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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Lohnt sich ein Lektorat?


 

 
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Autor Nachricht
Jack Ruler
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 36
Beiträge: 18
Wohnort: Mittelfranken


BeitragVerfasst am: 27.07.2020 08:53    Titel: Lohnt sich ein Lektorat? eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi ihr Profis.

Vor einigen Jahren habe ich ein Büchlein über Bauarbeiter geschrieben, über deren ihren Alltag, das ich eventuell veröffentlichen möchte. Dazu würde ein Illustrator noch einige Bilder zeichnen.

Doch jetzt möchte ich mal gerne von euch wissen, ob ihr die Idee anhand der Geschichte gut findet. Geschrieben ist das ganze relativ einfach, so wie wir Bauarbeiter halt auch reden.  Bei positiver Kritik, habe ich mir überlegt einen Lektor zu engagieren um den ganzen noch etwas Feinheit zu verleihen.
Würde mich sehr freuen, wenn ihr einen kritischen Blick hinein werft. Vielleicht kann ich den ein oder anderen ja sogar zum lachen bringen.

Hier mal ein kleiner Teil aus dem Büchlein. Ich hoffe man kann das so einigermaßen Lesen, daher ich den Text aus der PDF nur hier rein kopiert habe.Smile
Viele Liebe Grüße Jack



Was du hier zum Lesen bekommst, ist nicht einfach nur was zum Lesen. Das ist das Leben richtiger Männer. Es gibt doch so viele Gerüchte über die Bauarbeiter. „Furzen, rülpsen, den ganzen Tag nur fluchen, sich gegenseitig beschimpfen, schreien, wenn einem was nicht passt, in der Früh um sieben Uhr das erste Bier trinken, oder den ganzen lieben Tag über Sex reden, anderen Frauen hinterher pfeifen.
Um halb acht in der Früh das zweite Bier trinken, Männer mit kaputten Zähnen, Männer mit aggressivem Schweißgeruch.
Um neun Uhr dann das dritte Bier. Ja, immer diese Gerüchte über uns Bauarbeiter.
Es ist schon echt eine Frechheit, dass man das unter „Gerüchte“ abstempelt. Es ist doch wirklich so und noch viel schlimmer.
Dies ist eine Geschichte nach wahrer Begebenheit, die noch lange nicht zu Ende gelebt ist. Ich selbst mache den Beruf als Stuckateur erst 15 Jahre, aber das reicht, um einige lustige Erlebnisse zu erzählen.
Was ist ein Stuckateur?
Man kann es auch „Verputzer“, einfach nur „Putzer“ oder „Stucker“ nennen. Ein Stucker verschafft dem Haus einen schönen Anblick, indem er den puren
Mauersteinen, aus denen ein Haus gebaut ist, den richtigen Putz verpasst. Wenn einer Wert auf eine gute Wärmedämmung legt, wird anstatt Zementputz Styropor verwendet, mit dem das ganze Haus eingepackt wird.
Auf dem angebrachten Putz wird dann ein schöner, so genannter „Edelputz“ aufgetragen, der das Haus mit einer coolen Struktur und schönen Farben glänzen lässt.
Ein Putzer streicht das Ganze auch. Ein Putzer bringt auch den Putz an den Innenwänden im Haus an. Er trägt diesen innen mit einer Maschine auf, und macht ihn schön glatt. Also, für den Putzer ist es meist glatt, andere sehen das oft anders.
Regel eins: Diskutiere nie mit einem Stuckateur, wenn er schon angesoffen ist! Das ist ungefähr so, als würdest du versuchen, Supermann das Fliegen beizubringen.
Ein Stuckateur bringt sich in Jahren nicht nur seinen Beruf bei, sondern auch jede Menge andere Arbeiten. Estrich verlegen, Fliesen anbringen, Elektrik, Mauern, Dacharbeiten, Dixiklo sauber machen. Ja, aber solltest du einem Stuckateur eine Arbeit auftragen, die nicht sein erlernter Beruf ist, wie eben das Mauern oder Estrich verlegen, brauchst du dich nicht wundern, dass
dein Sofa sich wie eine Murmel, die man einen Berg runter rollt, im Wohnzimmer bewegt.
Um für ein schönes Arbeitsklima zu sorgen, das heißt: der Stucker lächelt dich immer an, er trägt deiner Frau die Einkäufe in die Küche, und räumt diese im Kühlschrank ein. Er überbrückt dein Auto, er hilft deiner Oma über die Straße, gilt
Regel zwei: Versorge den Stuckateur steht’s mit feinen Köstlichkeiten wie Bier, einer leckeren Brotzeit, Getränke und ein bisschen Trinkgeld.
Regel Nummer drei: Gib dem Putzer bitte kein Bier, auf dem das Wort „Alkoholfrei“ steht. Das wäre demütigend und gar fast ein Versuch, einen Krieg anzufangen. Da wird der Stucker schnell mal zickig. Es könnte so viel bedeuten, wie: „Soll das jetzt heißen, dass ich meine Arbeit nicht richtig mache, wenn ich angesoffen bin?“
Und schon ist das Vertrauen gegenüber dem Bauherren weg.
Aber keine Angst, liebe Bauherrschaft. Ein Stuckateur, so unglaublich es kling, macht seine Arbeit im angeheiterten Zustand zu 100 Prozent so, als wenn er nüchtern wäre.
Das ist das Erste, was man lernt. Im betrunkenen Zustand seine Arbeit genauso zu erledigen, als wenn man nüchtern wäre.
Die verputzen Wände werden genau so gerade, wie anders auch.
Ein kleiner Tipp:
Wird der Putzer mit leckeren Lagerbierchen versorgt, macht er nicht pünktlich nach acht Stunden Schluss, und geht Heim.
Nein! Er macht in diesem Zustand gerne ein paar Überstunden, damit alles viel schneller als geplant fertig wird.
Der kleine Haken allerdings, wenn die Arbeiter zu viel getrunken haben, ist: Sie können zwar sehr gut arbeiten, aber nicht mehr Auto fahren. Da wäre es angebracht, wenn sie als Hauseigentümer den lieben Verputzer nach hause fahren. Er ist ihnen sicher dankbar.
Vielleicht könnten sie ihn auch wieder in der Früh abholen. Dafür wäre er ebenfalls sehr dankbar, weil so ein kleiner Streit zwischen Arbeiter und Chef vermieden wird.
Soviel erst mal zu der kleinen Einführung in dieses lehrreiche Buch.

