, sehr gut vorstellen.«
Sie sieht ihn zweifelnd an.
»Glaube ich nicht. Aber gut, dann fahre ich eben alleine hin. Du kannst ja derweil mit Moritz noch ein wenig die Klassik genießen. Aber pass auf, dass er keine Denkmäler anpinkelt.«
»Vielleicht komme ich doch mit«, sagt er.


Der Dialog wirkt für meine Ohren ein bisschen gestelzt. Formulierungen wie "was geschehen ist" und "die Klassik genießen" assoziiere ich nicht mit dem normalen Sprachgebrauch. Kommt vielleicht auch auf die Umgangsarten im eigenen Umfeld an - wirkt für mich aber noch ein wenig künstlich. Der unterschwellige Witz mit dem Hund finde ich gut am Ende, auch wie "undercover" er ist... Aber vielleicht kann Konrad ja noch einen schiefen Seitenblick auf Moritz werfen. Es wäre auch denkbar, dass der Hund vielleicht schon vorher etwas im Restaurant anpinkelt, um klar zu machen, dass das Aufpassen da für Konrad eine echte Aufgabe mit viel Einsatz wäre.

DLurie hat Folgendes geschrieben:
Am nächsten Morgen fahren sie auf der Blutstraße, die sich einige Kilometer durch den Wald schlängelt, in Richtung des ehemaligen KZ’s Buchenwald. Ihren Namen hat die Blutstraße von Häftlingen, die diese Zufahrtstraße von Weimar zum Lager ausbauen mussten, gnadenlos angetrieben von der SS.

Die Info könnte ggf. in einen kurzen Dialog genommen werden - dadurch wirkt es nicht so Erklärbärerisch.

DLurie hat Folgendes geschrieben:
Der Parkplatz der Gedenkstätte ist noch recht leer. Sie stellen den Wagen in den Schatten eines Wohnmobils, damit Moritz, während der nächsten zwei Stunden, die er im Auto verbringen muss, nicht zu warm wird. Dann kaufen sie Tickets für eine der im Halbstundentakt stattfindenden Führungen. Ihr Guide, ein junger, schlanker Mann erscheint und bittet die kleine Gruppe, ihm zu folgen. Vorbei an den ehemaligen Unterkünften und dem Hundezwinger der SS gelangen sie an ein Stück Straße, das von der SS Carachoweg genannt wurde. Von hier aus wurden die Gefangen unter Einsatz von Hunden, Peitschen und Schlagstöcken in das umzäunte Kernlager gehetzt. Das KZ, so ihr Guide, diente nicht zuletzt als eine Art Ausbildungsstätte der Elitetruppe des 1000-jährigen Reichs. Hier sollte den Männern auch noch der letzte Rest Menschlichkeit ausgetrieben werden.
Weiter geht es durch das Eingangstor auf einen riesigen geschotterten Platz. Von hier aus sahen die Insassen beim tagtäglichen Appell und Durchzählen den im Tor prangenden Spruch: Jedem das Seine, begleitet von den Schreien der Häftlinge, die im nahegelegenen Gefängnistrakt gefoltert wurden.
Die letzte Station der Führung ist die KZ-eigene Leichenverbrennungsanlage, die 1940 erbaut wurde, da die Kapazitäten des Weimarer Krematoriums nicht ausreichten.
Die Gruppe zieht schweigend vorbei an einer Sezieranlage, einem gefliesten Steinblock, wo Häftlinge den Leichen die Goldzähne zogen. Die dazu notwendigen Instrumente liegen ordentlich aufgereiht in einem Glaskasten. Es folgen die Verbrennungsöfen, Spezialanfertigungen einer Firma aus Erfurt. Im Keller, so erfahren sie, befindet sich eine Hinrichtungsstätte, wo Menschen an Wandhaken erdrosselt wurden, um sie dann mittels eines Aufzugs direkt zu den Öfen zu befördern.


Ist alles schön geschrieben - aber eher Info als bildlich. Ich als Leser kann mir noch nicht wirklich vorstellen, wie es sich anfühlt dort zu sein. Wie es aussieht, warum ein geschotterter Hof gerade so eine Tristess in sich trägt und ob die Protagonisten vielleicht von einer gewissen Schwere befallen sind, ihnen Schauer über den Rücken laufen beim Anblick der Geräte usw..

DLurie hat Folgendes geschrieben:
An allen Stationen erzählt ihr Guide sehr viel über die Ideologie und das Menschenbild hinter all diesen Gräueln. Konrad wäre es lieber, wenn er sich mehr auf konkrete Details beschränken würde. Nach eineinhalb Stunden ist die Führung beendet, der zusätzliche Besuch des Museums wird ihnen empfohlen. Doch sie müssen sich zunächst um Moritz kümmern und gehen mit dem Hund ein Stück durch den Wald.
»Und? Deine Eindrücke?«, fragt sie.
Er zögert.
»Es wirkt alles so ordentlich, so aufgeräumt. Fast unwirklich. Findest du nicht?«
Sie nickt.
»Ja, irgendwie kann man sich schwer vorstellen, dass all diese Grausamkeiten hier tatsächlich geschehen sind. Ich fühle mich ganz leer und müde.«
»Vielleicht ist es so ähnlich wie mit einer zu fetten Mahlzeit. Sie ermüdet zunächst, der Körper kann sie nur nach und nach verdauen.«
»Schräger Vergleich. Schauen wir uns später noch das Museum an?«
Er nickt.

Das Museum liefert sie dann im Überfluss: Die erschütternden Details über die Opfer und Täter, über Profiteure und Mitwisser.

Am späten Nachmittag fahren sie zurück nach Weimar und schlendern auf der Suche nach einem Restaurant für das Abendessen durch die Altstadt. Vor einem Schmuckladen, in dem der Ankauf von Zahngold angeboten wird, bleibt Konrad stehen.
»Ich habe keinen so großen Hunger. Und du?«, sagt er.
»Ich auch nicht«, erwidert sie.



Das Thema ist schwer und es in eine so kurze Geschichte zu packen genauso. Ist dir trotzdem aus meiner Sicht sehr gut gelungen.
Doch - mir persönlich fehlt noch das Gefühl. Man muss sich beim Lesen ja etwas vorstellen und das kann ich hier noch nicht zu 100%. Dafür sind in allen Sätzen zu viele Details und Infos, die es teilweise auch gar nicht braucht. Bspw. die Weiterfahrt in die sächsische Schweiz. Dort kommen sie nie an und es hat keinen Einfluss auf die Geschichte - könnte man weglassen. Auch die konkreten Straßennamen im KZ sind informativ, aber nicht alle wirklich hilfreich beim bildlichen vorstellen. Das mit dem sehr ordentlichen und aufgeräumten Eindruck im KZ könnte man auch weiter oben leicht mit einfließen lassen. Unwahrscheinlich, wie unberührt der Schotterhof aussieht, obwohl Schotter normalerweise nicht so akkurat lieg. Fast unvorstellbar, wie makellos die Fliesen sind... Das sind alles nur Gedanken von mir. Ich denke auch, dass sich unsere beiden Schreibstile sehr krass voneinander unterscheiden, aber ich dachte, ich lasse dir mal ein paar meiner Gedanken da.
Nimm dir davon was du brauchst und ignoriere das, was nicht passt. smile

