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Abari
Geschlecht:männlichAlla breve

Alter: 39
Beiträge: 1365
Wohnort: ich-jetzt-hier


BeitragVerfasst am: 02.11.2020 13:02    Titel: Antworten mit Zitat

RAc hat Folgendes geschrieben:
[...]und an sie und Abari stellvertrend ein Dank dafür, dass Ihr euch ans Rezensieren ohne Gegenleistung (also ohne das Hereinstellen eines eigenen Textes) gemacht habt!


Ich bin kaum Epiker und ein lausiger Phantast. Das weiß ich und es stand außer Frage, dass ich nicht teilnehmen werde. Dennoch wollte ich die Texte lesen und befedern; hoffte sogar, dass sich noch mehr Leute dazu hinreißen lassen, aber gut. So ist es ja oft bei Wettbewerben, dass nur Interesse an der eignen Gattunng besteht. Vielleicht haben auch mehr MenschInnen gelesen, aber nicht kommentiert: Mir persönlich wäre dann meine Zeit zu schade gewesen, wenn ich der/m AutorIn nichts zu sagen gehabt hätte.

Danke für die Blumen, lieber RAc.


_________________
Das zeigt Dir lediglich meine persönliche, höchst subjektive Meinung.
Ich mache (mir) bewusst, damit ich bewusst machen kann.

LG
Abari
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RAc
Eselsohr


Beiträge: 410



BeitragVerfasst am: 06.11.2020 12:53    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Veith,

bevor ich antworte, würde ich Dir gerne (dieses Mal geteilt mit anderswolf) den nicht ausgeschriebenen Rezensentenpreis zusprechen. In meiner Laudatio würde ich Dir eine kompromißlose 100%ige Hingabe zu jedem geschriebenen Wort attestieren. Ich habe den Eindruck, dass Du bei Allem, was mit Lesen und Schreiben zu tun hat - deine eigene Lektüre (Du bist offensichtlich sehr belesen), dein eigenes geschriebenes Werk, das Lesen anderer Beiträge, das Rezensieren, das Lesen der Rezensionen, das Rezensieren der Rezensionen und so weiter - die gleichen Maßstäbe ansetzt, die da heißen: Nicht locker lassen, bis alles verstanden und an seinen perfekten Platz gesetzt wurde. Dein Respekt vor dem geschriebenen Wort erscheint unendlich.

Ich hoffe, das klingt nicht zu schwülstig oder gar schleimig. Es ist unter Anderem als Overtüre dazu gedacht, meine "Rezension" deiner Rezension in Relation zu stellen; im Hinterkopf macht sich bei mir nämlich das Gefühl breit, dass Du wesentlich mehr Energie, Zeit und Mühe darin investiert hast, meinen Text zu lesen und zu bewerten, als ich hereingesteckt habe, ihn zu verfassen. Nicht dass ich ihn in die Tastatur gespuckt hätte (es steckt schon Arbeit und Gehirnschmalz drin), aber wenn ich so viel Aufwand investiert hätte, ihn runder zu machen wie Du, ihn zu bewerten, wäre er sehr Anders geworden, in jedem Fall besser und vielschichtiger.

Also in jedem Fall einen sehr aufrichtigen und herzlichen Dank meinerseits an Dich, für den Respekt, den Du nicht nur meinem Text, sondern Allen Texten dieses Wettbewerbs durch die Bereitschaft zollst, sich mit ihnen auseinanderzusetzen, wie Du es tust. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, ist es aber offensichtlich nicht - manche AutorInnen (auch in den nicht Wettbewerbsunterforen) scheinen es noch nicht mal für nötig zu halten, sich bei den RezensentInnen (speziell bei Rezensenten wie Dir) zu bedanken, geschweige denn darauf zu reagieren.

In jedem Fall werde ich mir für die nächsten Wettbewerbe/Texte eine mentale Notiz machen, daran zu denken, dass Jemand meinen Text so genau und respektvoll wie Du oder anderswolf lesen wird, damit ich versuchen kann, den Leseanforderungen gerecht zu werden. Wenn das kein Ansporn ist, Mehr als sein Bestes zu geben Wink ...


V.K.B. hat Folgendes geschrieben:
Hallo unbekannter Autor, Autorin, heimlich mitschreibende KIs, magische Wesen oder was auch immer,


Zitat:
denn die Choreographie war stets so üppig und zauberhaft
"Choreographie" will mir hier irgendwie nicht passen. Das ist für mich die (künstlerische) Vorgabe von Bewegungsabläufen. Luigi scheint aber ja mit Standbildern zu arbeiten.



Kritik angenommen, wie ich auch schon bei anderswolf angemerkt habe, Danke!

V.K.B. hat Folgendes geschrieben:


Zitat:
Appetitanregend, aber nicht füllend
Das gilt für den ersten Teil deiner Geschichte bis hier genauso. Ich hoffe, es lohnt, bis zum Hauptgang dabeizubleiben.



Ich hoffe dieser Nachtisch schmeckt etwas besser!

V.K.B. hat Folgendes geschrieben:



Zitat:
Laserstrahlen projizierten auch in den Räumen zwischen den Models einzelne Punkte in den Raum
Mitten in den Raum und nicht auf eine Fläche? Das müssten eher Lichtquantenbeamer sein oder ähnliche SF-Technologie. Oder da müssten an den gewünschten Stellen Rauch oder Schwebeteilchen in der Luft sein. Allein mit einem Laser dürfte Luigi das jedenfalls nicht hinkriegen.



Dang it, mit der Idee hätte ich die vermißten phantastischen Elemente ja doch noch einschmuggeln können! Wink

Aber ernsthaft - ich dachte bei diesem Teil eher an die verschiedenen Anwendungen der Lasertechnologie, bei der der Kreuzungspunkt mehrerer sich schneidender Laserstrahlen die Wirkung verstärkt, so wie bei Laseroperationen oder die in Plexiglaswürfel durch Laserkreuzungspunktlöcher gebildeten 3D Bilder. Aber ja, Recherchieren hätte geholfen... Sad

V.K.B. hat Folgendes geschrieben:



Zitat:
Es war ein Schauspiel, wie ich es nie vorher gesehen hatte, obwohl ich bereits Polarlichter in der Natur hatte erleben dürfen. Ich wollte nicht, dass dieses Bild jemals zu Ende geht; es war wie ein Konzert, eine Offenbarung, ein Blick in eine Welt jenseits unserer Welt.
Problem ist, ganz egal wie lange du es noch beschrieben willst, der Leser wird es niemals genauso sehen. Das ist mir alles zu lang(weilig) und ich frage mich, ob die Geschichte irgendwann mal zu irgendeinem Punkt kommt.



