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Der kleine Bruder


 

 
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DLurie
Geschlecht:männlichEselsohr


Beiträge: 308
Wohnort: Zwischen den Stühlen
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BeitragVerfasst am: 16.08.2020 12:08    Titel: Der kleine Bruder eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Er liegt im Bett, hat das Licht ausgeknipst und wartet darauf, dass er einschläft. Früher ist er immer sofort eingeschlafen. Klar, früher war er wirklich müde abends, der Schlaf war eine objektive Notwendigkeit für seinen Körper, der Kräfte für den folgenden Tag sammeln musste.
Heute ist er nie richtig müde, und Kräfte für den nächsten Tag sammeln muss er auch nicht. Wozu sollte er Kräfte sammeln und wovon müde sein? Vom Rumsitzen? Selbst beim täglichen Rumsitzen döst er schon die meiste Zeit vor sich hin. Vor den Mahlzeiten ist das eher ein relativ flaches Dösen, so flach, dass er noch mitbekommt, wenn das Essen serviert wird. Unmittelbar nach dem Essen folgt für ein paar Stunden ein Halbschlaf, eine Art Suppenkoma, da müsste ihn schon jemand anstupsen, damit er was mitbekäme. Aber warum sollte ihn hier jemand anstupsen? Zwischen den Mahlzeiten passiert ohnehin nichts, was sein Wachsein erfordern oder irgendwie lohnenswert machen würde.
Eigentlich erstaunlich, dass er überhaupt noch nachts schläft.
Manche nehmen Tabletten gegen die Schlaflosigkeit. Er könnte wohl auch welche nehmen - ob die abhängig machen interessiert hier keinen mehr. Aber er will sich nicht betäuben. Denn gerade in den ein bis zwei Stunden abends, bevor ihn der Schlaf dann doch übermannt, herrscht eine erfreuliche Klarheit in seinem Kopf, eine Klarheit, die er tagsüber nicht mehr richtig hinbekommt. In diesen Momenten denkt er über alles Mögliche nach. Oft nur über Kleinigkeiten, so wie gerade, als er über den Schlaf nachdenkt, über den Schlaf, der eben nicht mehr – wie früher – vor allem der Regeneration dient.
Wenn er alle seine Schlafperioden pro Tag zusammenrechnet – das Dösen vor den Mahlzeiten, den Halbschlaf danach und den Nachtschlaf – kommt er auf unglaubliche sechzehn Stunden! Wie eine Katze. Aber eine Katze hat ja auch ein anstrengendes Leben: Klettern, Jagen, Revier verteidigen - das verbraucht enorm viel Energie. Obwohl, er hatte mal einen Kater - Tao – der kletterte nicht, jagte nicht, noch nicht mal Fliegen, und sein Revier musste er auch nicht verteidigen, denn er verließ die Wohnung nie, selbst die Terrasse, über die er die angrenzenden Gärten hätte erreichen können, war ihm suspekt. Ein absoluter Stubenhocker, der trotzdem sechzehn Stunden am Tag schlief. Das hatte beinahe was Philosophisches, als hätte Tao den Spruch von Pascal auf sein Katzendasein bezogen: …das ganze Unglück der Menschen kommt daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können.
Aber natürlich, so denkt er, hinkt der Vergleich zwischen Mensch und Katze. Die Katze ist von Anfang an genetisch viel festgelegter, es existiert bei ihr viel weniger Variation im Verhalten als beim Menschen. Tao schlief sechzehn Stunden am Tag, weil sein genetischer Bauplan es vorsah und er von seinem begrenzten Katzenverstand her nicht in der Lage war, zu hinterfragen, ob sechzehn Stunden Schlaf bei seinem Lebensstil überhaupt nötig waren.
Aber er? Warum schläft er so viel, anstatt z.B. das Freizeitangebot (Bingo, Kartenspielen, Singen in der Gruppe etc.) das es ja auch gab, zu nutzen? Merkwürdiger Begriff Freizeitangebot - als hätten sie hier auch noch nicht freie Zeit.
Nur einmal hat er an einem Gesprächskreis teilgenommen, geleitet von einem Philosophielehrer, der das ehrenamtlich machte. Das Thema: Philosophieren heißt Sterben lernen. Die Themenwahl fand er ausgesprochen mutig für den Ort, das weckte seine Neugier. Der Lehrer brachte Zitate von Epikur und den Stoikern, alle begründeten irgendwie, wie sinnlos und kontraproduktiv die Angst vor dem Tod sei und empfahlen deshalb größtmögliche Gelassenheit. Das wurde zu pädagogisch für seinen Geschmack, philosophische Sterbehilfe, weshalb er nicht mehr teilnahm und fortan lieber döste.
Wer hatte nochmal gesagt, dass Schlafen der kleine Bruder des Todes sei? Schopenhauer? Wahrscheinlich ist möglichst viel Schlafen deine Strategie, dachte er. Dahinter die Hoffnung, dass der große Bruder endlich vorbeikommt, den kleinen an die Hand nimmt und friedlich wegführt.

