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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Die Bardin des Königs (Arbeitstitel)


 
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Medicus, Schreiber
Geschlecht:männlichGänsefüßchen


Beiträge: 16



BeitragVerfasst am: 14.05.2021 18:47    Titel: Die Bardin des Königs (Arbeitstitel) eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Hallo Smile,

ich arbeite nun schon seit knapp drei Jahren daran das Schreiben zu erlernen. Ich habe unendlich viele Bücher, Webseiten und Videos zu dem Thema angeschaut und mich auch an meinem ersten Buch versucht. Die 1. Fassung ist nun fertig und ich mache mich gerade an die Feinschreibung und wollte mal das 1. Kapitel hier für Kritik reinstellen. Ihr würdet mir einen riesen Gefallen tun, wenn ihr den Text so kritisch wie möglich betrachtet. Ich bin nicht auf der Suche nach Lob, sondern möchte meine Schwachstellen erkennen und aktiv daran arbeiten. Allerdings wäre es auch schön, wenn euch was besonders gefällt das zu sagen, dann kann ich das öfter einbauen oder anwenden.

Rechtschreibung, Format, Grammatik usw. sollte hier erstmal nicht beachtet werden. Mir geht es mehr um Stil und Inhalt.

Noch ein Vorwort zu den ersten Zeilen. Ich habe vor jedem Kapitel einen Plan was ich machen möchte, das wird später natürlich dann nicht im Buch stehen.   Ignoriert einfach die ersten Zeilen.

Danke an alle die sich die Mühe machen den Text zu lesen!
Lg
Chris

-------------------------------
Part 1
Kapitel 1 Auf der Bühne
Niela
Kommentar: Niela bewertet Barden auf ihrer Suche nach der epischen Ballade
Balladen müssen: 1. Glaubhaft sein, zumeist wenn sie auf wahren Tatsachen beruhen 2. Perfekt vorgeführt werden, zumeist wenn echte Emotionen zu sehen und sie originell sind 3. Niemals einen Zuschauer enttäuschen
Konflikt: Niela ist enttäuscht von den Barden und zeigt es. Das setzt sie in Konflikt mit dem System (Direktor und Adel).
Competence: Zeigt Bardenwissen
Likeability: Die Kunst wichtiger als Adel und Politik, jeder Zuschauer wichtig
Proactivity/Motivation: Auf der Suche nach der epischen Ballade

---------------------


Niela blickte leblos durch die Frau neben ihr auf der Bühne. Blickte durch das goldene Kleid das sich um die delikate Figur der Bardin legte und im Runenlicht der Bühne sich leicht zum Takt der Ballade bewegte. Sie blickte auch durch das Geflecht an Händen und Armen das die Bardin nutzte, um ihre Ballade zu beleben. Alles was Niela sah war Grauen, tiefes endloses Grauen. Die Vorführung konnte einfach nicht mithalten mit was sie heute Morgen auf der Straße gesehen hatte. Eine Frau hatte am Fenster ihres Hauses gestanden, mehrere Stockwerke hoch und ihre Fenster geputzt. Plötzlich rutschte ihre Hand auf dem eisigen Fensterbrett ab und versetzte der Frau einen Schwung der sie aus dem Fenster beförderten. Mit aufgerissene Augen und einem langanhaltener Schrei segelte die Frau durch die Luft und beendete die Szene mit einem Aufprall der einem Paukenschlag gleichkam. Niela seufzte. Was eine Aufführung. Zugegeben, die Frau war jetzt tod, aber die Aufführung hatte sie mehr bewegt als diese armeslige Bardin neben ihr auf der Bühne es je schaffen würde. 

Niela wurde schmerzhaft aus ihrer Erinnerung gerissen, als die Bardin eine Note falsch traf.

„Bei allen Harfen dieser Welt!“ übertönte Nielas Stimme nicht nur die Orchestermusik sondern auch das was diese Bardin Gesang nannte.

Die Musik verstummte genau wie die Bardin und Lichtrunen überall im Theatersall des königlichen Gasthauses fingen an zu glühen als Runenmagier sie antippten. 

„Wollt ihr das Publikum foltern? Wollt ihr es leiden sehen? Oder seid ihr einfach nur unfähig?“, schrie Niela die Bardin an, die aber nur wenige Schritte entfernt von ihr stand.

Die Augen der Bardin weiteteten sich, ihr Kinn fing an zu zittern und Niela fragte sich ob sie gleich weinen würde. Sie war bereit diese Aufführung abzuwarten, ihr eine Gelegenheit zu geben echte Gefühle auf der Bühne zu zeigen und damit zumindest ihren jämmerlichen Gesang wieder gut zu machen. Aber schon als Niela das durch den Kopf ging schalte sie sich selbst. Niemand hat eine 2. Chance verdient, niemand! Dennoch konnte sie sich nicht dazu bringen die Künstlerin ihrer letzten Szene auf der Bühne zu berauben. Schließlich würde sie nach ihrer Kritik nie wieder aufführen, zumindest wenn es nach Niela ging. Also wartete sie auf ihre Reaktion.

„Aber aber“, ertönte eine Stimme von den Sitzplätzen des fast leeren Theatersaales. Nielas Kopf ruckte zu dem Sprecher, einem Mann in kostbarer Kleidung, pompös und bunt, ein Adeliger. Sie hätte fast den Mund verzogen wie jemand der in eine Zitrone biß. Reiß dich zusammen, schließlich bist du auf einer Bühne.

„Werte Frau Ibrandria,,,“, fuhr der Adelige fort aber Niela schoß Blut durch die Adern bis in die Ohren, dass sie dachte nur noch Paukenschläge vernehmen zu können. Er hatte sie Frau Ibrandria genannt. Nicht geehrte Bardin oder Bardin Ibrandria, nein, Frau Irbandria!

Ungewollt entblößte sie Zähne und machte einen Schritt auf den Bühnenrand auf den Adeligen zu.

„...meine Frau Elena“, er zeigte auf die Bardin neben ihr, die ein leises Schluchzen von sich gab.

„hat eine wundervolle Ballade gesungen. Ja gut, vielleicht war da eine Note falsch. Aber das hier ist doch auch eine Probe und keine echte Vorführung.“

Keine echte Vorführung? Niela wiederholte es in Gedanken und spürte dabei wie ihre Zunge die Worte formten, langsam und mit steigender Wut. 

„Ist das so?“, fragte sie.

„Ist das wirklich so?“, hallte ihre Stimme nun von den runenbesetzten Wänden wieder und dabei blickte Niela jede Person im fast leeren Saal in die Augen die sich traute zurückzuschauen. Keiner sagte was, kein Geräusch war zu hören, selbst die Orchestermusiker saßen wie versteinert auf ihren Stühlen und trauten sich nicht ihre Instrumente für das den nächsten Einsatz zu richten. Niemand antwortete ihr und auch die Bardin am Bühnenrand, die als nächstes vorführen würde sagte nichts.

Sie blickte auf den Adeligen herab:“Jede Probe ist eine Vorführung. Jeder der sich auf die kostbaren Hölzer magledanischer Bühnen begibt hat eine Verantwortung, ja sogar eine Verpflichtung gegenüber den Zuschauern die besten Balladen aufzuführen die menschenmöglich sind.“

Sie blickte sich im Saal um und ihr Blick blieb auf dem Adeligen liegen.

„Ihr könnt nicht, dürft nicht, riskieren auch nur einen Zuschauer zu enttäuschen. Niemals, NIEMALS!“

Niela spürte ein Brennen in den Augen und wusste sie waren kurz davor sich mit Tränen zu füllen. Schnell schloss sie die Augen für einen Moment um ihre Gefühle wieder unter Kontrolle zu bringen. Jetzt war nicht die Zeit über ihr Versagen nachzudenken. Als sie sie wieder öffnete sah sie den Adeligen gerade den Mund öffnen. Sofort fuhr Niela fort:“Und die besten Balladen Magledans beruhen nicht nur auf wahren Begebenheiten mit echten Emotionen sondern müssen auch in perfekter Form vorgeführt werden.“

Niela sah wie der Adelige vor ihr wieder Luft holte und sie gab ihm einem Moment um unschön ein Wort zu beginnen bevor sie ihn wieder übertönte:“Und eure Werte Gattin“, Niela konnte ein aufblähen der Nasenflügel dabei nicht unterdrücken“ würde nicht mal einen hohen Ton treffen, wenn man sie aus einem Fenster stürtzte“

Der Adelige sprang auf, rot im Gesicht und schnaufend wie ein Bulle.

„Ihr glaubt wohl nur weil ihr die Lieblingsbardin des Königs seid könnt ihr einfach alle anderen herablassend behandeln. Aber das wird ein Nachspiel haben, das versichere ich euch!“, brüllte der Adelige ihr entgegen und Niela nickte nur schwach, war er doch nicht der erste Adelige der kein Gespür für Kunst hatte und deren Reaktionen waren alle gleich und damit langweilig.

„Komm Elena“, rief er seiner Frau zu und streckte eine Hand nach ihr aus als ob er einen Hund zu sich rief.

Nielas Kopf ruckte zur Bardin. Ihr Herz fing an zu rasen und sie spürte ein zittern in ihren Händen. Wird sie...

Die Bardin wischte sich eine Träne von der Wange, nahm einen tiefen Atemzug, drückte ihren delekaten Rücken durch und warf gleichzeitig ihr Haar zurück. Dann erhob sie das Kinn, schaufte ein mmmhhh in Nielas Richtung und stolzierte von der Bühne.

Niela spürte wie sich ihre Haut auf den Armen zusammenzog und ihr Hinterkopf kribbelte. Was ein Abgang, was ein Abgang, seufzte sie innerlich.

Sie blickte der Bardin sehnsüchtig hinterher als jemand sie plötzlich an der Schulter antippte. Sie zuckte zusammen.

„Bardin Ibrandria“, hörte sie die Stimme des Direktors. Er war ein dunkel gekleideter Mann, so dass er perfekt während einer Voführung unsichtbar blieb. Niela hasste Direktoren. Jedes königliche Gasthaus hatte einen. Sie hatten die Verantwortung über die Vorführungen, oder so hatte man ihr in jungen Jahren versucht zu erklären. Aus ihrer Sicht hatte nur ein Barde die Verantwortung über eine Vorführung. Aber offiziell kümmerten Direktoren sich um alles bei einer Vorführung, vom Orchester bis hin zu den Statisten und Runenmagiern, planten sie jedes Detail einer Vorführung. Wie andere Barden es zulassen konnten Details ihrer Vorführung an andere zu geben, war Niela ein Rätsel. Schlimmer noch, weil die Direktoren alles organisieren wollten, bekamen sie die Stücke vor der Aufführung zu sehen und nicht selten nahmen sie Änderungen daran vor. Allein bei dem Gedanken lief es Niela eiskalt den Rücken runter. Jeder Barde erstellte seine eigenen Stücke, recherchierte die Geschichten und machte daraus eine unvergessliche Aufführung für das Volk von Magledan. Und dann sollten diese dunklen Wichte das zerstören, weil sie dachten es besser zu wissen? Wie sie alle Barden verachtete die das zuließen.

„Bitte Bardin Ibrandria, auf ein Wort.“, sagte der Direktor als sie keine Anstalten machte auf ihn zu reagieren. Sie seufzte. Wenn sie eines wusste, dann das Direktoren nicht locker ließen, es war fast so als ob sie nach ihrer Hartnäckigkeit ausgesucht wurden.

„Was?“, fragte sie.

Der Direktor trat einen Schritt näher damit er flüstern konnte. Niela schloss unmerklich länger als normal die Augen.

„Könnten Sie nicht etwas diplomatisch sein? War es wirklich notwendig die Bardin Elena so bloßzustellen und ihren Patron gleich mit, immerhin ist er ein Adeliger?“

Niela tappte mit dem Fuß auf den Boden. Erwartete er wirklich eine Antwort darauf?

Sie hatte sich bereit erklärt durch die Lande zu ziehen um die Barden in den königlichen Gasthäusern zu bewerten. Der Großdirektor der königlichen Akademie hatte sie darum gebeten. Die Zuschauerzahlen gingen wohl zurück und der König wollte nur noch das die besten Barden im Land auftraten um dem entgegenzuwirken. Nicht das ihr das irgendetwas bedeutet hätte. Aber es war eine gute Gelegenheit aus der Stadt zu kommen und nach Abenteuern und damit neuen Geschichten für ihre eigenen Balladen zu suchen. Sie konnte schließlich nicht einfach etwas erfinden, so funktionierten Balladen leider nicht, zumindest nicht die nach der sie strebte.

Der Direktor wartete noch einige Augenblicke, gab ihr dann einen missbilligenden Blick und begab sich wieder hinter den Bühnevorhang.

Niela blickte die letzte Bardin für heute an. Sie war eine Augenweide, Niela ging sogar soweit sie ein Kunstwerk zu nennen. Ihr langes schwarzes Haar war aufgesteckt das es aussah wie ein eckiger Turm. Goldene und rote Strähnen umspannten den Turm und gaben dem Zuschauer den Eindruck das ein Gebäude auf ihrem Kopf brennen würde. Dazu trug sie ein grün braunes Kleid, aus dem ein hochstehender Kragen ragte, als ob er das Fundament des Turmes bildete. Niela war begeistert. Der Künstler als Kunstwerk. Sie nickte der Bardin zu und diese trat auf die Bühne ohne den Turm auf und ab springen zu lassen, sie hatte eine perfekte Haltung. Dann hörte Niela ein wildes klatschen von den Sitzen. Es war der letzte Zuschauer im Saal, noch ein Adeliger. Sie rieb sich die Augen und gab der Bardin dann Raum für ihre Vorführung.

Als diese in der Mitte der Bühne ankam sah sie im Augenwinkel, wie der Direktor den Runenmagiern ein Zeichen gab und alle Runenlichter um die Bühne wurden dunkel. Jetzt schienen nur noch wenige aber starke Runenlichter auf die Bardin in der Mitte der Bühne. Das Orchester begann eine langsame Melodie zu spielen. Niela nahm einen tiefen Atemzug und genoß neben der Vorfreude auf ein neues Stück den honigartigen Geruch der magledanischen Bühnenhölzer. Nur selber aufführen wäre schöner gewesen.

„Werte Bürger Magledans“, begann die Bardin in einem Singsang.

„Hört meine Ballade, eine Ballade von der Front.“

Niela zuckte zusammen.

„Während des Alrykrieges war ich an der Front, unsere tapferen Soldaten nach ihren Taten befragen“, sang sie weiter und Niela ahnte schlimmes.

„Und dort traf ich auf meinen Gemahl, Graf Borank.“, die Bardin streckte beide Hände in Richtung des Mannes im Publikum, der nun von einer Rune erleuchtet wurde.

Niela fing an sich mit beiden Händen übers Gesicht zu reiben. Reiß dich zusammen.

Die Bardin fing nun an sich über die Bühne zu bewegen. Sie sang davon was der Graf im Alrykrieg für Aufgaben hatte, wo sein Regiment stationiert war und wie sie ihn kennengelernt hatte. Alles so interessant wie eine Harfe zu bespannen. Aber die Bardin hatte Talent. Ihre Stimme bezeuberte und ihre Bewegungen passten perfekt zur Musik. Also entschied Niela auf ihr Finale zu warten.

Dann nahm die Musik und der Gesang der Bardin an Fahrt auf. Das Finale war nahe, Niela konnte es spüren und nickte unmerklich als die Bardin nicht nur schneller tanzte und sang, sondern es auch schaffte ihre Turmfirsur stabil zu halten. Nicht einmal fiel der Turm in eine schieflage und das obwohl die Bardin mehrere Sprünge in ihren Tanz eingebaut hatte.

Dann blieb sie abprupt stehen und Runenlicht erleuchtete nur noch ihre Haare.

„Und dann, eines Tages, kamen die Alry. Die Schlacht am Turm hätte nicht unfairer sein können. Ein Adeliger mit wenigen Soldaten gegen eine Schaar Alry deren Zahl den Himmel verdunkelten.“

Bamm bamm bamm, stimmte eine Pauke die Szene an. Und während Niela kleine Alryillusionen, menschengroße Vogelgestalten, um den Turm fliegen sehen konnte und die Musik epische Schlachtentöne hämmerte, musste sie ein Gähnen unterdrücken.

„Danke“, rief sie und das Orchester verstummte während wieder alle Runenlichter im Saal heller wurden.

„Danke, aber nein danke.“, sagte sie während sie auf die Bardin zuging.

Der lebende Turm vor ihr schaute sie mit großen Augen an.

„Waass?“, schrie ihr Ehemann von seinem Sitz aus.

Niela hielt kurz inne, ging aber dann weiter auf die Bardin zu, die inzwischen stocksteif dastand als ob sie wirklich ein Turm wäre.

„So mein Engelchen, wo genau hast du die Geschichte her?“, fragte Niela.

„Mein Gemahl hat sie mir erzählt und...“, aber Niela schnitt ihr mit einer Hand das Wort ab.

„Und hat dein Gemahl vergessen zu erwähnen das im Alrykrieg keine Türme in den Wald gebaut wurden? Oder ist dir diese Detail vor lauter Begeisterung seiner heldenhaften Taten entgangen?“

Die Bardin starrte sie nur mit offenem Mund an.

„Genau Liebchen, deine Geschichte ist ungefähr so wahr wie deine Frisur echte Steine eines Turmes sind.“

Die Bardin lief rot an aber bevor sie was sagen konnte spürte Niela wieder die Hand des Direktors auf ihrer Schulter. Sie entblößte eine Reihe Zähne. Das musste aufhören!

Sie drehte sich um und starrte den Direktor in die Augen aber innerlich hatte sie sich schon zurückgezogen. Sie wusste was er sagen wollte, wußte was die Bardin sagen wollte und war sicher auch zu wissen was der Adelige sagen wollte. War es denn zuviel verlangt nur einmal überrascht zu werden?

„Nein sagen sie es nicht“, sagte sie dem Direktor direkt ins Gesicht, der sofort einen Schritt zurück machte.

„Die Vorführung hat ihnen gefallen, der Turm war nur ein Symbol und sollte nicht so ernst genommen werden und der Tanz und ihr Gesang haben sie bewegt.“

Der Direktor schaute sie mit offenem Mund an aber bevor er was erwidern konnte mischte sich der Gatte der Bardin ein:

„Ganz recht Bardin Ibrandria. Wenn sie es verstehen, warum haben sie dann meine Gattin unterbrochen?“, bellte er.

Weil die Geschichte erfunden, erlogen und auch falsch ist. Niela wusste nicht viel über den Alrykrieg. Sie war zu jung gewesen als er tobte und konnte deshalb nur Soldaten Jahre nach seinem Ende befragen. Und was diese erzählten erschien ihr zumeist zweifelhaft. Aber eines war sicher, es gab keine Befestigungen in den Wäldern, wo die meisten Kämpfe tobten. Welchen Sinn hätte auch ein Turm gehabt gegen einen Feind, der fliegen konnte? Deshalb würde der Zuschauer diese Ballade nicht glauben und deshalb würde sie keinen bleibenden Effekt bei ihm haben und das machte sie minderwertig in Nielas Augen. Nein, nein, nein! Die Zuschauer würden nur eine Bardin sehen, die ein Adeliger geheiratet hatte, damit sie den Namen seiner Familie auf der Bühne glorifizierte. Wer eine schöne Frau bewundern wollte sollte in ein Freudenhaus gehen.

Niela wollte ihm das ins Gesicht schreien. Wollte die Bardin an den Haaren ziehen und ihr einen Vortrag über die Bedeutung einer Ballade halten. Und sie wollte den Direktor anbrüllen ihre Bühne nicht mehr zu betreten. Aber als ihr das alles durch den Kopf ging fühlte sie wie nutzlos das alles wäre. Sie spürte wie die Spannung in ihrem Körper nachzulassen drohte und mit Grauen realisierte sie das sie dabei war ihre Schultern hängen zu lassen. Sofort spannte sie die Bauchmuskeln an und drückte den Rücken durch.

„Von ihnen verlange ich nicht einmal das sie es verstehen“, sagte Niela zum Adeligen.

„Aber eine Bardin Magledans hätte es besser wissen müssen.“

„Besser wissen müssen? BESSER WISSEN MÜSSEN?“, schrie ihr die Bardin entgegen und Niela spürte Speichel auf der Wange.