Tja (siehe unten)...

V.K.B. hat Folgendes geschrieben:



Zitat:
Wenige Sekunden vor Erlöschen des Lichtes fielen die Kleider – als ob ihnen plötzlich bewusst geworden war, dass es in ihnen nun keine Körper mehr gab, die ihnen Form geben konnten – in sich zusammen. Das Rascheln der protestierenden Stoffe waren die einzigen wahrnehmbaren Geräusche, die aber genau in dem Moment verstummten, in denen das Licht verschwand.
Luigi scheint mir eher Illusionist denn Modeschöpfer zu sein. Oder beides als Kombi?



Vermutlich beides, und Performancekünstler dazu?

V.K.B. hat Folgendes geschrieben:


Ja, hmmm, bin jetzt durch. Und nicht begeistert. Mir kommt das so vor, als habe ich gerade die Beschreibung irgendeiner (wenn auch beeindruckender)  Illusionistennummer auf Youtube gelesen. Das Video zu sehen wäre vielleicht noch interessant gewesen, aber was soll das als Geschichte? Die als bedeutungsvoll angekündigte Zeitspanne scheint auch keine weitere Rolle zu spielen. Oder ist Luigi echter Zauberer und muss mit seinen Magicpoints genau haushalten, damit ihm die während der Show nicht ausgehen?



Ja, das ist in der Tat wahr, und Du bist so ziemlich der Einzige, dem das aufgefallen ist - die Herkunft der 3:26 bleibt als hängender Faden in der Luft und sollte in irgendeiner Form angeknotet werden. Ich hatte da auch einige Ideen, aber das ist irgendwie untergegangen. Blöd.

V.K.B. hat Folgendes geschrieben:


Der Text an sich ist nicht schlecht geschrieben,



Vielen Dank für diese paar Worte, die auch die Eindrücke andere LeserInnen widerspiegeln - mein Vater war Dichter und Musiker, und er hat mir und meinen Geschwistern zwar nicht sein Ohr für Musik vermacht, aber allen ein recht feines Gespür für Sprache. Leider aber reicht es nicht, nur "nicht schlecht schreiben" zu können - das ist sozusagen die unterste Schicht, das Fundament, der Schreibkunst - sondern sich auf der nächsten Ebene mit demjenigen, WAS man ausdrücken will und WIE, angemessen auseinanderzusetzen. Der Rest ist dann Handwerk (in der Theorie...)

V.K.B. hat Folgendes geschrieben:


aber für mich fehlt ihm so ziemlich alles, was eine interessante Geschichte – oder überhaupt eine Geschichte – ausmacht. Phantastische Elemente hat sie auch nicht. Mit Bühnenmagie kriegt man (manchmal sogar mit einfachsten Mitteln) die unglaublichsten Dinge hin. Ich habe hier nichts gelesen, was ich irgendwelchen großen Illusionisten (mit entsprechendem Budget für technische Ausstattung) nicht zutrauen würde. Copperfield z.B. hat in einer perfekten Outdoor-Illusion die Freiheitsstatue verschwinden lassen. Indem er sein Publikum ganz simpel mit einer Showeinlage ablenkte und die Tribüne langsam in eine andere Blickrichtung drehte, ohne dass es jemand der Zuschauer merkte. Da geht so viel, wenn man die richtigen Ideen und genug Geld für die technische Ausstattung hat. Ich will jetzt nicht mutmaßen, wie Luigi seine Nummer angestellt haben könnte (ein paar Ideen habe ich tatsächlich), aber warum sollte ich einen fiktionalen Zaubertrick analysieren? Und mehr gibt die Geschichte leider nicht her. Aber da schau ich mir lieber echte Performances an.

beste Grüße,
Veith


Hm, mittlerweile scheint es mir so, als ob ich die Erwartungshaltung der Leser unterschätzt habe, eine traditionelle Geschichte mit Handlung, Konflikt und Spannung vorgelegt zu bekommen. Wie ich schon öfter geschrieben habe, versuche ich in einem Wettbewerb, die Grenzen der Vorgaben so weit wie möglich auszuloten und dabei auch Erzählformen und genres außerhalb des Erwartbaren zu nutzen (z.B. die Interviewform im letzten Wettbewerb). Scheinbar habe ich dabei zu viele LeserInnen kalt erwischt. Ich werde es aber trotzdem weiter so handhaben!

An Dich nochmal ein herzliches Dankeschön für die Tiefe deiner Rezensionen!
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RAc
Eselsohr


Beiträge: 410



BeitragVerfasst am: 06.11.2020 12:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo anderswolf,

anderswolf hat Folgendes geschrieben:
It's Fashin Oder: Ich sehe nicht, was du nicht siehst.




Zunächst mal möchte ich Dir an dieser Stelle virtuell den nirgendwo ausgeschriebenen RezensentInnenpreis (gleichauf mit V.K.B.) verleihen. Deine Rezensionen empfinde ich allesamt als kleine eigenständige Kunstwerke, die mit viel Sorgfalt, Liebe, Hintersinn und Blick auf die Details erstellt wurden. Du bist vermutlich nicht der Einzige, dem der Tippfehler mit der "fashin" aufgefallen ist, aber DU hast ihn als Einziger aufgegriffen, und zwar auf eine sehr charmante, augenzwinkernde und subtile Art und Weise. Ich habe zwar mit drag nichts am Hut, empfand das Video aber als sehr witzig. Der Rülpser wäre bestimmt nicht dein Stil als auf-den-typo-aufmerksam-machen gewesen, aber die Idee, es an die Stelle zu deligieren, war genial. Chapeau!

anderswolf hat Folgendes geschrieben:


Beim Lesen der Geschichte vor allem daran erinnert worden, dass ich in meinem Leben - wenngleich durchaus mit Absicht - zu viele Videos von Fashion Shows gesehen habe. Zu gut kann ich mir das Durcheinandergemurmel und Getuschel vorstellen, das Lärmen der eigentlich sich still denkenden Menschen, und dass darum die über alles hinwegdröhnende Musik das Stampfen der Models über den Laufsteg oder die Industriehalle mit Kunstblutwegen orchestriert. Weniger gut kann ich mir eine Choreografie aus Stillstand vorstellen, ist doch immerhin das Wesen der Choreografie die Bewegung. Inszenierung und Gestelltes Bild ergeben für mich Sinn, Choreografie ist das falsche Wort.



