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Die Macaronbäckerin I


 

 
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Elbenkönigin1980
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Beiträge: 152
Wohnort: Trier


BeitragVerfasst am: 30.06.2020 23:20    Titel: Die Macaronbäckerin I eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Trier, Weihnachten 1797

Weihnachten, das Fest der Liebe. Für mich ist es eher das Fest der Einsamkeit, denn seit dem Tod meines Vaters lebe ich alleine in meinem Elternhaus und betreibe seine Bäckerei weiter. Ich habe gelernt wie man Macarons backt, die französischen Besatzer lieben die Dinger und zahlen dafür sehr gut, weswegen ich mir einen gewissen Lebensstandart leisten kann. Dank der gutgehenden Bäckerei könnte ich sicherlich auch noch trotz meiner 35 Jahre eine gute Partie machen, aber ich glaube nicht, dass ich jemanden finden würde, der mit meinen Gewohnheiten einverstanden ist.
Jedes Jahr am Heiligen Abend lud mein Vater einen Bettler oder eine Bettlerin an unsere Festtafel ein und ich führe diese Tradition fort. Vater sagte immer, dass es die heilige Pflicht von uns wohlhabenden Bürgern sei, den Armen ihr schweres Los etwas zu erleichtern, und ich sehe das genauso. Die arme Seele die ich heute an meine Tafel einladen werde soll ein schönes Fest haben und sich endlich einmal so richtig sattessen können. Vater wäre gewiss stolz auf mich, wenn er sehen könnte, wie ich jetzt in den Straßen von Trier nach einem dieser bedürftigen Menschen suche.

An diesem Nachmittag weht ein schneidend kalter Wind durch die belebten Straßen und Gassen der Stadt. Ich lenke meine Schritte zum großen Marktplatz vor dem Dom, wo verschiedene Händler ihre Buden aufgebaut haben und heißen Würzwein, Schmalzgebäck, Fleischpasteten, gebrannte Mandeln und ähnliche Köstlichkeiten feilbieten. Ein Bauer verkauft lebende Gänse, die dicht an dicht in Holzkisten gedrängt, laut schnattern. Ein kleiner magerer Junge, der viel zu große Schuhe und ein für ihn viel zu weites, mehrfach geflicktes Wams trägt, verkauft geschnitzte Krippenfiguren, die er in einer Lade mit sich herumträgt. Ein paar Schiffer trinken heißen Würzwein und werfen den vorübergehenden Mägden, die für ihre Herrschaft die letzten Weihnachtseinkäufe machen, begehrliche Blicke zu. Ein paar Kinder singen Weihnachtslieder, während eines von ihnen mit einem Hut in der Hand die Passanten um eine kleine Spende bittet. Als ich dem Kind eine Münze in den Hut werfe, schenkt es mir ein dankbares Lächeln.Ein Büttel jagt einem wieselflinken Straßenkind hinterher, das einen Honigkringel gestohlen hat.

Es ist so schneidend kalt, dass ich trotz des dicken Mantels friere und es hat wieder zu schneien begonnen. Der zwischen den Buden liegende Schneematsch verschwindet unter einer dünnen weißen Decke.Ohne den Verkaufsbuden weitere Beachtung zu schenken gehe ich über den Markt zum Dom, wo sich vor dem Portal die Bettler der Stadt drängen, lauter arme Seelen, um die sich niemand kümmert. Eine Schande ist das.Nur die Stärksten unter ihnen können sich einen Platz an einer der Feuerstellen sichern, die anderen werden einfach beiseite gedrängt.
Für die Feuer haben sie alles Holz verwendet, das sie stehlen oder erbetteln konnten. Frauen, Kinder und Männer aller Altersstufen hocken hier im Schatten des Domes und der direkt angrenzenden Liebffrauenkirche, alle abgemagert bis auf die Knochen und mit stumpfen, leeren Augen, in denen schon lange jede Hoffnung erloschen ist. Ach, wie weh es mir im Herzen tut, diese armen Geschöpfe so leiden zu sehen.Als ich meine Geldkatze heraushole und ihnen ein paar Münzen hinwerfe, stürzen sie sich sogleich darauf und balgen sich darum wie die wilden Tiere. Es erschüttert mich jedes Jahr aufs Neue, zu sehen, wie tief Hunger und Verzweiflung einen Menschen sinken lassen.Zwei Frauen, deren Körper nur noch Haut und Knochen sind, prügeln sich um die Münzen, und die eine reißt der anderen dabei ein Büschel Haare aus.
"Ihr braucht euch nicht darum zu prügeln, es ist genug für alle da!", rufe ich und verteile weitere Münzen unter den bedauernswerten Kreaturen.
Lächelnd denke ich an Vater, der früher zusammen mit mir Münzen verteilt hat. Mutter habe ich nie kennengelernt, sie starb bei meiner Geburt.

