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Unter der spanischen Sonne


 

 
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Düsterhöft
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen


Beiträge: 26
Wohnort: Bayern


BeitragVerfasst am: 13.09.2020 20:52    Titel: Unter der spanischen Sonne eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Kapitel 1


„Lisa! Beeil dich gefälligst, sonst verpasst du noch deinen Flug!“
„Bin doch schon da.“ Lisas Kopf war hochrot, vom schleppen ihrer Koffer. Ihr Vater kam ihr zur Hilfe geeilt und nahm ihr den großen Reisekoffer ab. Ihre Eltern standen schon eine Weile ungeduldig am Auto und warteten auf ihre Tochter, denn Lisa war auf dem Weg nach Spanien. Nicht etwa in den Urlaub, sondern um für ein Jahr oder zwei dort in einem großen Hotel zu arbeiten. Es war nichts besonderes, nur einer dieser riesigen drei Sterne Hotelkomplexe in denen hauptsächlich All-Inklusive-Touristen eincheckten. Sie hatte keinerlei Erfahrung im Servicebereich. Als gelernte Automechatronikerin war sie froh überhaupt eine Stelle ergattert zu haben. Anfangen würde sie als Küchenhilfe und wenn sie sich gut anstellte, würde man sie vielleicht irgendwann an der Rezeption einsetzen oder wenigstens bei den Zimmermädchen.
Komme was wolle, sie freute sich auf dieses Abenteuer.
Ihr Chef war weniger begeistert gewesen als sie kündigte. Er hielt die Idee für Zeitverschwendung durch die er einen seiner besten Arbeiter verlor.
„Melde dich, wenn du wieder da bist.“, hatte er nur zum Abschied gesagt und sie mit gespieltem Ärger aus der Werkstatt geworfen.
„Hast du auch nichts vergessen?“, fragte ihre Mutter besorgt. Sie zupfte unnötiger weise den Kragen von Lisas Bluse zurecht.
„Ich denke nicht.“, sagte sie und nahm die Hände ihrer Mutter in ihre, damit sie aufhörte.
„Willst du das wirklich machen? Was machst du denn da, ganz alleine?“
„Mama, ich bin fünfundzwanzig Jahre alt, ich schaffe das schon und ja, ich will das unbedingt.“ Das hatte sie ihrer Mutter heute schon zum hundertsten Mal versichert.
„Na gut, dann los geht’s!“, sagte sie resignierend und half ihrer Tochter, das restliche Gepäck im Kofferraum zu verstauen. Ihr Vater verwuschelte ihr im Vorbeigehen die Haare und zwinkerte ihr zu. Ihm viel es besonders schwer seine Tochter so weit weg ziehen zu lassen. Er hatte schon Probleme gemacht, als sie mit zweiundzwanzig in eine eigene Wohnung, in der Nähe ihrer Arbeit zog. Aber als sie mit der Idee kam, für einige Zeit ins Ausland zu gehen, hatte er nichts unversucht gelassen, ihr das wieder auszureden. Doch schließlich gab er sich geschlagen und half ihr sogar dabei ihre Zelte in Deutschland abzubrechen. All ihr Zeug lagerte jetzt in dem nun hoffnungslos überfüllten Keller ihrer Eltern und in den letzten drei Wochen hatte sie wieder zu Hause gewohnt. Ihr Auto war verkauft, von dem Geld der Flug bezahlt und eine stattliche Spanien Garderobe gekauft worden. Denn die Sommer in Deutschland waren kaum lang oder heiß genug um ausreichend kurze Hosen und luftige Oberteile zu haben. Ihr Vater hatte die letzten Wochen, die er seine Tochter wieder ganz bei sich hatte sehr genossen und konnte so dieser ganzen Auswanderungsidee wenigstens etwas Gutes abgewinnen.

Während der Autofahrt nutzte Lisa die Zeit um weiter an ihrem spanisch zu feilen. Sie war dem Umstand dankbar, dass sie vor einigen Jahren dem Drang nachgegeben hatte, eine zweite Fremdsprache zu lernen. Deutsch und Englisch waren ja kein Problem und da im VHS-Kurs für Spanisch noch ein Platz frei war, fiel ihre Wahl auf diese Sprache.
Doch so recht konnte sie sich nicht konzentrieren. Immer wieder schweifte ihr Blick aus dem Fenster und langsam wurde ihr etwas mulmig. Sie dachte an ihre Freunde und an die Abschiedsfeier am Abend zuvor. Es war eine kleine Feier gewesen. Lisa hatte nicht besonders viele Freunde, was vor allem daran lag, dass sie ein etwas rüpelhaftes und temperamentvolles Wesen hatte. Der Beruf in einer Männerdomäne steuerte auch seinen Teil dazu bei. Sie war bei ihren Kollegen wegen ihrer unkomplizierten und einfachen Art geschätzt und konnte vielleicht den einen oder anderen als Freund bezeichnen. Doch der Abschied war ihr von jedem einzelnem schwergefallen. Viele Tränen waren geflossen, besonders als sie sich von ihrer besten Freundin Tine verabschiedete. Eine halbe Stunde lang waren sie sich immer wieder um den Hals gefallen und Tine hatte ihr hoch und heilig versprochen, sie im nächsten Sommer zu besuchen.
Jetzt noch der Abschied von ihren Eltern und sie konnte sich endlich voll und ganz auf das Kommende konzentrieren.
Als sie am Flughafen ankamen, hakte ihre Mutter sich bei Lisa unter und ließ sie nicht mehr los, bis sie am Check-in-Schalter angekommen waren. Hier war Endstation für ihre Eltern. Lisa warf sich ihre Tasche, die sie als Handgepäck mitnehmen wollte, über die Schulter und stellte die Koffer auf das Förderband am Schalter. Natürlich überschritt sie das Freigewicht hoffnungslos und bezahlte verärgert die zusätzlichen Gebühren. Dann drehte sie sich zu ihren Eltern um, die sich gegenseitig festhielten und Lisa mit Tränen in den Augen ansahen.
„Ihr habt es mir versprochen.“, sagte Lisa gespielt empört und nahm beide in die Arme.
„Ach was willst du schon dagegen machen.“, brummte ihr Vater und wischte sich hastig die Tränen aus dem Gesicht.
„Es ist ja kein Abschied für immer und schließlich arbeite ich in einem Hotel. Ihr könnt mich jeder Zeit besuchen kommen.“ Jetzt kämpfte auch Lisa mit den Tränen. Doch sie lächelte tapfer und drückte zum Abschied fest die Hände ihrer Eltern. Dann ging sie zum Kontrollschalter und durch den Metalldetektor. Als sie sich wieder umdrehte, winkten ihre Eltern und ihre Mutter formte mit ihren Lippen die Worte `Ruf an!´
Lisa nickte und ging weiter. Sie musste sich erst einmal hinsetzen um sich wieder zu fangen, dann stapfte sie durch den Wartebereich am Gate und wartete.

Der Flug war angenehm, sie hatte sogar einen Fensterplatz ergattert. Als das Flugzeug zur Landung ansetzte, setzte bei Lisa leise Panik ein. Sie hatte schreckliche Angst zu versagen, nicht gemocht zu werden oder zu tölpelhaft zu sein. Sie wollte es nur noch hinter sich bringen.
Als sie ihre Koffer endlich alle auf einen Gepäckwagen gehievt hatte, fuhr sie in die Eingangshalle des Flughafens und sah sich unsicher um. Zum Glück war wenig los und so sah sie den Mann, der ein Schild mit dem Namen ihres Hotels hochhielt, ziemlich schnell. Es hatten sich schon andere Frauen und Männer in ihrem Alter um ihn versammelt und einige plapperten aufgeregt miteinander. Erleichtert steuerte sie auf die Gruppe zu und merkte dabei zu spät, dass sie zu schnell war um den Gepäckwagen noch rechtzeitig zu stoppen. Sie stemmte sich noch mit aller Kraft dagegen, doch es half nichts. Lisas Gepäckwagen krachte in den, einer missmutig dreinblickenden Frau um die dreißig.
„Kannst du nicht aufpassen, blöde Ziege!“, rief sie in wütendem spanisch aus und schubste sie an der Schulter.
„Kein Grund gleich handgreiflich zu werden, es war ja keine Absicht! Entschuldige bitte und schick mir die Rechnung.“, sagte Lisa in ruhigem, jedoch scharfem Ton.
`Super, machst dir gleich mal Freunde´ dachte sie und schluckte die blöde Ziege einfach hinunter.
„Gut, dann sind wir ja jetzt alle.“, begann der Mann mit dem Schild und rollte über die Zickereien nur die Augen.
„Ola, mein Name ist Angelo. Ich arbeite in der Personalabteilung des Hotels und fahre Sie jetzt zum Hotel. Dort gebe Ihnen dann eine kurze Einweisung, bevor Sie etwas Essen und dann Schlafen gehen können. Es ist jetzt zwanzig Uhr zweiunddreißig, wir werden in etwa Zwei Stunden im Hotel ankommen.“ Damit machte Angelo sich auf den Weg in Richtung Ausgang und der Trupp von sieben Leuten setzte sich in Bewegung, ihm zu folgen.
„Das wird ein Nachspiel haben.“, zischte die Frau in deren Gepäckwagen Lisa gerauscht war. Doch Lisa war nicht der Typ um sich von halbgaren Drohungen einschüchtern zu lassen. Die Frau wollte schnell an ihr vorbeiziehen, doch Lisa beschleunigte. So leicht wollte sie diese Person nicht davonkommen lassen.
„Du bist wohl im Kindergarten nicht oft geschubst worden, was? Wieso regst du dich so auf, es war ein Versehen und ich habe mich dafür entschuldigt“
„Ich rege mich auf wie ich will und DU hast mich zu siezen!“, giftete sie.
„ICH sieze niemanden, der mich eine blöde Ziege nennt.“, entgegnete Lisa trocken.
„Oh, das tust du doch. Als Zimmermädchen stehst du unter meiner Fuchtel und wenn ich in den Zimmern auch nur eine Kleinigkeit zu beanstanden habe, dann sorge ich dafür, dass du ein Ticket nach Hause bekommst.“, damit zog sie ab. Lisa hätte ihr  gerne noch gesagt, dass sie für die Küche eingeteilt war, doch falls sich die Pläne kurzfristig geändert hatten und sie noch nichts davon wusste, war es besser jetzt die Klappe zu halten.
Im Bus setzte sich eine aufgekratzt wirkende kleine Blondine neben Lisa.
„Mach dir nichts draus, die ist immer so drauf. Lass dir einfach nichts zu Schulden kommen, dann bekommst du sie kaum zu Gesicht.“, sie grinste Lisa bis über beide Ohren zu und Lisa konnte nicht anders als zurück zu lächeln.
„Danke, da kann ich ja nur hoffen. Ich bin Lisa.“, sie streckte dem Mädchen die Hand hin, die diese energisch ergriff.
„Ich bin Manuela, aber nenn mich Manu.“, wenn überhaupt möglich, grinste Manu noch breiter.
„Dann bist du also keine Neue?“, fragte Lisa neugierig.
„Nein, ich habe gerade meine Familie in Holland besucht. Marta hat mich auch auf dem Kieker.“, flüsterte sie. „Aber ich hoffe, dass wird besser.“ Vergnügte rutschte sie auf ihrem Sitz hin und her, bis sie bequem saß.
„Und du? Warst du vorher schon Mal im Ausland arbeiten?“, fragte sie. Lisa betrachtete gerade Manu´s Sommersprossen, die ihr ganz Dick über Wangen und Nase gingen. Sie hatte einen kleinen, vollen Mund und große blaue Augen. Sie war wie ein zierliches Püppchen, mitsamt Stupsnase, hatte aber Energie wie ein Wirbelsturm.
„Nein, das ist das erste Mal. Ich bin schon total nervös.“, gab sie zu und lächelte unsicher.
„Das kann ich total verstehen. Als ich das erste Mal hier ankam, habe ich vor Nervosität so viel gequasselt, dass mir der Busfahrer Sprechverbot erteilt hat.“
Lisa lachte, sie konnte sich das nur zu gut vorstellen.
Dank Manu verging die Fahrt wie im Flug. Am Hotel angekommen, verabschiedete sie sich und Lisa ging mit den Neuankömmlingen, Angelo und Marta in die Hotelhalle. Dort bekamen sie ihre ersten Instruktionen und wurden dann aufgeteilt. Die beiden Männer wurden an der Bar, die beiden Mädchen als Reinigungspersonal und sie als Küchenhilfe eingesetzt. Als Marta das hörte, verzog sie das Gesicht noch missmutiger und warf Lisa einen bösen Blick zu. Lisa musste lachen, als sie das sah und schüttelte den Kopf. Wie konnte sich jemand wegen einer solchen Lappalie so aufregen? Es war ja nicht einmal ein Gepäckstück vom Wagen gefallen.
„Jetzt gehen wir zur Rezeption, da werdet ihr auf eure Zimmer verteilt. Es sind Doppelzimmer, ihr werdet sie euch also teilen müssen und ich will keine Beschwerden darüber hören.“ Angelo winkte, dass sie ihm folgen sollten. Allgemeines Murren hatte sich eingestellt, ob dieser Neuigkeit. Lisa lief ein Schauer über den Rücken als ihr bewusst wurde, dass sie vielleicht mit Marta ein Zimmer bekam. Doch natürlich hatte die ein Einzelzimmer. Sie machte sich schnell aus dem Staub, ohne Lisa noch eines Blickes zu würdigen. Lisa war überrascht, als sie an der Rezeption Manu entdeckte. Sie redete auf die Dame hinter der Theke ein und als sie Lisa sah, warf sie ihr schnell noch ein paar Worte hin und kam dann auf sie zu gerannt.
„Du bist bei mir im Zimmer!“, jubelte sie. „Ich habe gerade die Einteilung ändern lassen, ich habe nämlich sonst immer voll langweilige Zimmergenossen. Das wird bestimmt total toll! Das macht dir doch nichts aus, oder? Du kannst auch mit jemand anders aufs Zimmer, wenn du das möchtest.“
Lisa grinste, weil sie einfach nicht anders konnte. Wenn man Manu ansah, musste man einfach gut drauf sein.
„Du wirst mir zwar manchmal furchtbar auf die nerven gehen, aber solange du mich am Morgen nicht ansprichst und nicht gleich beleidigt bist, wenn ich dich mal pampig bin glaube ich, dass es ganz lustig werden könnte.“
Kumpelhaft legte sie Manu einen Arm um die Schulter und ging zur Rezeption um sich ihren Schlüssel abzuholen.
Den ganzen Weg zum Zimmer plapperte Manu auf Lisa ein. Selbst, als sie schon das Licht gelöscht hatten, schnatterte sie immer noch wie eine Gans, ohne, dass Lisa ihr antworten musste.
„Manu?“, murmelte Lisa irgendwann schlaftrunken.
„Ja?“ Sie klang aufgeregt.
„Halt endlich die Klappe.“
„Ja, tschuldige. Gute Nacht.“ Und dann war tatsächlich Ruhe.