Ok, das hat V.K.B. ja auch angemerkt, und ich kann das nachvollziehen. Danke dafür!

anderswolf hat Folgendes geschrieben:



Andererseits ist das ein bisschen symptomatisch für den ganzen Text, denn immer wieder mal werden Formulierungen bemüht, die sich - zumindest für mich -  nicht richtig anfühlen oder mir unpassende Assoziationen anschwemmen. "Ich (…) wurde mit der Welle der Genießer in den Saal gespült" lässt mich beispielsweise weniger an eine Modenschau denken an als eine Weinmesse, "dieses Bild (…) wie ein Konzert, eine Offenbarung, ein Blick in eine Welt jenseits unserer Welt" erfordert hingegen die Fähigkeit zur synästhetischen Sinngrenzenüberschreitung. Und hier muss ich passen, wie ich mir das vorstellen soll: "Das Polarlicht fing nun an zu pulsieren und zu flimmern, und obwohl sich keines der Models auch nur einen Millimeter bewegt haben konnte, hatte man den Eindruck, als ob das Polarlicht die Gruppe mit ihren unergründbaren Bewegungen mitnehmen würde." Was bewegt sich, wenn sich nichts bewegt? Ist das das Unergründbare?




Da hast DU auf jeden Fall eine Menge Energie hineingesteckt, meinen Text zu lesen und zu versuchen, in Dich aufzunehmen, für die Bemühung einen wirklich herzlichen Dank!

Ein Versuch einer Erklärung: Ein Polarlicht sehe ich als Licht in Bewegung. Ich hatte tatsächlich einmal das große Glück, ein Polarlicht selber miteleben zu dürfen (in Alaska), und ich empfand es als sehr surreales Erlebnis. Das Flimmern schien wirklich die Berge am Horizont mitzutragen, so intensiv und, ja, allumfassend war es. Ich hatte dieses Bild im Kopf, als ich den Teil des Textes geschriben habe.

anderswolf hat Folgendes geschrieben:



Grundsätzlich steht der Text aber ohnehin an der Grenze zur Disqualifikation, habe ich doch beim Zehntausender schon Texte gelesen, die mehr phantastische Elemente enthielten als das Vorliegende.



Hier scheint mir eine haarspalterische Bemerkung am Platz, die aber keinesfalls böse gemeint ist, sondern Raum für neue Diskussionen öffnet. Die Definition phantastischer Elemente in Bezug zu den Vorgaben hatte ich ja schon vorher angerissen (leider bislang ohne Reaktion, aber sei es drum), aber zur Wortwahl: Eine "Disqualifikation" im Sinne von Aus der Wertung ausschliessen ist ja nur dem Orga Team möglich. Wenn ich es recht erinnere, sind bei vorhergendern Wettbewerben ja tatsächlich Beiträge auf Grund "offensichtlich nicht erfüllter Vorgaben" gar nicht in die Wertung gekommen. Die "Einstiegshürde" habe ich ja überwunden.

Was Du vermutlich damit zum Ausdruck bringen willst, ist deine Unmut darüber, als RezensentIn Vorgabenuntreue nicht anders als mit Null Punkten sanktionieren zu können (z.B. mit Minuspunktoptionen oder was auch immer an Ideen denkbar wären). Ich kann den Frust verstehen; wenn es offensichtlich ist, dass ein eingestellter Text bei den Vorgaben durchfällt (oder noch krasser, dass AutorIn sich noch nicht mal die Mühe gemacht hat, eine Vorgabentreue wenigstens irgendwo an den Haaren herbeizuziehen), kostet das die RezensentInnen, die sich (wie Du) wirklich die Mühe machen, Alles zu lesen, unnötige Arbeit.

Ich hoffe aber, klar gemacht zu haben, dass mir die Vorgaben enorm wichtig sind; schon dass ich zwei Texte "weggeworfen" habe, sollte ein Zeichen dafür sind. Ich versuche halt nur immer, die Vorgaben am äußeren Rand des Rahmens auszufüllen; erwartbare plots (wie in diesem Fall z.B. Nahtoderfahrungen nach Unfällen) halte ich für langweilig und ausgetreten.


anderswolf hat Folgendes geschrieben:


Mir scheint fast die Reglosigkeit der Models selbst, also die Fähigkeit, ihre Position und Haltung für eine wirklich lange Zeit zu halten, als das phantastischste daran. Den Rest könnte man sicherlich mit Licht und programmierten Projektionen auch so gestalten. Zumindest kommt das, was ich an Lichtkunst im Theater und anderswo gesehen habe, dem schon ziemlich nahe. Auch Kleidung, die ihre Farbe wechselt, ist nichts Unmögliches.



Ja, die Technik kann heutzutage schon sehr sehr viel. Ich hoffte, dass wenigstens das Verblassen der Models ins Nichts gefolgt vom auf den Boden fallen der Kleidung als phantastisch genug gelten würde (da wüßte ich nicht genau, wie Lichttechnick das machen könnte), aber klar; es ist Aufgabe von Profi Illusionisten, das Unmögliche möglich zu machen, in sofern kann ich Dir da nichts wirklich entgegen setzen, außer dass für mich ein geflüstertes "Phantastisch" auf den Lippen eines Beobachters einer wirklich gelungengen Bühnenshow phantastisch genung ist (ich bin grundätzlich in der realen Welkt eher zu Hause als in imaginären Welten).


anderswolf hat Folgendes geschrieben:


Reglosigkeit und Licht hingegen sind klar zu finden, und der ganze Text ist immanent davon durchzogen, ist also kein drangeklatschtes oder austauschbares Element, das nur lose zur Geschichte gehört und auch weggelassen werden könnte.



