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Vom Berg und von der Freiheit


 
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Autor Nachricht
Benedict
Geschlecht:männlichGänsefüßchen

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Beiträge: 24



BeitragVerfasst am: 18.10.2020 19:06    Titel: Vom Berg und von der Freiheit eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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das ist das erste mal das ich eine geschichte geschrieben habe die länger als eine seite ist. wenn man nciht aus hamburg kommt und st pauli nicht kennt fühlt man sich evtl ein bischen verloren. google maps hilft. die grammatik ist bestimmt furchtbar und die letzten kapitel sind vielleicdht etwas dünn. habe aber viel liebe in diese geschichte gesteckt und würde mich freuen über feedback. viel spaß beim lesen.


Vom Berg und von der Freiheit


1
er saß in der kleinen pause für seinen täglichen burgen mit bier. er war diesmal etwas früher da als sonst. er war früher aufgewacht und hielt es zuhause nicht aus. seine einzimmerwohnung mit nur einem fenster war ziemlich dunkel wenn die sonne nciht schien und einen ausblick hatte er auch nicht. die sicht aus dem fenster fiel direkt auf das nachbarhaus und da sein zimmer in der mitte der engen gasse war die zwischen den beiden häusern lag fiel kaum licht in sein zimmer. er hatte es gestern wieder übertrieben und zuviel getrunken. dreimal war er beim kiosk gewesen. der verkäufer hatte beim letzten mal nichtmal mehr etwas gesagt. als ob er es misbilligte das er soviel trank. er hatte nur seine 3 bier auf den thresen gestellt. "1,80." hatte der verkäufer. die frührente die er bekam reichte kaum aus und das er jeden tag burger essen konnte verdankte er nur dem was er von seiner mutter geerbt hatte. sie war vor 2 monaten von einem bus überfahren worden als sie, wie immer, unachtsam über die strasse ging. "ampeln würden nur zeit stehlen." sagte sie immer. er trauerte zwar um seine mutter doch er hatte sich in seiner jugend von seiner familie entfernt und seit dem sein leben alleine gelebt. als seine mutter starb hatten  sie schon ein halbes jahr nicht gesprochen. sein vater hatte die familie verlassen als er 3 war und er hatte nie wieder kontakt zu ihm gehabt. er wusste nur das er nach holland auswanderte und dort in einer fabrik angestellt war die fisch verarbeitete. zu seinem 12 geburtstag bekam er eine postkarte von seinem vater. es waren tulpen drauf. hinten stand nur "allers gute zum 10. geburtstag.". das sein vater sein alter nicht wusste und das er seit er sie verlassen hatte nichts mehr von ihm gehört hatte berührte ihn kaum. seine mutter gab ihm die karte mit einem gequältem gesichtsausdruck. "dein vater hat dir geschrieben" sagte sie und lies ihn mit der karte allein in seinem zimmer. sie hatten nie wieder darüber gesprochen.
er as relativ lustlos seinen burger und war in gedanken. er wusste nichts anzufangen mit seinem leben. seit dem arbeitsunfall vor 3 jahren waren die tage allesamt relativ eintönig. spät aufstehen. einkaufen. evtl zu den landungsbrücken runter und einmal über die pier gehen. einen schlenker zur ubahn st pauli und dann wieder runter zum edeka in der paul rosen strasse wo er wohnte. dann bier. fernsehen. youtube. dokus. katzenvideos. tutorials wie man schuppen oder ähnliches zusammenbaut. er hatte bei obi gearbeitet und musste dort auch manchmal schuppen zusammen bauen. das arbeiten mit holz und das schrauben hatte ihm immer spaß gemacht. seit dem unfall mit seiner schulter und dem späteren bandscheibem vorfall konnte er aber nicht mehr schwer arbeiten. sein pc hatte noch immer einen röhrenmonitor der zeimlich klein war. wenn er videos guckte saß er auf den ellenbogen agbestützt direkt vor dem monitor und guckte hin. bier neben sich stehen. aschenbecher auf der anderen seite. ab und zu kaufte er sich ein wenig grass am hamburger berg. er vertrug es nicht besonders gut und ruachte es eignetlich nur aus langeweile und um schlafen zu können. er drehte sich alles was er führ 10 eur bekam in ein bantam blättchen und rauchte es so schnell er konnte. danach fühlte er sich meistens noch schlechter und legte sich ins bett. alles dreht sich und er lies sich einfach vom rausch einfangen bis er einschlief.
er hatte seinen burger aufgegessen und das bier war leer. "vielen dank." sagte er zu der kleinen mit den locken und der brille. sie hatte etwas ehrliches das er sehr an ihr mochte. er ging raus und stand auf der strasse. wohin? links die schanze rechts st pauli. freunde hatte er keine mehr. einer war vor 10 jahren an leberzerose gestorben und ein freund aus seiner jugend hatte früh geheiratet und war nach niendorf gezogen. danach hatte er nie wieder etwas von ihm gehört. er lief richtung st. pauli. kurz zum kiosk und noch 2 bier für den weg. alle liefen an ihm vorbei ohne ihn zu beachten. schicke hippster die alle gleich aussahen. eingefleischtes st pauli volk. man sah sich. erkannte sich. lief anneinander vorbei. st pauli hatte einen flair den man wohl nur kannte wenn man dort wohnte und es unter der woche erlebte wenn keine leute zum feiern da waren. die leute die dort zu hause waren schätzten genau das an dem viertel. er genoß die herzlichkeit die er dort beim einkaufen erlebte oder in gesprächen aufschnappte wenn er an leuten vorbei gin die sich unterhielten. das er dort niemand kannte war eben einfach so. er war eben ein einzelgänger.
als er an der ampel die über  die reeperbahn führte halt machte, stand eine frau dort und telefonierte. so um die 40. er hatte sie schon öfters gesehen. sie wohnte wohl auch im viertel."... ja total lustig. nee du kennst doch jens. der war doch schon immer so.... ja, sobald es irgendwo was zu trinken und titten gibt ist er da.... ja stimmt.." sie lachte. sie telefonierte wohl mit einem freund. was die wohl erlebt hatten fragte er sich? wie lange kannte sie wohl diesen jens? wie lange kannte sie den oder die mit der sie telefonierte? "ja bin grad an der s bahn. bin in fünf minuten da." die ampel wurde grün. er ging auf die andere seite und in die silbersackstr. dann bei der kneipe "onkel otto" die hafentreppen runter und rüber zum wasser. jens war bestimmt ein lustiger typ. einer der immer einen lustigen spruch auf den lippen hat und gerne mal zuviel trinkt.vielleicht kannten die sich ja seit der schule. vielleicht war sie teil einer clique von freunden die ihr ganzes leben schon befreundet waren. sie gingen abends in kneipen oder gingen tanzen. oder trafen sich bei jemand zuhause. einfach nur um zu quatschen. vielleicht ein bischen wie eine kleine familie. er setzte sich auf einen stein und machte sich ein bier auf. die möwen schriehen. das wasser rauschte. wie die kleine aus der kleinen pause wohl hiess? hatte sie familie? arbeitete sie schon immer da? warum machte er sich heute soviele gedanken? er nahm einen schluck aus der flasche und schaute aufs wasser hinaus. der tag heute war irgendwie anders. er dachte es sei vielleicht der kater den er hatte aber auf einmal kam ein gefühl in ihm auf das er so eigentlich noch nie richtig empfunden hatte. er fühlte sich einsam. alleine. wie abgeschoben auf ein abstellgleis. nie was gewollt. sich nie um was gekümmert. in einem leben gefangen in dem er eigentlich nur auf den tod wartete. er nahm noch einen schluck bier. er kam sich auf einmal so nutzlos vor und die tränen stiegen ihm in die augen. er unterdrückte sie. er vermisste seine mutter obwohl sie nie für ihn da war. er war wütend auf seinen vatrer und auf die karte vom kiosk mit den tulpen. er war 57. nie verheiratet gewesen. immer irgendwie funktioniert und sich nie gefragt ob er so glücklich war. das leben war halt so wie es war. arbeit. essen. schlafen. er stürzte das bier herunter, stellte die leere flasche neben sich und erbrach es gleich wieder. er stand auf um nachause zu gehen. das zweite bier lies er stehen. ihm war übel. er ging langsam den gleichen weg zurück. treppen. onkel otto. silbersack strasse. kiez. paul rosen strasse. tür. treppenhaus. als er die haustür schloß fing er an zu weinen. er ging in die hocke, lehnte sich an die wand und schluchzte. niemand war da. er war komplett allein und fühlte es zum erstenmal in seinem leben. in ihm stieg die errinerung an seinen 12. geburtstag und die postkarte auf. er wischte sich die tränen weg und stand auf. er wollte nach oben in seine wohnung gehen doch in dem moment wo er die treppe ansah und die erste stufe nehmen wollte kamen wieder die tränen. er kannte st pauli. er mochjte die menschen dort. warum hatte er nie nach kontakt gesucht. warum war er nie in eine kneipe gegangen. warum hatte er nie ein gespräch mit der kleinen aus der kleinen pause angefangen? wieso lebte er an einem ort, an dem er sich zuhause fühlte, ohne wirklich da zu sein. er war im inneren auf einmal ganz klein. er hatte zwar immer das gefühl irgendwie glücklicher sein zu können aber das war nunmal einfach so. es war nichts wofür man sich hätte schämen brauchen. jeder hat probleme.
die tür ging auf. seine nachbarin kam herrein. sie war ungefähr so alt wie er und wohnte auch alleine. sie hatten sich als sie eingezogen war mal vorgestellt. "hallo ich bin ute." "hallo ich bin ulli." man grüßte sich wenn man sich sah aber sie hatten nie wirklich miteinander gesprochen. sie sah ihn an und er blickte zurück. "mein gott ulli was ist denn mit dir?" die fürsorge in ihrer stimme tat ihm gut. er feute sich das sie da war. "komm mal mit. du kannst doch nicht hier auf der treppe sitzen wie ein häuflein elend. komm steh auf." sie nahm ihm am arm und half ihm auf die füße. "sie dich nur an... was ist denn passiert?" ulli brachte keinen ton herraus. er schluchzte nur noch ein wenig. "komm mal mit. du kannst mir alles erzählen. wir sind doch nachbarn. und wir alten hasen hier im viertel sind doch familie." sie gingen gemeinsam die treppe hoch. noch immer konnte ulli keinen ton von sich geben. "ich war beim bäcker und hab berliner besorgt. komm mit zu mir. wir trinken einen kaffee. das wird dir gut tun. und wenn du magst erzählst du einfach, ja?" sie lächelte ihn an als sie die wohnungstür aufschloss und er fühlte eine art von geborgenheit die er schon fast vergessen hatte.
2
an diesem nachmittag konnte er es ute nicht beschreiben was passiert war. er wollte es auch nciht. es tat ihm gut einfach bei ihr zu sein, kaffee zu trinken und berliner zu essen. sie fragte nicht nach. sie war einfach da. sie schwiegen eine weile. dann fing sie an zu erzählen. "du ulli, weisst du eigentlich das ich schon immer auf st pauli gewohnt habe? geboren und aufgewachsen." sagte sie stolz. "hast du auch schon immer hier gelebt?" ulli nickte. "und dann sind wir uns noch nie begegnet? seltsam. st pauli ist doch ein dorf. hier kennt doch jeder jeden." "ich bin nicht viel draussen." sagte ulli. "als ich noch gearbeitet hab war das das einzige was mich raustrieb. ich geh malnchmal spazieren aber ansonsten bin ich  immer nur zuhause." "das geht doch nicht." sagte ute. " du bist auf der meile, mensch. hier tobt das leben! warst du nie mal unterwegs mit freunden die nacht durchmachen?" "doch schon." sagte ulli. "aber das ist lange her. und sonst war ich eigentlich immer nur für mich." "ulli, ulli, ulli" sagte ute und lächelte ihn an. er spührte ihr wohlwollen doch guckte nur scheu zu boden. für ihr alter sah sie noch sehr gut aus. sie musste in ihrer jugend eine schönheit gewesen sein dachte er. "ich war immer viel unterwegs." sagte ute. "früher kannte mich jeder türsteher und die meisten liessen mich umsonst rein wenn ich alleine war." sie grinste ihn an. "vielleicht auch weil sie dachten das sie dann bei mir landen könnten. ich wusste wenn ich ihnen ein bischen schöne augen mache und sie mir warm halte dann lassen sie mich immer durch. einer hat es mal versucht als seine schicht zuende war und kam in den club. mann hat der versucht mich abzufüllen. riesig einen auf macker gemacht der bursche. am ende war er so betrunken das er auf einem sofa eingeschlafen ist und ich hatte eine nacht für lau." ulli mochte ihre freche art. sie war wohl eine frau die es verstand zu leben und er fragte sich warum sie alleine lebte. "trinkst du gerne bier?" fragte sie ihn. "ja schon. nur ab und an zuviel." sagte ulli. "das ist doch super! weisst du was? ich glaub du brauchst mal frischen wind um die ohren. ich war selber schon ewig nicht mehr weg aber wenn du möchtest dann gehen wir zwei mal auf tour!" er war schon so lange nicht mehr wirkich in gesellschaft gewesen. eigentlich war ihm das immer zuviel. er wurde immer sehr still wenn viele menschen um ihn herum waren und einen abend auf dem kiez mit den ganzen jungen leuten? aber etwas an dem was ute erzählt hatte gefiel ihm und weil er so etwas nie erlebt hatte wurde er neugierig. "komm schon..." ute lächelte ihn an. "ja ok. das können wir gerne irgendwann mal machen aber..." "super! samstag dann! wie ist 8 für dich? um 8 bei mir? das nennt sich vorglühen, weisst du? man trinkt zuerst was bei jemandem bevor man los geht." das ging ulli etwas zu schnell. er wurde unsicher. der kiez. die vielen leute. das laute. die vielen betrunkenen. irgendwie machte ihm das angst. ute bemerkte das und sagte "keine wiederede! so ein alter stubenhocker wie du muss mindestens einmal in seinem leben eine kiez nacht erlebt haben. und wenn man hier sein ganzes leben gewohnt hat und sowas so gut wie nie gemacht hat wird es höchste zeit! du hast ja mich als führerin." ute zwinkerte. "was soll da schief gehen? ich wette es wird dir gefallen." ulli guckte wieder zu boden. sein ganzes leben wohnte er hier und er war nie rausgegangen. er hatte das pralle leben quasi vor der haustür und hatte nie den drang gehabt daran teil zu haben. vielleicht war es zu spät für ihn. das machten doch nur junge kids und es würde ihm bestimmt keinen spaß machen dahcte er. aber was hatte er zu verlieren? "aber keinen club. vielleicht gehen wir an die landungsbrücken und..." "ach!" unterbrach ihn ute." hopp oder top!" sie lächelte ihn an. "nagut." sagte ulli nach einer weile und irgend etwas in ihm war froh darüber das er diese verabredung annahm. "yippie!" schrie ute und klatschte in die hände. "das wird super!"