Montag 6.00 Uhr früh

Servus. Mein Name ist Jack Ruler. Es ist früh, ich bin müde, und hab jetzt schon keinen Bock, aufzustehen. Aber ich habe gestern zum letzten Mal meine Büchertasche auf dem Rücken getragen. Ja, und heute beginnt das Arbeitsleben, das Arbeitsleben als Stuckateur. Mann, ich weiß nicht, wie das wird. Ich habe ja schon viel davon gehört, dass es hart sein soll, und auf den Baustellen stets Ausnahmezustände herrschen.
Es ist halb sechs in der Früh, und ich krieche so langsam aus meinem Bett. Da sehe ich schon, vom Sonnenlicht angeleuchtet, welches durch mein Fenster eintritt, meine neue Berufskleidung strahlen. Eine schöne weiße, feste Hose mit vielen Taschen. Sieben Taschen sind es. Für was brauche ich so viele Taschen? Wenn ich die alle voll mache, bringt mir ein Gürtel nichts mehr! Da muss ich mir dann meine Hose am Becken festnageln.
Ein schönes, glänzend weises T-Shirt mit der Aufschrift: „Sei schlau, geh am Bau“ klingt ja schon mal vielversprechend. Ein hübsches weises Jeans- Jäckchen, das auch mit unzähligen Taschen bestickt ist.
Und dann noch Arbeitsschuhe, die so aussehen, als wären sie mir 15 Nummern zu groß, und auch 15 Kilogramm zu schwer. Stahlsohle, Stahlkappe, Stahlferse, ein Schuh der nur aus Stahl besteht. Wie soll ich meine Beine noch zum Laufen anheben können, mit solchen schweren Schuhen?
Der Anblick ist ganz toll, diese Montur so glänzen zu sehen. Aber nützt ja nichts.
Ich werd jetzt mal aufstehen, und mir das ganze Zeug einfach anziehen.
Um sechs Uhr kommen schon Arbeiter mit dem Firmenbus hergefahren, um mich abzuholen. Um sechs Uhr, um sechs Uhr… Das ist ja so als, ähhh, ich weiß nicht, so was hab ich noch nie erlebt.
Halbes Stündchen hab ich ja noch. Also, reinschluppen in die Klamotten.
Ich ziehe mir die Hose an, dann schlüpfe ich in das T-Shirt, dann in das Jäckchen. Irgendwie fühlt sich das gut an, diese Klamotten zu tragen. Jetzt noch die Stahlschuhe. Schon alleine das Binden dieser Schuhe gibt mir das Gefühl, was erreicht zu haben. Ich fühle mich stark, nahezu wie ein Superheld! Und, obwohl mir noch nicht mal ein Bart wächst, fühle ich mich so gekleidet wie ein echter Mann.
Ohhh, eine viertel Stunde habe ich noch, bevor sie mich holen. Da kann ich mir locker noch eine Folge von den Schlümpfen ansehen.
Irgendwie kann ich mich mit den blauen kleinen Viechern mit den weisen Mützen identifizieren. Ein Dorf voller Männer, die den ganzen Tag arbeiten wie die Verrückten. Die bauen Häuser, Brücken, Fallen. Cool, ich gehör jetzt zu den Schlümpfen man!
Die kleine blaue Blonde, die da noch mit in dem Pilzdorf wohnt, könnte die Sekretärin sein. Ja genau. Erst jetzt ergibt die Sendung für mich einen Sinn.
„Ring, ring, hup, hup!“
Das dürften jetzt die Arbeiter sein, die mich abholen.
Jetzt muss es schnell gehen.
Achso, einen Kaffee hab ich auch noch nicht getrunken, hmmm.
Da müssen sich die Arbeiter jetzt halt noch fünf Minuten im Auto gedulden. Ohne Kaffee kann ich nicht kämpfen.
So, schnell Wasser in die Kaffeemaschine einfüllen, den Filter einlegen und 10 Esslöffel Kaffeepulver drauf, natürlich nur den mit dem Verwöhn- Aroma. Dann auf Play drücken. Dann heißt es abwarten. In der Zwischenzeit kann ich mich noch auf die Schüssel setzten, einen abseilen. Und um mir ein bisschen Zeit zu sparen, putze ich mir gleichzeitig die Zähne.
„Hup, hup! Heyyyyyyyyyy! Komm runter jetzt, wir müssen los!!“, schreit einer von denen wie verrückt. Also, schnell die Treppen runter, raus zur Tür und da steht schon der Bus. Davor ein ziemlich großer Arbeiter, dessen Klamotten nicht so glänzen wie meine.
Man könnte denken, ich komme aus einen Büro, und er kommt gerade aus einer Schlammgrube.
„Hey du Arsch, warum hat das so lange gedauert? Wenn das nochmal vorkommt, klatsch ich dir eine du kleiner Spritzer, verstanden?“
„Ey ey Sir, ich habe verstanden! Ich hatte im Bad nur einen kleinen Wasserrohrbruch, deswegen hat es so lang gedauert.“
Der Mann erwidert nur, dass ihm egal ist, was ich mir breche, und fordert mich zum Einsteigen auf.
Ich hab noch nie so ein dreckiges Auto gesehen. Zu fünft sitzen wir in diesen Bus, es riecht nach Bier. Vorne sitzen zwei Männer und ich sitze hinten mit drei anderen. Ich weiß von niemandem den Namen, und keiner sagt was.
Der Fahrer drückt aber ganz schön auf die Tube. Ich glaube, die meinten das ernst, dass wir es eilig haben.
Nach ein paar Minuten stoppen wir an einer Tankstelle. Stimmt, ich kann am Tacho sehen, dass wir fast kein Benzin mehr haben. Da ist Tanken eine gute Idee.
Wir halten an der Zapfsäule, der Fahrer des Wagens dreht seinen Kopf nach hinten und frag mich: „Hey, wie heißt du?“
„Ich bin Jack, guten Morgen“
Er sagt nur:„Aha.“
„Ja und wie heißt du?“, frage ich den Mann, der ziemlich viele Falten hat, und so gelbe Zähne, dass man meinen könnte, auf jedem seiner Zähne steckt ein Maiskorn.
„Ich bin Herbert, also rein in die Tanke, ich brauch einen Kaffee!“
