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Nie wieder Alkohol


 

 
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A.J.Triskel
Leseratte

Alter: 53
Beiträge: 110



BeitragVerfasst am: 18.10.2020 18:00    Titel: Nie wieder Alkohol eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Desorientiert, schlägt Eva die Augen auf. Sie liegt auf einem weichen  Untergrund. Es ist finster, doch in scheinbar unerreichbarer Entfernung leuchtet es hell. Sie rafft sich auf und geht auf das Licht zu. Schneller als erwartet scheint sie der Lichtquelle näherzukommen. Sie muss in einer großen Höhle sein, denn inzwischen wird der Boden, auf dem sie geht, erleuchtet. Er sieht aus wie ein roter Teppich, der sie nach 10 Metern aus der Höhle führt. Verwirrt schaut sich Eva um.
 
Sie sieht einen Herbstwald. Doch die Bäume sind so hoch, dass sie Gipfel nicht erkennen kann. Erschrocken stellt sie fest, dass sie nackt ist. Vorsichtig geht sie weiter und der rote Teppich endet zweigeteilt. Gerade will sie den Waldboden betreten, da bewegt sich der Teppich und sie stürzt zu Boden. Irritiert schaut sie zur Höhle zurück und blickt in die Augen einer riesigen Schlange. Eva springt auf und rennt um ihr Leben. Völlig erschöpft versteckt sie sich in einem hohlen Zweig. Sie schaut zurück, doch die Schlange hat sich nicht weiter bewegt, sondern wartet auf lohnendere Beute, als einen Snack wie Eva.

Aus dem Zweig heraustretend entfernt Eva sich weiter von der Schlange und setzt sich auf ein am Boden liegendes Blatt von der Größe eines Handballfeldes. Aus sicherer Entfernung schaut sie zurück und entdeckt auf dem Waldboden eine Haselnuss, die dreimal größer ist als sie. Sie verspürt Hunger, hat aber keine Ahnung, wie sie diese Nuss knacken sollte. Außerdem liegt sie gefährlich nahe bei der Schlange.

Plötzlich hört sie ein Rascheln im Wald. Ein stark behaartes Tier erscheint. Es hat Ähnlichkeit mit einem Eichhörnchen. Doch diese sind normalerweise nicht zehn Meter groß. Es erblickt die Nuss und läuft mit schnellen Schritten darauf zu. Kaum hat es die Nuss zwischen seine Pfoten genommen, schnellt die Schlange hervor und vergräbt ihre spitzen Zähne im Fell. Zuerst zappelt das Eichhörnchen, doch werden die Bewegungen schnell langsamer; bis es bewegungslos ist. Eva sieht, wie das Opfer von der Schlange verschlungen wird. Ihr reicht es. Sie muss weiter und etwas zu essen und trinken finden, wenn sie hier überleben will.
Wo oder was ist dieses HIER überhaupt?
Sie bewegt sich über die Blätter, die den Waldboden komplett bedecken. Endlich findet sie auf einem der Blätter einen kleinen See. Sie probiert davon und stellt erfreut fest, es schmeckt wie Wasser. Drei Blätter weiter findet sie eine riesige Beere. Sie rammt ihre Fingernägel in die Außenhaut und der Saft rinnt über ihre Finger. Er schmeckt süß. Weiter ihre Nägel wie Krallen benutzend, reißt sie Stücke aus der Frucht und verspeist sie. Gesättigt setzt sie ihren Weg fort, bis sie müde wird und eine Rast macht.

Von ihrem Platz aus kann sie ein Tal im Wald überblicken. Unerwartet hört sie Zweige knacken und in dem Tal taucht ein riesiges, Hirsch ähnliches Tier auf und labt sich an den Blättern auf dem Boden. Sein Geweih berührt die untersten Äste der Bäume, wenn es seinen Kopf anhebt. Für Eva erscheinen die Äste an den Bäumen dagegen unerreichbar hoch. Nach den Schrecken des Tages, geniest sie nun dieses Stück harmonische »Normalität«.
Plötzlich schreckt das Tier zusammen und im nächsten Moment springen mehrere Wesen, die etwas größer als das Tier sind, aus ihrer Deckung. Ihre Körper sind menschenähnlich, doch darauf sitzen Wolfsköpfe. Jeder dieser vier Wolfsmenschen schlägt seine Zähne in eines der Beine ihres Opfers. In kurzer Folge knacken diese lautstark und das Tier fällt Schmerz schreiend zu Boden.

Doch statt jetzt über ihr Opfer herzufallen, sammeln sie Zweige und schichten sie auf. Dann ziehen sie ihr Opfer auf die Zweige und kurze Zeit später sieht Eva Rauch aufsteigen. Die Beute versucht sich zu erheben, um zu fliehen. Doch mehrmals bricht es vor Schmerz schreiend zusammen. Erste Flammen sind zu sehen und der anfängliche Rauch verwandelt sich in ein großes Feuer. Eva erschaudert bei den lauter werdenden Schreien des Opfers und ist erleichtert, als diese endlich verstummen. Inzwischen dämmert es und das Feuer leuchtet wie eine Lampe aus dem Wald zu Eva. Nur noch schemenhaft erkennt sie, wie die Wolfsmenschen nach dem Erlöschen des Feuers über ihre Beute herfallen. Sie ist erleichtert nicht anschauen zu müssen, was dort passiert.

Sie verkriecht sich unter dem Blatt, auf dem sie sitzt und versucht zu schlafen. Doch es ist ein unruhiger Schlaf, aus dem sie immer wieder aufwacht. Als sie erneut aufwacht, ist das Blatt über ihr hell erleuchtet. Vorsichtig schaut sie hervor und sieht einen Schwarm Scheinwerfer, die über dem Blatt leuchten. Nachdem sich ihre Augen an das helle Licht gewöhnt haben, erkennt sie als Lichtquelle fliegende Käfer. Weil diese kleiner sind als sie, vermutet sie, nicht in Gefahr zu sein und schläft weiter.