„Vielleicht solltet ihr es besser wissen! Mein Gatte ist einer der mächtigsten Grafen des Landes und er hat das Ohr des Königs! Ihr werdet schon sehen was ihr davon habt Niela Ibrandria!“

Niela spürte ihr Blut pulsieren. Ihr Blick fixierte den dürren Hals der Bardin, ihre Hände kribbelten. Und dann wendete sie sich ab von ihr. Fast hätte sie die Bardin geschlagen. Nicht das sie Angst vor ihr hatte oder dem Adeligen. Aber sie konnte es nicht ertragen diese schöne Frisur zu zerstören. So unfähig die Bardin auch war, ihre Frisur dürfte dafür nicht leiden. Sie würde niemals ein Kunstwerk beschädigen, niemals.

„Verlasst meine Bühne!“, sagte sie.

„Bardin...“begann der Direktor.

„GEHT. ALLE“, rief sie in den Saal.

Der Direktor wollte noch was sagen aber Niela starrte ihm ins Gesicht. Dann drehte der Direktor sich zum Orchester und den Runenmagiern um und gab ihnen zeichen.

„Lasst uns für heute schluss machen.“

„Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.“, sagte der Adelige.

„Ich werde nicht zulassen das ihr meine Bardin ihren verdienten Ruhm absprechen wollen!“

Niela schloss die Augen. Ihr Kopf schmerzte und sie wollte nur diesen furchtbaren Tag hinter sich lassen. Warum habe ich mich nur bereit erklärt die Barden zu testen?

Tief in ihrem inneren hatte sie immer gewusst, dass die anderen Barden niemals ihren Ansprüchen genügen würden. Die ganze Reise durch die königlichen Gasthäuser war eine Zeitverschwendung. Aber welche anderen Möglichkeiten hatte sie noch? Seit Jahren hatte sie in Magledan Balladen aufgeführt, die einfache Bürger und Adelige zugleich begeisterten. Ihre Stücke waren in den Münder aller Menschen und sogar der König hatte sie mehrmals um private Aufführungen gebeten. Sie hatte alles erreicht, wovon die meisten Barden träumten. Sie war die berühmteste Künstlerin Magledans, ja sogar ganz Manterras. Aber was brachte ihr all der Ruhm, wenn sie nicht ihre epische Ballade fand? Das war der Grund gewesen, warum sie ihre Vorführungen in der Stadt alle abgesagt hatte und nun die Tage mit unfähigen Tänzern und Sängern verbrachte während sie durch die schneebedeckten Ebenen Magledans reiste. Sie war auf der Suche nach der einen Geschichte. Eine Geschichte die so einzigartig war, dass sie sie inspirierte wie keine andere. Diese Geschichte würde ihre epische Ballade sein.

Sie wusste was die anderen Barden von der epischen Ballade hielten. Niemand glaubte an sie, nicht die Zuschauer und nicht einmal die Bardenmeister. Aber Niela wusste es besser. Irgendwo da draußen gab es die eine Geschichte, die wenn einmal vereint mit ihrem Talent für Tanz, Geschichtenerzählung und Gesang eine Ballade ergeben würde, dessen Magie Menschen Kraft geben würde, Kraft auch die schlimmsten Wiederstände im Leben zu bestehen. Zwar sagten die Runenmagier Balladen hätten keine Zauberkraft, aber Niela wusste es besser. Sie erinnerte sich als sie als kleines Mädchen Abends vor dem Kaminfeuer saß, dicht gekuschelt an ihre Mutter, während diese leise Lieder für sie sang und dabei ihr Haar kämmte. Sie erinnerte sich noch genau wie ihre Haut auf dem Hinterkopf kribbelte und sich alle ihre Muskeln entspannten. Konnte sowas Runenmagie? Nein, natürlich nicht.

Es gab die epische Ballade, sie musste sie nur finden. Und dann würden die Menschen noch in hunderten von Jahren von ihr sprechen, das ist Niela Ibrandria, die einzigste Bardin die eine epische Ballade aufführen konnte.

Während sie in Gedanken war, hatten alle den Theathersaal verlassen. Sie seufzte glücklich auf. Endlich war sie alleine, dennoch ließ sie nicht ihre Schultern hängen, auch wenn es verlockend war. 

„Du musst immer Haltung wahren Blümchen“, hatte ihre Mutter gesagt. 

„Das ganze Leben ist eine Aufführung und du weißt nie wann dich jemand beobachtet“

Niela lockerte ihre Arme und Beine. Sie würde vor dem Schlafengehen noch einen Tanz aufführen um nicht nur die körperliche Anspannungen des Tages zu lösen. Sie stellte sich auf ein Bein, drückte die Waden durch bis sie auf den Zehenspitzen nur eines Fußes stand und wollte gerade ansetzen für ihren ersten Schritt als sie etwas spitzes im Nacken traf.

„Au“

Ihre Hand schnellte zu der Einstichstelle und sie kämpfte darum das Gleichgewicht zu wahren.Sie spürte etwas langes in ihrem Nacken stecken, zog es heraus und wollte es gerade betrachten, als ihr Blick vernebelte.

Was....

Und dann gaben ihre Muskeln nach und sie spürte wie sie das Bewusstsein langsam verlor. Ihr letzter Gedanke war, dass sie wie ein Sack Kartoffel zu Boden gehen würde.

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Calvin Hobbs
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Beiträge: 323
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BeitragVerfasst am: 14.05.2021 19:35    Titel: Re: Die Bardin des Königs (Arbeitstitel) Antworten mit Zitat

Hallo smile
Medicus, Schreiber hat Folgendes geschrieben:
Hallo Smile,
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Part 1
Kapitel 1 Auf der Bühne
Niela
Kommentar: Niela bewertet Barden auf ihrer Suche nach der epischen Ballade
Balladen müssen: 1. Glaubhaft sein, zumeist wenn sie auf wahren Tatsachen beruhen 2. Perfekt vorgeführt werden, zumeist wenn echte Emotionen zu sehen und sie originell sind 3. Niemals einen Zuschauer enttäuschen
Konflikt: Niela ist enttäuscht von den Barden und zeigt es. Das setzt sie in Konflikt mit dem System (Direktor und Adel).
Competence: Zeigt Bardenwissen
Likeability: Die Kunst wichtiger als Adel und Politik, jeder Zuschauer wichtig
Proactivity/Motivation: Auf der Suche nach der epischen Ballade

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Niela blickte leblos ??? emotionslos durch die Frau neben ihr auf der Bühne. Blickte durch das goldene Kleid das sich um die delikate Figur der Bardin legte und im Runenlicht der Bühne sich leicht zum Takt der Ballade bewegte. Sie blickte auch durch das Geflecht an Händen und Armen das die Bardin nutzte, um ihre Ballade zu beleben. Alles was Niela sah war Grauen, tiefes endloses Grauen. Die Vorführung konnte einfach nicht mithalten mit dem was sie heute Morgen auf der Straße gesehen hatte.
Eine Frau hatte am Fenster ihres Hauses gestanden, mehrere Stockwerke hoch und ihre Fenster geputzt. Plötzlich rutschte ihre Hand auf dem eisigen Fensterbrett ab und versetzte der Frau einen Schwung der sie aus dem Fenster beförderten. Mit aufgerissene Augen und einem langanhaltenem Schrei segelte die Frau durch die Luft und beendete die Szene mit einem Aufprall der einem Paukenschlag gleichkam. Klingt seltsam für mich
Niela seufzte. Was für eine Aufführung. Zugegeben, die Frau war jetzt tod, aber die Aufführung hatte sie mehr bewegt als diese armeslige Bardin neben ihr auf der Bühne es je schaffen würde. 
Niela wurde schmerzhaft aus ihrer Erinnerung gerissen, als die Bardin eine Note falsch traf.
„Bei allen Harfen dieser Welt!“ übertönte Nielas Stimme nicht nur die Orchestermusik sondern auch das was diese Bardin Gesang nannte.
Die Musik verstummte genau wie die Bardin und Lichtrunen überall im Theatersall des königlichen Gasthauses fingen an zu glühen als Runenmagier sie antippten. Wo kommen die plötzlich her? 
„Wollt ihr das Publikum foltern? Wollt ihr es leiden sehen? Oder seid ihr einfach nur unfähig?“, schrie Niela die Bardin an, die aber nur wenige Schritte entfernt von ihr stand.
Die Augen der Bardin weiteteten sich, ihr Kinn fing an zu zittern und Niela fragte sich ob sie gleich weinen würde. Sie war bereit diese Aufführung abzuwarten, ihr eine Gelegenheit zu geben echte Gefühle auf der Bühne zu zeigen und damit zumindest ihren jämmerlichen Gesang wieder gut zu machen. Aber schon als Niela das durch den Kopf ging schalte sie sich selbst. Niemand hat eine 2. Chance verdient, niemand! Dennoch konnte sie sich nicht dazu bringen die Künstlerin ihrer letzten Szene auf der Bühne zu berauben. Schließlich würde sie nach ihrer Kritik nie wieder aufführen, zumindest wenn es nach Niela ging. Also wartete sie auf ihre Reaktion.
„Aber aber“, ertönte eine Stimme von den Sitzplätzen des fast leeren Theatersaales. Wo sind die Runenmagier hin?
Nielas Kopf ruckte ??? drehte sich zu dem Sprecher, einem Mann in kostbarer Kleidung, pompös und bunt, ein Adeliger. Sie hätte fast den Mund verzogen wie jemand der in eine Zitrone biß. Reiß dich zusammen, schließlich bist du auf einer Bühne.
„Werte Frau Ibrandria,,,“, fuhr der Adelige fort aber Niela schoß das Blut durch die Adern bis in die Ohren, dass sie dachte nur noch Paukenschläge vernehmen zu können. Er hatte sie Frau Ibrandria genannt. Nicht geehrte Bardin oder Bardin Ibrandria, nein, Frau Irbandria!
Ungewollt entblößte sie ihre Zähne und machte einen Schritt auf den Bühnenrand oder auf den Adeligen zu.
„...meine Frau Elena“, er zeigte auf die Bardin neben ihr, die ein leises Schluchzen von sich gab.
„hat eine wundervolle Ballade gesungen. Ja gut, vielleicht war da eine Note falsch. Aber das hier ist doch auch eine Probe und keine echte Vorführung.“
Keine echte Vorführung? Niela wiederholte es in Gedanken und spürte dabei wie ihre Zunge die Worte formten, langsam und mit steigender Wut. 
„Ist das so?“, fragte sie.
„Ist das wirklich so?“, hallte ihre Stimme nun von den runenbesetzten Wänden wieder und dabei blickte Niela jede Person im fast leeren Saal in die Augen die sich traute zurückzuschauen. Keiner sagte was, kein Geräusch war zu hören, selbst die Orchestermusiker saßen wie versteinert auf ihren Stühlen und trauten sich nicht ihre Instrumente für das den nächsten Einsatz zu richten. Niemand antwortete ihr und auch die Bardin am Bühnenrand, die als nächstes vorführen würde sagte nichts.
Sie Niela blickte auf den Adeligen herab:
“Jede Probe ist eine Vorführung. Jeder der sich auf die kostbaren Hölzer magledanischer Bühnen begibt hat eine Verantwortung, ja sogar eine Verpflichtung gegenüber den Zuschauern die besten Balladen aufzuführen die menschenmöglich sind.“
Sie blickte sich im Saal um und ihr Blick blieb auf dem Adeligen liegen. Sie hatten gerade einen Wortwechsel. Also, schauen sie sich sowieso an.
„Ihr könnt nicht, dürft nicht, riskieren auch nur einen Zuschauer zu enttäuschen. Niemals, NIEMALS!“
Niela spürte ein Brennen in den Augen und wusste sie waren kurz davor sich mit Tränen zu füllen. Schnell schloss sie die Augen für einen Moment um ihre Gefühle wieder unter Kontrolle zu bringen. Jetzt war nicht die Zeit über ihr Versagen nachzudenken. Als sie sie wieder öffnete sah sie den Adeligen gerade den Mund öffnen. Sofort fuhr Niela fort:“Und die besten Balladen Magledans beruhen nicht nur auf wahren Begebenheiten mit echten Emotionen sondern müssen auch in perfekter Form vorgeführt werden.“
Niela Sie sah wie der Adelige vor ihr wieder Luft holte und sie gab ihm einem Moment um unschön ??? ein Wort zu beginnen bevor sie ihn wieder übertönte:“Und eure Werte Gattin“, Niela konnte ein aufblähen der Nasenflügel dabei nicht unterdrücken“ würde nicht mal einen hohen Ton treffen, wenn man sie aus einem Fenster stürtzte“
Der Adelige sprang auf, rot im Gesicht und schnaufend wie ein Bulle.
„Ihr glaubt wohl nur weil ihr die Lieblingsbardin des Königs seid könnt ihr einfach alle anderen herablassend behandeln. Aber das wird ein Nachspiel haben, das versichere ich euch!“, brüllte der Adelige er ihr entgegen und Niela nickte nur schwach, war er doch nicht der erste Adelige der kein Gespür für Kunst hatte und deren Reaktionen waren alle gleich und damit langweilig.
„Komm Elena“, rief er seiner Frau zu und streckte eine Hand nach ihr aus als ob er einen Hund zu sich rief.
Nielas Kopf ruckte Schon wieder ruckt ihr Kopf? zur Bardin. Ihr Herz fing an zu rasen und sie spürte ein zittern in ihren Händen. Wird sie...
Die Bardin wischte sich eine Träne von der Wange, nahm einen tiefen Atemzug, drückte ihren delekaten ??? Rücken durch und warf gleichzeitig ihr Haar zurück. Dann erhob sie das Kinn, schaufte ein mmmhhh ??? in Nielas Richtung und stolzierte von der Bühne.
Niela spürte wie sich ihre Haut auf den Armen zusammenzog und ihr Hinterkopf kribbelte. Was für ein Abgang, was für ein Abgang, seufzte sie innerlich. Oder spielt das im Ruhrgebiet?
Sie blickte der Bardin sehnsüchtig ??? Wieso? hinterher als jemand sie plötzlich an der Schulter antippte. Sie zuckte zusammen.
„Bardin Ibrandria“, hörte sie die Stimme des Direktors. Er war ein dunkel gekleideter Mann, so dass er perfekt während einer Voführung unsichtbar blieb. Niela hasste Direktoren. Jedes königliche Gasthaus hatte einen. Sie hatten die Verantwortung über die Vorführungen, oder so hatte man ihr in jungen Jahren versucht zu erklären. Aus ihrer Sicht hatte nur ein Barde die Verantwortung über eine Vorführung. Aber offiziell kümmerten Direktoren sich um alles bei einer Vorführung, vom Orchester bis hin zu den Statisten und Runenmagiern, planten sie jedes Detail einer Vorführung. Wie andere Barden es zulassen konnten Details ihrer Vorführung an andere zu geben, war Niela ein Rätsel. Schlimmer noch, weil die Direktoren alles organisieren wollten, bekamen sie die Stücke vor der Aufführung zu sehen und nicht selten nahmen sie Änderungen daran vor. Allein bei dem Gedanken lief es Niela eiskalt den Rücken runter. Jeder Barde erstellte seine eigenen Stücke, recherchierte die Geschichten und machte daraus eine unvergessliche Aufführung für das Volk von Magledan. Und dann sollten diese dunklen Wichte das zerstören, weil sie dachten es besser zu wissen? Wie sie alle Barden verachtete die das zuließen.
„Bitte Bardin Ibrandria, auf ein Wort.“, sagte der Direktor als sie keine Anstalten machte auf ihn zu reagieren. Sie seufzte. Wenn sie eines wusste, dann das Direktoren nicht locker ließen, es war fast so als ob sie nach ihrer Hartnäckigkeit ausgesucht wurden.
„Was?“, fragte sie. Gnädig schenkte sie ihm ihre Aufmerksamkeit.
Der Direktor trat einen Schritt näher damit er flüstern konnte und flüsterte ihr ins Ohr. Niela schloss unmerklich länger als normal ??? die Augen.
„Könnten Sie nicht etwas diplomatisch sein? War es wirklich notwendig die Bardin Elena so bloßzustellen und ihren Patron gleich mit, immerhin ist er ein Adeliger?“
Niela tappte mit dem Fuß auf den Boden. ??? Erwartete er wirklich eine Antwort darauf?
Sie hatte sich bereit erklärt durch die Lande zu ziehen um die Barden in den königlichen Gasthäusern zu bewerten. Der Großdirektor der königlichen Akademie hatte sie darum gebeten. Die Zuschauerzahlen gingen wohl zurück und der König wollte nur noch das die besten Barden im Land auftraten um dem entgegenzuwirken. Nicht das ihr das irgendetwas bedeutet hätte. Aber es war eine gute Gelegenheit aus der Stadt zu kommen und nach Abenteuern und damit neuen Geschichten für ihre eigenen Balladen zu suchen. Sie konnte schließlich nicht einfach etwas erfinden, so funktionierten Balladen leider nicht, zumindest nicht die nach der sie strebte.
Der Direktor wartete noch einige Augenblicke, gab ihr dann einen missbilligenden Blick und begab sich wieder hinter den Bühnevorhang. Das war alles?
Niela blickte ??? die letzte Bardin für heute an. Sie war eine Augenweide, Niela ging sogar soweit sie ein Kunstwerk zu nennen. Ihr langes schwarzes Haar war aufgesteckt das es aussah wie ein eckiger Turm. Goldene und rote Strähnen umspannten den Turm und gaben dem Zuschauer den Eindruck das ein Gebäude auf ihrem Kopf brennen würde. Dazu trug sie ein grün braunes Kleid, aus dem ein hochstehender Kragen ragte, als ob er das Fundament des Turmes bildete. Niela war begeistert. Der Künstler als Kunstwerk. Sie nickte der Bardin zu und diese trat auf die Bühne ohne den Turm auf und ab springen zu lassen, sie hatte eine perfekte Haltung. Dann hörte Niela ein wildes klatschen von den Sitzen. Es war der letzte Zuschauer im Saal, noch ein Adeliger. Sie rieb sich die Augen und gab der Bardin dann Raum für ihre Vorführung.
Als diese in der Mitte der Bühne ankam sah sie im Augenwinkel, wie der Direktor den Runenmagiern ein Zeichen gab und alle Runenlichter um die Bühne wurden dunkel. Jetzt schienen nur noch wenige aber starke Runenlichter auf die Bardin in der Mitte der Bühne. Das Orchester begann eine langsame Melodie zu spielen. Niela nahm einen tiefen Atemzug und genoß neben der Vorfreude auf ein neues Stück den honigartigen Geruch der magledanischen Bühnenhölzer. Nur selber aufführen wäre schöner gewesen.
„Werte Bürger Magledans“, begann die Bardin in einem Singsang.
„Hört meine Ballade, eine Ballade von der Front.“
Niela zuckte zusammen.
„Während des Alrykrieges war ich an der Front, unsere tapferen Soldaten nach ihren Taten befragen“, sang sie weiter und Niela ahnte schlimmes.
„Und dort traf ich auf meinen Gemahl, Graf Borank.“, die Bardin streckte beide Hände in Richtung des Mannes im Publikum, der nun von einer Rune erleuchtet wurde.
Niela fing an sich mit beiden Händen übers Gesicht zu reiben ???. Reiß dich zusammen.
Die Bardin fing nun an sich über die Bühne zu bewegen. Sie sang davon was der Graf im Alrykrieg für Aufgaben hatte, wo sein Regiment stationiert war und wie sie ihn kennengelernt hatte. Alles so interessant wie eine Harfe zu bespannen. Aber die Bardin hatte Talent. Ihre Stimme bezeuberte und ihre Bewegungen passten perfekt zur Musik. Also entschied Niela auf ihr Finale zu warten.
Dann nahm die Musik und der Gesang der Bardin an Fahrt auf. Das Finale war nahe, Niela konnte es spüren und nickte unmerklich als die Bardin nicht nur schneller tanzte und sang, sondern es auch schaffte ihre Turmfirsur stabil zu halten. Nicht einmal fiel der Turm in eine schieflage und das obwohl die Bardin mehrere Sprünge in ihren Tanz eingebaut hatte.
Dann blieb sie abprupt stehen und Runenlicht erleuchtete nur noch ihre Haare.
„Und dann, eines Tages, kamen die Alry. Die Schlacht am Turm hätte nicht unfairer sein können. Ein Adeliger mit wenigen Soldaten gegen eine Schaar Alry deren Zahl den Himmel verdunkelten.“
Bamm bamm bamm, stimmte eine Pauke die Szene an. Und während Niela kleine Alryillusionen, menschengroße Vogelgestalten, um den Turm fliegen sehen konnte und die Musik epische Schlachtentöne hämmerte, musste sie ein Gähnen unterdrücken.
„Danke“, rief sie und das Orchester verstummte während wieder alle Runenlichter im Saal heller wurden.
„Danke, aber nein danke.“, sagte sie während sie auf die Bardin zuging.
Der lebende Turm vor ihr schaute sie mit großen Augen an.
„Waass?“, schrie ihr Ehemann von seinem Sitz aus.
Niela hielt kurz inne, ging aber dann weiter auf die Bardin zu, die inzwischen stocksteif dastand als ob sie wirklich ein Turm wäre.
„So mein Engelchen, wo genau hast du die Geschichte her?“, fragte Niela.
„Mein Gemahl hat sie mir erzählt und...“, aber Niela schnitt ihr mit einer Hand das Wort ab.
„Und hat dein Gemahl vergessen zu erwähnen das im Alrykrieg keine Türme in den Wald gebaut wurden? Oder ist dir diese Detail vor lauter Begeisterung seiner heldenhaften Taten entgangen?“
Die Bardin starrte sie nur mit offenem Mund an.
„Genau Liebchen, deine Geschichte ist ungefähr so wahr wie deine Frisur echte Steine eines Turmes sind.“
Die Bardin lief rot an aber bevor sie was sagen konnte spürte Niela wieder die Hand des Direktors auf ihrer Schulter. Sie entblößte eine Reihe Zähne. Das musste aufhören!
Sie drehte sich um und starrte den Direktor in die Augen aber innerlich hatte sie sich schon zurückgezogen. Sie wusste was er sagen wollte, wußte was die Bardin sagen wollte und war sicher auch zu wissen was der Adelige sagen wollte. War es denn zuviel verlangt nur einmal überrascht zu werden?
„Nein sagen sie es nicht“, sagte sie dem Direktor direkt ins Gesicht, der sofort einen Schritt zurück machte.
„Die Vorführung hat ihnen gefallen, der Turm war nur ein Symbol und sollte nicht so ernst genommen werden und der Tanz und ihr Gesang haben sie bewegt.“
Der Direktor schaute sie mit offenem Mund an aber bevor er was erwidern konnte mischte sich der Gatte der Bardin ein:
„Ganz recht Bardin Ibrandria. Wenn sie es verstehen, warum haben sie dann meine Gattin unterbrochen?“, bellte er.
Weil die Geschichte erfunden, erlogen und auch falsch ist. Niela wusste nicht viel über den Alrykrieg. Sie war zu jung gewesen als er tobte und konnte deshalb nur Soldaten Jahre nach seinem Ende befragen. Und was diese erzählten erschien ihr zumeist zweifelhaft. Aber eines war sicher, es gab keine Befestigungen in den Wäldern, wo die meisten Kämpfe tobten getobt hatten. Welchen Sinn hätte auch ein Turm gehabt gegen einen Feind, der fliegen konnte? Deshalb würde der Zuschauer diese Ballade nicht glauben und deshalb würde sie keinen bleibenden Effekt bei ihm haben und das machte sie minderwertig in Nielas Augen.
Nein, nein, nein! Die Zuschauer würden nur eine Bardin sehen, die ein Adeliger geheiratet hatte, damit sie den Namen seiner Familie auf der Bühne glorifizierte. Wer eine schöne Frau bewundern wollte sollte in ein Freudenhaus gehen.
Niela wollte ihm das ins Gesicht schreien. Wollte die Bardin an den Haaren ziehen und ihr einen Vortrag über die Bedeutung einer Ballade halten. Und sie wollte den Direktor anbrüllen ihre Bühne nicht mehr zu betreten. Aber als ihr das alles durch den Kopf ging fühlte sie wie nutzlos das alles wäre. Sie spürte wie die Spannung in ihrem Körper nachzulassen drohte und mit Grauen realisierte sie das sie dabei war ihre Schultern hängen zu lassen. Sofort spannte sie die Bauchmuskeln an und drückte den Rücken durch.
„Von ihnen verlange ich nicht einmal das sie es verstehen“, sagte Niela zum Adeligen.
„Aber eine Bardin Magledans hätte es besser wissen müssen.“
„Besser wissen müssen? BESSER WISSEN MÜSSEN?“, schrie ihr die Bardin entgegen und Niela spürte Speichel auf der Wange.
„Vielleicht solltet ihr es besser wissen! Mein Gatte ist einer der mächtigsten Grafen des Landes und er hat das Ohr des Königs! Ihr werdet schon sehen was ihr davon habt Niela Ibrandria!“
Niela spürte ihr Blut pulsieren. Ihr Blick fixierte den dürren Hals der Bardin, ihre Hände kribbelten. Und dann wendete sie sich ab von ihr. Fast hätte sie die Bardin geschlagen. Nicht das sie Angst vor ihr hatte oder dem Adeligen. Aber sie konnte es nicht ertragen diese schöne Frisur zu zerstören. So unfähig die Bardin auch war, ihre Frisur dürfte dafür nicht leiden. Sie würde niemals ein Kunstwerk beschädigen, niemals.
„Verlasst meine Bühne!“, sagte sie.
„Bardin...“begann der Direktor.
„GEHT. ALLE“, rief sie in den Saal.
Der Direktor wollte noch was sagen aber Niela starrte ihm ins Gesicht. Dann drehte der Direktor sich zum Orchester und den Runenmagiern um und gab ihnen zeichen.
„Lasst uns für heute schluss machen.“
„Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.“, sagte der Adelige.
„Ich werde nicht zulassen das ihr meine Bardin ihren verdienten Ruhm absprechen wollen!“
Niela schloss die Augen. Ihr Kopf schmerzte und sie wollte nur diesen furchtbaren Tag hinter sich lassen. Warum habe ich mich nur bereit erklärt die Barden zu testen?
Tief in ihrem inneren hatte sie immer gewusst, dass die anderen Barden niemals ihren Ansprüchen genügen würden. Die ganze Reise durch die königlichen Gasthäuser war eine Zeitverschwendung. Aber welche anderen Möglichkeiten hatte sie noch? Seit Jahren hatte sie in Magledan Balladen aufgeführt, die einfache Bürger und Adelige zugleich begeisterten. Ihre Stücke waren in den Münder aller Menschen aller Munde gewesen und sogar der König hatte sie mehrmals um private Aufführungen gebeten. Sie hatte alles erreicht, wovon die meisten Barden träumten. Sie war die berühmteste Künstlerin Magledans, ja sogar ganz Manterras. Aber was brachte ihr all der Ruhm, wenn sie nicht ihre epische Ballade fand? Das war der Grund gewesen, warum sie ihre Vorführungen in der Stadt alle abgesagt hatte und nun die Tage mit unfähigen Tänzern und Sängern verbrachte während sie durch die schneebedeckten Ebenen Magledans reiste. Sie war auf der Suche nach der einen Geschichte. Eine Geschichte die so einzigartig war, dass sie sie inspirierte wie keine andere. Diese Geschichte würde ihre epische Ballade sein.
Sie wusste was die anderen Barden von der epischen Ballade hielten. Niemand glaubte an sie, nicht die Zuschauer und nicht einmal die Bardenmeister. Aber Niela wusste es besser. Irgendwo da draußen gab es die eine Geschichte, die wenn einmal vereint mit ihrem Talent für Tanz, Geschichtenerzählung und Gesang eine Ballade ergeben würde, dessen Magie Menschen Kraft geben würde, Kraft auch die schlimmsten Wiederstände im Leben zu bestehen. Zwar sagten die Runenmagier Balladen hätten keine Zauberkraft, aber Niela wusste es besser. Sie erinnerte sich als sie als kleines Mädchen Abends vor dem Kaminfeuer saß, dicht gekuschelt an ihre Mutter, während diese leise Lieder für sie sang und dabei ihr Haar kämmte. Sie erinnerte sich noch genau wie ihre Haut auf dem Hinterkopf kribbelte und sich alle ihre Muskeln entspannten. Konnte sowas Runenmagie? Nein, natürlich nicht.
Es gab die epische Ballade, sie musste sie nur finden. Und dann würden die Menschen noch in hunderten von Jahren von ihr sprechen, das ist Niela Ibrandria, die einzigste Bardin die eine epische Ballade aufführen konnte.
Während sie in Gedanken war, hatten alle den Theathersaal verlassen. Sie seufzte glücklich auf. Endlich war sie alleine, dennoch ließ sie nicht ihre Schultern hängen, auch wenn es verlockend war. 
„Du musst immer Haltung bewahren Blümchen“, hatte ihre Mutter gesagt. 
„Das ganze Leben ist eine Aufführung und du weißt nie wann dich jemand beobachtet“
Niela lockerte ihre Arme und Beine. Sie würde vor dem Schlafengehen noch einen Tanz aufführen um nicht nur die körperliche Anspannungen des Tages zu lösen. Sie stellte sich auf ein Bein, drückte die Waden durch bis sie auf den Zehenspitzen nur eines Fußes stand und wollte gerade ansetzen für ihren ersten Schritt als sie etwas spitzes im Nacken traf.
„Au“
Ihre Hand schnellte zu der Einstichstelle und sie kämpfte darum das Gleichgewicht zu wahren. Sie spürte etwas langes in ihrem Nacken stecken, zog es heraus und wollte es gerade betrachten, als ihr Blick vernebelte.
Was....
Und dann gaben ihre Muskeln nach und sie spürte wie sie das Bewusstsein langsam verlor. Ihr letzter Gedanke war, dass sie wie ein Sack Kartoffel zu Boden gehen würde.