Liebe Grüße,
Kiki


_________________
We are all stories in the end. Just make it a good one.
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Tribalis
Geschlecht:weiblichLeseratte


Beiträge: 146



BeitragVerfasst am: 21.07.2021 21:13    Titel: Antworten mit Zitat

((Entschuldigung für meinen unordentlichen Beitrag, den ich jetzt leider nachträglich nicht mehr hübsch machen kann. Ich verhaspel mich hier immer mit dem Zitieren, Formatieren, Markieren und dings.))
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DLurie
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 629
Wohnort: Zwischen den Stühlen
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BeitragVerfasst am: 21.07.2021 21:24    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Globo85, hallo Tribalis, hallo KikiKroll,
vielen Dank für eure, durchweg wertvollen Hinweise, die meinen eigenen, recht vagen Eindruck von den Unzulänglichkeiten dieser Geschichte (als Geschichte) konkretisieren.
Globo85 sagt, dass ihm nicht klar ist, was ich eigentlich erzählen will. Darauf kann ich ehrlicherweise nur antworten: mir auch nicht recht. Auf jeden Fall soll die für mich unbegreifliche Nähe von Hochkultur und absoluter Barbarei   zum Ausdruck kommen. Und dann ist die Geschichte auch der (wohl erst mal misslungene) Versuch, autobiographisches Rohmaterial durch Fiktionalisierung im Nachhinein zu verarbeiten. Wie immer das zentrale Problem bei diesem Ansatz: Man hält alles, was man selbst erlebt hat, für interessant. In der Folge eine neue Version, die viele Punkte von euren Vorschlägen umzusetzen versucht.
LG
Dlurie




»Wir könnten in Weimar Zwischenstation machen«, schlägt Konrad vor.
»Und was machen wir da?«, fragt seine Frau Martina.
»Na, wir wandeln ein wenig in Goethes und Schillers Fußstapfen. Tun was für unsere Bildung. Atmen Klassik. Das Wahre, das Schöne, das Gute.«
»Kommt da etwa der ehemalige Germanist in dir hoch?«
Sie gähnt ausgiebig, eine Reaktion, mit der er durchaus gerechnet hatte. Dann zeigt sie auf ihren Hund Moritz, der auf dem Sofa liegt und aufmerksam ihrem Gespräch lauscht.
»Und was machen wir mit der Fellnase, während du stundenlang durch irgendwelche Museen stapfst?«
Er ist vorbereitet auf diesen Einwand.
»Da gibt es einen wunderschönen, großen Park mit Flüsschen. Ganz zentral. Wird Moritz bestimmt gefallen. Und wenn es uns zu langweilig wird, fahren wir halt weiter.«

Bei herrlichem Sonnenschein flanieren sie durch den Park an der Ilm und besuchen Goethes Gartenhaus. Danach streifen sie durch die Altstadt Weimars. Er staunt über die unglaubliche Konzentration von Berühmtheiten, die hier über die Jahrhunderte lebte, ist fasziniert von der prachtvollen Architektur. Auf der Terrasse eines Restaurants kosten sie einen sächsischen Rotwein. Er verzieht das Gesicht.
»Wahrscheinlich braucht es noch ein paar Jahre Klimawandel, damit diese Rebe genug Sonne abkriegt«, sagt er.
»Darüber solltest du keine Scherze reißen«, meint sie.
»Tschuldigung.«
Die Kellnerin ist überaus hundefreundlich. Moritz bekommt einen Napf mit Wasser, einen Teller mit (ökologischen!) Lekkerlies, die er verschmäht und eine Decke, auf der er sich ausstreckt.
»Morgen könnten wir Buchenwald besuchen«, schlägt Martina unvermittelt vor.
»Das Konzentrationslager? Aber wir…, wir sind doch im Urlaub.«
»Wo wir gerade in der Gegend sind. Warst du schon mal in einem KZ?«
Er verneint.
»Ich finde, als Deutscher sollte man sich das angesehen haben.«
Er winkt ab.
»Warum? Ich verstehe, wenn Schulklassen sich das anschauen. Aus pädagogischen Gründen eben. Aber in unserem Alter? Ich kann ich mir alles, was da passiert ist, sehr gut selbst vorstellen.«
Sie sieht ihn an, mit diesem zweifelnden Blick, der ihn jedes Mal ärgert.
»Gut, dann fahre ich alleine. Du kannst ja derweil mit Moritz noch ein wenig auf den Spuren der großen Dichter und Denker wandeln. Aber pass auf, dass der Hund keine Denkmäler anpinkelt.«
»Vielleicht komme ich doch mit«, sagt er, verwundert über seinen plötzlichen Sinneswandel.

»Jetzt rechts abbiegen, auf die Blutstraße. Auf der bleiben wir dann bis zum KZ«, sagt Martina nach einem Blick auf die Navigation ihres Handys.
»Die heißt tatsächlich so? Ich meine: Blutstraße?«, fragt er.
Sie betätigt flink die Tasten ihres Handys.
»Ja. Der Name stammt von Häftlingen, die hier eine ehemalige Waldchaussee von Weimar zum Lager ausbauen mussten, gnadenlos angetrieben von der SS. Steht hier, auf der Internetseite der Gedenkstätte.«

Er parkt den Wagen im Schatten eines Wohnmobils, damit Moritz während der nächsten zwei Stunden, die er im Auto verbringen muss, nicht zu warm wird. Dann kaufen sie Tickets für eine der im Halbstundentakt stattfindenden Führungen. Ihr Guide, ein junger, schlanker Mann mit randloser Brille erscheint und bittet die kleine Gruppe, ihm zu folgen.
Vorbei an den ehemaligen Unterkünften und dem Hundezwinger der SS gelangen sie an ein Stück Straße, das von der SS Carachoweg genannt wurde. Von hier aus, so ihr Guide, wurden die Gefangen unter Einsatz von Hunden, Peitschen und Schlagstöcken in das umzäunte Kernlager gehetzt. Konrad versucht, sich die Szenerie konkret vorzustellen: Das Spalier aus den prügelnden Schergen in den schwarzen Uniformen und dazwischen der Strom der Gedemütigten. Doch es gelingt ihm nicht.

Durch das Eingangstor gehen sie weiter auf einen riesigen geschotterten Platz. Von hier, so der junge Mann, sahen die Insassen beim tagtäglichen Appell und Durchzählen den im Tor prangenden Spruch: Jedem das Seine, begleitet von den Schreien der Häftlinge, die im nahegelegenen Gefängnistrakt gefoltert wurden. Auch hier wieder irritiert Konrad sein Unvermögen, passende Bilder in seinem Kopf heraufzubeschwören. An Phantasie mangelt es dir doch sonst nicht, denkt er und starrt in Richtung der ehemaligen Häftlingsbaracken, die in den fünfziger Jahren abgerissen wurden und von denen nur noch die Umrisse am Boden sichtbar sind.

