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Brot und Spiele


 

 
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RAc
Eselsohr


Beiträge: 412



BeitragVerfasst am: 04.10.2020 19:07    Titel: Brot und Spiele eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo,

ein kleiner Text, der mir neulich zugefallen ist, aber leider auf Grund nicht mit den Vorgaben deckender Inhalte zum aktuellen Wettbewerb passt. Seht ihn also eine Art Außer Konkurrenz Phantasie zum Überbrücken der Einreichungszeit. Viel Spaß beim Lesen, freue mich über Feedback!

P.S. Irgendetwas stimmt mit Gerold nicht, der hängt sich auf. In sofern kann ich den ext nur händisch korrekturlesen und hoffe, dass mir dabei nichts entgangen ist...

-----------------------------------------------------------------------------------

- I -

Es war der 20.6.2020, ein Samstag. Das weiß ich deswegen noch so genau, weil am 22. ein Termin mit der GoraSan GmbH anstand, einem wichtigen Bestandskunden. Es ging um einen Vertragsabschluss mit einem Volumen, das selbst für die Geschäftsleitung signifikant war. Also sollte ich schon am Samstag fahren, um den Sonntag für die Vorbereitung der Präsentation Zeit zu haben. Die Chefs würden sich dann mit großem pomp am Montag Morgen einfliegen lassen. Und den Kunden davon überzeugen, dass sie unbedingt das neue System brauchen würden, obwohl das aktuelle stabil und sauber läuft. Aber ohne den Auftrag wären die Umsatzzahlen gefährdet gewesen, also mußte der Auftrag ins Haus. Für mich würde auch ein netter Bonus abfallen, da ich als regionaler Salesleiter Anspruch auf Beteiligung hatte.

Aber das ist hier nicht wichtig, nur wegen des Datums. Ich bin also die Biberach Tour gefahren. Wer 50% oder mehr seiner Zeit im Auto verbringt, kartographiert die Welt an Hand seiner Routen. Und der Zwischenstops. In Biberach gibt es einen Bäcker, bei dem man sehr gut und günstig seinen Proviant für den Rest der Fahrt aufstocken kann. Der Kaffee ist richtig gut.

Wie alles an der Tour ist der Stop beim Bäcker so etwas wie Routine; ich weiß genau, wo die freien Parkplätze sind, was ich bestelle, was es kostet, und ich sehe beim Eintreten sofort, welche Verkäuferin Schicht hat.

Aber am 20.6. war es anders als sonst. Vor der Bäckerei saß eine Bettlerin. Das war an dieser Stelle ungewöhnlich, und ich war mir zuerst nicht sicher, ob sie wirklich bettelte oder nur eine Pause machte. Vor ihr stand ein Plastikbecher, der sowohl Kaffee als auch Geld beinhalten könnte. Beim Herannahen an den Laden legte eine elegant gekleidete Frau ein Geldstück in den Becher, was die sitzende Frau mit einem stummen Nicken und fast unsichtbaren Lächeln zur Kenntnis nahm. Sie war offensichtlich eine Bettlerin.

Ich betrat das Cafe, wo an diesem Tag eine mir unbekannte Verkäuferin bediente. Als ich meine übliche Liste abgearbeitet hatte, fragte sie, ob ich noch etwas bräuchte. Ich sah mich in der Auslage um und bestellte eine mit Käse überbackene Laugenbrezel.

Nach dem Bezahlen verließ ich den Laden und stutzte. Ich war mir absolut sicher, dass die Bettlerin vor meinem Eintreten einen speckigen Rock und ein rosa T-Shirt aus dem Ein-Euro Laden getragen hatte. Nun saß sie in Pluderhosen und einem etwas abgetragenen Strickjäckchen vor mir. Es war aber zweifellos die selbe Person. Ich zweifelte an dem Kaffee und reichte ihr die Brezel.

Die Bettlerin sah mich etwas unschlüssig an, begutachtete erst die Brezel, dann mich, dann wieder die Brezel, und fragte schließlich "was soll ich damit?"

Nun war es an mir, verwirrt sein. Ich schlug vorsichtig vor "uhm, Essen?..."

Sie reichte mir nach einem Moment des Nachdenkens die Brezel wieder entgegen und sagte "Danke, Nein."

Normalerweise hätte ich an dieser Stelle die Brezel verschämt wieder angenommen, eine Entschuldigung gemurmelt und hätte mich so schnell wie möglich aus dem Staub gemacht. Aber irgendwie fühlte sich das nicht richtig an. Ich hatte sie offensichtlich falsch eingeschätzt. Meine Neugier war geweckt, und ich hatte keine Eile, die 200 km bis zum Hotel zurückzulegen.

