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sich in seiner Geschichte verlieren

 

 
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Natalie2210
Geschlecht:weiblichLeseratte

Alter: 34
Beiträge: 103



BeitragVerfasst am: 08.09.2020 07:17    Titel: sich in seiner Geschichte verlieren eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo!

Kennt ihr das, wenn ihr euch so richtig in eurer Geschichte verliert? Im Sinne von, dass ihr gar nicht mehr Stift oder Papier seht, sondern gedanklich tatsächlich in ihr seid? Den Protagonisten beim Handeln zuschaut, zuhört und ihr einfach nur "mitschreibt", was sie einander sagen?

Ich tu mir dann immer schwer, "aufzuwachen", und einmal "wach", will ich am liebsten sofort wieder zurück in "meine" Welt.

Ich hab dann auch manchmal ein schlechtes Gewissen den realen Menschen gegenüber (Partner, Freunde, Familie) - weil ich mir tatsächlich oft Zeit freischaufle, um sie in meiner Imagination zu verbringen. Unlängst ist mir auch mal rausgerutscht, dass ich eigentlich kaum noch fernsehe, sondern viel Zeit "in meinem eigenen Kopf" verbringe Embarassed

lg,
Natalie
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Bunt Speck
Geschlecht:männlichEselsohr


Beiträge: 432
Wohnort: Brimm


BeitragVerfasst am: 08.09.2020 07:58    Titel: Antworten mit Zitat

Na klar kenne ich das. Aber die Kleinsten in der Famile können ein schnell wieder zurückholen.

Beim Schreiben/Überarbeiten habe ich die Szenen eigentlich immer vor Augen und "schaue zu".

Grüße
Bunt


_________________
Don't worry, we're in no hurry.
School's out, what did you expect?
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Ralphie
Geschlecht:männlichForenonkel

Alter: 67
Beiträge: 4913
Wohnort: 50189 Elsdorf/Rhld.
DSFo-Sponsor


BeitragVerfasst am: 08.09.2020 08:41    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hatte in meinem Roman eine Figur, die sich vollständig selbständig gemacht hat. Aus einer Nebenfigur entwickelte sich wie von selbst eine Verlegerin und Chefredakteurin, die nebenbei Romane schrieb. Wenn ich mich richtig erinnere, hatte ich zum Schluss keinen Einfluss mehr auf sie.

_________________
LG
Ralphie
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MrT
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 540

Ei 3


BeitragVerfasst am: 08.09.2020 10:47    Titel: Antworten mit Zitat

Ist es bzw. sollte es nicht normal sein, dass man sich während des Schreibens in der eigenen Geschichte verliert?

Schwierig wird es mM dann, wenn es sich immer mehr wie eine Sucht anfühlt. Diese Erfahrung habe ich vor ein paar Jahren gemacht. Seither weiß ich bewusste Schreibpausen zu schätzen.


_________________
"Zwei Engel wider Willen", theaterboerse, 08/2017
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Natalie2210
Geschlecht:weiblichLeseratte

Alter: 34
Beiträge: 103



BeitragVerfasst am: 08.09.2020 11:27    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:

Schwierig wird es mM dann, wenn es sich immer mehr wie eine Sucht anfühlt. Diese Erfahrung habe ich vor ein paar Jahren gemacht. Seither weiß ich bewusste Schreibpausen zu schätzen.


Damit kämpfe ich gerade ein bisschen. Ich hab mir jetzt auch Schreibzeiten eingeteilt, und ich hoffe, dass das wieder weggeht, sobald die Geschichte fertig aufgeschrieben ist.
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Raven1303
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 37
Beiträge: 287
Wohnort: NRW


BeitragVerfasst am: 08.09.2020 12:55    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, manchmal ist es wie ein Zwang immer weiter zu machen, bis das Ding endlich fertig ist und raus aus dem Kopf.
Dann bin ich im Geiste immer am weiterschreiben, sogar wenn ich der Kleinen was vorlese und mich dann nach zwei Seiten über meine bescheuerte Betonung wundere.
Mein Sohn hat auch mal die Augen gerollt und seiner Schwester gesagt: "Lass Mama mal, die schreibt wieder..." Embarassed

Wir sind wohl alle verkappte Psychos Wink


_________________
Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den Nächsten vielleicht nicht vollbringen, aber versuchen will ich ihn.
Ich kreise um Gott, um den uralten Turm und ich kreise Jahrtausende lang.
Und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm? Oder ein großer Gesang... (R.M. Rilke)
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Rodge
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 600
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 08.09.2020 13:10    Titel: Antworten mit Zitat