Vom Appellplatz marschiert die Gruppe weiter und versammelt sich vor einem Gebäude mit hohem Schornstein.
»Wir sind hier an der letzten Station unserer Führung«, erklärt der Guide. »Die KZ-eigene Leichenverbrennungsanlage. Erbaut 1940, da die Kapazitäten des Weimarer Krematoriums nicht mehr ausreichten. Die Verbrennungsöfen sind Spezialanfertigungen einer Firma aus Erfurt, die später auch Auschwitz belieferte. Im Keller des Gebäudes befindet sich eine Hinrichtungsanlage, wo Menschen an Wandhaken erdrosselt wurden.«
Der Guide sieht in die Runde. In der Gruppe befindet sich ein Paar mit einem Jungen, der mit gesenktem Blick neben seinem Vater steht und dessen Hand hält. Konrad schätzt ihn auf etwa elf, zwölf Jahre.
»Wenn wir jetzt hineingehen«, sagt der Guide, »möchte ich sie bitten, Abstand zu halten und zu schweigen. Und…« Er blickt in Richtung des Paars mit dem Jungen und wendet sich direkt an den Vater. »Es ist ein verstörender Ort. Ich weiß nicht…«
Der Vater nickt, entfernt sich mit seinem Sohn einige Schritte von der Gruppe und redet auf ihn ein. Konrad kann nicht verstehen, was der Mann sagt, er sieht nur, wie der Junge stumm zuhört. Die Beiden kommen zurück und reihen sich wieder ein.
Der Guide öffnet die Tür zum Gebäude, die Gruppe zieht schweigend vorbei an einer Sezieranlage, einem gefliesten Steinblock, wo Häftlinge den Leichen die Goldzähne ziehen mussten. Konrads Blick bleibt lange hängen an den für diese Eingriffe notwendigen Instrumenten, die ordentlich aufgereiht in einem Glaskasten hinter dem Seziertisch liegen. Er muss an seinen Zahnarzt denken, was ihm völlig absurd erscheint. Im nächsten Raum: die Verbrennungsöfen, vier an der Zahl und ein Lastenaufzug mit dem die Ermordeten aus dem Keller direkt zum Einäschern befördert wurden.

Dann ist die Führung beendet, recht abrupt, wie Konrad findet, und der zusätzliche Besuch des Museums wird ihnen empfohlen. Doch sie müssen sich um Moritz kümmern, befreien den Hund aus dem Auto und gehen ein Stück durch den angrenzenden Wald.
»Und? Deine Eindrücke?«, fragt Martina.
Er zögert.
»Es… es wirkt alles so ordentlich, so aufgeräumt. Dieser riesige, leere Platz. Irgendwie unwirklich. Findest du nicht?«
Sie nickt.
»Ja, ich konnte mir nur schwer vorstellen, dass all diese Grausamkeiten hier tatsächlich geschehen sind. Ich fühle mich leer und erschöpft.«
»Mir geht es genauso, und ich bin froh, dass du das sagst. Ich hielt mich schon für völlig empathielos. Vielleicht ist es wie mit einer zu fetten Mahlzeit. Der Körper kann sie nur nach und nach verdauen.«
»Hättest du unseren Sohn in dem Alter mit da rein genommen?«, fragt Martina.
»Nein. Sicher nicht.«
»Ich auch nicht. Wenigstens hat er dem Kleinen an dem Foto mit den Leichenbergen die Hand vor die Augen gehalten.«
Konrad nickt zustimmend.
»Ich fand, unser Führer…ich meine unser Guide, hat viel über die Ideologie und das Menschenbild hinter all diesen Gräueln erzählt. Mir war das eine Spur zu didaktisch. Wäre mir lieber gewesen, wenn er sich mehr auf konkrete Details beschränkt hätte.«
»Ach! Ich dachte, die könntest du dir sehr gut selbst vorstellen.«
»Eher nicht«, gesteht Konrad kleinlaut.
»Dann lass uns doch später noch das Museum besuchen.«
Er nickt.
»Wenn wir schon mal hier sind.«

Das Museum, das sie im Anschluss an den Spaziergang mit Moritz besuchen, liefert dann Details im Überfluss. Details über die Opfer, die Täter, die Profiteure und Mitwisser. Dokumente und Fotos, Blechnäpfe und selbstgenähte Kinderschuhe.

Am späten Nachmittag fahren sie zurück nach Weimar und schlendern auf der Suche nach einem Restaurant für das Abendessen durch die Altstadt. Am Haus der Weimarer Republik machen sie kurz halt.
»Unser erster Versuch in Demokratie«, sagt Konrad. »Ging ganz schön in die Hose«.
»Ich glaube, das kann alles wieder passieren«, erwidert Martina. Er streicht ihr mit der Hand über das Haar.
»Ich hoffe, wir haben inzwischen mehr begriffen.«
Vor einem Schmuckladen, in dem der Ankauf von Zahngold angeboten wird, bleibt seine Frau stehen.
»Ich habe gar keinen richtigen Appetit«, sagt sie.
»Ich auch nicht«, erwidert er.
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FaithinClouds
Geschlecht:weiblichSchmierfink


Beiträge: 97
Wohnort: Südlich vom Norden


BeitragVerfasst am: 24.07.2021 15:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo DLurie,

du hast eine hübsche, kleine Geschichte geschrieben. Den Park in Weimar kenne ich aus der Arte Doku, wo sie so Kameras um Katzen geschnürt haben, um deren Mittagsrouten zu verfolgen 😆

DLurie hat Folgendes geschrieben:

»Wir könnten in Weimar Zwischenstation machen«, schlägt Konrad vor.
»Und was machen wir da?«, fragt seine Frau Martina.
»Na, wir wandeln ein wenig in Goethes und Schillers Fußstapfen. Tun was für unsere Bildung. Atmen Klassik. Das Wahre, das Schöne, das Gute.«
»Kommt da etwa der ehemalige Germanist in dir hoch?«
Sie gähnt ausgiebig, eine Reaktion, mit der er durchaus gerechnet hatte. Dann zeigt sie auf ihren Hund Moritz, der auf dem Sofa liegt und aufmerksam ihrem Gespräch lauscht.
»Und was machen wir mit der Fellnase, während du stundenlang durch irgendwelche Museen stapfst?«
Er ist vorbereitet auf diesen Einwand.
»Da gibt es einen wunderschönen, großen Park mit Flüsschen. Ganz zentral. Wird Moritz bestimmt gefallen. Und wenn es uns zu langweilig wird, fahren wir halt weiter.«