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Raven1303
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BeitragVerfasst am: 13.09.2020 22:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Düsterhöft,

ich muss gestehen, dein Titel hat mich nicht sehr gereizt deine Geschichte zu lesen. Zusammen mit dem Genre, das du angegeben hast, klang das für mich wie eine langweilige Schnulze, die meine Oma immer im TV angeschaut hat.
Habe dann aber doch gelesen und muss nun sagen, dass ich interessiert bin, wie es weiter geht.
Neues Land, direkt eine potentielle Zickenfeindin und eine lustige Zimmergenossin, mit der - vermutlich - noch viel Abwechslungsreiches passieren wird. Vielleicht kommen noch andere Hotelbewohner hinzu?
Du hast den Anfang gut aufgebaut, wobei ich persönlich Bücher lieber mag, wo man nicht erst so viel Erklärung und Hintergrundinfos überwinden muss, bevor es los geht.
Es ist zwar bei dir nicht so viel, aber es wäre fesselnder, wenn du vielleicht direkt mit dem Konflikt mit der Kofferzicke anfängst und dann im Bus erinnert sich deine Protagonistin an die Vorbereitungen zu hause usw.
Dann ging es direkt interessanter los.

Habe noch ein paar Fehlerchen und falsche Kommas gefunden, aber die findest du sicher auch, wenn du den Text ne Weile bei Seite legst und dann neu überarbeitest.
Was du grundsätzlich falsch machst ist der Punkt bei der wörtlichen Rede. Man setzt ein Komma nach ? und ! und da, wo man einen Punkt machen würde, lässt man ihn weg. Also so z.B.

"Schönes Wetter heute", sagte die Putzfrau
"Hä?", fragte der Koch.

LG Raven

P.S. Ich hoffe, du bist nicht bös, wegen der "Oma-TV-Schnulze". Ich lese aber auch nicht so gerne Liebesromane. Also zählt meine Meinung auch gar nicht smile
Mach auf jeden Fall weiter! smile


_________________
Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den Nächsten vielleicht nicht vollbringen, aber versuchen will ich ihn.
Ich kreise um Gott, um den uralten Turm und ich kreise Jahrtausende lang.
Und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm? Oder ein großer Gesang... (R.M. Rilke)
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hans1
Schmierfink


Beiträge: 79



BeitragVerfasst am: 14.09.2020 00:28    Titel: Antworten mit Zitat

tja, dann fange ich mal an.
wenn deine Personen sprechen, reden sie wie geschrieben.
es gibt eine Schreibsprache und eine Sprechsprache. die Schreibsprache ist wunderschoen grammatisch und formuliert und daher langweilig.
SO SPRICHT KEIN MENSCH!

nur als Beispiel: "„Ola, mein Name ist Angelo. Ich arbeite in der Personalabteilung des Hotels und fahre Sie jetzt zum Hotel. Dort gebe Ihnen dann eine kurze Einweisung, bevor Sie etwas Essen und dann Schlafen gehen können. Es ist jetzt zwanzig Uhr zweiunddreißig, wir werden in etwa Zwei Stunden im Hotel ankommen."

"Ola" ist absolut falsch. Im spanischen wird es geschrieben "HOLA",aber gesprochen wird es "OLA". Anderes Beispiel "Honga". Der Pilz. geschrieben mit "H", gesprochen ohne "H".

wenn du also schon spanische Konversation treibst, dann bitte richtig.

Naechstes.  Hola. Mein Name ist Angelo. Ich arbeite in der Personalabteilung und finde es grausam, wie du mich sprechen laesst, als schreibe ich eine Bewerbung fuer die Kochkueche..."

Redet man so wie du es schreibst? Nein.
" Hola, soy (ich bin) Angelo, ich soll dich abholen. Guten Flug gehabt? Du wirst sicher viele Fragen haben, das klaeren wir alles im Hotel. Da gibt es auch noch was zu Essen"

Also bitte die Menschen normal sprechen lassen.

Das naechste Problem ist das "SIE" und das "DU". Ich gehe davon aus, die Protagonisten sprechen spanisch?

usted hablar espanol? (SIE sprechen spanisch?)
Tu hablas español  (DU sprichst spanisch?)

Usted, Sie sprechen spanisch?  Man spricht sich per SIE an. Nur wenn es vertraulich ist, kommt das Du zu gebrauch. Tu. (Auch die Kinder sprechen ihre Eltern mit SIE an !Aus Respekt)

Und solche Schnippichkeiten, wie sie die junge Frau sich leistet, sind unglaubwuerdig. De junge Frau ist den ersten Tag in Spanien, im Hotel, sie ist unsicher, sie ist aufmerksam, sie will alles richtig machen, sie verhaelt sich nicht so wie in Hinterkrotzingen!  Ja kruzituerck du Hirsch, hoastes in deim Schaedel rein ?
Das sind nur kurze Hinweise. Also, schau dir den ganzen Text nochmal an auf genau diese Punkte. Sprechsprache. Stimmt die psychologie?

Dann sehen wir weiter. Und denke daran,   die Menschen in Spanien sind anders als die Deutschen, sie sind so gut wie immer freundlich, sehr freundlich. Und auch in Hotels: Keine Hetze und Eile. Immer tranquillo, immer ruhig, langsam.

Saludos companera, hasta proximo vezes.
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Rodge
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BeitragVerfasst am: 14.09.2020 07:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Düsterhoft,

im Grunde finde ich es ganz gut geschrieben, nicht alle Dialoge sind gelungen, dafür gibt es ja schon Beispiele. Was mich eher stört, ist der ganze Infodump am Anfang, in wenigen Absätzen wird mir die Welt erklärt. Warum nicht am Flughafen mit einer ausführlichen Szene anfangen, in der wir ganz langsam erfahren, wer die Prota ist, wie sich fühlt im fremden Land usw. Ansonsten wird das schnell eine chronologische Abfolge der Handlung und nach 80 Seiten bist du fertig.
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Düsterhöft
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen


Beiträge: 26
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BeitragVerfasst am: 14.09.2020 08:59    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Also zuerst mal: ich freue mich gerade riesig über die konstruktiven Kritiken! Niemals wäre ich irgendjemandem böse, weil er oder sie sachlich seine oder ihre Meinung kundtut Wink
Dann hab ich gleich noch eine Frage zum technischen Ablauf:
Überarbeite ich jetzt das Kapitel und stelle es anschließend als Neufassung noch einmal ein, oder überarbeite ich den Text für mich und geb Euch nur das nächste Kapitel als Fortsetzung?
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Raven1303
Geschlecht:weiblichEselsohr

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Beiträge: 259
Wohnort: NRW


BeitragVerfasst am: 14.09.2020 09:14    Titel: Antworten mit Zitat

Das kannst du machen wie du magst.

Überarbeite den Text und poste ihn hier noch einmal, dann lese ich gerne nochmal drüber smile


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Rodge
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Beiträge: 585
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 15.09.2020 07:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Düsterhoft,

das kommt darauf an, wie umfangreich du Änderungen planst und wie dir das Forum helfen soll. Ich vermute, dass die Vergleichbarkeit Vorteile bringt, also würde ich vermutlich den Anfang noch mal einstellen (nach Überarbeitung).

Wenn du das tust, gibt es im Editor unten ein Häkchen, mit dem du mitteilst, dass es eine neue Version der Geschichte ist. Das hat den Vorteil, dass jeder, der das neu liest, nicht erst die alte Version lesen muss (sondern gleich beim Einstieg sieht, dass es eine neue Version gibt).

Grüße
Rodge
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marinaheartsnyc
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Beiträge: 28



BeitragVerfasst am: 16.09.2020 13:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Düsterhöft,

ich habe das grundsätzlich gerne gelesen, wirkt auf jeden Fall wie Stoff für eine unterhaltsame Geschichte. Mir sind allerdings tendenziell deine Figuren und ihre Emotionen ein bisschen zu "drüber", was vielleicht auch die vielen sehr gängigen Wendungen wie "mit Tränen in den Augen", "hoch und heilig versprochen", "Zelte abzubrechen" ausmachen - so etwas wirkt für mich schnell etwas abgedroschen.
Die Charaktere finde ich grundsätzlich auch ein bisschen überzeichnet, deine Hauptfigur ist z.B. zugleich "rüpelhaft und temperamentvoll", aber auch "unkompliziert und einfach", das widerspricht sich meines Erachtens nach ein bisschen. Aber grundsätzlich ist so etwas wohl auch Geschmackssache und nur meine subjektive Meinung, und dein Text ist auf jeden Fall gut zu lesen!

Liebe Grüße
Marina


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Yesterday I was clever, so I wanted to change the world. Today I am wise, so I am changing myself.

- Rumi
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Düsterhöft
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Beiträge: 26
Wohnort: Bayern


BeitragVerfasst am: 17.09.2020 21:43    Titel: unter der spanischen Sonne Neue Version Kapitel 1 pdf-Datei Antworten mit Zitat

Die Überarbeitung ist jetzt nicht so umfangreich wie ich es mir zu Anfang vorgenommen hatte. Ich versuche mich jetzt einfach mal langsam heran zu tasten.

„Lisa! Beeil dich gefälligst, sonst verpasst du noch deinen Flug!“
„Bin doch schon da“ Lisa´s Kopf war hochrot, vom Schleppen ihrer Koffer. Ihr Vater kam ihr zur Hilfe geeilt und nahm ihr den großen Reisekoffer ab. Ihre Eltern standen schon eine Weile ungeduldig am Auto und warteten auf ihre Tochter, denn Lisa war auf dem Weg nach Spanien. Nicht etwa in den Urlaub, sondern um für ein Jahr oder zwei dort in einem großen Hotel zu arbeiten.
„Hast du auch nichts vergessen?“, fragte ihre Mutter besorgt. Sie zupfte unnötiger Weise den Kragen von Lisa´s Bluse zurecht.
„Ich denke nicht“, sagte sie und nahm die Hände ihrer Mutter in ihre, damit sie aufhörte.
„Willst du das wirklich machen? Was machst du denn da, ganz alleine?“
„Mama, ich bin fünfundzwanzig Jahre alt, ich schaff das schon und ja, ich will das unbedingt“ Das hatte sie ihrer Mutter heute schon zum hundertsten Mal versichert.
„Na gut, dann los geht’s!“, sagte sie resignierend und half ihrer Tochter, das restliche Gepäck im Kofferraum zu verstauen. Ihr Vater verwuschelte ihr im Vorbeigehen die Haare und zwinkerte ihr zu. Ihm viel es besonders schwer seine Tochter so weit weg ziehen zu lassen. Er hatte schon Probleme gemacht, als sie vor ein paar Jahren in eine eigene Wohnung, in der Nähe ihrer Arbeit gezogen war. Aber als sie mit der Idee kam, für einige Zeit ins Ausland zu gehen, hatte er nichts unversucht gelassen, ihr das wieder auszureden. Doch schließlich gab er sich geschlagen und half ihr sogar dabei ihre Zelte in Deutschland abzubrechen. All ihr Zeug lagerte jetzt in dem nun hoffnungslos überfüllten Keller ihrer Eltern und in den letzten drei Wochen hatte sie wieder zu Hause gewohnt. Ihr Auto war verkauft, von dem Geld der Flug bezahlt und eine stattliche Spanien Garderobe gekauft worden. Denn die Sommer in Deutschland waren kaum lang oder heiß genug um ausreichend kurze Hosen und luftige Oberteile zu haben.