Alle steigen aus, und Herbert fordert mich auf, mitzukommen, weil das etwas dauern könnte.
Also marschieren wir zu fünft in die Tankstelle rein, stellen uns an den Tresen, und jeder lässt sich einen Kaffee raus.
Achso, deswegen hatten die es so eilig, die hatten wahrscheinlich Angst, dass der Kaffee in der Tanke alle sein könnte…
In diesem Moment fällt mir ein, dass ich nicht runtergespült hatte, nachdem ich auf dem Klo war. Ich habe mir zuhause auch keinen Kaffee mehr eingeschenkt, die Brotzeit habe ich vergessen, und die Zahnbürste habe ich auch noch in der Hand.
Klasse.
Ich lasse mir auch einen heißen Kaffee raus, wir sitzen da, und keiner sagt was. Alle gähnen nur, als hätten sie die ganze Nacht nicht geschlafen.
„Du Herbert?“
„Was?“, antwortet er mir mit genervtem Blick.
„Was müssen wir jetzt eigentlich machen, ich mein, wie geht es los? Und wo müssen wir denn hin?“
„Erst mal ins Lager, und den Rest wirst du dann schon sehen.“
„Achso.“
Naja, nicht gerade viel Information, aber es ist ja früh am Morgen.
Wenn ich mir Herbert und die anderen drei Arbeiter so ansehe, könnte man meinen, die schlafen gleich wieder ein. Eilig scheinen sie es jetzt auf einmal auch nicht mehr zu haben.
Eigentlich würde ich schon gerne wissen, wie die anderen noch so heißen, aber fragen möchte ich jetzt auch keinen. Ich glaub, wenn ich jetzt was sage, fressen die mich auf.
Gut, ich warte einfach mal ab, und lasse alles auf mich zukommen.
„So, austrinken Männer, wir müssen ins Lager. Ihr wisst ja, wie der Chef rumnörgelt, wenn wir wieder zu spät kommen.“, sagt Herbert, und wir trinken alle aus und steigen in den Bus.
Wenn ich meine Augen schließe, könnte ich denken, ich sitze in einen Bus einer Brauerei, und es sind gerade zwei Kisten Bier ausgelaufen.
Wir fahren Stadtauswärts, Richtung eines Industriegebiets, wo sich das Lager befindet.
Dort angekommen, sehe ich einige Arbeiter dort stehen. Zählen kann ich sie nicht, weil sich da komischerweise alle viel zu schnell bewegen, als wären sie auf der Flucht.
Was wahrscheinlich daran liegt, dass der Meister nebendran steht.
Dann kommt der Meister auch schon auf mich zu. Er hat beide Hände in seinen Hosentaschen. Wie ich auch.
„Jack, nimm die Hände aus den Taschen, wie sieht denn das aus! Dann gehst du hinter, zu der Palette, wo die Zementsäcke drauf geschlichtet sind. Davon schmeißt du 25 Sack in den Bus rein.“
„Ok mache ich sofort!“
„Nicht sofort, du machst es auf der Stelle!“
Uhhhhh… hab ich mir natürlich nur gedacht, und ich mache mich auf.
So, was soll ich jetzt noch mal einladen, 25 Sack von was?
Mist schon wieder vergessen. Naja stehen ja nur 3 Paletten rum. Ich werd schon das Richtige einladen.
Ich hebe einen Sack hoch und schmeiße ihn mit Schwung auf meine Schulter, wobei ich mir diese fast ausgekugelt habe. Der Sack wiegt 25 Kilo. Oh Mann! Einen Sack nach dem anderen trage ich ins Auto. Bis alle 25 Sack da drin sind. Ich kann mich jetzt schon fast nicht mehr bewegen.
„Meister ich habe alle im Auto. Und jetzt?“
„Was hab ich dir gesagt Jack? 25 Sack Zementputz. Oder habe ich gesagt 25 Sack Gipsputz?“
„Ähhh, ich weiß nicht mehr so genau. Auf jeden Fall irgendwas mit 25 Sack.“
„So Jack, alle wieder ausladen und zurück auf die Palette legen, und dann lädst du das richtige Material ein.“
Ohhh, wie er sich gleich aufregt, weil ja ihm das noch nicht passiert ist. Also gut, alles von vorne. 25 Sack falsches Material aus dem Auto heben, dann fast 30
Meter laufen, auf der Palette ablegen, und dann das richtige Material einladen. Ich schwitze wie eine Sau, jetzt schon. Ich hab Muskelkater, jetzt schon.
„Meister, ich habe alles umgeschlichtet.“
„Sehr gut Jack. Beim nächsten Mal nimmst du den Hubwagen. Da kannst du die Palette direkt vors Auto fahren.“
Dann blinzelt er mir zu. Ich weiß, dass hat er mir absichtlich nicht gesagt. Damit er dann auf der Baustelle erzählen kann, wie er den Neuen verarscht hat.
Ha ha ha...
„Jack, du bist die nächsten Tage bei mir dabei.“
Ok, ich muss also mit dem Meister arbeiten, also mit dem zweiten Chef, sozusagen.
„Steig schon mal ins Auto ein, ich komm gleich.“
Ja, dann mach ich das mal, ich steige ein und warte. Ich glaub, der Meister ist noch einen Sprung ins Büro gegangen.
Und ich warte, und warte, und warte...
Mensch, wo bleibt der denn? Bis der kommt, ist Feierabend.
Ich schau mal ins Büro. Bestimmt macht er irgendwelche Computer- Sachen oder Anrufe.
Klopf, klopf, klopf.
„Ja was ist?“
„Nichts, ich wollt nur fragen, ob ich noch irgendwas tun kann?“
In der Zeit, wo er im Büro sitzt und gemütlich mit der Sekretärin einen Kaffee trink. Von wegen Bürokram!
„Ja, schnapp dir den Besen und kehr mal durchs Lager durch.“
Gesagt, aber nicht wirklich getan. Ich schnappe mir zwar den Besen. Aber so wirkliche Lust zu kehren hab ich nicht. Nicht, weil ich keinen Bock hätte, naja, ok ein bisschen habe ich keinen Bock. Aber da sieht es aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen! Ich weiß einfach nicht, wo ich anfangen soll.