Insgesamt eine interessante Idee in einer Rohfassung, die noch etliche Änderungen durchlaufen muss.
Du erwähnst zwar, dass Du Dich seit einiger Zeit zum Thema Schreiben beliest, (was super ist!), aber ich würde mir wünschen, Du läsest mehr Belletristik, mehr Prosa. An einigen Stellen hatte ich das Gefühl, dass Dir das richtige Wort, die passende Wendung fehlt. Und, 54 x Niela ist eindeutig zu viel. Ganz abgesehen von vielen anderen Wortwiederholungen.
Deine Prota wird als alterslose Schreckschraube dargestellt, im späteren Verlauf ist so wohl nicht mehr ganz so jung.
Für meinen Geschmack wird sie gut charakterisiert, aber einiges an Erklärungen zu den Balladen, Vorführungen und und und ich hätte ich eingedampft oder an anderer Stelle gebracht.
MfG


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Fistandantilus
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BeitragVerfasst am: 14.05.2021 21:19    Titel: Antworten mit Zitat

Calvin Hobbs hat die Schwachstellen gut herausgearbeitet. Zusätzlich würde ich Dir empfehlen, Dich doch etwas mit der Interpunktion zu beschäftigen (auch wenn das nicht Dein Anliegen in diesem Thread war). Denn z.B. viele fehlende Kommas werten jeden Text einfach ab.

Was mir bei Deiner Vorbemerkung gefällt, ist Deine Arbeit mit den drei Säulen Likeability, Proactivity und Compentence. Ich habe davon zum ersten Mal bei den "Lectures" von Brandon Sanderson auf youtube gehört und empfinde es als sehr hilfreich bei der Entwicklung von Charakteren. Ich glaube, ich habe mir den Sanderson damals zehn Stunden am Stück reingezogen. Smile
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Medicus, Schreiber
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Beiträge: 16



BeitragVerfasst am: 14.05.2021 22:25    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke fürs erste Feedback. Die Wortwiederholungen und Wortwahl kann wirklich noch verbessert werden, guter Einwand. Das Alter sollte ich wohl auch noch dazuschreiben.

@Calvin aber auch gerne jeder andere
Ich habe einige der Kritiken nicht ganz verstanden bzw. würde mich über etwas mehr Tiefe freuen, damit ich es verbessern kann. Here we go Smile

Niela blickte leblos ??? emotionslos durch die Frau neben ihr auf der Bühne
Warum ist leblos eine schlechte Wortwahl? Laut Wiki ist es das Gegenteil von lebendig: https://de.wiktionary.org/wiki/leblos
Das Ziel in dem Satz ist Niela nicht ohne Gefühle sondern gelangweilt darzustellen. Trifft das mit leblos nicht genauer als mit emotionslos? Für mich persönlich fehlt bei emotionslos der Müdigkeitsfaktor.

 Mit aufgerissene Augen und einem langanhaltenem Schrei segelte die Frau durch die Luft und beendete die Szene mit einem Aufprall der einem Paukenschlag gleichkam. Klingt seltsam für mich
Mein Ziel ist es Nielas Gedanken mit Vergleichen und Bildern aus ihrem Handwerk zu versehen. Ist ein Paukenschlag wirklich zu schräg für einen dumpfen Aufprall? Generell ist es wohl immer die Frage wann man mit einem Vergleich zu weit geht oder wann man mit Standardfloskeln den Leser langweilt. Sicher eine Sache die ich mit viel Zeit noch lernen muss.

Sie blickte sich im Saal um und ihr Blick blieb auf dem Adeligen liegen. Sie hatten gerade einen Wortwechsel. Also, schauen sie sich sowieso an.
Ich bin verwirrt, wenn sie sich umblickt, dann ist ihr Blick doch nicht mehr auf dem vorigen Punkt. Muss man nicht deutlich machen was ihr nächster Fokus ist oder meinst du der nächste Satz impliziert das?

Nielas Kopf ruckte Schon wieder ruckt ihr Kopf? zur Bardin
Du hast 2x ruckt der Kopf kritisiert. Ist das wirklich der falsche Begriff? Laut Wiki ist ruckt ein Verb für eine Kopfbewegung: https://de.wiktionary.org/wiki/rucken
"bewegt sich" dagegen wäre dann die gleiche Bedeutung aber 2 Wörter, sollte man solche Konstruktionen nicht eher vermeiden?

Niela spürte wie sich ihre Haut auf den Armen zusammenzog und ihr Hinterkopf kribbelte. Was für ein Abgang, was für ein Abgang, seufzte sie innerlich. Oder spielt das im Ruhrgebiet?
Die Frage habe ich nicht verstanden.

Sie blickte der Bardin sehnsüchtig ??? Wieso?
Wieso wurde das nicht aus dem Satz davor deutlich? Sie hat die echten Emotionen und die tolle Körperhaltung der Bardin beim Abgang bewundert. Hast du vielleicht einen Alternativvorschlag?

„Was?“, fragte sie. Gnädig schenkte sie ihm ihre Aufmerksamkeit.
Wären das nicht 2 völlig verschiedene Emotionen hier? Sie wusste es gab keinen Weg an ihm vorbei. Gnädig meint doch wohlwollend, aber genau das Gegenteil war der Fall. Sie wollte die Situation nur schnell hinter sich bringen, passt da nicht ein kurzes Wort besser?

„Aber aber“, ertönte eine Stimme von den Sitzplätzen des fast leeren Theatersaales. Wo sind die Runenmagier hin?
Wieso impliziert fast leer das keine Runenmagier da sein können?


Niela fing an sich mit beiden Händen übers Gesicht zu reiben ???. Reiß dich zusammen.
Erkennt man diese Aktion nicht als eine genervte Geste? Für mich wäre das eine fundamentale Frage. Ich würde nur ungerne solche Stellen mit Adjektiven füllen und sagen "Sie rieb sich genervt mit den Händen übers Gesicht". Darf ich vom Leser nicht erwarten in dem Kontext hier das selber so zu interpretieren? Was hätte die Geste noch bedeuten können?

Hier sind wohl noch einige dieser Stellen:
Dann erhob sie das Kinn, schnaufte ein mmmhhh ??? in Nielas Richtung und stolzierte von der Bühne.

Niela schloss unmerklich länger als normal ??? die Augen.

Niela tappte mit dem Fuß auf den Boden. ??? Erwartete er wirklich eine Antwort darauf?

Niela blickte ??? die letzte Bardin für heute an.

Sind die wirklich alle unklar und sollten besser mit Verben gefüllt werden?


Ich hoffe das kam jetzt nicht zu defensive rüber. Ich möchte wirklich alle Kritik die ihr finden könnt hören. Ich muss aber immer nachfragen, wenn ich es nicht ganz verstehe und manchmal ist ein Wort oder ??? nicht immer direkt für mich klar.

Danke für all die Arbeit.
Lg
Chris

PS: Die Runenmagier war ein Tippfehler, da sollte Direktor stehen Smile
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Calvin Hobbs
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BeitragVerfasst am: 15.05.2021 07:29    Titel: Antworten mit Zitat

[quote="Medicus, Schreiber"]
@Calvin aber auch gerne jeder andere
Ich habe einige der Kritiken nicht ganz verstanden bzw. würde mich über etwas mehr Tiefe freuen, damit ich es verbessern kann. Here we go Smile

Medicus, Schreiber hat Folgendes geschrieben:
blickte leblos ??? emotionslos durch die Frau neben ihr auf der Bühne
Warum ist leblos eine schlechte Wortwahl? Laut Wiki ist es das Gegenteil von lebendig: https://de.wiktionary.org/wiki/leblos
Das Ziel in dem Satz ist Niela nicht ohne Gefühle sondern gelangweilt darzustellen. Trifft das mit leblos nicht genauer als mit emotionslos? Für mich persönlich fehlt bei emotionslos der Müdigkeitsfaktor.


Dann schreib >müde und gelangweilt<
Oder benutze anstelle von Wiki -> https://www.openthesaurus.de/

Medicus, Schreiber hat Folgendes geschrieben:
Mit aufgerissene Augen und einem langanhaltenem Schrei segelte die Frau durch die Luft und beendete die Szene mit einem Aufprall der einem Paukenschlag gleichkam. Klingt seltsam für mich
Mein Ziel ist es Nielas Gedanken mit Vergleichen und Bildern aus ihrem Handwerk zu versehen. Ist ein Paukenschlag wirklich zu schräg für einen dumpfen Aufprall? Generell ist es wohl immer die Frage wann man mit einem Vergleich zu weit geht oder wann man mit Standardfloskeln den Leser langweilt. Sicher eine Sache die ich mit viel Zeit noch lernen muss.


Ganz einfach: Ein Paukenschlag ist in erster Linie ein Geräusch. Zwischen diesem und dem dumpfen Aufschlagen, Aufklatschen eines menschlichen Körpers besteht ein sehr deutlicher Unterschied.
-> https://www.dwds.de/wb/Paukenschlag

Medicus, Schreiber hat Folgendes geschrieben:
Sie blickte sich im Saal um und ihr Blick blieb auf dem Adeligen liegen. Sie hatten gerade einen Wortwechsel. Also, schauen sie sich sowieso an.
Ich bin verwirrt, wenn sie sich umblickt, dann ist ihr Blick doch nicht mehr auf dem vorigen Punkt. Muss man nicht deutlich machen was ihr nächster Fokus ist oder meinst du der nächste Satz impliziert das?


Du schreibst betonst dauernd, dass der Saal leer ist. Und Niela hatte einen Wortwechsel mit einer anderen Person und Du schreibst im vorherigen Absatz, dass Niela ihn anschaut. Welche Dinge lenken ihren Blick in diesem Moment ab? Warum machst Du es Dir selbst kompliziert?

Medicus, Schreiber hat Folgendes geschrieben:
Nielas Kopf ruckte Schon wieder ruckt ihr Kopf? zur Bardin
Du hast 2x ruckt der Kopf kritisiert. Ist das wirklich der falsche Begriff? Laut Wiki ist ruckt ein Verb für eine Kopfbewegung: https://de.wiktionary.org/wiki/rucken
"bewegt sich" dagegen wäre dann die gleiche Bedeutung aber 2 Wörter, sollte man solche Konstruktionen nicht eher vermeiden?


Ganz einfach: 1. Vergiss Wiki. 2. Nutze z.B. https://www.openthesaurus.de/
oder spare etwas Geld und investiere in eine Schreibsoftware wie Papyrus Autor.

Medicus, Schreiber hat Folgendes geschrieben:
Niela spürte wie sich ihre Haut auf den Armen zusammenzog und ihr Hinterkopf kribbelte. Was für ein Abgang, was für ein Abgang, seufzte sie innerlich. Oder spielt das im Ruhrgebiet?
Die Frage habe ich nicht verstanden.


Im Ruhrpott sagt man: Was (Watt) ein Abgang! Möchtest Du die Figuren Deiner Fantasywelt als solche charakterisieren oder sollen sie eine allgemeine Sprache sprechen?

Medicus, Schreiber hat Folgendes geschrieben:
Sie blickte der Bardin sehnsüchtig ??? Wieso?
Wieso wurde das nicht aus dem Satz davor deutlich? Sie hat die echten Emotionen und die tolle Körperhaltung der Bardin beim Abgang bewundert. Hast du vielleicht einen Alternativvorschlag?