Danke, so in der Tat habe ich auch "zentrale Elemente" gelesen und versucht umzusetzen!

anderswolf hat Folgendes geschrieben:


Insgesamt bin ich unzufrieden, denn im Wesentlichen spricht mich hier nichts an, ich habe keine Assoziation zu irgendwas, und das mag mein Problem sein, im Wesentlichen wird das aber, weil ich Punkte vergeben soll, auch zum Problem des Textes, da ich nicht weiß auf welcher Basis ich hier bewerten soll.

Keine Punkte.


Ist verstanden und irgendwo auch erwartet; was meinerseits aber bleibt ist eine sehr große Freude und Dankbarkeit dafür, dass Du Dich trotzdem mit dem Text so intensiv auseinandergesetzt hast!
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RAc
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BeitragVerfasst am: 06.11.2020 12:54    Titel: Antworten mit Zitat

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:
Mode und Magie. Der Text schildert, wie die Effekte einer ungewöhnlichen Modenschau den erzählenden Betrachter beeindrucken. Zauberei oder technische Tricks – wir wissen es nicht so genau. Das ist hübsch beobachtet und routiniert beschrieben. Keine Kurzgeschichte, sondern eher eine impressionistische Vignette – der beschauliche Inhalt, der doch den Erzähler tief bewegt, fügt sich passend in die etwas altmodische Sprache, die für mich nach einem Feuilleton aus vergangenen Zeiten klingt. Das schnitzlert so putzig am Leser entlang.



Eine ganz wunderbare Formulierung, Nicolai, das zaubert mir immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht! Deine Beobachtung ist sehr akkurat; ich habe mich in der Wortwahl explizit darum bemüht, den Glamour und die Opulenz der Zeit heraufzubeschwören, in der das noch "en vogue" war.

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:



Leider stört dann das feministische Binnenmajuskel der „TrägerInnen“ und auch den platten Witz, dass die bahnbrechende Schau in Dinkelsfelden stattfindet, hätte es für meine Begriffe nicht gebraucht.



Das stimmt, die beiden Stellen sind ein Stilbruch gegenüber dem "angestaubten" Schreibstil. Ich wollte die Show eigentlich in Mailand oder einem ähnlich signifikanten Ort ansiedeln; dann hätte ich mich aber in Gefahr gesehen, zu hohen Erwartungen an die Realitätstreue genügen zu müssen, und das wäre anläßlich meiner Totalignoranz gegenüber der Modewelt viel zu weit aus dem Fesnter gelehnt gewesen. Vermutlich wäre irgendwas dazwischen (so Größenordnung Bielefeld - das hätte auch noch einen weiteren phantastischen touch mit hereingebracht Wink) angemessener gewesen.

Das mit dem PC gendering - ja, schwierig. Ich gehöre zu denen, die die Geschlechtergleichheit in der Spache nicht als Joch ansehen, sondern als Herausforderung, und ich unterstütze das Prinzip, auch wenn es zuweilen zu recht knochigen Konstruktionen führt. Aber ich gebe Dir völlig Recht an dieser Stelle -  ein Text, der von seinem Ansatz her eher "altbacken" wirken soll, muss an der Stelle auf Probleme stoßen.

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:


Insgesamt ein gefälliger und netter Beitrag, der aber aus heutiger Sicht doch auch etwas bieder und beschaulich wirkt. Den tiefen Eindruck, den der Betrachter erlebt, kann ich als Leser jedenfalls nicht so recht nachempfinden. Da bleibt viel Distanz. Auch auf eine dramatische Wendung, einen Twist, die knallende Pointe wartet man vergebens. Daher freundlicher Applaus von mir, aber eben auch keine standing ovations.


Aber ich verbeuge mich trotzdem, sogar tief, vor deiner Anwesenheit vor der Bühne und bedanke mich für diese sehr treffend formulierten und wohlmeinenden Beobachtungen!
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RAc
Eselsohr


Beiträge: 410



BeitragVerfasst am: 06.11.2020 12:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Silke,

silke-k-weiler hat Folgendes geschrieben:
Lieber Text,

Vorgaben:  Die Erzählung (Handlung) beginnt meiner Meinung nach nicht in Bewegungslosigkeit und Stille, sondern der Ich-Erzähler informiert mich darüber, dass Comballis Show für gewöhnlich damit beginnt. Da ist der Abend aber noch nicht so weit fortgeschritten, dass es schon so weit wäre.

Für den Einstieg ganz schön. Ich habe mich beim Lesen nicht gequält, hatte aber auch keinen "Aha!"-Moment.

Liebe Grüße
Silke


Jo. Über den Taschenspielertrick hatte ich schon vorher etwas geschrieben.

Danke für die netten Worte!

Hi Raven1303,

Raven1303 hat Folgendes geschrieben:
Die geforderte Szene war drin und auch das Licht. Du hast einen guten Stil und beschreibst sehr treffend und mit schönen Formulierungen,  die sich gut lesen lassen. Dennoch muss ich gestehen,  dass mich das Thema gelangweilt hat und ich auf der Hälfte nur noch überflogen habe. Ich vermisse das Fantasy-Element und ein wenig Spannung. Möglicherweise habe ich es aber auch überlesen. Schade!

Liebe Grüße


Nein, vermutlich hast Du nichts überlesen. Dass Dich das Thema langweilt ist halt so (mich auch, um ehrlich zu sein). Danke für das Kompliment!

Hallo Stefanie!

Stefanie hat Folgendes geschrieben:
Lässt mich ein bisschen ratlos zurück. Es wurden schöne Bilder beschrieben, aber mir fehlt ein bisschen die tiefere Bedeutung. Ein Modedesigner hat eine Show auf die Beine gestellt, die übernatürlich gut wirkt.
Das einzige Gefühl, das ausgelöst wurde, ist bewunderndes Staunen. Da von Anfang an klar war, dass Luigi etwas Besonderers macht, gab es nicht einmal einen Überraschungsmoment.
Die Beschreibungen an sich finde ich sehr gelungen, aber da fehlt mir ein Rahmen, eine Handlung oder wenigstens Entwicklung.


Ja, eine Handlung im traditionellen Sinn hat der Text nicht. Um ehrlich zu sein war ein Teil seiner Motivation so etwas wie eine Trotzhaltung: Mit Fantasy verbinde ich recht viel Monumentalschlachten zwischen Fabelwesen, oder irgendwelche zum Rand vollgeladenen plots mit vielen schrägen Charakteren und einem Erzähltempo, dass einem schon beim Lesen den Blutdruck in Richtung akute KHK treiben läßt. Gut, war nicht so, aber das wußte ich ja vorher nicht, und irgendwie dachte ich bei mir "das muß doch auch ruhig und einfach nur schön und sinnlich gehen."