Ich nahm die Brezel an und erwiderte "Entschuldigen Sie bitte. Ich hatte nur gesehen, wie eine Dame Ihnen Geld und den Becher gelegt hatte, was mich dazu brachte zu glauben, dass sie bedürftig wären."

Ich erkannte erst jetzt, dass die Frau Würde ausstrahlte. Nein, sie könnte unmöglich ein auf Almosen angewiesener Mensch sein.

Sie sah mich mit einem unentschlüsselbaren Gesichtsausdruck an. Nach einem kurzen Moment fragte sie zurück, "und warum haben Sie mir dann kein Geld gegeben?"

"uhm, naja. Wenn Sie tatsächlich bedürftig wären, wäre es mir lieber, dass ich weiß, wofür es verwendet wird. Ich habe mal beobachtet, wie Jemand, dem ich etwas gegeben habe, das Geld schnurstracks in einen Zigarettenautomaten versenkt hat. Kein gutes, ahem, investment return..." Mir fiel kein besseres Wort ein, und ich befürchtete, dass ich es würde erklären müssen.

"Da ist Gluten drin. Ich bin Zöliakerin."

Verdammt, die Möglichkeit hatte ich nicht auf dem Schirm. Ich hatte extra etwas fleischloses genommen, und eine zu harte Kruste kam auch nicht in Frage, weil viele Bettler Zahnprobleme haben. Irgendwo liegt immer noch eine Tretmine. Aber wenigstens las ich aus der Antwort heraus, dass sie eine Zuwendung annehmen würde.

"Tut mir leid, das wusste ich nicht," erwiderte ich.

"Konnten Sie ja auch nicht." So etwas wie der Anflug eines Lächelns. "Danke trotzdem."

"Uhm, ich habe einen Kompromissvorschlag," sagte ich aus einem spontanen Gedanken heraus. "Sie suchen sich etwas heraus, das sie mögen, und ich zahle für Sie."

Sie stand auf und sah mir direkt in die Augen. In einem kurzen Anflug von Panik schoß es mir durch den Kopf, dass das falsch interpretiert werden könnte, wie eine Anmache oder der Versuch, eine Notlage auszunutzen.

Nun umspielte ein Schmunzeln ihren Mund. Ihre Zähne waren vollzählig, standen aber etwas schief und hatten eine sehr leichte gelbliche Färbung. "Ok."

Wir betraten wieder die Bäckerei. Ich hatte noch beide Hände voll mit der Beute vom ersten Durchgang. Das Bezahlen würde in jedem Fall ein nicht gerade galanter Akt werden.

Die nächste Überraschung: Die mir unbekannte Verkäuferin lächelte die Frau an und begrüßte sie mit einem vertrauten "Oh, Hi, Sandra."

Sandra grüßte zurück "Hallo Mia." Ich meinte zu spüren, wie die beiden für den Bruchteil einer Sekunde zu mir herüberschielten und sich über einen mir nicht erschliessbaren Kommunikationskanal alle wichtigen Informationen über diese Situation austauschten.

"Den Salat ohne Brötchen?" fragte Mia Sandra. "Nein, nur den Smoothie, bitte." Mia fing an, frisches Obst in einen Pürator zu schieben.

Alles war jetzt irgendwie verschoben. Ich kannte die Bäckerei in- und auswendig. Salat oder Smoothies waren vorher niemals dort auf der Karte gewesen. Es hatte auch keinen Pürator gegeben. Ich schaute mich um. Statt der Bistrotische mit Marmorplatten und Barhockern mit Aluminiumbeinen sah ich Lümmelsofas mit Couchtischen. Das war nicht meine Bäckerei. Und ich war hoffnungslos overdressed hier.

Während Mia den Smoothie zubereitete, sagte sie beiläufig "der ist aufs Haus, Du hast noch was vom letzten Mal gut." Sandra nickte ihr dankend zu, und ich nahm zur Kenntnis, dass sich Sandra während meiner Inspektion des neuen Cafes wieder umgezogen haben mußte. Sie trug nun Designerjeans und ein Holzfällerhemd.

Wenn Mia diese Transformation zur Kenntnis genommen haben sollte, ließ sie sich nichts davon anmerken. Ich war komplett überrumpelt und ratlos. War ich in einem Traum gefangen, oder war in dem Kaffee von vorher irgendetwas drogenähnliches gewesen? K.O.-Tropfen? Ich spürte einen Anflug von Panik im tiefsten Inneren.

Sandra nahm den fertigen Smoothie und schlurfte ohne Eile aber zielstrebig auf eine freie Couch zu. Alle Couches waren frei. Wir drei waren die einzigen Personen in diesem Raum.