Da fällt mir ein Bettler auf, der sich als einziger nicht am verzweifelten Gerangel um die Münzen beteiligt. Mit apathischem Blick hockt er an der Mauer des Domes, sein abgemagerter Körper ist in einen zerschlissenen, verdreckten schwarzen Mantel gehüllt. Sein blondes Haar ist dreckig und verfilzt und hängt ihm in wirren Strähnen die Schultern herunter. Als ich näher herankomme, sehe ich dass er weint. Der arme Mann kann kaum älter als ich sein, und hier auf der Straße wird er höchstens noch ein, zwei oder drei Jahre überleben, jeder Tag davon eine einzige Hölle auf Erden.Ich beschließe, dass er es sein soll, der heute Abend ein Bad, ein gutes Essen und ein warmes weiches Bett bekommt. Als ich mich zu ihm herunterbeuge und ihn behutsam an der hageren Schulter berühre, blickt er erschrocken zu mir auf.

Er stinkt so entsetzlich dass sich mir beinahe der Magen umdreht. Wie kann Gott nur zulassen, dass es Menschen gibt, die so vor sich hinvegetieren müssen, warum hilft er ihnen nicht? Wenn ich dieses Elend hier sehe, Menschen die am Heiligen Abend Hunger leiden und frieren müssen, die nicht wissen ob sie den Frühling noch erleben werden, dann frage ich mich manchmal, warum es auf der Welt so ungerecht zugeht. Und selbst wenn diese Menschen den Frühling erleben, so wird auch dann ihr Leben nur von Hunger und Leid bestimmt sein.
"Alles wird gut!"; sage ich zu ihm, "ich werde dich mit in mein Haus nehmen und ab heute wirst du nie wieder hungern müssen. Du wirst auf einer weichen Matratze schlafen und die erlesensten Leckereien genießen dürfen."
Vater und ich haben immer für die Bettler gesorgt die wir zum Christfest an unsere Tafel luden, wir können uns das ja leisten. Keiner von ihnen muss jemals zurück auf die Straße.In den blassblauen Augen des jungen blonden Bettlers schimmert ein Funke von Hoffnung auf, vermischt mit Ungläubigkeit und Argwohn.
"Warum sollte eine Frau wie Ihr sich um das Wohl eines Bettlers sorgen? Ich kann Euch nichts für Eure Hilfe bieten!"
"Weil Jesus einst gesagt hat, was ihr dem geringsten meiner Brüder tut, das habt ihr auch mir getan. Meine Wohltätigkeit wird mir irgendwann einmal einen Platz im Himmelreich sichern."
Der Bettler lacht, ein galliges, bitteres Lachen.
"Sagen die Priester nicht immer, dass das Himmelreich den Armen gehört?"

"Komm mit, ich kann dafür sorgen, dass deine Zukunft rosiger aussieht. So bekomme ich meinen Platz im Himmel und du ein gutes Leben. Ein gerechter Tausch, meinst du nicht auch?"Wer völlig ausgehungert und durchgefroren ist wie er, der kann es sich nicht leisten, misstrauisch zu sein. Die Aussicht auf Nahrung und ein Obdach bewegt ihn zu einem schwachen Nicken.
Er folgt mir durch die engen Gassen zu meinem Haus, das im Südteil der Stadt nahe der Mauer liegt. Dort angekommen befehle ich meiner Magd, ein Bad für den Mann vorzubereiten und ihm danach etwas von den alten Sachen meines Vaters zum Anziehen zu geben.Als Celeste ihn eine halbe Stunde später in den Salon bringt, ist er kaum wiederzuerkennen. Sein vorher fettiges, glanzloses Haar schimmert jetzt golden im Schein des Kaminfeuers, und das weiße Seidenhemd und Hose und Wams aus schwarzem Samt lassen ihn, obwohl die Sachen für seinen abgemagerten Körper etwas zu weit sind, wie einen Edelmann erscheinen.
Er ist nicht unbedingt ein schöner Mann, sein Gesicht wirkt verkniffen, seine Haltung etwas steif.
Mein Diener Nicolas legt neue Holzscheite ins Feuer, während seine Frau, die Magd Celeste, das Festmahl aufträgt. Gänsebraten mit einer Farce aus Kastanien und Pflaumen, Klöße die aus diesen neuartigen Knollen aus der neuen Welt gemacht werden, mit Zimt gesüßter gekochter Reis, Fleischpasteten, eine Platte mit verschiedenen Käsesorten, Wildragout, das in Blätterteigpasteten serviert wird, und noch so einige andere Köstlichkeiten stehen nun auf dem mit Mistelzweigen festlich geschmückten Tisch. Ein verführerischer Duft erfüllt nun den Raum, Nicolas schenkt uns Wein ein.Die Augen des Bettlers leuchten beim Anblick der erlesenen Speisen und ich sehe ihm deutlich an, dass er sich jetzt am liebsten sofort darauf stürzen möchte.

