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Elbenkönigin1980
Klammeraffe


Beiträge: 509
Wohnort: Trier


BeitragVerfasst am: 20.09.2020 22:32    Titel: Antworten mit Zitat

Natalie2210 hat Folgendes geschrieben:
Hallo!

Wichtig ist meine Geschichte mit Sicherheit nicht, da schließe ich meinen Vorposterinnen Maunzilla und Elbenkönigin an.

Wenn sie jemals publiziert wird, soll sie unterhalten. Nicht mehr, und nicht weniger.

Ich denke allerdings, dass sie originell ist. Nicht in dein einzelnen Szenen, die gab es schon oft - aber in der Zusammensetzung und Aneinanderreihung. Ich schreibe ein Buch, das ich selbst gerne gelesen hätte. Aber dadurch, dass ich das Privileg habe, es zu schreiben, bin ich soviel tiefer drinnen, als es nur zu lesen. Und ich kann meine Ansichten, meine Beobachtungen und meine Erfahrungen bis zu einem gewissen Grad einarbeiten. Damit wird es für mich wichtig, es ist mein persönlicher Schatz.  

lg,
Natalie


Da geht es mir ganz genauso wie dir....beim Schreiben bin ich viel intensiver in einer Geschichte drin, als wenn ich nur eine Geschichte lese, das Schreiben ist ein ganz besonderes, intensives Erleben, das der Leser niemals so tief spüren wird wie der Autor.
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Abari
Geschlecht:männlichAlla breve

Alter: 39
Beiträge: 1116
Wohnort: ich-jetzt-hier


BeitragVerfasst am: 20.09.2020 23:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hey,

ich lese "wichtig" mal als "relevant". Wenn meine Worte das nicht wären, dann bräuchte ich mich nicht zu bemühen und sie wären das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. Ich meine damit nicht, dass ich weltverändernde Texte schreiben würde; das haben Andere - also die Leser - zu entscheiden. Ihnen traue ich alles zu, einschließlich, von meinen Worten zutiefst angerührt zu werden. Ich habe einen Kanon von etwa 1000 fremden Texten aktiv und passiv im Kopf, die so wichtig für mich sind, dass sie in einigen Fällen mir das Leben gerettet haben. Wenn das nicht relevante Leserberührung ist, weiß ich auch nicht.

Ich schrieb nahezu zweieinhalb Jahrzehnte nur "für mich" und einen sehr, sehr kleinen Kreis. Dann kam der Durchbruch im Kopf und ich dachte mir: Öffne Dich einer größeren Leserschaft und tritt ins Licht der Öffentlichkeit. Das hat meine Beziehung zum Schreiben nur insoweit verändert, alsdass ich die Messlatte höher gelegt habe; vor allem im Handwerklichen. Ich schreibe heute zwar immer noch "für mich", aber der Ansporn ist größer. Ich mag das Ausbrüten von Texten, ihre Erstfassung hervorzubringen und schließlich sie so weit zu bearbeiten, bis sie eine Form erreicht haben, die mich zufrieden stellt. Die Leserschaft ist mir relativ egal geblieben; allein, es (be-)rührt mich zu bemerken, wieviele Menschen ich zu erreichen vermag und wie groß die Deutungsspielräume sind. Wenn ich etwas zum Klingen bringe, ist mir schon viel geholfen.

Im Übrigen finde ich es heikel, darüber zu spekulieren, was ein anderer Mensch - insbesondere wenn die Quellenlage so mager ist, wie beispielsweise bei erwähntem Shakespeare - gefühlt und gedacht haben mag. Es gibt nur einen nachweislichen Fall, wo ein Künstler seine eigene Relevanz für nachfolgende Generationen in Frage gestellt hat, und das war nun ausgerechnet J. S. Bach. Ansonsten wissen wir nur, wie sehr die Damen und Herren der Künste ihre Arbeit geliebt haben und wie wichtig ihnen das Handwerkliche war. Seit der Einführung des Geniegedankens hat die Sehnsucht nach Letzterem allgemein immer mehr abgenommen, bis bei vielen Menschen das übrig blieb, was wir heute oft mals in "schlichteren" Werken vorfinden, aber was gerade viele Leser anspricht. Ich will das nicht werten, nur festhalten. Natürlich können wir uns irren, was den modernen Kanon betrifft. Aber einen großen Geist erkennt man eben doch, weil er Wirkmacht hat.


_________________
Das zeigt Dir lediglich meine persönliche, höchst subjektive Meinung.
Ich mache (mir) bewusst, damit ich bewusst machen kann.

LG
Abari
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Constantine
Geschlecht:männlichExposéadler


Beiträge: 2913

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 21.09.2020 11:39    Titel: Antworten mit Zitat

Abari hat Folgendes geschrieben:
Es gibt nur einen nachweislichen Fall, wo ein Künstler seine eigene Relevanz für nachfolgende Generationen in Frage gestellt hat, und das war nun ausgerechnet J. S. Bach.