"Keine Sorge," sagte Sandra, "keine K.O. Tropfen. Auch keine kompromittierenden Bilder, mit denen ich sie erpressen würde. All solche Sachen sind nicht mein Stil. Sie werden auch mit all Ihren Wertsachen in bester Gesundheit diesen Platz verlassen. Wenn Sie wollen, jetzt sofort. Wenn Sie wollen, können Sie sich auch dazu setzen."

Sie hatte all meine Gedanken punktgenau gelesen und alle meine Ängste entkräftet. Ich setzte mich dazu.

"Ob ich Gedanken lesen kann?" fragte sie schmunzelnd. "Vielleicht ja, vielleicht nein. In diesem Fall aber nicht. Sie sind ein Mann und ich eine Frau. Das reicht."

"Möchten Sie auch etwas trinken?" fragte Mia von hinter den Tresen und ergänzte "geht auch auf uns."

"Einen Kaffee mit Milch, bitte" erwiderte ich. "Aber ich zahle selber, danke für das Angebot."

12Wie es weitergeht »


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RAc
Eselsohr


Beiträge: 412



BeitragVerfasst am: 04.10.2020 19:18    Titel: der Schluß! pdf-Datei Antworten mit Zitat

- II -

Nachdem wir beide den ersten Schluck unserer jeweiligen Getränke getrunken hatte, eröffnete Sandra: "Die Frau, die mir Geld gegeben hat. Das war kein Almosen. Sie war eine Kundin, und das Geld war die vereinbarte Zahlung für meine Dienstleistung."

Ich befürchtete ernsthaft, dass meine Augäpfel aus den Höhlen fallen und unter den Heizkörper rollen würden. Ich hatte nicht die geringste Ahnung, was hier passierte und wo es hingehen sollte.

Sandra reichte mir den Kaffeebecher, in den die Frau das Geld geworfen hatte. Eine einzelne Münze lag auf dem Boden. Ich hatte so eine Münze vorher noch nie gesehen. Sie sah aus wie frisch aus der Prägeanstalt, funkelnd und strahlend gold blitzend.

"Darf ich sie mir ansehen?" Fragte ich, und das war eine ernsthaft gemeinte Frage, denn ich mochte Geld. In allen Erscheinungsformen. Schon immer.

Sandra nickte beiläufig. "Bitcoins," sagte sie, meiner Frage vorauseilend. "Genau 1/25,9902."

Bitcoins? So langsam fing es an, absurd zu werden. Ich hätte einfliegende Eulen erwartet, vielleicht sogar Werwölfe, aber das war zu viel. Wenigstens waren wir jetzt wieder auf festerem Grund, denn mit Geld kenne ich mich aus.

"Bitcoins als Münzen kann es nicht geben, das widerspricht ihrer Natur. Sie sind virtuelles Geld," erwiderte ich trotzig und sah mir die Münze genauer an. Auf der Vorderseite war deutlich lesbar eingeprägt "0,034876" gefolgt von einem großen B mit zwei senkrechten Strichen durch den Buchstaben. Auf der Rückseite etwas, das wie ein QR-Code aussah.

"Vor mir aus," erwiderte Sandra schulterzuckend. "Für mich funktioniert es jedenfalls." Aus einer scheinbar aus dem Nichts materialisierten Handtasche entnahm sie ein Smartphone, entsperrte es, drückte ein paar Tasten auf dem touch und legte es auf den Tisch vor sich. Dann legte sie die Münze mit der Rückseite auf das Display und lehnte sich zurück.

Ich starrte wie gebannt auf das Telefon, das surrende Geräusche machte. Nach ein paar Sekunden leuchtete das Display grün auf, und eine automatische Stimme verkündete "payment accepted." Währenddessen schienen sich das Display und die Münze aufzulösen und eins zu werden - die Münze floss sozusagen in das Display ab, das für einen Moment einen kleinen Buckel wie einen vollen Magen entwickelte, nach vollendeter Absorption aber wieder völlig glatt wurde. Erstaunlicherweise machte es keinen Rülpser.

Als das Spektakel vorbei war, wandte sich mein Blick wieder Sandra zu. Sie war nun eine makellose Geschäftsfrau in einem schicken und picobello sitzenden, zweifellos sündhaft teurem Blazer. Sie hatte die Ellenbogen auf den Tisch gestützt, das Kinn ruhte in den ineinander gefalteten Händen, und sie sah mich mit so voller Konzentration und Aufmerksamkeit an, dass ich mich unwohl fühlte. Ihr angespannter Blick löste sich in einem strahlenden Lächeln auf, das einen unverhüllten Blick auf ihre perfekten strahlend weiße Zähne erlaubte.