sie saßen noch ein wenig beeinander und tranken ihren kaffee aus. ulli merke aber bald das er nachhause wollte und verabschiedete sich von ute. "nicht vergessen. wir haben ein date!" sagte sie beim abschied. "nein tu ich nicht" sagte er. sie gab ihm noch einen berliner mit und er ging rüber in seine wohnung. als er die tür zu seiner wohnung aufmachte kam ihm eine wand aus kaltem rauch und abgestandenem bier entgegen. er öffnete sein fenster, nahm die leeren bierflaschen vom schreibtisch, stellte sie zur eingangstür und leerte die aschenbecher aus. seine wohnung war schmutzig. das fiel ihm jetzt erst so richtig auf. er ging in die küche und machte den abwasch. er wischte den schreibtisch ab. er machte sein bett und putzte das klo. als er fertig war war es schon spät und er war müde.
in dieser nacht hatte er einen seltsamen traum. er träumte von ute die ihm eine postkarte mit tulpen drauf gab auf der stand "nicht vergessen. wir haben ein date!". er träumte auch von der kleinen aus der kleinen pause die ihm einen teller mit berlinern servierte. er wachte früh am morgen auf konnte sich an den traum aber nciht errinern. es war freitag. die sonne schien. es war anfang september und der spätsommer war noch in vollem gang. er ging ins bad, wusch sich und zog sich an. dann machte er einen langen spaziergang. erst zum altoner balkon, dann runter zum elbstrand und mit der fähre wieder zurück zu den landungsbrücken und von dort in die kleine pause. "einen bruce bacon burgen bitte." "kommt sofort." sie schien zu bemerken das er heute ein wenig verändert schien und lächelte ihn an. das bier lies er diesmal weg.
3
es war samstag. ulli erwachte mit gemischten gefühlen. einerseits freute er sich auf den abend, andersweits war ihm mulmig und er hatte ein wenig angst. er wollte es einfach auf sich zukommen lassen und beschloss sich nicht zuviele gedanken zu machen. er begann den tag wie üblich. spazieren gehen an den landsungsbrücken. burger in der kleinen pause. als er wieder nachhause kam betrachtete er sich im spiegel. er sah müde aus, wie immer. seine klamotten waren abgetragen. er ging zum schrank und guckte ob er irgendetwas hatte was nicth total runter war. aus klamotten machte er sich wenig. er trug immer das was grade da war. seine alte leder jacke hatte viele risse. er überlegte ob er den anzug tragen sollte den er zur beerdigung seiner mutter getragen hatte aber verwarf diese idee wieder. er beschloss einfach die beste jeans und das beste hemd zu nehmen das er hatte . es war raltiv warm und er glaubte das er die jacke nicht brauche würde. es war jetzt 5 uhr nachmittags. mit ute war er erst um 8 verabredet. er beschloss sich nochmal hinzulegen und dann gut zu abend zu essen um nicht auf nüchternen magen die nacht zu beginnen.
er konnte nicht gut schlafen und welzte sich nur hin und her. die aufregung auf den bevor stehenden abend liess ihn nicht zu ruhe kommen. er stand nach kurzer zeit wieder auf und beschloss sich schonmal anzuziehen. vor dem schrank hielt er kurz inne. vielleicht sollte er doch absagen aber der reiz etwas neues zu erleben war da. was sollte schon passieren und wollte er wirklich so weiter leben. nie wirklich etwas erlebt zu haben? einfach weiter alleine bleiben? nein. er würde sich auf diesen abend einlassen und versuchen es zu genießen. er holte die klamotten aus dem schrank und zog sich um. dann as er zu abend. grillfleisch von penny. dazu knoblauch baguette. als er fertig war, war es kurz vor 8 und er betrachtete sich nochmal im spiegel. er war aufgeregt. er hatte ein wenig angst. er ging ins bad und hohlte eine verstaubte dose haarewachs hervor und schmierte sich viel zu viel davon in die haare. prüfend sah er in den spiegel um sich niochmal zu betrachten. auf einmal fühltre er sich wieder wie ein kleiner junge aber er überlegte nicht lange. er entschied sich doch seine jacke anzuziehen, steckte seinen tabak und den schlüssel ein und verließ die wohnung.
"hallo ulli." ute öffnete die tür. sie hatte ein kurzes schwarzes kleid und netzstrümpfe an. sie hatte nicht verlernt sich zu schminken. obwohl nur dezent brachte es ihr gesicht zur geltung und ulli war kurz in ihren bann gezogen. "komm rein." ulli gehorchte und folgte ihr in die küche. "bier? wein? wodka?" sie lächelte. "ich habe etwas vorgesorgt und ein wenig von allem besorgt damit wir gut vorbereitet sind für heute abend." "ich glaube ich nehme erstmal ein bier." er war nervös. etwas alkohol würde bestimmt helfen sich zu entspannen. ute setzte sich an den tisch und zündete sich eine zigarette an. es lief musik die er nciht kannte. etwas rockiges. er hatte nie viel msuik gehört. "also. mein plan ist wir lassen es uns hier erstmal gut gehen. dann könnten wir auf den berg gehen und mexikaner trinken. später dann rüber auf den hans albers platz und dann noch in die große freiheut. das standart programm für anfänger sozusagen." sie zwinkerte ihm zu. "was sind mexikaner?" fragte ulli. "du hast noch nie mexikaner getrunken?" fragte ute entsetzt. "die sind super. es sei denn du hast was gegen chillis oder ketchup." sie lächelte. ulli konnte ihr nicht folgen und dachte sich nichts weiter dabei. "mexikaner ist quasi eine bloody mary in schnapps form. so ähnlich jedenfalls." ulli nickte und öffnete sein bier. er stand ein bischen hilflos da und wusste nicht was er sagen sollte. "setz dich." sagte ute. er zog seine jacke aus legte sie über den stuhl und nahm platz. "ich bin nervös." sagte er. "na dann sie zu das du das bier da runter kriegst. was glaubst du wozu alkohol gut ist."
sie saßen in der küche und tranken bier. zuerst waren sie relativ still. "was hast du so gemacht gestern?" "ach nichts besonderes.". später erzählte sie ihm von nächten die sie elebt hatte. sie erzählte geschichten von jungs die sich um sie prügelten. sie erzählte von partys die sie gefeiert hatte. von gesprächen die man auf toilette führte während man wartete. von bekanntschaften die man machte während einer nacht auf st pauli. bekanntschaften die sich einfach so ergaben. man feierte die nacht zusammen durch und sah sich danach nie wieder. sie erzählte von frischen franzbrötchen die man sich am morgen beim kiezbäcker kaufte wenn der grade aufmachte. von einem letzten bier an den landungsbrücken in der morgensonne und von den strassenkehrern die am morgen die überreste der nacht beseitigten wenn die meisten schon nachhause gegangen waren. "das beste am feiern, wenn man in st pauli wohnt, ist das wenn man jemand abschleppt, man keine bahnfahrt vorsich hat während der man vielleicht merkt was für ein dämlack der jenige ist den man sich da ausgesucht hat. hattest du mal eine freundin, ulli?" "nein, nie." er war ein paar mal im eros center gewesen und hatte sich dort einen blasen lassen nachdem ihm sex versprochen worden war. die frauen dort begründeten das so, das das auch sex sei und für richtigen sex müsste er mehr als 50 eur zahlen. diese erfahrungen waren alle sehr ernüchternd gewesen und er hatte nach ein paar mal nicht den wunsch es zu wiederholen. "macht ja nichts. dann haben wir ein wieters projekt das wir nach unserer keiznacht angehen können." scherzte ute. ulli musste lächeln. die 3 bier die er getrunken hatte zeigten ihre wirkung und er entspannte sich allmälig. "hey ein lächeln! hinter diesem h&m hemd und der pomade im haar steckt ja ein mensch." neckte sie ihn. das erschreckte ihn allerdings wieder und er guckte scheu zu boden. "hey, nimm micht nicht so ernst ulli. ich versuch doch nur dich ein bischen aufzulockern. die alte ute hat ne riesen schnauze aber glaub mir, auch wenn ich es sein kann würde ich nie ernsthaft gemein zu dir werden. du bist ein gestrandeter. einer der in der letzten bahn eingepennt ist und 3 stationen zuweit gefahren ist. du hast jetzt einen kleinen fußweg vor dir. aber weisst du, auf so einem weg kann man der nacht einen bestimmten charm abgewinnen und ich bin hier um dir die augen zu öffnen das du auf diesem nachhause weg nicht daran vorbei läufst." etwas von dem was sie gesagt hatte sprach zu ihm. es kamen in ihm bilder auf die er früher wahrnahm ohne sie zu beachten. er dachte an seine jugend und wie er einmal mit freunden am elbstrand zum osterfeuer saß. an die schatten die strasseschilder im  licht von strassenlaternen warfen und wie es sich änhört wenn man alleine durch einen ubahnhof läuft. "weisst du was ute? ich freue mich auf heute abend." "das wollte ich hören!" sie lachte. "gut, eigentlich sind wir so gut startklar. jetzt gibts noch 2 kurze und dann gehts los!"
4
"so da wären wir." sagte ute als sie die hasutür schloss. "los gehts." sie nahm ulli beim arm und sie machten sich auf den weg. es war dunkel und es waren schon einige menschen unterwegs. sie schlenderten die strasse entlang auf dem weg zum hamburger berg. ute plapperte frühlich vor sich hin doch ulli hörte ihr kaum zu. er schaute in der gegend herum. als sie am budnikowsky an der talstrasse vorbei kamen gingen sie an einer gruppe jugendlicher vorbei die dort standen und tranken. musik tönte aus einem handy. "ja digga, heute ist abriss!" sagte einer von ihnen. eine flasche wodka in der einen hand mit der anderen einen seiner freunde schubsend. ein anderer saß in der hocke an die wand gelehnt und drehte einen joint. ulli guckte ein bischen verstört. etwas an der art dieser gruppe schüchterte ihn ein. "mach dir nichts aus denen." sagte ute. "die sind jung. die sind laut. lass sie ihren spaß haben." er fühlte sich wohl bei ute.
es war 10:30 und die nacht begann grade erst auf st pauli. die bars am berg waren noch nicht voll. sie gingen gleich in die erste. ute sagte sie würden jetzt in jede rein gehen und 2 mexikaner trinken. drinnern angekommen war es laut. einige leute saßen am tresen und tranken bier. hinten spielten welche kicker. es lief musik. "mögen die spiele beginnen." sagte ute als sie auf einem hocker platz nahm. "wilkommen auf st pauli." die bedienung kam und ute bestellte 4 mexikaner. "hier zahl ich. in der nächsten zahlst du." ute beuzahlte. die drinks wurden serviert. "cheers!" mexikaner schmeckten garnicht so schlecht dachte sich ulli. "ist das vodka?" "nee korn und sangrita." "was ist sangrita?" "so ein tomatenzeugs.." "achso." die musik war so laut das sie während sie sich unterhielten sich gegenseitig ins ohr sprachen. "in dieser bar hab ich mal morgens um 5 einen total betrunken jungen kennengelernt. ende 20. student. wahnsinnig süß aber kein gespühr für ältere frauen. das ich ihn mitnehmen wollte hat er garnicht gemerkt." sie unterhielten sich eine weile und ulli vergaß dabei seine unsicherheit. sie fragte ihn was er früher gearbeitet hatte. er erzählte ihr von seiner zeit bei obi und das ihm im lager ein großer terrakotta blumentopf auf die schulter gefallen sei weswegen er seinen linken arm nicht mehr gut gebrauchen konnte und aufhören musste dort zu arbeiten. "dann warst du doch bestimmt mal ein starker mann wenn du soviel schleppen musstest?" sie guckte ihn frech an. "naja. vielleicht etwas kräftiger aber nicht unbedingt stark würd ich sagen." "ich muss mal auf klo." sie stand auf und ging nach hinten zu den toiletten. auf einmal war er allein. allein in einer bar die er nicht kannte. die musik war laut. er guckte verlegen um sich und zu den leuten die hinten kicker spielten. sie schienen spaß zu haben. neben ihm saßen 2 jungs so um die 30 und unterhielten sich. die bediehnung hatte grade nichts zu tun und rauchte. er kramte nervös in seiner jacke herum, holte seinen tabak raus, drehte sich eine zigarette und rauchte ebenfalls. der geruch in der bar war irgendwie angenehm. er konnte es nicht ganz aus machen was es war. zwischen dem geruch von zigaretten und bier lag noch etwas anderes in der luft. es war wohl der geruch den eine bar hat wenn dort jahre lang geraucht, getrunken, getanz, geschwizt, gekotzt, dann wieder sauber gemacht wurde und es am nächsten wochenende wieder von neuem begann. es war allerdings ein angenehmer geruch. ute kam zurück. "na ulli? auch noch hier?" sie lächelten sich an. "so. mexikaner nummer 2." sie stießen an, tranken und machten sich auf den weg zur nächsten bar.