Bei herrlichem Sonnenschein flanieren sie durch den Park an der Ilm und besuchen Goethes Gartenhaus. Danach streifen sie durch die Altstadt Weimars. Er staunt über die unglaubliche Konzentration von Berühmtheiten, die hier über die Jahrhunderte lebte, ist fasziniert von der prachtvollen Architektur. Auf der Terrasse eines Restaurants kosten sie einen sächsischen Rotwein. Er verzieht das Gesicht.
»Wahrscheinlich braucht es noch ein paar Jahre Klimawandel, damit diese Rebe genug Sonne abkriegt«, sagt er.
»Darüber solltest du keine Scherze reißen«, meint sie.
»Tschuldigung.«
Die Kellnerin ist überaus hundefreundlich. Moritz bekommt einen Napf mit Wasser, einen Teller mit (ökologischen!) Lekkerlies, die er verschmäht und eine Decke, auf der er sich ausstreckt.
»Morgen könnten wir Buchenwald besuchen«, schlägt Martina unvermittelt vor.
»Das Konzentrationslager? Aber wir…, wir sind doch im Urlaub.«
»Wo wir gerade in der Gegend sind. Warst du schon mal in einem KZ?«
Er verneint.
»Ich finde, als Deutscher sollte man sich das angesehen haben.«
Er winkt ab.
»Warum? Ich verstehe, wenn Schulklassen sich das anschauen. Aus pädagogischen Gründen eben. Aber in unserem Alter? Ich kann ich mir alles, was da passiert ist, sehr gut selbst vorstellen.«
Sie sieht ihn an, mit diesem zweifelnden Blick, der ihn jedes Mal ärgert.
»Gut, dann fahre ich alleine. Du kannst ja derweil mit Moritz noch ein wenig auf den Spuren der großen Dichter und Denker wandeln. Aber pass auf, dass der Hund keine Denkmäler anpinkelt.«
»Vielleicht komme ich doch mit«, sagt er, verwundert über seinen plötzlichen Sinneswandel.

»Jetzt rechts abbiegen, auf die Blutstraße. Auf der bleiben wir dann bis zum KZ«, sagt Martina nach einem Blick auf die Navigation ihres Handys.
»Die heißt tatsächlich so? Ich meine: Blutstraße?«, fragt er.
Sie betätigt flink die Tasten ihres Handys.
»Ja. Der Name stammt von Häftlingen, die hier eine ehemalige Waldchaussee von Weimar zum Lager ausbauen mussten, gnadenlos angetrieben von der SS. Steht hier, auf der Internetseite der Gedenkstätte.«

Er parkt den Wagen im Schatten eines Wohnmobils, damit Moritz während der nächsten zwei Stunden, die er im Auto verbringen muss, nicht zu warm wird. Dann kaufen sie Tickets für eine der im Halbstundentakt stattfindenden Führungen. Ihr Guide, ein junger, schlanker Mann mit randloser Brille erscheint und bittet die kleine Gruppe, ihm zu folgen.
Vorbei an den ehemaligen Unterkünften und dem Hundezwinger der SS gelangen sie an ein Stück Straße, das von der SS Carachoweg genannt wurde. Von hier aus, so ihr Guide, wurden die Gefangen unter Einsatz von Hunden, Peitschen und Schlagstöcken in das umzäunte Kernlager gehetzt. Konrad versucht, sich die Szenerie konkret vorzustellen: Das Spalier aus den prügelnden Schergen in den schwarzen Uniformen und dazwischen der Strom der Gedemütigten. Doch es gelingt ihm nicht.

Durch das Eingangstor gehen sie weiter auf einen riesigen geschotterten Platz. Von hier, so der junge Mann, sahen die Insassen beim tagtäglichen Appell und Durchzählen den im Tor prangenden Spruch: Jedem das Seine, begleitet von den Schreien der Häftlinge, die im nahegelegenen Gefängnistrakt gefoltert wurden. Auch hier wieder irritiert Konrad sein Unvermögen, passende Bilder in seinem Kopf heraufzubeschwören. (den Satz fand ich ein bisschen kompliziert. Vielleicht: auch hier fällt es ihm schwer ... Das  "irritiert" ergibt sich ja dann aus dem nächsten Satz) An Phantasie mangelt es dir doch sonst nicht, denkt er und starrt in Richtung der ehemaligen Häftlingsbaracken, die in den fünfziger Jahren abgerissen wurden und von denen nur noch die Umrisse am Boden sichtbar sind.

Vom Appellplatz marschiert die Gruppe weiter und versammelt sich vor einem Gebäude mit hohem Schornstein.
»Wir sind hier an der letzten Station unserer Führung«, erklärt der Guide. »Die KZ-eigene Leichenverbrennungsanlage. Erbaut 1940, da die Kapazitäten des Weimarer Krematoriums nicht mehr ausreichten. Die Verbrennungsöfen sind Spezialanfertigungen einer Firma aus Erfurt, die später auch Auschwitz belieferte. Im Keller des Gebäudes befindet sich eine Hinrichtungsanlage, wo Menschen an Wandhaken erdrosselt wurden.«
Der Guide sieht in die Runde. In der Gruppe befindet sich ein Paar mit einem Jungen, der mit gesenktem Blick neben seinem Vater steht und dessen Hand hält. Konrad schätzt ihn auf etwa elf, zwölf Jahre.
»Wenn wir jetzt hineingehen«, sagt der Guide, »möchte ich sie bitten, Abstand zu halten und zu schweigen. Und…« Er blickt in Richtung des Paars mit dem Jungen und wendet sich direkt an den Vater. »Es ist ein verstörender Ort. Ich weiß nicht…«
Der Vater nickt, entfernt sich mit seinem Sohn einige Schritte von der Gruppe und redet auf ihn ein. Konrad kann nicht verstehen, was der Mann sagt, er sieht nur, wie der Junge stumm zuhört. Die Beiden kommen zurück und reihen sich wieder ein.
Der Guide öffnet die Tür zum Gebäude, die Gruppe zieht schweigend vorbei an einer Sezieranlage, einem gefliesten Steinblock, wo Häftlinge den Leichen die Goldzähne ziehen mussten. Konrads Blick bleibt lange hängen an den für diese Eingriffe notwendigen Instrumenten, die ordentlich aufgereiht in einem Glaskasten hinter dem Seziertisch liegen. Er muss an seinen Zahnarzt denken, was ihm völlig absurd erscheint. Im nächsten Raum: die Verbrennungsöfen, vier an der Zahl und ein Lastenaufzug mit dem die Ermordeten aus dem Keller direkt zum Einäschern befördert wurden.

Dann ist die Führung beendet, recht abrupt, wie Konrad findet, und der zusätzliche Besuch des Museums wird ihnen empfohlen (vielleicht den Satz ins Aktiv setzen). Doch sie müssen sich um Moritz kümmern, befreien den Hund aus dem Auto und gehen ein Stück durch den angrenzenden Wald.
»Und? Deine Eindrücke?«, fragt Martina.
Er zögert.
»Es… es wirkt alles so ordentlich, so aufgeräumt. Dieser riesige, leere Platz. Irgendwie unwirklich. Findest du nicht?«
Sie nickt.
»Ja, ich konnte mir nur schwer vorstellen, dass all diese Grausamkeiten hier tatsächlich geschehen sind. Ich fühle mich leer und erschöpft.«
»Mir geht es genauso, und ich bin froh, dass du das sagst. Ich hielt mich schon für völlig empathielos. Vielleicht ist es wie mit einer zu fetten Mahlzeit. Der Körper kann sie nur nach und nach verdauen.«
»Hättest du unseren Sohn in dem Alter mit da rein genommen?«, fragt Martina.
»Nein. Sicher nicht.«
»Ich auch nicht. Wenigstens hat er dem Kleinen an dem Foto mit den Leichenbergen die Hand vor die Augen gehalten.«
Konrad nickt zustimmend.
»Ich fand, unser Führer…ich meine unser Guide, hat viel über die Ideologie und das Menschenbild hinter all diesen Gräueln erzählt. Mir war das eine Spur zu didaktisch. Wäre mir lieber gewesen, wenn er sich mehr auf konkrete Details beschränkt hätte.«
»Ach! Ich dachte, die könntest du dir sehr gut selbst vorstellen.«
»Eher nicht«, gesteht Konrad kleinlaut.
»Dann lass uns doch später noch das Museum besuchen.«
Er nickt.
»Wenn wir schon mal hier sind.«

Das Museum, das sie im Anschluss an den Spaziergang mit Moritz besuchen, liefert dann Details im Überfluss. Details über die Opfer, die Täter, die Profiteure und Mitwisser. Dokumente und Fotos, Blechnäpfe und selbstgenähte Kinderschuhe.