Ich rang nach Worten. Irgendwie wollte, nein musste ich wieder die Kontrolle über das Gespräch übernehmen.

"In welchem, uhm, Geschäftsbereich sind sie denn tätig? Wie darf ich sie übrigens adressieren?" fragte ich Sandra, in die Routine der Geschäftsfloskeln zurückfallend. Wieder festerer Grund.

"Sie dürfen mich Sandra nennen, aber bitte das 'Sie' benutzen. Ich bin da etwas konservativ." antwortete Sandra. "Ich erfülle Wünsche."

"Aha, Sie sind also so eine Art Lieferando? Oder eher ein traditioneller Flaschengeist?"

"Eher das Zweitere. Ich verstehe mich als Schicksalsbrokerin. Ich könnte auch materielle Wünsche erfüllen, aber das wäre kein guter deal für Sie. Zu teuer. Wenn Sie zum Beispiel ein Sandwich wollten," (sie hatte schon wieder meine Gedanken erraten) "würde ich Sie eher an Mia verweisen. Ihr Lachskanapee an Avocadobutter auf glutenfreiem Brot ist ein Traum."

"Ok," erwiderte ich. Eine Denksportaufgabe. Einkreisen. Rhetorische Taktiken, die ich verinnerlicht hatte. "Also nehmen wir an, ich würde mir wünschen, dass Donald Trump bekehrt wird, als Mönch in ein abgelegenes Kloster zieht und das Präsidentenamt an eine afro-amerikanische Lesbierin übergibt. Könnten Sie das machen?"

Sandra lachte ein absolut unwiderstehliches Lachen, das tief aus dem Bauch kam. "Klasse, Herr Schneiderhans," sagte sie prustend (woher wusste sie, wer ich bin?), "genau meine Art von Humor. Leider wird das nicht gehen, weil ein anderer Kunde bei einem (sie schmunzelte bei der Äußerung dieses Wortes) Mitbewerber genau das Gegenteil gewünscht haben, und offensichtlich können nicht ein Wunsch und sein genaues Gegenteil gleichzeitig erfüllt werden."

"Ja, Hm, klar. Macht Sinn. Aber wer entscheidet dann, wer von Beiden den Zuschlag bekommt? Der Preis?"

"First Come, First Serve. Das ist der Charme an dem Geschäftsmodell: Es gibt für jedes Wunschziel genau eine Münze. Wer sie zuerst abschürft, hat den Anspruch auf das Wunschziel. Wenn Sie also als Ex den Ehemann ihrer Frau zum Teufel wünschen würden und dafür bezahlen, ist sein Schicksal besiegelt, und ihre Frau könnte nun nicht mehr für ihn und sie ein Paradies auf Erden erwünschen."

Ach so. "Ach so," erwiderte ich. "Macht Sinn." Ich dachte kurz darüber nach. Es entstehen eine Menge logischer Grenzfälle aus diesem System. Was zum Beispiel, wenn zwei Wünsche sich nicht vollständig überlappen, also zumindest Teile von ihnen gleichzeitig erfüllbar wären, oder...

"Gute Frage!" schallte es aus ihr heraus. Sie hatte schon wieder meine Gedanken gelesen! "In der Praxis sind solche Fälle erstaunlich selten. Was dann passiert, ist dass wir Ihnen ein modifiziertes Angebot machen. Transparenz rulez!"

"Hm. Was sind denn so typische Wünsche, die ihnen da unterbreitet werden?"

"Das kann man recht gradlinig an den Geschlechtergrenzen umbrechen," führte Sandra aus. "Männer wollen normalerweise einen Geschäftserfolg oder einen sportlichen Erfolg ihrer Lieblingsmannschaft, manchmal das Verschwinden eines Hassobjektes. Frauen wollen in der Regel Gutes für Verwandte oder Bekannte. Oder seltener schlechtes für Feindinnen."

"Aha. Gibt es einen Pferdefuß bei der Sache? Was wäre mein Risiko als ihr Kunde?"

"Praktisch keins," erwiderte Sandra. "Wir machen ihnen ein Angebot für ihren Wunsch, und es ist ihre Aufgabe, die Bitcoinmünzen dafür zu schürfen. Finden Sie sie nicht, entstehen ihnen keinerlei Kosten und Nachteile - außer dass sie dann davon ausgehen müssten, dass Ihr Wunsch unerfüllbar ist."

Dann verdunkelte sich Ihr Blick für einen kurzen Moment. "Die einzige Situation, die Sie vermeiden sollten ist, am Schürfen das Interesse zu verlieren." Der Blick in ihre Augen in dem Moment war nicht angenehm.

