14 Jahre Schriftstellerforum!
 
Suchen
Suchabfrage:
erweiterte Suche

Login

Jetzt erhältlich! Eine Anthologie von und mit unseren Usern. Jetzt bestellen! Die erste, offizielle DSFo-Anthologie! Lyrikwerkstatt Das DSFo.de DSFopedia


Das Schiff und der Sturm


 

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Prosa -> Werkstatt
 Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Rhineghost
Geschlecht:männlichSchneckenpost

Alter: 24
Beiträge: 9
Wohnort: Im Rheinland


BeitragVerfasst am: 17.09.2020 12:48    Titel: Das Schiff und der Sturm eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Der Sturm warf das Schiff über den chaotischen Ozean. Eine Welle traf es links, die Nächste rechts.
»Ich weiß nicht wohin, Käptn, Nenn du mir den Kurs!« schrie der Steuermann panisch.
Der alte Greis kratzte seinen Bart und hielt nur inne.
»Antworte doch, der Kahn springt jeden Moment entzwei!« jammerte der Steuermann.
Noch einige Atemzüge vergingen bis der Käptn endlich den Mund aufmachte und ein lautes Lachen in die See sandte.
»Käptn, Verlier jetzt nicht den Verstand, wir können es schaffen!«, schimpfte der Steuermann.
»Jeder Kurs führt aus dem Sturm und du fragst mich trotzdem nach der Richtung?«, antwortete der Käptn,
»Der Ozean weiß doch selbst nicht wohin, Steuermann! Wenn etwas so mächtiges wie der Ozean es nicht weiß, wie dann wir?
Schau in dich und erkenne wer von uns Beiden den Kopf verloren hat!«
Da begriff der Steuermann und er riss das Steuer hin- und her, wie noch nie zuvor.
Jeder Welle, die das Boot rammte, wurde prompt entgegengelenkt.
»Alle Richtungen führen zum Ziel! Wir dürfen nur nicht im Kreis fahren, Steuermann!«,
rief der alte Greis in Richtung des Steuers, »Überall hin, nur nicht mehr hier!«
Das kleine Schiff türmte von Welle zu Welle und jedesmal wenn es herunterging, war der Steuermann nicht mehr sicher,
ob es auch wieder hinaufgehen würde, doch der Käptn blickte nur stoisch voraus.
»Wir segeln in den Tod!« stieß der Steuermann verzweifelt aus. »Das taten wir schon immer!« entgegnete der Käptn.
Da verstummten Beide und wappneten sich für alles, was kommen möge.

Viele Seemeilen später fanden sie endlich den Rand des Sturms und sie brachen hindurch in ruhige See. Schließlich erhob der Steuermann das Wort und sagte
»Du hattest Recht, Käptn! Aber eine Frage zerbricht mir den Schädel« Der Käptn sah auf das erleichterte Gesicht des Steuermanns, der nun fragte
»Wie konntest du nur so besonnen bleiben? War dir nicht klar, wie nah das Ende war?« Da grinste der Käptn, warf den Blick auf das weite Meer und sprach
»Wenn unser kleines Schiff im Sturm gefangen ist, dann weiß jeder, wir sind das Schiff. Jedoch bemerkt fast keiner, wir sind auch der Sturm.«

Weitere Werke von Rhineghost:
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Rodge
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 600
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 18.09.2020 10:20    Titel: Re: Das Schiff und der Sturm Antworten mit Zitat

Rhineghost hat Folgendes geschrieben:
Der Sturm warf das Schiff über den chaotischen Ozean. Eine Welle traf es links, die Nächste rechts.
»Ich weiß nicht wohin, Käptn, Nenn du mir den Kurs!« schrie der Steuermann panisch.
«


Also mir als Hobbysegler fallen gleich am Anfang so viele Dinge auf, die nach meinem Geschmack nicht stimmen:
- Ein Sturm wirft nichts, wenn, dann tun das die Wellen (der Wind kann dabei unterstützen, aber werfen würde ich das dennoch nicht nennen)

- Der Ozean ist nicht chaotisch. Tatsächlich ist der Sturm nur oberflächlich, so als Fisch kann man es in den Tiefen gut aushalten.

- Es ist kaum so, dass die Wellen mal links und mal rechts treffen. Die Dünung kommt i.d.R. aus einer Richtung und bringt das Schiff zum Schlingern.

- Im Sturm (vermutlich ist es eher ein Orkan) gibt nicht der Steuermann oder der Kapitän den Kurs vor, sondern der Wind und die Dünung. Meist wird man versuchen, die Wellen seitlich zu schneiden. Frontal gegen die Dünung anzufahren, wird dazu führen, dass man kaum Geschwindigkeit über Grund macht.

- So schnelle Bewegungen, wie du sie beschreibst, kann ein Schiff in hoher Dünung überhaupt nicht vollziehen. Je größer der Kahn, desto schwerfälliger reagiert er. Davon abgesehen ist bei einem Sturm das Rudger zeitweise sowieso außerhalb des Wassers, da steuert dann nur noch die Dünung und der Wind (um so höher die Aufbauten, um so mehr der Wind).

Möglicherweise willst du das alles nicht hören, da du ja auf ein bestimmtes Erzählziel hinsteuerst (verzeihe bitte den Kalauer), aber es wird wirksamer, wenn du die Begrifflichkeiten stimmiger machst. Alles natürlich nur aus meinem Blickwinkel...
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Rhineghost
Geschlecht:männlichSchneckenpost

Alter: 24
Beiträge: 9
Wohnort: Im Rheinland


BeitragVerfasst am: 18.09.2020 11:18    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Erstmal vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, Rodge.