Panisch wacht sie davon auf, dass sie fast ertrinkt. Sie blickt nach oben und kann sich im letzten Moment beiseite rollen, bevor der nächste Tropfen ihren Schlafplatz überschwemmt. Schnell bildet sich ein neuer unter dem Blatt und fällt zu Boden. Nun sieht sie die Feuchtigkeit unter dem Blatt, die aussieht, wie Frühtau unter einem Mikroskop. Bald hat sich zu ihren Füßen ein See gebildet, in dem sie sich wäscht und ihren Durst löscht. Ihr Magen knurrt und in ihrer Verzweiflung beißt sie in das Blatt und kaut vorsichtig. Sein Geschmack ähnelt dem von Spinat und es scheint sehr sättigend zu sein. Nachdem sie sich erleichtert hat, badet sie in dem See und beschließt ihren gestrigen Weg fortzusetzen.

Kaum hat sie sich auf die Oberseite des Blattes gekämpft, erblickt sie einen Wurm auf dem nächsten Blatt. Er ist etwas kleiner als sie, doch vier bis fünfmal länger. Plötzlich werden die Sonnenstrahlen von einem Schatten verdeckt und im nächsten Moment fliegt ein Flugzeug großer Vogel über sie hinweg, schnappt mit seinem Schnabel den Wurm und steigt wieder gen Himmel. Erneut fragt sich Eva, in was für eine Welt sie gelandet ist, wo alles so riesig ist und sie sich so klein fühlt. Sie muss aus diesem Wald heraus und kann nur hoffen, dass sie dort wieder die gewohnte Welt erwartet. Doch erscheint dieser Wald so riesig, dass sie zu Fuß wohl mehrere Tage brauchen würde. Sie scheint hier auch nicht am oberen Ende der Nahrungskette zu stehen, deshalb zweifelt sie daran, solange zu überleben.

Es muss einen Weg geben, schneller vorwärtszukommen. Gibt es hier vielleicht auch harmlose Tiere, auf denen sie reiten oder fliegen kann? Bis zum Mittag – sie macht diesen Zeitpunkt daran fest, dass ihr Magen sich erneut meldet – hat sie sich gut 100 Blätter weitergekämpft. Glücklicherweise läuft sie schon die ganze Zeit auf ihrem Essen und das Blatt auf dem sie gerade steht, sieht noch recht frisch aus. Als sie weiterzieht, fehlt dem Blatt eine ansehnliche Ecke. 50 Blätter weiter, hört sie das Rauschen von Wasser.

Bei Einbruch der Dämmerung verändert sich der Waldboden und die Blätter, über die sie bisher lief, werden durch grüne Nadeln ergänzt. Sie erreicht den Fluss, sieht Stromschnellen und hält eine Fahrt in der Dunkelheit für zu gefährlich – zumal sie auch noch ein Boot braucht. Sie schneidet mit einer der spitzen scharfen Nadeln Stücke aus den Blättern und verzerrt diese mit frischem Wasser aus dem Fluss. Anschließend bettet sie sich wieder geschützt unter einem Blatt auf den Waldboden. Die Chance auf dem Fluss den Wald verlassen zu können, gibt ihr Hoffnung und lässt sie tief schlafen.

Sie hatte vom letzten Aufwachen gelernt und ihren Schlafplatz so gewählt, dass der Tau sie dieses Mal nicht wecken würde. Als sie aufwacht, scheint der Tag schon fortgeschritten zu sein. Der Tau der Blätter hat wieder einen See gebildet, doch ist er heute schon fast komplett im Boden versickert. Sie geht zum Fluss und erblickt eine kleine geschützte Bucht. Nachdem sie dort ohne Zwischenfall gebadet hat, findet sie auf dem Waldboden ein etwa Tür-großes Stück Baumrinde und einen gespaltenen Zweig, der sich als Paddel eignet. Sie bringt beides zum Flussufer und schneidet mit einer Tannennadel mehrere handliche Stücke aus einem frischen Blatt. Diese legt sie, auf der Nadel aufgespießt, als Proviant auf die Rinde.

Gerade will sie als Frühstück ein weiteres Stück aus dem Blatt schneiden, da fällt etwas, nicht weit von ihr entfernt, klatschend auf den Waldboden. Als sie nachschaut, entpuppt es sich als eine große Frucht, die beim Aufprall zerbrochen ist. Sie probiert von dem Fruchtfleisch und findet es nach der einseitigen Ernährung des Vortages köstlich. Im Anschluss an diesem belebenden Mahl schneidet sie mehrere Stücke aus der Frucht und verstaut sie ebenfalls auf der Rinde. Sie schiebt die Rinde vorsichtig ins Wasser und steigt darauf. Um den gefährlichen Strömungen und Steinen am Ufer zu entgehen, steuert sie mit dem Paddel in die Flussmitte und lässt das Floß dort treiben.

Nur wenige Stunden, bevor die Dämmerung einsetzen wird, hört sie ein lautes Tosen. Fast gleichzeitig beschleunigt sich die Fahrt des Floßes und die Reise wird unruhig. Wenige Minuten später stürzt sie einen Wasserfall hinab.

Nachdem sie sich wieder an die Wasseroberfläche gekämpft hat, schwimmt sie zum Ufer. Von dort aus sieht sie, dass die Wassermassen in einen See fallen, der keinen sichtbaren Abfluss hat. Entgegen ihrer Hoffnung befindet sie sich noch immer im Wald. Sie fischt eines ihrer Fruchtstücke, das auf dem Wasser treibt, heraus und verspeist es. Danach beschließt sie, an diesem Tag noch etwas weiterzulaufen ...

