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[Die schlechteste Geschichte] Und sie brach sich ein Bein.

 

 
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Outsider
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BeitragVerfasst am: 29.06.2020 23:42    Titel: [Die schlechteste Geschichte] Und sie brach sich ein Bein. eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

»So etwas! Nein, so etwas!« Frau Eckenberg rannte, wutentbrannt kreischend, die Treppe hinauf, und brach sich ein Bein. Dass es gebrochen war, konnte man ganz einfach feststellen, es war in einem interessant anmutenden Winkel vom Körper abgeknickt, ein Stück Knochen war auch zu sehen. Vielleicht war es auch abgetrennt, so genau konnte ich das jetzt auch wieder nicht sagen. Auf jeden Fall war es das Linke, ... wahrscheinlich ...
sagen wir, es war doch das rechte. Ich konnte es irgendwie schlecht erkennen. Die Brille, die ich letzten Sonn...Montag im Altpapier gefunden hatte, hätte ich wohl doch aufsetzen sollen. Die Brille! Ich hatte sie zusammen mit meiner Wurstbemme in den Müll geworfen. Sie hatte aber auch so große Ähnlichkeit mit etwas, was nur noch zum wegwerfen tauglich war. Voller Panik rannte ich die, mittlerweile wieder sicher stehende, Frau Eckenberg über den Haufen. Sie versuchte mir klar zu machen, »Ich solle doch aufpassen, wo ich hintrete«.
Und raffte dann ihr Brautkleid zusammen. Schnepfe!
Schnaufend ging ich weiter, meine Wohnung lag im ersten Stock. Ich teilte sie mir mit fünf weiteren Studenten, von denen einer ein siebzig jähriger Perverser war. Keiner konnte mir sagen, was er studierte, ich war mir nicht mal sicher, ob er überhaupt lesen konnte. Neulich, als ich ihm sein Essen auf's Zimmer brachte, hielt er sich ein Heft mit, meiner Meinung nach, anatomischen Abbildungen von Frauen, falschherum vor sein Gesicht. Vielleicht studierte er Medizin, vielleicht gab es so etwas auch als kompletthörbuch für daheim. Denn das Haus hatte er ebenfalls noch nie verlassen. Aber eins stand fest, wenn er irgendwann Chirug werden sollte, würde ich mich nur von ihm operieren lassen.

Die Tür zu meiner riesigen Villa, die ich ganz für mich alleine hatte, stand sperrangelweit offen. Vielleicht hatte sie aber auch jemand ausgehängt, so genau war das nicht zu bestimmen. (Wie die Geschlechtsteile bei Mäu...Menschen. (Ja, ich weiß, meine Klugheit überschreitet alle Grenzen.)) Irgendjemand war klammheimlich und unbemerkt in die kleine Dachgeschosswohnung eingebrochen. Und, OH MEIN GOTT! Er hatte den Mülleimer mitgenommen. Den wertvollen Mülleimer mit meiner Brille drin. Entsetzt betrachtete ich erstmal aufmerksam mein Spiegelbild im Badspiegel. Und da war das Entsetzen durchaus angebracht. Meine hässlichen, seidig glänzenden, goldenen Strähnen fielen mir in sanften Wellen über die Schultern, die viel zu müden und faltigen, langweilig, strahlend grünen Augen, sahen mir lüst...freundlich entgegen. Meine Bekannten, vor allem meine Brieffreundin aus New York, sagten mir immer, wie hübsch ich doch sei, aber ich fand mich hässlich und fett.
Leider wurde meine Sicht zunehmend erschwert, durch das fehlen der, inzwischen unverzichtbar gewordenen, Brille. Naja, immerhin war ich schon Rentnerin und Oma von fünf, nein zehn Enkelchen. War das überhaupt wegen meiner Sehschwäche?
Mein Blickfeld wurde zunehmend von weißen Nebelschwaden eingenommen. Was für ein Wetterumschwung. Plötzlich wurde mir schwarz vor Augen, meine Brille, die ich, wegen meiner guten Augen, eigentlich gar nicht brauchte, rutschte mir von der Nase. Mein letzter Gedanke war: Ich will noch nicht sterben, ich bin doch noch so jung, gerade mal 22 Jahre alt. Und mit meinem tollen Aussehen, hätte ich bestimmt einen attraktiven Gentleman ergattern können. Tja, aus ist's. Aus und vorbei.