Diesmal wartete sie nicht auf einen Prompt und fuhr fort: "Wenn die Münzen für eine gewisse Zeit in der Welt herumliegen, ohne geschürft zu werden... dann werden auch anderen darauf aufmerksam. Das ist wie in der Wildnis. Wenn irgendwas leckeres in der Steppe liegt, halten sich die Hyänen so lange zurück, wie die Löwen ein Auge darauf haben. Liegt es unbeachtet herum, kommen die Verwerter."

Ich versuchte, das Gleichnis umzusetzen. "Also nehmen wir an, ich würde Sie damit beauftragen, den Wunsch um die Gesundheit meiner Familie umzusetzen. Dann würde diese, uhm, Münze, von der die Gesundheit abhängt..."

"...sie wäre einigermaßen sicher, solange Sie, Herr Schneiderhans, dahinter her sind, sie zu mir zur Auswertung zu bringen. Würden Sie das Interesse daran verlieren, wäre die Münze immer noch da, aber sie wäre in Gefahr, von jedem eingesammelt zu werden, der damit machen wollte, was er will."

"Also wer immer die Münze hätte, hat die Gewalt über das Schicksal meiner Familie?..."

"Mehr oder Weniger, aber in erster Näherung ist es so. Es gibt nicht Wenige wie ich, die wissen, wie man daraus Kapital schlagen kann, aber wie überall gibt es Solche und Solche. Es gibt ein paar, uhm, Kollegen, den würde ich Niemandes Schicksal in die Hand legen. Nicht das meiner ärgsten Feinde... Sie können mir glauben oder nicht, aber ich habe eine Berufsethik. Sobald ich eine Münze habe, tue ich genau das damit, womit ich beauftragt wurde, selbst wenn es mir widerstrebt. Andere sind nicht so konsequent. Manchen gefällt es, mit den an die Münzen gekoppelten Menschen zu machen, woran sie Spaß haben. Andere interpretieren die Wünsche ihrer Kunden freier oder modifizieren sie an Hand der eigenen Wertvorstellungen."

Mir wurde schummerig im Kopf. Ich dachte an all die vielen Dinge in meinem Umfeld, von denen ich bislang immer gedacht hatte, dass sie sich zufällig so gefügt haben, wie sie sich gefügt haben. Und an die Glückspilze und Pechvögel, die möglicherweise nichts davon waren, sondern einfach nur Wunschobjekte von mehr oder weniger wohlwollenden ... Auftraggebern?... Ich schloss die Augen.

Das war ein Fehler, oder vielleicht auch nicht. So schlecht war die neue Umgebung nicht, als ich die Augen wieder öffnete. Sandra hatte sich fast nicht verändert, trug nur zum Geschäftsoutfit passenden Schmuck. Mia hingegen trug nun eine makellose weiße Bluse unter einer mit einem Hotellogo bestickten Weste, als sie uns Prosecco servierte. Ihre vorher etwas wild aussehenden Haare waren einem perfekt sitzenden Pagenkopf gewichen. Wir waren in der Businesssuite eines Fünf-Sterne-Hotels, ähnlich wie das, in dem meine Chefs zwei Tage später versuchen würden, eine mittelständische Firma zu einer völlig unnötigen Neuinvestition zu überreden. Und ich war hoffnungslos underdressed.

"Kann man das irgendwie verhindern, dass sich Jemand an mir oder an meiner Familie etwas wünscht?" wollte ich wissen.

Sandras Mund verzog sich zu einem breiten Grinsen. "Ist das Ihr Wunsch?" fragte sie.

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wohe
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BeitragVerfasst am: 04.10.2020 20:21    Titel: Antworten mit Zitat

Das mit dem Schürfen habe ich nicht so recht verstanden. Ich interpretiere es als "Suchen", dann wird was draus.
Ansonsten Banalitäten (groß - klein ("schlechtes" etc), ein überflüssiges "an" bei "an mir oder an meiner Familie").
Insgesamt sehr spannend, in sich schlüssig und in den Details auf einander abgestimmt, ohne Schwäche.
Wow!

MfG Wohe
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RAc
Eselsohr


Beiträge: 412



BeitragVerfasst am: 04.10.2020 20:54    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

wohe hat Folgendes geschrieben:
Das mit dem Schürfen habe ich nicht so recht verstanden. Ich interpretiere es als "Suchen", dann wird was draus.


Hallo Wohe,

schönen Dank für dein feedback, hat mich sehr gefreut!