Während der Autofahrt nutzte Lisa die Zeit um noch ein paar Vokabeln zu lernen. Sie war dem Umstand dankbar, dass sie vor einigen Jahren dem Drang nachgegeben hatte, eine zweite Fremdsprache zu lernen. Deutsch und Englisch waren ja kein Problem und da im VHS-Kurs für Spanisch noch ein Platz frei war, fiel ihre Wahl auf diese Sprache.
Doch so recht konnte sie sich nicht konzentrieren. Immer wieder schweifte ihr Blick aus dem Fenster und langsam wurde ihr etwas mulmig. Sie dachte an ihre Freunde und an die Abschiedsfeier am Abend zuvor. Es war eine kleine Feier gewesen. Lisa hatte nicht besonders viele Freunde, was vor allem daran lag, dass sie ein etwas rüpelhaftes und temperamentvolles Wesen hatte. Viele Tränen waren geflossen, besonders als sie sich von ihrer besten Freundin Tine verabschiedete. Eine halbe Stunde lang waren sie sich immer wieder um den Hals gefallen und Tine hatte ihr hoch und heilig versprochen, sie im nächsten Sommer zu besuchen.
Jetzt noch der Abschied von ihren Eltern und sie konnte sich endlich voll und ganz auf das Kommende konzentrieren.
Als sie am Flughafen ankamen, hakte ihre Mutter sich bei Lisa unter und ließ sie nicht mehr los, bis sie den Check-in-Schalter erreichten. Hier war Endstation für ihre Eltern. Lisa warf sich ihre Tasche, die sie als Handgepäck mitnehmen wollte, über die Schulter und stellte die Koffer auf das Förderband am Schalter. Natürlich überschritt sie das Freigewicht hoffnungslos und bezahlte verärgert die zusätzlichen Gebühren. Dann drehte sie sich zu ihren Eltern um, die sich gegenseitig festhielten und Lisa mit Tränen in den Augen ansahen.
„Ihr habt es mir versprochen“, sagte Lisa und kämpfte gegen den Klos in ihrem Hals, als sie ihre Eltern in eine Umarmung zog.
„Ach was willst du schon dagegen machen“, brummte ihr Vater und wischte sich hastig die Tränen aus dem Gesicht.
„Es ist ja kein Abschied für immer und schließlich arbeite ich in einem Hotel. Ihr könnt mich jeder Zeit besuchen kommen“ Jetzt kämpfte Lisa doch noch mit den Tränen. Aber sie lächelte tapfer und drückte zum Abschied fest die Hände ihrer Eltern. Dann ging sie zum Kontrollschalter und durch den Metalldetektor. Als sie sich wieder umdrehte, winkten ihre Eltern und ihre Mutter formte mit ihren Lippen die Worte `Ruf an!´
Lisa nickte und ging weiter. Sie musste sich erst einmal hinsetzen, um sich wieder zu fangen, dann stapfte sie durch den Wartebereich am Gate und wartete.

Der Flug war angenehm, sie hatte sogar einen Fensterplatz ergattert. Als das Flugzeug zur Landung ansetzte, setzte bei Lisa leise Panik ein. Sie hatte schreckliche Angst zu versagen, nicht gemocht zu werden oder zu tölpelhaft zu sein.
Als sie ihre Koffer endlich alle auf einen Gepäckwagen gehievt hatte, fuhr sie in die Eingangshalle des Flughafens und sah sich unsicher um. Zum Glück war wenig los und so entdeckte sie den Mann, der ein Schild mit dem Namen ihres Hotels hochhielt, ziemlich schnell. Es hatten sich schon andere Frauen und Männer in ihrem Alter um ihn versammelt und einige plapperten aufgeregt miteinander. Erleichtert steuerte sie auf die Gruppe zu und merkte dabei zu spät, dass sie zu schnell war um den Gepäckwagen noch rechtzeitig zu stoppen. Sie stemmte sich noch mit aller Kraft dagegen, doch es half nichts. Lisas Gepäckwagen krachte in den, einer missmutig dreinblickenden Frau um die dreißig.
„Kannst du nicht aufpassen!“, schimpfte sie in wütendem spanisch los.
„Entschuldigen Sie bitte, das war keine Absicht“, sagte Lisa in ruhigem, jedoch scharfen Ton.
`Super, machst dir gleich mal Freunde´ dachte sie.
„Gut, dann sind wir ja jetzt alle“, begann der Mann mit dem Schild und rollte über die Zickereien nur die Augen.
„Hola, ich heiße Angelo. Ich arbeite in der Personalabteilung und fahre Sie jetzt zum Hotel. Sie haben alle sicher eine Menge Fragen, aber dafür werden wir morgen ausreichend Zeit haben“, sagte er zu den Neulingen gewandt. Er wirkte etwas steif, so wie er seinen Text herunter ratterte, wirkte er fast wie einer vom Militär. „Die Fahrt dauert etwa zwei Stunden, dann können Sie noch etwas Essen oder etwas Trinken gehen und dann starten wir morgen ausgeruht in den Tag“ Damit machte Angelo sich auf den Weg in Richtung Ausgang und der Trupp von sieben Leuten setzte sich in Bewegung, ihm zu folgen.
„Das wird ein Nachspiel haben“, zischte die Frau in deren Gepäckwagen Lisa gerauscht war. Doch Lisa war nicht der Typ um sich von halbgaren Drohungen einschüchtern zu lassen.
„Sie sind wohl im Kindergarten nicht oft geschubst worden, was? Es war ein Versehen und ich habe mich dafür entschuldigt“
„Werd bloß nicht auch noch frech! Die Zimmermädchen stehen unter meiner Fuchtel und wenn ich in deinen Zimmern auch nur eine Kleinigkeit zu beanstanden habe, dann sorge ich dafür, dass du ein Ticket nach Hause bekommst“, damit zog sie ab. Lisa hätte ihr gerne noch unter die Nase gerieben, dass sie für die Küche eingeteilt war, doch falls sich die Pläne kurzfristig geändert hatten und sie noch nichts davon wusste, war es besser jetzt die Klappe zu halten.

Im Bus setzte sich eine aufgekratzt wirkende kleine Blondine neben Lisa.
„Mach dir nichts draus, die ist immer so drauf“, sie grinste Lisa bis über beide Ohren zu und Lisa konnte nicht anders, als zurück zu lächeln.
„Danke, da kann ich ja nur hoffen“ , sie streckte dem Mädchen die Hand hin „Ich bin Lisa“
„Ich bin Manuela, aber nenn mich Manu“, wenn überhaupt möglich, grinste Manu noch breiter. Für eine so zierliche Person hatte sie einen ordentlichen Handschlag.
„Dann bist du also keine Neue?“, fragte Lisa neugierig.
„Nein, ich habe gerade meine Familie in Holland besucht. Marta hat mich auch auf dem Kieker“, flüsterte sie. „Aber das wird bestimmt irgendwann besser“ Vergnügt rutschte sie auf ihrem Sitz hin und her, bis sie bequem saß.
„Und du? Warst du vorher schon mal im Ausland arbeiten?“, fragte sie. Lisa betrachtete gerade Manu´s Sommersprossen, die ihr ganz Dick über Wangen und Nase gingen. Sie hatte einen kleinen, vollen Mund und große blaue Augen. Sie war wie ein zierliches Püppchen, mitsamt Stupsnase, hatte aber Energie wie ein Wirbelsturm.
„Nein, das ist das erste Mal. Ich bin schon total nervös“, gab sie zu und lächelte unsicher.
„Das kann ich voll verstehen. Als ich das erste Mal hier ankam, habe ich vor Nervosität so viel gequasselt, dass mir der Busfahrer Sprechverbot erteilt hat“
Lisa lachte, sie konnte sich das nur zu gut vorstellen.
Dank Manu verging die Fahrt wie im Flug. Am Hotel angekommen, verabschiedete sie sich und Lisa ging mit den Neuankömmlingen, Angelo und Marta in die Hotelhalle. Dort bekamen sie ihre ersten Instruktionen und wurden dann aufgeteilt. Die beiden Männer wurden an der Bar, die beiden Mädchen als Reinigungspersonal und sie als Küchenhilfe eingeteilt. Als Marta das hörte, verzog sie das Gesicht noch missmutiger und warf Lisa einen bösen Blick zu. Lisa musste lachen, als sie das sah und schüttelte den Kopf. Wie konnte sich jemand wegen einer solchen Lappalie so aufregen? Es war ja nicht einmal ein Gepäckstück vom Wagen gefallen.
„Ihr könnt euch jetzt an der Rezeption eure Zimmerschlüssel holen. Es sind Doppelzimmer, ihr werdet sie euch also teilen müssen und ich will keine Beschwerden darüber hören“
Allgemeines Murren hatte sich eingestellt, ob dieser Neuigkeit. Lisa lief ein Schauer über den Rücken als ihr bewusst wurde, dass sie vielleicht ihr Zimmer mit Marta würde teilen müssen. Doch natürlich hatte die ein Einzelzimmer. Sie machte sich mit ihren neuen Untertanen schnell aus dem Staub, ohne Lisa noch eines Blickes zu würdigen.
Lisa war überrascht, als sie an der Rezeption Manu entdeckte. Sie redete auf die Dame hinter der Theke ein und als sie Lisa sah, warf sie ihr schnell noch ein paar Worte hin und kam dann auf sie zu gerannt.
„Du bist bei mir im Zimmer!“, jubelte sie. „Ich habe gerade die Einteilung ändern lassen, ich habe nämlich sonst immer voll langweilige Zimmergenossen. Das wird bestimmt total toll! Das macht dir doch nichts aus, oder? Du kannst auch mit jemand anderes aufs Zimmer, wenn du das möchtest“
Lisa grinste, weil sie einfach nicht anders konnte. Wenn man Manu ansah, musste man einfach gut drauf sein.
„Du wirst mir zwar manchmal furchtbar auf die nerven gehen, aber das möchte ich um nichts auf der Welt verpassen“, lachte sie
Kumpelhaft legte sie Manu einen Arm um die Schulter und ging zur Rezeption um sich ihren Schlüssel abzuholen.
Den ganzen Weg zum Zimmer plapperte Manu wieder auf Lisa ein. Selbst, als sie schon das Licht gelöscht hatten, schnatterte sie immer noch wie eine Gans, ohne, dass Lisa ihr antworten musste.
„Manu?“, murmelte Lisa irgendwann schlaftrunken.
„Ja?“ Sie klang aufgeregt.
„Halt endlich die Klappe“
„Ja, tschuldige. Gute Nacht“ Und dann war tatsächlich Ruhe.
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BeitragVerfasst am: 18.09.2020 18:06    Titel: Re: unter der spanischen Sonne Neue Version Kapitel 1 Antworten mit Zitat

Düsterhöft hat Folgendes geschrieben:
Die Überarbeitung ist jetzt nicht so umfangreich wie ich es mir zu Anfang vorgenommen hatte. Ich versuche mich jetzt einfach mal langsam heran zu tasten.

rot ist ueberfluessiges fuellwort
orange ist schreibsprache, also nichtwie man redet

braun: knapper

„Lisa! Beeil dich gefälligst, sonst verpasst du noch deinen (den)  Flug!“
„Bin doch schon da“ Lisa´s Kopf war hochrot, vom Schleppen ihrer Koffer. Ihr Vater kam ihr zur Hilfe geeilt und nahm ihr den großen Reisekoffer ab. Ihre Eltern standen schon eine Weile ungeduldig am Auto und warteten auf ihre Tochter, denn Lisa war auf dem Weg nach Spanien.
(Ihre Eltern standen schon eine Weile ungeduldig am Auto und warteten auf  Lisa, die auf dem Weg nach Spanien war).

Nicht etwa in den Urlaub, sondern um für ein Jahr oder zwei dort in einem großen Hotel zu arbeiten.
„Hast du auch nichts vergessen?“, fragte ihre Mutter besorgt. Sie zupfte unnötiger Weise den Kragen von Lisa´s Bluse zurecht.
„Ich denke nicht“, sagte sie und nahm die Hände ihrer Mutter in ihre, damit sie aufhörte.
„Willst du das wirklich machen? Was machst du denn da, ganz alleine?“
„Mama, ich bin fünfundzwanzig Jahre alt, ich schaff das schon und ja, ich will das unbedingt“ Das hatte sie ihrer Mutter heute schon zum hundertsten Mal versichert.
„Na gut, dann los geht’s!“, sagte sie resignierend und half ihrer Tochter, das restliche Gepäck im Kofferraum zu verstauen. Ihr Vater verwuschelte ihr im Vorbeigehen die Haare und zwinkerte ihr zu. Ihm viel (fiel) es besonders schwer seine Tochter so weit weg ziehen zu lassen. Er hatte schon Probleme gemacht, als sie vor ein paar Jahren in eine eigene Wohnung, in der Nähe ihrer Arbeit gezogen war. Aber als sie mit der Idee kam, für einige Zeit ins Ausland zu gehen, hatte er nichts unversucht gelassen, ihr das wieder auszureden. Doch schließlich gab er sich geschlagen und half ihr sogar dabei ihre Zelte in Deutschland abzubrechen. All ihr Zeug lagerte jetzt in dem nun hoffnungslos überfüllten Keller ihrer Eltern und in den letzten drei Wochen hatte sie wieder zu Hause gewohnt. Ihr Auto war verkauft, von dem Geld der Flug bezahlt und eine stattliche Spanien Garderobe gekauft worden. Denn die Sommer in Deutschland waren kaum lang oder heiß genug um ausreichend kurze Hosen und luftige Oberteile zu haben.