Dank auch an Dich!
 
Hallo Westmonster,

Westmonster hat Folgendes geschrieben:
Ich fand die Geschichte wahnsinnig interessant zu lesen - so ganz anders als die anderen. Von Beginn an konnte ich mir richtig gut vorstellen, wie genau es da aussieht, und auch andere Sinne hat deine Schreibweise bei mir total angesprochen. Zum Beispiel die Formulierung, mit der Masse in den Saal gespült zu werden. Das kenne ich, ich weiß genau, wie sich das anfühlt!
Mir kam allerdings die Phantastik etwas zu kurz.


Ja, zum Thema Phantastik hatte ich ja schon vorher etwas geschrieben. Ich mag keine Elfen, Irrlichter oder sonstiges "traditionelles" Fantasyzubehör und habe mich bewußt auf den Teil der Ausschreibung beschränkt, der phantastische Elemente auch in nicht erklärbaren Phänomenen der Realwelt sieht.

Herzlichen Dank für deine netten Worte!

d.frank hat Folgendes geschrieben:
Ich habe mir dieses Mal vorgenommen, mich nicht unnötig zu quälen und leider ist das der erste Text, der das jetzt abbekommt, weil mir seine Schreibe (langatmig und erklärend) und sein Thema (Mode und Bühne) einfach nicht zusagen. Von daher habe ich ihn nur überflogen und kann ihm deshalb auch nicht gerecht werden. Tut mir leid.


Kein Problem, muß Dir nicht leid tun!

Danke fürs Kommentieren!

Hallo Rodge,

Rodge hat Folgendes geschrieben:
Beim Lesen habe ich lange gegrübelt, ob denn das Kriterium "Phantastisch" für mich erfüllt ist. Das bedeutet leider auch, dass ich nicht so richtig in die Geschichte eintauchen konnte. Im Grunde kann ich gar nichts einwenden, vielleicht ist die (Mode-)welt einfach nicht mein Ding.


Kann ich verstehen, meins auch nicht! Wink Danke fürs Lesen und die Punkte!


Hallo Katinka2.0,

Katinka2.0 hat Folgendes geschrieben:



Die Vorgaben rund um das Themenfeld Lichtschein im Zusammenspiel mit völliger Stille und Bewegungslosigkeit hast du mit Bravour gelöst und konsequent durch den Text hindurch mit fantasievollen Beschreibungen von Farbe-Licht-Kombinationen erfüllt. Du erzählst flüssig und bildhaft, das Kopfkino funktioniert und fast hätte ich mir noch gewünscht, dass Luigi zum Abschluss in einer einzigen Lichtinstallation aus dem Boden schießt Wohow.



über diese Einschätzung habe ich mich wirklich sehr gefreut, dafür herzlichen Dank!

Katinka2.0 hat Folgendes geschrieben:


Einzig mit dem Phantastik-Faktor hadere ich etwas, erinnert mich die Vorführung doch an eine Zaubershow wie David Copperfield sie z.B. aufführt. Es scheint, als wäre Luigi nicht nur Modedesigner, sondern auch Illusionist, also jemand, der mithilfe von technischen Mitteln Sinnestäuschungen erzeugt – und die sind in der Regel erklärbar.



Ja, ist so. Damit habe ich gerechnet, und ich kann das nicht von der Hand weisen. Ich kann da nur zurückgeben, dass ich bei manchen richtig guten Bühnenshows (nicht Modenschauen, ich gehe nicht auf sowas) nichts als ein verzaubertes gewispertes "fantastisch" auf den Lippen hatte... nur weil sich 90% dessen, was heute als fantastisch durch geht, in fernen Gedankenwelten abspielt, muss das ja deswegen nicht das Einzige sein, was man als phantastisch beziechnen kann?

Aber egal, gefreut habe ich mich trotzdem sehr über deine Meinung - schade nur, dass ich zu deinem Text so gar keinen Zugang gefunden habe. Aber dein Beitrag bei der Postkartenprosa war (und ist) ja weit oben bei mir!

Alles Gute und Danke!

MoL hat Folgendes geschrieben:
Leerer Kommentar. Auf Wunsch kann ein ausführliches Feedback gern bei mir erfragt werden.


Danke für das Lesen und die Punkte, MoL! Hoffe Du kommst schnell wieder auf die Beine!

Hallo hobbes,

hobbes hat Folgendes geschrieben:
Neunter Platz.

Spannend, die einzige Geschichte, bei der ich zuerst eine Reihenfolge und dann den Kommentar hatte (obwohl, so arg viel an Kommentar wird es wohl eher nicht).
Anfangs war beim Lesen ziemlich viel Augen verdrehen bei mir. Mode (interessiert mich nicht) und dann auch noch (zu) viel blabla drumherum.

Dass du doch noch in den Punkterängen gelandet bist, hast du hauptsächlich der Stille zu verdanken. Der Stille, dem Innehalten und der Idee, dass darin, daraus etwas passiert.


Ja, scheint so, als ob das eine gemeinsame Leidenschaft von uns beiden ist: Das stille, entschleunigte, zuweilen sinnliche unaufgeregte. Hat mir auch an deiner Geschichte gut gefallen. Obwohl Du es bei deinem Beitrag in der Postkartenprosa vielleicht ein ganz klein bißchen damit übertrieben hast... Wink

Danke, auch für die Punkte!

chaoticinfinity hat Folgendes geschrieben:
Gefällt mir sehr gut, schöne Atmosphäre. Teilweise bin ich etwas über einzelne Worte, Wortwiederholungen und Satzbau gestolpert, deshalb nur 3 Punkte. Aber der Geschichte wollte ich auf jeden Fall welche geben.


Schönen Dank für die Punkte, chaoticinfinity, auch für die Nachsicht, aber vor Allem fürs Lesen! Freut mich, dass Du dem Text etwas abgewinnen konntest!

Kojote hat Folgendes geschrieben:
Schönen guten Tag.


Tach auch!

Kojote hat Folgendes geschrieben:


Señora Incógnita hat Folgendes geschrieben:

Völlige Stille und Bewegungslosigkeit.