in dieser nacht schafften sie es nicht ganz den hamburger berg abzuarbeiten. sie gingen immer im zickzack über die stasse von bar zu bar. jeh später der abend wurde desdo mehr leute waren unterwegs. viele standen einfach nur vor den bars und tranken. nach 5 bars waren beide schon relativ angetrunken und ulli war entspannt. er hätte nicht gedacht das ihm der abend soviel spaß machen würde. er war zwar die meiste zeit relativ still genoß es aber ute zuzuhören wie sie anekdoten erzählte oder einfach nur blödschnack hielt. als sie etwas mehr als die hälfte vom berg geschafft hatten waren sie beide so betrunken das sie beschlossen es für heute sein zu lassen und nachhause zu gehen. sie verließen die bar und machten sich auf den rückweg. vor einem kiosk stand die gruppe jugendlicher die sie vorher beim budnikowsky gesehen hatten. aus einer laune heraus stolperte ulli mit einem blöden lächeln auf den einen zu, schlug ihm auf die schulter und schrie "heute ist abriss!". der junge guckte ihn an. zuerst überrascht dann aggressiv. "was abriss, opa?" schrie er ihn an und schuppste ihn. ulli stolperte 2 schritte zurück. was hatte er denn getan? der junge kam auf ihn zu und schlug ihm so heftig ins gesicht das ulli umfiel. als sein kopf auf die strasse aufschlug verlor er das bewusstsein.
"ulli, ulli, komm zu dir!" er machte die augen auf und sah ute wie sie ihn besorgt ansah. die gruppe von jungs war verschwunden und um ihn herum standen einige leute und schauten ihn an. "sollen wir einen krankenwagen rufen?" fragte einer der beistehenden leute. ulli rappelte sich auf und sah etwas verdutzt um sich. der schlag hatte ihn genau an der schläfe getroffen. er betastete die stelle und merkte das er blutete. "los ulli steh auf." sagte ute. er blickte nochmal um sich und kam auf die füße. "was für arschlöcher." sagte ute. "sind sofort abgezischt." "polizei ist schon auf dem weg." sagte eine frau die neben ihm stand. "was?.. nein." stotterte ulli. "los wir verschwinden." sagte ute und sie machte unter heftigen protesten der beistehenden sich auf den weg.
als sie zuhause ankamen sagte ute er sollte noch mit zu ihr kommen und sich was aufs auge legen damit es nicht zu dick wird. er nahm in der küche platz. ute kramte eine packung gefrohrener erbsen aus der tiefkühltruhe und gab sie ihm. "hier. leg die auf dein auge.". ulli war etwas verwirrt. er fühlte sich wieder komplett nüchtern nur der kopf dröhnte ihm. "klasse. da nehm ich dich mit und dann passiert sowas. keine ahnung was in den gefahren ist. du hast doch nichts gemacht. was für dreckskerle." "ich wollte doch nur einen spaß machen. ich dachte er würde das lustig finden." sagte ulli. die kühlung von den erbsen tat ihm gut. "ach ulli.. du bist aber auch ein pechvogel." sie schwiegen eine weile. draussen war es noch relativ laut. menschen unterhielten sich, es wurde gelacht. normalerweise überhörte es diesen lärm aber in dieser nacht wusste er woher er kam.  "weisst du was? zu hölle mit dem. ich hoffe er hat sich seinen kleinen finger gebrochen!" sagte ulli. ute lächelte ihn an. "so gefällst du mir schon besser." sagte sie. er blieb noch eine weile aber sie sprachen kaum noch miteinander. er wurde langsam müde und beschloss nachhause zu gehen. als ute ihn zu tür brachte nahm sie ihn bei den händen und sagte "lass dich nciht unterkriegen ulli. aus dir machen wir wieder einen ganzen kerl. wenn magst machen wir da weiter wo wir heute aufgehört haben nächstes wochenende." sie streichelte ihm über die stirn. "gute nacht ulli."
5
als er am nächsten tag aufwachte hatte er einen kleinen kater. sein auge war ein bischen dick und hinten am kopf hatte er eine beule. die erbsen hatten ihren teil getan und eine schwellung verhindert. er kochte sich einen kaffee, machte sein fenster auf und stellte sich einen stuhl davor. die sonne schien und er genoß die morgenluft während er seinen kaffee trank und rauchte. er dachte an den gestrigen abend. in einer bar in der sie waren lief highway to hell von acdc. das war eines der lieder die er kannte. es lief manchmal im radio als er noch bei obi gearbeitet hatte. er erinnerte sich wie ute es mitsang und dazu tanzte. er musste lächeln. auch wenn er eine aufs auge gekriegt hatte, hatte er den abend genossen. die vielen menschen. die laute musik. die mexikaner. lachen. scherze. das alles hatte ihm spaß gemacht und er hatte lust auf die nächste nacht mit ute. ob sie wohl auch verkatert war? er ging rüber zum pc, schaltete ihn ein und öffnete youtbe. acdc. highway to hell. seine kleinen pc boxen klangen furchtbar und sie waren zu leise. wenn er sie ganz aufdrehte schepperte es nur noch. er tippte mit dem fuß im takt während brian johnsons sang und zog an seiner zigarette. musik machte ihm spaß. nur der klang war miserabel. ihm fiel ein das verkaufsoffener sonntag war. er schaltete den pc aus und ging ins bad, duschte, zog sich an und verließ die wohnung.
"hallo. kann ich ihnnen behilflich sein?" der mediamarkt mitarbeitet sah ihn freundlich an und ulli blickte gedankenverloren zu ihm auf. er stand vor einem regal mit mp3 playern. "ja. ich bin auf der suche nach einer stereoanlage. sie sollte schon laut  sein können und einen guten klang haben." "ja da kann ich ihnen dieses modell empfehlen." er nahm ihn mit herüber zu einer kompaktanlage die wohl grad im angebot war. ein kleines silbernes gerät. radio. cd spieler. boxen links und rechts. "für den täglichen gebrauch sollte die völlig ausreichen." ulli betrachtete die anlage. ein unscheinbares gerät. "kann ich mal höhren wie sie klingt?" "natürlich." antwortete der mitarbeiter. er schaltete das radio ein. "...die hits der 80er. 90er. 2000er. und das beste von heute. radio hamburg." ein lied das er nicht kannte erklang. die anlage hörte sich besser an als seine boxen zuhause. aber irgendwie fehlte ihm da was. "haben sie nicht etwas mit mehr wumps?" "na klar. folgen sie mir." er nahm ulli mit um die ecke wo die teuren geräte standen. er stelle sich neben ein system aus cd spieler, verstärker und boxen und schaltete es ein. klassische musik ertönte. der klang war super. "ich drehe sie mal ein bischen auf damit sie besser hören können." die boxen verbreiteten einen glasklaren ton. "wow. klasse." sagte ulli. er sah auf das preisschlid. 2999 eur. theoretisch konnte er sich das leisten. das erbe von seiner mutter war noch nicht aufgebraucht. er betrachtete die anlage. sie sah gut aus. sehr schick. edel. beide gehäuse aus metal. die boxen groß und schwarz. er überlegte wo er sie hinstellen sollte. in seinem zimmer war kaum platz dafür. er könnte sie zwischen fenster und schreibtisch stellen. aber was sollte er mit so einem teuren ding? in einer total runter gekommenen wohnung in der alles so aussieht als käme es vom sperrmüll. dies war eine anlage die sich wohl reiche ehepaare in ihr kaminzimmer stellten und abends bei rotwein musik hörten und zeitung lasen. "ich glaube ich nehme doch lieber ihr gerät im angebot sagte ulli." sie gingen wieder zurück und der verkäufer überreichte ihm den karton mit dem gerät. "viel spaß damit." "danke." der verkäufer lächelte nochmal gezwungen, drehte sich um und gang.
als er in der schlange vor der kasse stand blickte er sich um. vor ihm war ein junges pärchen. beide nicht älter als 20. er hielt eine packung kopfhörer in der hand und sie starrte auf ihr handy. die beine verkreuzt. er blickte durch den laden. familien mit kindern. ehepaare.  männer die alleine durch den laden gingen. dieser laden hatte etwas steriles. alles war irgendwie sauber und aus plastik. er blickte auf die großen roten schilder auf denen sachen wie "jetzt im angebot." oder "20% weniger." standen. links von ihm die pc zubehör abteilung, rechts ein regal mit handy utensilien. er blickte auf die anlage die er sich ausgesucht hatte. ein kleines stück plastik das vielleicht seinen zweck erfüllen würde. er würde es auf seinen schreibtisch stellen. da würde es dann stehen. und er würde sich cds kaufen und ab und zu musik hören. er blickte auf den großen aufkleber auf dem karton. "79,99 eur". aus irgend einem grund wollte er dieses ding nicht haben. er blickte auf die bilder auf dem karton. er betrachtete die rädchen und knöpfe die so aussahen als würden sie nach kurzer zeit kaputt gehen. er sah das gehäuse das aus plastik war und bestimmt leicht kratzer bekommen würde. es sah billig aus. das ende einer durchsage im laden hohlte ihn aus seinen gedanken. "...mediamarkt. ich bin doch nicht blöd." er stellte den karton neben sich auf einen tisch mit ladekabeln und verliess mit schnellen schritten den laden.
als er die s bahn station an der reeperbahn verliess, war er irgendwie enttäuscht. er entschied sich den kiez runter zu laufen und einen kleinen umweg zu machen. vorbei am eros center. vorbei an der großen freiheit. vielleicht hatte ute ja eine idee was er machen könnte. sie hatte vielleicht einen alten cd spieler den sie nciht mehr brauchte. am ende der reeperbahn ging er nach rechts und in richtung paul rosen str. in der kleinen freiheit kam er an einem plattenladen vorbei. hafenschlamm rekords. er musste schmunzeln. die kennen sich doch bestimmt aus dachte er und betrat den laden. "hey." begrüste ihn der besitzer. er saß hinterm tresen und hatte eine zeitschrift vor sich aufgeschlagen. ein junger mann. vielleicht ende 30. im laden war sonst keiner. "schau dich um wenn du magst. hinten sind plattenspieler falls du was anhören willst." ulli guckte sich um. überall kisten mit platten. "ich hab mal ne frage." sagte ulli schüchtern. "klar. schiess los." "weisst du wo man hier irgendwo was zum musik hören bekommen kann? also ne stereoanlage oder sowas?" "geh doch zu mediamarkt." sagte der verkäufer. "da war ich grad. die hatten nur so sauteure nobel geräte oder so ne billige kompaktanlage. und ich hätte gerne was vernünftiges, was einfach gut klingt." "mmh.. weiss nicht genau. hinten aufm kiez gibts noch n musik laden. vielleicht haben die ja was." "ok..." ulli blickte auf die platten. er sah das sie alle nach genre sortiert waren und bemerkte eine kiste wo "rock" drauf stand. "darf ich mal ein bischen gucken? also die platten mein ich." "klar. wie gesagt. fühl dich wie zuhause." er ging rüber zu den kisten und fing an durch die platten zu blättern. er hatte von all diesen bands noch nie etwas gehört. er erinnerte sich an highway to hell und hatte lust auf etwas hartes. so richtig rockig. sowas wie er bei ute oder in der nacht auf dem berg gehört hatte. da er die bands nicht kannte, griff er sich wahllos platten heraus und schaute hinten ob ihn ein titel vielleicht ansprach. eine schlicht aussehende platte fiel ihm in die hände. neil young. zuma. mit nicht viel erwartung sah er hinten auf die titelliste. cortez the killer. er wurde neugierig. "kann ich die mal anhören?" "plattenspieler sind dahinten." ulli ging zu den tischen wo die plattenspieler standen. das man die platte auflegen und die nadel aufsetzen musste wusste er. mehr aber nicht. "ich weiss nicht wie die funktionieren. kannst du mir das vielleicht zeigen?" der verkäufer bemerkte wie ulli etwas verloren da stand und kam zu ihm rüber. "klar." ulli gab ihm die platte. er nahm sie aus dem cover und legte sie auf. "hier das ist die nadel. du setzt sie einfach an dem lied an das du hören willt. siehst du die linien auf der platte. das sind die unterbrechungen zwischen den liedern. musst nur gucken welche seite du grad aufgelegt hast. a oder b. aussen ist das erste lied und die nadel läuft dann immer mehr zur mitte. welches leid willst du denn hören?" "hier. lied 8. cortez the killer." ulli zeigte auf das cover. "alles klar. setz die kopfhörer auf." er legte gekonnt die nadel an die stelle wo das lied anfing, drückte auf play und ging wieder hinüber zum thresen. als es in seinen ohren zu knistern anfing wurde es ganz still in ulli. die gitarren fingen an zu spielen und ohne es zu bemerken liess ulli los. es gab in diesem moment nichts anderes mehr ausser ihn und die musik. das cortez the killer kein rockiges lied, sondern eher sowas wie eine balade ist, war nicht mehr wichtig. die musik berührte ihn und die melancholie die in ihm aufkam empfand er als angenehm. ulli nahm dies alles nicht bewusst war. er fühlte sich vom klang der gitarren behütet. sie erzählten geschichten aber ulli hätte nicht sagen können wovon sie handelten. als neil young anfing zu singen hatte er das gefühl einem freund zuzuhören aber da er so gut wie kein wort englisch sprach konnte er ihn nicht verstehen. als das lied zuende war, war ulli eines klar. er musste diese platte haben! er nahm die kopfhörer ab. "wo bekomme ich einen plattenspieler her?" rief ulli. der verkäufer sah ihn verdutzt an. dann musste er lachen. "war gut?".