Und wenn sie nicht gestorben wär, so lebte sie noch heute.

THE END


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Mogmeier
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BeitragVerfasst am: 02.07.2020 20:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Outsider,

zuerst wollte ich dir schreiben, dass ich deine Geschichte irgendwo kurz nach dem ersten Drittel abgebrochen habe. Was hier dann so viel heißen würde, wie: Aufgabenstellung erfüllt!

Habe mir dann aber gedacht, ich lese noch ein bisschen diagonal weiter und stolperte dabei über den Spiegelszenen-Fauxpas. Und es ist genau dieser Fauxpas, der eine Geschichte wirklich schlecht macht, mitunter auch Geschichten, die an sich nicht schlecht sind.

Viele Grüße
Mog


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Outsider
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BeitragVerfasst am: 03.07.2020 13:28    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Deswegen habe ich die Spiegelszene ja auch mit rein genommen. Glaub' mir, in einer ernsthaften Geschichte würde ich das Aussehen meines Protagonisten niemals beschreiben, indem ich ihn vor den Spiegel stelle.

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Outsider
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BeitragVerfasst am: 03.07.2020 13:32    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ach so, noch eine Frage,
Was war denn das schlechte (außer der Spiegelszene, der drastischen Veränderung des Handlungsortes und den plötzlich auftauchenden Gegenständen (Brautkleid, Brille,...) Wink ) an der Geschichte?


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Mogmeier
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BeitragVerfasst am: 03.07.2020 21:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallöle,

ich habe mit deinem Text jetzt mal ein kleines Experiment gemacht. Und zwar setzte ich dabei voraus, dass du diesen Text so gestaltet hast, als hätte ihn ein fiktiver Autor geschrieben. Dabei wähnte ich diesen Text sozusagen als Art Hypertext (speziell im Sinne von Nabokovs »Fahles Feuer«). Freilich fehlt deinem Text dazu der nötige Schneid, dennoch – oder ist es vielleicht gerade das Fehlen dieses gewissen Schneids – konnotiert aus eben diesem Text, dass hier ein total von sich selbst überzeugter (wohl aber blauäugig naiver) fiktiver Autor im Glauben ist, hier etwas unglaublich Mitreißendes geschrieben zu haben. – Auf Grundlage dieser Metaebene wäre deine Geschichte also gar keine schlechte[ste] Geschichte. Confused

Aber was ist jetzt eigentlich so das Schlechteste an deiner Geschichte? Da gibt es so einige Komponenten:
• Inhaltlich: bzgl. Brille an sich, dann auch dem schlechten Sehen, obwohl die Frau dann doch gut sehen konnte Kommt noch was? (ja, was denn nun?) usw.
• unnötige Ansammlung von Adjektiven etc.
• Sätze wechseln von einer Belanglosigkeit zur nächsten. Und das alles sehr unstrukturiert.

Ja, das alles macht das Lesen dieser Geschichte recht anstrengend! Man kann sich als Leser nicht damit anfreunden. Meiner Meinung nach hast du damit die Aufgabenstellung erfüllt. Daumen hoch

LG Mog


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Michel
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BeitragVerfasst am: 03.07.2020 22:45    Titel: Antworten mit Zitat

Naja, immerhin startest Du ohne lange Vorrede in eine Actionszene. Da ginge vielleicht noch etwas lange Vorrede, so wie die ersten Seiten von Moby Dick, aber langweiliger.
Davon abgesehen ist das schon ganz schön scheiße. smile Von Knochenbruch-Splatter über Spontanheilung und Perversenbashing bis zum Spiegelblick lauter stilistische Höhepunkte des Kackaismus. Beim Spiegel dachte ich: Jetzt erkennt das Ich, dass es selbst der alte Perverse ist. Hätte mich auch nicht gewundert.


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Mogmeier
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BeitragVerfasst am: 03.07.2020 23:44    Titel: Antworten mit Zitat

Kleine Anmerkung noch:

Der Titel dieser Geschichte, »Und sie brach sich ein Bein«, ist eigentlich schon wieder viel zu kreativ im Sinne dieser Schreibübung. – Da steckt echt Potenzial dahinter! love

LG Mog


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Outsider
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BeitragVerfasst am: 06.07.2020 09:44    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
Meiner Meinung nach hast du damit die Aufgabenstellung erfüllt. Daumen hoch


Na dann, danke! Laughing


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