Mit sichtlichem Behagen leert er gleich drei gut gefüllte Teller und ich wundere mich darüber, dass ein Mensch der so lange hungern musste, jetzt so viel essen kann ohne sich übergeben zu müssen.Als die Kerzen heruntergebrannt sind kommt Nicolas an den Tisch und ersetzt sie durch neue.
"Wie wird es nach dem Heiligen Abend mit mir weitergehen, gute Frau?", will er wissen und blickt mich mit seinen großen blassblauen Augen fragend an, "muss ich wieder zurück auf die Straße?"
Ich nehme seine Hand und drücke sie sanft, schenke ihm ein aufmunterndes Lächeln.
"Was hätte es für einen Sinn, einem armen Menschen wie Euch für eine Nacht gutes Essen und ein Obdach zu geben, wenn man ihn hinterher wieder in Not und Elend zurückstoßen würde?"
Danach würde ihm seine Lage doch nur noch umso hoffnungsloser erscheinen.
"Ich werde dafür sorgen, dass Ihr nie wieder hungern und frieren müsst."
Er atmet erleichtert auf und erwidert meinen Händedruck.
"Ihr seid ein guter Mensch, was Ihr für mich tut, das würde nicht jeder machen. Bis ich Euch traf hätte ich niemals zu hoffen gewagt, dass es für mich wieder aufwärts gehen könnte, ich dachte ich wäre ein Mann ohne Vergangenheit und Zukunft."

Mir geht richtig das Herz auf als ich sehe wie glücklich er gerade ist, wie ein Lächeln sein vorher so verkniffenes, verhärmtes Gesicht erhellt. Eine ganze Weile sitzen wir gemütlich beisammen und ich erzähle ihm von meiner Kindheit und Jugend. Nicolas schenkt uns Wein nach, diesmal ist es Portwein.
Draußen ist es mittlerweile längst dunkel und es hat wieder zu schneien begonnen. Mir ist gerade richtig feierlich zumute.
"Komm, wir setzen uns an den Kamin. Nicolas wird uns Eierpunsch und Maccarons bringen."
Schon als Kind habe ich diesen abschließenden Teil des Festes, wenn ich unserem jeweiligen Gast den Teller mit dem bunten Gebäck reichen durfte, geliebt. Zwei Farben, grüne mit Pistaziengeschmack und rote, die nach Himbeeren schmecken. Kein Bettler, der sich von Ratten und trockenen Brotrinden ernähren musste, kann einer solchen Köstlichkeit widerstehen.
Ich habe sie selbst gebacken, allerdings sind es nicht die gleichen, die wir in der Bäckerei anbieten. Wir sitzen gemütlich in den mit rotem Samt gepolsterten Sesseln am Kamin, als Nicolas uns zwei dampfende Becher mit Eierpunsch bringt, und Celeste folgt ihm mit dem Teller mit den Maccarons
."In unserer Familie ist es immer schon Tradition gewesen, dass es nach dem Fest Maccarons und Eierpunsch gibt. Lass es dir schmecken..und danach wartet ein schönes weiches Bett auf dich."
Wir stoßen mit dem Eierpunsch an, und dann halte ich ihm den Teller mit dem Gebäck hin.

"Die roten schmecken am besten. Maccarons sind mein Lieblingsgebäck, probier doch mal und sag mir dann, wie du sie findest. Ich habe sie selbst gebacken."
Er blickt mich lächelnd an.
"Ihr seid wirklich eine außergewöhnliche Frau. Wisst Ihr...ich finde Euch sehr sympathisch und es ist mir eine Ehre Euer Gast zu sein."
Er nimmt einen roten Maccaron, während ich mir einen grünen aussuche.
"Die sind köstlich", schwärmt er, nachdem das Gebäckstück in seinem Mund verschwunden ist und er genüsslich kaut, "ich darf mir doch noch einen nehmen?"
"Nimm ruhig soviel du möchtest, es ist genug da."
Er nimmt sich noch einen roten und meint dann:"Die grünen werde ich gleich auch noch probieren. Wonach schmecken die denn?"
"Nach Apfel!"; antworte ich ihm, während ich ihn wie gebannt anblicke.
Während er den zweiten Maccaron kaut, meint er lächelnd:
"Irgendwie erscheint mir das alles hier zu schön um wahr zu sein..so viel Glück kann ich doch gar nicht haben. Gewiss werde ich gleich in eisiger Kälte aufwachen und feststellen, dass das alles hier nur ein schöner Traum war. So gut kann es das Schicksal doch gar nicht mit mir meinen."