als ulli voller freude den laden verließ, die platten von neil young und acdc stolz im arm, erschien ihm die welt in einem neuen glanz. er freute sich über jeden menschen der ihm begegnete. das leben konnte schön sein. vergessen die postkarte mit den tulpen. vergessen das er vor zwei tagen sich fast aufgegeben hatte. er hatte jetzt ute. er hatte jetzt den kiez. er hatte die zwei platten und wusste wo man sich einen plattenspieler besorgen konnte. die welt stand ihm offen und er würde sie erobern. vergessen die angst. vergessen das klein sein. als er zuhause am edeka ankam blickte er nochmal um sich. wie schön ist es genau hier zu sein. "wie schön das ich nicht bei mediamarkt arbeite. wie schön das ich nicht in niendorf wohne." dachte er sich. als er seine wohnungstür aufschloss lächelte er und sagte leise zu sich "heute ist abriss."
6
die nächste woche verging wie im flug. der besitzer von hafenschlamm records hatte ihm einen second hand laden empfolen wo er günstig einen plattenspieler bekam. er klang gut und machte ihm freude. midestens einmal am tag hörte er cortez the killer. mindestens einmal am tag hörte er highway to hell. er lud ute zu sich ein um ihr sein neues lieblingsgerät zu zeigen und voller stolz drehte er die boxen auf. "cool, ulli!" sagte ute. "wirst ja n richtiger rocker." sie tranken bier und hörten gemeinsam das album von neil young. es war schon etwas kälter geworden doch die tage waren sonnig. an einem dieser abende sagte ute "nächstes wochenende gehts auf die große freiheit. vielleicht zu olivia jones oder so. müssen wir gucken. uns wird schon was einfallen. ist anders als der berg aber ich will dir ja alles zeigen." es ging ihm gut die letzten tage. irgendwie war er zufrieden mit sich.er wollte sich jetzt nicht mehr klein fühlen obwohl dieses gefühl noch nicht verschwunden war. lässig auf seinem stuhl, bier in der einen, zigarette in der anderen hand sagte ulli "ok. wird bestimmt lustig." ute sah ihn prüfend an. "wieder samstag um 8?"
als er am nächsten tag erwachte war er voller zuversicht und freute isch auf den abend. er duschte und rasierte sich. als er sich im spiegel betrachtete gefiel er sich. er hatte sich extra für heute abend ein neues t shirt besorgt. schwarz mit einem acdc logo. er hatte sich auch ein neues aftershave zugelegt das er auftrug. er kaufte bei penny ein. grillfleisch und knoblauch baguette. später aß er burger in den kleinen pause. spaziergang auf den landungsbrücken. neil young. acdc. mittagsschlaf. abendessen. etwas haarwachs. diesmal nicht zuviel. jacke. schlüssel. tabak. rüber zu ute. "einen schönen abend. kommen sie rein." ulli lächelte und nahm in der küche platz. ute war irgendwie etwas aufgebracht heute. "boah ich hab ne saulaune. das kann ich dir sagen. aber wird schon." . sie erzählte ihm von freundinnen und wie sie sich gestritten hatten. von betrunkenen die sie in der bahn vollquatschten und wie ihr mal ein fahrrad geklaut wurde. ulli hörte ihr zwar zu doch ab und zu versank er in gedanken und betrachtete ute. er fand sie schön. sie roch gut. sie war wieder leicht geschminkt aber hatte diesmal jeans und bluse an. sie tranken bier. ute erzählte. er hörte zu. "... und dann will der mir tatsächlich an die hüfte grabschen, da hab ich ihm eine geknallt." sie schwieg auf einmal. ulli war irgendwie ein bischen müde. er hielt sich an seinem bier fest und leerte den rest auf ex. ute rauchte und wickelte sich eine haarsträhne um den finger während sie nachdenklich in die ecke starrte. dann blickte sie ihn an. "du ulli, ich hab was für dich." sie lächelte, stand auf und verliess die küche. ulli war ein bischen überrascht. er machte sich ein neues bier auf und drehte sich eine zigarette. sie kam bald zurück mit einer lederjacke im arm. schwarz. unten mit einem gürtel. einem weiten kragen mit nieten und taschen mit silbernen reisverschlüssen. "die gehörte mal einem ex von mir. als wir uns trennten haben wir uns tierisch gezofft und er hat sie hier vergessen. hab nie wieder was von dem gehört. arschloch! wenn du willst schenk ich sie dir." sie hielt die jacke hoch das ulli sie sehen konnte. "wow, die ist ja toll." er nahm ute die jacke ab und befühlte das leder. es war weich und kalt. ihm gefiel die jacke. er probierte sie an und ging ins bad um sich im spiegel zu betrachten. sie stand ihm. sie hatte etwas gewicht das ihm beim tragen ein gutes gefühl gab. "das ja n ganz anderer ulli." dachte er sich. er stellte den kragen ein wenig hoch und griff mit den händen in die taschen. "viel besser als meine alte." dachte ulli. er kam in die küche zurück. "und die willst du mir wirklich schenken?" "klar. was soll ich damit?" ute schwieg einen moment. dann ging sie zu ihm rüber und rückte die jacke an ihm grade. "steht dir wirklich gut." sie lächelte ihn an. "ich hab noch was für dich." sie verliess wieder die küche kam aber sofort zurück mit einer platte im arm. Helge schneider. es gibt reiß baby. "für deine sammlung."
sie verliessen gegen 11:00 utes wohnung und machten sich auf den weg. durch die schmuckstrasse rüber zur großen feiheit. "zuerst gehts in die tai oase. mal hören was es da heute zu hören gibt." sagte ute. "allerdings trinken wir hier keine mexikaner. auf der freiheit gibts wodka redbull." die bar war schon relativ voll. hauptsächlich junge leute. studenten. azubis. an der charaoke maschine stand ein kleines etwas dickes mädchen und sang sailing von rod steward. sie war nicht schlecht aber auch nicht wirklich gut. ute ging an die bar und kam mit 2 gläsern zurück. "cheers!" ulli trank. "bah.. das ist ja wiederlich!" "nach 3 stück wirst du dich bei mir bedanken." sagte ute. sie tranken und hörten den charaoke sängern zu. wonderwall von oasis. könig von deutschland von rio reiser. zwei mädchen, um die 20 sangen er gehört zu mir von marianne rosenberg im duett. "los ulli jetzt du." neckte sie ihn. "highway to hell!" "da an das micro kriegen mich keine 10 pferde." protestierte ulli. "nagut dann ich." sagte ute. sie ging hinüber zu dem mann der die lieder in die maschine eingab und sprach mit ihm. er nickte, tippte etwas in den computer und gab ihr das microfon. das stück begann und ute fing an zu singen. "Hoch stand der Sanddorn am Strand von Hiddensee. Micha, mein Micha und alles tat so weh. Dass die Kaninchen scheu schauten aus dem Bau. So laut entlud sich mein Leid in's Himmelblau, ha!" sie konnte singen. ulli war fasziniert. mit einem arm auf die bar gestützt, in seiner neuen jacke und seinem neuen t shirt, trank er seinen wodka redbull und schaute ihr zu. sie hing sich rein und sang noch lauter. "So böse stampfte mein nackter Fuß den Sand. Und schlug ich von meiner Schulter deine Hand. Micha, mein Micha und alles tat so weh. Tu' das noch einmal, Micha, und ich geh." ulli war hingerissen. er musste an ihren duft denken den er verspührte wenn sie sich zur begrüßung umarmten. sie stand vor dem bildschirm auf dem der text zu sehen war und sang. auf einmal dreht sie sich um, zeigte auf ihn und sang. "Du hast den Farbfilm vergessen, mein Michael. Nun glaubt uns kein Mensch, wie schön's hier war, ha-ha, ha-ha. Du hast den Farbfilm vergessen, bei meiner Seel'. Alles blau und weiß und grün und später nicht mehr wahr."
sie blieben noch eine weile in der tai oase und tranken noch einen wodka redbull. das koffein im redbull liess den alkohol schneller zu kopf steigen und relativ angeheitert verliessen sie die bar. sie zogen weiter. zur 99 cent bar für ein paar kurze. ins dollhouse für  mehr wodka redbull. später als sie wieder auf der strasse standen war ulli betrunken. er beobachte das publikum auf der freiheit. "guck dir diese waschlappen an." sagte er zu ute. "kaum haare am sack, aber durchtrainiert und gestriegelt und gebügelt." "na, na, na." sagte ute. "herr kiez könig von ulli sollte es lieber mal ein bischen gut sein lassen." "aaach." lallte ulli. "los weiter gehts." sagte ute. "willst dir die jungen leute angucken? komm wir gehn ins superfly." die musik in diesem club war ulli völlig fremd. mit hip hop oder rnb konnte er nciht viel anfangen. der club war voll und auf dem weg zur bar schaute er den jungen mädchen beim tanzen zu. "sexy." schmunzelte ulli in sich hinein. ute bestellte drinks. er kam viel zu nah an ute heran und brüllte "weisst du wegen solchen leuten war ich immer einzelgänger." "hier dein drink." ute gab ihm sein glas. "ute du bist toll. sammlest mich auf und zeigst mir den kiez. ich mag dich ute. prost." er stieß mit utes glas an das auf dem thresen stand während ute ihre zigaretten aus der handtasche kramte. er musste pinkeln. "ich geh mal pissen." schrie er ute zu. auf dem weg zur toilette guckte er weiter im club herum. er hatte das gefühl das ihn alle komisch anschauten. "bin hier wohl fehl am platz." dachte er sich. er ging durch eine tür und den gang hinab der zu den toiletten führte. eine gruppe mädchen lachte als er vorbei ging. ausversehen rämpelte er einen jungen an, der ihm entgegen kam, ging aber einfach weiter. als er sich am pissoir erleichterte schaute er nach oben zur decke und auf die schwarzlichtlampe die dort leuchtete. irgendwie war ute seit dem dollhouse relativ still. sie schwazte doch sonst so viel. er wollte sie gleich aufmuntern. irgendwas würde ihm schon einfallen. vielleicht mochte sie die leute hier auch nicht. vielleicht könnten sie ja nochmal auf den berg? das war irgendwie netter als die freiheit. er machte sich auf den rückweg. den gang wieder hinauf und zurück in den club. die leute waren alle nicht älter als mitte zwanzig und ulli kam sich etwas seltsam vor. er kämpfte sich durch richtung thresen und sah ute wie sie auf einem barhocker saß. sie knutschte mit einem jungen. enge jeans, ein kariertes hemd in die hose gesteckt, haare nach hinten gegeelt, durchtrainiert. er hatte die hände auf ihren hüften und sie fuhr ihm hinten durchs haar während sie sich küssten. ein schock fuhr ulli durch den körper. direkt  in seinen magen und er fühlte sich schlagartig leer. ein mädchen das neben ihm tanzte rempelte ihn an und er fiel einen schritt zur seite. überrascht schaute er das mädchen an aber sie schien es nicht einmal gemerkt zu haben das sie ihn berührt hatte. der junge zog ute an sich und sie streckte sich ihm lächelnd und genussvoll entgegen. ullis kopf war leer. er ging schnell zum ausgang und musste dabei direkt an ute und ihrem lover vorbei. sie nahmen ihn nicht wahr.