Ich möchte Franz Kafka erwähnen, der verfügt hatte, seine unveröffentlichten Manuskripte nach seinem Tod zu vernichten. An dieser Stelle spreche ich einen großen Dank an Max Brod aus, der vermutlich in irgendeiner Hölle schmort, weil er den letzten Willen seines Freundes missachtet hat, aber der Literatur einen großen Dienst erwiesen hat.

LG Constantine
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Abari
Geschlecht:männlichAlla breve

Alter: 39
Beiträge: 1116
Wohnort: ich-jetzt-hier


BeitragVerfasst am: 21.09.2020 12:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Constantine,

ok, sorry. Kafka hatte ich beim Schreiben irgendwie nicht auf dem Schirm. Manche Künstler:innen haben auch selbst eine Vorauswahl getroffen; so hat Francesco Borromini einen (wohl sehr großen) Teil seiner Notiz- und Skizzenbücher kurz vor seinem Tode verbrannt. Andere Werke - wie das besagten Bachs - gelten zur Hälfte als verschollen.

Hmm. Von anderen blieben eine Unzahl, z. T. unerforschter Skizzen- und Notizbücher erhalten, die in irgendwelchen Archiven vor Witterung geschützt lagern. Gerade bildende Künstler scheinen auf der Suche nach der "perfekten Linie" viel zu konservieren.

Das "Warum" ist Spekulatius, wenn es nicht einen erklärten Willen gibt.


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Das zeigt Dir lediglich meine persönliche, höchst subjektive Meinung.
Ich mache (mir) bewusst, damit ich bewusst machen kann.

LG
Abari
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Maunzilla
Klammeraffe


Beiträge: 728



BeitragVerfasst am: 21.09.2020 23:56    Titel: Antworten mit Zitat

Constantine hat Folgendes geschrieben:
Ich möchte Franz Kafka erwähnen, der verfügt hatte, seine unveröffentlichten Manuskripte nach seinem Tod zu vernichten. An dieser Stelle spreche ich einen großen Dank an Max Brod aus, der vermutlich in irgendeiner Hölle schmort, weil er den letzten Willen seines Freundes missachtet hat, aber der Literatur einen großen Dienst erwiesen hat.

Das beweist wieder einmal, daß man keinem trauen kann. Zum Glück kann man sich heute dank paßwortgeschützter Festplatten davor schützen.


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MarkusM
Geschlecht:männlichGänsefüßchen

Alter: 48
Beiträge: 19



BeitragVerfasst am: 20.10.2020 22:03    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin ein großer Fan von Popcorn-Kino.

Es ist jetzt nicht so, dass ich gar keinen Anspruch habe, aber es soll unterhalten. Und das was ich geschrieben habe (und schreibe) soll erstmal mir Spaß machen. Wenn es andere Leute mögen: umso besser.

Relevant? Wichtig? Außer für mich? Würde mich freuen.
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Elbenkönigin1980
Klammeraffe


Beiträge: 509
Wohnort: Trier


BeitragVerfasst am: 21.10.2020 00:24    Titel: Antworten mit Zitat

Constantine hat Folgendes geschrieben:
Abari hat Folgendes geschrieben:
Es gibt nur einen nachweislichen Fall, wo ein Künstler seine eigene Relevanz für nachfolgende Generationen in Frage gestellt hat, und das war nun ausgerechnet J. S. Bach.

Ich möchte Franz Kafka erwähnen, der verfügt hatte, seine unveröffentlichten Manuskripte nach seinem Tod zu vernichten. An dieser Stelle spreche ich einen großen Dank an Max Brod aus, der vermutlich in irgendeiner Hölle schmort, weil er den letzten Willen seines Freundes missachtet hat, aber der Literatur einen großen Dienst erwiesen hat.

LG Constantine


Interessant..ob Franz Kafka wohl auch, wie viele von uns, manchmal an seinem Talent zweifelte?
Warum sonst hätte er die Vernichtung seiner brillanten Werke nach seinem Tod verfügen sollen?
Kann es sein, dass er die Zweifel, die viele on uns heute noch haben, auch kannte?
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Maunzilla
Klammeraffe


Beiträge: 728



BeitragVerfasst am: 21.10.2020 06:00    Titel: Antworten mit Zitat

Vielleicht wollte er auch einfach nicht, daß andere Leute mit seinen Werken Geld verdienen, oder sie ändern, zensieren oder sonstigen Unfug anstellen, der nicht in seinem Sinne wäre.
Vielleicht war er auch der Ansicht, daß diese Manuskripte noch nicht fertig seien, und noch der Überarbeitung bedürften, oder daß er besseres schreiben könne und diese alten Werke nur als Übungen betrachtete.


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