Ja, die Groß- und Kleinschreibung und ich... da wird wohl nix mehr draus... Sad

Nur zur Erklärung: "Schürfen" ist ein feststehender Begriff aus der Kryptowährungswelt, aus der auch die Bitcoins kommen. Es ist ein rein virtueller Vorgang, der von Algorithmen erledigt wird. In einer Nussschale geht es darum, dass "frisches Cybergeld" umso schwerer zu berechnen ist, je mehr im Umlauf ist (das liegt an der unterliegenden Blockchain Technologie, da alle Transaktionen miteinander verkettet werden, die Kette also mit der Zeit immer länger und komplexer wird). Wer genügend Rechenpower hat, um so frisches Geld ans Tageslicht zu holen, muß sich wie ein Goldsucher beim Freilegen einer Goldader fühlen, daher wohl der Begriff.

Da Bitcoins (wie der Prota bemerkt) in einer "physikalischen Manifestation" unmöglich sind, das "Schürfen" aber per Defintion ein Prozeß ist, der nur auf dem virtuellen Geld funktioniert, ist das "Schürfen materieller Bitcoins" ein Parodoxon im Parodoxon. Aber da in der Geschichte das Erstere, eigentlich unmöglich, möglich ist, muß es in der Geschichte also einen Weg geben, diese Münzen zu "schürfen". Das Gedankenexperiment, die digitale und "reale" Welt schlüssig miteinander zu verschmelzen, ist für mich sehr spannend. "Schalten Sie auch nächste Woche wieder ein, wenn Sie wissen wollen, wie es weiter geht..." Laughing
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wohe
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BeitragVerfasst am: 05.10.2020 07:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo RAc,

Danke für die Info. Das ist hohe Wissenschaft - für mich..

Zitat:
Schalten Sie auch nächste Woche wieder ein, wenn Sie wissen wollen, wie es weiter geht

Wird gemacht.

MfG
Wohe
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marinaheartsnyc
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Beiträge: 42



BeitragVerfasst am: 05.10.2020 10:24    Titel: Re: Brot und Spiele Antworten mit Zitat

Hallo RAc,

nachdem du meine Texte so wohlwollend kommentiert hast, war ich jetzt ganz neugierig, auch mal was von dir zu lesen. Zuerst: Ich finde die Story richtig gut und einen interessanten Denkansatz! Und es liest sich auf jeden Fall flüssig und unterhaltsam. Zwei Anmerkungen hätte ich allerdings:
Die ersten drei Absätze braucht der Text meiner Meinung nach nicht wirklich, irgendwie wird da einfach viel Information abgeladen, die es etwas schwer macht, in den Text zu kommen. Ich glaube, du könntest das in ein oder zwei Sätzen weiter hinten noch einbauen, aber prinzipiell war ich erst ab dem 4. Absatz so richtig im Text drin.
Und zweitens: Ab und an könntest du den Text noch ein bisschen straffen, indem du ein paar Adverbien/Adjektive etc. streichst. Habe mal ein paar Beispiele in dem folgenden Absatz markiert, die meiner Meinung nach rausfliegen könnten:

RAc hat Folgendes geschrieben:

Während Mia den Smoothie zubereitete, sagte sie beiläufig "der ist aufs Haus, Du hast noch was vom letzten Mal gut." Sandra nickte ihr dankend zu, und ich nahm zur Kenntnis, dass sich Sandra während meiner Inspektion des neuen Cafes wieder umgezogen haben mußte. Sie trug nun Designerjeans und ein Holzfällerhemd.

Wenn Mia diese Transformation zur Kenntnis genommen haben sollte, ließ sie sich nichts davon anmerken. Ich war komplett überrumpelt und ratlos. War ich in einem Traum gefangen, oder war in dem Kaffee von vorher irgendetwas drogenähnliches gewesen? K.O.-Tropfen? Ich spürte einen Anflug von Panik im tiefsten Inneren.

Sandra nahm den fertigen Smoothie und schlurfte ohne Eile aber - "schlurfen" impliziert ja eigentlich schon "ohne Eile" zielstrebig auf eine freie Couch zu. Alle Couches waren frei. Auch hier: Wenn sie die einzigen Menschen im Raum sind, ist eh klar, dass die Sofas alle frei sind. Wir drei waren die einzigen Personen in diesem Raum.

"Keine Sorge," sagte Sandra, "keine K.O. Tropfen. Auch keine kompromittierenden Bilder, mit denen ich sie erpressen würde. All solche Sachen sind nicht mein Stil. Sie werden auch mit all Ihren Wertsachen in bester Gesundheit diesen Platz verlassen. Wenn Sie wollen, jetzt sofort. Wenn Sie wollen, können Sie sich auch dazu setzen."

Sie hatte all meine Gedanken punktgenau gelesen und alle meine Ängste entkräftet. Ich setzte mich dazu.