er ging durch die schmucktstrasse nachhause. der weg durch die freiheit war die reinste qual. schrilles lachen. kaum jemand über 30. überall roch es nach parfum. geräusche von gläsern die zu bruch gingen. er kam an einem kiosk vorbei und hohlte sich noch 3 bier. dann ging er so schnell es ging nachhause. als er in seiner wohnung ankam und das licht einschalten wollte brannte die glühbirne durch und er stand im dunkeln. "scheisse!" fuhr es aus ihm heraus. so laut das ute es bestimmt gehört hätte wäre sie zuhause gewesen. "verdammt! verdammt! verdammt!" er hatte noch kerzen irgendwo. mit dem feuerzeug leuchtend durchsuchte er die schubladen einer komode und wurde fündig. er steckte die kerze in eine leere bierflasche, stellte sie auf die fensterbank und zündete sie an. er zog die jacke aus, warf sie in die ecke, nahm auf dem bett platz und vergrub sein gesicht in seinen händen. war er verliebt in ute? er wusste es nicht aber der anblick wie sie diesen jungen möchtegern küsste rief tiefes unbehagen in ihm hervor. er machte sich ein bier auf und drehte sich eine zigarette. "was für ein scheiss." dachte er sich. "was für ein scheiss...." er trank und rauchte. das erste bier war leer. "soll sie doch jemand küssen. was ist denn dabei?" er lief im zimmer umher aber wusste nicht was er fühlen sollte. dann blieb er stehen. er ging zum fenser, machte es auf und atmete die nachtluft ein. das rauschende stimmengewirr tausender partygänger drang vom kiez herüber. "was für ein scheiss." dachte ulli sich wieder und ging zum schreibtisch herüber wo sein plattenspieler stand. er wollte jetzt irgendwas hören. ganz egal was. er nahm irgendeine platte, zog sie aus ihrem cover, legte sie auf und setzte die nadel wahrlos in die mitte der platte an. helge schneiders stimme ertönte. ".... wat soll man machen, ne? is aber albern, ne? ja albern, das ganz schön albern, der helge, das doch n alberner. alberner helge. das doch n albernes arschloch! das doch ne alberne sau, du! du stinkesau! albernes arschloch, du, sau du! da kommt er wieder, der schneider, der alberne schweine sau! sack duuuuu.... du pillermann, du. alberner sau pillermann arschloch, du blöde kuh! du schneider, du mistfink!" ulli machte keine anstallten die nadel woanders hinzuschieben und nahm wieder auf seinem bett platz. während helge seinen sketch vollendete war ulli fassungslos und dachte sich "was mach ich bloß mit mir?" er blickte in die dunkle ecke des zimmers und sah die konturen der lederjacke. wem machte er was vor? er war kein rocker. er war doch nur ulli. ulli der gerne burger aß und ab und an mal zuviel trank. ulli der an der landungsbrücken spazieren geht. einfach nur ulli. das nächste lied fing an mit helges höhnischen lachen. dann ein sanftes jazz piano. er nahm einen großen schluck bier. die musik tat ihm gut und unterbach seinen gedankenstrom. helge fing an zu singen. "my name is peter. im a drummer in a band. and im old." er konnte nicht viel englisch doch diese sätze verstand er. die art wie helge sang beruhigte ihn und begleitet vom klang des klavieres rollte ihm eine träne über die wange. es klingelte. ulli wischte die tränen weg und machte auf. ute stand mit glasigen augen vor ihm. "kann ich heute bei dir schlafen?" sie schliefen nicht miteinander in dieser nacht. sie redeten auch nciht viel. gemeinsam legten sie sich in ullis schmales bett. sie zogen sich nicht aus. sie lagen einfach nur nebeneinander da, bis sie einschliefen. als ulli am nächsten morgen aufwachte war ute fort. die kerze war herunter gebrannt und an der flasche runter geflossen. ein kleiner wachssee war auf der fenstrerbank. die jacke lag noch immer da wo er sie hingeworfen hatte. er hob sie auf und legte sie über einen stuhl dort wo seine alte jacke sonst immer lag.
7
ulli suchte den kontakt zu ute nicht in den nächsten tagen. er hatte nicht das bedürfniss über die nacht auf der freiheit zu sprechen da er noch nicht einmal wusste was wirklich geschehen war. er spazierte in diesen tagen oft alleine durch st pauli. es wurde langsam herbst und die tage wurden grauer. er hatte die abende mit ute genossen. seine furcht und das gefühl des klein seins waren einer zuversicht gewichen die ihn nach vorne blicken liess. allerdings konnte er in den nächten auf dem berg und in der freiheit das gefühl nicht loswerden ein aussenseiter zu sein. auch nicht mit der lederjacke oder dem acdc shirt. er hatte die jacke zwar lieb gewonnen und trug sie jetzt anstatt seiner alten aber das anfängliche gefühl das sie einen neuen menschen aus ihm machte war verflogen und war auch nicht weiter wichtig. an einem dieser abende, unter der woche als wenig los war, trieb in sein streifzug durch die freiheit und über den hans albers platz. diesen ort hatte er mit ute noch nicht erkundet und er stand noch auf ihrem plan. aber wie es zwischem ihm und ute stand war ihm nicht klar. gestritten hatten sie nicht. es war auch sonst nichts passiert aber seit sie sich nicht mehr gesehen hatten fühlte ulli eine stille distanz die er sich nicht erklären konnte. er spazierte weiter. über den berg. hoch zur ubahn st pauli und dann zum hafen hinunter.
es war mittoch, es nieselte und war windig. ulli hatte den kragen seiner jacke hochgeschlagen und mit den händen in den taschen schlenderte er gedankenverloren durch die stassen. er dachte über nichts besonderes nach sondern war einfach nachdenklich. er summte cortez the killer und wanderte ziellos durch st pauli. er kam grade von den landungsbrücken und ging durch die bernhard nocht strasse richtung zuhause. das wochende rückte näher und er bekam lust mit ute den hans albers platz zu besuchen. vielleicht würde er später bei ihr klingeln und fragen ob alles ok sei und sie ihr abenteuer fortsetzen wollten. es trieb ihn nicht wirklich nachhause und er beschloss noch einen schlänker zu machen. am park fiction nach rechts und über den hein köllisch platz, langsam in richtung paul rosen strasse. es muss so gegen 9 uhr gewesen sein und da das hamburger wetter sich alle ehre machte waren noch weniger menschen unterwegs als sonst. er kam grade vom hein köllisch platz als er an einer kleinen kneipe vorbei kam. "zum anker". die tür stand offen. drinner lief angenehme musik. etwas nach seinem geschmack und er hörte wie drinnen gelacht wurde. der regen hatte grade zugenommen und er hatte ein wenig durst. durch die tür konnte er erkennen das drei männer am thresen saßen und eine frau bediente. alle ungefähr in seinem alter. schüchtern betrat er die bar und blickte isch um. ein thresen mit 5 barhockern. 2 tische mit jeweils 4 stühlen. zigarettenautomat. "guten abend mein hübscher." begrüßte ihn die frau. "was darfs sein?" "kann ich ein bier bekommen?" fragte ulli. "aber sicher doch. willst es warm bei diesem wetter oder gehts auch kalt?" scherzte sie. sie hatte kurze haare, war dünn und trug einen roten wollpullover. "kalt bitte." sie lächelte ihn an und machte ihm ein astra auf. "danke." "aber gerne doch." ulli nahm an einem der tische platz und kramte seinen tabak aus der jacke. "mensch eva. zu mir biste nie so lieb. hast dich verguckt in unsere freund dahinten?" sagte einer der männer. "weisst du conrad, wenn du einmal in den 12 jahren die wir uns kennen bitte gesagt hättest wenn du etwas von mir wolltest wäre ich vielleicht auch lieb zu dir." sagte eva. "ich sag immer bitte..." erwiederte conrad. conrad war ein relativ stattlicher mann in kurzärmligem hemd. einer wie man ihn zu hauf auf st pauli findet. haare gescheitelt. goldketchen. brusthaare. "komisch ich hör immer nur: eva!!! komm mal rüber. eva!!! hast du mal, kannst du mal?" "aber immer mit charm." entgegenete conrad. "du weisst doch das wir eines tages heiraten eva. ich will nur vorzeitig die rollen schonmal verteilen. hier bist du der chef. aber wenn wir in unserer finka auf mallorca wohnen wär es schön wenn ich auch mal was sagen dürfte. krieg ich noch n bier?" ein kurzes schweigen dann fügte er hinzu "bitte?" "aber sicher mein hübscher." ein astra wurde aufgemacht und conrad nahm es dankend etgegen. einer der anderen drehte sich zu ulli um. "sowas muss ich mir jeden tag anhören." ein dicker mann mit halbglatze und schnurrbart in einer lederjacke. er drehte sich zu eva und conrad um "ihr kratzbürten." dann sah er wieder ulli an und fragte "wie heisst du großer?" "ulli." "ulli wie?" "einfach nur ulli." "ok. ulli. das ist der anker. ich bin roland. der tankstellenwart hier neben mir ist conrad und das ist fred." fred, ein sehr dünner mann mit einer motoradweste und ziegenbart, hob sein bier und prostete ihm zu. "fred ist immer sehr still aber ne liebe seele. stimmt doch fred, oder?" fred nickte. "und die bezaubernde dame da hinterm thresen, die gebieterin, unsere heilige königin vom zapfhahn, das ist eva." "hallo." sagte eva. "also. willst du da alleine am tisch versauern und dein bier schlürfen oder kommst du zu uns und erzählst uns was?"
ulli verbachte noch 2 stunden im anker. er unterhielt sich mit roland und erzählte ihm ein bischen von sich. er lachte über conrads und evas scherze und trank noch drei bier. er fühlte sich wohl. roland war älter als er und in rente. geschieden. 2 töchter. 27 und 32. er wohnte in altona und war mal laskraftfahrer gewesen. "als die alte mich rausgeschmissen hat gings mir ein bischen wie dir. dachte mein leben wäre vorbei. hab 3 monate in meinem laster gepennt und dann ne zeit lang im hotel alt hamburg am hans albers platz. hab dann zum glück die wohnung in altona gefunden. aufm hans albers platz zu wohnen war nervtötend. immer laut und am wochenende kein auge zu zu kriegen. aber zum glück gibts ja den anker. eva hat mich ganz schön aufgepeppelt in der zeit." ulli musste an ute denken. er wurde langsam müde. "du roland ich glaub ich will los." er trank sein bier aus. "klar. komm gut heim. war n netter abend mit dir. weisst du, wir sind immer hier. fred, conrad, eva und ich. am wochenende verrirrt sich schonmal auch jemand anders hier her aber meistens ist es relativ still. kannst dich ja nochmal blicken lassen." "klar. wieso nicht." er bezahlte und bedankte sich. "machts gut. bis blad." "tschüss ulli." der regen hatte aufgehört und ulli machte sich auf den weg zu seiner wohnung. silbersackstr. über die reeperbahn. talstrasse. budnikowsyk. edeka. zuhause. als er seine wohnungstür aufschloss lag ein zettel in seiner wohnung. ute musste ihn unter der tür durchgeschoben haben. "hey ulli. hast du noch lust am wochenende auf den hans albers platz? unser anfängerprogramm ist noch nicht abgeschlossen. lass es mich wissen und wenn du magst kannst du diesmal eine stunde früher kommen und ich koch uns was schönes. ich mach ne super roulade und wenn du lieb bist mach ich selber kartoffelbrei ala ute. nur erbsen gibts aus der tiefkühltruhe. ich hoffe es geht dir gut. ute."
8
"guten abend ulli." sie umarmten sich. "komm rein, machs dir bequem." die rouladen kochten in der küche und es roch nach fleisch und butter. "das geheimniss für n guten kartoffelbrei ist das man mit dem salz nicht sparrt. und butter. viel butter. willst du n bier?" sie rürte den kartoffelbrei. "lass ruhig. ich weiss doch wo es ist." er ging zum kühlschrank. "willst du auch eins?" "klar." ulli nahm 2 bier aus dem kühlschrank, öffnete sie und gab ute eins. "prost." die rouladen waren wirklich gut. nicht zu zäh. mit brauner soße. und der kartoffelbrei war auch nicht schlecht. ute schien einen sehr zufriedenen eindruck zu machen. sie lächelte viel. ulli erzählte ihr vom anker während sie aßen. "ach... die kneipe kenn ich garnicht." "ist ganz klein hinterm hein köllisch platz." "lustig. wohn hier mein ganzes leben. wir sind uns nie über den weg gelaufen und den anker kenne ich auch nicht. scheint so als hätten sich da zwei gefunden." sie lächelte. sie trug diesmal einen schwarzen jeans rock und eine weisse bluse mit spaghettiträgern die vieleicht etwas zu kalt war für diesen abend. unterm rock eine strumpfhose. auch in schwarz. die fenster in der küche waren geöffnet. es war einer der letzten spätsommertage und relativ warm gewesen. aber je mehr die sonne unterging desdo kälter wurde es. "ich geh mir mal noch was überziehen. danach können wir dann auch los." sie verliess die küche und kam zurück in einem schwarzen st pauli pullover. "so. hans albers platz ist nix besonderes. da braucht man sich nicht schick machen." "was trinken wir denn da eigentlich?" "bier."
sie verließen die wohnung. ute hakte sich bei ihm ein und sie machten sich auf den weg. "komm wir hohlen uns noch was für den weg." sagte ute als sie an einem kiosk vorbei kamen. jeder mit einer dose bier in der hand setzten sie dann ihren weg fort. "tja ulli. heute ist der letzte abend unseres experiments. danach hast du deinen kiez haupt so zusagen. aufgeregt?" fragte ute. "sollte ich? berg und freiheit hab ich ja auch geschafft." "naja vielleicht wirds ja heute ein bischen anders." sie grinste wieder ihr ute grinsen. "ja. diesmal lass ich mir keine reinhauen." sie lächelte und zog seinen arm fester an sich. "nein, ulli. diesmal nicht."sie redeten über dies und das. machten scherze zusammen und genossen des anderen gesellschaft. der hans albers platz war relativ voll. gemischtes volk. hsv fans. touristen. jüngere leute. alte hasen. bier im frieda b. bier im peggy sue. bier in der roten laterne. "von bier krieg ich immer hunger." sagte ute als sie grade auf dem weg in die nächste bar waren. "ich könnte auch noch was essen." sagte ulli. "dann lass mich dir die beste pizza hamburgs zeigen." sie gingen den hans alber platz hinunter und machte vor einem kleinem laden mit fensterausgabe halt. "eine handpizza bitte. salami, schinken und pilze." bestellte ute. "für mich das gleiche." fügte ulli hinzu. während sie warteten fing es an zu regnen und der platz leerte sich. unter den vordächern der bars und kneipen bildeten sich menschen trauben. die pizza kam und ulli und ute suchten schutz unter einem sonnenschirm in der mitte des platzes. sie aßen ihre pizza und obwohl der teig vielleicht etwas dünn war musste ulli zugeben das es