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Heribert
Geschlecht:männlichLeseratte

Alter: 48
Beiträge: 139
Wohnort: Landshut


BeitragVerfasst am: 16.08.2020 19:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo DLurie,

der Text ist schön flüssig geschrieben und er besitzt eine gute Leichtikeit. Die Vergleiche sind gut und beim Lesen entsteht ein deutliches Bild im Kopf. Bei einer Kurzgeschichte muss nichts deutlich beleuchtet werden. Aber ich persönlich brauche beim Lesen eher Klarheit. Rätselraten und nachdenken beim Lesen liegt mir nicht. Allerdings hatte ich eine gewisse Ahnung am Anfang, dass es hier um einen Kranken, Sterbenden gehen muss.

Zitat:
Aber natürlich, so denkt er, hinkt der Vergleich zwischen Mensch und Katze.


Nö, das würde ich gar nicht sagen. Katzen und Menschen sind tatsächlich die einzigen Lebewesen auf der Welt, die aus Spaß töten. Sie sind Nestbeschmutzer, Umweltschädlinge und beide ziemlich blöde. Von da her hinkt der Vergleich nicht unbedingt.

Und noch was: ich würde in der Prosa keine Klammern verwenden. Das erledigt in der Regel alles das Komma oder das Semikolon.

Gern gelesen. Handwerklich gut gemacht.

Servus.
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DLurie
Geschlecht:männlichEselsohr


Beiträge: 308
Wohnort: Zwischen den Stühlen
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BeitragVerfasst am: 17.08.2020 11:46    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Heribert,

danke für das Feedback. Freut mich, dass es dir  soweit gefallen hat.

Heribert hat Folgendes geschrieben:

Zitat:
Aber natürlich, so denkt er, hinkt der Vergleich zwischen Mensch und Katze.


Nö, das würde ich gar nicht sagen. Katzen und Menschen sind tatsächlich die einzigen Lebewesen auf der Welt, die aus Spaß töten. Sie sind Nestbeschmutzer, Umweltschädlinge und beide ziemlich blöde. Von da her hinkt der Vergleich nicht unbedingt.
Das bezog sich mehr auf die kognitiven Fähigkeiten und aufs genetische Festgelegtsein, und da würde ich dann doch einen Unterschied sehen...

Heribert hat Folgendes geschrieben:

Und noch was: ich würde in der Prosa keine Klammern verwenden. Das erledigt in der Regel alles das Komma oder das Semikolon.

Stimmt.  Die Klammern sind unschön.


LG
DLurie
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silke-k-weiler
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 45
Beiträge: 460



BeitragVerfasst am: 18.08.2020 11:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo DLurie,

mir gefällt der Text, auch wenn er mich, als ich ihn gestern gelesen habe, erst einmal in höchst schwermütige Stimmung versetzt hat. Macht aber nix, ist ja das beste Zeichen dafür, dass er mich bewegt hat.