"Ob ich Gedanken lesen kann?" fragte sie schmunzelnd. "Vielleicht ja, vielleicht nein. In diesem Fall aber nicht. Sie sind ein Mann und ich eine Frau. Das reicht."

"Möchten Sie auch etwas trinken?" fragte Mia von hinter den Tresen und ergänzte "geht auch auf uns."

"Einen Kaffee mit Milch, bitte" erwiderte ich. "Aber ich zahle selber, danke für das Angebot."


Aber das sind nur Kleinigkeiten, insgesamt habe ich deinen Text gerne gelesen!

Viele Grüße
Marina


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Yesterday I was clever, so I wanted to change the world. Today I am wise, so I am changing myself.

- Rumi
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RAc
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BeitragVerfasst am: 05.10.2020 11:03    Titel: Re: Brot und Spiele pdf-Datei Antworten mit Zitat

marinaheartsnyc hat Folgendes geschrieben:
Hallo RAc,
 
Die ersten drei Absätze braucht der Text meiner Meinung nach nicht wirklich, irgendwie wird da einfach viel Information abgeladen, die es etwas schwer macht, in den Text zu kommen. Ich glaube, du könntest das in ein oder zwei Sätzen weiter hinten noch einbauen, aber prinzipiell war ich erst ab dem 4. Absatz so richtig im Text drin.
Und zweitens: Ab und an könntest du den Text noch ein bisschen straffen, indem du ein paar Adverbien/Adjektive etc. streichst. Habe mal ein paar Beispiele in dem folgenden Absatz markiert, die meiner Meinung nach rausfliegen könnten:

Viele Grüße
Marina


Hallo Marina,

auch an Dich ganz herzlichen Dank für das feedback und die sehr konstruktiven und hilfreichen Anmerkungen! Speziell das mit dem Straffen ist en point: Die wichtigste (aber auch schmerzhafteste) Phase beim Einreichen von Wettbewerbstexten war für mich immer der Kampf um die Einhaltung des Wortlimits. Wenn man sich mit jedem Wort einzeln auseinander setzen muß, versteht man erst, welche Worte es braucht und welche nicht. Sollte ich mir unbedingt auch für die "außer Konkurrenz" Texte in den workflow einbauen...

Danke nochmal, das sind wirklich nützliche Hinweise!
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Balnoj
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BeitragVerfasst am: 13.10.2020 08:00    Titel: ich wollts nicht lesen... Antworten mit Zitat

der Anfang kam mir so schwer vor, dachte es liegt an meinem müden Start heute...

Aber als die Frau die Brezel zurück gab, wurde es interessant. Vielleicht wirklich den Anfang kürzen?

Was mir noch auffiel;

Nach der Pferdefuß-Frage schreibst du "ihre" klein. Fürs Siezen müsste es groß smile

und das Schürfen habe ich ebenfalls nicht verstanden. An sich klingt die Idee mit den Münzen sehr kreativ-interessant. Tatsächlich frage ich mich, ob es digital oder in der Realität abläuft.

Den Trumpwitz fand ich nur bedingt lustig. Irgendwie fehlt da eine knackige Poente.


Ansonsten schreibst du ganz gut. Die Atmosphäre hat was von Cafe am Rande der Welt - ebenso ein Kompliment smile


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RAc
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BeitragVerfasst am: 13.10.2020 11:41    Titel: Re: ich wollts nicht lesen... pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Balnoj,

erstmal natürlich auch an Dich herzlichen Dank fürs  Lesen und Antworten!  Smile

Balnoj hat Folgendes geschrieben:
der Anfang kam mir so schwer vor, dachte es liegt an meinem müden Start heute...

Aber als die Frau die Brezel zurück gab, wurde es interessant. Vielleicht wirklich den Anfang kürzen?



jep, das deckt sich mit Marinas Beobachtung... ist auf der Liste!

Balnoj hat Folgendes geschrieben:


Was mir noch auffiel;

Nach der Pferdefuß-Frage schreibst du "ihre" klein. Fürs Siezen müsste es groß smile



Ja, ich und die Gross- und Kleinschreibung... never ending story. Liegt vermutlich daran, dass ich nach einem Amerikanistikstudium ein paar Jahre professionell auf Englisch geschrieben habe.

Balnoj hat Folgendes geschrieben:


und das Schürfen habe ich ebenfalls nicht verstanden. An sich klingt die Idee mit den Münzen sehr kreativ-interessant. Tatsächlich frage ich mich, ob es digital oder in der Realität abläuft.