Sie macht die Bardin zur Schnecke, streitet heftig mit dem Ehemann und blickt dann sehnsüchtig? An dieser Stelle stimmt der "emotionale" Ablauf nicht. Du solltest Dir klar werden, wann und wie viel Charakter Du Deinen Figuren mitgibst.

Medicus, Schreiber hat Folgendes geschrieben:
„Was?“, fragte sie. Gnädig schenkte sie ihm ihre Aufmerksamkeit.
Wären das nicht 2 völlig verschiedene Emotionen hier? Sie wusste es gab keinen Weg an ihm vorbei. Gnädig meint doch wohlwollend, aber genau das Gegenteil war der Fall. Sie wollte die Situation nur schnell hinter sich bringen, passt da nicht ein kurzes Wort besser?


Wenn Du meinst. Allerdings, nur einfach "Was?" sagt überhaupt nichts aus.

Medicus, Schreiber hat Folgendes geschrieben:
„Aber aber“, ertönte eine Stimme von den Sitzplätzen des fast leeren Theatersaales. Wo sind die Runenmagier hin?
Wieso impliziert fast leer das keine Runenmagier da sein können?


Diese Magier und ihre Fähigkeiten in dieser Welt werden mit keinem Wort vorher erwähnt. Niemand weiß, ob Du High, Low oder Urban-Fantasy schreibst.

Medicus, Schreiber hat Folgendes geschrieben:
Niela fing an sich mit beiden Händen übers Gesicht zu reiben ???. Reiß dich zusammen.
Erkennt man diese Aktion nicht als eine genervte Geste? Für mich wäre das eine fundamentale Frage. Ich würde nur ungerne solche Stellen mit Adjektiven füllen und sagen "Sie rieb sich genervt mit den Händen übers Gesicht". Darf ich vom Leser nicht erwarten in dem Kontext hier das selber so zu interpretieren? Was hätte die Geste noch bedeuten können?


"Reiben" und eine Frauengesicht in dieser Situation klingen für mich reichlich unelegant. "Ich reibe mir das Schienbein, nachdem ich mich gestoßen habe."
Wenn Du dieses Wort so benutzt/benutzen möchtest - es ist Dein Text. Wie alle anderen Anmerkungen von mir, ist das nur eine subjektive Meinung.

Medicus, Schreiber hat Folgendes geschrieben:
Hier sind wohl noch einige dieser Stellen:
Dann erhob sie das Kinn, schnaufte ein mmmhhh ??? in Nielas Richtung und stolzierte von der Bühne.


Was soll das sein?
PS.: An dieser Stelle greift Fistandantilus' Kritik: Du kannst Rechtschreibung, Grammatik und Ausdruck nicht voneinander trennen.

Medicus, Schreiber hat Folgendes geschrieben:
Niela schloss unmerklich länger als normal ??? die Augen.


Was ist unmerklich und was ist länger als normal?

Medicus, Schreiber hat Folgendes geschrieben:
Niela tappte mit dem Fuß auf den Boden. ??? Erwartete er wirklich eine Antwort darauf?


>>"barfuß durchs Zimmer tappen"
>>"er ging mit tappenden Schritten" (sagt das Internet)


Medicus, Schreiber hat Folgendes geschrieben:
Niela blickte ??? die letzte Bardin für heute an.


Wo befand sich diese letzte Bardin die ganze Zeit, dass sie unsichtbar war?

Medicus, Schreiber hat Folgendes geschrieben:
Sind die wirklich alle unklar und sollten besser mit Verben gefüllt werden?


Viele Deiner Anmerkungen bestärken mich in dem sermonartigen Herunterbeten des Satzes: Ein guter Autor ist in erster Linie ein guter Leser. Deshalb meine Empfehlung, mehr zu lesen. MMn erweitert man so seinen, gleichzeitig flexibel anwendbaren Wortschatz.
Sorry, aber wer WIKI für gängige Begriffe und Floskeln benutzen muss, um einen Text zu schreiben, steht für mich noch ganz am Anfang.
MfG


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Rodge
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BeitragVerfasst am: 15.05.2021 08:12    Titel: Re: Die Bardin des Königs (Arbeitstitel) Antworten mit Zitat

Kein schlechter Text, allerdings fehlt es aus meiner Sicht noch an Präzision. Verschiedentlich wurde das auch schon von anderen angemerkt. Ich versuche mal, am ersten Absatz klar zu machen, was mich stört:

Medicus, Schreiber hat Folgendes geschrieben:

Niela blickte leblos durch die Frau neben ihr auf der Bühne.
Jemand, der leblos blickt, ist tot. Was genau meinst du damit? (das ist dann auch die Frage nach dem besten Ausdruck dafür).
Blickte durch das goldene Kleid das sich um die delikate Figur der Bardin legte und im Runenlicht der Bühne sich leicht zum Takt der Ballade bewegte.
Ich verstehe nicht, was eine delikate Figur sein soll. Was genau willst du damit sagen?
Sie blickte auch durch das Geflecht an Händen und Armen das die Bardin nutzte, um ihre Ballade zu beleben.
Geflecht passt aus meiner Sicht nicht. Was genau tut sie denn mit ihren Armen, um die Ballade zu beleben?
Alles was Niela sah war Grauen, tiefes endloses Grauen.
Jemand, der leblos blickt, sieht kein endloses Grauen. Da beißt sich die Leblosigkeit aus den ersten Zeilen mit der Emotion, die ein Grauen mit sich bringt.
Die Vorführung konnte einfach nicht mithalten mit was sie heute Morgen auf der Straße gesehen hatte. Eine Frau hatte am Fenster ihres Hauses gestanden, mehrere Stockwerke hoch und ihre Fenster geputzt. Plötzlich rutschte ihre Hand auf dem eisigen Fensterbrett ab und versetzte der Frau einen Schwung der sie aus dem Fenster beförderten. Mit aufgerissene Augen und einem langanhaltener Schrei segelte die Frau durch die Luft und beendete die Szene mit einem Aufprall der einem Paukenschlag gleichkam.
Das eine Vorführung mit dem Unfalltod einer Frau nicht "mithalten" kann, halte ich für keine gute Formulierung. Auch kommt mir das Abrutschen mit der Hand auf dem Fenstersims konstruiert vor. Das Fenster müsste also in dem Sinne besonders sein, dass der Sims sehr tief ist, oder sich die Frau stark strecken muss.
Auch das man von unten erkennen kann, dass die Frau weit aufgerissene Augen hat, kommt mir komisch vor. Wenn es wirklich mehrere Stockwerke hoch ist, und es ja auch eine gewisse Entfernung zum Betrachter gibt, kann man kaum erkennen, ob jemand mit geöffneten Augen stürzt (zumal der Fall vermutlich nach vorne ist, die Augen der Frau also in Richtung des Gebäudes zeigen).
Den Aufprall stelle ich mir als dumpfes Geräusch vor (hängt so ein bisschen davon ab, worauf sie denn stürzt). Ein Paukenschlag könnte ich mir dann vorstellen, wenn sie auf ein Blechdach fällt.

Niela seufzte. Was eine Aufführung. Zugegeben, die Frau war jetzt tod, aber die Aufführung hatte sie mehr bewegt als diese armeslige Bardin neben ihr auf der Bühne es je schaffen würde. 


Das klingt nach viel Kritik, es ist aber gar nicht so gemeint. Du kannst erzählen, aber für Leute wie mich, die bildhaft lesen, muss es genauer sein, weil sonst die Bilder nicht passen bzw. glaubhaft sind. Wenn du aber Satz für Satz durchgehst und dabei Bilder entstehen lässt, kannst du leicht selbst erkennen, was passt und was nicht. Das Suchen nach alternativen Begriffen macht dann die meiste Arbeit.
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Medicus, Schreiber
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Beiträge: 16



BeitragVerfasst am: 15.05.2021 08:48    Titel: Re: Die Bardin des Königs (Arbeitstitel) pdf-Datei Antworten mit Zitat

Super Feedback, danke!

Rodge hat Folgendes geschrieben:
Kein schlechter Text, allerdings fehlt es aus meiner Sicht noch an Präzision. Verschiedentlich wurde das auch schon von anderen angemerkt. Ich versuche mal, am ersten Absatz klar zu machen, was mich stört:

Medicus, Schreiber hat Folgendes geschrieben:

Niela blickte leblos durch die Frau neben ihr auf der Bühne.
Jemand, der leblos blickt, ist tot. Was genau meinst du damit? (das ist dann auch die Frage nach dem besten Ausdruck dafür).
Blickte durch das goldene Kleid das sich um die delikate Figur der Bardin legte und im Runenlicht der Bühne sich leicht zum Takt der Ballade bewegte.
Ich verstehe nicht, was eine delikate Figur sein soll. Was genau willst du damit sagen?
Sie blickte auch durch das Geflecht an Händen und Armen das die Bardin nutzte, um ihre Ballade zu beleben.
Geflecht passt aus meiner Sicht nicht. Was genau tut sie denn mit ihren Armen, um die Ballade zu beleben?
Alles was Niela sah war Grauen, tiefes endloses Grauen.
Jemand, der leblos blickt, sieht kein endloses Grauen. Da beißt sich die Leblosigkeit aus den ersten Zeilen mit der Emotion, die ein Grauen mit sich bringt.
Die Vorführung konnte einfach nicht mithalten mit was sie heute Morgen auf der Straße gesehen hatte. Eine Frau hatte am Fenster ihres Hauses gestanden, mehrere Stockwerke hoch und ihre Fenster geputzt. Plötzlich rutschte ihre Hand auf dem eisigen Fensterbrett ab und versetzte der Frau einen Schwung der sie aus dem Fenster beförderten. Mit aufgerissene Augen und einem langanhaltener Schrei segelte die Frau durch die Luft und beendete die Szene mit einem Aufprall der einem Paukenschlag gleichkam.
Das eine Vorführung mit dem Unfalltod einer Frau nicht "mithalten" kann, halte ich für keine gute Formulierung. Auch kommt mir das Abrutschen mit der Hand auf dem Fenstersims konstruiert vor. Das Fenster müsste also in dem Sinne besonders sein, dass der Sims sehr tief ist, oder sich die Frau stark strecken muss.
Auch das man von unten erkennen kann, dass die Frau weit aufgerissene Augen hat, kommt mir komisch vor. Wenn es wirklich mehrere Stockwerke hoch ist, und es ja auch eine gewisse Entfernung zum Betrachter gibt, kann man kaum erkennen, ob jemand mit geöffneten Augen stürzt (zumal der Fall vermutlich nach vorne ist, die Augen der Frau also in Richtung des Gebäudes zeigen).
Den Aufprall stelle ich mir als dumpfes Geräusch vor (hängt so ein bisschen davon ab, worauf sie denn stürzt). Ein Paukenschlag könnte ich mir dann vorstellen, wenn sie auf ein Blechdach fällt.

Niela seufzte. Was eine Aufführung. Zugegeben, die Frau war jetzt tod, aber die Aufführung hatte sie mehr bewegt als diese armeslige Bardin neben ihr auf der Bühne es je schaffen würde. 


Das klingt nach viel Kritik, es ist aber gar nicht so gemeint. Du kannst erzählen, aber für Leute wie mich, die bildhaft lesen, muss es genauer sein, weil sonst die Bilder nicht passen bzw. glaubhaft sind. Wenn du aber Satz für Satz durchgehst und dabei Bilder entstehen lässt, kannst du leicht selbst erkennen, was passt und was nicht. Das Suchen nach alternativen Begriffen macht dann die meiste Arbeit.
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BeitragVerfasst am: 18.05.2021 05:03    Titel: Re: Die Bardin des Königs (Arbeitstitel) Antworten mit Zitat

Medicus, Schreiber hat Folgendes geschrieben:
Hallo Smile,
ich arbeite nun schon seit knapp drei Jahren daran das Schreiben zu erlernen. Ich habe unendlich viele Bücher, Webseiten und Videos zu dem Thema angeschaut und mich auch an meinem ersten Buch versucht. Die 1. Fassung ist nun fertig und ich mache mich gerade an die Feinschreibung und wollte mal das 1. Kapitel hier für Kritik reinstellen. Ihr würdet mir einen riesen Gefallen tun, wenn ihr den Text so kritisch wie möglich betrachtet. Ich bin nicht auf der Suche nach Lob, sondern möchte meine Schwachstellen erkennen und aktiv daran arbeiten. Allerdings wäre es auch schön, wenn euch was besonders gefällt das zu sagen, dann kann ich das öfter einbauen oder anwenden.

Rechtschreibung, Format, Grammatik usw. sollte hier erstmal nicht beachtet werden. Mir geht es mehr um Stil und Inhalt.

Danke an alle die sich die Mühe machen den Text zu lesen!
Lg
Chris


Moin Chris,

du schreibst, dass du Schwachstellen in deinem Text erkennen und daran arbeiten möchtest. Das finde ich lobenswert. Gleichzeitig möchte ich dir sagen: Du hast - meiner Meinung nach - einen Haufen Arbeit vor dir.

Ich habe deinen Text einmal komplett gelesen, leider ließ sich dies nicht flüssig bewältigen. Du schreibst zwar, dass man Rechtschreibung, Format, Grammatik usw. erstmal nicht beachten soll, doch ich bin der Meinung, dass dies das Erste ist, woran du arbeiten solltest. Was bringt dir der kreativste Text, wenn deine Leser immer wieder rausgerissen werden, weil der Satzbau nicht passt?

Als erstes habe ich mich hingesetzt und eine kurze Zusammenfassung deines hier veröffentlichten Textes geschrieben. Das musste sein, weil ich beim Lesen ansonsten nicht nachvollziehen konnte, worum es geht, wer gerade spricht, was der Verlauf der Geschichte ist, etc.
Dabei habe ich versucht, möglichst wenig meiner eigenen Sprache, sondern viel deiner bereits verwendeten Satzkonstruktionen zu übernehmen.

Also:

Im Königreich Manterra, wo Runenmagie praktiziert wird und öffentliche Gesangsvorführungen das Volk begeistern, reist die berühmte Bardin Niela Ibrandria von einem Gasthaus zum nächsten. Nicht, um zu singen, nein. Die Zuschauerzahlen sinken im ganzen Land, daher hat sie den Auftrag der königlichen Akademie, das Können der anderen Sänger und Sängerinnen zu inspizieren und wohlmöglich neue Talente zu entdecken. Nur die besten sollen es sein.
Niela lebt für die Kunst. Balladen sind ihr Ein und Alles, sie versucht, stets Haltung zu bewahren. Schon von Kindesbeinen an, wurde ihr eingebleut, dass das Ganze Leben eine Aufführung ist. Man weiß nie, wer gerade zuschaut.
Insgeheim ist sie daher auf der Suche nach neuen Geschichten, ja, Abenteuern, um diese in einer einzigen, epischen Ballade zu bannen, auf das diese den Menschen des Königreichs Kraft gibt, auch die größten Widrigkeiten zu widerstehen. Noch nie hat jemand dies vollbracht.
Niela glaubt fest daran, eine epische Ballade, perfekt vorgetragen, hat die Macht, Magie zu entfesseln. Magie, die selbst die der Runen noch übertrifft.
Leider sind sämtliche Künstler, die sie auf ihren Reisen trifft, in ihrem Handwerk absolut unfähig. Und sei es, dass sie bloß durch die Vermählung mit dem snobistischen Adel auf der Bühne stehen.  
Eines Tages lässt Niela ihrer Wut, über ein solches Verhalten auf der Bühne eines der besagten Gasthäuser freien Lauf. Kaum haben alle anwesenden Künstler, Musiker, Magier und Ehemänner den Raum verlassen, trifft sie ein Giftpfeil im Nacken.
Sie sinkt würdelos zu Boden und wird ohnmächtig ...


So weit so gut. Keine schlechte Story, mMn.

Aber: Du hast neben der oben genannten Grammatik- und Syntaxproblematik so viele offene Baustellen, allen voran die vielen Wortwiederholungen (Bardin, Ballade, Niela, Vorführung, etc.), dass ich dir rate, dich erst noch einmal intensiv damit zu beschäftigen, wie eine Geschichte, wie sie dir vorschwebt, grundlegend aufgebaut ist.

Zwischendurch gibt es Absätze, die wirken runder. Fast so, als hätte jemand anders sie geschrieben (bitte nicht falsch verstehen).
Medicus, Schreiber hat Folgendes geschrieben:

Niela blickte die letzte Bardin für heute an. Sie war eine Augenweide, Niela ging sogar soweit sie ein Kunstwerk zu nennen. Ihr langes schwarzes Haar war aufgesteckt das es aussah wie ein eckiger Turm. Goldene und rote Strähnen umspannten den Turm und gaben dem Zuschauer den Eindruck das ein Gebäude auf ihrem Kopf brennen würde. Dazu trug sie ein grün braunes Kleid, aus dem ein hochstehender Kragen ragte, als ob er das Fundament des Turmes bildete. Niela war begeistert. Der Künstler als Kunstwerk. Sie nickte der Bardin zu und diese trat auf die Bühne ohne den Turm auf und ab springen zu lassen, sie hatte eine perfekte Haltung. Dann hörte Niela ein wildes klatschen von den Sitzen. Es war der letzte Zuschauer im Saal, noch ein Adeliger. Sie rieb sich die Augen und gab der Bardin dann Raum für ihre Vorführung.


Mal sehen, wenn ich Zeit und Muße habe, setze ich mich die Tage mal hin und zerpflücke deinen Text Stück für Stück, dann wirst du sehen, worauf genau ich hinaus will.

Lass dich bitte von meinem Kommentar nicht entmutigen, du wolltest eine Betrachtung "so kritisch wie möglich".  

Beste Grüße,
Seth


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BeitragVerfasst am: 18.05.2021 14:16    Titel: Re: Die Bardin des Königs (Arbeitstitel) Antworten mit Zitat

Moin Chris,

dein Text hat mir keine Ruhe gelassen, daher hab ich mich mal drangesetzt. Alles, was ich anmerke ist bloß ein Vorschlag. Ich weiss es nicht besser, ich möchte dich unterstützen. Vielleicht kannst du etwas davon verwenden. Kommasetzung habe ich nicht angefasst. Los gehts:

Medicus, Schreiber hat Folgendes geschrieben:

Niela blickte leblos durch die Frau neben ihr auf der Bühne. Blickte Wiederholung durch das goldene Kleid das sich um die delikate Figur der Bardin legte und im Runenlicht der Bühne hier werde ich zum ersten Mal rausgerissen, weil ich mir ein „Runenlicht“, bloß durch die Einzelnennung des Wortes nicht vorstellen kann. Vielleicht lieber „Das Licht der leuchtenden Runen auf der Bühne" sich leicht zum Takt der Ballade bewegte. Sie blickte auch durch das Geflecht an Händen und Armen das die Bardin Wiederholung. Vielleicht „Sängerin“ oder „Aspirantin“, immerhin ist es eine Art Vorsingen? nutzte, um ihre Ballade Wiederholung zu beleben. Alles was Niela sah war Grauen, tiefes endloses Grauen. Die Vorführung konnte einfach nicht mithalten mit dem, was sie heute Morgen auf der Straße gesehen hatte. Eine Frau hatte am Fenster ihres Hauses gestanden, mehrere Stockwerke hoch und ihre die Fenster geputzt. Plötzlich rutschte ihre Hand auf dem eisigen Fensterbrett ab und versetzte der Frau einen Schwung der verlorene Halt war es, der sie aus dem Fenster beförderten. Mit aufgerissene Augen und einem langanhaltener langen/lang gezogenem Schrei segelte die Frau durch die Luft und beendete die Szene mit einem Aufprall der einem Paukenschlag gleichkam. Das Bild wirkt mMn nicht, wenn du nicht auch schon vorher musikalische oder orchestrale Vergleiche benutzt. Wenn du die „Vorführung“ der putzenden Frau allerdings von Beginn an durch die Augen der Prota in ihrer ganz eigenen Welt beschreibst (z.B. „Die Finger der Frau fuhren mit dem Lappen über das Glas, zaghaft, als würden Harfensaiten gezupft“ … oder so, dann kannst du das mit dem Paukenschlag machen. Dies würde deiner Prota vielleicht auch schon etwas mehr Tiefe geben, sie lebt ja für die Bühne. Niela seufzte. Was eine Aufführung. Zugegeben, die Frau war jetzt tod, aber die Aufführung hatte sie mehr bewegt als diese armeslige Bardin neben ihr auf der Bühne es je schaffen würde.  Das kannst du komplett streichen. Der Satz fällt für mich unter Show, dont Tell (zukünftig: SdT). Du ersparst dir zwei weitere Wiederholungen (Aufführung/Bardin) und die Korrektur zweier Rechtschreibfehler. Und der nächste Satz bekommt durch das weglassen mehr Punch.