Ich hätte zwei Anmerkungen:

- Es sind mir zu viele Gedankenstriche. Ich weiß nicht, ob Du es als stilistisches Mittel verwendest, um ein "vom Hundersten ins Tausendste kommen" anzudeuten, oder ob es darum gar nicht geht, aber mich stören sie.
- Der Schlusssatz: Dahinter die Hoffnung, dass der große Bruder endlich vorbeikommt, den kleinen an die Hand nimmt und friedlich wegführt.
An und für sich ein wunderbarer Schlusssatz, aber wenn ich ihn wörtlich nehme, nimmt der "große Bruder" (der Tod), den "kleinen" (den Schlaf) an die Hand und führt ihn weg. Also den Schlaf, nicht den Erzähler. Wäre dieser Satz nicht in der Form zu lesen: Dahinter die Hoffnung, dass der große Bruder endlich vorbeikommt und ihn (den Schläfer, Erzähler) friedlich wegführt?
  
Gerne gelesen.

VG
Silke
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DLurie
Geschlecht:männlichEselsohr


Beiträge: 308
Wohnort: Zwischen den Stühlen
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BeitragVerfasst am: 18.08.2020 15:07    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Silke,

danke für dein Feedback.  

silke-k-weiler hat Folgendes geschrieben:

mir gefällt der Text, auch wenn er mich, als ich ihn gestern gelesen habe, erst einmal in höchst schwermütige Stimmung versetzt hat. Macht aber nix, ist ja das beste Zeichen dafür, dass er mich bewegt hat.

Danke für das Lob. Ich sitze gerade an einem Kurzprosa-Zyklus, Szenen von Menschen, die sich auf unterschiedliche Weise mit dem nahen Tod auseinandersetzen. Und da finde ich den 'Kleinen Bruder' eigentlich ziemlich versöhnlich. Mein Prota hat doch irgendwie abgeschlossen: Keine Angst mehr, kein Kampf, keine Verzweiflung, kein Sich-Auflehnen.  Oder?

silke-k-weiler hat Folgendes geschrieben:

- Es sind mir zu viele Gedankenstriche. Ich weiß nicht, ob Du es als stilistisches Mittel verwendest, um ein "vom Hundersten ins Tausendste kommen" anzudeuten, oder ob es darum gar nicht geht, aber mich stören sie.

Nein, die Gedankenstriche sind keine von mir bewusst eingesetzten stilistischen Mittel. sondern ziemlich gedankenlos gesetzt. Bei genauerem Hinschauen täte es in den meisten Fällen auch ein Komma.  

silke-k-weiler hat Folgendes geschrieben:

- Der Schlusssatz: Dahinter die Hoffnung, dass der große Bruder endlich vorbeikommt, den kleinen an die Hand nimmt und friedlich wegführt.
An und für sich ein wunderbarer Schlusssatz, aber wenn ich ihn wörtlich nehme, nimmt der "große Bruder" (der Tod), den "kleinen" (den Schlaf) an die Hand und führt ihn weg. Also den Schlaf, nicht den Erzähler. Wäre dieser Satz nicht in der Form zu lesen: Dahinter die Hoffnung, dass der große Bruder endlich vorbeikommt und ihn (den Schläfer, Erzähler) friedlich wegführt?

Stimmt. Das werde ich ändern. Danke für den Hinweis.

LG
DLurie
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BreeBendi
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen

Alter: 52
Beiträge: 29
Wohnort: Handewitt


BeitragVerfasst am: 12.09.2020 10:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo @DLurie

auch mir gefällt dein Schreibstil sehr gut. Der Text liest sich leicht und ist unterhaltsam. Er kommt mir vor wie der Anfang eines größeren Projekts, vermutlich deshalb, weil ja nicht wirklich viel passiert, sondern es sich nur um die Gedanken eines Einschlafenden dreht, der offenbar in einem Altenheim lebt.
Ein Schreibcoach, von dem ich viel lernen dürfte, sagte immer: "Handlung kommt von handeln." Insofern habe ich die ganze Zeit darauf gelauert, ob noch etwas geschieht. Nun weiß ich ja, dass es dir in erster Linie um das Auseinandersetzen mit dem Tod geht, und das hast du schön rübergebracht. Über den Schlusssatz, der ja wirklich wunderbar klingt, bin ich auch gestolpert. Es ist ein Jammer, dass er nicht funktioniert, weil der kleine Bruder eben der Schlaf ist und nicht die Person, denn von der Formulierung her gefällt er mir sehr.
Die Gedankengänge fand ich interessant, z. B. die Überlegungen hinsichtlich des Freizeitangebots. Es stimmt, irgendwann hat man ja nur noch Freizeit. Und die muss dann irgendwie gefüllt werden.
Was ich aus deinem Text mitnehme ist die Erkenntnis, dass man, wenn man an diesem doch sehr langweiligen Ende seines Lebens angekommen ist, dem Tod mit einer gewissen Gelassenheit entgegensieht. Denn eigentlich kann es ja nur besser werden.