Sie überlegt schon, sich einen Schlafplatz zu suchen, da hört sie ein Brummen, das sie mit einem Insekt assoziiert. Sich umschauend sieht sie etwas auf sich zufliegen, das wie eine Wespe oder Hornisse aussieht, doch bestimmt zweieinhalbmal so groß wie sie ist. Instinktiv rennt sie los, so schnell sie kann. Selbst der Olympiasieger im Hürdenlauf würde Grün vor Neid, wie sie jetzt über das Unterholz des Waldes sprintet. Doch mit der Zeit fangen ihre Lungen an zu brennen wie Feuer. Kurz bevor sie von ihren Kräften verlassen wird, wirft sie einen Blick über die Schulter. Das Monsterinsekt ist nur noch zwei Längen hinter ihr und hat den Stachel an seinem Hinterleib auf sie gerichtet.

Gerade als sie sich damit abfindet zu sterben, dreht das Monstrum ab. Vor Erleichterung kommt sie ins Stolpern und verliert den Kontakt mit dem Boden. Sie wartet auf die Landung, die aber ausbleibt. Stattdessen stoppt plötzlich der Flug und sie federt in der Luft zurück.

Frei schwebend hängt sie in der Luft – denkt sie, bis sie die klebrigen Fäden sieht, die sie in der Luft halten. Gerade als sie registriert, wozu diese Fäden gehören, sieht sie eine Spinne auf sich zukommen. Ihr Körper ist so groß, dass er sie locker überdeckt, als sie ihre Beine um Eva platziert hat. Dann nähern sich die Beine ihrem Körper und die Welt dreht sich um Eva.
 
Als die Welt wieder stehen bleibt, ist sie wie eine Raupe in einem Kokon eingewebt und wird von der Spinne in die Höhe getragen. Am Rand des Netzes angekommen, wird sie an einen Faden gehängt, an dem schon ein ebenfalls eingewebtes Insekt hängt. Zu diesem geht nun die Spinne und sticht mit ihrem Stachel hinein. Ein paar Minuten später öffnet sie den Kokon etwas und taucht ihren Rüssel hinein. Eva kann das Schmatzen hören, mit dem die Spinne ihre Mahlzeit aufsaugt. Nachdem die Spinne satt ist, klettert sie wieder nach unten. Wenig später sieht Eva, wie der Kokon auseinanderbricht und die ausgesaugte Hülle des Insekts zu Boden fällt.

Die Nacht bricht an und Eva versucht sich zu befreien. Doch sie kann ihre Position nicht einen Zoll verändern. Dann bricht der Morgen an und die Spinne erscheint erneut. Vier Augen schauen sie gierig an, dann sieht sie den Stachel auf sich zukommen …

Schweißgebadet wacht Eva auf.

Sie liegt nackt auf einem Bett. Das Leuchten einer Nachttischlampe blendet sie. Neben dem Bett liegt ein Mann auf dem Boden und schnarcht. Er ist nur mit Boxershorts bekleidet und hält eine Packung Kondome in der Hand.

Nebelhaft kommen die Erinnerungen an den gestrigen Abend zurück. Die Party, der Alkohol, das Flaschendrehen …
und wie sie mangels eines Kleidungsstückes auf die Frage Kleidung oder Pflicht, Pflicht antworten musste ...
und daraufhin von diesem Jungen in das Zimmer geführt wurde.

Glücklicherweise ist die Packung noch nicht angebrochen, doch trotzdem schwört sie ...

Nie wieder Alkohol!!!

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hobbes
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Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Ei 4 Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 18.10.2020 20:42    Titel: Antworten mit Zitat

Ach Gottchen, ein Traum. Scheint so, als hättest du zuwenig Schreibratgeber gelesen. Obwohl, vielleicht steht das gar nicht in Schreibratgebern. Dann bekommst du es halt im dsfo gesagt: Keine Träume!!! Die Leserin ist verärgert, wenn du am Ende mit "alles nur ein Traum" auflöst.

Ganz abgesehen davon hast du die Leserin, also in diesem Fall mich, sowieso nicht erreicht. Ich weiß spontan gar nicht so genau, woran es liegt, aber das ist mehr ein Bericht als eine Geschichte. Es passiert dies, sie tut das, es geschieht jenes, sie tut dieses, ... *gähnt*
Berührt mich leider null.
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Stefanie
Reißwolf


Beiträge: 1324



BeitragVerfasst am: 19.10.2020 12:06    Titel: Antworten mit Zitat

Die Idee gefällt mir. Wie würde ein winzig kleiner Mensch in einem Wald zurechtkommen?

Die Ausführung ist noch verbesserungswürdig. Die Ereignisse kommen eins nach dem anderen, und immer hat sie sofort eine Lösung. So entsteht nicht wirklich Spannung.

Das Ende fand ich enttäuschend. Da hast du so eine interessante Welt und dann war alles nur ein Traum.
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RAc
Eselsohr


Beiträge: 412



BeitragVerfasst am: 19.10.2020 16:52    Titel: Antworten mit Zitat

Eine Frau nimmt an einem Spieleabend teil, der mit alkoholenthemmten anzüglichen (besser auszüglichen) Spielen endet. Sie verbringt die Nacht mit einem Mann, dem gegenüber sie "Spielschulden" (implizierte sexuelle Verpflichtungen) glaubt zu haben.

Es wird nicht klar, ob es Sex zwischen den beiden gegeben hat, aber die Prota hat in dieser Nacht erotische und beängstigende lebendige Träume, deren Schilderung den Hauptteil der Erzählung einnimmt.

Ich sehe keine der Anforderungen erfüllt.