Bevor ich ihm antworten kann, beginnt er plötzlich zu röcheln und fällt vom Sessel, windet sich in Krämpfen am Boden, seine Lippen laufen blau an.
"Was..was ist mit mir? Ich sehe nichts mehr und ich kann meine Beine nicht spüren....was zum Teufel habt Ihr mit mir gemacht?"
Als ich mit drei Jahren zum ersten Mal dabei war, als ein Gast uns verließ, da habe ich geweint, weil es mir Angst gemacht hat, aber Vater sagte mir damals, dass die arme Kreatur nun im Himmel bei Gott wäre und es besser haben würde, und dass wir ein gutes Werk täten.
Beim nächsten Weihnachtsfest fand ich es dann schon gar nicht mehr so schlimm und beim vierten oder fünften Mal begann ich mich für die arme Seele, die nun ins Himmelreich durfte, zu freuen.Die grünen Maccarons sind nicht vergiftet, in den roten ist ein aus getrockneten, hochgiftigen Fingerhutblüten gemahlenes Pulver, das man einfach dem Mandelmehl beimengt.
"Ich will nicht sterben!"; ruft er mit schwächer werdender Stimme aus und ringt ein letztes Mal verzweifelt nach Luft.
Dann bleibt er reglos liegen. Nachher werden Nicolas und Celeste ihn im großen Garten hinter dem Haus begraben, noch bevor die Nachbarn aus der Christmette zurückkehren.
Nicolas und Celeste sind gute, schweigsame Diener, die schon für meinen Vater gearbeitet haben, Nicolas ist Vaters Bastard und bei uns im Haus aufgewachsen, auch er kennt unsere Tradition von klein auf und seine Frau liebt ihn so sehr, dass auch sie keinem was sagt.
Ich habe mein Versprechen gehalten, der arme Mann ist nun von seinem elenden Dasein auf der Straße erlöst und im Himmel wird es für ihn ein warmes weiches Bett und immer genug zu essen geben.Vater sagte immer, dass wir diesen Menschen helfen und damit ein gottgefälliges Werk tun, und genauso sehe ich das auch. An diesem Heiligen Abend habe ich einer weiteren armen Seele geholfen zu Gott zu gelangen und sie von Hunger und Kälte erlöst. Dafür wird mir ein Platz im Himmelreich sicher sein, wenn eines Tages meine Zeit gekommen ist.Aber bis dahin werde ich noch viele arme Kreaturen von ihrem Leid erlösen können. Ja, vielleicht sollte ich nicht nur an Weihnachten, sondern auch an Ostern jemanden hierher einladen.

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Willebroer
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BeitragVerfasst am: 01.07.2020 01:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Martina,

so, wie du schreibst, habe ich keine Bedenken, was deine angestrebte Karriere anbelangt. Man merkt, daß du weißt, worauf es ankommt. Da machen sich sicher die lange Erfahrung und das viele Lesen bemerkbar. Auch wenn es manchmal riskant ist, wenn man nur für sich arbeitet ohne Rückmeldung. Es scheint dir jedenfalls nicht geschadet zu haben. Ein paar fehlende Kommas sind auch keine große Sache.

Natürlich sind das zunächst mal die Basisfähigkeiten, aber das ist eine gute Grundlage. Wie sagte Jürgen Becker so: "Dann ham wa das schon mal ausm Kopp."

Andere Faktoren - wie Marktabhängigkeit und die vielen "Glückssachen" - stehen auf einem anderen Blatt. Die lassen sich viel schwieriger beeinflussen. Und natürlich gibt es für längere Texte, also ganze Bücher, noch einige andere Kriterien, aber das steht auf einem anderen Blatt.

Es ist schon spät, deshalb so viel fürs Erste.