„Also Jack, steig ein, los geht’s!“
Juhuuu! Endlich. Bin ja mal gespannt, was anliegt.
Jetzt ist gerade mal sieben Uhr. Wir fahren los.
„Musst du noch irgendwo hin, Jack?“
„Ja schon Meister, drei Wochen in die Karibik.“
„Nein, du Vogel. Tankstelle, Bäcker, Metzger?“
„Achso, ja schon.“
„Was, ja schon?“
„Ja, ich muss zur Tankstelle, Kaffee und Fluppen holen, zur Bäckerei, ein Bamberger und ein Nusshörnchen und einen Becher Fleischsalat vom Metzger brauch ich auch.“
„Vergiss es Jack, ich fahr dich zur Tanke, mehr nicht! Zum Einkaufen gehen nutzt du lieber mal deine Freizeit.“
Klasse, dann hab ich den ganzen Tag nichts zu essen, ey. Ich hab jetzt schon Hunger.
Ok, dann geh ich halt nur in die Tanke und hol mir Kippen und was zu trinken, und einen Becher Kaffee.
Endlich, fünf vor halb acht kommen wir an der Baustelle an.
Ein kleines Einfamilienhaus, noch im vollen Rohbau. Ein Gerüst ist um das Haus herum aufgebaut. Hoffentlich müssen wir nicht außen an dem Haus arbeiten. Es regnet leicht, und es ist erst März und noch ganz schön frisch da draußen.
„Meister, sind wir Innen oder Außen?“
„Außen.“
Hm, toll! Also doch den ganzen Tag im Regen arbeiten.
Vorm Haus bleiben wir im Auto sitzen. Der Meister steigt nicht aus, also mache ich das auch nicht. Er soll den ersten Schritt machen. Aber er schenkt sich aus seiner silbernen Thermoskanne noch einen Kaffee ein und zündet sich eine Zigarette an. Also mach ich das auch. Erst mal noch eine rauchen, bevor es losgeht. Ist eine gute Idee.
Aber jetzt geht’s los, der Meister macht die Wagentür auf und steigt aus. Dann mach ich das also auch.
„Und Meister, was liegt jetzt an?“
„Jetzt trägst erst mal das Material aus dem Auto und bringst es in die Garage dort, da ist es vom Regen geschützt.“
Huhhh, schon wieder den ganzen Scheiß rumtragen.
„Geht klar Meister.“
Wieder schleppe ich einen Sack nach dem anderen vom Bus in die Garage. Zum Glück regnet es, und der ganze Boden ist nass und schlammig. Meine Kleidung wird immer nasser und meine Schuhe immer schwerer, von dem Matsch, der sich in den Profilen meiner Schuhe ansammelt.
Nach dreißig Minuten habe ich diese Arbeit schon mal beendet.
„Meister, alles erledigt!“
„Schön, jetzt müssen wir die G4 aufbauen.“
„Was ist eine G4?“
„Die G4 ist eine ziemlich wertvolle Maschine. Wenn alles aufgebaut ist, werden nach und nach die Zementsäckte dort hinein geschüttet. Die Maschine mischt es dann mit Wasser. Mit Luftdruck wird das fertig gemischte Material in einen Schlauch geblasen.
Am Ende des Schlauches kommt es raus. Dieses Ende nennen wir „Puff’m“, das hat man in der Hand und spritzt so gleichmäßig den Putz an die Wände.“
Klingen ziemlich logisch, die Worte des Meisters, ich kann ihm vertrauen.
„Ok, Meister, klingt ja easy, wenn das alles die Maschine macht.“
Er lächelt mich nur an. Es ist so ein Lächeln, wie:“du wirst schon sehen!“
Gemeinsam bauen wir die G4 auf, und ich frage mich, wie die Menschen mit den leichtesten Geräten auf den Mond fliegen, und wir hier eine Maschine haben, die nicht Größer als ein kleiner Bürotisch ist, aber so viel wiegt, wie ein Raumschiff. Auf der G4 steht mit schwarzem Stift geschrieben „Betty“.
„Meister, wer ist Betty?“
„Ja, Jack, die Arbeiter geben den Maschinen Namen. Sie taufen die Maschine, wie ein Boot. Wenn man eine Maschine wie einen Menschen behandelt, dann wird sie auch funktionieren.
Behandle die G4 wie ein Baby. Mach sie immer sauber, wechsel immer die Filter rechtzeitig, schau ob genug Öl drin ist. Nur dann wird sie nicht kaputt.“
Wow, die legen ja ziemlich viel Wert auf so was. Das hätte ich jetzt nicht gedacht. Die sollten lieber mal auch ihren Autos Namen geben.
„Und du Jack, du bist ab heute der, der Betty pflegt wie sein eigenes Kind.“
Ohhh, das hat der Meister jetzt schön umschrieben, so als wie wenn ich jetzt der wichtigste Mann in der Firma wäre.
Er hätte auch einfach nur sagen können, dass ich jetzt der bin, der immer alles sauber machen muss.
„Ok, Meister, es ist mir eine Ehre, der neue Papa von Betty zu sein.“
Wir haben nun alles aufgebaut. Alle Kabel sind angebracht und eingesteckt, der Schlauch ist angeschlossen und das Wasser ist auch mit der Maschine verbunden.
„So, und nu Meister?“
„Jetzt geht’s los, ich geh jetzt auf das Gerüst, du gibst mir den Schlauch, schaltest an und fütterst Betty.“
„Wie schalt ich Betty an, und wie meinst du das mit Füttern?“
„Wenn ich das erste Mal schreie:“Strom an!“, legst du den roten Hauptschalter um. Dann schreie ich nochmal, und du drückst diesen schwarzen Knopf an Betty, dann fütterst du sie nur noch. Du musst immer kucken, dass genug Material in der Maschine drin ist.“
„Klingt einfach, mach ich. Also gut, auf geht’s.“
Es ist echt simpel.
„Hier, der Schlauch Meister.“
„Gut, jetzt schalt den Hauptschalter ein!“
