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Die Himmelslaterne


 
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Yorinde
Geschlecht:weiblichLeseratte

Alter: 32
Beiträge: 169
Wohnort: Stendal


BeitragVerfasst am: 18.10.2020 18:00    Titel: Die Himmelslaterne eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Die Himmelslaterne

Solaris lag mit dem Rücken zum Dunkel im großen Firmament und schaute hinauf zum Zeltdach, wo die Himmelslaternen hingen. Er war ganz allein, nicht die kleinste Bewegung störte seine Gedanken. Unter ihm Schwärze. Über ihm nichts, als ein Meer von kleinen Lichtern. Es war so still, dass er meinte, das Sirren der Laternen sogar hier unten hören zu können. Und wenn man nur lange genug hinauf zum dunklen Dach starrte, wirkte es so, als würden sie blinken. Aber Solaris wusste, dass sie das nicht taten. Sie hingen einfach da oben unter dem Zeltdach. Unbeweglich, wie jeher. Tausende, Abertausende Laternen hingen dort an ihren Himmelsfäden. Was für eine Verschwendung.
Er legte den Kopf zur Seite. Einer seiner Brüder hatte sich den Spaß gemacht und aus Laternen einen Wagen geformt. „Ich werde ihn anspannen und einmal das Universum durchqueren“, hatte Ursa gelacht, doch am Ende war er einfach im Firmament geblieben. Solaris richtete sich auf. Was man wohl mit einer einzigen Himmelslaterne alles anstellen könnte? Er würde es herausfinden. Er würde sich einfach eine nehmen und es herausfinden.
Langsam stieg Solaris die Stufen zum Himmelszelt hinauf, sein Blick an die Laternen über ihm geheftet. Welch eine Schönheit, wie sie da hingen! Er würde sich nur eine einzige nehmen. Keine von den großen blauen, keine aus den Bildern seiner Brüder. Vielleicht eine von den kleinen goldenen. Eine, die keiner vermissen würde. Er blieb unter dem Zeltdach stehen, die Laternen hingen direkt über ihm und nun konnte er ihr Leuchten leise sirren hören. Solaris streckte die Hand aus und hob eine der Laternen vorsichtig an. Sie war weich und warm und ihre Strahlen kitzelten seine Handfläche.
„Was tust du da?“ Es war sein Bruder Ursa.
„Ich frage mich“, antwortete Solaris, ohne sich von der Laterne abzuwenden, „wozu die Himmelslichter noch gut sind, außer hier zu hängen?“
„Und woran denkst du da?“, fragte Ursa.
Solaris wog die kleine, goldene Himmelslaterne in seiner Hand. „Ich werde damit Welten fangen.“
Ursa lachte. „Du bist ein Narr, Solaris. Das wird dir nicht gelingen.“
Solaris wandte sich zu seinem Bruder um. Die Laterne hinter Ursa zauberte ihm einen Strahlenkranz um den Kopf. Solaris musste schmunzeln. Das passte zu seinem Bruder, dem großen Ursa.
„Hast du es denn schon einmal versucht?“, fragte Solaris.
„Das ist doch vergebene Mühe“, erwiderte Ursa. „Welten sind nicht zu fangen. Sie jagen ruhelos durch das Universum, bald hier, bald dort und in einem Äon nicht zweimal am gleichen Ort. Sie sind nicht zu zähmen. Und schon gar nicht mit so einer kleinen Laterne. Sie reicht ja, wenn überhaupt, gerade mal ein paar tausend Jahre weit.“
„Ich werde sie ins Zentrum einer Galaxie hängen“, sinnierte Solaris, ohne auf den Einwand seines Bruders einzugehen. „Du wirst schon sehen, die Welten werden von ihrem Licht angezogen. Sie werden die Laterne umkreisen und sie nicht mehr loslassen. Sie wird die Welten in ihren Bann ziehen. Und dann sind sie gezähmt.“ Er lächelte. „Kein Jagen mehr durch die Galaxie. Die Laterne wird ihr Zentrum sein. Du hast schon recht, Ursa. Ich werde die Welten nicht fangen, die Laterne wird sie fangen.“
„Du bist ein Narr, Solaris“, wiederholte Ursa. „Zwar größenwahnsinnig, aber ein Narr. Warum hängst du nicht stattdessen ein Bild in die Laternen und machst dir damit einen Namen, wie dein Bruder Orion oder deine Schwester Kassiopeia?“
Solaris schüttelte nur lächelnd den Kopf und betrachtete die kleine, goldene Laterne in seiner Hand.
„Was glaubst du denn, wie viele Welten du damit fangen kannst?“, fragte Ursa spöttisch.
Solaris zuckte mit den Schultern. „Vielleicht sechs. Oder acht.“
„Das wird niemals gelingen.“
„Und wenn doch?“
„Du bist so ein Narr, Solaris. Größenwahnsinnig und unbelehrbar noch dazu.“ Ursa wandte sich ab und stieg die Stufen zum großen Firmament hinunter. „Du machst dich zum Gespött unserer Familie“, warf er über die Schulter.
Solaris erwiderte nichts. „Wenn es gelingt“, beschloss er, wohlwissend, dass sein Bruder ihn noch hören konnte, „soll die Laterne meinen Namen tragen.“
Ursa schnaubte verächtlich. Doch Solaris achtete nicht auf ihn. Er durchtrennte den Himmelsfaden der kleinen, goldenen Laterne und hängte sie ins Zentrum einer Galaxie.