Am späten Nachmittag fahren sie zurück nach Weimar und schlendern auf der Suche nach einem Restaurant für das Abendessen durch die Altstadt. Am Haus der Weimarer Republik machen sie kurz halt.
»Unser erster Versuch in Demokratie«, sagt Konrad. »Ging ganz schön in die Hose«.
»Ich glaube, das kann alles wieder passieren«, erwidert Martina. Er streicht ihr mit der Hand über das Haar.
»Ich hoffe, wir haben inzwischen mehr begriffen.«
Vor einem Schmuckladen, in dem der Ankauf von Zahngold angeboten wird, bleibt seine Frau stehen.
»Ich habe gar keinen richtigen Appetit«, sagt sie.
»Ich auch nicht«, erwidert er.


Ich hatte nicht viel zu kritisieren. Du hast den Text ja schon zur Genüge üebrarbeitet. Ich fand deine Herangehensweise gut (also, dass du die Geschichte aus der Sicht eines Urlaubers geschrieben hast 😃).

Danke fürs Reinstellen!
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 24.07.2021 17:49    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo FaithinClouds,

danke fürs Lesen und den Kommentar. Die beiden Stellen, die du konkret angemerkt hast, werde ich anpassen.      

Zum deinem Gesamteindruck:

FaithinClouds hat Folgendes geschrieben:


du hast eine hübsche, kleine Geschichte geschrieben.


 
Und das ist genau mein Problem. Eigentlich sollte es bei diesem Thema, irgendwie mehr werden als eine hübsche, kleine Geschichte.
So empfinde ich den Prota immer noch als viel zu blass und und habe andererseits wirklich Probleme, erzählerisch näher an ihn ran zu kommen. Was umso verwunderlicher ist, da der Stoff zu großen Teilen auf Selbsterlebtem beruht.  Ich denke, ich lasse die Story zunächst einmal ein wenig liegen. Embarassed

LG
DLurie
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FaithinClouds
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BeitragVerfasst am: 25.07.2021 22:21    Titel: Antworten mit Zitat

@DLurie

Ich habe gelesen, dass du der Geschichte mehr Gewicht geben möchtest.

Mir ist Folgendes eingefallen:
Nach der Befreiung vom KZ Buchenwald wurden die Einwohner Weimars von amerikanischen Soldaten durchs Lager geführt, um ihnen die Gräuel zu zeigen.

Hier ist ein Link zu einem Spiegelartikel.
https://www.spiegel.de/geschichte/kz-buchenwald-zwangsbesichtigung-am-16-april-1945-a-1193659.html
Vielleicht willst du das ja irgendwie mit reinnehmen.
Der Satz bezüglich dem: "Sowas kann immer wieder passieren." hat mich drauf gebracht. Das waren ja allesamt bürgerliche Leute, die einfach weggeschaut haben und natürlich fragt man sich, ob man selbst an ihrer Stelle anders gehandelt hätte.
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 26.07.2021 09:38    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

FaithinClouds hat Folgendes geschrieben:

Das waren ja allesamt bürgerliche Leute, die einfach weggeschaut haben und natürlich fragt man sich, ob man selbst an ihrer Stelle anders gehandelt hätte.


Hallo FaithinClouds,

danke für den Kommentar und den Link. Einige Fotos über diese Zwangsbesichtigung hatte ich bereits im Buchenwaldmuseum gesehen.
Ich könnte die Frage, ob ich damals als Weimarer Bürger anders gehandelt hätte, für mich gar nicht beantworten. Was heißt anders konkret? Doch wohl irgendeine Art von Widerstand gegen dieses teuflische Regime, und das war bekanntlich sehr schnell lebensgefährlich. Ich bin heilfroh, in einem Staat aufgewachsen zu sein, in dem ich kein Held mehr sein musste, um Mensch bleiben zu können.

Ein für mich auch noch interessanter Aspekt: In meinem Bekanntenkreis sind zumindest zwei Personen, die sich weigern, ein KZ zu betreten. Nicht aus irgendwelchen Schuldgefühlen heraus, weil es vielleicht familiäre Verstrickungen gegeben hätte, sondern mit dem Argument, dass ihre Seele Schaden nehmen könnte, wenn sie derartige Orte aufsuchen.
Das ist vielleicht ein Ansatz, den ich einarbeiten könnte.

LG
Dlurie
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Globo85
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BeitragVerfasst am: 26.07.2021 09:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo DLurie,

ich hab deine Überarbeitung gelesen und finde man ist schon viel näher dran (also es geht in die richtige Richtung), aber die klare Botschaft oder der entscheidende Konflikt, der fehlt mir noch so ein bisschen.

Irgendwie dieses "etwas", das aus dem Text eben mehr macht, als eine "nette kleine Geschichte".

Dann hab ich deinen letzten Kommentar gelesen und stimme dir hier zu:
Zitat:
Das ist vielleicht ein Ansatz, den ich einarbeiten könnte.


Muss aber auch sagen, dass ich einen anderen Satz viel stärker fand. Nämlich den hier:
Zitat:
Ich bin heilfroh, in einem Staat aufgewachsen zu sein, in dem ich kein Held mehr sein musste, um Mensch bleiben zu können.


Das ist für mich ein super Konflikt, der sich (glaube ich) in der Geschichte gut machen würde. Denn in der Retrospektive ist es leicht zu sagen, dass das nicht hätte passieren dürfen und man nicht so hätte wegschauen dürfen, aber es ist sehr schwer vorstellbar (meiner Meinung nach), wie man selbst damals konkret reagiert hätte.

Also der Wunsch/die Annahme, dass man damals selbstverständlich Widerstand geleistet hätte vs. die (wohl leider) realistischere Ansicht, dass das eben nicht so eindeutig und klar ist (unter Hinweis auf das enorme Risiko, das damit verbunden war)... Das könnte ich mir sehr gut vorstellen in deiner Geschichte und ich glaube, dass du damit auch das Lesy sehr gut abholen kannst, denn sind das nicht Fragen, die wir uns alle schon mal in der ein oder anderen Form gestellt haben?
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 27.07.2021 11:54    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Globo85,

danke für deinen Kommentar!
  