Hmmm, ja, hmmm, wo war der jetzt nochmal? Ach genau! Das rote Ding hier umlegen, gut. Läuft. Wow, ist das laut.
„Heyyyyyyyyyyyy, jetzt den anderen Schalter!“
Ok, auch den drücke ich und alles geht seinen Gang. Jetzt nur immer brav Betty mit Zement füttern, und bald ist Feierabend.
Mann, macht das einen Staub hier drin in der kleinen Garage. Ich geh mal lieber an die frische Luft.
Jetzt wird es ja fast ein bisschen langweilig hier. Und der Kaffee macht sich auch bemerkbar. Ich hau jetzt einfach mal drei Sack in die Maschine rein. Und dann hock ich mich eine Runde auf das Plastikklo, mir drückts im Magen.
„Pups, furz, plätscher, plätscher…“
La, la, la, lalala, lu, lulu. Ahhh, tut das gut. Wenn es jetzt hier drin nicht so stinken würde, wäre es echt bequem.
„Jaaaaaaaaaaaack!! Was machst du? Du solltest doch die Maschine mit Material versorgen!“
Oh, oh Mist, da war ja was. Der Meister klingt sauer.
„Hier bin ich, ich war schnell am Topf, was ist denn los?“
„Du hast jetzt nur die Aufgabe gehabt, die Säcke in die Maschine zu werfen. Wieso hast du das nicht gemacht, du Depp?“
„Entschuldigung, ich hab gedacht, ich kann schnell aufs Klo.“
„Ja Klasse, jetzt müssen wir alles neu einstellen.“
„Wieso denn? Ich werfe einfach wieder einen Sack in die Maschine, und alles ist cool.“
„Gar nichts ist cool! Wenn kein Material in der Maschine mehr ist, kommt nur noch Wasser am Ende vom Schlauch raus. Das, was jetzt an der Hausfassade runter läuft! Und da hält kein Zement darauf. Das muss erst trocknen. Wegen dieser Unachtsamkeit müssen wir heut locker zwei Stunden länger machen.“
Oh, viel habe ich zwar nicht verstanden, von dem was der Meister da jetzt gesagt hat. Aber das Wort „länger machen“ und „zwei Stunden“ konnte mein Bewusstsein gut zuordnen. Manno, ey!
„Es tut mir voll Leid, Meister. Das kommt nicht wieder vor.“
„Das will ich auch für dich hoffen, du kleiner Spritzer!
Also noch mal von vorne: Solltest du wieder auf die glorreiche Idee kommen, kacken zu gehen, während die Maschine läuft, wirst du mich mal erleben!“
„Ja und weil ich dich nicht erleben will, kommt das nicht mehr vor. Versprochen.“
Da muss der Meister sich wegen so einer Kleinigkeit aufregen, wie ein kleines Auto. Der soll mal locker bleiben, das sind meine ersten Stunden hier. Gestern hab ich noch die Schulbank gedrückt, und heute sollte ich wohl schon der beste Stuckateur der Welt sein. So ein Hoden, ey!
Ungebremst spritzt der Meister den Zement an die Fassade hin.
Er fährt immer wieder mit einer langen Eisenlatte, die so groß ist wie er, also ungefähr 1,50m, über das hin gespritzte Material drüber. So nach und nach nimmt das, was er da tut, Gestalt an. Es sieht schon so richtig nach einer verputzen Wand aus.
Nach stundenlangem Sack- in- die- Maschine- Geschmeiße ist eine Hauswand fertig.
Jetzt ist schon halb vier, ich will Heim! Mir ist kalt, ich bin nass, alles tut weh und ich bin müde.
„So Jack, das war es für heut, nur noch die Maschine sauber machen, um die Baustelle rum aufräumen und dann Feierabend.“
Die Betty machen wir zu zweit sauber. Ist ganz schön kompliziert. Material aus der Maschine schöpfen, und vor allem, den Schlauch sauber machen, also mit ganz viel Wasser durchspülen. Würden wir das nicht machen, sagt der Meister, wäre der Zement im Schlauch am nächsten Tag hart, und wir könnten 2000 Euro wegschmeißen. Das ist ein gutes Argument, um den Schlauch ordentlich sauber zu machen. Aber ich verbinde das mit einer ehrenvollen Aufgabe. Weil, ein Mann macht ja auch seinen Schlauch gern sauber. Als die Maschine sauber ist, Schläuche und Kabel aufgerollt sind, setzt sich der Meister auf eine leere Bierkiste, dreht sich eine Zigarette und befiehlt mir:
„So, Jack, jetzt holst dir einen blauen Sack aus dem Auto und räumst die ganzen leeren Zementsäcke da rein. Die vollen blauen Säcke bringst du in das Auto, die schmeißen wir im Lager in den Schuttcontainer. Dann schnappst dir den Rechen und rechst den runtergefallenen Zement zusammen, um das Haus rum.“
„Ja Meister, bleibt mir ja nichts anderes übrig.“
„Genau!“
Er sitzt dort und sieht mir dabei zu. Würde er ein bisschen helfen, wären wir eher zu Hause. Aber vielleicht ist er nicht gerne bei seiner Frau. Wer weiß… Um halb fünf am Abend sitzen wir endlich im Auto, auf dem Heimweg.
„Also, hau dich rein Jack, morgen früh wieder in alter Frische.“
„Geht klar, Servus!“
Ich bin zuhause. Ich muss erst mal aus den Schuhen und den schweren Klamotten raus. Dann ab in die Badewanne. Danach nur noch was essen, ab auf die Couch und nicht mehr rühren.
Mir tut alles so weh. In dem Moment, wo mir mein Kreuz und meine Knie zwicken, freue ich mich schon auf die nächsten 40 Jahre.
Ich bin grad mal 18 Jahre alt und leider war ich in der Schule nicht so eine Leuchte. Nie gelernt, keine Hausaufgaben gemacht, oft verschlafen, oder gar nicht in die Schule gegangen. Wobei ich mir jetzt schon denke, ich hätte in der Schule besser aufpassen sollen.