Die Geschichte ist interessant, gut erzählt und adressiert wichtige und richtige Fragen; die Antworten reiten wunderbar vage auf der Messerspitze des Offenlassens, was passiert ist. Schöne Bildsprache und ein paar angedeutete biblische Referenzen.

Eine etwas kuriose Randbemerkung (die aber für die Bewertung nicht ausschlaggebend ist) kann ich mir aber doch nicht verkneifen: Ein Text mit einem gravierenden Interpunktionsfehler bereits zwischen den ersten beiden Wörtern ist selten Wink ...

In einem Wettbewerb mit passenderer Aufgabenstellung wäre das ein heißer Kandidat für richtig viele Punkte. Durch die Themenverfehlung draußen. Schade!
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Raven1303
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 37
Beiträge: 418
Wohnort: NRW


BeitragVerfasst am: 19.10.2020 16:52    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Unbekannte/r,

ein schöner Bericht darüber, wie es ist, winzig klein zu sein.
Die Anforderungen des Wettbewerbs sind alle erfüllt und ich konnte deinem flüssigen Schreibstil gut folgen.
Es schien mir aber irgendwann wirklich eher ein emotionsloser Bericht zu sein. Ich konnte mich irgendwie nicht in Eva hinein versetzen oder mit ihr fiebern. Vielleicht weil sie ihre Sinne zu wenig nutzt und nicht schreit, stöhnt oder so? Ich kann nicht genau sagen, woran es liegt.
Die Szene mit dem Reh ist ganz schön grausam, aber am Ende war es halt - wie so oft - eben alles nur ein Traum, sonst hätte die Szene auch nicht in eine "normale" Schrumpfgeschichte gepasst.

Ich habe deine Geschichte trotzdem gerne gelesen!
Liebe Grüße!


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Westmonster
Schmierfink


Beiträge: 99



BeitragVerfasst am: 19.10.2020 20:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hier fand ich leider die Vorgaben nicht so richtig getroffen. Am Anfang kann man imho nur mit viel gutem Willen von einer Verfolgungsjagd sprechen. Vor allem aber ist es streng genommen keine Phantastik, denn Träume gibt es ja.
Und ganz ehrlich: spätestens seit mir diese verkorkste Lost-Fernsehserie gefühlt zehn Jahre meines Lebens geklaut hat, um mir dann am Ende zu eröffnen, dass das alles nie passiert ist, kann ich solche "ätsch, war alles nur geträumt"-Geschichten einfach nicht mehr vorurteilsfrei bewerten. rotwerd


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d.frank
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BeitragVerfasst am: 21.10.2020 12:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hier liegt noch eine Menge Arbeit und Weg vor dem Autor, bis das passt, denk ich. Ich will ja nicht mit den Schreibratgebern kommen, aber gerade anfangs erfüllen die ihren Zweck.

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V.K.B.
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BeitragVerfasst am: 21.10.2020 17:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo unbekannter Autor, Autorin, heimlich mitschreibende KIs, magische Wesen oder was auch immer,

Ich kommentiere direkt beim ersten Lesen und während ich lese, damit die Leseeindrücke so frisch wie möglich sind. Daher kann es sein, dass ich mal auf etwas hinweise, was sich später im Text noch klärt.
Disclaimer vorweg: All meine Kritiken sind in diesem Wettbewerb hochgradig subjektiv und bedeuten damit eigentlich gar nichts, außer wie mir ein Text persönlich gefallen hat. Ich neige zu Sarkasmus und mache mich auch gerne mal über Dinge lustig. Ich bitte diejenigen, die eine gefühlt zu harte Kritik von mir abbekommen, das nicht persönlich und mit Humor zu nehmen, denn es ist ganz bestimmt nicht böse gemeint. Ich nehme aber auch kein Blatt vor den Mund, wenn jemand seinen Text bei einem Wettbewerb der ungeschönten und schonungslosen Kritik vorwirft. Wer ein Problem damit hat, möge das Lesen meines Kommentars an dieser Stelle abbrechen.

So, los geht‘s, you have been warned …


Zitat:
Desorientiert, schlägt Eva die Augen auf.
Warum das überflüssige Komma? Das bremst schon gleich am Anfang den Lesefluss.

Zitat:
Sie muss in einer großen Höhle sein, denn inzwischen wird der Boden, auf dem sie geht, erleuchtet.
Weil nur in Höhlen der Boden erleuchtet werden kann? Die Logik hier entzieht sich mir gerade.

Zitat:
Sie schaut zurück, doch die Schlange hat sich nicht weiter bewegt, sondern wartet auf lohnendere Beute, als einen Snack wie Eva.
Naja, wenn die sie hätte fressen wollen, hätte sie das bestimmt schon getan. Sie war ja schon im Maul. Schöne Anfangsidee, nur passt leider nicht wirklich zu einem der drei geforderten. Okay, Bewegungslosigkeit und Stille vielleicht, wenn sie da aufgewacht ist.

Zitat:
und entdeckt auf dem Waldboden eine Haselnuss, die dreimal größer ist als sie.
one pill makes you larger, and one pill makes you small. and the ones that mother gives you… *Träller*

Zitat:
Schmerz schreiend
Ist das wirklich dudenkonform nach Rechtschreibreform? Sieht furchtbar aus so. Ich schreibe weiterhin schmerzschreiend und hirschähnlich. Man muss ja nicht jeden Unsinn mitmachen.

Zitat:
wie die Wolfsmenschen nach dem Erlöschen des Feuers über ihre Beute herfallen.
So wie du das Grillen (falls es sowas sein sollte) beschrieben hast, müsste das Fressi-Fressi komplett verbrannt und ungenießbar sein.

Zitat:
Nachdem sie sich erleichtert hat, badet sie in dem See und beschließt ihren gestrigen Weg fortzusetzen.
Sie kann froh sein, dass sie noch keiner Spinne oder Ameise oder Wespe begegnet ist.

