14 Jahre Schriftstellerforum!
 
Suchen
Suchabfrage:
erweiterte Suche

Login

Jetzt erhältlich! Eine Anthologie von und mit unseren Usern. Jetzt bestellen! Die erste, offizielle DSFo-Anthologie! Lyrikwerkstatt Das DSFo.de DSFopedia


Gedanken zur Sprache an sich

 
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Selbsthilfe -> Sonstige Diskussion
 Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
nebenfluss
Geschlecht:männlichPapiertiger


Beiträge: 4185
Wohnort: mittendrin, ganz weit draußen
Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 18.09.2020 20:14    Titel: Antworten mit Zitat

Überflüssige Antwort nach Schema II:
sleepless_lives hat Folgendes geschrieben:
Wie wär's mit 'Landesundregionalvariabelgehandhabtessentielletätigkeitenundeinrichtungenwiesupermärkteund-arztpraxensowiezeitundregionsabhängigbaumärkteausschließendausgangssperre'? Wink

Das müsste man nach dieser Methode schon noch weiter spezifizieren, denn eine allgemeine Ausgangssperre gab es natürlich erst recht nicht; es sei denn, man betrachtete jedes Verlassen der vier Wände, bei dem nicht ein paar Schuhe oder [beliebigen Konsumartikel einsetzen, soweit nicht im Super- oder Baumarkt erhältlich] erworben oder Risikopatienten bzw. Massenansammlungen besucht werden, als Zu-Hause-bleiben (also so Tätigkeiten wie Fahrradfahren, Gassi-gegangen-werden oder Joggen als Beispiele).


_________________
fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
sleepless_lives
Geschlecht:männlichSchall und Wahn

Administrator
Alter: 56
Beiträge: 7227
Wohnort: Fürth
DSFo-Sponsor Pokapro und Lezepo 2014
Pokapro VI


BeitragVerfasst am: 18.09.2020 21:54    Titel: Antworten mit Zitat

nebenfluss hat Folgendes geschrieben:
Überflüssige Antwort nach Schema II:
sleepless_lives hat Folgendes geschrieben:
Wie wär's mit 'Landesundregionalvariabelgehandhabtessentielletätigkeitenundeinrichtungenwiesupermärkteund-arztpraxensowiezeitundregionsabhängigbaumärkteausschließendausgangssperre'? Wink

Das müsste man nach dieser Methode schon noch weiter spezifizieren, denn eine allgemeine Ausgangssperre gab es natürlich erst recht nicht; es sei denn, man betrachtete jedes Verlassen der vier Wände, bei dem nicht ein paar Schuhe oder [beliebigen Konsumartikel einsetzen, soweit nicht im Super- oder Baumarkt erhältlich] erworben oder Risikopatienten bzw. Massenansammlungen besucht werden, als Zu-Hause-bleiben (also so Tätigkeiten wie Fahrradfahren, Gassi-gegangen-werden oder Joggen als Beispiele).

Stimmt, aber das würde meine Wordbildungskapazitäten gewaltig übersteigen.


_________________
Es sollte endlich Klarheit darüber bestehen, dass es uns nicht zukommt, Wirklichkeit zu liefern, sondern Anspielungen auf ein Denkbares zu erfinden, das nicht dargestellt werden kann. (Jean-François Lyotard)

If you had a million Shakespeares, could they write like a monkey? (Steven Wright)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
sleepless_lives
Geschlecht:männlichSchall und Wahn

Administrator
Alter: 56
Beiträge: 7227
Wohnort: Fürth
DSFo-Sponsor Pokapro und Lezepo 2014
Pokapro VI