Ja, da wird es vermutlich noch ein paar Jahre dauern, bis diese lingo in die "Mugglesprache" Aufnahme findet (so wie "surfen."). NB: Obwohl ich in der Branche zu Haue bin (IT, aber nicht direkt Kryptowährungen), wäre es Teil meiner persönlichen Utopie, wenn genau das (= jeder kennt den Begriff) in diesem Fall NICHT passiert, aber das nur am Rande.

Balnoj hat Folgendes geschrieben:


Den Trumpwitz fand ich nur bedingt lustig. Irgendwie fehlt da eine knackige Poente.



Ok, der war an der Stelle natürlich unnötig, ich brauchte nur einen völlig absurden und in der Praxis niemals umsetzbaren Wunsch, da hätte es auch vieles Anderes getan. Sarkasmus hilft manchmal dabei, mit dem Absurdität der Realität fertig zu werden...

Balnoj hat Folgendes geschrieben:


Ansonsten schreibst du ganz gut. Die Atmosphäre hat was von Cafe am Rande der Welt - ebenso ein Kompliment smile


Vielen Dank, freut mich sehr - solche Komplimente liest man(n) natürlich sehr gerne... Leider sind deine stories so gar nicht mein Beuteschema, deswegen habe ich Dich noch gar nicht auf meinem eigenen Leseradar gehabt.

Danke nochmal!
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Balnoj
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BeitragVerfasst am: 13.10.2020 13:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hey du,

dann behalt mich vorerst auf dem Leserader. Arbeite an einer Kurzgeschichte, die dem Genre deiner ähnlich sein sollte. "Kleiner Junge ist Reinkarnation von jemanden und trifft dessen Sohn."

oder auch nicht - geben und nehmen kann ja auch zwischen vielen untereinander passieren smile


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holg
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Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 14.10.2020 11:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo RAc.

Die Geschichte gefällt mir gut. Das Setting passt. Die unterschwellige Bedrohlichkeit des Ganzen, die sich schön im Unbehagen es Protas zeigt, finde ich gut dargestellt. Es gibt phantastische Elemente, du schilderst eine magische/technische Wunschutopie. Warum glaubst du, hätte sie nicht in den Wettbewerb gepasst?


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RAc
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BeitragVerfasst am: 14.10.2020 12:06    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

holg hat Folgendes geschrieben:
Hallo RAc.

Die Geschichte gefällt mir gut. Das Setting passt. Die unterschwellige Bedrohlichkeit des Ganzen, die sich schön im Unbehagen es Protas zeigt, finde ich gut dargestellt. Es gibt phantastische Elemente, du schilderst eine magische/technische Wunschutopie. Warum glaubst du, hätte sie nicht in den Wettbewerb gepasst?


Hallo holg,

vielen Dank, dein feedback freut mich sehr!

Nach Allem was ich beurteilen kann ist keine der Vorgaben in meiner Geschichte erfüllt: Kein Unfall, keine Verfolgungsjagd oder komplette Bewegungslosigkeit am Anfang, kein Licht als zentrales Element...

Die Idee kam mir in der Phase zwischen der ersten Ankündigung von Michel und der Veröffentlichung der Vorgaben; ich hatte im Hinterkopf gehofft, dass ich im Zweifelsfall die Geschichte ein bisschen Verbiegen könnte, um sie wettbewerbstauglich zu machen. War aber nicht.

Ich habe dann angefangen, etwas Neues zu schreiben, das mit den Vorgaben verträglicher ist, aber leider ist auch das nach der Konkretisierung der Vorgaben durchgefallen. Bislang ist mir noch nichts eingefallen, was auch die strikteren Vorgaben erfüllen würde; vielleicht kommt es ja noch Sonntag um 4.

Das ist jetzt aber keine Beschwerde oder Rumheulerei; Vorgaben sind eben Vorgaben, und ich kann ja jederzeit Alles was mir in den Sinn kommt in die Werkstatt stellen.

Wie schon gesagt freue ich mich auch als Nichtteilnehmer auf den Wettbewerb und kann dann die anderen Beiträge um so unbefangener lesen und rezensieren. Hat ja auch was! Laughing
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holg
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Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 14.10.2020 12:29    Titel: Antworten mit Zitat

Oje.
Da hab ich einen gedanklichen Kurzschluss gehabt. Ich dachte, du meintest den "Was Wäre Wenn" von früher im Jahr.

Ja, für den jetzigen passt die Geschichte auch nach meiner Einschätzung nicht.

Ich mag sie aber, wie sie sich so ganz ruhig und gemächlich entwickelt. Im letzten Drittel wird sehr viel in Dialogen erklärt. Da könntest du mMn idealerweise evtl. ein wenig mehr ins Narrative gehen, andererseits wüsste ich auch nicht, wie das clever zu lösen wäre, ohne die Story wirklich riesig aufzublähen.

Ne, passt schon so.


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