Realismus war (wie du richtig erkannt hast) nicht wirklich mein Ziel mit dieser Geschichte.

Zitat:
Ein Sturm wirft nichts, wenn, dann tun das die Wellen

Dass der Wind ein Schiff nicht alleine durch die Luft werfen kann, damit kann ich wohl kaum streiten. Mit dem Begriff "Sturm" meinte ich aber eher das gesamte Phänomen des Sturmes (inklusive Wellen). Ich weiß nicht, ob man als Segler diese Dinge streng unterscheidet. Möglicherweise finde ich einen besseren Ausdruck.
Davon abgesehen ist es sicherlich nicht möglich, dass ein Schiff auf Fahrt einfach so "geworfen" werden kann (das weißt du sicherlich wesentlich besser als ich), aber man darf sich den Sturm auch gerne als eine mystische Erscheinung vorstellen, die mit der Realität nichts zu tun haben muss. Es war nie meine Absicht das Verhalten eines Schiffes (oder dessen Mannschaft) in einem Sturm/Orkan realistisch abzubilden. Dafür kenne ich mich mit der Seefahrt auch nicht genügend aus! Das Ziel war es die Sprache und Handlung so simpel wie möglich zu halten, um nicht von der eigentlichen Parabel abzulenken.


Zitat:
Der Ozean ist nicht chaotisch. Tatsächlich ist der Sturm nur oberflächlich, so als Fisch kann man es in den Tiefen gut aushalten.

Ich hab versucht Begriffe wie unbarmherzig oder gnadenlos zu vermeiden, da ich dem Meer nicht zu früh eine Persönlichkeit geben wollte. Vielleicht sollte man "chaotisch" einfach streichen und den ersten Satz ohne Adjektive auskommen lassen!

Zitat:
Es ist kaum so, dass die Wellen mal links und mal rechts treffen. Die Dünung kommt i.d.R. aus einer Richtung und bringt das Schiff zum Schlingern.


Zitat:
Im Sturm (vermutlich ist es eher ein Orkan) gibt nicht der Steuermann oder der Kapitän den Kurs vor, sondern der Wind und die Dünung. Meist wird man versuchen, die Wellen seitlich zu schneiden. Frontal gegen die Dünung anzufahren, wird dazu führen, dass man kaum Geschwindigkeit über Grund macht.


Zitat:
So schnelle Bewegungen, wie du sie beschreibst, kann ein Schiff in hoher Dünung überhaupt nicht vollziehen. Je größer der Kahn, desto schwerfälliger reagiert er. Davon abgesehen ist bei einem Sturm das Rudger zeitweise sowieso außerhalb des Wassers, da steuert dann nur noch die Dünung und der Wind (um so höher die Aufbauten, um so mehr der Wind).


Es ist leider von essentieller Bedeutung für die Geschichte, dass es eigentlich egal ist, in welche Richtung man genau fährt. Es ist (für mich) unerheblich, ob der Sturm nun wirklich exakt einem realen Wetterphänomen entspricht. Jeder darf ihn sich denken, wie er will. Das führt sicherlich dazu, dass viele über diese Unvereinbarkeit mit der Wirklichkeit nicht hinwegsehen können und ich kann das absolut nachvollziehen. Mir geht es oft so, dass ein Buch oder Film eine Sache, mit der ich mich gut auskenne, ungenau/fehlerhaft darstellt und mich komplett herauswirft, manchmal kann ich auch darüber hinwegsehen. Ich kann nur hoffen, dass es hier nicht viele weitere Segler gibt!

Ich werde versuchen die Unstimmigkeiten so weit wie möglich zu beheben. Jedoch ist mir wichtig, dass die Geschichte nicht wesentlich an Länge oder Komplexität dadurch gewinnt. Dennoch danke ich dir und deiner Segelexpertise! Ich werde sie beim Weiterarbeiten berückstichtigen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Prosa -> Werkstatt Alle Zeiten sind GMT - 11 Stunden
Seite 1 von 1



 
 Foren-Übersicht Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht teilnehmen.
In diesem Forum darfst Du keine Ereignisse posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht herunterladen

Thema Autor Forum Antworten Verfasst am
Keine neuen Beiträge Euer Schreibplatz - Vision und Wahrheit Raven1303 Profession Schriftsteller (Leid und Lust) 7 26.10.2020 20:49 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Der alte Benedict Einstand 0 26.10.2020 20:15 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Der zerbrochene Mond Luis Vänster Einstand 1 25.10.2020 07:40 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge in vorbereitung (der kleine tod) schwarzer lavendel Feedback 2 24.10.2020 18:53 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge unruhig schlägt das schuppige herz Perry Werkstatt 0 24.10.2020 18:21 Letzten Beitrag anzeigen

BuchEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungBuchBuchBuchEmpfehlungEmpfehlung

von hexsaa

von Amazonasqueen11

von Christof Lais Sperl

von Schatten

von Epiker

von jon

von Leveret Pale

von Kekewa

von WhereIsGoth

von Klemens_Fitte

Impressum Datenschutz Marketing AGBs Links
Du hast noch keinen Account? Klicke hier um Dich jetzt kostenlos zu registrieren!