BeitragVerfasst am: 18.09.2020 22:39    Titel: Antworten mit Zitat

Andere Sache. Der Faden hat einen so schönen Titel, dass es schade wäre, sich hier auf die ewige Frendwörterdiskussion zu beschränken. Zudem scheint mir - vor allem auch in den älteren ähnlichen Threads -, dass selbst hier in einem Schriftstellerforum selten, wenn überhaupt, jemand beschreibt, was in welcher Weise er oder sie an der deutschen Sprache mag oder weniger mag, liebt oder gar hasst. Wenn ich mit einem Hobbyschmetterlingszüchter (die gibt es wirklich) über Schmetterlinge reden würde, der oder die würd mir aber was erzählen. Da würden selbst die schweigsamsten Naturen auftauen. Aber hier scheint das eigenartiger- und interessanterweise kaum ein Thema zu sein. Die Sprache, nicht die Schmetterlinge natürlich (die sind ein Dauerthema im Forum).

Also, hier ist eine Herausforderung: Wann ist auf Deutsch zu schreiben der Himmel auf Erden, wann verflucht ihr es? Welche Satzkonstruktionen oder Wörter findet ihr schön oder hässlich, welche gehen euch flüssig von der Hand, welche bereiten euch immer wieder Schwierigkeiten?


Ich fang mal mit einem Zitat an:
Georg Büchner hat Folgendes geschrieben:
Anfangs drängte es ihm in der Brust, wenn das Gestein so wegsprang, der graue Wald sich unter ihm schüttelte und der Nebel die Formen bald verschlang, bald die gewaltigen Glieder halb enthüllte; es drängte in ihm, er suchte nach etwas, wie nach verlornen Träumen, aber er fand nichts.

aus 'Lenz' von Georg Büchner  

Der Satz allein würde mich überzeigen, dass es sich lohnt, auf Deutsch zu schreiben.


_________________
Es sollte endlich Klarheit darüber bestehen, dass es uns nicht zukommt, Wirklichkeit zu liefern, sondern Anspielungen auf ein Denkbares zu erfinden, das nicht dargestellt werden kann. (Jean-François Lyotard)

If you had a million Shakespeares, could they write like a monkey? (Steven Wright)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Abari
Geschlecht:männlichAlla breve

Alter: 39
Beiträge: 1116
Wohnort: ich-jetzt-hier


BeitragVerfasst am: 18.09.2020 23:57    Titel: Antworten mit Zitat

sleepless_lives hat Folgendes geschrieben:
Andere Sache. Der Faden hat einen so schönen Titel, dass es schade wäre, sich hier auf die ewige Frendwörterdiskussion zu beschränken.

Ein hervorragender Einfall.

Zudem scheint mir - vor allem auch in den älteren ähnlichen Threads -, dass selbst hier in einem Schriftstellerforum selten, wenn überhaupt, jemand beschreibt, was in welcher Weise er oder sie an der deutschen Sprache mag oder weniger mag, liebt oder gar hasst. Wenn ich mit einem Hobbyschmetterlingszüchter (die gibt es wirklich) über Schmetterlinge reden würde, der oder die würd mir aber was erzählen. Da würden selbst die schweigsamsten Naturen auftauen. Aber hier scheint das eigenartiger- und interessanterweise kaum ein Thema zu sein. Die Sprache, nicht die Schmetterlinge natürlich (die sind ein Dauerthema im Forum).

Yap, jedenfalls nicht in den "offiziellen" Boards.

Also, hier ist eine Herausforderung: Wann ist auf Deutsch zu schreiben der Himmel auf Erden, wann verflucht ihr es? Welche Satzkonstruktionen oder Wörter findet ihr schön oder hässlich, welche gehen euch flüssig von der Hand, welche bereiten euch immer wieder Schwierigkeiten?


Ich liebe unsere Sprache und sog ihren Klang, der für mich die richtige Mischung aus "harten" und "weichen" Tönen ist, im Mutterleibe auf (wie  jeder Mensch die seinige). Ein "Verfluchen" derselben oder des Ausdrückens darin käme mir nie in den Sinn. Ich bedaure nur zuweilen, dass die Gemütsregungen irgendwie schlechter wegkommen als z.B. die Wissenschaft, wo mir der Wortschatz deutlich größer zu sein scheint. Wir sind eben doch das Volk der Dichter und Denker; weniger die empfindsamen Naturen - mindestens sprachlich. Und Denken ist ein analytischer Vorgang, der den Deutschen mehr zu liegen scheint als die Versprachlichung von Gefühlen. Das ist für mich nicht schlimm; allein, ein Zentralafrikaner mag auf dem Gebiet der Emotionsäußerung mehr auf dem Kasten haben als wir.