Durch einen guten Freund hatte ich jetzt die Möglichkeit, in dieser Firma arbeiten zu dürfen, er selbst arbeitet auch seit einem Jahr dort und ist begeistert. Mario war genau so schlau in der Schule, wie ich.
Ohhhhhhhhhhh Mann, mein Rücken……..

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xYami
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 21
Beiträge: 25



BeitragVerfasst am: 27.07.2020 10:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Jack,

Ich finde es eine tolle Idee, deine Erfahrung zu nehmen und daraus ein Buch zu schreiben.
Dadurch wirkt dein Schreibstil sehr stimmig, als Leser kann man sich alles gut vorstellen.

Komisch fand ich zunächst, dass im ersten Abschnitt mit Regel zwei begonnen wurde, möglicherweise ein Fehler beim Kopieren.
Gleiches Problem hier:
Zitat:
In der Zeit, wo er im Büro sitzt und gemütlich mit der Sekretärin einen Kaffee trink. Von wegen Bürokram!


Inhaltlich hast da ja so angefangen:
Zitat:
Es ist früh, ich bin müde, und hab jetzt schon keinen Bock, aufzustehen. Aber ich habe gestern zum letzten Mal meine Büchertasche auf dem Rücken getragen. Ja, und heute beginnt das Arbeitsleben, das Arbeitsleben als Stuckateur. Mann, ich weiß nicht, wie das wird. Ich habe ja schon viel davon gehört, dass es hart sein soll, und auf den Baustellen stets Ausnahmezustände herrschen.


Ich finde, diesen Wechsel von der Schulbank zu harter körperlicher Arbeit hätte man vielleicht im Verlauf der Geschichte mehr herausarbeiten können.
Zum Beispiel beim Umschichten der schweren Säcke, wo er früher ja nur eine leichte Tasche auf dem Rücken getragen hat und eine derartige Belastung nicht gewohnt ist.
Aber nur eine Idee meinerseits.

Ansonsten war es etwas schade, dass die Komplikationen nur so kurz anhielten. Beim Umschichten der Säcke hätte man vielleicht die Blicke der Arbeiter und die Gefühlswelt Jacks beschreiben können.
Vor allem nach der Ankündigung, dass nun 2 Stunden länger gearbeitet werden muss, hätte ich erwartet, dass Jack in der Zeit von seinem Lehrmeister traktiert wird.

---
Insgesamt gut umgesetzt, ich habe es mit Interesse gelesen. Deine Wortwahl fand ich durchweg sehr treffend und witzig.
Ich habe keine Zweifel, dass in der Geschichte viel Potenzial steckt und würde weiterlesen.
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Isabelle34
Autor


Beiträge: 559



BeitragVerfasst am: 27.07.2020 11:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jack,

ich bin leider nicht so begeistert, wie mein Vorschreiber. Der erste Punkt, der mich irritiert ist folgender: Am Anfang schreibst du, Jack habe 'gestern das letzte Mal meine Büchertasche auf dem Rücken getragen'. Es ist allerdings Montag und weiter unten auch März.  Das Schuljahr endet nun bekanntermaßen im Juli, das Ausbildungsjahr im September, passt irgendwie nicht. Auch das Alter ruft Fragezeichen hervor. Jack ist achtzehn, hat, vermute ich, die Hauptschule absolviert, ist er erst mit neun eingeschult worden? Wie es zu dieser Konstellation kommt hätte mich mehr interessiert als die Vorgangsbeschreibung auf der Toilette oder beim Kaffeekochen.