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Raven1303
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 37
Beiträge: 418
Wohnort: NRW


BeitragVerfasst am: 19.10.2020 08:00    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Unbekannte/r

Du hast da eine schöne Geschichte über den Beginn unserer Galaxie erdacht.
Den Anfang finde ich etwas umständlich. Wo liegt er drauf und warum ist es unter ihm dunkel? Scheint, als ob du Schwierigkeiten mit der geforderten Anfangsszene gehabt hast. Die erscheint mir nicht rund.
Der Rest gefällt mit schönem Stil und gutem Lesefluss.
Liebe Grüße


_________________
Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den Nächsten vielleicht nicht vollbringen, aber versuchen will ich ihn.
Ich kreise um Gott, um den uralten Turm und ich kreise Jahrtausende lang.
Und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm? Oder ein großer Gesang... (R.M. Rilke)
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Stefanie
Reißwolf


Beiträge: 1324



BeitragVerfasst am: 19.10.2020 18:52    Titel: Antworten mit Zitat

Schade, dass die Geschichte vorbei ist, bevor wirklich etwas passiert. Die Konsequenzen seiner Tat wären interessant.
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hobbes
Geschlecht:weiblichTretbootliteratin


Beiträge: 3675

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
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BeitragVerfasst am: 19.10.2020 18:52    Titel: Antworten mit Zitat

Was ich hier sehr mag, ist die Ruhe, mit der das erzählt wird.

Ich fürchte, um die Geschichte richtig wertschätzen zu können, hätte ich besser aufpassen müssen, als mir vor langer Zeit mal jemand den Himmel erklärt hat. Natürlich könnte ich jetzt auch einfach nachlesen, zumindest, was es mit Solaris auf sich hat, allein mir fehlt die Motivation Embarassed Aber wer weiß, eventuell komme ich ja noch mal hierher zurück. Vielleicht dann.

Zehnter Platz. Mein letzter Punkt geht an dich smile
Das liegt hauptsächlich an der Underdog-Thematik und dass irgendwer (ich) Solaris zur Seite stehen sollte, wenn sonst schon keiner an ihn und seine bekloppten Ideen glaubt.
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Westmonster
Leseratte


Beiträge: 101



BeitragVerfasst am: 19.10.2020 20:01    Titel: Antworten mit Zitat

Was für eine rundum gelungene Schöpfungsgeschichte! Ich nehme dann bitte einen kompletten Band Deutsche Forengötter- und -heldensagen.