Dennoch gibt es Sternstunden, nämlich wenn es in Fluss gerät und bleibt. Derer durfte ich schon etliche haben und ich bin dem Himmel zutiefst dankbar dafür. Dann berauschte ich mich geradezu an der Sprache und es sind für mein Dafürhalten schöne Texte herausgekommen.

Meine persönlichen Hasswörter: (gab es das nicht hier schon irgendwo?)

3. Fernsehen (emotionale Aversion)
2. Katasteramt (ein Wort wie ein 2x2x2m Betonklotz)
1. Bereich (absolutes Wischi-Waschi-Wort).

Lieblingswörter:

3. Eleganz (ist, was es sagt)
2. Licht (schlicht und ergreifend, klar)
1. unentwegt (emotionale Bindung).

Ich meine, mit allen Satzkonstruktionen (selbst Schillerschen und Kantschen) fertig zu werden und könnte - so ich es wollte - entsprechende Bögen spannen. Dennoch ist es in meinen Augen oft die größere Herausforderung, die Schlichtheit zu erreichen, zu der sich viele Autor:innen immer wieder gezwungen haben. Wenn der Gedanke vor der Feder herspringt, humpelt die letztre oft in ungenügendem Maße nach und es türmen sich die Satzungetüme auf. - Aber mittlerweile meine ich den Gedanken so bezähmt und die Feder so flüssig gemacht zu haben, dass sie im einträchtigen Gleichklang einhergehen können.

Es ist ja immer eine Stilfrage und die Frage, an wen ich mich wenden möchte. Sprachadel und -schönheit liegen für mich im Schlichten und Natürlichen verborgen, das ich mir mit viel Schweiß und Herzblut erkauft habe. Vor 25 Jahren liebte ich das Komplexe und habe es bis zum Erbrechen durchdekliniert. Heute schreibe ich viel einfacher und erspüre darin, wieviel mehr das die sprachliche Rose zu Erblühen bringt.



_________________
Das zeigt Dir lediglich meine persönliche, höchst subjektive Meinung.
Ich mache (mir) bewusst, damit ich bewusst machen kann.

LG
Abari
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Selbsthilfe -> Sonstige Diskussion Alle Zeiten sind GMT - 11 Stunden
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4
Seite 4 von 4



 
 Foren-Übersicht Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht teilnehmen.
In diesem Forum darfst Du Ereignisse posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht herunterladen

Thema Autor Forum Antworten Verfasst am
Keine neuen Beiträge Frage zur Normseite nothingisreal Formsache und Manuskript / Software und Hilfsmittel 4 09.10.2020 11:51 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Gedanken aus dem April 2020 Parnasso Einstand 0 07.10.2020 17:33 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Tipps zur Agentensuche, Anschreiben Stefanie Agenten, Verlage und Verleger 0 23.09.2020 10:58 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Zukunft – Geschichten und Gedanken vo... V.K.B. Literaturzeitschriften 2 22.09.2020 15:46 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Zukunft – Geschichten und Gedanken vo... V.K.B. Verlagsveröffentlichung 0 22.09.2020 15:46 Letzten Beitrag anzeigen

EmpfehlungEmpfehlungBuchEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlung

von JT

von Hitchhiker

von Jana2

von Maria

von MosesBob

von Probber

von BerndHH

von Enfant Terrible

von Soraja

von Hitchhiker

Impressum Datenschutz Marketing AGBs Links
Du hast noch keinen Account? Klicke hier um Dich jetzt kostenlos zu registrieren!