Zitat:
ein Flugzeug großer Vogel
Nee, das kann so nicht richtig sein, echt nicht. flugzeuggroßer Vogel erscheint mir das einzig machbare.

Zitat:
Sie scheint hier auch nicht am oberen Ende der Nahrungskette zu stehen, deshalb zweifelt sie daran, solange zu überleben.
Das fällt ihr ja früh auf. Und sie nimmt es so gelassen hin?

Zitat:
dass die Wassermassen in einen See fallen, der keinen sichtbaren Abfluss hat.
Ich muss hier nicht mit Logik rangehen, oder? Menschen können ja auch keine Blätter verdauen, jedenfalls die meisten davon nicht.

Zitat:
wie sie jetzt über das Unterholz des Waldes sprintet.
Auch das dürfte bei den sonstigen Größenverhältnissen unmöglich sein, weil das mehr ein Kletterparcour wäre.

Zitat:
Gerade als sie sich damit abfindet zu sterben
tut man das so einfach?

Zitat:
Als die Welt wieder stehen bleibt, ist sie wie eine Raupe in einem Kokon eingewebt und wird von der Spinne in die Höhe getragen
Die hätte sie eigentlich schon gebissen …

Zitat:
Zu diesem geht nun die Spinne und sticht mit ihrem Stachel hinein.
Was für ein Stachel? Spinnen haben keine Stacheln.

Zitat:
Nie wieder Alkohol!!!
Okay, ja, das "alles war nur ein Traum"-Ende. Und konnte man sich ja auch wegen des Titels die ganze Zeit schon denken. Bisschen billig, findest du nicht auch? Besonders glaubwürdig ist dieser Traum auch nicht, dafür ist er viel zu konsistent, wenig symbolhaft, keine Sprünge, etc. Okay, bis auf die Wolfsmenschen. Aber die hauen es irgendwie nicht raus. Generell schafft es die Geschichte auch nicht, mich wirklich zu erreichen. Dafür ist sie nicht spannend genug geschrieben (zu emotionslos und berichtartig). Hier wäre eine tiefere Perspektive angebracht gewesen und – kann mich mal bitte jemand schlagen? – etwas mehr "show" statt "tell".

War zwar ganz unterhaltsam zu lesen, aber insgesamt doch ein bisschen sehr sinnlos und nichtssagend, auch (oder besonders) für einen Traum.

Beste Grüße,
Veith


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silke-k-weiler
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Beiträge: 510



BeitragVerfasst am: 21.10.2020 20:05    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Text,

die taffe Eva kämpft sich insektenklein durch eine surreale Welt voller Gefahren. Obwohl sie sich wacker schlägt, landet sie am Ende doch im Netz einer Spinne. Aber Glück gehabt: alles nur im Suff geträumt. Leider nimmt der Titel meiner Meinung nach Deine Auflösung vorweg.
Phantasievoll beschrieben, angesichts der Menge der Texte schaffst Du es aber nicht unter meine ersten Zehn. (edit: zumal auch die Vorgaben, vor allem das Licht, in anderen Texten besser umgesetzt wurden. Hier hat es nur die Bedeutung eines Höhlenausgangs, wenn ich das richtig lese, und spielt ansonsten keine große Rolle mehr)

Viele Grüße
Silke
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Ribanna
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BeitragVerfasst am: 22.10.2020 10:35    Titel: Antworten mit Zitat

Schon der Einstieg begeistert mich nicht. Warum steht Eva auf und geht auf das Licht zu? Warum fragt sie sich nicht einmal, was da wohl los ist?

Auch einige Ausdrücke passen einfach nicht. Ein Zweig ist ein dünner Ast, aber sie versteckt sich darin? Okay, alles ist irgend wie größer, aber nein, für mich passt das nicht.


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Constantine
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Beiträge: 2969



BeitragVerfasst am: 22.10.2020 19:35    Titel: Antworten mit Zitat

Bonjour Inko,

Dein Titel verrät mir bereits zu viel und ich würde einen anderen Titel wählen, damit die Pointe am Ende, dass alles nur geträumt ist, besser wirkt.


Bereits der Beginn deines Textes kommt irritierend:
Zitat:
Desorientiert, schlägt Eva die Augen auf. Sie liegt auf einem weichen Untergrund. Es ist finster, doch in scheinbar unerreichbarer Entfernung leuchtet es hell. Sie rafft sich auf und geht auf das Licht zu. Schneller als erwartet scheint sie der Lichtquelle näherzukommen. Sie muss in einer großen Höhle sein, denn inzwischen wird der Boden, auf dem sie geht, erleuchtet.

Du beginnst mit dem Öffnen der Augen und genannter Desorientierung, lässt dies aber durch einen Satz folgen, der mich rauswirft aus dem Text und von dem ich nicht genau weiß, was sein Zweck ist, nur um dann wieder auf die Sicht zurückzukommen.
Ohne diesen Einschub würde dein Anfang für mich besser funktionieren:
Zitat:
Desorientiert, schlägt Eva die Augen auf. Es ist finster, doch in scheinbar unerreichbarer Entfernung leuchtet es hell. Sie rafft sich auf und geht auf das Licht zu. Schneller als erwartet scheint sie der Lichtquelle näherzukommen. Sie muss in einer großen Höhle sein, denn inzwischen wird der Boden, auf dem sie geht, erleuchtet.



Zitat:
Sie sieht einen Herbstwald. Doch die Bäume sind so hoch, dass sie Gipfel nicht erkennen kann. Erschrocken stellt sie fest, dass sie nackt ist. Vorsichtig geht sie weiter und der rote Teppich endet zweigeteilt.