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Pursue Those.
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silke-k-weiler
Geschlecht:weiblichKlammeraffe

Alter: 45
Beiträge: 512



BeitragVerfasst am: 20.10.2020 18:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Text,

Du bist ein schöner kleiner Schöpfungsmythos. smile

Das gefällt mir und ich habe nichts daran auszusetzen.

Die Vorgaben sind erfüllt, jetzt muss ich nur noch schauen, ob ich Dir gegenüber der Konkurrenz ein paar Punkte abknapsen kann. Wie auch immer die Sache ausgeht, ich habe Dich gerne gelesen.

Viele Grüße
Silke
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d.frank
Geschlecht:weiblichReißwolf

Alter: 41
Beiträge: 1047
Wohnort: berlin


BeitragVerfasst am: 20.10.2020 21:12    Titel: Antworten mit Zitat

Ziemlich, einfach, fast wie eine Kindergeschichte: So also ist unser Sonnensystem entstanden. Aber meinen Kindern würde ich das auch nicht vorlesen wollen, die sollen schon wissen, was es mit der Welt auf sich hat.

_________________
Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.
*Arthur Schopenhauer
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V.K.B.
Geschlecht:männlich[Error C7: not in list]

Alter: 47
Beiträge: 3068
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Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 21.10.2020 23:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo unbekannter Autor, Autorin, heimlich mitschreibende KIs, magische Wesen oder was auch immer,

Ich kommentiere direkt beim ersten Lesen und während ich lese, damit die Leseeindrücke so frisch wie möglich sind. Daher kann es sein, dass ich mal auf etwas hinweise, was sich später im Text noch klärt.
Disclaimer vorweg: All meine Kritiken sind in diesem Wettbewerb hochgradig subjektiv und bedeuten damit eigentlich gar nichts, außer wie mir ein Text persönlich gefallen hat. Ich neige zu Sarkasmus und mache mich auch gerne mal über Dinge lustig. Ich bitte diejenigen, die eine gefühlt zu harte Kritik von mir abbekommen, das nicht persönlich und mit Humor zu nehmen, denn es ist ganz bestimmt nicht böse gemeint. Ich nehme aber auch kein Blatt vor den Mund, wenn jemand seinen Text bei einem Wettbewerb der ungeschönten und schonungslosen Kritik vorwirft. Wer ein Problem damit hat, möge das Lesen meines Kommentars an dieser Stelle abbrechen.

So, los geht‘s, you have been warned …


Zitat:
Solaris lag mit dem Rücken zum Dunkel im großen Firmament und schaute hinauf zum Zeltdach
Holla, mit dem Namen hast du dir ja echt was vorgenommen. Jetzt liegt meine Erwartungshaltung richtig hoch. Wer irgendwen oder irgendwas wie einen der großen SF-Klassiker benennt, muss dann auch was Großes liefern.

Zitat:
Über ihm nichts, als ein Meer von kleinen Lichtern.
Und noch jemand, der keine Kommaregeln versteht …

Zitat:
hatte Ursa gelacht,
ach so, es geht um Sternbilder?

Zitat:
Welten sind nicht zu fangen. Sie jagen ruhelos durch das Universum, bald hier, bald dort und in einem Äon nicht zweimal am gleichen Ort.
Alles eine Frage der Perspektive.

Zitat:
Er durchtrennte den Himmelsfaden der kleinen, goldenen Laterne und hängte sie ins Zentrum einer Galaxie.
Er will 8 Welten fangen, da hatte ich an die Sonne gedacht, aber hängt sie ins Zentrum einer Galaxie, also eine Singularität? Irgendwie habe ich das Gefühl, hier geht ein bisschen was durcheinander. Bleibt irgendwie auch völlig unklar, ob du den Stern BD+14 4559 (Solaris) meinst oder die Sonne (was ich fast denke). Aber die ist weder im Zentrum einer Galaxie noch trägt sie den Namen "Solaris", denn das ist nur das lateinische Adjektiv zu "sol". Was auch immer du hier also ausdrücken willst, es funktioniert für mich nicht.  

