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Die verschlossene Tür


 

 
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Natalie2210
Geschlecht:weiblichLeseratte

Alter: 34
Beiträge: 103



BeitragVerfasst am: 26.09.2020 20:24    Titel: Die verschlossene Tür eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo,

ich hab mich einmal an einer Kurzgeschichte versucht. Eigentlich, weil ich eine Ausschreibung zum Thema "Humorvolle Kurzgeschichten am stillen Örtchen" gesehen hatte, aber dafür ist die Geschichte (deutlich) zu lang. Also poste ich sie hier als Fingerübung. Viel Spaß, und bin schon neugierig auf Kritik.

Die verschlossene Tür

Was ist das? Eine verschlossene Tür! Himmel Herrgott Sakrament, hat er denn nichts gelernt? In diesem Haushalt haben die Türen offen zu stehen. Sapperlot noch eins! Das werde ich gleich melden.
Oh, ein ordentliches Platschen. Da geht es heute ums ganz große Geschäft, wie? Ich werde nie verstehen, warum er sich dazu in ein winziges Kämmerchen zurückzieht. Da lässt er alles ins Wasser plumpsen, und wischt sich den Allerwertesten mit Papier ab. Ist ja widerlich. Unsereins löst das deutlich eleganter. Abgeschüttelt, zugescharrt. Da lob ich mir doch meinen Garten.
Das Papier ist allerdings lustig. Einmal hab ich es abgerollt. Das hat Spaß gemacht! Um dann ein anständiges Schläfchen darauf zu halten, muss man es natürlich noch zerkleinern. Schön weich soll es sein,man will ja darauf liegen.
Herrchen, den Namen hat er sich selbst gegeben. Wenn es ihm gefällt, sich so zu bezeichnen, von mir aus. Zumindest hat er die Verniedlichungsform verwendet. Ist doch klar, dass ich hier das Sagen habe.
Passiert hier noch immer nichts? Na dann, Krallen raus. Die hab ich heute sowieso noch nicht gepflegt. Die Türdichtung ist neu, oder? Sie glänzt so schön weiß. Richtig, die hat er letzte Woche getauscht. Das wurde auch hohe Zeit, das Gummi hing schon in Fetzen. Jungfräuliches Terrain also. Dann mal los, und Krach macht es auch.
Na, endlich tut sich was. Hat ja lang genug gedauert. Schön aufmachen, wie es sich gehört, Kater will hinein.
Um Himmels willen. Nach Rosen riecht es hier ja nicht. Ich stecke mal meine Nase hinein. Urgh. Nein, das geht gar nicht. Mein lieber Schwan. Warum geht er nicht ins Freie dafür? Das hätte nur Vorteile.
Ich dreh ihm dann mal mein Hinterteil zu. Man muss schon Präsenz zeigen. Aber ganz bringen mich keine zehn Pferde da hinein.
Jetzt schnell weg hier. Der Gestank verpestet ja noch das ganze Haus. Da muss er ordentlich lüften, und zwar flott. Mein Essen hat in einer Stunde dazustehen. Pünktlich.

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CIPO86
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 34
Beiträge: 212



BeitragVerfasst am: 26.09.2020 20:45    Titel: Antworten mit Zitat

Finde ich amüsant, an zwei Stellen bin ich hängengeblieben.

Zitat:
Das wurde auch hohe Zeit,

... höchste Zeit ...

Zitat:
Schön aufmachen, wie es sich gehört, Kater will hinein.

Ich glaube eher weniger, dass sich ein Kater selbst „Kater nennt“.
Außerdem reduziert du damit ein klein wenig den Witz der Geschichte, weil du dem Leser nicht zutraust, spätestens bis dahin zu erkannt zu haben, wer da spricht. Es wäre sogar zu überlegen, ob man „Herrchen“ nicht direkt nennt, sondern umschreibt.

Ansonsten heißt es imho „der Gummi“, nicht „das Gummi“.

Zitat:
Was ist das? Eine verschlossene Tür! Himmel Herrgott Sakrament, hat er denn nichts gelernt?