Diese Info kommt unvermittelt im zweiten Absatz und wird im weiteren Verlauf nicht mehr erwähnt und ist Text nicht relevant. Wozu diese Info, die einfach erwähnt wird, ohne einen Kommentar von Eva, ohne Konsequenz, ohne irgendwas? Kannst du weglassen, wenn diese Info so unwichtig ist.


Womit du mich in deiner Story auch verlierst, ist folgendes:
Zitat:
und blickt in die Augen einer riesigen Schlange.

oder etwas Schlangenähnliches?

Zitat:
und entdeckt auf dem Waldboden eine Haselnuss

oder etwas Haselnussähnliches?

Zitat:
Ein stark behaartes Tier erscheint. Es hat Ähnlichkeit mit einem Eichhörnchen.

Oder es ist ein Eichhörnchen!

Zitat:
Drei Blätter weiter findet sie eine riesige Beere.

Oder etwas Beerenähnliches.

Zitat:
und in dem Tal taucht ein riesiges, Hirsch ähnliches Tier auf

Oder es ist ein Hirsch!

Zitat:
und im nächsten Moment springen mehrere Wesen, die etwas größer als das Tier sind, aus ihrer Deckung. Ihre Körper sind menschenähnlich, doch darauf sitzen Wolfsköpfe.

Oder es sind Menschen mit Wolfsköpfen. Oder nackte Menschenwölfe? Oder komplett behaarte Menschen mit Wolfsköpfen?

Zitat:
erkennt sie als Lichtquelle fliegende Käfer.

Oder etwas Käferähnliches?

Zitat:
und im nächsten Moment fliegt ein Flugzeug großer Vogel über sie hinweg,

Oder ein Flugzeug, oder ein flugzeugähnlicher Vogel oder einfach ein Vogel.

Zitat:
sieht sie eine Spinne auf sich zukommen

Oder etwas Spinnenähnliches?

Usw...
Es wird zu Beginn recht klar, dass Eva winzig ist, groß wie Däumeline. Das mir jedesmal wieder und wieder zu "sagen", empfinde ich als ermüdend und sorry, es wirkt unfreiwillig komisch und ich kann Eva und ihre Odyssee nicht ernst nehmen.

Ein richtiges Muster kann ich in Evas Beschreibungen nicht erkennen. Tiere erkennt sie oder nicht, aber bei Pflanzlichem ist sie sich sehr sicher, was es ist.



Zitat:
sammeln sie Zweige und schichten sie auf. Dann ziehen sie ihr Opfer auf die Zweige und kurze Zeit später sieht Eva Rauch aufsteigen. Die Beute versucht sich zu erheben, um zu fliehen. Doch mehrmals bricht es vor Schmerz schreiend zusammen --> schreiend vor Schmerz. Erste Flammen sind zu sehen und der anfängliche Rauch verwandelt sich in ein großes Feuer.

Wie durch Magie entsteht Rauch und dieser Rauch verwandelt sich in Feuer.
Einerseits beobachtet Eva recht genau, andererseits kommt sie mit mit so etwas und es scheint sie nicht zu irritieren oder zu fragen, wie das gehen soll, dass Rauch einfach so entsteht und einfach so sich dieser in Feuer verwandelt.


Bevor ich mich zu sehr verfange in deinem recht flotten, genauso flott abfallenden. statisch Punkt-für-Punkt-erzählten Abenteuer, generierst du einen alptraumhaften Höhepunkt und knallst mir ein vorhersehbares Aufwachen vor den Latz. Alles nur geträumt und das im Traum über mehrere Tage. Schuld daran ist der Alkohol, wie mir der Titel bereits verrät. Überzeugt mich leider auch nicht.

Insgesamt überzeugt mich die Erzählstimme und Perspektive von Eva nicht und wie mir das ganze geträumte Abenteuer präsentiert wird.
Es tut mir leid: zéro points.

Merci beaucoup.
Constantine
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Rodge
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Beiträge: 624
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 23.10.2020 06:52    Titel: Antworten mit Zitat

Ich empfinde den Schreibstil als sehr abgehackt. Es gibt nur wenige Überleitungen, gerade am Anfang stehen viele Sätze übergangslos nebeneinander. Vielleicht ist das beabsichtigt, um die Absurdität der Traumwelt klarzumachen, angesprochen hat mich das aber nicht.
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MoL
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Beiträge: 1594
Wohnort: NRW
Das bronzene Stundenglas


BeitragVerfasst am: 23.10.2020 20:15    Titel: Antworten mit Zitat

Leerer Kommentar. Auf Wunsch kann ein ausführliches Feedback gern bei mir erfragt werden.

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NEU - NEU - NEU im September 2020:
"Hexenherz - Goldener Tod"
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"Hexenherz - Eisiger Zorn", acabus Verlag, Februar 2017.
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Eliane
Geschlecht:weiblichKlammeraffe


Beiträge: 818



BeitragVerfasst am: 26.10.2020 21:45    Titel: Antworten mit Zitat

Damit ich die Beiträge einigermaßen gerecht bewerten kann, vergebe ich jeweils maximal 5 Punkte für:
Thema "Licht": 1
Beginn "Stille / Unfall / Verfolgungsjagd": 2
Genre Phantastik: 4
Schreibstil: 2
persönlicher Eindruck: 1
Summe: 10

Eine Geschichte, mit der ich leider nicht viel anfangen kann. Mir fehlt der durchgehende Spannungsbogen, die einzelnen Geschehnisse sind zwar sprachlich schön beschrieben, aber sie wiederholen sich (z.B. das Essen), ohne dass etwas Nennenswertes passiert, und weisen ein paar Logiklücken auf. Außerdem hättest Du deutlich mehr Spannung rausholen können, wenn Du das Ganze etwas kürzer, aber dafür an den richtigen Stellen ausführlicher gestaltet hättest. Der Schluss lässt mich erst recht ratlos zurück: Okay, war nur ein Traum - aber nur Alkohol war das wohl nicht, oder? Wenn die Nachttischlampe sie geblendet hat, warum nicht permanent? Und hey, wenn die Kondomschachtel ungeöffnet ist, wäre das für mich noch mehr Grund zur Sorge!