Das hat gar nichts mit dem Schreiben zu tun: Jeder, der sich intensiv auf etwas einlässt (dabei ist es ziemlich egal, was es ist), kennt dieses Gefühl. Man hört auf, spricht mit Freunden und ertappt sich dabei, dass man nicht richtig teilnimmt, weil man an die nächste Szene im Roman denkt. Das kann einen schon beunruhigen und die einzige (für mich) logische Konsequenz ist, dass man alles mit der gleichen Hingabe tut. Spricht man also mit den Freunden, ist der Roman tabu (es sei denn, man redet darüber) und umgekehrt. Mag banal klingen, aber solange man das noch steuern kann, ist es - glaube ich - ok.
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Toonfisch
Geschlecht:männlichGänsefüßchen

Alter: 30
Beiträge: 36
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 17.09.2020 11:16    Titel: Antworten mit Zitat

Rodge hat Folgendes geschrieben:
Spricht man also mit den Freunden, ist der Roman tabu (es sei denn, man redet darüber) und umgekehrt.

Oder man spricht mit den Freunden so lange nur noch über den Roman, bis man keine Freunde mehr hat. Dann hat man mehr Zeit zum schreiben. Laughing


Schön zu lesen, dass es euch anderen auch so geht. Ich dachte, nur mein Kopf würde so funktionieren. Meine Figuren machen ihr Ding und ich schreibe mit. Schöner geht es nicht.
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Elbenkönigin1980
Klammeraffe


Beiträge: 516
Wohnort: Trier


BeitragVerfasst am: 29.09.2020 15:59    Titel: Antworten mit Zitat

Oh ja, das kenne ich nur zu gut.
Ist schon vorgekommen, dass ich an meinem Roman oder einer Kurzgeschichte geschrieben und mir zwischendurch einen Tee gekocht hab.
Dann, zwei oder drei Stunden später, ist mir der Tee wieder eingefallen...tja, war einfach zu tief in der Geschichte versunken und hatte den Tee dann vergessen Laughing
Wenn ich schreibe, dann bin ich in dem Moment die Prota die ich gerade schreibe und sehe alles deutlich vor mir, versinke tiefer in der Handlung, als ich es beim Lesen jemals könnte, und schon da versinke ich tief in der Handlung.
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Kiara
Geschlecht:weiblichReißwolf

Alter: 40
Beiträge: 1334
Wohnort: bayerisch-Schwaben


BeitragVerfasst am: 29.09.2020 17:38    Titel: Re: sich in seiner Geschichte verlieren Antworten mit Zitat

Natalie2210 hat Folgendes geschrieben:
..., wenn ihr euch so richtig in eurer Geschichte verliert?


Könnte mir gar nicht vorstellen, ohne dieses "Gefühl" zu schreiben.


_________________
Zum Schweigen fehlen mir die Worte.

- Düstere Lande: Das Mahnmal (2018/2020)
- Düstere Lande: Schatten des Zorns (2020)
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Taranisa
Geschlecht:weiblichReißwolf

Alter: 51
Beiträge: 1327
Wohnort: Frankenberg/Eder


BeitragVerfasst am: 30.09.2020 09:11    Titel: Antworten mit Zitat

Deshalb schreibe ich bevorzugt, wenn ich (viel) Zeit und Ruhe habe. Dann kann ich richtig tief eintauchen, sehe die Szene / das Setting ganz klar bis ins Detail vor mir, fühle mit meinen Charakteren mit. Im Stillen hoffe ich dann, dass sich das Eintauchen auch in der geschriebenen Form niederschlägt.

_________________
"Henkersweib", Burgenwelt Verlag, ET 12/18
"Die Ehre des Henkersweibs", Burgenwelt Verlag, ET 12/20
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Elbenkönigin1980
Klammeraffe


Beiträge: 516
Wohnort: Trier


BeitragVerfasst am: 30.09.2020 16:19    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe mir heute eine Duftkerze mit Merlot-Gewürzduft gekauft, die werde ich nachher anzünden, schöne Musik auflegen und mich dann wieder voll und ganz in meiner Geschichte verlieren. So ist Schreiben am Schönsten, Duftkerze muss bei mir immer sein, zumindest im Herbst und Winter, wenn es im Sommer so heiß ist, lasse ich die Kerze eher aus.
Das Schreiben ist für mich auch eine Form von Entspannung, wie für andere das Meditieren oder sowas.
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