Während der Autofahrt nutzte Lisa die Zeit um noch ein paar Vokabeln zu lernen. Sie war dem Umstand dankbar, dass sie vor einigen Jahren dem Drang nachgegeben hatte, eine zweite Fremdsprache zu lernen. Deutsch und Englisch waren ja kein Problem und da im VHS-Kurs für Spanisch noch ein Platz frei war, fiel ihre Wahl auf diese Sprache.
Doch so recht konnte sie sich nicht konzentrieren. Immer wieder schweifte ihr Blick aus dem Fenster und langsam wurde ihr etwas mulmig. Sie dachte an ihre Freunde und an die Abschiedsfeier am Abend zuvor. Es war eine kleine Feier gewesen. Lisa hatte nicht besonders viele Freunde, was vor allem daran lag, dass sie ein etwas rüpelhaftes und temperamentvolles Wesen hatte. Viele Tränen waren geflossen, besonders als sie sich von ihrer besten Freundin Tine verabschiedete. Eine halbe Stunde lang waren sie sich immer wieder um den Hals gefallen und Tine hatte ihr hoch und heilig versprochen, sie im nächsten Sommer zu besuchen.
Jetzt noch der Abschied von ihren Eltern und sie konnte sich endlich voll und ganz auf das Kommende konzentrieren.
Als sie am Flughafen ankamen, hakte ihre Mutter sich bei Lisa unter und ließ sie nicht mehr los, bis sie den Check-in-Schalter erreichten. Hier war Endstation für ihre Eltern. Lisa warf sich ihre Tasche, die sie als Handgepäck mitnehmen wollte, über die Schulter und stellte die Koffer auf das Förderband am Schalter. Natürlich überschritt sie das Freigewicht hoffnungslos und bezahlte verärgert die zusätzlichen Gebühren. Dann drehte sie sich zu ihren Eltern um, die sich gegenseitig festhielten und Lisa mit Tränen in den Augen ansahen.
„Ihr habt es mir versprochen“, sagte Lisa und kämpfte gegen den Klos in ihrem Hals, als sie ihre Eltern in eine Umarmung zog.
„Ach was willst du schon dagegen machen“, brummte ihr Vater und wischte sich hastig die Tränen aus dem Gesicht.
„Es ist ja kein Abschied für immer und schließlich arbeite ich in einem Hotel. Ihr könnt mich jeder Zeit besuchen kommen“ Jetzt kämpfte Lisa doch noch mit den Tränen. Aber sie lächelte tapfer und drückte zum Abschied fest die Hände ihrer Eltern. Dann ging sie zum Kontrollschalter und durch den Metalldetektor. Als sie sich wieder umdrehte, winkten ihre Eltern und ihre Mutter formte mit ihren Lippen die Worte `Ruf an!´
Lisa nickte und ging weiter. Sie musste sich erst einmal hinsetzen, um sich wieder zu fangen, dann stapfte sie durch den Wartebereich am Gate und wartete.

Der Flug war angenehm, sie hatte sogar einen Fensterplatz ergattert. Als das Flugzeug zur Landung ansetzte, setzte bei Lisa leise Panik ein. Sie hatte schreckliche Angst zu versagen, nicht gemocht zu werden oder zu tölpelhaft zu sein.
Als sie ihre Koffer endlich alle auf einen Gepäckwagen gehievt hatte, fuhr sie in die Eingangshalle des Flughafens und sah sich unsicher um. Zum Glück war wenig los und so entdeckte sie den Mann, der ein Schild mit dem Namen ihres Hotels hochhielt, ziemlich schnell. Es hatten sich schon andere Frauen und Männer in ihrem Alter um ihn versammelt und einige plapperten aufgeregt miteinander. Erleichtert steuerte sie auf die Gruppe zu und merkte dabei zu spät, dass sie zu schnell war um den Gepäckwagen noch rechtzeitig zu stoppen. Sie stemmte sich noch mit aller Kraft dagegen, doch es half nichts. Lisas Gepäckwagen krachte in den, einer missmutig dreinblickenden Frau um die dreißig.
„Kannst du nicht aufpassen!“, schimpfte sie in wütendem spanisch los.
„Entschuldigen Sie bitte, das war keine Absicht“, sagte Lisa in ruhigem, jedoch scharfen Ton.
`Super, machst dir gleich mal Freunde´ dachte sie.
„Gut, dann sind wir ja jetzt alle“, begann der Mann mit dem Schild und rollte über die Zickereien nur die Augen.
„Hola, ich heiße Angelo. Ich arbeite in der Personalabteilung und fahre Sie jetzt zum Hotel. Sie haben alle sicher eine Menge Fragen, aber dafür werden wir morgen ausreichend Zeit haben“, sagte er zu den Neulingen gewandt. Er wirkte etwas steif, so wie er seinen Text herunter ratterte, wirkte er fast wie einer vom Militär. „Die Fahrt dauert etwa zwei Stunden, dann können Sie noch etwas Essen oder etwas Trinken gehen und dann starten wir morgen ausgeruht in den Tag“ Damit machte Angelo sich auf den Weg in Richtung Ausgang und der Trupp von sieben Leuten setzte sich in Bewegung, ihm zu folgen.
„Das wird ein Nachspiel haben“, zischte die Frau in deren Gepäckwagen Lisa gerauscht war. Doch Lisa war nicht der Typ um sich von halbgaren Drohungen einschüchtern zu lassen.
„Sie sind wohl im Kindergarten nicht oft geschubst worden, was? Es war ein Versehen und ich habe mich dafür entschuldigt“
„Werd bloß nicht auch noch frech! Die Zimmermädchen stehen unter meiner Fuchtel und wenn ich in deinen Zimmern auch nur eine Kleinigkeit zu beanstanden habe, dann sorge ich dafür, dass du ein Ticket nach Hause bekommst“, damit zog sie ab. Lisa hätte ihr gerne noch unter die Nase gerieben, dass sie für die Küche eingeteilt war, doch falls sich die Pläne kurzfristig geändert hatten und sie noch nichts davon wusste, war es besser jetzt die Klappe zu halten.

Im Bus setzte sich eine aufgekratzt wirkende kleine Blondine neben Lisa.
„Mach dir nichts draus, die ist immer so drauf“, sie grinste Lisa bis über beide Ohren zu und Lisa konnte nicht anders, als zurück zu lächeln.
„Danke, da kann ich ja nur hoffen“ , sie streckte dem Mädchen die Hand hin „Ich bin Lisa“
„Ich bin Manuela, aber nenn mich Manu“, wenn überhaupt möglich, grinste Manu noch breiter. Für eine so zierliche Person hatte sie einen ordentlichen Handschlag.
„Dann bist du also keine Neue?“, fragte Lisa neugierig.
„Nein, ich habe gerade meine Familie in Holland besucht. Marta hat mich auch auf dem Kieker“, flüsterte sie. „Aber das wird bestimmt irgendwann besser“ Vergnügt rutschte sie auf ihrem Sitz hin und her, bis sie bequem saß.
„Und du? Warst du vorher schon mal im Ausland arbeiten?“, fragte sie. Lisa betrachtete gerade Manu´s Sommersprossen, die ihr ganz Dick über Wangen und Nase gingen. Sie hatte einen kleinen, vollen Mund und große blaue Augen. Sie war wie ein zierliches Püppchen, mitsamt Stupsnase, hatte aber Energie wie ein Wirbelsturm.
„Nein, das ist das erste Mal. Ich bin schon total nervös“, gab sie zu und lächelte unsicher.
„Das kann ich voll verstehen. Als ich das erste Mal hier ankam, habe ich vor Nervosität so viel gequasselt, dass mir der Busfahrer Sprechverbot erteilt hat“
Lisa lachte, sie konnte sich das nur zu gut vorstellen.
Dank Manu verging die Fahrt wie im Flug. Am Hotel angekommen, verabschiedete sie sich und Lisa ging mit den Neuankömmlingen, Angelo und Marta in die Hotelhalle. Dort bekamen sie ihre ersten Instruktionen und wurden dann aufgeteilt. Die beiden Männer wurden an der Bar, die beiden Mädchen als Reinigungspersonal und sie als Küchenhilfe eingeteilt. Als Marta das hörte, verzog sie das Gesicht noch missmutiger und warf Lisa einen bösen Blick zu. Lisa musste lachen, als sie das sah und schüttelte den Kopf. Wie konnte sich jemand wegen einer solchen Lappalie so aufregen? Es war ja nicht einmal ein Gepäckstück vom Wagen gefallen.
„Ihr könnt euch jetzt an der Rezeption eure Zimmerschlüssel holen. Es sind Doppelzimmer, ihr werdet sie euch also teilen müssen und ich will keine Beschwerden darüber hören“
Allgemeines Murren hatte sich eingestellt, ob dieser Neuigkeit. Lisa lief ein Schauer über den Rücken als ihr bewusst wurde, dass sie vielleicht ihr Zimmer mit Marta würde teilen müssen. Doch natürlich hatte die ein Einzelzimmer. Sie machte sich mit ihren neuen Untertanen schnell aus dem Staub, ohne Lisa noch eines Blickes zu würdigen.
Lisa war überrascht, als sie an der Rezeption Manu entdeckte. Sie redete auf die Dame hinter der Theke ein und als sie Lisa sah, warf sie ihr schnell noch ein paar Worte hin und kam dann auf sie zu gerannt.
„Du bist bei mir im Zimmer!“, jubelte sie. „Ich habe gerade die Einteilung ändern lassen, ich habe nämlich sonst immer voll langweilige Zimmergenossen. Das wird bestimmt total toll! Das macht dir doch nichts aus, oder? Du kannst auch mit jemand anderes aufs Zimmer, wenn du das möchtest“
Lisa grinste, weil sie einfach nicht anders konnte. Wenn man Manu ansah, musste man einfach gut drauf sein.
„Du wirst mir zwar manchmal furchtbar auf die nerven gehen, aber das möchte ich um nichts auf der Welt verpassen“, lachte sie
Kumpelhaft legte sie Manu einen Arm um die Schulter und ging zur Rezeption um sich ihren Schlüssel abzuholen.
Den ganzen Weg zum Zimmer plapperte Manu wieder auf Lisa ein. Selbst, als sie schon das Licht gelöscht hatten, schnatterte sie immer noch wie eine Gans, ohne, dass Lisa ihr antworten musste.
„Manu?“, murmelte Lisa irgendwann schlaftrunken.
„Ja?“ Sie klang aufgeregt.
„Halt endlich die Klappe“
„Ja, tschuldige. Gute Nacht“ Und dann war tatsächlich Ruhe.


weil ich leider bettlaegerig bin, faellt es mir schwer viel zu korrigieren. ich hab ein paar beispiele gemacht. bitte straffe den text, und, obwohl schon viel besser, lasse sie normal reden. aber ich erkenne absolut, dass du bereits viel am text gearbeitet hast. sehr gut.
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Düsterhöft
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BeitragVerfasst am: 18.09.2020 20:55    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Das Ding ist tatsächlich, dass ich die Geschichte vor gut sieben Jahren geschrieben habe. Da habe ich mit dem Schreiben sozusagen angefangen. Jetzt hab ich die wieder ausgegraben und find sie nicht schlecht, nur weiß ich gar nicht genau wo ich ansetzen soll. Die Dialoge stören mich teilweise so arg, dass ich am liebsten nochmal ganz neu anfangen würde. Macht das Sinn? Ich habe bereits 124 Normseiten, aber ist das durchforsten von Kapitel zu Kapitel nicht mühsamer als es gleich nochmal neu zu machen?
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hans1
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BeitragVerfasst am: 18.09.2020 21:39    Titel: Antworten mit Zitat

Düsterhöft hat Folgendes geschrieben:
Das Ding ist tatsächlich, dass ich die Geschichte vor gut sieben Jahren geschrieben habe. Da habe ich mit dem Schreiben sozusagen angefangen. Jetzt hab ich die wieder ausgegraben und find sie nicht schlecht, nur weiß ich gar nicht genau wo ich ansetzen soll. Die Dialoge stören mich teilweise so arg, dass ich am liebsten nochmal ganz neu anfangen würde. Macht das Sinn? Ich habe bereits 124 Normseiten, aber ist das durchforsten von Kapitel zu Kapitel nicht mühsamer als es gleich nochmal neu zu machen?

erfahrung: ganz neu  anfangen. so ist das manchmal. ich kenne das selber. manchmal merkt man erst am ende, dass man in die falsche kurfe kam.
wenn dich  der stoff wirklich interessiert, er dir heute noch wichtig ist, faengst du neu an.
gespannt auf deine entscheidung! viel  glueck.  SUERTE.
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Düsterhöft
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BeitragVerfasst am: 22.09.2020 21:19    Titel: Neuanfang pdf-Datei Antworten mit Zitat

Also dann nochmal. Was würdet ihr sagen? Vom Schreibstil her besser oder schlechter? Von der Erzählung her besser oder schlechter? Oder alles gleich?

Mit klopfendem Herzen ging Lisa durch den Metalldetektor und nahm anschließend ihre Sachen, unter dem strengen Blick des Zollbeamten, wieder aus der Plastikwanne. Sie warf sich ihre Tasche über den Rücken und drehte sich noch einmal unsicher um. Ihre Eltern standen auf der anderen Seite der Absperrung und hielten sich aneinander fest. Lisa presste ihre Lippen aufeinander, winkte noch einmal verhalten zum Abschied und schritt dann eilig in Richtung Gate davon.
Im Wartebereich vor dem Gate, setzte sie sich erst einmal auf eine Bank und stützte die Hände vor´s Gesicht. Am liebsten wäre sie zurück gelaufen und hätte die ganze Sache abgeblasen, doch sie zwang sich dazu durchzuhalten. Gestern noch, hatte sie sich auf dieses Abenteuer gefreut und sie konnte sich glücklich schätzen es erleben zu dürfen. Aber irgendwie schien die Aussicht darauf, ein Jahr im Ausland zu arbeiten, plötzlich nicht mehr besonders verlockend. Es hatte sie so viel Mühe gekostet, von der Idee bis zum lang ersehnten Reiseantritt in dieser Minute. Ihr war klar, dass sie es ewig bereuen würde, wenn sie jetzt einen Rückzieher machte.
Lisa dachte an den Abend zuvor, als sie mit ein paar Freunden ihren Abschied gefeiert und sich mit vielen Tränen von ihrer besten Freundin Tine verabschiedet hatte. Alle hatten sich mit ihr gefreut, Witze darüber gerissen, dass ausgerechnet sie ein Auslandsjahr angeleiert hatte, wo sie doch immer Probleme hatte sich auf fremde Menschen einzulassen.
Solche Feste hätte sie viel öfter feiern sollen, dachte sie jetzt bei sich.
Sie kramte in ihrer Tasche nach ihren Ohrstöpseln und suchte auf ihrem Handy nach der spanischen Musik, die sie sich extra für die Reise auf das Handy geladen hatte, als Stimmungsmacher.
Sie schloss die Augen, lauschte der Musik und langsam beruhigte sie sich wieder. Mit einem tiefen seufzen lehnte sie sich zurück – noch eine Stunde bis sie abheben würde.