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Benedict
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BeitragVerfasst am: 18.10.2020 19:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

die beste pizza war die er je gegessen hatte. "also. da wären wir. sie haben bestanden und ich darf ihnen kraft meines amtes den titel mensch aus st pauli verleihen." verkündete ute. "danke." sagte ulli während er die letzten bissen seiner pizza zu sich nahm. sie schwiegen eine weile. ulli hörte dem regen zu wie er auf den sonnenschirm prasselte. "du ulli, wenn du willst zeig ich dir noch was." "was denn?" fragte ulli. ute nahm ihn bei der hand. "folgen sie mir." sie verließen den platz und überquerten die reeperbahn. "gehn wir zum berg?" fragte ulli. "fast." sagte ute. am ende angekommen gingen sie rüber in die talstrasse. "runter vom kiez? wo gehts denn hin?" ulli war verwirrt. "stellen sie nicht so viele fragen sondern folgen sie mir einfach." ute schloss die haustür auf. "willst du mir noch ne platte schenken?" ute sagte nichts sondern führte ihn die treppe hinauf zu ihrer wohnung. drinnen angekommen setzte sie ulli auf einen stuhl in der küche. sie half ihm aus der nassen jacke. "ist dir kalt?" fragte sie ihn. "nein. warum sind wir wieder bei dir?" "war ich wirklich die erste? die erste mit der du den kiez erkunden konntest?" sie stand vor ihm. "ja, aber das weisst du doch." "hats dir gefallen?" sie zog ihren pullover aus. eine strähne ihres haares ließ einen tropfen wasser über ihre schulter laufen. "es freut mich, das ich die erste sein durfte."
sie weckte ihn als es noch dunkel war und flüsterte ihm zu. "ulli, der kiezbäcker macht gleich auf. komm, hohlen wir uns ein franzbrötchen."
9
ute und ulli verbrachten viel zeit miteinander in den nächsten monaten. sie gingen spazieren. gingen in die kleine pause. ulli nahm ute auch mit in den anker und stelle sie dort vor aber meistens ging er alleine hin und verbrachte dort viele abende. die monate vergingen und es wurde winter. es wurde kalt aber im anker war es warm und gemütlich. ulli, roland, conrad, fred und eva waren meistens die einzigen im anker und das war für alle anwesenden kein problem. ulli und roland wurden gute freunde. er hatte bei ihm das gefühl das er ihm alles erzählen konnte und im gegenzug erzählte er ihm viel von sich. er war nie ein großer kiez mensch gewesen. für ihn gab es immer nur seinen laster und seine töchter. "die sind ja jetzt erwachsen, also darf ich mich jetzt auch mal um mich kümmern." sagte er einmal. "und das machst du im anker?" fragtge ulli? "genau."
an einem mittwoch abend im dezember, kurz vor weihnachten machte er sich auf den weg zum anker. es hatte stark geschneit und war ziemlich kalt. er und ute hatten vorher zu abend gegessen. sie hatte keine lust mit zu kommen und wollte es sich in der badewanne gemütlich machen. es war ungefähr 21:30 als er durch die talstrasse ging. kaum jemand war unterwegs und während er ging hörte er den streusand unter seinen schuhe knirschen. als er im anker ankam war alles so wie immer. conrad war gerade dabei fred zu erklären warum die jungen leute immer soviel auf ihr handy starrten. fred hörte wie immer aufmerksam zu. roland saß daneben und studierte das etikett seiner astra flasche während eva hinterm thresen den kühlschrank nachfüllte. "hey roland." "hey ulli. alles im lot?" "na klar. schönen gruß von ute." "danke." er begrüßte auch eva die ihm wie immer ein astra hinstellte. "heiligabend steht vor der tür." sagte ulli zu roland. "irgendwelche pläne?" "eva hat mich gefragt ob ich zu ihr kommen möchte. der anker macht auf, aber erst ein wenig später als sonst. sie sagt sie will ne gänsebrust machen. da bin ich mal gespannt." sagte roland halb zu ulli, halb zu eva. sie hatte ihnen den rücken zu gekehrt, hatte aber wohl verstanden. "sie lieber zu das du es dir mit mir nicht verscherzt mein freund. sonst lad ich dich einfach wieder aus und futter meine gans alleine." schrie sie ohne sich umzudrehen während sie weiter bier einräumte. "was machst du?" fragte roland. "keine ahnung. hoffentlich gut essen mit ute. ich dachte ich überrasch sie und lad sie ins hotal atlantik ein. hab ja noch was übrig vom erbe. ansonsten komme ich, oder wir, bestimmt dann abends nochmal hier rum." "ja würd mich freuen. denke mal fred ist auch hier. keine ahnung was conrad macht." "zuerst ente vom chinamann und dann gehts ins eros center!" rief conrad über seine schulter. "vielleicht komm ich danach auch noch aufn absacker." es lief wie immer musik und ein neues lied fing an. ulli kannte das lied nicht aber es gefiel ihm. "du eva, wie heisst denn das lied?" "dont stop believing von journey." sagte eva. sie war grade fertig mit einräumen. als sie zum thresen rüber kam fing sie an mitzusingen. "Just a small town girl. Livin' in a lonely world. She took the midnight train goin' anywhere". "geil. die platte brauch ich." sagte ulli. "kennst das nicht, ulli?" fragte roland. "du hast echt hinterm mond gelebt, wa?" ulli guckte runter auf sein bier. "weisst du roland. es ist seltsam. mein ganzes leben war ich hier. und war nie wirklich hier. weisst du was ich mein? ist doch verrückt. ich bin hier geboren. bin hier zu schule gegangen. habe zwar woanders gearbeitet aber mein zuhause war immer st pauli. ich kannte sowas wie den anker nicht. ich wusste nicht wie es sich anfühlen kann freunde zu haben oder jemandem nahe zu sein. das alles habe ich ute zu verdanken. hätte sie mich nicht gefunden an diesem tag... meine güte ich will mir garnicht ausmahlen was passiert wäre. aber ich bin glücklich so wie es jetzt ist. es hört isch vielleicht seltsam an aber ihr, hier im anker und ute. ihr seit sowas wie eine famiie für mich geworden. ich weiss zwar nicht wie das ist familie zu haben aber wenn ich mir vorstellen müsste, was eine fgamilie ist, dann würde ich sagen das es sowas ist, wie das was ich bei euch erlebe. und aufm kiez natürlich. das wäre dann sowas wie die großfamilie vielleicht. besoffene stiefväter und nervtötende cousins inklusive. aber ich bin froh das es euch gibt." roland sagte nichts und nach einer kurzen pause fügte ulli hinzu "danke". "ach schon gut. jetzt werd mal nicht sentimental, mein großer." roland klopfte ihm auf die schulter. "eva. machst du uns 2 korn?" "aber sicher, mein hübscher."
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agto
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BeitragVerfasst am: 24.10.2020 19:43    Titel: Antworten mit Zitat