Ich habe in diesem Wettbewerb manchmal den Eindruck, dass die Regelvorgabe, die Geschichte in "völliger Stille und Bewegungslosigkeit" beginnen zu lassen, wortwörtlich aufgenommen wird. Und auch hier störe ich mich irgendwie an der ostentativen Überinterpretation dieser Regel, ganz wie "schaut her, ich habe mich extra an die Vorgabe gehalten".



Ja, in diesem Fall war das ein bewußter Taschenspielertrick, das habe ich ja auch etwas genauer in meiner "Eigenrezension" in diesem thread erläutert. Aber wenigstens kann man mir nicht vorwerfen, dass ich die Begriffe nur Zusammenhanglos in den Raum geworfen und damit abgehakt hätte; immerhin sind Stille und Bewegungslosigkeit ja ein zentrales Element der Geschichte. ich habe das nur gemacht, um der strikteren Vorgabe "das muß am Anfang der Erzählung stehen" augenzwinkernd Genüge zu tun.

Kojote hat Folgendes geschrieben:


Señora Incógnita hat Folgendes geschrieben:
Der Abend wurde auch dieses Jahr wieder von der Arbeit von Guiseppe "Luigi" Comballi abgeschlossen, der von manchen Insidern als der Picasso des Modedesigns gehuldigt wird.


Bitte nicht so etwas! Guiseppe ist kein italienischer Vorname, sondern (warum auch immer) der Markenname einer billigen Tiefkühlpizza. Falsch geschrieben, for whatever reason, vermutlich vom gleichen Werbefachmann wie dem Erfinder von "Da werden Sie geholfen".



Gut, ja, da muß ich annehmen, Danke für den Hinweis...

Kojote hat Folgendes geschrieben:


Und auch der weitere Verlauf konnte mich leider nicht fesseln. Ich erkenne einfach keinen Konflikt.

Dennoch danke für den Text und die Arbeit, die du hineingesteckt hast.


Tja es muß ja auch nicht jede Erzählung einen Konflikt beinhalten, oder sehe ich das falsch?

Der Dank geht zurück!

Hallo Abari!

Abari hat Folgendes geschrieben:
Hmmm. Damit kann ich wenig anfangen, sorry. Die Idee ist interessant und wird sicher ihre Freunde finden, aber mich überfordert dieses Modezeugs eher.


Ich weiß, es klingt sehr, uhm, phantastisch wenn ich antworte, dass es mich auch überfordert... Danke fürs Lesen und Kommentieren!

Hallo Eliane,

Eliane hat Folgendes geschrieben:


Das ist glaube ich die einzige Geschichte im Wettbewerb, der ich das Genre "Phantastik" nicht so wirklich abnehme. Klar, sie hat ein phantastisches Element, aber das ist so knapp und klein gehalten, dass es mich nicht überzeugt, obwohl der Schreibstil sehr gut ist und die Themenvorgaben zweifellos eingehalten werden. Tut mir leid!


Kein Problem, muß Dir nicht leid tun! Danke fürs Lesen, Kommentieren und die netten Worte über meinen Schreibstil! Deine Anmerkung ist angenommen; der Text ist nicht durchgehend phantastisch, sondern zielt auf einen "phantastisches" Höhepunkt hin. Das ist auch ein bißchen so beabsichtigt. Wie schon oben geschrieben, wollte ich bewußt einen Gegenpol zur erwarteten actionreichen Schlacht im Hyperspace setzen...

Hallo Yorinde,

Yorinde hat Folgendes geschrieben:
Eine sehr kunstvolle Geschichte, Phantastik mal ganz anders. Ich frage mich noch, ob das Lesen wohl auch durchschnittlich 3:26min dauert... Wink

Du hast viel Zeit und Worte aufgewendet, diese besonderen Bilder in den Kopf des Lesers zu malen, leider gelingt es (zumindest bei mir) nicht bei jedem Bild. Beim Lapislazuliblau in verschiedenen Tönen und dann beim Dimmen des Lichts bis zum Sternenhimmel hattest du meine Aufmerksamkeit und Fantasie total, das Bild danach kommt dann leider schwächer weg, für meinen Geschmack.

Viele Grüße, Yorinde



vielen Dank für deine Einschätzung! Du bist eine der Wenigen, die den Text nach seinen eigenen Prämissen gelesen haben, nämlich als Wortaquarell mit phantastischen Tupfern anstatt einer traditionellen Geschichte mit Handlung, Spannung, Konflikten und so weiter.

Unter der Prämisse muss ich Dir Recht geben: Die Opulenz der Bilder hat vermutlich ihren Höhepunkt im zweiten Bild; danach geht es eher ins Narrative über, was sich für den/die "in Stimmung gesetzteN" LeserIn leicht wie ein Stilbruch anhört.

Danke Dir für den Input und die Punkte!

Constantine hat Folgendes geschrieben:
Bonjour Inko,

ich mache es kurz:
Zitat:
Nach Ablauf der Zeit, also bei Eintritt totaler Dunkelheit im Raum, war eine perfekte Replik des sommerlichen Sternenhimmels zu sehen, mit einem deutlich zu erkennenden Polarstern im Zentrum.


Abgefahrene Idee und ich merke, sehr ambitioniert, ich spüre, die Schwierigkeiten, die Bilder im Kopf in Worte zu fassen. Extrem schwer und ich finde, dir ist es gut gelungen, mir diese besondere Modenschau mit ihren Besonderheiten, den Farben, der Ästhetik und diesem Irrsinn. Hat mir sehr gefallen und blieb lange in Erinnerung.

Mein erster Platz: douze points.
Gratulation.

Merci beaucoup.
Constantine


Lieber* Constantine, das freut mich wirklich sehr. Danke nochmal!

*In deinem Profil steht männlich, aber der Name impliziert weiblich. Ich beuge die Anrede nach deiner eigenen Angabe; diese Ergänzung nur damit es nicht verwirrt...
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Constantine
Geschlecht:männlichExposéadler


Beiträge: 2967



BeitragVerfasst am: 06.11.2020 16:03    Titel: Antworten mit Zitat

RAc hat Folgendes geschrieben:
Constantine hat Folgendes geschrieben:
Bonjour Inko,

ich mache es kurz:
Zitat:
Nach Ablauf der Zeit, also bei Eintritt totaler Dunkelheit im Raum, war eine perfekte Replik des sommerlichen Sternenhimmels zu sehen, mit einem deutlich zu erkennenden Polarstern im Zentrum.