Im Flugzeug war sie wieder voll freudiger Spannung. Sie konnte sich gar nicht mehr erinnern, wann sie das letzte mal so aufgeregt gewesen war.
Während die Stewardess unverständliches Zeugs über die Lautsprecher plapperte, setzte sich das Flugzeug langsam in Bewegung. Sie glitten über das Rollfeld, wurden unter lautem Getöse immer schneller und schließlich hoben sie ab. Das Getöse schrumpfte augenblicklich zu einem Rauschen im Hintergrund zusammen und Lisa fühlte sich schwerelos. Gedanklich hatte sie allen Ballast auf dem Boden zurück gelassen. Während sie aus dem Fenster hinunter sah stellte sie sich vor, wie er in Form von Koffern und Taschen unten auf der Startbahn des Flughafens in Flammen stand und sie nie wieder belästigen würde.

Das sanfte `Pling´ der Anzeige über ihrem Kopf, riss sie aus ihren Gedanken. Sie hatten die Flughöhe erreicht und sie durfte sich nun abschnallen. Sie suchte auf ihrem Handy nach der sprachlern App und steckte sich ihre Kopfhörer wieder in die Ohren. Während eine Frauenstimme ihr die Vokabeln erst auf spanisch und dann auf deutsch vorsagte versuchte sie sich die jeweilige Schreibweise einzuprägen. Etwa eine halbe Stunde konnte sie sich gut konzentrieren, dann schweiften ihre Gedanken immer wieder ab.
Sie dachte an den hoffnungslos überfüllten Keller in ihrem Elternhaus, in dem jetzt all ihre Sachen lagerten. An ihre alte Wohnung, die erste eigene Wohnung im dritten Stock eines großen Mehrparteien Hauses, am Rand einer Parkanlage mit Balkon ins Grüne. Fünfunddreißig Quadratmeter Freiheit waren es für sie gewesen. Jetzt würde sie dann ein Hotelzimmer bewohnen, am Rand der Hotelanlage, extra für Saisonarbeiter bereitgestellt und ohne Klimaanlage, ohne Ausblick und ohne Balkon.
Die Frau, die neben Lisa platz genommen hatte, tippte sie plötzlich an. Mit fragendem Blick wandte sie sich ihr zu.
„Ob Sie auch etwas möchten?“, wiederholte sie offensichtlich die Frage der Stewardess, nie auf dem Gang stand und beide sahen sie abwartend an.
„Nein danke“, antwortete Lisa mit belegter Stimme, woraufhin sie sich räuspern musste. Sie lächelte die Stewardess und die Frau neben sich freundlich an und wandte sich dann wieder ihrem Handy zu.
Interaktion mit Fremden – sie konnte es einfach nicht besonders gut. Was fragte man fremde Menschen? Lisa verstand die Notwendigkeit nicht sich mit jemandem unterhalten zu müssen, nur weil er oder sie zufällig neben einem saß. Manchmal versuchten die Leute sich mit ihr zu unterhalten und Lisa gab auch immer freundlich Antwort, nur fehlte ihr einfach das Talent dafür, ein Gespräch am Laufen zu halten. Es ging einigermaßen, wenn sie angetrunken war, aber sie konnte sich ja nicht bei jeder Gelegenheit die Kante geben.
Lisa mochte diese Eigenschaft an sich nicht besonders. Es war einer der Gründe warum sie sich in dieses Abenteuer stürzte. Sich selbst herauszufordern, sich selbst zu Veränderungen zu zwingen, die man unter normalen Bedingungen selber nicht erreichen konnte.
Nach der Sache mit Tom war sie ein Wrack. Völlig gegen die Wand gefahren, Totalschaden.
Sie wollte zurück zu sich selbst und zu noch viel mehr. Sie musste sich verändern, denn sonst würde sie Tom erlauben ihr Leben zerstört zu haben und das konnte sie nicht zulassen.

Der Landeanflug kam viel zu schnell und nervös krallte sich Lisa in ihrem Sitz fest. Mit klopfendem Herzen folgte sie den anderen Passagieren aus dem Flugzeug und ließ sich mit der Masse treiben.
Sobald sich die Meute etwas zerschlagen hatte und man stehen bleiben konnte ohne  angerempelt zu werden, hielt Lisa inne um sich zu orientieren. Zum Glück fand sie die Gepäckausgabe schnell und auch der Durchlass beim Zoll ging zügig.
Sie schob ihren Gepäckwagen aus der Kontrolle, sah sich um und entdeckte bald einen Mann, der ein Schild mit dem Namen von ihrem Hotel hochhielt. Es standen schon andere Männer und Frauen in ihrem Alter bei ihm und erleichtert eilte sie auf die Gruppe zu. Dabei bemerkte sie zu spät, dass sie zu schnell war und den Gepäckwagen nicht mehr rechtzeitig würde stoppen können. Sie stemmte sich noch mit aller Kraft dagegen, doch es half nicht mehr viel, sie krachte in einen der anderen Gepäckwagen und die Mädchen der Gruppe schrien erschrocken auf.
Eine von ihnen drehte sich zu Lisa um und sagte irgendetwas zu ihr. Sie verstand kein Wort, doch sie konnte sehen und hören, dass es nichts freundliches gewesen war.
„Bitte entschuldigen Sie“, sagte Lisa hastig auf spanisch und zog ihren Gepäckwagen ein Stück zurück. „Ist etwas kaputt gegangen?“ Sie besah sich die Gepäckstücke in die sie gekracht war, doch es schien alles in Ordnung zu sein.
Wieder plapperte das Mädchen mit zornigem Gesicht und wütendem Tonfall auf sie ein. Verwirrt hob Lisa ihre Augenbrauen bis sie erkannte, dass ihr Gegenüber nicht spanisch, sondern französisch sprach. Unwillkürlich zog Lisa die Nase kraus. Sie konnte den klang dieser Sprache nicht besonders gut leiden. Genauso wie Schriftdeutsch, klang es immer irgendwie nervtötend.
„Ich kann Sie leider nicht verstehen“, sagte sie deswegen und bemühte sich sehr um einen höflichen Tonfall. Ihr gegenüber rollte nur genervt mit den Augen.
„Natürlich nicht, ir scheint niemand der französischen Sprache mächtisch zu sein“, echauffierte sie sich überheblich und funkelte Lisa dabei immer noch feindselig an. „Ich habe disch gefragt, ob du keine Augen im Kopf hast und disch eine blöde Ziege genannt“, wetterte sie weiter.
„Und ich habe mich bei Ihnen entschuldigt“, antwortete Lisa nun ihrerseits in scharfem Tonfall.
Die Französin wollte noch etwas erwidern, doch ihr wurde das Wort von dem Mann vom Hotel abgeschnitten.
„Da wir nun vollzählig sind möchte ich mich kurz vorstellen. Ich bin Angelo, ich leite die Personalabteilung im Sunrise Resort. Für diejenigen unter Ihnen, die schon länger bei uns arbeiten, willkommen zurück und für die Neuankömmlinge, herzlich willkommen.“
Angelo machte eine Pause, bis sich das Hallo-Gemurmel der anderen gelegt hatte.
„Wir fahren jetzt zum Hotel, die Fahrt dauert etwa zwei Stunden, dort können Sie noch etwas zu Abend essen und in Ruhe Ihre Zimmer beziehen. Alles weitere besprechen wir im Hotel oder dann Morgen vor Schichtbeginn. Bitte folgen Sie mir.“
Mit einer freundlichen Geste wies Angelo ihnen die Richtung und die Gruppe setzte sich in Bewegung.
„Wollen wir offen, dass die Deutsche nicht auch noch den Bus kaputt fährt“, zischte die Französin bissig und schob mit gestrecktem Kinn an Lisa vorbei.
„Ist gut jetzt, Monique!“, verteidigte Angelo Lisa, noch bevor sie etwas erwidern konnte. Sein genervter Ton machte klar, dass er keine weiteren Sticheleien dulden würde.
Am Bus angekommen verstauten sie ihr Gepäck in den großen Laderaum an der Seite und als Lisa gerade einsteigen wollte, sah sie aus dem Augenwinkel wie Monique angeschossen kam und sich vor ihr in den Bus drängen wollte.
Doch Lisa war nicht bereit sich gleich zu Beginn unterkriegen zu lassen. Sie war mindestens einen halben Kopf größer und kräftiger gebaut, als die zierliche Monique, also stellte sie sich mit festem Stand vor der Bustüre auf und hielt sich mit festem Griff an der Treppenstange ein. Monique, die mit dem stabilen Stand von Lisa nicht gerechnet hatte, prallte fast wie ein Gummiball an Lisa ab und geriet ins Stolpern. Schnell griff Lisa nach ihr und verhinderte so, dass sie hinfiel.
„Hoppla, Monique“, rief Lisa aus. „Nicht, dass du dir noch weh tust.“, die beiden Männer, die hinter Lisa in der Reihe standen lachten verhalten und schüttelten den Kopf über den Zickenkrieg.
„Pass bloß auf!“, giftete Monique.
„Worauf?“, fragte Lisa kühl und stieg dann, unter den zornfunkelnden Blicken von Monique, in den Bus.
Im Bus setzte sich eine aufgekratzt wirkende kleine Blondine neben Lisa.
„Mach dir nichts draus, die ist immer so drauf“, sie grinste Lisa bis über beide Ohren an und Lisa konnte nicht anders, als zurück zu lächeln.
„Danke, da kann ich ja nur hoffen“ , sie streckte dem Mädchen die Hand hin „Ich bin Lisa“
„Ich bin Manuela, aber nenn mich Manu“, wenn überhaupt möglich, grinste Manu noch breiter. Für eine so zierliche Person hatte sie einen ordentlichen Handschlag.
„Dann bist du also keine Neue?“, fragte Lisa neugierig.
„Nein, ich habe gerade meine Familie in Holland besucht. Monique hat mich auch auf dem Kieker, aber eigentlich ist sie kein schlechter Mensch“, flüsterte sie. Vergnügt rutschte sie auf ihrem Sitz hin und her, bis sie bequem saß.
„Und du? Warst du vorher schon mal im Ausland arbeiten?“, fragte sie. Lisa betrachtete gerade Manu´s Sommersprossen, die ihr ganz Dick über Wangen und Nase gingen. Sie hatte einen kleinen, vollen Mund und große blaue Augen. Sie war wie ein zierliches Püppchen, mitsamt Stupsnase, hatte aber Energie wie ein Wirbelsturm.
„Nein, noch nie. Ich bin schon total nervös“, gab sie zu und lächelte unsicher.
„Das kann ich voll verstehen. Als ich das erste Mal hier ankam, habe ich vor Nervosität so viel gequasselt, dass mir der Busfahrer Sprechverbot erteilt hat“
Lisa lachte, sie konnte sich das nur zu gut vorstellen.
Dank der pausenlos quatschenden Manu verging die Busfahrt wie im Flug. Sie erzählte ihr so gut wie alles über ihren Urlaub zu Hause, über ihre Familie, dass ihre Eltern geschieden waren und ein Teil ihrer jüngeren Geschwister bei der Mutter lebte und ein Bruder mit dem Vater gegangen war. Sie fand es furchtbar stressig, ständig zwischen den Wohnungen hin und her zu pendeln und allen gerecht zu werden, und so weiter.
Als der Bus hielt, rieb sich Lisa ihre schwitzigen Handflächen an ihrer Jeans trocken, bevor sie hinter Manu aufstand und ausstieg.
Das Hotel sah im Halbdunkel der Abenddämmerung richtig nobel aus. Die Außenbeleuchtung war bereits eingeschaltet und das viele Licht brach sich funkelnd in der von Säulen unterbrochenen Glasfront, welche den Blick auf die Lobby und die Rezeption freigab. Der Eingang befand sich hinten am Hotel und somit in einem der oberen Stockwerke. Nach Vorne viel das Gelände zum Meer hin ab und die vielen Etagen des Hotels waren wie treppenartige Terrassen angelegt. Die Flure, Treppenhäuser und Gänge vor den Zimmern waren somit offen gestaltet und befanden sich ausnahmslos unter freiem Himmel. Es war, als würde man auf einer nicht enden wollenden Terrasse zu den Zimmern oder den verschiedenen Pool Anlagen gelangen. Dazu waren die Stockwerke durchzogen von Beeten und begrünten Randstreifen die mit Palmen und Farnen bepflanzt und hin und wieder mit Sitzbänken ausgestattet waren.
Obwohl die Sonne schon fast untergegangen war, war die Luft über dem Pflaster immer noch drückend heiß und man hatte das Gefühl auf einer heißen Herdplatte zu laufen.
Lisa bereute es, eine lange Hose angezogen zu haben, was hatte sie sich nur dabei gedacht? Zum Glück war die Hotellobby angenehm kühl und Lisa atmete erleichtert auf.
„So, den alten Hasen wünsche ich einen angenehmen Abend, vergessen Sie nicht ihren Schichtplan an der Rezeption abzuholen. Der Rest darf dort hinten Platz nehmen, ich komme gleich zu Ihnen.“
Manu, Monique und die beiden Männer aus der Gruppe gingen zur Rezeption. Der nun übrig gebliebene Rest aus fünf Frauen, setzte sich in die Lobby und wartete ab. Die anderen unterhielten sich miteinander und beschnupperten sich vorsichtig. Lisa saß daneben, versuchte freundlich zu lächeln und wartete auf eine Gelegenheit sich in das Gespräch mit einzubringen. Sie waren alle als Zimmermädchen hier, nur Lisa hatte sich für eine Stelle als Küchenhilfe gemeldet. Da sie schon während ihrer Ausbildung vor ein paar Jahren nebenbei als Küchenhilfe gejobbt hatte, war es ihr als die logische Wahl erschienen.
Angelo kam zu ihnen herüber, doch er konnte nicht mal Luft holen, als Manu an ihm vorbei zischte sich vor ihnen aufbaute und verkündete „Du bist bei mir im Zimmer!“
Die Mädchen lachten, nicht zuletzt wegen Angelo´s überraschten Gesichtsausdrucks.
„Wie bitte?“, fragte er verdutzt.
„Entschuldige Angelo, ich hab an der Rezeption die Einteilung ändern lassen, Lisa ist jetzt bei mir.“, sie lächelte ihn schüchtern an und man konnte deutlich erkennen, wie er von ihrem süßen Lächeln verzaubert wurde. Er verdrehte die Augen und legte freundschaftlich einen Arm um Manu, die daraufhin rot anlief.
„Wollen Sie sich das antun?“,fragte er Lisa und sah sie dabei belustigt an.
„Hey!“, protestierte Manu und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Das will ich mir auf gar keinen Fall entgehen lassen.“, antwortete Lisa und lachte. Sie zwinkerte Manu zu, die ihr Zimmerschlüssel und Schichtplan reichte.
„Yippie!“, jubelte Manu, als sie zusammen zu ihrem Zimmer aufbrachen.
Wie Lisa es schon vermutet hatte lagen die Zimmer der Angestellten ganz außen und ganz hinten in der Hotelanlage. Die Luft war stickig und sie schüttelte nur den Kopf über den Deckenventilator der mittig über den beiden Einzelbetten hing, die mitten im Raum standen. Um eine kleine Vormauerung herum stand ein Sofa, vor dem ein alter Röhrenfernseher stand. Dahinter war noch eine Tür, die in die Nasszelle führte.
Die beiden Mädchen packten ihre Kleidung in die Schränke, duschten sich und gingen dann zu Bett. Als Abendessen diente Lisa ein Müsliriegel aus ihrer Reisetasche. Sie hatte keine Lust mehr irgendwo hin zu gehen. Sie war geschafft und wollte nur noch schlafen. Morgen Vormittag würde sie die Hotelanlage erkunden, bevor sie mittags zur Spätschicht antreten musste.
Den ganzen Weg zum Zimmer hatte Manu ohne Pause auf Lisa eingeplappert. Auch während dem Auspacken und sogar als sie in der Dusche stand, redete sie ohne Unterlass. Selbst, als sie schon das Licht gelöscht hatten, schnatterte sie immer noch wie eine Gans, ohne, dass Lisa ihr antworten musste.
„Manu?“, murmelte Lisa irgendwann schlaftrunken.
„Ja?“ Sie klang aufgeregt.
„Halt endlich die Klappe“
„Ja, tschuldige. Gute Nacht“ Und dann war tatsächlich Ruhe.
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KlaraAnna
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BeitragVerfasst am: 23.09.2020 12:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Smile
Ich habe mir die letzte Version durchgelesen und sie gefällt mir sehr viel besser als die erste. Die Sätze wirken irgendwie harmonischer und auch den ein oder anderen Rechtschreibfehler hast Du ja ausgemerzt.
Der Text gefällt mir auch, ich bin allerdings ein Fan von mitreißenden Anfangsszenen, die mich neugierig machen, weiterzulesen.
Mir waren es anfangs auch ein wenig zu viele Informationen ohne das etwas passiert. Infos kann man auch in Szenen einflechten, in denen etwas passiert, nicht nur erzählt wird. Wie, z. B. Deine Kofferszene. Die fand ich super. Zeigt etwas vom Charakter, ohne nur zu erzählen (die ist mürrisch, die ist ruppig, die ist quasselig usw.)
Wird bestimmt ein toller Text. Und Respekt: 124 Normseiten klingt super!!!
Die Idee ist ja anscheinend schon ausgereift. Jetzt „nur“ noch etwas feilen Very Happy
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Düsterhöft
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BeitragVerfasst am: 23.09.2020 14:48    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Das "nur" ist genau der Knackpunkt! Man liest und feilt und formuliert und macht... jetzt bin ich an einem Punkt angelangt, an dem mir nichts mehr gefällt! Wo sich alles irgendwie abgedroschen anhört und man am liebsten nach jedem Wort ein Komma setzen würde...
Darum bin ich jetzt froh hier zu sein love
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yoshii
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BeitragVerfasst am: 30.09.2020 10:53    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist schon ein deutlicher Unterschied zwischen der ersten Version und der letzten erkennbar. Daumen hoch erstmal!
Meine Anmerkungen beziehen sich auf den letzten Entwurf: viele Adjektive! Für meinen Geschmack ein paar zu viel. Gleiches gilt für die Kommas (oder Kommata, such es Dir aus..). Kaum ein Satz ohne. Versteh mich nicht falsch, ich mag sowohl lange Sätze als auch ein Einschübe gerne, aber hier wirkt der derart gebrochene Satzbau störend auf den Lesefluss.
Mir hilft es oft, wenn ich mir Texte laut vorlese - da fallen mir Umständlichkeiten eher auf, als wenn meine Leserinnen-Stimme nur intern durchrattert. smile
Den geschriebenen Akzent mag ich nicht, das mag Ansichtssache sein.