Nicht in meinen Punkterängen. Sorry.
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anderswolf
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 500
Wohnort: Bad Nauheim


BeitragVerfasst am: 27.10.2020 09:50    Titel: Antworten mit Zitat

Knapp vorbei ist auch daneben. Oder: Eva hat den Blattsalat.
Hätte auch disqualifiziert werden können, aber sei's drum. Eva also hat einen horribilen Traum, in dem sie als halbzentimetergroßes nacktes Menschlein durch einen Wald läuft, Blätter isst (was maximal bei jungen Blatttrieben eine gute Idee ist), einen Wasserfall hinabstürzt und das alles überlebt, bis sie schließlich einer Spinne ins Netz läuft und damit schließlich doch noch beinahe einer Penetration zum Opfer fällt, wachte sie nicht auf, nur um zu erkennen, dass sie auch außerhalb des Traums dem nur knapp entgangen ist. Nehme ich an.
Bleibt zu hoffen, dass Evas Vorsatz, nie wieder Alkohol zu trinken, der Erwartung entspringt, nicht wieder Gefahr zu laufen, ohne ihre Einwilligung zum Geschlechtsverkehr penetriert, sprich vergewaltigt zu werden. Andernfalls ließe sich das auch so verstehen, dass Eva nie wieder so einen horribilen Traum haben will, oder aber viel schlimmer, nämlich, dass sie Kondome ablehnt, weil sie beispielsweise allergisch auf Latex reagiert, und sie deswegen froh ist, dass die Kondompackung noch nicht angebrochen ist, denn Fun Fact: Dass das Kondom nicht verwendet wurde, heißt nicht, dass nichts passiert ist.

Insgesamt eine Geschichte mit Schwierigkeiten in der Ausführung, gleichzeitig ohnehin fraglich, ob sie die Wettbewerbsvorgaben wirklich erfüllt. Auch ist die Botschaft nicht klar formuliert, die innere Mechanik und Logik sollte nochmal nachgeprüft werden, falls diese Geschichte weiterverarbeitet werden sollte. Denn eines ist schon da: wer nicht konsensualen Geschlechtsverkehr hat/hatte, fühlt sich mitunter nicht nur schutzlos und nackt, sondern auch klein. Natürlich kommen da auch eine ganz andere Menge an nicht hilfreichen Emotionen bis zum Trauma hinzu, aber das Grundgefüge geht damit in eine richtige Richtung. Falls aber dann wirklich das Unterbewusstsein die drohende Gefahr einer Vergewaltigung verarbeiten will, also das Trauma abträumen, dann sollte die Gewalt deutlich größer sein, die Gefahr noch phallischer, die Verwundbarkeit des Opfers plastischer. [Späterer Einschub: Und nein, ich will keine vor Gewalt strotzenden Vergewaltigungsgeschichten lesen, nur damit es glaubhaft wird.] Wobei … wie ich bei der ersten von jetzt drei Vergewaltigungsgeschichten in diesem Wettbewerb schon geschrieben habe: dieses Thema sollte - so real die Gefahr von sexueller Gewalt leider immer noch ist - nicht als Dekoration einer Geschichte verwendet werden, sondern eher in einer aufklärerischen Absicht. Meiner Meinung nach. Andererseits dürfen natürlich alle schreiben, worüber sie wollen, irritierend nur, dass jetzt schon ein Zehntel der Geschichten Vergewaltigungsaspekte aufzeigen.

Keine Punkte.
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Katinka2.0
Geschlecht:weiblichEselsohr


Beiträge: 265



BeitragVerfasst am: 27.10.2020 19:10    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Autor/in,

du hast dich etwas getraut mit deinem Text! Nämlich den personalen Erzähler (3. Pers. Sg., Sie-Erzähler) gewählt und darüber hinaus die Handlung im Präsens wiedergegeben. Wenn man das richtig macht, ist der Leser den Charakteren beinahe so nah, wie es in der Ich-Perspektive möglich ist. In deinem Fall hieße das, du schilderst das Geschehen aus der Innensicht deiner Protagonistin Eva und lässt den Leser so an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben, die sie während ihrer Erlebnisse begleiten.

Du zählst in deinem Text jedoch nüchtern eine Handlung nach der anderen auf, Eva bleibt für mein Empfinden dabei blass. Um Bilder im Kopf des Lesers zu erzeugen, solltest du uns unbedingt an Evas Sinneseindrücken teilhaben lassen, du könntest auch mehr bildhafte Vergleiche benutzen, damit die Szenen plastischer wirken. Du hast dir mit der Präsentation deiner Geschichte Mühe gegeben, deine Orthografie ist gut und bei den Vorgaben drücke ich beide Augen zu. Leider kann mich deine Geschichte aus den erwähnten Gründen nicht fesseln, sehe aber Potenzial, wenn du daran arbeiten möchtest.

LG Katinka
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Maunzilla
Klammeraffe


Beiträge: 795



BeitragVerfasst am: 28.10.2020 05:56    Titel: Antworten mit Zitat

Die Idee ist originell, die Umsetzung leider ein bißchen monoton. Es folgt ein Ereignis auf das andere, aber es gibt keinen Zusammenhang. Es fehlt der Spannungsbogen. Daß am Ende alles nur ein Traum war, wirkt ein bißchen aufgesetzt. Auch der Zusammenhang mit dem Alkohol erschließt sich mir nicht. Leider wird das Thema und die Vorgaben nicht wirklich erfüllt.