Abgefahrene Idee und ich merke, sehr ambitioniert, ich spüre, die Schwierigkeiten, die Bilder im Kopf in Worte zu fassen. Extrem schwer und ich finde, dir ist es gut gelungen, mir diese besondere Modenschau mit ihren Besonderheiten, den Farben, der Ästhetik und diesem Irrsinn. Hat mir sehr gefallen und blieb lange in Erinnerung.

Mein erster Platz: douze points.
Gratulation.

Merci beaucoup.
Constantine


Lieber* Constantine, das freut mich wirklich sehr. Danke nochmal!

Hallo RAc,

Gerne.
Bin etwas überrascht, dass dein Beitrsg im Mittelfeld gelandet ist, nicht irgendwo in der Top Ten, aber es ist wie es ist. Letztenendes ist es egal, wo ein Text im Wettbewerb landet, seine Leser hat er gefunden und sehr viel hilfreiches/konstruktives Feedback gab es obendrein.

RAc hat Folgendes geschrieben:

*In deinem Profil steht männlich, aber der Name impliziert weiblich.

Das habe ich bei einigen Kommensten im Laufe meines Forendaseins erleben dürfen, dass man mich für weiblich hielt.

RAc hat Folgendes geschrieben:
Ich beuge die Anrede nach deiner eigenen Angabe; diese Ergänzung nur damit es nicht verwirrt...

Meine Angabe im Profil ist korrekt, mein Name just a name.

LG Constantine
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anderswolf
Geschlecht:männlichEselsohr


Beiträge: 499
Wohnort: Bad Nauheim


BeitragVerfasst am: 20.11.2020 17:26    Titel: Antworten mit Zitat

RAc hat Folgendes geschrieben:

anderswolf hat Folgendes geschrieben:
Und hier muss ich passen, wie ich mir das vorstellen soll: "Das Polarlicht fing nun an zu pulsieren und zu flimmern, und obwohl sich keines der Models auch nur einen Millimeter bewegt haben konnte, hatte man den Eindruck, als ob das Polarlicht die Gruppe mit ihren unergründbaren Bewegungen mitnehmen würde." Was bewegt sich, wenn sich nichts bewegt? Ist das das Unergründbare?

Ein Versuch einer Erklärung: Ein Polarlicht sehe ich als Licht in Bewegung. Ich hatte tatsächlich einmal das große Glück, ein Polarlicht selber miteleben zu dürfen (in Alaska), und ich empfand es als sehr surreales Erlebnis. Das Flimmern schien wirklich die Berge am Horizont mitzutragen, so intensiv und, ja, allumfassend war es. Ich hatte dieses Bild im Kopf, als ich den Teil des Textes geschriben habe.

Mir ist durch deine Erklärung bewusst geworden, dass ich erstens statt Polarlicht Polarstern gelesen habe (zumal man meistens ja eher von den Polarlichtern statt von einem singulären Polarlicht liest) und zweitens von dem falschen Bezug "mit ihren unergründbaren Bewegungen" verwirrt wurde, den ich nämlich (wo er auch nicht hingehört) auf die Gruppe bezogen hatte, nicht auf die Polarlichter, weil da ja von dem Polarlicht die Rede war.

Was die Disqualifikation angeht: Ich bin nicht generell unzufrieden damit, dass ich als Rezensent entscheiden soll, inwiefern der Beitrag für mich überhaupt die Vorgaben erfüllt. Klar, wäre es nach mir gegangen, ich hätte deinen Beitrag nicht unter "Alle Vorgaben erfüllt" einsortiert (wie auch einige andere Texte), aber wenn ich den Text oder die Autorenschaft dafür hätte "bestrafen" wollen, hätte ich ja keinen Kommentar schreiben müssen (in einem anderen Wettbewerbsbeitrag habe ich mich tatsächlich geärgert und das auch sehr deutlich in die Rezension geschrieben).

Ich kann verstehen, warum die Orga sich aus der Frage der Disqualifikation aufgrund subjektiver Kriterien raushält und statt dessen explizit die Rezensenten zu einer diesbezüglichen Einschätzung auffordert:
Michel hat Folgendes geschrieben:
Wie erfolgreich im Hinblick auf den Wettbewerb das Thema und die Vorgaben eurer Ansicht nach umgesetzt wurden, überlassen wir eurer Bewertung; diese Dinge sollten dabei also eine Rolle spielen.

Denn wie sehr das eine subjektive Entscheidung ist, lässt sich ja in den Kommentaren nachvollziehen. Eine Disqualifikation durch die Orga hätte also wahrscheinlich eine hässliche Diskussion darüber nach sich gezogen, ob Phantastik nur ist, was die Orga dafür hält. So darf ein weitaus breiter gefächertes Spektrum an Antworten eine differenziertere Einschätzung erkennen als einfach nur die Binarität von Ja oder Nein. Dass dein Text also im Wettbewerb mitgelaufen ist, heißt nicht, dass die Orga ihn als ausreichend von phantastischen Elementen durchdrungen empfindet. Der einzige Text, der tatsächlich disqualifiziert wurde, verstieß gegen den Jugendschutz, und ansonsten hätte deinen Text nur aus dem Wettbewerb kegeln können, wenn du über 2000 Worte geschrieben hättest, wenn ich das richtig verstanden habe.

Um also die hässliche Diskussion, ob das nun Phantastik ist, was du eingereicht hast, oder eben nicht, zumindest für mich eindeutig zu klären: Jein. Keinesfalls teile ich Deine Interpretation der Wettbewerbsvorgaben, dass der Grad an Nicht-Erklärbarem, den deine Geschichte enthält, hinreichend phantastique ist. Gleichzeitig gebe ich dir recht: die Vorgabe gibt den Freiraum, auf traditionelle Fantasy-Elemente zu verzichten. Gleichzeitig ist die generelle Vorgabe, dass die Texte auch "nur in der Vorstellung existierende Welten" behandeln dürften, so offen, dass man letztlich auch eine Alternative Realität hätte beschreiben können, in der die Alliierten sich Mitte der 1940er gezwungen gesehen hätten, Deutschland mit einer Atombombe zu bewerfen und Hitler trotzdem noch an der Macht geblieben wäre. Nicht, dass ich mir das vorstellen möchte oder gar als phantastisch empfände, aber es ist eine Welt, die (glücklicherweise) nicht existiert. Insofern hätte eine Geschichte, die in diesem Paralleluniversum spielt, rein nach Vorgabe an diesem Wettbewerb teilnehmen dürfen, dem Genre "Phantastik" hätte ich es trotzdem nicht zugeordnet.