Benedict, interessante, runde und intime Geschichte.

Gut finde ich, daß du Orte und Straßen nennst: so kann man die Wege verfolgen.

„Zum Anker“ gibt es zweimal in St. Pauli? Der zweite ist in der Davidstraße?

Mit deiner Rechtschreibung hatte ich keine Probleme. Daß du mit „sie“ einmal „Ute“ meinst und einmal „sieh“, ergibt sich aus dem Text. Du kannst es ja als deine neue Arbeit betrachten, es den Leser leichter zu machen, den Text-Schuppen an Kundenwünschen zu orientieren, sozusagen.

Neil Youngs „Cortez the Killer“ kannte ich noch nicht. Insofern bist mehr in der Welt rumgekommen als ich.

Obwohl deine Geschichte in guter Stimmung ausklingt (das meine ich auch wörtlich), ist es eine traurige Geschichte: jetzt wird es wohl nichts mehr mit Heiraten und Familie, weil du bereits im Opa-Alter bist.

Und falls das für dich nicht traurig ist, weil du einen Familien-Anker hast, sozusagen, find ich es trotzdem traurig.

Ich würde mich freuen, weitere Geschichten vor dir zu lesen.

Diese hier kannst du ausbauen. War deine Mutter immer so „cool“? Weshalb bist du Einzelgänger geworden mitten in Deutschlands wildester Partymeile?

... ähm, ich meine: erzähl mehr aus Ullis Leben. Cool

Der Leser darf mit Ute singen, sich an ihren Netzstrümpfen laben, Regenwasser auf ihre nackte Schulter tropfen sehen, aber wie sie mit Ulli zusammen kommt, da muß der begeisterte Leser auf eigene Erinnerungen zurückgreifen. – Mir geht es nicht um alle Einzelheiten, aber es liest sich „abgehackt“ (für die Öffentlichkeit zensier?), da du meist ausführlich erzählst.

Ulli ist schüchtern, aber der Autor doch nicht, oder?  Cool
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Ralphie
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BeitragVerfasst am: 24.10.2020 22:13    Titel: Antworten mit Zitat

Ist die Kleinschreibung gewollt oder Unvermögen?

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LG
Ralphie
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Benedict
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BeitragVerfasst am: 25.10.2020 20:19    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

unvermögen. oder das nicht vorhanden sein von ms word... hab das alles in nem rtf dokument geschrieben und keine auto korrektur gehabt.
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Kojote
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BeitragVerfasst am: 25.10.2020 20:22    Titel: Antworten mit Zitat

Benedict hat Folgendes geschrieben:
unvermögen. oder das nicht vorhanden sein von ms word... hab das alles in nem rtf dokument geschrieben und keine auto korrektur gehabt.