Der tiefere Sinn (sollte es einen geben) der Geschichte erschließt sich mir auch nicht, und ohne einen solchen ist sie nichtssagend. Unter Phantastik kriege ich das auch nicht richtig unter, eher eine Art Fabel oder wirrer Schöpfungsmythos?

Next!

trotzdem beste Grüße und Danke fürs Mitmachen,
Veith


_________________
Warning: Cthulhu may occasionally jumpscare people …
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Rodge
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 626
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 22.10.2020 06:49    Titel: Antworten mit Zitat

Also mal abgesehen davon, dass der Satz "Du bist ein Narr" für meinen Geschmack zu oft vorkommt, verstehe ich das Konzept der Himmelslaternen nicht. Sie hängen untern Zeltdach, man kann nichts damit machen (Galaxien einfangen soll ja nicht gehen) und doch würde eine vermisst, wenn es bemerkt würde. Ich verstehe nicht, was man mit denen denn dann überhaupt machen kann, oder sollen die einfach nur gut aussehen?
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RAc
Eselsohr


Beiträge: 412



BeitragVerfasst am: 22.10.2020 12:34    Titel: Antworten mit Zitat

Ein Schöpfungsmythos. In diesem Mythos entstand eine (vermutlich unsere) Galaxie durch Verwandlung einer "Himmelslaterne" in eine Sonne.

Vorgaben:
  => völlige Bewegungslosigkeit und Stille am Anfang: ok.
  => Licht als zentrales Element: Durch die Himmelslaterne/Sonne ok
  => Phantastische Elemente: ok

=> Vorgaben erfüllt.

Ausgestaltung:

Das kann man so machen. Nicht sehr tiefgründig; einige niedliche Elemente mit drin (z.B. die Vorstellung, dass die Himmelskörper an Fäden hängen).
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Katinka2.0
Geschlecht:weiblichEselsohr


Beiträge: 254



BeitragVerfasst am: 23.10.2020 15:27    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Autor/in,

schöne Idee, die Sonne aus einer kleinen Himmelslaterne entstehen zu lassen. Die Umsetzung der Wettbewerbsvorgaben hast du kreativ gelöst.
Die Geschichte selbst enthält – für mein Empfinden – sprachlich noch einige kleine Schwächen, und ein wenig stören mich die Wiederholungen, die sich ab und an im Text finden.

LG Katinka
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MoL
Geschlecht:weiblichQuelle


Beiträge: 1596
Wohnort: NRW
Das bronzene Stundenglas


BeitragVerfasst am: 23.10.2020 20:22    Titel: Antworten mit Zitat

Leerer Kommentar. Auf Wunsch kann ein ausführliches Feedback gern bei mir erfragt werden.

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NEU - NEU - NEU im September 2020:
"Hexenherz - Goldener Tod"
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"Hexenherz - Eisiger Zorn", acabus Verlag, Februar 2017.
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Kojote
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Alter: 30
Beiträge: 510
Wohnort: Wurde erfragt


BeitragVerfasst am: 25.10.2020 17:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hmm ...

Mir war relativ schnell klar, dass dies eine Art Astronomie-Fabel werden soll.

Als langjähriger Hobbyastronom war mir ebenso schnell klar, dass in diesem Fall „Ursa“ nicht korrekt ist. Ursa majoris ist der lateinische Genitiv des Großen Bären. Der Nominativ müsste „Ursus“ heißen.

Was Solaris in der Mitte der Galaxie zu suchen hat, ist mir auch nicht ganz klar. Soweit ich weiß ist Solaris, sofern ich sie als „Sonne“ übersetzen darf, der Mittelpunkt unseres Sonnensystems. In der Mitte der Galaxis befindet sich hingegen ein Schwarzes Loch.

Dennoch danke für den Text.