Nur dass wir uns nicht falsch verstehen: ich vergleiche Guiseppe "Luigi" Comballi nicht mit Hitler und seine Modenschau nicht mit einem atomar verseuchten Nazideutschland, aber beide Geschichten würde ich eben nicht in einem Regal mit Phantastischer Literatur in meiner Buchhandlung finden. Kann aber auch an meiner Buchhandlung liegen, die ohnehin einen größeren Schwerpunkt auf Kochbücher sowie Haushalts-, Tier- und Gartenratgeber legt (zusammen fünf Regale) als auf Fantasy und Science Fiction (zusammen ein Regal).

Dass dir die Vorgaben enorm wichtig sind, muss ich dir abnehmen; dass du zwei Texte aussortiert hast, um den Vorgaben zu entsprechen, kann ich als Rezensent des vorliegenden Textes nicht wissen. Und auch jetzt, da ich davon Kenntnis genommen habe, ändert es nichts an meiner Einschätzung, dass ich an 3:26 wenig Nicht-Erklärbares finde. Und ja, da lege ich womöglich meinen eigenen Maßstab an Nicht-Erklärbares an (wobei der auch so mundane Dinge umfasst wie die QAnon-Bewegung), aber für mich ist selbst das Verblassen von Models denkbar durch Licht- und Bühnentechnik in Kombination mit sensorischer Grundüberforderung des Publikums. Auch Anleihen beim Schwarzlichttheater fallen mir spontan ein.

Letztlich bleibt all das meine subjektive Einschätzung in einem Wettbewerb mit unter Zeitdruck entstandenen und ebenfalls unter Zeitdruck bewerteten Texten. Und da haben mich andere Texte mehr davon überzeugt, dass sie sich im Bereich des Phantastischen verorten als der deine. Vor allem aber, und darauf kommt es ja neben der Frage nach einer möglichen Disqualifikation auch an, haben mich die eingereichten Geschichten mehr von sich als Geschichten überzeugen können. Und ja, auch das ist eine subjektive Geschmacksfrage, und mein subjektiver Eindruck ist nicht unfehlbar, sonst hätte ich nicht im Glauben an gut gemachte Subversion einem Text einen Platz in meinen Punkterängen zugedacht, den ihm andere nicht gegeben haben.

Und jetzt habe ich keine Zeit mehr, meinen Sermon nochmal korrekturzulesen, bevor ich ihn abschicke, insofern könnten da Grammatikfehler oder Logiklücken drin sein sad
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RAc
Eselsohr


Beiträge: 410



BeitragVerfasst am: 20.11.2020 21:06    Titel: Antworten mit Zitat

anderswolf hat Folgendes geschrieben:

Nur dass wir uns nicht falsch verstehen: ich vergleiche Guiseppe "Luigi" Comballi nicht mit Hitler und seine Modenschau nicht mit einem atomar verseuchten Nazideutschland, aber beide Geschichten würde ich eben nicht in einem Regal mit Phantastischer Literatur in meiner Buchhandlung finden.


Kein Problem! Kann es sein, dass Du bei dieser Metapher "Inglourious Basterds" im Hinterkopf hattest? Das wird gerne als "kontrafaktisch" oder "eskapistisch" bezeichnet, was von einer großzügigen Interpretation von Fantastisch nicht weit weg ist (in Angesichts des Grauens der Realität hilft die Welt im Kopf zuweilen enorm, siehe "das Leben ist schön.").

Ok, am Ende des Tages läuft es dann darauf hinaus, was jedeR LeserIn als "fantastisch" ansieht und erwartet. Legitim. Auch wenn die Wettbewerbsleitung sich die Mühe macht, einen definitorischen Rahmen zu setzen...

Ich werde trotzdem in Zukunft den Rahmen der Vorgaben so weit wie möglich auslegen (weil es Spaß macht und für mich interessanter ist). Wink

Danke nochmal, auch für den Rülpser*, und bis zum nächsten Wettbewerb? Cool

* In keinster Form als Seitenhieb oder mit Geschmäckle gemeint, ich fand das wirklich richtig gut!
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anderswolf
Geschlecht:männlichEselsohr


Beiträge: 499
Wohnort: Bad Nauheim


BeitragVerfasst am: 21.11.2020 07:54    Titel: Antworten mit Zitat

RAc hat Folgendes geschrieben:
Inglourious Basterds

Steht auf der langen Liste an Filmen, die ich irgendwann mal sehen wollte, aber noch nicht gesehen habe. Insofern: Nein, habe ich nicht dran gedacht, weil ich ihn nicht kenne.

Zitat:
Ok, am Ende des Tages läuft es dann darauf hinaus, was jedeR LeserIn als "fantastisch" ansieht und erwartet. Legitim. Auch wenn die Wettbewerbsleitung sich die Mühe macht, einen definitorischen Rahmen zu setzen...

... und sich gleichzeitig explizit nicht die Mühe macht zu entscheiden, wer innerhalb des definitorischen Rahmens schreibt und wer nicht. Und die Texte, die Michel und sleepless selbst noch eingereicht haben, entsprechen ja auch nur dem, was sie geschrieben hätten, nicht was sie als einzig zulässige Interpretation der Vorgaben zugelassen hätten.

Um es nochmal klarzustellen: Dass ich deinen Text nicht in diesem Beitrag erwartet (sprich: disqualifiziert) hätte, heißt nicht, dass die Orga das ähnlich sieht. Soweit ich weiß, hätten sie den Text aussortiert, wenn er überhaupt nicht ihrer Vorstellung von Phantastik entsprochen hätte.

Zitat:
Ich werde trotzdem in Zukunft den Rahmen der Vorgaben so weit wie möglich auslegen (weil es Spaß macht und für mich interessanter ist). Wink

Für mich als Rezensent wäre es auch langweilig, nur erwartbare Beiträge zu lesen. Ich freue mich jetzt schon aufs nächste Mal.
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