Kleiner Tipp:



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Benedict
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BeitragVerfasst am: 25.10.2020 20:30    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@agdo

zum anker sollte eigentlich eine fiktive kneipe sein. der "anker" also der "hafen" dort wo ulli "landet". wusste nicht das es die in st pauli gibt. meine mutter war überhaupt keine ute.... und ich hab lange zeit in st pauli gelebt und war überhaupt kein einzelgänger. hab die geschichte eigenltich aus sehnsucht geschrieben weil ich die zeit von damals so vermisse. und hab mich ehrlich gesagt nciht an eine intime scene rangetraut. also wie ulli und ute "zusammen" kommen. hatte angst das es sich nciht gut einfügt. und weiss überhaupt nciht wie ältere es so machen... deswegen hab ich es lieber der fantasie überlassen. freut mich das du es gelesen hast. lg
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Benedict
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BeitragVerfasst am: 25.10.2020 20:32    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@Kojote

werd ich versuchen wink
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agto
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BeitragVerfasst am: 26.10.2020 03:03    Titel: Antworten mit Zitat

Benedict hat Folgendes geschrieben:
unvermögen. oder das nicht vorhanden sein von ms word... hab das alles in nem rtf dokument geschrieben und keine auto korrektur gehabt.


ms word kostet geld.

libre office ist kostenlos, hat auto korrektur und rechtschreib überprüfung.

große und kleine buch staben muß man aber selber machen.
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agto
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BeitragVerfasst am: 26.10.2020 03:15    Titel: Antworten mit Zitat

Benedict hat Folgendes geschrieben:
@agdo

zum anker sollte eigentlich eine fiktive kneipe sein. der "anker" also der "hafen" dort wo ulli "landet". wusste nicht das es die in st pauli gibt. meine mutter war überhaupt keine ute.... und ich hab lange zeit in st pauli gelebt und war überhaupt kein einzelgänger. hab die geschichte eigenltich aus sehnsucht geschrieben weil ich die zeit von damals so vermisse. und hab mich ehrlich gesagt nciht an eine intime scene rangetraut. also wie ulli und ute "zusammen" kommen. hatte angst das es sich nciht gut einfügt. und weiss überhaupt nciht wie ältere es so machen... deswegen hab ich es lieber der fantasie überlassen. freut mich das du es gelesen hast. lg


benedict, jetzt sehe ich, du bist 35. ich hab deine geschichte für einen teil deiner autobiografie gehalten.

der fiktive anker erschien mir deutlich vor augen.

ältere machen es ... er mit kaputter schulter und bandschneiben, ute sehr lebhaft: da bietet sich an, er liegt unten, sie reitet, allerdings vorsichtig, wegen seiner bandscheiben.

schreib weiter! Daumen hoch
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Ribanna
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BeitragVerfasst am: 26.10.2020 15:15    Titel: Antworten mit Zitat

Nein, einfach nein.
Ich begreife nicht, dass unter dem Titel "Schriftstellerforum" Leute etwas einstellen, die ihr Handwerk überhaupt kein bisschen beherrschen.
Grammatik, Zeichensetzung, Rechtschreibung, Umgang mit Absätzen, Groß- und Kleinschreibung - es mangelt an allem.
Ob die Geschichte etwas taugt, vermag ich nicht zu sagen, ich habe gleich wieder aufgehört zu lesen.

Gib dir ein bisschen mehr Mühe, einen ordentlichen Text abzuliefern, dann liest den vielleicht auch jemand... Rolling Eyes


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Kojote
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BeitragVerfasst am: 26.10.2020 16:27    Titel: Antworten mit Zitat

@Ribanna

Chapeau. Mein erster und bislang einziger Gedanke zu diesem Thema ist haargenau identisch mit deinem. Doch Hut ab davor, dass du dich die Wahrheit auszusprechen traust. Ich habe es nicht getan. Denn für mich scheint die Welt manchmal so verrückt, dass ich mir bestenfalls noch einen Shitstorm eingehandelt hätte.

Der Ausdruck "es mangelt" ist dabei m. E. immer noch sehr positiv umschrieben.

Das ist das Kreuz mit Kunst und Kultur. Jeder Bauherr setzt die Maurer vor die Tür, wenn sie keine korrekte Wand hochziehen können. Manchmal habe ich hingegen den Eindruck, im Bereich moderne Kunst -- Malerei, Musik, und eben auch Lyrik und Belletristik -- genösse jedermann Narrenfreiheit.


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Abari
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BeitragVerfasst am: 26.10.2020 16:46    Titel: Antworten mit Zitat

Kojote hat Folgendes geschrieben:
Das ist das Kreuz mit Kunst und Kultur. Jeder Bauherr setzt die Maurer vor die Tür, wenn sie keine korrekte Wand hochziehen können. Manchmal habe ich hingegen den Eindruck, im Bereich moderne Kunst -- Malerei, Musik, und eben auch Lyrik und Belletristik -- genösse jedermann Narrenfreiheit.


Naja, es ist und bleibt doch ein Unterschied, ob ich ein Gedicht von zehn/zwölf Zeilen mit konsequenter Kleinschreibung und fehlender Interpunktion lese, das dadurch die Wirkräume erweitert oder - wie hier - einen epischen Langtext, der mir das Gefühl von Schludrigkeit und Faulheit des Autors vermittelt. Bei Kurzprosa mag das vielleicht noch angehen, aber mir würde die rote Tinte schon da jucken, wenn es nicht einfach hervorragend zum Inhalt passt und es in sinnvolle Abschnitte gegliedert ist, die mir Verschnaufpausen einräumen. So wie hier komme ich da lesend nicht weit.

Also, @Benedict, bitte ordne Deinen Text mal zunächst im Sinne der deutschen Rechtschreibung.

Wörtliche Rede einer Person: Eigener Absatz.
Groß- und Kleinschreibung.
Korrekte Interpunktion.

Dann komme ich vielleicht wieder und lese ihn durch. In der derzeitigen Form schaffe ich das keineswegs. Sorry.


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Benedict
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BeitragVerfasst am: 26.10.2020 17:23    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

werde in zukunft mehr auf grammatik und rechtschreibung achten. habe diesen text wie gesagt mit einem programm geschrieben in dem ich kein auto korrekt hatte und das im nachhinein per hand zu machen ist mir zu aufwendig. kann verstehen das das auge mit isst aber geeeez.... geht doch eigentlich nur um den inhalt....? für mich wäre das jedenfalls nicht so das problem. aber danke für die anregung.
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Kojote
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BeitragVerfasst am: 26.10.2020 17:27    Titel: Antworten mit Zitat

Benedict hat Folgendes geschrieben:
geht doch eigentlich nur um den inhalt....?


Wieso?


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Raven1303
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BeitragVerfasst am: 26.10.2020 17:40    Titel: Antworten mit Zitat

"Kann verstehen das das auge mit isst aber geeeez.... geht doch eigentlich nur um den inhalt....? für mich wäre das jedenfalls nicht so das problem. aber danke für die anregung."

 Laughing Laughing Wenn du den Text mal irgendwo veröffentlichen willst, kommst du mit der Einstellung aber nicht weit. Also besser direkt richtig machen. Ein Auto muss ja auch fahren und nicht nur gut aussehen ... Wink


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Abari
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BeitragVerfasst am: 26.10.2020 17:47    Titel: Antworten mit Zitat

@Benedict: Du erwartest von mir als Leser ein Verständnis für einen Text, wo Dir die Zeit und Mühe zu schade ist, ihn grammatikalisch und orthografisch korrekt zu bauen und zu präsentieren? Das soll es mir wert sein, ihn zu lesen?

Also ich rate Dir dringend, diese mir als Leser gegenüber respektlose Haltung zu überdenken. Wenn sich Fehler einschleichen, ist das bei einem Text dieser Länge völlig normal und ok. Aber konsequent sich hinter einem Programm zu verstecken und dann quasi zuzugeben, dass Du zu "faul" warst, ihn in eine lesbare Form zu bringen, finde ich schon ein starkes Stück.

Und mir verleidet es schon den Inhalt, wenn an der Form so gar nichts stimmt. Noch dazu, wenn es einfach der Trägheit des Autors geschuldet ist.


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Benedict
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BeitragVerfasst am: 26.10.2020 18:11    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Werd den Text evtl nochmal überarbeiten und in Zukunft auf Grammatik und der Gleichen achten. Wäre für mich wie gesagt kein Problem und Veröffentlichen würde ich ihn in der Form natürlich nicht. Aber Ok. Ist zur Kenntniss genommen.
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agto
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BeitragVerfasst am: 26.10.2020 19:57    Titel: Antworten mit Zitat

Raven1303 hat Folgendes geschrieben:
Ein Auto muss ja auch fahren und nicht nur gut aussehen ... Wink


Du meinst vermutlich: "Ein Auto muß nicht nur fahren, sondern auch gut aussehen."
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Kojote
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BeitragVerfasst am: 26.10.2020 20:00    Titel: Antworten mit Zitat

agto hat Folgendes geschrieben:
Raven1303 hat Folgendes geschrieben:
Ein Auto muss ja auch fahren und nicht nur gut aussehen ... Wink


Du meinst vermutlich: "Ein Auto muß nicht nur fahren, sondern auch gut aussehen."


Ich bezweifle, dass er dies so meinte.

Denn die Probleme mit vorliegendem Text sind ja keinesfalls kosmetischer Natur.

Und wenn der Text ein Auto wäre, wäre Fahren das Letzte, was er könnte.


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Raven1303
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BeitragVerfasst am: 26.10.2020 20:09    Titel: Antworten mit Zitat

Kojote hat Folgendes geschrieben:
agto hat Folgendes geschrieben:
Raven1303 hat Folgendes geschrieben:
Ein Auto muss ja auch fahren und nicht nur gut aussehen ... Wink


Du meinst vermutlich: "Ein Auto muß nicht nur fahren, sondern auch gut aussehen."


Ich bezweifle, dass er dies so meinte.

Denn die Probleme mit vorliegendem Text sind ja keinesfalls kosmetischer Natur.

Und wenn der Text ein Auto wäre, wäre Fahren das Letzte, was er könnte.


Exakt


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agto
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BeitragVerfasst am: 26.10.2020 20:18    Titel: Antworten mit Zitat

Raven1303 hat Folgendes geschrieben:
Kojote hat Folgendes geschrieben:
agto hat Folgendes geschrieben:
Raven1303 hat Folgendes geschrieben:
Ein Auto muss ja auch fahren und nicht nur gut aussehen ... Wink


Du meinst vermutlich: "Ein Auto muß nicht nur fahren, sondern auch gut aussehen."


Ich bezweifle, dass er dies so meinte.

Denn die Probleme mit vorliegendem Text sind ja keinesfalls kosmetischer Natur.

Und wenn der Text ein Auto wäre, wäre Fahren das Letzte, was er könnte.


Exakt


Ich habe jedes Wort des Textes gelesen.

Ich bin also mit dem Auto gefahren.

Und ich bin ans Ziel gekommen.
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