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chaoticinfinity
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen


Beiträge: 29
Wohnort: Bayern


BeitragVerfasst am: 26.10.2020 16:09    Titel: Antworten mit Zitat

Gefällt mir gut, schön geschrieben
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shatgloom
Geschlecht:weiblichEselsohr


Beiträge: 371
NaNoWriMo: 27985
Wohnort: ja, gelegentlich


BeitragVerfasst am: 26.10.2020 16:41    Titel: Antworten mit Zitat

Was mir gefällt:

Ein schönes Märchen über die Entstehung des Sonnensystems, wenn ich die Geschichte richtig verstanden habe. Gefällt mir gut.

Was ich vermisse:
keine Ahnung, aber so ganz zu meinen Favoriten zählt der Text auch nicht. Aber eigentlich nur, weil mir ein paar andere eben besser gefallen.
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anderswolf
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 505
Wohnort: Bad Nauheim


BeitragVerfasst am: 27.10.2020 09:55    Titel: Antworten mit Zitat

Solaris fängt sich ein paar. Oder: Nicht das hellste Licht am Himmel.

Interessante Idee, Konstellationen zu personifizieren, wenngleich in sich nur begrenzt logisch. Als Kosmogonie sicherlich tauglich. Bei mir als Leser ruft die Geschichte nichts hervor, was bestimmt auch am Grundproblem liegt, anthropomorphierten Entitäten einen überzeugenden Charakter zu geben, vor allem in einem so kurzen Text wie diesem. Im Wettbewerb wirkt sich das nachteilig aus, denn andere Texte vermögen es besser, die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zu ziehen.

Formal ok. Vorgaben eingehalten, einfache Sprache, wenngleich nicht durchgehend sichere Ausführung.

Keine Punkte.
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nicolailevin
Geschlecht:männlichLeseratte


Beiträge: 150
Wohnort: Süddeutschland


BeitragVerfasst am: 27.10.2020 17:21    Titel: Antworten mit Zitat

Solaris hat die Macht über die Sterne. Er und seine (Titanen-?) Geschwister arrangieren das Firmament, indem sie ihre Laternen anordnen, zu Sternbildern. Er aber will mehr, will Anziehungskraft, will Welten fangen. So löscht er die Laterne und schafft so ein Schwarzes Loch inmitten einer Galaxie.

Hui! Das ist mal was anderes als die ewigen Mittelalterwelten der 08/15-Fantasy. Quasi ein Schöpfungsmythos. Die Idee gefällt mir, das finde ich originell, zumal mit dem Schwarzen Loch, das in den gängigen Mythen ja keine Rolle spielt, weil unvorstellbar und unbekannt.

In der Umsetzung finde ich das Ganze dann aber zu zaghaft, zu behutsam. Bei einem Schöpfungsmythos kommt der ganz große Hebel zum Tragen, da wird mal eben aus dem rotzigen Auswurf eines Riesen ein ganzer Kontinent! Da fressen die Urwesen ihre Kinder, da geht es grob und hart zur Sache. Mehr wäre hier mehr gewesen.

Dieser Text müht sich für meine Begriffe zu sehr, sein Wesen möglichst lange vor dem Leser zu verbergen, das scheint mir für einen Schöpfungsmythos deplatziert: Wer Welten erschafft, muss nicht vordergründig nach Leserbefindlichkeiten schielen. Auch die Dialoge der Geschwister sind mir zu zahm, zu zivilisiert, da gehört für meinen Geschmack viel archaischer, gröberer, ja im Wortsinne primitiverer Konfliktstoff rein!
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Constantine
Geschlecht:männlichExposéadler


Beiträge: 2969



BeitragVerfasst am: 29.10.2020 21:12    Titel: Antworten mit Zitat

Bonjour Inko,

ich mache es kurz:
Zitat:
"Kein Jagen mehr durch die Galaxie. Die Laterne wird ihr Zentrum sein. Du hast schon recht, Ursa. Ich werde die Welten nicht fangen, die Laterne wird sie fangen."