Gern gelesen.

LG
Bree


_________________
Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen.

Mark Twain
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DLurie
Geschlecht:männlichEselsohr


Beiträge: 308
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BeitragVerfasst am: 12.09.2020 11:39    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo BreeBendi,

danke für deinen Kommentar.  Der Schlusssatz ist bereits angepasst.  

Zum Hintergrund der Geschichte:
Es gibt da einen (durchaus umstrittenen) Klassikers der Sterbeforschung. Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_K%C3%BCbler-Ross
Die Autorin spricht dort von fünf Phasen der geistigen Verarbeitung des Sterbens:

Nicht-wahrhaben-Wollen (Leugnen) und Isolierung
Zorn
Verhandeln
Depression und Leid
Annahme

Diese Theorie im Hinterkopf sowie ein Todesfall in meinem persönlichen Umfeld haben mich angeregt, zu jeder dieser Phasen eine kleine Geschichte zu schreiben. Der Prota im Kleinen Bruder ist in meiner Sicht bei der Annahme (acceptance) angekommen. Wahrscheinlich ein Glücksfall.

LG
DLurie
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hans1
Schmierfink


Beiträge: 79



BeitragVerfasst am: 13.09.2020 17:08    Titel: Antworten mit Zitat

DLurie hat Folgendes geschrieben:
Hallo BreeBendi,

danke für deinen Kommentar.  Der Schlusssatz ist bereits angepasst.  

Zum Hintergrund der Geschichte:
Es gibt da einen (durchaus umstrittenen) Klassikers der Sterbeforschung. Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_K%C3%BCbler-Ross
Die Autorin spricht dort von fünf Phasen der geistigen Verarbeitung des Sterbens:

Nicht-wahrhaben-Wollen (Leugnen) und Isolierung
Zorn
Verhandeln
Depression und Leid
Annahme

Diese Theorie im Hinterkopf sowie ein Todesfall in meinem persönlichen Umfeld haben mich angeregt, zu jeder dieser Phasen eine kleine Geschichte zu schreiben. Der Prota im Kleinen Bruder ist in meiner Sicht bei der Annahme (acceptance) angekommen. Wahrscheinlich ein Glücksfall.

LG
DLurie

ach ja, alles  nurf idealfall. im hospital habe ich menschen sehr qualvoll sterben gesehen, erstickung, atemnot, herzinfarkte...da bleibt vor todesangst keine zeit fuer "annahme". binnen weniger minuten waren sie gestorben.

dein text ist zwar gut und fluessig formuliert, aber in meinen augen als thema verkitscht.
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DLurie
Geschlecht:männlichEselsohr


Beiträge: 308
Wohnort: Zwischen den Stühlen
DSFo-Sponsor Pokapro V & Lezepo III


BeitragVerfasst am: 13.09.2020 17:38    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

hans1 hat Folgendes geschrieben:


ach ja, alles  nurf idealfall. im hospital habe ich menschen sehr qualvoll sterben gesehen, erstickung, atemnot, herzinfarkte...da bleibt vor todesangst keine zeit fuer "annahme". binnen weniger minuten waren sie gestorben.

dein text ist zwar gut und fluessig formuliert, aber in meinen augen als thema verkitscht.


Hi hans1,
ich habe einige Zeit in verschiedenen Krankenhäusern gearbeitet, habe also ganz sicher keine Tendenz, irgendetwas zu verkitschen. Es geht mir auch überhaupt nicht  um die Art des relativ plötzlichen Sterbens, die du schildest, sondern um Fälle, in denen die tödliche Diagnose feststeht, aber immer noch viel Zeit bleibt, sich irgendwie dazu zu verhalten. Das ist eine ganz andere Geschichte.