Vielleicht könnte die Tür nur angelehnt statt verschlossen sein. Denn wenn sie immer zu ist, sie es hier suggeriert werden könnte (Herrchen hat nicht gelernt), kann der Kater ja nicht wissen, was genau sich während des Vorgangs abspielt.
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Mogmeier
Geschlecht:männlichGrobspalter

Moderator
Alter: 47
Beiträge: 2202
Wohnort: Reutlingen


BeitragVerfasst am: 26.09.2020 22:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Natalie,

die Idee ist nicht schlecht. Für so etwas bin ich immer zu haben! smile

Egal ob diese Geschichte, warum auch immer, zu lang für die Ausschreibung sei und deswegen nun nicht mehr für eben diese Ausschreibung infrage kommt, das spielt ja jetzt keine Rolle mehr. Man hätte also den Text daher viel weiter ausbauen, will sagen, in diesen Text noch mehr Authentizität reinbringen können – so in Richtung freies Sprechen, das hier ja schon gut durchkommt, aber ich denke, dass da noch mehr gehen könnte bezüglich eines typisch katzenmäßigen Gehabes, das sich eben dann auch im Sprachgefüge/Sprachbild der Katze bemerkbar macht. Ich meine, du hättest dabei Gelegenheit gehabt, das typisch Stereotype einer Katze und den damit verbundenen Klischees, dir zum Vorteil zu machen – dies aber weniger durch die Handlungsweise der Katze dargestellt, sondern mehr auf ihre Sprechweise gemünzt.
Hierbei sei dann natürlich das Alter einer Katze zu berücksichtigen, denn so ein Katzenkind, das verspielt und verschmust am Herumwuseln ist, würde anders über dieselbe Ge- oder Begebenheit sprechen als eine Katze im „Rentenalter“, die mürrisch jeden Stammplatz als den alleinig ihren ansieht, so nach dem Motto: »Geh weg! Das ist mein Platz. – Und lass mich gefälligst in Ruhe!«

Viele Grüße
Mog


_________________
»Nichtstun ist besser, als mit viel Mühe nichts schaffen.«
Laotse
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Westmonster
Schmierfink


Beiträge: 68



BeitragVerfasst am: 27.09.2020 11:48    Titel: Antworten mit Zitat

smile Ach ja, sehr schön, geht es also nicht nur mir so! Als Katzenbesitzer erkennt man gleich in der ersten Zeile, wer einem hier gerade die neueste Weisheit in einem vorverdauten Päckchen vor die Füße würgt. smile extra

Der abgehackte Sprechstil unterstreicht für mich durchaus das Witzige der Geschichte, aber: nur bei den entnervten Einwürfen wie "Mein lieber Schwan" oder "Ist ja widerlich" finde ich das Kurze passend, im restlichen Text hätte ich eine schwülstigere Ausdrucksweise mit längeren Sätzen erwartet. Ich habe hier eine elegante, alteingesessene, wahrscheinlich entweder glänzend schwarze oder gepflegt langhaarige Katze vor Augen, und deren Sprechweise operiert in meiner Erwartung eher mit Haupt- und Nebensätzen und komplizierten Satzzeichen als mit einer Aneinanderreihung von Hauptsätzen.
Auch die vielen Themawechsel haben mich ein bisschen irritiert, weil sie so Schlag auf Schlag kommen und zu keinem Schluss finden. Ich glaube aber, dass da einiges Potenzial für eine längere Abhandlung über diesen Katzentag drinsteckt, die ich interessiert lesen würde.

Aber wie du schon merkst: Bilder im Kopf sind erzeugt, der Protagonist hat ein Gesicht. Schön! ^^


_________________
Many Things in Life will Catch your Eye.
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Natalie2210
Geschlecht:weiblichLeseratte

Alter: 34
Beiträge: 103



BeitragVerfasst am: 27.09.2020 20:25    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo!

Vielen Dank für eure Rückmeldungen!

Zitat:
Als Katzenbesitzer erkennt man gleich in der ersten Zeile, wer einem hier gerade die neueste Weisheit in einem vorverdauten Päckchen vor die Füße würgt.


Das freut mich sehr, und es unterstreicht deine Kommentare, CIPO86. Dann kann ich das "Kater" weglassen und "Herrchen" umschreiben.

Meine beiden Kater sind vier Jahre alt, also nicht mehr ganz so tollpatschig wie junge Kätzchen, aber durchaus noch verspielt. Ich hatte die beiden im Sinn, als ich es geschrieben habe Smile Die Anmerkungen zum Alter ("Hat Herrchen in vier Jahren noch nichts gelernt?") ist dann bei der Überarbeitung herausgefallen, das war vielleicht ein Fehler.

Danke!

lg,
Natalie
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