Was mich außerdem stört ist 'uhhhh', 'ähhhhh', 'juhuuuu', 'Jaaaaaaack' und so weiter und so fort. Das ist unnötig, wirkt zu gewollt und auch ein bisschen hilflos. Wo wir gerade bei 'Jack' sind. Achte mal bei der Arbeit darauf, wie oft dein Gegenüber dich beim Namen nennt. Oder generell, hab mal ein Ohr dafür, wie oft sagt jemand am Tag deinen Namen, wenn er sich mit dir unterhält? Vielleicht einmal, wenn ihr euch trefft. Oder du gerufen wirst. Aber sonst?  

Auch das

Zitat:
Es ist schon echt eine Frechheit, dass man das unter „Gerüchte“ abstempelt. Es ist doch wirklich so und noch viel schlimmer.


halte ich für eine steile These, ist das ernst gemeint?

Mich hat der Text leider nicht überzeugt.

Schöne Grüße
Isabelle[/spoiler]
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Jack Ruler
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 36
Beiträge: 18
Wohnort: Mittelfranken


BeitragVerfasst am: 27.07.2020 12:05    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

xYami hat Folgendes geschrieben:
Hey Jack,

Insgesamt gut umgesetzt, ich habe es mit Interesse gelesen. Deine Wortwahl fand ich durchweg sehr treffend und witzig.
Ich habe keine Zweifel, dass in der Geschichte viel Potenzial steckt und würde weiterlesen.


Danke für deine positive Nachricht. Du hast schon recht, das könnte man echt etwas besser ausreifen. Ist ein guter Tipp, den ich mir zu herzen lege.
Freut mich auch dass du gerne weiterlesen würdest. Vielleicht ist das in absehbarer Zeit auch möglich. Ich denke, mit Illustrationen kommt das ganze Projekt viel lustiger rüber.
Liebe Grüße und danke für deine Mühe.
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Jack Ruler
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 36
Beiträge: 18
Wohnort: Mittelfranken


BeitragVerfasst am: 27.07.2020 12:12    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Isabelle34 hat Folgendes geschrieben:
Hallo Jack,

ich bin leider nicht so begeistert, wie mein Vorschreiber. Der erste Punkt, der mich irritiert ist folgender: Am Anfang schreibst du, Jack habe 'gestern das letzte Mal meine Büchertasche auf dem Rücken getragen'. Es ist allerdings Montag und weiter unten auch März.  Das Schuljahr endet nun bekanntermaßen im Juli, das Ausbildungsjahr im September, passt irgendwie nicht. Auch das Alter ruft Fragezeichen hervor. Jack ist achtzehn, hat, vermute ich, die Hauptschule absolviert, ist er erst mit neun eingeschult worden? Wie es zu dieser Konstellation kommt hätte mich mehr interessiert als die Vorgangsbeschreibung auf der Toilette oder beim Kaffeekochen.

Was mich außerdem stört ist 'uhhhh', 'ähhhhh', 'juhuuuu', 'Jaaaaaaack' und so weiter und so fort. Das ist unnötig, wirkt zu gewollt und auch ein bisschen hilflos. Wo wir gerade bei 'Jack' sind. Achte mal bei der Arbeit darauf, wie oft dein Gegenüber dich beim Namen nennt. Oder generell, hab mal ein Ohr dafür, wie oft sagt jemand am Tag deinen Namen, wenn er sich mit dir unterhält? Vielleicht einmal, wenn ihr euch trefft. Oder du gerufen wirst. Aber sonst?  

Auch das

Zitat:
Es ist schon echt eine Frechheit, dass man das unter „Gerüchte“ abstempelt. Es ist doch wirklich so und noch viel schlimmer.


halte ich für eine steile These, ist das ernst gemeint?

Mich hat der Text leider nicht überzeugt.

Schöne Grüße
Isabelle
[/spoiler]


Danke dir für deine Mühe und deine Kritik. Da hast du recht, da sollte ich noch an einigen feilen. Eine kleine Vorgeschichte wird noch geschrieben, wieso er im März anfängt und keine "Ausbildung" macht.  Dass mit dem beim Namen nennen ist mir noch nicht wirklich aufgefallen, aber stimmt schon. Da werde ich mal noch ein bisschen (viel dran arbeiten) müssen. Aber deswegen habe ich es erstmal hier eingestellt, um überhaupt mal zu sehen wie es ankommt und was ich besser machen sollte...
Danke dir und viele Grüße.
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Zirkusaffe
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 26
Beiträge: 32
Wohnort: Hoher Norden


BeitragVerfasst am: 27.07.2020 22:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Jack,

das Thema finde ich gelungen, da lässt sich sicherlich einiges rausholen und der Anfang der Geschichte gelingt ja schonmal ganz gut. Wobei ich den Einwand, den Wechsel von Schule zu Arbeit mehr auszuarbeiten, durchaus nachvollziehen kann.

Mehr Probleme habe ich mit deinem Schreibstil. Einerseits passt es in das etwas simple und naive Weltbild, das dein achtzehnjähriges Ich präsentiert. Allerdings liest sich das nicht unbedingt flüssig. Die vielen und sehr schmalen Absätze, immer wieder kurze Gedanken, die nur wenig zur Geschichte beitragen. Alles sehr abgehackt und sprunghaft. Natürlich ist der Ansatz ein anderer als bei einem klassischen Roman, allerdings könntest du das glaube ich noch strukturierter und geordneter hinbekommen.

Orthographie und Grammatik war meistens in Ordnung, mehrfach "weis" statt "weiß" fiel aber ins Auge. Ich bin aber bei Isabelle34, dass diese vielen "Ohhh"s und "Ähhh"s sich nicht gerade schön lesen. Gerade, wenn du im Moment keine wörtliche Rede nutzt, sondern in Gedanken deines Protagonisten bist. Selbst wenn du einen simplen Stil bevorzugst, solltest du hier "besser" im Sinne von gehobener schreiben und solche Füllwörter unterlassen, die doch eigentlich nur gesagt und selten (wirklich) gedacht werden.