Ich habe die Geschichte nochmal ziemlich verändert und auch den Aspekt 'Was hätten wir wohl damals getan' eingearbeitet. Ich erzähle jetzt eher auktorial, weil mir das hier tatsächlich besser liegt. Auch liefere ich wieder mehr Informationen - ich finde, das muss hier einfach sein - Infodump hin oder her.
Konrad geht gar nicht mehr mit ins KZ, Martina geht alleine.
Siehe die neue Version im Folgepost.  

LG
Dlurie
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BeitragVerfasst am: 27.07.2021 12:06    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

»Wir könnten in Weimar Zwischenstation machen«, schlägt Konrad vor.
»Und was machen wir da?«, fragt seine Frau Martina.
»Na, wir wandeln ein wenig in Goethes und Schillers Fußstapfen. Tun was für unsere Bildung. Atmen Klassik und Humanismus.«
Sie gähnt ausgiebig.
»Jetzt kommt wohl der ehemalige Germanist in dir hoch?«
Sie zeigt auf Moritz, ihren Hund, der auf dem Sofa liegt und aufmerksam ihrem Gespräch lauscht.
»Und was machen wir mit der Fellnase, während wir stundenlang durch Museen stapfen und uns Klassik und Humanismus geben?«
»Da gibt es einen wunderschönen, großen Park mit Flüsschen. Ganz zentral. Wird Moritz bestimmt gefallen.«

Bei herrlichem Sonnenschein flanieren sie durch den Park an der Ilm und besuchen Goethes Gartenhaus. Danach streifen sie durch die Altstadt Weimars. Er staunt wortreich über die unglaubliche Konzentration von Berühmtheiten, die hier lebte und wirkte. Goethe und Schiller, Herder und Wieland, große Komponisten wie Bach, Liszt und Wagner, der Maler Paul Klee, die Avantgarde des Bauhauses. Die Kulturhauptstadt Europas des Jahres 1999 präsentiert sich glanzvoll und stolz.
Vor dem Goethe-Schiller Denkmal bleiben sie stehen.
»Es war eine fruchtbare Freundschaft zweier ganz unterschiedlicher Temperamente…«, schwärmt er ihr vor. »Zwei schöne Seelen, einig in ihrem Glauben an das Gute im Menschen. Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!«
»Ich brauche eine Pause«, sagt Martina. Auf der Terrasse eines Restaurants bestellen sie ein Glas Wein. Die Kellnerin ist überaus hundefreundlich. Moritz bekommt einen Napf mit Wasser, einen Teller mit (ökologischen!) Lekkerlies, die er verschmäht und eine Decke, auf der er sich ausstreckt.

»Morgen könnten wir Buchenwald besuchen«, schlägt Martina unvermittelt vor. Er schluckt.
»Das Konzentrationslager? Aber wir…, wir sind doch im Urlaub.«
»Wo wir gerade in der Gegend sind. Warst du schon mal in einem KZ?«
»Nein.«
»Ich finde, als Deutscher sollte man sich das angesehen haben.«
Er winkt ab.
»Warum? Ich verstehe, wenn Schulklassen sich das anschauen. Aus pädagogischen Gründen. Grundimmunisierung gegen Faschismus. Aber in unserem Alter? Ich habe genug Filme darüber gesehen und Bücher gelesen. Ich kann ich mir alles, was da passiert ist, gut selbst vorstellen. «
Sie sieht ihn ungläubig an.
»Kannst du nicht. Jede Wette. Bücher und Filme, das ist einfach nicht dasselbe,.«
»Sagen wir: Ich will es mir gar nicht im Detail vorstellen. Wozu auch? Es brächte mir keine neuen Einsichten. Vermutlich würde es mir eher schaden.«
»Der schönen Seele in dir?«, spöttelt sie. »Ich finde, wir müssen uns den Tatsachen stellen.«
»Ja, sicher. Aber dafür muss ich nicht selbst in den Folterkeller runtersteigen. Das kommt mir ein bisschen vor wie dieser Katastrophentourismus.«
»Der Vergleich hinkt ganz schön! Aber gut, dann fahre ich eben alleine. Du kannst ja derweil mit Moritz noch ein wenig auf den Spuren der großen Dichter und Denker wandeln. Aber pass auf, dass er keine Denkmäler anpinkelt.«
»Ich kann dich ja dorthin fahren und mache derweil einen langen Spaziergang mit Moritz.«

»Jetzt rechts abbiegen, auf die Blutstraße. Auf der bleiben wir bis zum KZ«, sagt Martina nach einem Blick auf die Navigation ihres Handys.
»Die heißt tatsächlich so? Ich meine: Blutstrasse?«, fragt er. Sie betätigt flink die Tasten ihres Handys.
»Ja. Der Name stammt von Häftlingen, die hier eine ehemalige Waldchaussee von Weimar zum Lager ausbauen mussten, gnadenlos angetrieben von der SS. Steht hier, auf der Internetseite der Gedenkstätte.«

»Führung und anschließend Museum, ich rechne so mit zweieinhalb Stunden. Bis nachher«, sagt sie und verabschiedet sich auf dem Parkplatz mit einem Kuss von ihrem Mann. Während er mit dem Hund in Richtung Wald zieht, schließt sie sich einer kleinen Gruppe um einen jungen, schlanken Mann an.
Vorbei an den ehemaligen Unterkünften und dem Hundezwinger der SS gelangt die Gruppe an ein Stück Straße, das, so ihr Guide, von der SS Carachoweg genannt wurde. Von hier aus, wurden die Gefangen unter Einsatz von Hunden, Peitschen und Schlagstöcken in das umzäunte Kernlager gehetzt. Das KZ diente wohl nicht zuletzt als eine Art Ausbildungsstätte der Elitetruppe des 1000-jährigen Reichs. Hier sollte den jungen Rekruten auch noch den letzten Rest Menschlichkeit ausgetrieben werden. Während der Guide der Gruppe die Rassenideolgie der Nationalsozialisten erläutert, versucht Martina, sich die Szenerie konkret vorzustellen: Das Spalier aus prügelnden Schergen in schwarzen Uniformen und dazwischen der Strom der Gedemütigten. Doch es gelingt ihr nicht.

Durch das Eingangstor gehen sie weiter auf einen riesigen geschotterten Platz. Von hier, so der junge Mann, sahen die Insassen beim tagtäglichen Appell den im Tor prangenden Spruch: Jedem das Seine. Die oft stundenlange Schikane des Durchzählens wurde akustisch begleitet von den Schreien der gefolterten Häftlinge im nahegelegenen Gefängnistrakt. Bei weitem nicht alle Wärter seien schlichtweg Sadisten gewesen, wie der Leiter dieses Gefängnistrakts, erklärt ihr Guide. Die meisten seien wohl Überzeugungstäter gewesen, die ihre Arbeit für notwendig hielten, um den Volkskörper gesund zu erhalten.
Auch hier wieder fällt es ihr schwer, Bilder in ihrem Kopf heraufzubeschwören. Sie starrt in die Ferne, in Richtung der ehemaligen Häftlingsbaracken, die in den fünfziger Jahre abgerissen wurden und von denen nur noch schwarze Umrisse am Boden sichtbar sind.