Sehr schön finde ich Deinen Sinn für Details in Situationsbeschreibungen, wie den strengen Blick des Zollbeamten. Das war sogar in der ersten Version schon zu erkennen.
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Minerva
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BeitragVerfasst am: 30.09.2020 11:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hatte die erste Version auch letztens gelesen, diese hier ist viel besser geworden.

Was noch auffällt: Du kannst hier und da kürzen, besonders was die Redebegleitsätze angeht. Probier mal aus, wo ein Dialog auch ganz ohne Zusatz oder mit wenig/er Zusatz stehen könnte.

Dann die Zeichensetzung: Aus unerfindlichen Gründen, ist es gang und gäbe, dass man im Dialog den Satzpunkt weglässt (nicht aber Frage- und Ausrufezeichen), insofern sich ein Redebegleitsatz anschließt : "Hallo", sagte er.
Ist eben so, speicher es dir ab ^^

Es fehlen hier und da einige Kommas.

Hier hat sich der Fehlerteufel mehrfach eingeschlichen, ich korrigiere:
Sie suchte auf ihrem Handy nach der Sprachlern-App und steckte sich ihre Kopfhörer wieder in die Ohren. Während eine Frauenstimme ihr die Vokabeln erst auf spanisch und dann auf deutsch vorsagte KOMMA versuchte sie KOMMA sich die jeweilige Schreibweise einzuprägen.

Französisch:

Ist schön im Dialog, könnte eventuell noch etwas verschönert werden und leserlicher werden, indem man den ausgelassenen Wortteil mit Apostroph ergänzt.

„Natürlich nicht, 'ier scheint niemand der französischen Sprache mäschtisch zu sein“, echauffierte sie sich überheblich und funkelte Lisa dabei [/s[s]]immer noch feindselig an. „Ich 'abe diesch gefragt, ob du keine Augen im Kopf hast und diesch eine blöde Ziege genannt“, wetterte sie weiter.

Wollen wir 'offen, dass die Deutsche nicht auch noch den Bus kaputt fährt


Wären meine Vorschläge, musst du aber selber wissen. Als Beispiel für oben, habe ich gleich mal ein bisschen in den Redebegleitsätzen gestrichen.


_________________
... will alles ganz genau wissen ...
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Düsterhöft
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BeitragVerfasst am: 30.09.2020 18:21    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

VIELEN DANK!
Das sind wirklich gute Tipps und Hinweise!
Kommata oder Kommas, beides macht mich wahnsinnig! Kopf an die Wand angel
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yoshii
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BeitragVerfasst am: 01.10.2020 07:31    Titel: Antworten mit Zitat

Düsterhöft hat Folgendes geschrieben:
VIELEN DANK!
Das sind wirklich gute Tipps und Hinweise!
Kommata oder Kommas, beides macht mich wahnsinnig! Kopf an die Wand angel


Auch hier hilft laut lesen oft - wobei es bei nem ganzen Buch etwas zeitraubend werden könnte. Aber das Gespür stellt sich dann ja vielleicht noch zusätzlich ein.
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Düsterhöft
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BeitragVerfasst am: 08.10.2020 08:51    Titel: Kapitel 2 pdf-Datei Antworten mit Zitat

„Wo ist der gewaschene Lollo Rosso und der Eisbergsalat!?“
„Hab ich beides auf den Servierwagen gestellt, so wie Sie es wollten!“, rief Lisa über den Lärm der Küche hinweg. Lisa wurde das Gefühl nicht los, dass es der Küchenchef auf sie abgesehen hatte. Ständig versuchte er ihr ans Bein zu pinkeln, gab ihr alle zehn Minuten eine andere Aufgabe und zeigte ihr ständig neue Handgriffe. Lisa schwirrte der Kopf von dem ganzen durcheinander. Ihr Gesicht war klamm vom Schweiß und dem Dampf der Industriespülmaschine, die sie gerade geöffnet hatte. Mit einem kräftigen Ruck zog sie das Gitter mit dem sauberen Geschirr auf die Arbeitsfläche und begann, die sauberen Teller in den Schrank darunter zu räumen. Ihre Handflächen glühten förmlich von der Hitze des Geschirrs, doch Lisa ignorierte den Schmerz und arbeitete so schnell sie konnte.
„Nicht einräumen! Draußen brauch ich die sauberen Teller! Stellen Sie die auf den Servierwagen mit drauf, oder wollen sie noch zehn mal in den Speisesaal damit fahren?“
Zur Antwort ächzte Lisa lediglich um ihrem Ärger Luft zu machen. Der Küchenchef hatte tatsächlich hinter ihr gestanden und sie beobachtet, bis sie endlich einen Fehler machte.
Sie ging in die Hocke, lud sich einen großen Stapel Teller auf die Arme und drückte sich mit aller Kraft, die ihre Beine her gaben, wieder nach oben.
Das spottet jedem Fitnessstudio, dachte Lisa bei sich und hievte ihre Last auf den Servierwagen, bevor sie erneut in die Hocke ging.
Als sie die Küche mit dem Wagen verließ und in den Speisesaal schob, legte sich fast augenblicklich Stille über ihre Ohren. Das gedämpfte Murmeln im Saal und das leise Klirren von Besteck auf Keramik wirkte fast so beruhigend, wie ein plätschernder Zimmerbrunnen.
Lisa räumte die Teller, den Salat, die heißen Soßen und alles was sich sonst noch auf ihrem Wagen befand in die Theke des Buffets und fuhr wieder zurück. Nur um auf den bereits wartenden Küchenchef zu treffen.
„Machen Sie die Ladung mit dem Geschirr noch fertig, dann können Sie für heute gehen.“
Lisa nickte und wollte sich gerade an die Arbeit machen.
„Nicht schlecht für die erste Woche“, fügte er noch an. Er zwinkerte ihr freundlich zu und Lisa konnte nicht anders. Ein breites Grinsen stahl sich auf ihr Gesicht und sie nuschelte ein verlegenes „Danke.“, bevor sie mit dem Abwasch anfing.
Eine Stunde später war sie auf dem Weg in ihr Zimmer. Jeder einzelne Wirbel ihres Rückens schmerzte, ihre Handflächen waren feuerrot und ihre Füße brannten. Sie zwirbelte gedankenverloren ihr Haarnetz in den Händen und wappnete sich Geistig für den Dialog, der ohne zweifel gleich folgen würde.
Lisa wurde nicht enttäuscht. Sie hatte die Tür zu ihrem Zimmer noch nicht einmal ganz geöffnet, als Manu schon verbal über sie her fiel.
„Da bist du ja endlich! Ich dachte schon wir würden uns verpassen. Ich bin gerade auf dem Weg zum Strand, ganz alleine. Wenn du mitgehst, dann nerv ich dich auch ganz bestimmt nicht wegen heute Abend. Da gehen nämlich die Mädels und ich mit ein paar Jungs von den Barkeepern in eine Kneipe an der Promenade. Das wird bestimmt toll! Da gibt’s ...“
Weiter kam Manu nicht, Lisa hatte sich an ihr vorbei geschoben und ihr die Tür vom Badezimmer vor der Nase zugemacht.
„Bitte sag nicht schon wieder nein, du hast noch gar nichts mit mir unternommen!“, quengelte sie.
„Quäl mich doch nicht so! Hast du eine Ahnung was einem alles weh tut, wenn man in der Küche den Handlanger macht?!“, rief ihr Lisa durch die Badezimmertür zu.
Manu machte eine Schnute und setzte sich auf ihr Bett. Als Lisa wieder aus dem Badezimmer heraus kam, sah Manu sie anklagend an.
„Ich hab es dir doch gestern schon gesagt. Morgen hab ich frei, da machen wir dann was zusammen. Jetzt will ich einfach nur meine Ruhe haben.“
„Du kannst doch auch am Strand deine Ruhe haben.“
„Andere können das vielleicht, aber ich nicht. Da muss ich Smalltalk mit deinen Kolleginnen betreiben und freundlich sein und höflich lächeln und ständig aufpassen was ich sage. ICH MAG NICHT!“
„Ich leg mich mit dir wo anders hin, wo wir alleine sind.“
„Damit sich dann dein geballter verbaler Tatendrang an mir entlädt? Na vielen Dank auch.“
Lisa hatte sich neben Manu aufs Bett gesetzt und schubste sie sacht mit ihrer Schulter an.
„Ich bin ganz leise“, sagte Manu und sah dabei aus wie ein geschlagener Hund.
„Geh du nur, lass dich von mir nicht ausbremsen.“
Manu seufzte theatralisch. „Na gut“, gab sie sich geschlagen. „Aber morgen nehm´ ich dann keine Rücksicht, da quassel ich dich zu Tode“, drohte sie mit zusammen gekniffenen Augen und hopste dann aus dem Zimmer.