Niela wurde schmerzhaft aus ihrer Erinnerung gerissen, als die Bardin Wiederholung eine Note falsch traf.

„Bei allen Harfen dieser Welt!“ übertönte Nielas Stimme nicht nur die Orchestermusik sondern auch das was diese BardinWiederholung Gesang nannte.

Die Musik verstummte genau wie die Bardin Wiederholungund Lichtrunen überall im Theatersall des königlichen Gasthauses fingen an zu glühen als Runenmagier sie antippten.Du erwähnst die Runenmagier bis hierhin mit keinem Wort. Diese magischen Burschen bieten doch bestimmt eine imposante/interessante Erscheinung. Hälst du es nicht für eine gute Idee, sie zuvor mit ein, zwei Kurzen Sätzen zu beschreiben? Wie sehen ihre Roben aus? Tragen sie in dieser Welt überhaupt Roben? Und wie genau leuchtet ihre Runenmagie? All diese Fragen wuseln durch meinen Kopf. Leider liefert dein Text keine Antworten. Schade. 

„Wollt ihr das Publikum foltern? Wollt ihr es leiden sehen? Oder seid ihr einfach nur unfähig?“, schrie Niela die Bardin Wiederholung an, die aber nur wenige Schritte entfernt von ihr stand.

Die Augen der Bardin Wiederholung weiteteten sich, ihr Kinn fing an zu zittern und Niela fragte sich ob sie die Frau gleich weinen würde. Hier würde ich einen Absatz einbauen, dann wird klarer, dass als nächstes deine Prota und nicht die Anwärterin gemeint ist. Sie war bereit diese Aufführung Du benutzt immer die selben Worte, das macht es schwer, den Text flüssig zu lesen. Zum Beispiel könnte man es auch so verstehen, dass mit dem letzten „diese Aufführung“ das Mienenspiel der Sängerin, welche gerade von deiner Prota zusammengefaltet wird, gemeint ist abzuwarten, ihr eine Gelegenheit zu geben echte Gefühle auf der Bühne zu zeigen und damit zumindest ihren jämmerlichen Gesang wieder gut zu machen. Aber schon als Niela das durch den Kopf ging schalte sie sich selbst. Niemand hat eine 2. Die Ziffer würde ich ausschreiben, das liest sich mMn besser Chance verdient, niemand! Dennoch konnte sie sich nicht dazu bringen die Künstlerin Daumen hoch Sehr gut, mal was anderes ihrer letzten Szene auf der Bühne zu berauben. Schließlich würde sie nach ihrer Kritik nie wieder aufführen, zumindest wenn es nach Niela ging. Also wartete sie auf ihre Reaktion. Die beiden letzten Sätze ergeben keinen Sinn, denn deine Prota hat mit sie mit ihrer Unterbrechung bereits der letzten Szene beraubt. Die Sängerin hat aufgehört zu singen.
Medicus, Schreiber hat Folgendes geschrieben:
Die Musik verstummte genau wie die Bardin.


„Aber aber“, ertönte eine Stimme von den Sitzplätzen des fast leeren Theatersaales.Besser: Aus dem fast leeren Zuschauerraum Nielas Kopf ruckte zu dem Sprecher, einem Mann in kostbarer Kleidung, pompös und bunt, ein Adeliger. SdT Sie hätte fast den Mund verzogen wie jemand der in eine Zitrone biß. Reiß dich zusammen, schließlich bist du auf einer Bühne.Würde ich eventuell kursiv setzen, dann wird klarer, dass Niela denkt. Kannst Du dann im ganzen Text so machen.

„Werte Frau Ibrandria,,,“, fuhr der Adelige fort aber Niela schoß Blut durch die Adern bis in die Ohren, dass sie dachte nur noch Paukenschläge vernehmen zu können. Die "Paukenschläge" erzeugen ein seltsames Bild. Streich das „aber“ und lass alles nach „Adern“ weg.Er hatte sie Frau Ibrandria genannt. Nicht geehrte Bardin oder Bardin Ibrandria, nein, Frau Irbandria! Hier stört mich das Bardin ausnahmsweise nicht. Es stellt heraus, das ihr die Berufsbezeichnung überaus wichtig ist, quasi ihr eigener Adelstitel.Vielleicht setzt du das „Frau“ noch kursiv, um das Wort zu betonen?

Ungewollt entblößte sie Zähne bleckte sie die Zähne? und machte einen Schritt auf den Bühnenrand auf den Adeligen zu.

„...meine Frau Elena“, er zeigte auf die Bardin Wiederholung neben ihr, die ein leises Schluchzen von sich gab.

„hat eine wundervolle Ballade gesungen. Ja gut, vielleicht war da eine Note falsch. Aber das hier ist doch auch eine Probe und keine echte Vorführung.“
Warum machst du Absätze zwischen der wörtlichen Rede des Adeligen? Es spricht ja niemand anderes. Das reisst mich raus. Die Absätze würde ich löschen.

Keine echte Vorführung? Niela wiederholte es in Gedanken und spürte dabei wie ihre Zunge die Worte formten, langsam und mit steigender Wut. 

„Ist das so?“, fragte sie.
Auch hier, warum die Absätze?
„Ist das wirklich so?“, hallte ihre Stimme nun von den runenbesetzten Wänden wieder und dabei blickte Niela jede Person im fast leeren Saal in die Augen die sich traute zurückzuschauen. An dieser Stelle könntest du kurz und knapp die Anwesenden aufzählen (Künstler, Musiker, Direktor …) Es erleichtert deinen Lesern, den Überblick zu behalten. Keiner sagte was, kein Geräusch war zu hören, selbst die Orchestermusiker saßen wie versteinert auf ihren Stühlen und trauten sich nicht ihre Instrumente für das den nächsten Einsatz zu richten. Niemand antwortete ihr und auch die Bardin Wiederholung am Bühnenrand, die als nächstes vorführen würde die als Nächste an der Reihe wäre, sagte nichts.

Sie Niela blickte auf den Adeligen herab:“Jede Probe ist eine Vorführung. Jeder der sich auf die kostbaren Hölzer magledanischer Bühnen begibt hat eine Verantwortung, ja sogar eine Verpflichtung gegenüber den Zuschauern die besten Balladen aufzuführen die menschenmöglich sind.“ Der erste halbwegs vernünfige Absatz. Deine Prota wird geformt. Daumen hoch

Sie blickte sich im Saal um und ihr Blick blieb auf dem AdeligenWiederholung. Vielleicht „schnöseligen Ehegatten“? liegen.

„Ihr könnt nicht, dürft nicht, riskieren auch nur einen Zuschauer zu enttäuschen. Niemals, NIEMALS!“Warum sagt sie das zu dem Ehemann der Sängerin? Er hat doch gar nichts vorgeführt?

Niela spürte ein Brennen in den Augen und wusste sie waren kurz davor sich mit Tränen zu füllen. Schnell schloss sie die Augen für einen Moment um ihre Gefühle wieder unter Kontrolle zu bringen. Jetzt war nicht die Zeit über ihr Versagen nachzudenken. Wieso hat sie an dieser Stelle versagt? Verstehe ich nicht. Als sie sie wieder öffnete sah sie den Adeligen Wiederholung gerade den Mund öffnen. Sofort fuhr Niela sie fort:“Und die besten Balladen Magledans beruhen nicht nur auf wahren Begebenheiten mit echten Emotionen sondern müssen auch in perfekter Form vorgeführt werden.“

Niela sah wie der Adelige Wiederholung vor ihr wieder Luft holte und sie gab ihm einem Moment um unschön ein Wort zu beginnen bevor sie ihn wieder übertönte:“Und eure Werte Gattin“, Niela konnte ein aufblähen der Nasenflügel dabei nicht unterdrücken“ würde nicht mal einen hohen Ton treffen, wenn man sie aus einem Fenster stürtzte“ Nettes Bild. Schafft auch den Callback zum Beginn der Story. Daumen hoch

Der Adelige sprang auf, rot im Gesicht und schnaufend schnaufte wie ein Bulle.

„Ihr glaubt wohl nur weil ihr die Lieblingsbardin des Königs seid könnt ihr einfach alle anderen herablassend behandeln. Aber das wird ein Nachspiel haben, das versichere ich euch!“, brüllte der Adelige Wiederholung ihr entgegen und Niela nickte nur schwach, war er doch nicht der erste Adelige Wiederholung der kein Gespür für Kunst hatte und deren Reaktionen das wirkt nicht rund. Vielleicht: „und überhaupt, die Reaktionen aller Aristokraten“ waren alle gleich und damit langweilig.

„Komm Elena“, rief er seiner Frau zu und streckte eine Hand nach ihr aus als ob er einen Hund zu sich rief. Gut Daumen hoch

Nielas Kopf ruckte zur Bardin. Wiederholung. Und überhaupt: Zu welcher? Es sind mindestens Zwei anwesend. Ihr Herz fing an zu rasen und sie spürte ein zittern in ihren Händen. Wird sie...

Die Bardin Wiederholung. Welche Bardin? Merkst du das? Indem du immer das selbe Wort verwendest, verliert man komplett den Überblick, wer gerade gemeint ist. wischte sich eine Träne von der Wange, nahm einen tiefen Atemzug, drückte ihren delekaten Rücken durch und warf gleichzeitig ihr Haar zurück. Dann erhob sie das Kinn, schaufte ein mmmhhh in Nielas Richtung und stolzierte von der Bühne. Kein schlechter Abgang. Daumen hoch


Hier höre ich erstmal auf. Ich hoffe, meine Anmerkungen konnten dir weiterhelfen. Möchtest du, dass ich weitermache, oder kommst du ab hier allein zurecht?

Beste Grüße,
Seth


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BeitragVerfasst am: 19.05.2021 11:16    Titel: Re: Die Bardin des Königs (Arbeitstitel) pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Seth,

danke für die ganze Arbeit mit meinem Text, hat mir gut weitergeholfen. Gerade die Erklärungen zu der Kritik sind sehr hilfreich.

Neben sprachlichen Problemen, hatte ich aber wie gesagt noch nicht im Text kontrolliert, muss ich wohl an meinen Wortwiederholungen, Wortwahl und Szenenbeschreibung arbeiten. Ich bin aber froh nur einmal ein Show Dont Tell Problem gesehen zu habe, das war diese Woche tatsächlich mein Schwerpunkt für den Text.

Die Gedanken von Niela sind im Originalfile übrigens alle Kursiv, ist wohl leider bei der Kopie ins Forum formatiert wurden.

Die Zusammenfassung von dir ist auch sehr hilfreich. Tatsächlich kommt es aber nur zu 90% an das ran, was ich sagen wollte. Das zeigt mir nur noch einmal mehr, dass ich Szenen deutlicher beschreiben muss.

Ich würde mich sehr freuen, wenn du weiter meine Texte kritisierst. Ich bin derzeit dabei das 1. Kapitel umzuschreiben, eine neue Version kommt die Tage. Ich versuche dann auch die sprachliche Seite mehr zu beachten.

Danke
Chris




Seth Gecko hat Folgendes geschrieben:
Moin Chris,

dein Text hat mir keine Ruhe gelassen, daher hab ich mich mal drangesetzt. Alles, was ich anmerke ist bloß ein Vorschlag. Ich weiss es nicht besser, ich möchte dich unterstützen. Vielleicht kannst du etwas davon verwenden. Kommasetzung habe ich nicht angefasst. Los gehts:

Medicus, Schreiber hat Folgendes geschrieben:

Niela blickte leblos durch die Frau neben ihr auf der Bühne. Blickte Wiederholung durch das goldene Kleid das sich um die delikate Figur der Bardin legte und im Runenlicht der Bühne hier werde ich zum ersten Mal rausgerissen, weil ich mir ein „Runenlicht“, bloß durch die Einzelnennung des Wortes nicht vorstellen kann. Vielleicht lieber „Das Licht der leuchtenden Runen auf der Bühne" sich leicht zum Takt der Ballade bewegte. Sie blickte auch durch das Geflecht an Händen und Armen das die Bardin Wiederholung. Vielleicht „Sängerin“ oder „Aspirantin“, immerhin ist es eine Art Vorsingen? nutzte, um ihre Ballade Wiederholung zu beleben. Alles was Niela sah war Grauen, tiefes endloses Grauen. Die Vorführung konnte einfach nicht mithalten mit dem, was sie heute Morgen auf der Straße gesehen hatte. Eine Frau hatte am Fenster ihres Hauses gestanden, mehrere Stockwerke hoch und ihre die Fenster geputzt. Plötzlich rutschte ihre Hand auf dem eisigen Fensterbrett ab und versetzte der Frau einen Schwung der verlorene Halt war es, der sie aus dem Fenster beförderten. Mit aufgerissene Augen und einem langanhaltener langen/lang gezogenem Schrei segelte die Frau durch die Luft und beendete die Szene mit einem Aufprall der einem Paukenschlag gleichkam. Das Bild wirkt mMn nicht, wenn du nicht auch schon vorher musikalische oder orchestrale Vergleiche benutzt. Wenn du die „Vorführung“ der putzenden Frau allerdings von Beginn an durch die Augen der Prota in ihrer ganz eigenen Welt beschreibst (z.B. „Die Finger der Frau fuhren mit dem Lappen über das Glas, zaghaft, als würden Harfensaiten gezupft“ … oder so, dann kannst du das mit dem Paukenschlag machen. Dies würde deiner Prota vielleicht auch schon etwas mehr Tiefe geben, sie lebt ja für die Bühne. Niela seufzte. Was eine Aufführung. Zugegeben, die Frau war jetzt tod, aber die Aufführung hatte sie mehr bewegt als diese armeslige Bardin neben ihr auf der Bühne es je schaffen würde.  Das kannst du komplett streichen. Der Satz fällt für mich unter Show, dont Tell (zukünftig: SdT). Du ersparst dir zwei weitere Wiederholungen (Aufführung/Bardin) und die Korrektur zweier Rechtschreibfehler. Und der nächste Satz bekommt durch das weglassen mehr Punch.

Niela wurde schmerzhaft aus ihrer Erinnerung gerissen, als die Bardin Wiederholung eine Note falsch traf.

„Bei allen Harfen dieser Welt!“ übertönte Nielas Stimme nicht nur die Orchestermusik sondern auch das was diese BardinWiederholung Gesang nannte.

Die Musik verstummte genau wie die Bardin Wiederholungund Lichtrunen überall im Theatersall des königlichen Gasthauses fingen an zu glühen als Runenmagier sie antippten.Du erwähnst die Runenmagier bis hierhin mit keinem Wort. Diese magischen Burschen bieten doch bestimmt eine imposante/interessante Erscheinung. Hälst du es nicht für eine gute Idee, sie zuvor mit ein, zwei Kurzen Sätzen zu beschreiben? Wie sehen ihre Roben aus? Tragen sie in dieser Welt überhaupt Roben? Und wie genau leuchtet ihre Runenmagie? All diese Fragen wuseln durch meinen Kopf. Leider liefert dein Text keine Antworten. Schade. 

„Wollt ihr das Publikum foltern? Wollt ihr es leiden sehen? Oder seid ihr einfach nur unfähig?“, schrie Niela die Bardin Wiederholung an, die aber nur wenige Schritte entfernt von ihr stand.

Die Augen der Bardin Wiederholung weiteteten sich, ihr Kinn fing an zu zittern und Niela fragte sich ob sie die Frau gleich weinen würde. Hier würde ich einen Absatz einbauen, dann wird klarer, dass als nächstes deine Prota und nicht die Anwärterin gemeint ist. Sie war bereit diese Aufführung Du benutzt immer die selben Worte, das macht es schwer, den Text flüssig zu lesen. Zum Beispiel könnte man es auch so verstehen, dass mit dem letzten „diese Aufführung“ das Mienenspiel der Sängerin, welche gerade von deiner Prota zusammengefaltet wird, gemeint ist abzuwarten, ihr eine Gelegenheit zu geben echte Gefühle auf der Bühne zu zeigen und damit zumindest ihren jämmerlichen Gesang wieder gut zu machen. Aber schon als Niela das durch den Kopf ging schalte sie sich selbst. Niemand hat eine 2. Die Ziffer würde ich ausschreiben, das liest sich mMn besser Chance verdient, niemand! Dennoch konnte sie sich nicht dazu bringen die Künstlerin Daumen hoch Sehr gut, mal was anderes ihrer letzten Szene auf der Bühne zu berauben. Schließlich würde sie nach ihrer Kritik nie wieder aufführen, zumindest wenn es nach Niela ging. Also wartete sie auf ihre Reaktion. Die beiden letzten Sätze ergeben keinen Sinn, denn deine Prota hat mit sie mit ihrer Unterbrechung bereits der letzten Szene beraubt. Die Sängerin hat aufgehört zu singen.
Medicus, Schreiber hat Folgendes geschrieben:
Die Musik verstummte genau wie die Bardin.


„Aber aber“, ertönte eine Stimme von den Sitzplätzen des fast leeren Theatersaales.Besser: Aus dem fast leeren Zuschauerraum Nielas Kopf ruckte zu dem Sprecher, einem Mann in kostbarer Kleidung, pompös und bunt, ein Adeliger. SdT Sie hätte fast den Mund verzogen wie jemand der in eine Zitrone biß. Reiß dich zusammen, schließlich bist du auf einer Bühne.Würde ich eventuell kursiv setzen, dann wird klarer, dass Niela denkt. Kannst Du dann im ganzen Text so machen.

„Werte Frau Ibrandria,,,“, fuhr der Adelige fort aber Niela schoß Blut durch die Adern bis in die Ohren, dass sie dachte nur noch Paukenschläge vernehmen zu können. Die "Paukenschläge" erzeugen ein seltsames Bild. Streich das „aber“ und lass alles nach „Adern“ weg.Er hatte sie Frau Ibrandria genannt. Nicht geehrte Bardin oder Bardin Ibrandria, nein, Frau Irbandria! Hier stört mich das Bardin ausnahmsweise nicht. Es stellt heraus, das ihr die Berufsbezeichnung überaus wichtig ist, quasi ihr eigener Adelstitel.Vielleicht setzt du das „Frau“ noch kursiv, um das Wort zu betonen?

Ungewollt entblößte sie Zähne bleckte sie die Zähne? und machte einen Schritt auf den Bühnenrand auf den Adeligen zu.

„...meine Frau Elena“, er zeigte auf die Bardin Wiederholung neben ihr, die ein leises Schluchzen von sich gab.

„hat eine wundervolle Ballade gesungen. Ja gut, vielleicht war da eine Note falsch. Aber das hier ist doch auch eine Probe und keine echte Vorführung.“
Warum machst du Absätze zwischen der wörtlichen Rede des Adeligen? Es spricht ja niemand anderes. Das reisst mich raus. Die Absätze würde ich löschen.

Keine echte Vorführung? Niela wiederholte es in Gedanken und spürte dabei wie ihre Zunge die Worte formten, langsam und mit steigender Wut. 

„Ist das so?“, fragte sie.
Auch hier, warum die Absätze?
„Ist das wirklich so?“, hallte ihre Stimme nun von den runenbesetzten Wänden wieder und dabei blickte Niela jede Person im fast leeren Saal in die Augen die sich traute zurückzuschauen. An dieser Stelle könntest du kurz und knapp die Anwesenden aufzählen (Künstler, Musiker, Direktor …) Es erleichtert deinen Lesern, den Überblick zu behalten. Keiner sagte was, kein Geräusch war zu hören, selbst die Orchestermusiker saßen wie versteinert auf ihren Stühlen und trauten sich nicht ihre Instrumente für das den nächsten Einsatz zu richten. Niemand antwortete ihr und auch die Bardin Wiederholung am Bühnenrand, die als nächstes vorführen würde die als Nächste an der Reihe wäre, sagte nichts.

Sie Niela blickte auf den Adeligen herab:“Jede Probe ist eine Vorführung. Jeder der sich auf die kostbaren Hölzer magledanischer Bühnen begibt hat eine Verantwortung, ja sogar eine Verpflichtung gegenüber den Zuschauern die besten Balladen aufzuführen die menschenmöglich sind.“ Der erste halbwegs vernünfige Absatz. Deine Prota wird geformt. Daumen hoch

Sie blickte sich im Saal um und ihr Blick blieb auf dem AdeligenWiederholung. Vielleicht „schnöseligen Ehegatten“? liegen.

„Ihr könnt nicht, dürft nicht, riskieren auch nur einen Zuschauer zu enttäuschen. Niemals, NIEMALS!“Warum sagt sie das zu dem Ehemann der Sängerin? Er hat doch gar nichts vorgeführt?