Vom Appellplatz marschiert die Gruppe weiter und versammelt sich vor einem Gebäude mit hohem Schornstein.
»Wir sind an der letzten Station unserer Führung«, erklärt der Guide. »Die KZ-eigene Leichenverbrennungsanlage. Erbaut 1940, da die Kapazitäten des Weimarer Krematoriums nicht mehr ausreichten. Die Verbrennungsöfen sind Spezialanfertigungen einer Firma aus Erfurt, die später auch Auschwitz belieferte. Im Keller des Gebäudes befindet sich eine Hinrichtungsanlage. Dort wurden Menschen an Wandhaken erdrosselt.«
Der Guide sieht in die Runde. In der Gruppe befindet sich ein Paar mit einem Jungen, der mit gesenktem Blick neben seinem Vater steht und dessen Hand hält. Martina schätzt ihn auf etwa elf, zwölf Jahre.
»Wenn wir jetzt hineingehen«, sagt der Guide, »möchte ich sie bitten, Abstand zu halten und zu schweigen. Und…« Er wendet sich direkt an den Vater des Jungen. »Es ist ein verstörender Ort. Ich weiß nicht, ob…«
Der Vater nickt, entfernt sich mit seinem Sohn einige Schritte von der Gruppe und redet auf ihn ein. Martina kann nicht verstehen, was der Mann sagt, sieht nur, wie der Junge stumm zuhört. Die Beiden kommen zurück und reihen sich wieder ein. Der Kleine ist noch zu jung, denkt sie, überlegt kurz, ob sie den Vater ansprechen soll, schweigt aber.
Der Guide öffnet die Tür zum Gebäude, die Gruppe zieht schweigend vorbei an einer Sezieranlage, einem gefliesten Steinblock, wo Häftlinge den Leichen die Goldzähne ziehen mussten. Lange bleibt ihr Blick hängen an den für die Eingriffe notwendigen Instrumenten, die ordentlich aufgereiht in einem Glaskasten hinter dem Seziertisch liegen. Sie muss an ihren Zahnarzt denken, was ihr völlig absurd erscheint. Im nächsten Raum: die Verbrennungsöfen, vier an der Zahl, und ein Lastenaufzug mit dem die Ermordeten aus dem Keller direkt zum Einäschern befördert wurden. Sie beobachtet den Jungen, der an der Hand seines Vaters direkt vor ihr geht. An einer der Wände hängt ein Foto mit Leichenbergen. Sie sieht, wie der Vater die Hand vor die Augen seines Sohnes legt, um ihm den Anblick zu ersparen.
Gott sei Dank! denkt sie.
Dann ist die Führung beendet, recht abrupt, wie sie findet. Ihr Guide empfiehlt abschließend den Besuch des Museums und verabschiedet sich.

Sie blickt zur Uhr. Genug Zeit hätte ich noch, denkt sie.
Das Museum liefert auf drei Etagen Details im Überfluss. Dokumente, Fotos, Dinge des täglichen Lagerlebens. Die Uniformen der Gefangenen, mit Markierungen, die die Häftlinge als Politische, Asoziale, Kriminelle oder Juden auswiesen. Erbärmliche Blechnäpfe, vor einem Paar selbstgenähter Kinderschuhe verharrt sie einen Moment.
Von den ca. 9000 SS-Männern, die im Laufe der Jahre hier ihr Unwesen trieben, wurden 95 angeklagt, erfährt sie.
Und zuletzt: die Wahrheit über die Mitwisser. Ein Foto brennt sich in ihr Gedächtnis. Es zeigt eine Gruppe von Frauen bei der Besichtigung des Lagers, zu der die Amerikaner tausend Einwohner der Stadt Weimar nach der Befreiung des KZ’s zwangen. Die Gruppe steht vor einem Galgenbaum, an dem Stoffpuppen hängen. Im Hintergrund zwei GI’s, die die Gruppe beobachten. Während die meisten Frauen den Blick senken, steht eine der Bürgerinnen Weimars, die Handtasche fest vor die Brust gepresst da und blickt trotzig auf die Attrappen der Gehängten.

Auf dem Parkplatz begrüßt Moritz sie überschwänglich.
»Und?«, fragt Konrad. »Wie war‘s?«
Sie zögert.
»Es… das Lager selbst wirkte so ordentlich und aufgeräumt. Irgendwie unwirklich. Ich konnte mir anfangs nur schwer vorstellen, dass all diese Grausamkeiten hier tatsächlich geschehen sind. Für das Museum bräuchte man wahrscheinlich einen ganzen Tag. Ich bin kaputt.«
Er nimmt sie in den Arm.
»Fahren wir zurück?«
Sie nickt.

Auf der Suche nach einem Restaurant schlendern sie durch die Altstadt. Am Haus der Weimarer Republik machen sie kurz halt.
»Unser erster Versuch in Demokratie«, sagt Konrad. »Ging ganz schön in die Hose«.
»Das kann alles wieder passieren. Nur Lack, deine schöne Seele«, erwidert Martina. Er streicht ihr mit der Hand über das Haar.
»Warum meinst du das? Ich denke, wir haben aus der Geschichte gelernt.«
Sie zuckt resigniert mit den Schultern.
»Sie wussten Bescheid. Haben Beifall geklatscht oder weggeschaut. Und das hier, in deiner Hochburg des Humanismus. Was wir wohl damals getan hätten?«
»Wir hätten jedenfalls nicht Beifall geklatscht. Und… es gab auch Widerstand.«
Sie winkt ab.
»Das waren doch die ersten, die dort oben landeten.«
»Ja. Seien wir froh, dass wir nicht in einem Staat aufgewachsen sind, in dem man ein Held sein musste, um Mensch bleiben zu können. Gehen wir weiter? Ich hab ganz schön Kohldampf.«
Vor einem Schmuckladen, in dem der Ankauf von Zahngold angeboten wird, bleibt Martina stehen.
»Ich habe gar keinen richtigen Appetit«, sagt sie.
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FaithinClouds
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BeitragVerfasst am: 28.07.2021 22:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hey 😄,

schön, dass einige der Kommentare einigermaßen hilfreich waren.  Es ist gut, dass du den Schrecken im Lager im überarbeiteten Text näher beschreibst. Er wird dadurch für den Leser viel reeller und ich finde auch, dass dir der Spagat zwischen "Betroffenheit" (wie in deinem Essay kritisiert) und zu offenkundigem Moralisieren gut gelungen ist.

Stilistisch ist mir Folgendes aufgefallen:
DLurie hat Folgendes geschrieben:

»(...) Du kannst ja derweil mit Moritz noch ein wenig auf den Spuren der großen Dichter und Denker wandeln. Aber pass auf, dass er keine Denkmäler anpinkelt.«
»Ich kann dich ja dorthin fahren und mache derweil einen langen Spaziergang mit Moritz.«


DLurie hat Folgendes geschrieben:

»Führung und anschließend Museum, ich rechne so mit zweieinhalb Stunden. Bis nachher«


Hier kommt das "Bis nachher" ein bisschen plötzlich. Vielleicht einfach umstellen:
»Führung und anschließend Museum, ich rechne so mit zweieinhalb Stunden«, sagt sie und verabschiedet sich auf dem Parkplatz mit einem Kuss von ihrem Mann. "Bis nachher."  Während er mit dem Hund in Richtung Wald zieht, schließt sie sich einer kleinen Gruppe um einen jungen, schlanken Mann an (...)