_________________
"Im Internet weiß keiner, daß du eine Katze bist." =^.^=
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nicolailevin
Geschlecht:männlichLeseratte


Beiträge: 150
Wohnort: Süddeutschland


BeitragVerfasst am: 28.10.2020 08:38    Titel: Antworten mit Zitat

Eva findet sich als Däumling im Wald. Wir begleiten sie mehrere Tage lang auf ihrem Weg und bei ihrem Kampf mit der ungewohnten Größe. Die Gefahren, denen sie begegnet, sind zum Teil nur der Größe geschuldet, zum Teil fantastisch (Wolfsmenschen). Sie gerät in das Netz einer Spinne, die sie als Beute einwickelt und fressen will. Da erwacht sie aus ihrem Albtraum und erinnert sich an die Party von letzter Nacht und den vielen Alkohol.

Sind die Vorgaben erfüllt? Die Flucht zu Beginn bestimmt, aber das Licht? Da ist nur die Nachttischlampe, als sie aufwacht, und die spielt ja nun in der Geschichte gar keine Rolle …

Meine Probleme mit diesem Text beginnen mit dem Titel: Der verrät schon vor dem Lesen die Pointe – es ist mir sonnenklar, dass am Ende alles ein vom Alkohol bedingtes Delirium bzw. ein Rauschtraum gewesen sein wird.

Der Beginn gefällt mir allerdings richtig gut: Das Laufen entlang dem roten Teppich, der sich an seinem Ende teilt und als Schlangenzunge entpuppt, das ist ein schönes und unerwartetes Bild.

Danach wird’s dann zäh. Die Idee mit dem Däumling ist ja nicht neu. Ich hab als Leser schnell begriffen, dass Eva geschrumpft ist und kann mir das auch gut vorstellen; ich hab es schließlich schon dutzendfach gelesen und gesehen, beginnend mit den Bilderbüchern meiner eigenen Kindheit und endend mit denen meiner Kinder. Der Text tut aber so, als wäre die Idee völlig unerhört und überraschend und hechelt somit mühsam meiner vorauseilenden Vorstellung hinterher. Die Story plätschert dann so von Begegnung zu Begegnung vor sich hin und quält sich bis zur späten Pointe, die mir der Titel schon verraten hat, und ich finde auf dem mühsamen Weg auch nichts, was für mich Spannung erzeugen würde.

Zitat:
„Nur wenige Stunden, bevor die Dämmerung einsetzen wird, hört sie ein lautes Tosen. Fast gleichzeitig beschleunigt sich die Fahrt des Floßes und die Reise wird unruhig. Wenige Minuten später stürzt sie einen Wasserfall hinab.“


Dies als drastisches Beispiel für den wenig fesselnden Stil. Der Absatz ist so nüchtern und distanziert formuliert, das liest sich für mich eher wie die Zusammenfassung im Exposé, aber nicht wie der Originaltext einer spannenden Geschichte.

Sorry für das harsche Urteil, liebe Autorin! Es ist subjektiv. Vielleicht hab ich einfach nur zu viele Vorleseabende mit meinen Kindern im Genick und reagiere deshalb etwas unduldsam und ungehalten auf Schrumpfstorys. Vielleicht hab ich auch einfach zu lange keinen Alkohol mehr getrunken …
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Abari
Geschlecht:männlichAlla breve

Alter: 39
Beiträge: 1368
Wohnort: ich-jetzt-hier


BeitragVerfasst am: 30.10.2020 21:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hmmm. Für einen Rauschtraum zu stringent, finde ich. Außerdem noch hie und da ein paar Rechtschreibfehler. Textimmanent mag die Geschichte richtig und stimmig sein, aber dennoch sind die Ausführungen auf Dauer ermüdend.

_________________
Das zeigt Dir lediglich meine persönliche, höchst subjektive Meinung.
Ich mache (mir) bewusst, damit ich bewusst machen kann.

LG
Abari
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holg
Geschlecht:männlichReißwolf


Beiträge: 1693
Wohnort: knapp rechts von links
Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 01.11.2020 10:04    Titel: Antworten mit Zitat

Die Idee mit dem Erwachen in einer Gulliverwelt ist an sich ganz niedlich und die zu groß geratene Welt schön detailliert beschrieben, ein Stolpern als Unfall reicht kaum für die Vorgaben, sprachlich, stilistisch klingt das zum Teil entweder schnell runtergeschrieben oder noch nicht sehr geübt, daher:
Alles nur ein Traum geht gar nicht.
Schon gar nicht in der Phantastik, die gerade von den Brüchen in der Realität lebt.


_________________
Froh zu sein bedarf es wenig.
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Sue Ulmer
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 27
Beiträge: 363
Wohnort: Göttingen


BeitragVerfasst am: 01.11.2020 18:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hier überzeugt wohl der Titel, lediglich die Ausrufezeichen fehlen.
Ich fand den Text in erster Linie amüsant, aber auch für den Unterhaltungswert darf es Punkte geben!


_________________
Hier ruht ein gelynchtes Gedicht.
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A.J.Triskel
Leseratte

Alter: 53
Beiträge: 110



BeitragVerfasst am: 02.11.2020 01:04    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

fantasy ist nun wirklich nicht mein MainGenre, aber fand es spannend, mal auf einem fremden Spielfeld
Mit dem Titel geb ich recht, der war schlecht gewählt und verrät zu viel
Das die Lampe oder das Licht im Mittelpunkt stehen soll, habe ich erst realisiert, als es zu spät war.
Die Vorgabe von 2k Wörtern war aber das schwierigste, da werde ich normal erst warm.

Aber sorry, Logikfehler wie Spinne hat keinen Stachel, dass ist Fantasy oder Traum, wen interessiert es und wenn da das rosa Einhorn 5 beine hätte


_________________
Natürlich spreche ich mit mir selber. Auch ich brauche kompetente Beratung
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