Sehr kreative Umsetzung mit der "Laterne" als Sonne, klar, mit der Namensgeberin Solaris im Sternbild Wassermann. Schön. Ursa, Sternbild Großer Bär, war mir etwas zu statisch und monoton, "Narr" scheint das Lieblingswort von Ursa zu sein. Well.
Zwei weitere Sternbilder kommen im Text vor: Orion, passend zum Winter; und Kassiopeia. Warum die alle miteinander verwandt sind, erschließt sich mir leider nicht, vielleicht auch nicht wichtig, aber der/die Verfasser/in wird sich etwas dabei gedacht haben.

Mein fünfter Platz: quatre points.

Merci beaucoup.
Constantine
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichShow-don't-Tellefant


Beiträge: 6144
Wohnort: Irland
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BeitragVerfasst am: 30.10.2020 21:45    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist nett.Ein bisschen wie Märchen, eine Geschichte für Kinder.
Ich komme aber mit oben und unten immer wieder durcheinander.
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Abari
Geschlecht:männlichAlla breve

Alter: 39
Beiträge: 1369
Wohnort: ich-jetzt-hier


BeitragVerfasst am: 31.10.2020 14:17    Titel: Antworten mit Zitat

Interessanter "Schöpfungsmythos". Mal ganz was anderes. Vielleicht findet er ja Gläubige? smile extra

_________________
Das zeigt Dir lediglich meine persönliche, höchst subjektive Meinung.
Ich mache (mir) bewusst, damit ich bewusst machen kann.

LG
Abari
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Eliane
Geschlecht:weiblichKlammeraffe


Beiträge: 818



BeitragVerfasst am: 01.11.2020 04:30    Titel: Antworten mit Zitat

Damit ich die Beiträge einigermaßen gerecht bewerten kann, vergebe ich jeweils maximal 5 Punkte für:
Thema "Licht": 5
Beginn "Stille / Unfall / Verfolgungsjagd": 5
Genre Phantastik: 5
Schreibstil: 5
persönlicher Eindruck: 4
Summe:24

Ein Märchen, schön smile Auch das ist Phantastik, und mir gefällt das Spiel mit dem Universum, das es zeichnet. Schreibstil ist auch tadellos, gefällt mir gut. Mit den ungeheuer komplexen Geschichten, die auch im Wettbewerb sind, kann sie nicht mithalten, aber ich mag sie gerne.
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Yorinde
Geschlecht:weiblichLeseratte

Alter: 32
Beiträge: 169
Wohnort: Stendal


BeitragVerfasst am: 01.11.2020 20:15    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo, ihr Lieben!
Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt, meinen Text zu kommentieren. Ich hatte tatsächlich nicht den Anspruch, astronomisch korrekt zu schreiben. Da ich momentan sehr stark im Genre Kinderliteratur unterwegs bin, ging der Text eben auch in diese Richtung. Eine phantastische Kindergeschichte, nicht mehr und nicht weniger.
Vielleicht lasse ich ihn mal ein, zwei Monate liegen und nehme ihn mir dann noch mal vor, um sprachlich und inhaltlich zu schauen, ob bzw. was da noch geht.
Danke für eure konstruktiven Hinweise.
Liebe Grüße, Yorinde

Edit: Ein Nachtrag noch an Veith (falls du das liest) - ich war etwas überrascht, dass du mir einen Kommafehler ankreidest, der keiner ist.
Hab extra noch mal im Duden nachgeschlagen:

Infinitivgruppen werden unter den folgenden Bedingungen immer durch Komma abgetrennt:
Die Infinitivgruppe wird durch eine der folgenden Konjunktionen eingeleitet: als, anstatt, außer, ohne, statt, um <§ 75 (1)>.


Aber geschenkt. Wink


_________________
Es heißt, das Leben schreibe die besten Geschichten. Hin und wieder sollten wir dem Leben aber auch einen Stift leihen.
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