DLurie hat Folgendes geschrieben:
Hier sollte den jungen Rekruten auch noch den der letzten Rest Menschlichkeit ausgetrieben werden.


DLurie hat Folgendes geschrieben:
Von hier, so der junge Mann, sahen die Insassen beim tagtäglichen Appell den im Tor prangenden Spruch: Jedem das Seine.


DLurie hat Folgendes geschrieben:
(..) um den Volkskörper gesund zu erhalten.  


DLurie hat Folgendes geschrieben:
Auch hier wieder fällt es ihr schwer, Bilder in ihrem Kopf heraufzubeschwören.


DLurie hat Folgendes geschrieben:
Lange bleibt ihr Blick an den Werkzeugen hängen an den für die Eingriffe notwendigen Instrumenten, die ordentlich aufgereiht in einem Glaskasten hinter dem Seziertisch liegen.


DLurie hat Folgendes geschrieben:
Genug Zeit hätte ich sie noch, denkt sie.


Das sind alles eher so Kleinigkeiten. Sieht halt dann viel aus, weil man ja nicht den Text markiert, der einem gut gefallen hat, sondern nur den Teil, bei dem mir noch ein paar Makel aufgefallen sind. Generell wie immer: Ich habe die Wahrheit nicht gepachtet, es ist nur meine Meinung.

Alles Gute!
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 29.07.2021 09:48    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Moin FaithinClouds,

danke fürs (erneute) Durchlesen! Das ist jetzt definitiv die letzte Version - versprochen!   

Die stilistischen Unschönheiten, die du  (zu Recht) angemerkt hast, habe ich beseitigt.   
FaithinClouds hat Folgendes geschrieben:

 Es ist gut, dass du den Schrecken im Lager im überarbeiteten Text näher beschreibst. Er wird dadurch für den Leser viel reeller und ich finde auch, dass dir der Spagat zwischen "Betroffenheit" (wie in deinem Essay kritisiert) und zu offenkundigem Moralisieren gut gelungen ist.

Ich sehe erst mal keinen direkten Zusammenhang zwischen dieser Geschichte und dem  Essay. Im Essay geht es ja um Betroffenheit/Empörung als inflationäre Geste in den Medien. Um ein moralisches Sich-Aufplustern, welches dort oft stattfindet. In der Geschichte habe ich versucht, ein ganz persönliches Erlebnis zu verarbeiten. Das war bei mir zunächst mal eine Erfahrung der Überforderung.

Aber es gibt doch einen (zufälligen) Zusammenhang zwischen dem Essay und der Geschichte. Eine Bekannte machte mich darauf aufmerksam, dass mein Essay, den gleichen Titel trägt, wie ein Büchlein von diesem Mann: https://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%A9phane_Hessel.
Und dieser, über jeden Zweifel erhabene Mann ist ein Überlebender von Buchenwald.

LG
DLurie
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BeitragVerfasst am: 30.07.2021 14:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo DLurie,

ich habe die überarbeitete Fassung gelesen. Handwerklich hat es mir gut gefallen, wenn auch das Setting "Spaziergang durch Weimar" mir persönlich ein wenig zu wenig Spannung bietet um grundsätzlich weiterzulesen. Es ist vielleicht eine Idee den ersten Absatz zu streichen. Dann ist man schneller beim eigentlichen Thema - das KZ Buchenwald. Bzw dem "Kontrast", wie der Titel schon sagt. Nur so als Idee.

Deine Beschreibung des KZs ist verstörend. Die Baracken, die Haken an der Wand, der Schornstein - es hat mich gepackt, vielleicht auch deswegen, weil ich gerade Erich Maria Remarques "Der Funke Leben" ausgelesen habe. Hier geht es um die letzten Wochen bis zur Befreiung im KZ Mellern.

Dieser Abschnitt unserer Geschichte ist mehr als verstörend. Die komplette Aufgabe der Menschlichkeit ist einfach nicht vorstellbar, und vorallem die Frage, was hätte man selbst getan? Wie hätte man reagiert? Hätte man etwas versucht, sein eigenes Leben riskiert? Eigentlich sind diese Fragen nicht zu beantworten. Aber du, du hast das Dilemma in deinem Text auf den Punkt gebracht und mich, so dumm es klingt - ein wenig getröstet. Dies ist die Botschaft, die wir weitertragen müssen, dies ist das Streben, das wir niemals aufgeben dürfen, in diesem Sinne Faschismus bekämpfen:

Zitat:
Seien wir froh, dass wir nicht in einem Staat aufgewachsen sind, in dem man ein Held sein musste, um Mensch bleiben zu können.


Das ist der klügste Ausspruch, den ich zu dem Thema jemals gelesen habe.
Ich danke dir dafür.

lg,
Natalie
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 30.07.2021 18:12    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi Natalie,

danke fürs Lesen und den Kommentar!  

Natalie2210 hat Folgendes geschrieben:

ich habe die überarbeitete Fassung gelesen. Handwerklich hat es mir gut gefallen, wenn auch das Setting "Spaziergang durch Weimar" mir persönlich ein wenig zu wenig Spannung bietet um grundsätzlich weiterzulesen. Es ist vielleicht eine Idee den ersten Absatz zu streichen. Dann ist man schneller beim eigentlichen Thema - das KZ Buchenwald. Bzw dem "Kontrast", wie der Titel schon sagt. Nur so als Idee.

Kontrast sollte verstanden werden als krasser Gegensatz zwischen der Hochkultur der Weimarer Klassik mit ihren humanistischen Idealen der Toleranz und Menschlichkeit und der Barbarei des Nationalsozialismus, die sich nur wenige Kilometer außerhalb Weimars austobte.  Deshalb brauche ich hier am Anfang auch das klassische Weimar -  ein Thema, das natürlich weniger spannend ist als das KZ.  Die Frage ist, in welchem Umfang. Dir war das offensichtlich zu viel,  so dass du gar nicht mehr weiterlesen wolltest,  ich habe aber auch schon  Feedback bekommen, dass es so passt.  Da gibt es immer wieder auch im Forum recht unterschiedliche Meinungen darüber, ob und ab wann Textpassagen Infodump sind. Schwierige Kiste.

LG
DLurie
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Natalie2210
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BeitragVerfasst am: 30.07.2021 21:19    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
  Dir war das offensichtlich zu viel, so dass du gar nicht mehr weiterlesen wolltest, ich habe aber auch schon Feedback bekommen, dass es so passt. Da gibt es immer wieder auch im Forum recht unterschiedliche Meinungen darüber, ob und ab wann Textpassagen Infodump sind.


Bestens. Dann ist es Geschmackssache!

Zitat:
Schwierige Kiste.


Nicht unbedingt. Ich persönlich habe für "Geschmackssache" eine Regel: Mein eigener Geschmack sticht Wink schließlich ist es mein Text.

lg,
Natalie
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