Niela spürte ein Brennen in den Augen und wusste sie waren kurz davor sich mit Tränen zu füllen. Schnell schloss sie die Augen für einen Moment um ihre Gefühle wieder unter Kontrolle zu bringen. Jetzt war nicht die Zeit über ihr Versagen nachzudenken. Wieso hat sie an dieser Stelle versagt? Verstehe ich nicht. Als sie sie wieder öffnete sah sie den Adeligen Wiederholung gerade den Mund öffnen. Sofort fuhr Niela sie fort:“Und die besten Balladen Magledans beruhen nicht nur auf wahren Begebenheiten mit echten Emotionen sondern müssen auch in perfekter Form vorgeführt werden.“

Niela sah wie der Adelige Wiederholung vor ihr wieder Luft holte und sie gab ihm einem Moment um unschön ein Wort zu beginnen bevor sie ihn wieder übertönte:“Und eure Werte Gattin“, Niela konnte ein aufblähen der Nasenflügel dabei nicht unterdrücken“ würde nicht mal einen hohen Ton treffen, wenn man sie aus einem Fenster stürtzte“ Nettes Bild. Schafft auch den Callback zum Beginn der Story. Daumen hoch

Der Adelige sprang auf, rot im Gesicht und schnaufend schnaufte wie ein Bulle.

„Ihr glaubt wohl nur weil ihr die Lieblingsbardin des Königs seid könnt ihr einfach alle anderen herablassend behandeln. Aber das wird ein Nachspiel haben, das versichere ich euch!“, brüllte der Adelige Wiederholung ihr entgegen und Niela nickte nur schwach, war er doch nicht der erste Adelige Wiederholung der kein Gespür für Kunst hatte und deren Reaktionen das wirkt nicht rund. Vielleicht: „und überhaupt, die Reaktionen aller Aristokraten“ waren alle gleich und damit langweilig.

„Komm Elena“, rief er seiner Frau zu und streckte eine Hand nach ihr aus als ob er einen Hund zu sich rief. Gut Daumen hoch

Nielas Kopf ruckte zur Bardin. Wiederholung. Und überhaupt: Zu welcher? Es sind mindestens Zwei anwesend. Ihr Herz fing an zu rasen und sie spürte ein zittern in ihren Händen. Wird sie...

Die Bardin Wiederholung. Welche Bardin? Merkst du das? Indem du immer das selbe Wort verwendest, verliert man komplett den Überblick, wer gerade gemeint ist. wischte sich eine Träne von der Wange, nahm einen tiefen Atemzug, drückte ihren delekaten Rücken durch und warf gleichzeitig ihr Haar zurück. Dann erhob sie das Kinn, schaufte ein mmmhhh in Nielas Richtung und stolzierte von der Bühne. Kein schlechter Abgang. Daumen hoch


Hier höre ich erstmal auf. Ich hoffe, meine Anmerkungen konnten dir weiterhelfen. Möchtest du, dass ich weitermache, oder kommst du ab hier allein zurecht?

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BeitragVerfasst am: 09.06.2021 15:30    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo,

ich habe jetzt mit dem Feedback das 1. Kapitel umgeschrieben. Diesmal habe ich auch mehr auf Rechtschreibung und Grammatik geachtet. Besonderer Fokus lag diesmal auf Wortwiederholungen und deutlicherer Ausdruck. Hier ist der Text: https://drive.google.com/file/d/1-cLVTtmYrotLvGvMnaAl8F276h946-Hw/view?usp=sharing

Alternativ könnt ihr ihn auch hier im Forum lesen, das hat allerdings den Nachteil, dass die Formatierung nicht mehr stimmt. Aus irgendeinem Grund kann ich aus Word nichts hier reinkopieren, ohne das kursive Schrift verloren geht. Auch bekomme ich es nicht mehr hin, dass Absätze übernommen werden.

Noch ein Wort zu den Textstatistiken: Laut verschiedenen Zählformen, scheint der Text als relativ einfach lesbar zu gelten, wohl ein Durschnitt aus Satz- und Wortlänge. Ich bin mir aber nicht sicher, ob diese Zahl irgendwas taugt, da ein Anfang mit vielen langen Sätzen und ein Ende mit kurzen auch zu einem guten Ergebnis führen würde. Auch ist nicht jeder kurze Satz oder jeder lange Satz automatisch schwer/einfach zu lesen. Dennoch die Frage an euch, haltet ihr eine solche Statistik für sinnvoll?

Die andere Statistik ist die Häufigkeit von Wörtern. Soweit ich das sehe ich mit 38 Stück die Bardin/Barde das häufigste Nomen. Mir erscheint das was zu viel. Ich habe zwar schon öfter Künstlerin eingesetzt, aber irgendwie will das noch nicht so ganz funzen Smile Ist das ein Problem? Und wenn ja, habt ihr einen Vorschlag? Die anderen häufigen Wörter sind war, hatt, als usw. Wie problematisch sind die in dem Umfang? Mein Verdacht ist, dass z.B. fast jedes war auch besser formulierte Sätze enden könnte. Was denkt ihr?
"Sie war glücklich" oder "Sie hüpfte glücklich durch den Raum" Kürze gegen Vielfalt?

Hier nun der Text:

Geschichte war tot, Gesang war tot. Tanz war tot, Eleganz war tot. Und Niela wusste, wer verantwortlich war.
Niela Ibrandria war eine Bardin und sie hatte mit ihren 22 Jahre alles erreicht, wovon ein Künstler in Magledan träumen konnte. Bauern, Handwerker und Soldaten strömten genauso wie Offiziere, Magier und Adelige zu ihren Vorstellungen, selbst wenn sie in den entlegensten königlichen Gasthäusern auftrat. Sogar der König bat sie immer wieder um Aufführungen. Der König!
Sie hätte der glücklichste Mensch Magledans sein sollen, oder zumindest die glücklichste Künstlerin. Aber war sie glücklich? Nein, sie war sogar zutiefst unglücklich. Der König hatte sie gebeten Barden in der Provinz zu prüfen. Er war mit den Zuschauerzahlen in den Gasthäusern unzufrieden und dachte, es könnte an den Barden liegen. Könnte? Ist es nass, wenn es regnet?
Also reiste sie seit Wochen durch die entlegensten Provinzen Magledans und ließ eine Ballade nach der anderen über sich ergehen. Dabei fragte sie sich nicht zum ersten Mal, ob der König sie bestrafen wollte. Aber warum sollte er die einzige Bardin ohne Zuschauerprobleme im Reich bestrafen? Nein, nein, Niela wusste, dass sie eine blühende Phantasie hatte. Der König konnte einfach nicht nachvollziehen, was es für eine Meisterin der Kunst bedeutete, wenn jemand einen Ton falsch traf, beim Tanzen das Gleichgewicht verlor oder eine Erzählung keinen Sinn machte. Eine Ballade musste magisch sein, der Tanz Winde erschaffen, der Gesang Blumen zum Blühen bringen und die Erzählung den Geist beleben. Und wenn eines dieser drei Elemente nicht stimmte, dann zerbrach der gesamte Zauber. Und Balladen waren Zauberei.
Die Runenmagier würden sagen, Balladen verfügen über keine Magie. Sie würden sagen, Magie ist eine Wissenschaft und nur wer jahrelang Runen studiert, entfesselt ihre Kraft. Und auch wenn eine Aufführung von Runenmagie unterstützt wurde, um Spezialeffekte zu erzeugen, so war doch das Ergebnis keine Zauberei. Aber Niela wusste es besser, wusste um die einzigartigen Effekte von guten Vorführungen und erinnerte sich auch noch genau daran, wie sie als Kind diese genossen hatte:
Ihre Mutter war eine berühmte Bardin gewesen, verheiratet mit einem Grafen. Und abends nach den Vorstellungen, wenn sie zurück in der Burg war, hatte Niela sich immer in ihr Arbeitszimmer geschlichen, ein riesiges Zimmer im höchsten Turm, mit steinigen Wänden, die für eine bessere Akustik mit dämpfenden Runen versehen waren. Für sie war dieser Raum das Zentrum der Magie gewesen. Schwere und zugleich süße Düfte von Schminke und Duftwassern waren schon beim Aufstieg der kalten Treppen zu riechen gewesen. Beim Betreten des Zimmers vermischten sich diese mit einer Honignote, die vom magledanischem Holz der Sessel und des Schreibtischs ausgingen, als ob sie Musiker eines Orchesters waren und ein Stück für die Nase spielten. Im Zimmer würde dann der Tanz mit ihrer Lieblingsbardin beginnen und sie wusste schon früh, wie sie ihre Rolle zu spielen hatte.
„Blümchen, was machst du nur wieder, du weißt doch, dass du jetzt schlafen solltest“, würde ihre Mutter sie tadeln. Sie hatte immer pflichtbewusst genickt, während ihre langen schwarzen Haare wild umherflogen, und ihre großen Augen sehnsüchtig auf die Notenblätter auf dem Schreibtisch blickten. „Nur ein Lied, biittee“, würde sie betteln und ihre Mutter würde seufzen, lächeln und sie dann zum Kamin begleiten, wo sie sich hinsetzte, während Niela sich an sie kuschelte. Es war immer der gleiche Tanz gewesen, und Niela wollte keine andere Rolle.
Sie würde ihr danach ins Ohr flüstern, was herrlich kribbelte, welche Lieder sie heute singen könnte. Sie wusste nicht warum, aber selten waren bei den Liedern welche von ihren öffentlichen Aufführungen dabei und wenn sie danach fragte, dann fiel ein Schatten über die sonst leuchtenden Augen ihrer Mutter. Und so wählte sie nur Stücke, von denen sie wusste, dass diese nie aufgeführt wurden. Sie ging sogar so weit und schlich tagsüber ungesehen in das Arbeitszimmer, um sicherzustellen, dass sie nicht aus Versehen eines der bekannten Bühnenstücke wählte. Es gab so wenige Nächte, wo ihre Mutter in der Burg war, sie wollte nicht riskieren, auch nur eine davon zu verlieren.
Danach würde die Aufführung beginnen. Geschichten aller Art würden mit der schönsten Stimme der Welt, da war sich Niela sicher, durch den Raum schwingen und unkontrolliert, aber nicht ungewollt, vom Knistern des Kaminfeuers begleitet. Sie versuchte immer so viele Stücke wie möglich von ihrer Mutter zu bekommen. Aber viel zu oft fiel es ihr schwer, die Augen offen zu halten. Es war wie verhext. Während die beruhigenden Töne, und Niela hatte den Verdacht, dass ihre Mutter einige Lieder weniger aggressiv sang, als die Geschichte es rechtfertigte, sie einlullten, musste sie sich zwingen nicht einzuschlafen. Dabei half es auch nicht, dass eine Hand durch ihre Haare wuselte und wohlige Schauer über ihren Rücken jagte.
Dann am nächsten Morgen wusste sie nie, wie sie in ihr eigenes Bett gekommen war. Aber sie wachte immer mit einem Lächeln auf und hüpfte und sprang danach durch den ganzen Tag, als ob sie unsichtbare Flügel hätte. Konnte sowas Runenmagie? Nein, natürlich nicht. Und es waren nicht nur beruhigende Balladen, die magisch wirkten, genauso konnte eine nachdenkliche Ballade den Geist für Tage vor Langeweile bewahren oder eine epische Geschichte Soldaten für eine bevorstehende Schlacht motivieren. Kurzum, Balladen waren magisch und weil die Runenmagier das nicht begriffen, standen sie hinter und Barden auf der Bühne.
Jetzt stand sie allerdings nur am Bühnenrand, im dunklem, unsichtbar für die zwei Zuschauer im Saal, und betrachtete die vorletzte Künstlerin für heute. Sie bewegte sich im Takt der Orchestermusik, hüpfte und sprang, als ob sie versuchte zu zeigen, dass sie beweglicher als ein Vogel wäre. Niela konnte den Tanz nicht kritisieren, sie zeigte perfekte Bewegungen, immer im Gleichgewicht, immer im Takt der Musik. Dazu trällerte sie wie eine Nachtigall, irgendwas von einem tapferen Soldaten aus dem Krieg. Aber was Niela nicht verstand, war warum? Was hatte die Geschichte eines Soldaten mit dem Tanz eines Vogels zu tun? Was? Was wollte sie sagen? Wo war die Harmonie von Bewegung, Gesang und Erzählung? Und dann passierte es, die Bardin traf einen falschen Ton und Niela hatte das Gefühl, als ob jemand eine Pauke neben ihrem Ohr geschlagen hätte.
„Bei allen kaputten Harfen dieser Welt!“, übertönte ihre Stimme sowohl die Orchestermusik, als auch das, was die Frau vor für Gesang hielt.
Das Orchester verstummte genau wie die Bardin. Lichtrunen überall im Theatersaal des königlichen Gasthauses fingen an zu glühen, als Runenmagier hinter der Bühne anfingen sie mit ihren Händen nachzuzeichnen.
„Wollt ihr das Publikum foltern? Wollt ihr es leiden sehen? Oder seid ihr einfach nur unfähig?“, schrie Niela die Bardin an, die aber nur wenige Schritte entfernt stand.
Die Augen der Frau weiteten sich, ihr Kinn fing an zu zittern und sie fragte sich, ob sie gleich weinen würde. Sie war bereit, diese Aufführung abzuwarten, ihr eine Gelegenheit zu geben echte Gefühle auf der Bühne zu zeigen und damit zumindest ihren jämmerlichen Gesang wieder gut zu machen. Aber noch als Niela das durch den Kopf ging, wusste sie, dass es falsch war. Niemand hat eine 2. Chance verdient, niemand! Dennoch konnte sie sich nicht dazu bringen, die Künstlerin ihrer letzten Szene auf der Bühne zu berauben. Schließlich würde sie nach ihrer Kritik nie wieder aufführen, zumindest wenn es nach ihr ging. Also wartete sie auf ihre Reaktion.
„Aber aber“, ertönte eine Stimme von den Sitzplätzen des fast leeren Theatersaales. Nielas Kopf zuckte zu dem Sprecher, einem Mann in kostbarer Kleidung, pompös und bunt, ein Adeliger. Sie hätte fast den Mund verzogen wie jemand der in eine Zitrone biss. Reiß dich zusammen, schließlich bist du auf der Bühne.
„Werte Frau Ibrandria“, fuhr der Adelige fort, aber Niela schoss Blut durch die Adern bis in die Ohren, das sie dachte, nur noch Paukenschläge zu hören. Er hatte sie Frau Ibrandria genannt. Nicht geehrte Bardin, oder Bardin Ibrandria, nein, Frau Ibrandria. Fehlte nur noch, dass er sie Bardin Niela nannte, als ob sie keine Meisterbardin wäre! Ungewollt entblößte sie Zähne und machte einen Schritt auf den Adeligen zu.
„...meine Frau Elena“, er zeigte auf die Bardin neben ihr, die ein leises Schluchzen von sich gab, „hat eine wundervolle Ballade gesungen. Ja gut, vielleicht war da eine Note falsch. Aber das hier ist doch auch eine Probe und keine echte Vorführung.“
Keine echte Vorführung? Sie wiederholte langsam in Gedanken jedes einzelne Wort und als sie beim letzten angelangt war, glichen ihre Augen nur noch dünnen Schlitzen, wie Schussscharten in einer Burg, aus der jeden Moment Pfeile feuerten.
„Keine echte Vorführung? Ist das so?“, fragte sie. „Ist das wirklich so?“, hallte ihre Stimme nun von den runenbesetzten Wänden wieder, die Stimmen verstärkten. Sie blickte jeder Person im Saal in die Augen, die sich traute zurückzuschauen. Keiner sagte was, kein Geräusch war zu hören, selbst die Orchestermusiker saßen wie versteinert auf ihren Stühlen und trauten sich nicht, ihre Instrumente für den nächsten Einsatz zu richten. Sie blickte auf den Adeligen herab: “Jede Probe ist eine Vorführung. Jeder der sich auf die kostbaren Hölzer magledanischer Bühnen begibt, hat eine Verantwortung, ja sogar eine Verpflichtung gegenüber den Zuschauern, die besten Balladen aufzuführen, die menschenmöglich sind.“, sie blickte zu der Bardin, die am Bühnenrand als Nächstes auf ihre Probe wartete.
„Ihr könnt nicht, dürft nicht, riskieren auch nur einen Zuschauer zu enttäuschen. Niemals, NIEMALS!“
Ungewollt drängten sich Bilder in ihren Kopf, wie sie als kleines Mädchen auf der Bühne stand und ihre Mutter ihre Vorführung betrachtete, reglos und mit leeren Augen, der Blick in der Ferne. Sie konnte spüren, wie ihre Augen leicht zu brennen anfingen und wusste, sie war kurz davor eine Träne zu vergießen. Sie schüttelte den Kopf, als ob dies die Erinnerung vertreiben könnte.
Dann sah sie, wie der Adelige gerade den Mund öffnete, und fuhr fort:“Die besten Balladen Magledans beruhen nicht nur auf wahren Begebenheiten, mit echten Emotionen, sondern müssen auch in perfekter Form vorgeführt werden“, sie hörte ein leises Schluchzen hinter sich und hätte fast mit den Augen gerollt, erinnerte sich aber einmal mehr daran, dass sie auf einer Bühne stand. “Und eure werte Gattin würde nicht mal einen hohen Ton treffen, wenn man sie aus einem Fenster stürzte“.
Der Adelige sprang auf, rot im Gesicht. „Ihr glaubt wohl nur weil ihr die Lieblingsbardin des Königs seid könnt ihr euch Freiheiten herausnehmen. Aber das wird ein Nachspiel haben, das versichere ich euch!“, brüllte er ihr entgegen. „Komm Elena“, rief er seiner Frau zu und streckte eine Hand nach ihr aus, als ob er einen Hund zu sich rief.
Sie blickte gelangweilt zur Bardin, die mit hängenden Schultern leise schluchzte. Herrje, kein Wunder, dass deine Vorführung so schlecht ist, wenn jeder der dich kritisiert nicht nur deinen Gemahl am Hals hat, sondern auch von einer Welle der Traurigkeit überschwemmt wird.
Plötzlich veränderte sich etwas in ihrer Haltung. Sie drückte ihren Rücken durch, nahm einen tiefen Atemzug und begegnete Nielas Blick mit erhobenem Kinn. Nicht schlecht, der Übergang von... Aber bevor sie den Gedanken beenden konnte, sah sie, wie die Bardin langsam die Hand hob, eine Träne von der Wange nahm und sie anstarrte. Dann verfinsterte sich ihr Blick und sie schleuderte die Träne von sich. Niela konnte dem Tropfen nur hinterher starren, wie er von den magischen Lichtrunen der Bühne verfolgt wurde und so einen glitzernden Regenbogen hinter sich herzog, bis er aufschlug und die kostbaren magledanischen Bühnenhölzer tränkte. Ihr lief es kalt den Rücken runter, es war nicht einfach, die Lichtrunen für einen solchen Effekt im richtigen Winkel zu erwischen. Ein Teil von ihr wollte sagen, dass dieser Effekt zu teuer erkauft war, das Tränen das waren, was Blut für den Körper war, eben nur für die Seele eines Barden. Aber wie oft hatte sie schon ihre Seele auf der Bühne ausgeschüttet, wenn niemand es sehen konnte? Das war der Preis des Erfolgs und wer ihn nicht bereit war zu zahlen, hatte nichts auf der Bühne verloren.
Die nun rot angelaufene Künstlerin riss sich ihr Haarband aus der perfekt aufgesteckten Frisur und ließ ihr Haar mit einer wilden Kopfbewegung frei umher schwingen. Niela wehte der Duft von Lavendel entgegen und sie saugte ihn gierig ein. Das Haarband schleuderte die Bardin achtlos auf die Tribüne, wo es in Richtung ihres Gatten flog, der immer noch mit erhobener Hand dastand. Dann stolzierte sie von der Bühne, schnaufte aber beim Vorbeigehen noch fast lautlos ein „hmpf“ in ihre Richtung. Niela rieb sich die Gänsehaut auf dem Arm und starrte den schwungvollen Schritten der Frau hinterher, als sie den Saal verließ, dicht gefolgt von ihrem Gemahl. Was ein Abgang, was ein...
„Bardin Ibrandria“. Sie zuckte zusammen und drehte sich herum. Es war der Direktor dieses königlichen Gasthauses, ein dunkel gekleideter Mann mit einem Bart, der an ein Dreieck erinnerte; zwei Bartstummel am Mund, einer am Kinn. Es war das Symbol für Patrioten und hochrangigen Beamte von Magledan. Jemand musste vor Urzeiten geglaubt haben, es wäre ein Geniestreich, jeden und alles daran zu erinnern, dass der magledanische Staat keinen Sinn für Ästhetik hatte. Aber offiziell sollte jeder Stummel eine der drei Institutionen repräsentieren, die Magledan mächtig machten: Die Bibliothek der Runenmagier, die Kaserne der Soldaten und die Akademie der Künste.
„Bitte Bardin Ibrandria, auf ein Wort.“, sagte der Direktor und deutete mit einer Hand hinter den Vorhang. Sie blickte sich im Saal um. Nur ein Zuschauer saß noch im Saal, alle anderen gehörten zum königlichen Gasthaus. Als sie keine Anstalten machte seiner Anweisung zu folgen, trat er einen Schritt näher an sie ran. Sie bleckte instinktiv die Zähne. Immer wenn ein Direktor näher an sie trat auf der Bühne, dann nur, um Vorschläge zu unterbreiten. Nie würde ein Direktor seine Veränderungswünsche laut für alle artikulieren. Immer waren es Geflüster oder Gespräche unter vier Augen. Am liebsten hätte sie einen Schritt von ihm Weg gemacht, oder besser noch ihn von der Bühne gestoßen. Aber wenn sie eines wusste, dann das Direktoren nicht locker ließen, es war fast so, als ob sie nach ihrer Hartnäckigkeit ausgesucht wurden.
„Könnten Sie nicht etwas diplomatisch sein? War es wirklich notwendig die Bardin Elena so bloßzustellen und ihren Patron gleich mit, immerhin ist er ein Adeliger?“
Sie blickte den Direktor stumm an. Erwartete er wirklich eine Antwort darauf?
Einige Sekunden vergingen, ohne das jemand was sagte, und es waren nur die Geräusche einiger Musiker zu hören, die ihre Instrumente absetzten und Notenblätter wendeten. Dann fuhr der Direktor fort: „Bitte Bardin Ibrandria, seien sie zumindest bei der nächsten Aufführung etwas diplomatischer. Wir können immer noch nach der Probe unter vier Augen mit den Künstlern sprechen und Verbesserungsvorschläge machen. Und wenn sie wirklich der Grund für schwindende Zuschauerzahlen ist, dann können wir sie auch entfernen. Aber es gibt wirklich keinen Grund das in der Öffentlichkeit zu machen.“
„Und was wäre die Alternative gewesen? Mhh mhhh? Mit jeder weiteren falschen Note würde das Publikum mehr leiden. Ja sogar die Abwesenheit von Fehlern würde die Zuschauer jetzt Leid zufügen, würden sie doch immer auf den nächsten Fehler warten. Nein, die Bardin hat ihr Vertrauen verspielt, sie musste von der Bühne.“ Sie sah, wie der Direktor mit den Zähnen knirschte, was ihre Stimmung wieder etwas hob.
„Bardin Ibrandria, sie werden sich meinen Vorschlägen beugen, sonst wird das Folgen haben“, flüsterte er ihr entgegen.
Sie sah ihn nur gelangweilt an. Er war nicht der erste Direktor, der versuchte sie zu kontrollieren und ihr sogar drohte. Aber was sollten sie schon machen? Sie war die erfolgreichste Bardin des Landes. Wollten sie ihr die Bühne verbieten? Wie wollten sie das dem Volk erklären? Die beliebteste Künstlerin seit der Einführung der königlichen Gasthäuser vor mehr als hundert Jahren, und sie dürfte nicht mehr auftreten? Ein solcher Skandal würde die Gasthäuser noch mehr Zuschauer kosten, als die diese unfähigen Barden hier auftreten zu lassen.
„Nächste“, sagte Niela, während sie sich wieder hinter den Seitenvorhang begab und den Direktor ohne ein weiteres Wort auf der Bühne zurückließ. Er war ihre Zeit nicht wert. Die letzte Künstlerin für heute betrat die Bühne und der Direktor entfernte sich.
Sie war eine Augenweide, ja sogar ein Kunstwerk in sich selbst; langes, graues Haar, aufgesteckt wie ein eckiger Turm mit vereinzelt geschwärzten Spitzen, welche den Eindruck von Zinnen auf einer Mauer gaben. Dazu trug sie ein grünbraunes Kleid, aus dem ein hochstehender Kragen ragte, als ob er das Fundament des Turmes bildete. Sie war begeistert, der Künstler als Kunstwerk. Sie nickte der Bardin zu und diese trat nun in die Mitte der Bühne, elegant wie eine Katze, als jeder Fuß erst den Boden verließ, wenn der andere ihre Haltung stabilisierte; nicht einmal hüpfte der Turm auf oder ab. Ein stabiles Fundament. Sie erlaubte sich ein Lächeln.
Als das lebende Kunstwerk in der Mitte der Bühne ankam, sah sie im Augenwinkel, wie der Direktor den Runenmagiern ein Zeichen gab, und alle Runenlichter um die Bühne wurden dunkel. Jetzt schienen nur noch wenige, aber starke Runenlichter auf die Bardin. Das Orchester begann eine langsame Melodie zu spielen. Niela nahm einen tiefen Atemzug und genoss neben der Vorfreude auf ein neues Stück den honigartigen Geruch der magledanischen Bühnenhölzer.
„Werte Bürger Magledans“, begann die Bardin in einem Singsang. „Ich bin die Bardin Irina und ich bringe euch eine Ballade.“
Ja, ja, bitte.
„Eine Ballade von der Front, eine Ballade über die Taten meines Gemahls, Baron Borank“, die Bardin streckte beide Hände in Richtung des letzten Zuschauers im Publikum, der sogleich von einer Rune erleuchtet wurde.
Niela zuckte innerlich zusammen. Nein!
„Während des Alrykrieges war ich an der Front, unsere tapferen Soldaten nach ihren Taten befragen“, sang sie weiter und Niela beäugte die Frau kritisch. Wie alt war sie? Sicher nicht älter als sie selbst und sie war während des Krieges ein Kind gewesen. Wie musste sie sich die Geschichte vorstellen?
Die Eltern der 8-jährigen Irina waren begeistert von der Idee, ihre Tochter wollte an die Front, wollte das Blutvergießen mit eigenen Augen sehen, wollte den mordlüsternden Alry selber begegnen, wie gefährlich konnte sowas schließlich sein. Also reiste sie eines Tages in die Wälder Magledans, natürlich alleine, was sollte ihr schon passieren. Angekommen im Armeelager rissen sich die Veteranen darum von der kleinen Irina ausgefragt zu werden, nicht von den schönen erwachsenen Bardinnen, welche sie noch zu Lebzeiten berühmt mit ihren Aufführungen machen konnten und außerdem noch andere Vorzüge im Lager boten. Nein, nein, die Veteranen rissen sich darum von der kleinen unbekannten Irina ausgefragt zu werden, damit sie ein Jahrzehnt später eine Ballade darüber machen würde. Und als sie dann einen der Veteranen, einen Baron, zu seinen Geschichten befragte, verliebte er sich unsterblich in sie. Wie auch nicht, 8-jährige sind besonders erfahren darin, Männer von einer frühen und nicht vorteilhaften Heirat zu überzeugen. Er versprach ihr dann nach dem Krieg sie zu heiraten, hatte sie ihm doch sein Herz geraubt.
Ja, die Geschichte würde sie gerne hören. Und wie würde sie sie nennen? Die Ballade der tapferen Irina? Das Mädchen, das den Alry trotzt? Das gestohlene Herz des Barons? Nein, nein, jetzt hatte sie es: Die LÜGNERIN!
Die Bardin fing an sich über die Bühne zu bewegen. Sie sang davon, was der Baron im Alrykrieg für Aufgaben hatte und wo sein Regiment stationiert war. Alles so interessant wie eine Harfe zu bespannen. Aber sie hatte Talent, ihre Stimme bezauberte und ihre Bewegungen harmonierten mit der Musik.
Nach einigen Minuten nahmen Musik und Gesang an Fahrt auf. Das Finale war nahe, Niela konnte es spüren und nickte anerkennend, als die Bardin nicht nur schneller tanzte und sang, sondern es auch schaffte, ihre Turmfrisur stabil zu halten. Nicht einmal fiel der Turm in eine Schieflage, und das, obwohl die Bardin mehrere Sprünge in ihren Tanz eingebaut hatte. Dann blieb sie abrupt stehen; Runenlicht bestrahlte nur noch ihre grau gefärbten Haare.
„Eines Tages, kamen die Alry. Die Schlacht am Turm hätte nicht unfairer sein können. Ein Adeliger mit wenigen Soldaten gegen eine Schaar Alry, deren Zahl den Himmel verdunkelten.“
Bamm bamm baaam, stimmte eine Pauke die Szene an. Plötzlich erschienen überall von der Decke durchsichtige Figuren, nicht größer als eine Hand. Es waren Alry. Die vogelartigen Wesen strömten in Schaaren aus Runen über der Bühne und stießen auf die Haare der Bardin hinab.
Bamm bamm baaam. Jemand musste Runenhölzer in ihren Haaren versteckt haben, denn Niela sah plötzlich handgroße Soldatenillusionen aus dem Turm springen, die hektisch die Zinnen bevölkerten und den Angriff der zahlenmäßigen überlegenen Alryschar trotzten. Alles sehr episch.
Niela rieb sich die Schläfen und schloss die Augen. Eine Geschichte von der Front, kein Lied zum Einschlafen, kein Tanz der Anmut. Nein. Die Künstlerin führte eine Ballade auf, die Königsdisziplin unter den Künsten. Und es hieß Königsdisziplin, weil es das war, was der König wollte. Er wollte keine Tänzer oder Sänger, er wollte Barden. Das war der Grund, warum es in ganz Magledan unzählige königliche Gasthäuser gab, mit tausenden von Haar- und Kleidermeister, Runenmagier und Musiker. All sie wurden von der königlichen Akademie in Magledan ausgebildet und sie alle hatte nur ein Ziel: den Barden zu helfen dem Volk Balladen zu bringen. Und was machte eine gute Ballade aus?
Niela erinnerte sich noch genau an die Worte ihrer Mutter: Eine Ballade ist wie ein Apfel, Blümchen. Stell dir den prallsten Apfel der Welt vor. Sieh, wie seine glatte rote Schale im Sonnenlicht glänzt, als ob ein Rubin funkeln würde. Stell dir nun vor, wie du einen herzhaften Bissen ins Fruchtfleisch machst und sein Saft im Mund sich ausbreitet. Spüre die Süße auf der Zunge und erinnere dich, wie es deinen Geist an einem heißen Sommertag belebt. Das mein Blümchen ist eine Ballade. Wenn sie perfekt ist, rein wie ein makelloser Apfel, dann belebt sie den Geist, ja kann uns sogar die schlimmsten Ereignisse dieser Welt für einige Zeit vergessen lassen. Aber wehe etwas stimmt nicht mit der Ballade. Stell dir vor, wie du nach dem ersten Bissen einen Wurm im Apfel siehst, oder er einen faulen Kern offen legt. Kannst du spüren, wie dir die Galle hochkommt? Blümchen, du musst immer sicherstellen, das die Früchte deiner Arbeit rein sind, sonst wird auch die schönste Schale dich nicht retten.
Und was stimmte nicht mit dem Apfel vor ihr? Der anmutige Tanz in Harmonie mit der Musik bildete die perfekte Schale, während der Gesang nicht hätte süßer sein können. Aber was einen Genuss in Ekel verwandelte, war der Blick auf das Innere der Frucht. Nicht nur war klar, das ein Wurm den Apfel durchbohrt hatte, nein, er hatte auch den Kern äußeren Elementen ausgesetzt, bis er verfault war. Jeder Zuschauer, der über den Krieg auch nur etwas wusste, würde erkennen, dass die Turmgeschichte nicht stimmen konnte. Jeder würden erkennen, dass der Bericht von der Front erlogen war, und sie würden sich fragen warum. Und damit würde die Bardin die Zuschauer verloren haben. Nein, die Wahrheit einer Ballade durfte niemals fehlen, niemals!
Allerdings war die Wahrheit oft paradox, war sie doch offen für Interpretationen. Ein Soldat könnte den Krieg hassen. Er könnte sich an die Furcht kurz vor einer Schlacht erinnern, daran wie die Alry mit ihren scharfen Klauen Haut und Muskeln von Soldaten kratzten, wie überall Blut spritze, wie ein Alrypfeil einen Kameraden traf, dessen Augen sich weiteten in dem Wissen, dass er in wenigen Minuten an dem Gift schmerzvoll verenden würde. Er könnte sich erinnern, wie beklemmend die Nachtwache im Wald war, alleine im Dunkel, immer in Erwartung, dass eine Kralle ihm lautlos die Kehle zerschnitt. Er könnte sich auch erinnern, an lange, kalte Nächte in der Wildnis, den harten Boden, den wenigen Schlaf oder den Mangel an Unterhaltung. Und trotz all dieser Schrecken und Entbehrungen, könnte er sich auch erinnern, dass er den Krieg liebte. Liebte den Anblick von Soldaten in goldenen Rüstungen, wie sie Linie um Linie durch den Wald marschierten, als ob jemand einen schimmernden Kamm durch dunkle Haare zog und für Ordnung sorgte. Liebte das Gefühl von Sicherheit und Stärke, was ihm die Rüstung und die Gegenwart seiner Kameraden verlieh. Liebte das Gefühl der Gewissheit, dass der bevorstehende Kampf sie zu Brüdern machen würde und das jeder bereit war sein Leben für den anderen zu geben. Liebte den Moment, wo die Alry aus der Luft auf ihn herabstießen, wie Blut durch seine Adern pulsierte und alle Sorgen der Welt für Sekunden verschwanden und er sich nur noch wie ein legendärer Krieger aus den Balladen fühlte, die ihn zu dieser Stelle in seinem Leben brachten. Liebte den klickenden Klang der Armbrüste, als sie die Alry in Massen vom Himmel holten. Und mehr als alles andere könnte er den Anblick lieben, wie der Himmel verdunkelt wurde von leblosen Alrykörpern, die gen Boden fielen wie Regen. Es wäre kein schöner Anblick, aber es würde die Augen in seinen Bann ziehen und die Welle der Erleichterung nach der Schlacht noch zu leben, könnte sein Leben lebenswerter machen, als ein Tag auf dem Feld es je vermocht hätte.
Kurzum, es gab verschiedenen Wahrheiten und es lag am Barden, die richtige für eine Aufführung zu finden. Aber was diese Künstlerin für ihre Ballade gewählt hatte, war nicht die Wahrheit. Niemals hatte es Türme im Wald gegeben; welchen Sinn hätten auch Türme gegen Gegner, die fliegen konnten. Und was sollte ein Turm überblicken, wenn er Mitten in einem Wald stand? Die Eichhörnchen vom Nachbarbaum? Und das war der Grund, warum es niemals diese Schlacht gegeben hatte. Sie hatte kein Problem, damit Wahrheiten zu kombinieren oder künstlerisch zu verändern. So konnte sich der beste Alryjäger gerne von Baum zu Baum schwingen, wie ein Affe, und dabei unzählige Alry erschlagen. Das musste nicht wirklich passiert sein. Aber, und das war, was die Künstlerin auf der Bühne nicht verstand, der Alryjäger musste dafür auch schwingen können. Wenn sie die Bäume mieden, oder ihre schweren Rüstungen das Schwingen an Ästen nicht erlaubte, dann konnte, durfte, dass nicht für eine Ballade verwendet werden.
Sie hob die Hände und trat auf die Bühne. Sofort stoppte die Musik und Runenmagier aktivierten wieder die Lichter. Sie glaubte auch, den Direktor leise aufstöhnen zu hören. Einfach unglaublich, wie unkontrolliert er war.
„Das reicht, danke, aber nein danke!“, rief Niela der Künstlerin zu, die nun wie eingefroren auf einem Bein vor ihr Stand, als ob sie gerade erst realisierte, dass ihre Aufführung vorbei war.
Niela legte den Kopf schräg und tippte mit dem Fuß mehrmals auf die Bühne, während sie darauf wartete, dass die Bardin sich von dem Schock erholte.
Plötzlich sprang ihr Gemahl von seinem Sitz auf, aber bevor er was sagen konnte, erhob der lebende Turm einen Finger und sein Mund klappte wieder zu. Sie machte einen Schritt auf Niela zu, so nahe, dass ihre Nasenspitzen sich fast berührten und sie ihren heißen Atem spüren konnte.
„Wie könnt ihr es wagen“, zischte sie ihr entgegen. „Das war mein großes Finale! Wisst ihr wie lange ich für die Aufführung geprobt habe? WISST IHR DAS?“, schrie sie ihr die letzten Worte entgegen.
Niela wischte sich etwas Speichel von der Wange, biss die Lippen zusammen und nickte mehrmals, weniger um der Bardin zuzustimmen, als mehr um sich selber zu beruhigen. Dann bleckte sie die Zähne und griff der Frau vor ihr in die Haare, zog so kräftig dran, dass sie vornübergebeugt an Nielas Schulter lehnte.
„Liebchen, ich weiß sehr wohl wie viel Arbeit eine solche Ballade ist. Aber wisst ihr auch, welche Schmerzen ihr mir mit eurer faulen Geschichte beschert habt? WISST IHR DAS?“, schrie sie nun der Bardin ins Ohr.
Dann legte plötzlich jemand eine Hand auf ihre Schulter. Sofort ließ sie die Haare los und drehte sich herum. Es war der Direktor. Was machte er nur wieder auf ihrer Bühne? Verfügte er denn über keinerlei Zurückhaltung?
„Bitte Bardin Ibrandria“, sagte er, während sie seine Hand betrachtete, als ob sie eine Schlange auf ihrer Schulter hätte. Aber bevor sie was sagen konnte, mischte sich der Adelige vor der Bühne ein.
„Wie könnt ihr es wagen meiner Frau an den Haaren zu ziehen?! Das wird ein Nachspiel haben, ein Nachspiel!“, brüllte er herauf. „Komm Irina, lass uns diesen furchtbaren Ort verlassen“. Die Künstlerin schnaufte noch einige Male, bevor sie von der Bühne schritt und mit ihrem Gatten den Saal verließ.
Niela wusste, sie hatte die Beherrschung verloren, wieder einmal. Sie hätte die Bardin nicht an den Haaren ziehen dürfen...auf der Bühne. Die Bühne dürfte nicht für Streitigkeiten herhalten, sie war heilig. Aber wenn es Götter gab, dann würden sie ihre Reaktion sicher verstehen. Schließlich hatte die Bardin angefangen, als sie Niela beim Sprechen anspuckte. Genau genommen war ich sogar im Recht. Schließlich hat sie mir nicht den nötigen Respekt entgegengebracht. Wo kommen wir denn hin, wenn einfache Barden Meisterbarden nicht ehrfürchtig behandeln. Meine Reaktion war also mehr als angemessen, ja, mehr als angemessen. Zufrieden mit sich selber, konzentrierte sie sich wieder auf den Direktor, der immer noch neben ihr stand, während alle anderen im Saal sich langsam und leise entfernten. Seine Hand hatte er inzwischen entfernt.
„Bardin Ibrandria, sie müssen lernen ihr Temperament zu zügeln. Der König mag sie besonders schätzen, aber auch er hat seine Grenzen, was er tolerieren kann. Ich werde nach dieser Vorführung alle Proben aussetzen müssen. Sie mögen vielleicht die beste Künstlerin des Landes sein, aber ich glaube sie sind ungeeignet Proben abzunehmen“. Ohne eine Antwort abzuwarten, deutete er mit kreisenden Händen den Runenmagiern und Musikern alles einzupacken. Sie betrachtete ihn nur gelangweilt. Kurze Zeit später war Niela alleine im Theatersaal.
Proben aussetzen? Niela ließ die Worte auf der Zunge tanzen und lächelte dann. Endlich war sie wieder frei. Sofort waren die Provokationen und Strapazen der Proben vergessen. Sie wusste genau, was sie als Nächstes machen würde. Der Sommernachtsball war schon in wenigen Monaten und der König hatte sie mit der Aufführung betraut. Jetzt hatte sie wieder Zeit, eine wahre Geschichte zu finden, damit es eine unvergessliche Ballade erschaffen konnte. Vielleicht würde sie über den nicht endenden Winter singen. Wann war das letzte Mal, das kein Schnee lag? Sie erinnerte sich nicht mehr. Ja, der Schnee wäre gut. Es war ein Thema, das alle interessierte. Und vielleicht konnte sie einige Jäger finden, die über die aggressive Tierwelt mit ihr sprachen. Sie hatte gehört, dass der lange Winter einige Tierarten viel häufiger Menschen angreifen ließ. Ohh, vielleicht finde ich sogar einen Jäger, der seine Familie an ein wildes Monster verlor, wie toll wäre das? Drama, Schrecken und dann die Rache des Jägers, als er jahrelang das Tier, was seine Familie tötete, jagte und wenn es das letzte war, was er tat.... Sie knabberte auf der Unterlippe, wo würde sie einen solchen Jäger finden? Sie konnte die Geschichte schließlich nicht erfinden.
Immer noch alleine im Theatersaal bemerkte sie nur nebenbei, wie die Runenlichter schwächer wurden, bis sie ganz ausgingen. Jemand musste vergessen haben die Runen nachzuzeichnen. Sie seufzte. Es war so schwer gute Runenmagier zu finden. Und als sie dann im Dunklen auf der Bühne stand schloss sie für einen Augenblick die Augen. Ein Tanz...Sie beschloss noch einen Tanz aufzuführen, nicht nur, um die körperlichen Spannungen des Tages zu lösen. Für einen Tanz brauchte sie kein Licht, sie kannte die Maße einer jeden Bühne genau und ihre Bewegungen brauchten keinen Spiegel zur Kontrolle. Sie stellte sich auf die Mitte der Bühne, auch wenn sie nichts sehen konnte, war sie sicher das dies die Mitte war, streckte beide Arme über den Kopf, hob ein Bein und...“Auh“, plötzlich traf sie etwas Spitzes am Nacken. Was...?!
Immer noch auf einem Bein, keine Überraschung durfte einen wahren Barden die Haltung kosten, tastete sie vorsichtig zur Einstichstelle und spürte einen kleinen Gegenstand mit Federn in ihrem Nacken. Ein winziger Pfeil? Noch während sie sich darüber wunderte, breitete sich eine Wärme über ihren Körper aus, wohlig warm und beruhigend. Nein, neieen, nicht einschlafen, nicht...Und damit verschwammen ihre Gedanken mehr und mehr, während sie das Gefühl hatte in einen Abgrund zu stürzen. Das letzte, was ihr mit Entsetzen durch den Kopf ging, bevor sie einschlief, war, dass sie wie ein Sack Kartoffel auf die Bühne plumpsen würde.
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Calvin Hobbs
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BeitragVerfasst am: 10.06.2021 19:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo smile
Insgesamt liest sich die neue Version wesentlich runder, auch wenn am Anfang noch ein, zwei Wortwiederholungen sind. Diese lassen sich aber bestimmt noch rausfeilen.
Allerdings muss ich gestehen, bin ich auf der Hälfte ausgestiegen, weil mir spätestens dort der Drive, der eingeführte Konflikt der ersten Version fehlte.
Eventuell würde eine Mischung aus aktuellem Geschehen und dadurch ausgelöste Kindheitserinnerungen mehr Zug bringen.
MfG