LG
Dlurie
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hans1
Schmierfink


Beiträge: 79



BeitragVerfasst am: 13.09.2020 19:45    Titel: Antworten mit Zitat

DLurie hat Folgendes geschrieben:
hans1 hat Folgendes geschrieben:


ach ja, alles  nurf idealfall. im hospital habe ich menschen sehr qualvoll sterben gesehen, erstickung, atemnot, herzinfarkte...da bleibt vor todesangst keine zeit fuer "annahme". binnen weniger minuten waren sie gestorben.

dein text ist zwar gut und fluessig formuliert, aber in meinen augen als thema verkitscht.


Hi hans1,
ich habe einige Zeit in verschiedenen Krankenhäusern gearbeitet, habe also ganz sicher keine Tendenz, irgendetwas zu verkitschen. Es geht mir auch überhaupt nicht  um die Art des relativ plötzlichen Sterbens, die du schildest, sondern um Fälle, in denen die tödliche Diagnose feststeht, aber immer noch viel Zeit bleibt, sich irgendwie dazu zu verhalten. Das ist eine ganz andere Geschichte.

LG
Dlurie

ist leider nicht erkennbar fuer mich.
ich glaube aber, dass dann noch etwas fehlt.
nach dem annehmen kommt es vor, dass diese betroffene menschen noch einmal lebensfreude bekommen, als sei es ein teil des inneren friedens.
das ist schon sehr beruehrend und erstaunlich. hast du das schon mal erfahren?
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DLurie
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Beiträge: 308
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BeitragVerfasst am: 13.09.2020 20:38    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

hans1 hat Folgendes geschrieben:

ich glaube aber, dass dann noch etwas fehlt.
nach dem annehmen kommt es vor, dass diese betroffene menschen noch einmal lebensfreude bekommen, als sei es ein teil des inneren friedens.
das ist schon sehr beruehrend und erstaunlich. hast du das schon mal erfahren?


Hi hans1,

innerer Friede, eine gewisse Gelassenheit ja. Lebensfreude - ich weiß nicht recht. In meiner Erfahrung wollen Menschen in dieser Phase, wo sie ihren baldigen Tod akzeptiert haben, oft in Ruhe gelassen werden, wollen z.B. nicht mehr mit den Problemen ihrer Umwelt behelligt werden. Sie ziehen sich zurück, dehnen z.B. ihre Schlafperioden aus...
Aber es mag natürlich auch Fälle geben, in denen noch mal so etwas wie Lebensfreude aufblitzt.  

LG
DLurie
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hans1
Schmierfink


Beiträge: 79



BeitragVerfasst am: 14.09.2020 01:04    Titel: Antworten mit Zitat

DLurie hat Folgendes geschrieben:
hans1 hat Folgendes geschrieben:

ich glaube aber, dass dann noch etwas fehlt.
nach dem annehmen kommt es vor, dass diese betroffene menschen noch einmal lebensfreude bekommen, als sei es ein teil des inneren friedens.
das ist schon sehr beruehrend und erstaunlich. hast du das schon mal erfahren?


Hi hans1,

innerer Friede, eine gewisse Gelassenheit ja. Lebensfreude - ich weiß nicht recht. In meiner Erfahrung wollen Menschen in dieser Phase, wo sie ihren baldigen Tod akzeptiert haben, oft in Ruhe gelassen werden, wollen z.B. nicht mehr mit den Problemen ihrer Umwelt behelligt werden. Sie ziehen sich zurück, dehnen z.B. ihre Schlafperioden aus...
Aber es mag natürlich auch Fälle geben, in denen noch mal so etwas wie Lebensfreude aufblitzt.  

LG
DLurie


ich habe das bei meiner Mutter erlebt. Sie fing drei Tage vor ihrem Tod  (Bettlaegerig seit Wochen, Krebs) sogar zu singen an, alte Kinderlieder und so, sehr sehr beruehrend.)
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