Die Leute in der Küche waren ein professionelles und eingespieltes Team. Sobald Lisa etwas routinierter war, machten sie auch mal einen Scherz mit ihr und es wurde sogar gelacht. Das Personal neckte sich gegenseitig, war aber auf Knopfdruck voll bei der Sache.
Nach jeder Schicht roch sie extrem nach Essen, oder viel mehr nach Frittierfett und Schweiß. An einem Abend, als sie den ganzen Tag hatte Fisch schuppen müssen, stank sie derart, dass Manu fluchtartig das Zimmer verließ und erst wiederkam, als Lisa gebadet, geduscht und ihre Klamotten weggebracht hatte. Erst Tage später war ihr bewusst geworden, dass die Fisch Putzerei reine Schikane gewesen war. Nicht etwa um sie zu ärgern, sondern um zu testen wie belastbar sie ist. Die Belohnung dafür kam etwa vier Wochen später. Der Chef der Poolbar´s kam ganz aufgeregt zum Küchenchef gewieselt, weil ihm eine Barkeeperin ausgefallen war und er keinen Ersatz auftreiben konnte.
„Und was soll ich da jetzt machen, Emanuel?“, fragte der Küchenchef und stemmte eine Hand in seine beleibte Seite.
„Gib mir einen von deinen!“ Schoss es aus dem verzweifelten Mann heraus. „Nur für heute, für morgen habe ich wieder jemanden.“
„Ich kann hier niemanden entbehren“, sagte der Küchenchef und wedelte mit seinem Pfannenwender in der Luft herum, wie um den Bittsteller zu verscheuchen.
„Großartig, dann muss ich heute eben eine Bar mit nur einem Mann besetzen. Ich habe ohnehin Personalmangel. Anständige Barkeeper sind echt schwer zu finden und dann auch noch das. Stefano wird das schon irgendwie managen. Danke Mann, du hast mir echt weitergeholfen.“
„Ist ja schon gut“, brummte der Küchenchef. „Du kannst die da haben.“
Er deutete mit dem Pfannenwender in Lisas Richtung und sie erstarrte. Sie kümmerte sich gerade um das Geschirr. Vorsichtig sah sie sich um, ob er nicht auf jemanden hinter ihr deutete, doch da war niemand.
„Die ist zwar erst seit ein paar Wochen hier, aber sie lernt verdammt schnell.“
Das entzückte Lächeln auf dem Gesicht des Barchef´s gefror.
„Du gibst mir eine Anfängerin?“, fragte er atemlos.
„Friss oder stirb“, antwortete der Küchenchef schlicht und damit war die Unterhaltung beendet. Lisa schaute immer noch drein, als hätte man ihr vor den Kopf geschlagen. Emanuel sah sie einen Augenblick entsetzt an, dann sackten seine Schultern herunter.
„Na komm“, sagte er nur.
Unsicher sah sie den Chefkoch an, der zwinkerte ihr zu und scheuchte sie aus der Küche.
Es war erst zwei Uhr Nachmittags und die Schicht an der Bar würde erst in ein paar Stunden anfangen, doch Emanuel, wollte das Stefano ihr vorher noch alles beibrachte, was in der kurzen Zeit möglich war. Er gab ihr eine Uniform und schickte sie mit einem Blick auf ihr Haarnetz aufs Zimmer.
„Kommen Sie schnell und hübsch wieder.“
Lisa rollte nur mit den Augen, ob dieser Bemerkung und eilte davon.
Als sie nach einer Dusche die Uniform betrachtete, kam sie ihr eigentlich ganz okay vor. Ein schwarzer Rock, der bis zu den Knien ging und eine schwarze, kurzärmelige Bluse, welche mit dem Logo des Hotels bestickt war. Die Klamotten waren aus leichten Stoffen, die sich bei der Hitze sehr angenehm auf der Haut anfühlten. Sie zog halb flache, schwarze Schuhe an und legte ein leichtes Make-Up auf. Außer dezenten Ohrringen verzichtete sie ganz auf Schmuck und ihre langen Haare band sie sich streng zu einem Pferdeschwanz zurück. Als sie in den Spiegel schaute, war sie zufrieden mit sich. Sie sah professionell und kompetent aus, blieb nur zu hoffen, dass das reichte.
Als sie wieder zu Emanuel gespurtet kam, breitete sich ein kleines Lächeln auf seinem Gesicht aus.
„Genau so hatte ich mir das vorgestellt. Sie sind ja richtig hübsch, wenn Sie nicht gerade ein Haarnetz tragen“, sagte er zufrieden.
Lisa nahm das einfach mal als Kompliment.
„Ah, und da ist auch schon Stefano.“
Ein junger Mann kam auf sie zugeeilt und stopfte gerade noch sein Hemd in die Hose.
„Was gibt es denn so Dringendes?“, fragte er Emanuel und nickte Lisa zum Gruß nur kurz zu.
Lisa betrachtete Stefano neugierig. Mal ganz abgesehen von seiner rassig, dunklen Erscheinung war er ein wahnsinnig attraktiver Mann. Wahrscheinlich ein paar Jahre älter als sie. Seine Haut hatte einen dunklen Karamell Ton und seine Haare waren voll und schwarz. An den Seiten kurz und sauber rasiert, oben etwas länger und leicht gelockt. Seine Augen waren ganz dunkelbraun, fast schwarz und trotzdem warm. Sein Gesichtsausdruck, seine Art zu sprechen und wie er gestikulierte strotzen vor Selbstvertrauen und waren für Lisa Hinweis genug um zu ahnen, dass er ein richtiger Charmeur war. Im Moment war Stefano damit beschäftigt  mit Emanuel du Diskutieren.
„Da schaff ich es eher noch alleine als mit so ´nem Klotz am Bein“
Lisa hob die Augenbrauen und Stefano machte eine entschuldigende Geste in ihre Richtung.
„Zeig ihr einfach die leichten Handgriffe und Laufwege, den komplizierten Kram machst du selber. Der Küchenchef hat gesagt sie lernt schnell“
„Küchenchef?“, seine Stimme überschlug sich fast. „Hast du überhaupt schon jemals hinter einer Bar gestanden?“, fragte er zu Lisa gewandt.
„Nein“, sagte sie schlicht doch mit so viel Stolz in der Stimme, wie sie aufbringen konnte.
Stefano fluchte unbeeindruckt, doch es half ihm alles nichts. Sein Chef bildete es sich so ein, also hatte er es zu akzeptieren.
Emanuel ließ die beiden alleine und nun musterte Stefano Lisa etwas genauer. So wie sie dastand, kerzengerade mit den Händen hinter dem Rücken verschränkt und den straff zurückgebundenen Haaren wirkte sie wie ein Soldat.
„Arbeitest du bei der Stasi? Zieh den Stock aus dem Hintern und komm mit.“
Lisa klappte der Mund auf, doch ehe sie eine Antwort darauf parat hatte, eilte Stefano davon.
Sie gingen zu den Pool-Anlagen und da in eines der Häuschen, in denen Tagsüber und vor allem Abends während den Partys, die Getränke ausgeschenkt wurden. Noch waren die Jalousie am Tresen geschlossen.
Stefano begann ohne Umschweife Lisa alles zu erklären. Die meisten Drinks standen fertig gemixt in großen Behältern in der Kühlung unter der Theke. Er nannte Lisa die Namen von den verschiedenfarbigen Getränken und sie begann, auf jeden Kanister einen Klebezettel  zu kleben.
„Was machst du da?“, fragte Stefano nach dem dritten Klebezettel.
„Mir die Namen merken. So kann ich sie nachher noch mal durchgehen und es erleichtert mir den Anfang.“
Stefano gab sich unbeeindruckt, erklärte ihr die Zapfanlage, den Kaffeevollautomaten und den hinteren Teil der Bar. Hier lagerten Früchte, die geschnitten werden mussten, Eiswürfel und saubere Gläser, den Geschirrspüler kannte sie schon.
„Vielleicht kannst du ja tatsächlich helfen“, meinte Stefano als er sie grob abfragte und sie alles beantworten konnte. Sie hatte oft nachgehakt bei Dingen die sie nicht verstand und Stefano hatte so viel Taktgefühl bewiesen, langsamer zu sprechen. Es imponierte ihm wie strukturiert die Deutsche an die Sache heran ging, auch wenn er ihre verklemmte Art für den Barbetrieb für völlig unbrauchbar hielt. Sie kam ihm wie ein Roboter vor.
Als die Party los ging, brach die Hölle über die beiden herein. Da die Getränke für die All-Inculisve-Gäste frei waren, drängten sich stundenlang die Leute an der Theke. Es war unmöglich den Überblick zu behalten und zu Erkennen, wer ein Bändchen hatte, oder wer schon fünf Minuten wartete und wer erst angekommen war. Es war ein Geschrei und ein Gejole, dass Lisa nach einer Stunde völlig Überfordert Wodka in einen Kaffee goss, statt Milch. Einem Minderjährigen einen Cocktail geben wollte, was Stefano gerade noch verhinderte und ständig in Stefano hinein lief. Jedes Mal, wenn das passierte, prallte sie an ihm ab, wie an einer Wand und er fluchte leise. Irgendwann schickte er sie dann nach hinten um Gläser zu spülen und Obst zu schneiden. Das konnte sie gut. Das Kleinschnibbeln von allem möglichen hatte sie in der Küche schnell lernen müssen und dutzende Orangen, Zitronen und Limetten landeten eine halbe Stunde später, perfekt zerkleinert bei Stefano in der Theke. Gläser waschen war auch keine große Sache und nachdem sie ein paar Dinge richtig gemacht hatte, konnte sie sich wieder besser konzentrieren.
Ihr fiel auf, das Stefano sehr höflich zu den Frauen an der Bar war. Fast schon übertrieben freundlich. Er warf ihnen glühende Blicke zu, lächelte verwegen und nahm sich mehr Zeit für jede einzelne, als er tatsächlich zur Verfügung hatte. Als Gegenreaktion himmelten ihn die Frauen unverhohlen an. Sie fuhren sich mit den Händen durch die Haare und lehnten sich weit zu ihm nach vorne.
Lisa fragte sich, ob das zu seinem Job gehörte, oder ob er es immer so machte.
Wie auch immer, sie fand dieses Verhalten unprofessionell und fehl am Platz. Sie nahm Bestellungen auf, führte sie aus und gab den Gästen mit einem freundlichen Lächeln ihr Getränk. Je später es wurde, desto schwieriger gestaltete sich dies, denn die Männer wurden immer aufdringlicher, wollten mit ihr trinken und sich mit ihr unterhalten. Sie lächelte dann wieder freundlich, tat, als wäre sie geschmeichelt und wandte sich dann ab. Stefano zog sie nach so einer Aktion einen Schritt zur Seite.
„Flirte ein bisschen mit den Gästen, das hebt die Laune“, sagte er leise. Er war ihr sehr nahe gekommen, damit sie ihn über den Lärm hinweg verstehen konnte. Ihr war das unangenehm bewusst und wünschte, er würde einen Schritt zurückgehen.
„Nein, das werde ich nicht! Das ist unprofessionell und gehört sich nicht“, zischte sie. Stefano zog die Augenbrauen hoch.
„Da ist aber jemand ein bisschen prüde.“, sagte er und ein unverschämtes Lächeln machte sich auf seinem Gesicht breit. Lisa errötete etwas.
„Ich bin nicht prüde, ich bin nur nicht geschmacklos.“, antwortete sie genervt und machte sich wieder an die Arbeit. Bis zum Ende der Party sprachen sie kein Wort mehr miteinander. Als die Rollläden der Bar schon heruntergelassen waren und nur noch vereinzelt von draußen singende Betrunkene zu hören waren, wischte Lisa gerade die Theke ab.
„Für das erste Mal, warst du gar nicht schlecht“, sagte Stefano, der in der Tür lehnte, eine Zigarette rauchte und ihr zusah. Er hatte Gefallen an der verklemmten Deutschen gefunden, die so streng und pingelig war. Eigentlich passte sie überhaupt nicht in sein Beuteschema. Sie war etwas blass, steif und immer sehr ernst, doch irgendetwas faszinierte ihn an ihr. Wie sie diesen Abend gemeistert hatte, war erstaunlich. Keinen Tag Erfahrung und doch war sie eine echte Unterstützung gewesen. Ihre Arbeit war präzise und schnell, eine typische Deutsche eben. Als er Lisa prüde genannt hatte, hatten ihre blauen Augen ihn vor Ärger förmlich durchbohrt. Dieser Intensive Blick und das Temperament, das dahintersteckte, machten Stefano neugierig.
„Geschmacklos also, was?“, hackte er nach.
Lisa warf ihm einen ernsten Blick zu und machte dann weiter, ohne ein Wort zu sagen.
„Wenn du dauerhaft an der Bar arbeiten willst, wirst du lernen müssen etwas lockerer zu sein. Die Menschen sind hier im Urlaub! Du kannst nicht die ganze Zeit mit einem Gesicht herum laufen als hättest du Mist unter der Nase.“
„Ich werde nicht dauerhaft an der Bar arbeiten, das war eine einmalige Sache“, sagte Lisa und konnte nicht verhindern, dass es durchweg steif klang.
„Wird das jetzt immer so sein? Dass ich etwas sage, was dir nicht gefällt und dann machst du auf beleidigt?“ Stefano drückte seine Zigarette aus und ging zu Lisa hinüber.
„Ich mache nicht auf beleidigt“, verteidigte sie sich schwach.
„Was ist dann dein Problem?“
Lisa seufzte „Diese Arbeit hier ist einfach nicht mein Ding. So viele Menschen und dieser ständige Zwang gute Laune zu versprühen. Ich bin einfach nicht gut in sowas.“
„Soll das jetzt eine Entschuldigung werden?“, fragte Stefano. Er lächelte sie verständnisvoll an. Lisa fiel auf, dass er in seinem rechten Auge einen kleinen gelben Fleck in der Iris hatte.
„Nein, eigentlich nicht“ entgegnete sie schnell und räusperte sich. „Wofür sollte ich mich entschuldigen? Ich habe mein Bestes gegeben und jetzt sehne ich mich nach Küchendienst“, sagte Lisa.
„Den Satz hab ich wirklich noch nie gehört“, lachte Stefano und setzte sein charmantestes Lächeln auf. Wieder dieser Wütende Blick.
„So oder so, ich brauche eine neue Teamkollegin. Ein Wort von mir zu Emanuel und du kannst hier arbeiten. Die Bezahlung ist besser und du hast auch einen Tag die Woche zusätzlich frei. Ich bin doch heute ein guter Lehrer gewesen und wir wären ein spitzen Team!“
„Nein, danke.“
Stefano ließ nicht locker, überhäufte Lisa mit Komplimenten und ertränkte sie in seinem Charme, doch alles nützte nichts. Als Stefano abgeschlossen hatte und sie sich auf den Weg zu ihren Zimmern machten, wurde Lisa die Diskussion langsam leid.
„Du bist unprofessionell, mit so jemanden kann ich nicht zusammenarbeiten, das ist mir zu anstrengend“
„Unprofessionell? Bist du etwa eifersüchtig? Ich kann gerne auch mit dir ein wenig flirten wenn du willst, es wäre mir ein Vergnügen.“
„Du denkst dein bisschen Charme versprühen und ein paar Komplimente machen reicht bei jeder Frau aus um sie ins Bett zu kriegen und dann säuselst du auch noch an mir rum? Nein mein Freund! So weit wird es niemals kommen“, mit diesen Worten beschleunigte sie ihre Schritte und bog bei der nächsten Gelegenheit ab.
„Du spinnst doch!“, rief er ihr nach.