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BeitragVerfasst am: 30.09.2021 12:53    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi,

ich habe meinen Roman nun fertig geschrieben und bin dabei die Reinschrift zu machen. Ich würde mich sehr über Feedback freuen. Anbei der Link zu dem Google File, mit den Texten hier im Forum finde ich Korrekturen etwas schwer zu lesen: https://docs.google.com/document/d/1WTsjQ5Kn-Htf1NGW072yPPTpLfWa_E0Pdy-W5-Ylpcs/edit?usp=sharing

Vielen Dank
Chris
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Calvin Hobbs
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BeitragVerfasst am: 30.09.2021 17:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo smile
Also:
>Niela drückte die Lippen zusammen und schwenkte sie wie einen Dirigentenstab zu allen Seiten.< Lippen sind wie Dirigentenstäbe?
>Sie zuckte unmerklich zusammen, als der Schreiber neben der Tür sich räusperte: „Bitte Bardin Ibrandria, kommen Sie dem Bild nicht zu nahe. Es ist sehr kostbar und empfindlich.“< Entweder sie zuckt oder nicht.
>Bitte kommen Sie dem kostbaren Bild nicht zu nahe<
> Zufrieden Komma dass er sie nicht mehr beachtete, drückte sie mit der Fingerspitze gegen den schwebenden Rahmen und Komma er gab leicht nach, presste aber sofort zurück, wie eine pralle Weintraube.<
> holte ein Kehrblech heraus und kehrte <
>Um nicht im Weg zu stehen, stellte sich neben seinen Schreibtisch,< ???
>Bevor sie sich wieder setzen konnte, leuchtete eine Rune über der Eisentür auf, die zum Büro des Oberdirektors führte. „Ich habe nun Zeit für die Bardin Ibrandria“, ertönte es aus ihr.
Zeit für sie? Sie hörte wohl nicht richtig. Er konnte froh sein, dass sie Zeit für ihn hatte. Sie stürmte zur Stahltür und stieß sie mit beiden Händen auf, worauf sie in die Holzwand auf der anderen Seite krachte< Eisen ist kein Stahl
>Der Oberdirektor war ein älterer Mann mit grauen Haaren und einem Bart, der die Form eines Dreiecks hatte, durchzogen von drei leeren Streifen, als ob jemand mit einer Minikralle Haare entrissen hätte.<
>Sie hatte sicher nicht vor Komma auf Augenhöhe mit diesem Grobian zu gehen.<
>Er stand auf und schritt zu Tür, tastete die kaputte Wand ab und seufzte unmerklich.< Schon wieder. Wenn es "unmerklich" ist, warum wird es dann erwähnt?
>„Ich komme vom Palast. Der König selbst hat mich gebeten Komma Euch eine neue Aufgabe zu geben.“ Wieso? Der Typ hat in seinem Büro gesessen und ist nirgendwo hergekommen.
>„Da der Sommernachtsball noch einige Wochen hin entfernt ist, hat mich seine Majestät gebeten Komma meine beste Bardin, Euch - und ja, er hatte expliziet nach Euch gefragt – auszusenden, um das größte Problem unserer Zeit zu lösen.“<
Ich habe noch etwas weitergelesen, bin aber an der Stelle raus. Für meinen Geschmack wird zu viel erklärt und beschrieben und was folgt ist kein wirklicher Konflikt, der mitreißt. Besonders stört mich, die Humorlosigkeit, denn gerade die von Dir beschriebene Bardin wäre prädestiniert dafür. Aber der Text nimmt sich viel zu ernst.
Davon ab, Wortwiederholungen können ein Stil sein, können aber auch langweilen. Wieso müssen gesprochene Worte in Gedanken wortgleich wiederholt werden?
Wie Du oben siehst, liegt noch eine Menge Arbeit in Rechtschreibung und Kommasetzung vor Dir.
Viel Erfolg smile


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BeitragVerfasst am: 30.09.2021 19:05    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Kann ich zu dem Feedback was fragen?
Warum kann es keine Stahltür sein? Und warum vergleichst du sie später mit einer Eisentür, ich hatte doch Stahl geschrieben, oder?

Könntest du grob sagen, wo dir in dem kleinen Abschnitt zu viel Beschreibung war? Soweit ich deine Korrektur lese, hat Niela nur das Bild zerstört und die Tür aufgeschlagen. Die Tür wird nur mit einem Wort erwähnt. Kann ich daraus schließen, dass dir die Beschreibung des Bildes zu viel war? Ich hatte nur versucht die Magie damit einzuführen, was auf dem Bild drauf ist oder wie der Rahmen aussieht, habe ich mit Absicht weggelassen. War dir das schon zu viel?

Darf man wirklich Bewegungen nicht spezifizieren? Ich habe mir beim Zucken vorgestellt, dass man viel und wenig Zucken kann. Und da sie sich nichts anmerken lassen möchte und das ein Leben lang als Bardin trainiert hat, hat sie hier unmerklich gezuckt, aber immun war sie nicht gegen die Überraschung. Ist das wirklich klar falsch?

Mit den Komma muss ich nochmal nachsehen, da war wohl der Duden komplett falsch, obwohl ich nicht jedes Komma auf den ersten Blick als fehlend ansehen würde. Bei der Rechtschreibung waren jetzt nur die Anreden Euch und so klein geschrieben, oder? Da schau ich auf jeden Fall nochmal drüber, danke.
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Medicus, Schreiber
Geschlecht:männlichGänsefüßchen


Beiträge: 16



BeitragVerfasst am: 30.09.2021 19:14    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

> holte ein Kehrblech heraus und kehrte <
Ich bin grad verwirrt. In der verlinkten Version steht Kehrblech.
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Calvin Hobbs
Geschlecht:männlichEselsohr


Beiträge: 323
Wohnort: Deutschland


BeitragVerfasst am: 30.09.2021 19:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo smile
Ich habe nur die gröbsten Dinge aus Deinem Text kopiert, denn alles zu durchforsten, ist mir einfach zu mühsam.

Medicus, Schreiber hat Folgendes geschrieben:
Kann ich zu dem Feedback was fragen?
Warum kann es keine Stahltür sein? Und warum vergleichst du sie später mit einer Eisentür, ich hatte doch Stahl geschrieben, oder?

Dann haben wir wohl zwei verschiedene Texte gelesen:
>Bevor sie sich wieder setzen konnte, leuchtete eine Rune über der Eisentür auf, die zum Büro des Oberdirektors führte. „Ich habe nun Zeit für die Bardin Ibrandria“, ertönte es aus ihr.
Zeit für sie? Sie hörte wohl nicht richtig. Er konnte froh sein, dass sie Zeit für ihn hatte. Sie stürmte zur Stahltür und stieß sie mit beiden Händen auf, worauf sie in die Holzwand auf der anderen Seite krachte<
Das Internet sagt: Stahl ist im Gegensatz zu Eisen kein chemisches Element, sondern eine Legierung aus Eisen mit verschiedenen Elementen, die ihm ganz unterschiedliche Eigenschaften verleihen. Da Stahl neben Kohlenstoff auch andere nichtmetallische Beimischungen enthält, kann er auch nicht der Gruppe der Metalle zugeordnet werden.


Medicus, Schreiber hat Folgendes geschrieben:
Könntest du grob sagen, wo dir in dem kleinen Abschnitt zu viel Beschreibung war? Soweit ich deine Korrektur lese, hat Niela nur das Bild zerstört und die Tür aufgeschlagen. Die Tür wird nur mit einem Wort erwähnt. Kann ich daraus schließen, dass dir die Beschreibung des Bildes zu viel war? Ich hatte nur versucht die Magie damit einzuführen, was auf dem Bild drauf ist oder wie der Rahmen aussieht, habe ich mit Absicht weggelassen. War dir das schon zu viel?

Beschreibung trifft es nicht ganz: >Sie zuckte mit der Schulter. Sie war nicht für die Scherben verantwortlich. Sie hatte diese Rune nicht gekannt. Und war es nicht die Aufgabe dieser Bürokraten, sie über alle neuen Entwicklungen der Runenmagie zu informieren? Wie sonst sollte sie, eine Meisterbardin des Königs – und das mit nur 25 Jahren - die besten Vorführungen des Landes geben? Außerdem hätte der Schreiber sie besser warnen können.<
+
>stellte sich neben seinen Schreibtisch, auf dem eine in schwarze Tinte getauchte Schreibfeder und ein halb beschriebenes Blatt Papier lagen. Sofort fing sie an zu malen, die neue Rune hatte sie auf eine Idee gebracht, was wenn sie ...
„Bitte, Bardin“, sagte der Schreiber und riss ihr die Feder aus der Hand. Sie zog scharf die Luft ein. Wie konnte er es wagen, den Funken einer Inspiration zu ersticken? Dieser Wicht, dieser Banause, dieser ... sie presste die Lippen aufeinander und zwang sich zur inneren Ruhe. Sie würde sich beherrschen. Sie hatte es sich fest vorgenommen. Jedes Mal, wenn sie sich mit einem Bürokraten des Königs stritt, dann litt ihre Kunst darunter, wie jetzt. Sie sollte eigentlich ein neues Lied komponieren, stattdessen wartete sie im Vorraum des Oberdirektors. Sicher war es wieder etwas Kleinliches. Die verschiedenen Direktoren im Reich beschwerten sich regelmäßig über sie. Bardin Ibrandria hat sich nicht ans Skript gehalten, Bardin Ibrandria hat die Bühne beschädigt, Bardin Ibrandria respektiert die anderen Künstler nicht, bla bla bla. Wo getrommelt wurde, riss auch mal ein Fell. Höchste Kunst bedarf Opfer, von allen. Und in diesem Moment hieß das, nicht den Wicht vor ihr mit der Nase in sein Tintenfass zu drücken. Sie konnte es ihrer Kunst nicht antun noch mehr Zeit zu verschwenden. In wenigen Wochen war der Sommernachtsball, die wichtigste Vorführung in ihrem Leben und sie brauchte jeden Augenblick, um ihre unsterbliche Ballade zu planen. Sie ließ den Schreiber also mit ihrer Feder entkommen, dieses Mal.<

Ich empfinde das als Geschwafel, von jemandem, der sich gern reden hört. Das kann man machen, aber es ist die Dosis.

Medicus, Schreiber hat Folgendes geschrieben:
Darf man wirklich Bewegungen nicht spezifizieren? Ich habe mir beim Zucken vorgestellt, dass man viel und wenig Zucken kann. Und da sie sich nichts anmerken lassen möchte und das ein Leben lang als Bardin trainiert hat, hat sie hier unmerklich gezuckt, aber immun war sie nicht gegen die Überraschung. Ist das wirklich klar falsch?

Du solltest Dir über die Perspektive im klaren sein.
Aus Sicht der Bardin könnte sie vllt. innerlich zucken oder ein Zusammenfahren verbergen.
Aus Sicht des Schreibers passiert gar nichts.
Was ist so schlimm daran, eine Reaktion offensiv zu beschreiben? Sie erschrickt, also nenn es beim Namen.

Letztendlich gilt für meine Anmerkungen: Alles kann, nichts muss.


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Medicus, Schreiber
Geschlecht:männlichGänsefüßchen


Beiträge: 16



BeitragVerfasst am: 30.09.2021 20:03    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Es stand tatsächlich Eisentür im Text, witzig. Ich war mir absolut sicher, dass ich das geändert hatte, mein Fehler. Aber ich habe immer noch nicht verstanden, warum eine Tür nicht aus Stahl sein kann. Ist auch kein wichtiger Punkt, ich würde es nur gerne nachvollziehen.

Interessant mit dem Geschwafel. Tatsächlich hört Niela sich gerne selber reden, passt denke ich zum überheblichen Charakter. Aber ich hätte nie gedacht, dass es so abschreckend auf den Leser wirkt. Schade das du damit dann raus bist. Ich nehme gerne harte Kritik entgegen.

Übrigens bei den Komma, ich habe das eben mal geprüft, viele davon sind optional, weswegen der Duden sie auch nicht als fehlend eingestuft hat. Z.B. "Sie hatte sicher nicht vor auf Augenhöhe mit diesem Grobian zu gehen." muss kein Komma haben, da es sich um eine Infinitivgruppe handelt: https://www.dashoefer.de/thema/kommaregeln-beim-infinitiv.html
Versteh mich nicht falsch, ich will ja dazu lernen. Aber es wäre besser bei optionalen Kommas nicht von Fehlern, sondern von Optionen zu sprechen. Sonst verwirrt das doch arg. Die interessante Frage hier ist, würde das Komma den Satz übersichtlicher machen oder unnötig den Lesefluss stoppen?
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Kojote
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BeitragVerfasst am: 30.09.2021 20:15    Titel: Antworten mit Zitat

Selbstverständlich gehört da ein Komma hin.

Sobald sich der Infinitiv mit „zu“ auf ein ausgeschriebenes Objekt bezieht, ist das Komma verpflichtend.

„Ich bat ihn zu kochen.“ — kein Komma verpflichtend.
„Ich bat ihn, das Abendessen zu kochen.“ — Komma verpflichtend.


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Fistandantilus
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BeitragVerfasst am: 30.09.2021 20:29    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hatte mal einen einen Thread eröffnet, in dem es um die Kommasetzung bei Infinitiven ging: https://www.dsfo.de/fo/viewtopic.php?t=72342
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Medicus, Schreiber
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Beiträge: 16



BeitragVerfasst am: 30.09.2021 21:04    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

"Selbstverständlich gehört da ein Komma hin.

Sobald sich der Infinitiv mit „zu“ auf ein ausgeschriebenes Objekt bezieht, ist das Komma verpflichtend.

„Ich bat ihn zu kochen.“ — kein Komma verpflichtend.
„Ich bat ihn, das Abendessen zu kochen.“ — Komma verpflichtend."

Also ich verstehe die Regel hier anders:
Kommaregel Nr. 1: hier ist das Komma bei Infinitivgruppen optional
Sie können Infinitivgruppen in der Regel mit einem Komma abtrennen, wenn Sie ein Missverständnis vermeiden möchten oder wenn Sie die Gliederung des Ganzsatzes verdeutlichen wollen. Zum Beispiel:

Ich überlege(,) meinen Schreibtisch anders zu stellen.
Viele meldeten sich(,) bei der Veranstaltung zu helfen.
Ich habe mich bereit erklärt(,) das Protokoll zu schreiben.

Du kannst auch im Dudenkorrektor das versuchen, der gibt dir kein Komma hier an.

Hier der Link zu den Regeln nochmal: https://www.dashoefer.de/thema/kommaregeln-beim-infinitiv.html
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Klemens_Fitte
Geschlecht:männlichSpreu

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Beiträge: 2668
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 30.09.2021 21:21    Titel: Antworten mit Zitat

Kojote hat Folgendes geschrieben:
Sobald sich der Infinitiv mit „zu“ auf ein ausgeschriebenes Objekt bezieht, ist das Komma verpflichtend.


Diese Aussage ist in meinen Augen falsch. Zum einen illustrieren deine Beispielsätze

Kojote hat Folgendes geschrieben:
„Ich bat ihn zu kochen.“ — kein Komma verpflichtend.
„Ich bat ihn, das Abendessen zu kochen.“ — Komma verpflichtend.


lediglich den Unterschied zwischen dem, was man einen "bloßen" Infinitiv nennt (zu + Verb) und dem, was man einen "erweiterten" Infinitiv nennt (zu + Verb + weitere Wörter). Zum anderen entscheidet sich die Frage, ob Komma oder nicht, nicht daran, ob ein sog. bloßer oder erweiterter Infinitiv vorliegt. Und schlussendlich: Die Infinitivgruppe in deinem zweiten Beispielsatz "bezieht" sich nicht auf ein "Objekt", sondern beinhaltet es. Zumal

Kojote hat Folgendes geschrieben:
Sobald sich der Infinitiv mit „zu“ auf ein ausgeschriebenes Objekt bezieht, ist das Komma verpflichtend.


die Regel falsch wiedergibt, die da lautet:

Zitat:
[Per Komma muss abgetrennt werden, wenn] die Infinitivgruppe von einem Substantiv abhängt


Beispiel:

Er folgte ihrer Bitte, das Abendessen zu kochen.

Das Substantiv, von dem die Infinitivgruppe abhängt, ist "Bitte", deshalb steht es auch per Komma von der Infinitivgruppe getrennt, nicht "Abendessen". Wobei das Komma trotz Abhängigkeit von einem Substantiv nicht zwingend wäre, folgte nur ein "bloßer" Infinitv:

Er folgte ihrer Bitte zu kochen.

Die Grundregeln noch mal knapp: Eine Infinitivgruppe muss mit Komma abgetrennt werden, wenn

  • der Infinitiv (ggf. zusammen mit anderen Wörtern oder Satzteilen) eine Wortgruppe bildet, die einem Nebensatz nahekommt = satzwertige Infinitivgruppen
  • die Infinitivgruppe durch eine der folgenden Konjunktionen eingeleitet wird: als, anstatt, außer, ohne, statt, um
  • die Infinitivgruppe von einem Substantiv abhängt
  • die Infinitivgruppe mit einem hinweisenden Wort angekündigt oder wieder aufgenommen wird


Was bei

Zitat:
Sie hatte sicher nicht vor auf Augenhöhe mit diesem Grobian zu gehen.


aus meiner Sicht schon sehr deutlich für ein zwingendes Komma spräche, weil "auf Augenhöhe mit diesem Grobian zu gehen" halt schon ne "satzwertige Infinitivgruppe" ist.

*

Auf Quellenverlinkung hab ich grad keine Lust, kann ich aber bei Bedarf nachreichen.


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100% Fitte

»Es ist illusionär, Schreiben als etwas anderes zu sehen als den Versuch zur extremen Individualisierung.« (Karl Heinz Bohrer)
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