Der Ansatz gefällt mir, aber da bekommst du bestimmt noch mehr aus dir und deiner Geschichte heraus!

Liebe Grüße

Zirkusaffe
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Philipp Skoeries
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber


Beiträge: 12
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 28.07.2020 17:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jack - erstmal: Ich finde das eine ganz tolle idee!

Auch der Stil des Textes ist authentisch - solche Geschichten lese ich persönlich sehr gerne. In unserer Gesellschaft haben viele den Draht zur handwerklichen Arbeit völlig verloren (Bürohengste) und es ist enorm erfrischend etwas aus diesem (Vorsicht: Vorurteil) "rauen Milieu" zu erfahren.

Gerade weil dort nicht besonders viele Menschen anzutreffen sind mit Ambitionen zur Schriftstellerei (Vorsicht: Zweites Vorurteil smile )

Ich würde dir trotzdem dringend ein Lektorat empfehlen. Der Erzähler sollte flüssig geschrieben sein, auch wenn die Figuren mit "äh" oder Umgangssprache sprechen, was meines Erachtens legitim ist.

Beispiel:
"Es gibt doch so viele Gerüchte über die Bauarbeiter."

Das ist Erzählperspektive und hier fehlt mir etwas der schliff - und das schon zu Beginn des Textes. Ein Lektor würde diesen Satz vermutlich folgendermaßen korrigieren:

"Es gibt doch so viele Gerüchte über Bauarbeiter."

Das ist nur eine minimale Korrektur und stellt dein Talent nicht in Frage - für den Leser ist dies aber angenehmer - gleichzeitig wird die Erzählperspektive professioneller.

Ich bin mir sicher es gibt noch viele weitere Stellen die ein guter Lektor finden wird. Hier zählt das Vertrauen und das Portemonnaie, denn ein gutes Lektorat kostet (leider) auch etwas Geld.
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Jack Ruler
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 36
Beiträge: 18
Wohnort: Mittelfranken


BeitragVerfasst am: 29.07.2020 08:54    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Philipp Skoeries hat Folgendes geschrieben:
Hallo Jack - erstmal: Ich finde das eine ganz tolle idee!

Auch der Stil des Textes ist authentisch - solche Geschichten lese ich persönlich sehr gerne. In unserer Gesellschaft haben viele den Draht zur handwerklichen Arbeit völlig verloren (Bürohengste) und es ist enorm erfrischend etwas aus diesem (Vorsicht: Vorurteil) "rauen Milieu" zu erfahren.

Gerade weil dort nicht besonders viele Menschen anzutreffen sind mit Ambitionen zur Schriftstellerei (Vorsicht: Zweites Vorurteil smile )

Ich würde dir trotzdem dringend ein Lektorat empfehlen. Der Erzähler sollte flüssig geschrieben sein, auch wenn die Figuren mit "äh" oder Umgangssprache sprechen, was meines Erachtens legitim ist.

Beispiel:
"Es gibt doch so viele Gerüchte über die Bauarbeiter."

Das ist Erzählperspektive und hier fehlt mir etwas der schliff - und das schon zu Beginn des Textes. Ein Lektor würde diesen Satz vermutlich folgendermaßen korrigieren:

"Es gibt doch so viele Gerüchte über Bauarbeiter."

Das ist nur eine minimale Korrektur und stellt dein Talent nicht in Frage - für den Leser ist dies aber angenehmer - gleichzeitig wird die Erzählperspektive professioneller.

Ich bin mir sicher es gibt noch viele weitere Stellen die ein guter Lektor finden wird. Hier zählt das Vertrauen und das Portemonnaie, denn ein gutes Lektorat kostet (leider) auch etwas Geld.


Danke dir.
Ja da wird der Lektor ein bisschen was zu tun haben. Das ganze geht über 160 Seiten.
Aber ich sehe schon, es gibt noch einiges zu tun. Das Thema mit dem Bauarbeitern und Bücher schreiben, ist tatsächlich nicht so häufig. Aus diesem Grund habe ich es schon ins Fernsehen, Radio usw geschafft, mit einem Kinderbuch das ich geschrieben habe. Fanden die interessant irgendwie.Smile
Danke für deinen Ratschlag..
Viele Grüße Jack
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Pickman
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 53
Beiträge: 636
Wohnort: Diaspora


BeitragVerfasst am: 31.07.2020 14:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Jack,

der Text ist noch nicht reif für ein Lektorat. Ich sehe es wie Isabelle34.

Unabhängig davon: Willst Du ein Protokoll schreiben, eine Reportage oder einen Roman? Für ein Protokoll mag es reichen, das Gedachte, Gesagte und Erlebnisse ungefiltert aufs Papier zu klatschen, für eine Reportage muss zusätzlich das Wichtige vom Unwichtigen getrennt werden, bei einem Roman schließlich darfst Du die Realität vernachlässigen, wenn es denn dem Lesegenuss dient. Ich habe Charles Bukowskis "Der Mann mit der Ledertasche" gern gelesen, und wenn Du an Deiner Schreibe und Deinen Texten weiter arbeitest, kannst Du es auch dahin bringen.

Cheers

Pickman

Edit: Vergiss das mit dem Lektorat. Mach den Job selber. Das macht Spaß und kostet nichts.


_________________
"Damit sich alles erfüllt, damit ich mich weniger allein fühle, brauche ich nur noch eines zu wünschen: am Tag meiner Hinrichtung viele Zuschauer, die mich mit Schreien des Hasses empfangen." (Albert Camus: Der Fremde)
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