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Düsterhöft
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BeitragVerfasst am: 13.10.2020 21:45    Titel: Kapitel 3 pdf-Datei Antworten mit Zitat

Kapitel 3

Polternd flog die Zimmertür auf und riss Lisa mit einem Ruck aus dem Schlaf.
„Oh, bitte entschuldige, ich wusste nicht, dass du da bist. Was machst du eigentlich hier? Musst du nicht Arbeiten? Und wo um alles in der Welt warst du heute Nacht? Ich hab mir voll die Sorgen gemacht…“
„Schnauze“, brummte Lisa in ihr Kissen. Gerade noch hatte sie wirre Träume gehabt, in denen immer wieder ein seltsames Paar dunkelbrauner Augen vorgekommen waren.
Langsam und träge wie ein Faultier, quälte sie sich nun aus dem Bett und schlurfte ins Bad. Als sie wieder herauskam, gewaschen und Zähne geputzt, saß Manu auf dem Bett und sah sie fragend an.
„Gestern ist eine von den Barkeepern ausgefallen und der Küchenchef hat mich geschickt um auszuhelfen. Also habe ich die ganze Nacht Drinks ausgegeben und Obst geschnitten und heute ist, beziehungsweise, war mein freier Tag.“
„Cool. Hat es dir Spaß gemacht?“
„Es ging so. Der Typ mit dem ich zusammenarbeiten musste, ist ein Idiot“, sagte Lisa, während sie an ihren Schrank ging um sich was zum Anziehen zu suchen.
„Wer war es denn?“
„Stefano“
Manu japste kurz „Der ist doch immer so nett und gut aussehen tut er auch noch.“
Lisa schaute Manu kurz an und konzentrierte sich dann wieder auf ihr Outfit.
„Typen wie der, brechen dir das Herz, das kannst du dir gleich merken. Schön und nett sind die nur, wenn du sie nicht haben musst“
„Wow, so viel Zynismus hätte ich dir gar nicht zugetraut“, sagte Manu  sarkastisch.
„Ja, das bin ich. Worauf hast du heute Lust?“, fragte sie und wusste, dass sie so das Thema endlich wechseln konnte.
„Machen wir heute was? Au fein! Wir könnten erst mal im Meer baden gehen und dann machen wir uns hübsch und gehen in eine der Bars an der Promenade und kippen ´nen Sangria?“
„Gut, also erst mal Badeanzug“
„Yippie!!!“, rief Manu aus, sprang vom Bett hoch und wäre auf dem Weg zu ihrem Schrank fast hingefallen.

Wenige Minuten später waren die beiden mit ein paar Kolleginnen von Manu unterwegs zum Strand. Zu Lisas Leidwesen war Monique auch dabei, es war das erste Mal, dass sie  wieder aufeinander trafen seit ihrer Ankunft. Lisa nahm sich vor so zu tun als hätte es nie etwas gegeben. Sie hatte keine Lust auf einen Zickenkrieg.
Zunächst sah es auch so aus als würde alles friedlich verlaufen. Sie kannten eine Stelle, an der kaum Touristen waren, da sie etwas versteckt lag und ließen sich dort erleichtert in den weißen Sand fallen. Lisa verlor keine Zeit und zog sich sofort aus, um ins Meer zu springen. Sie schwitzte von dem Marsch zum Strand und sehnte sich nach Abkühlung.
„Warum hast du eigentlich keinen Bikini an?“, fragte Manu.
„Weil ich Badeanzüge lieber mag“, antwortete Lisa.
„Warum?“
„Fängst du schon wieder mit dem Frage und Antwort-Spiel an?“, fragte Lisa und lachte.
„Macht sie das bei dir auch ständig? Und ich dachte schon, sie hat ´nen Narren an mir gefressen“, sagte Marina, eine von Manu´s Kolleginnen.
„Ihr seid alle beide blöd“, sagte Manu mit finsterem Blick und zwirbelte an ihrem Top herum. Als Lisa die Hose auszog, platzte es wie verbale Inkontinenz aus Manu heraus.
„Was hast du da? Ist das ein echtes Tattoo? Was ist das für ein Motiv? Zeig doch mal her!“
Lisa und Marina fingen sofort an, laut zu lachen. Manu reckte trotzig ihr Kinn nach vorne, bevor sie sich bockig davon machte.
Wenig später stürzte Lisa sich in die Fluten und genoss die angenehme Frische des Meerwassers. Sie schwamm ein paar Mal hin und her und ging dann zurück zu ihrem Platz. Die Meute hatte sich verteilt und spielte Volleyball oder planschte im Meer. Manu kam zu ihr und legte sich neben ihr aufs Handtuch um noch ein wenig Sonne zu tanken, bevor sie unterging.
„Verrätst du mir jetzt, was das für ein Tattoo ist, oder fängst du wieder an blöde zu lachen?“, fragte sie, ohne die Augen zu öffnen.
„Das ist eine Meerjungfrau, die auf einem Felsen sitzt an dem gerade eine Welle bricht“, sagte Lisa und stupste Manus Nase, das machte sie zu gerne und Manu zog sie jedes mal kraus, wenn sie das tat.
„Ist dir das erst heute aufgefallen?“
„Irgendwie schon. Du bist immer so gereizt, da halt ich lieber die Klappe als dich nach deinem Tattoo zu fragen.“
Lisa lachte herzlich.
„Ich bin doch nicht gereizt!“
„Na wenn das dein normaler Gemütszustand ist, dann gute Nacht.“
Lisa runzelte nachdenklich die Stirn.
„Darf ich das mal ganz sehen?“, fragte Manu vorsichtig.
„Klar, wenn wir wieder auf dem Zimmer sind kannst du mich ja noch mal erinnern“, auch Lisa hatte jetzt die Augen geschlossen und genoss die Sonne auf ihrer Nassen Haut.
„Sieht auf jeden Fall viel versprechend aus“, sagte eine raue Männerstimme und Lisa schlug sofort die Augen auf.
„Hi“, hauchte Manu neben ihr und schmachtete Stefano unverhohlen an.
„Na du Schlafmütze, hast du ausgeschlafen?“, fragte er an Lisa gewandt und ließ sich neben ihr in den Sand fallen.
„So gut wie“, antwortete Lisa knapp und stemmte sich auf ihre Arme.
Sie ließ ihren Blick über den Strand schweifen um nicht in Stefano´s abwartendes Gesicht sehen zu müssen, als sie Monique entdeckte.
Diese war gerade auf halbem Weg zurück vom Meer und wie angewurzelt stehen geblieben.
„Hey Monique!“, rief Stefano ihr zu. Doch sie funkelte Lisa nur wütend an und ließ sich mit erhobener Nase auf ihr Handtuch nieder.
Belustigt sah Lisa zu Stefano, der sie mit zusammengezogenen Brauen musterte.
„Du kennst Monique?“ Es war mehr eine Feststellung als eine Frage.
„Ja, als ich ankam bin ich am Flughafen in ihren Gepäckwagen gedonnert. Seitdem hasst sie mich und hat mir gedroht, mir das Leben zur Hölle zu machen“
Stefano zog die Augenbrauen hoch. „Und das nimmst du so leichtfertig hin? So wie ich sie kennen gelernt habe, ist sie dazu durchaus in der Lage.“
„Naja, ich bin Küchenpersonal und sie Zimmermädchen, was kann sie mir schon anhaben?“
„Also hast du keine Angst vor ihr?“, fragte er.
„Nein, du etwa?“ Kichernd lehnte sie sich wieder zurück, während Stefano ihr die Antwort schuldig blieb.
„Hey, hast du Lust auf Volleyball?“, fragte Stefano nach einer Weile.
„Nein“
„Warum nicht?“
„Weil ich grottenschlecht darin bin. Du könntest dich mit Manu zusammentun, die löchert mich auch den ganzen Tag mit Fragen.“ Eine kleine Hand boxte Lisa an der Schulter und sie lachte hämisch.
„Du hast eine Lache, wie eine böse Hexe“, bemerkte Stefano. Lisa entgegnete nichts, dass wusste sie bereits.
„Was kann ich tun, um dich davon zu überzeugen, mit mir an der Bar zu arbeiten? Ich bin bereit für jede Schandtat“, sagte Stefano lockend.
„Geh und spiel mit deinen Freunden“, antwortete Lisa schlicht. Sie hörte wie er sich erhob und davon stapfte.
„Weißt du eigentlich, dass du verdammt unhöflich bist?“, fragte Manu. Lisa stützte sich wieder auf ihren Unterarmen ab und schaute Manu an. Die kleine Blondine sah sehr ernst aus und wartete mit strengem Blick auf eine Antwort.
„Ich bin nicht unhöflich, nur etwas ruppig. Außerdem ist er derjenige der mich behandelt als wäre ich ein Stück Fleisch, dass freiwillig in seine Pfanne hüpfen soll, damit er mich schmoren lassen kann“, schimpfte Lisa.
„In Deutschland bist du vielleicht `nur etwas ruppig´“, äffte Manu sie nun nach. „Hier in Spanien bist du mehr als unhöflich. Stefano ist sehr nett zu dir, obwohl er das nicht sein müsste. Hier in Spanien sind die Menschen in erster Linie nett zueinander, du würdest dich wundern welche Möglichkeiten sich eröffnen wenn man einfach nur höflich ist, anstatt jedem ans Bein zu pinkeln, der es wagt einen anzusprechen.“
Nach dieser Ansprache stand Manu auf und ging zu Stefano und den anderen hinüber um beim Volleyball mitzuspielen.
Sie ließ Lisa mit einem unguten Gefühl im Bauch zurück. Lisa entdeckte Stefano etwa fünfzig Meter weiter den Strand hinunter bei der Gruppe die sich gerade zum Spiel aufstellte. Neben Manu zählte auch Monique dazu. Missmutig rümpfte sie die Nase, stand auf und ging in die andere Richtung, um sich ein wenig die Beine zu vertreten.
Wenn sie mit ihren Gedanken ganz alleine war, wusste sie warum sie Stefano alles, was er tat und sagte schlecht auslegte, warum sie ihn auf Abstand hielt. Sie fürchtete sich vor dem Gefühl, dass sich in ihrem Bauch ausbreitete, wenn sie in seine Augen sah, oder wenn er sie so anlächelte, als wäre sie das Beste was ihm heute passiert war. Dabei sah er wahrscheinlich jede Frau so an und sie war nur eine weitere, deren Gefühlswelt er drohte auf den Kopf zu stellen. Energisch schüttelte sie den Gedanken daran ab, seufzte schwer und nahm sich fest vor daran zu arbeiten.

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