Gute Nacht! Smile Schlafen

PS: Bevor ich's vergesse. Zeit und Ort scheinen nicht ganz zufällig zu sein. Nicht lange bevor Napoleon in der Gegend auftauchte - und er war nicht allein. Und bei Trier denke ich natürlich auch an Karl Marx, der ein paar Jahre später dort geboren wurde. Würde ja zu dem Thema passen - wenn auch auf andere Weise.
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Elbenkönigin1980
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BeitragVerfasst am: 01.07.2020 14:48    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@Willebroer

Danke für dein Feedback. Es freut mich sehr, dass dir die Geschichte gefallen hat. Ich war mir da nicht sicher, weil ich ja eben bisher nur für mich im stillen Kämmerlein geschrieben habe. Vielleicht hat das ja wirklich einen positiven Einfluss, wen man so viel liest wie ich.
Ob meine Romane für den aktuellen Markt geeignet sind, weiß ich nicht, das muss ich eben herausfinden, indem ich mal was an Verlage schicke oder zu einem Literaturagenten. Ich habe mal gelesen, dass Autoren  die bereits einen Verlag gefunden haben, oft genau das schreiben müssen, was die Verlage ihnen vorgeben, ob das stimmt, weiß ich nicht.
Ich könnte nie auf Bestellung schreiben, ich schreibe immer die Geschichten die sich in meinem Kopf einfinden, ob das dann für den Markt passt, weiß ich nicht.
Aber versuchen will ich es auf jeden Fall und jetzt erst mal an Kurzgeschichtenwettbewerben teilnehmen, da sind einige, mir sehr interessant erscheinende Ausschreibungen dabei.

Also wie gesagt, danke nochmal für dein positives Feedback, es freut mich sehr, dass es dir gefallen hat.

Ja, stimmt, Karl Marx hatte ich jetzt ganz vergessen...über den sollte ich(bin Triererin) vielleicht auch mal eine Geschichte schreiben. Da fällt mir sicherlich auch noch was ein. Und irgendwie passts ja auch ein bisschen zum Thema, Karl Marx hat auf seinem Schulweg, habe ich mal gelesen, wirklich noch manchmal Bettler in den Straßen gesehen. Vielleicht hat dieser Anblick der Armut und Hoffnungslosigkeit  ihn ja schon in jungen Jahren entscheidend geprägt.

Liebe Grüsse
Martina
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agto
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BeitragVerfasst am: 02.07.2020 17:15    Titel: Re: Die Macaronbäckerin I Antworten mit Zitat

Hallo Elbenkönigin!

Die Art, Bedürftigen zu helfen, habe ich nicht erwartet.

Beim Lesen habe ich mich gefragt, ob die Menschen, denen geholfen wird, wieder ins lebenswerte Leben zurückfinden oder das erste Mal es bekommen, ob sie vielleicht in der Bäckerei arbeiten, oder in einer Mühle ...

Und dann endet jede Hilfe mit dem Tod.

Ich würde den Autor der Geschichte sich über sich selbst erschrecken lassen und der Frage nachgehen: Warum habe ich das geschrieben? Warum reicht mir einmal im Jahr nicht? Werde ich es demnächst auch noch zur Sommersonnenwende tun?

Das kann in der Zeit der Geschichte spielen, aber auch heute.



Elbenkönigin1980 hat Folgendes geschrieben:
... einen Bettler oder eine Bettlerin


Das hat mich irritiert, weil es an heute erinnert. Kann mir nicht vorstellen, daß sich damals jemand die Mühe für diese Unterscheidung gemacht hat.


Elbenkönigin1980 hat Folgendes geschrieben:
Nachher werden Nicolas und Celeste ihn im großen Garten hinter dem Haus begraben, noch bevor die Nachbarn aus der Christmette zurückkehren.


Es ist sehr kalt. – Ist da nicht der Boden gefroren?

#

Schreibend wollte ich jemand einen anderen töten lassen. Ich habe es nicht geschafft. Was sollte ich tun, damit ich es schaffe? Hast du einen Tip?

Viele Grüße

agto
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Elbenkönigin1980
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BeitragVerfasst am: 02.07.2020 17:24    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@agto

Danke für dein Feedback.
Du hast Recht, der Boden müsste ja eigentlich gefroren sein und da kann man kein Grab ausheben. Vielleicht könnte ich das noch abändern und die Leichen werden im Keller des Hauses verbuddelt.
Und genau das wollte ich bei dieser Geschichte, der Leser sollte sich zuerst in einer rührenden Weihnachtsgeschichte wähnen, um dann abrupt mit einem abrupten Ende konfrontiert zu werden.
ich liebe es, Geschichten mit Überraschungseffekt zu lesen, und schreibe so etwas auch sehr gerne selbst.
Es freut mich, dass es mir gelungen ist, dich mit der Geschichte zu überraschen, denn mit so einem Ende rechnet ja keiner bei einer Weihnachtsgeschichte Twisted Evil
Und die Protagonistin kann ja gar nicht über sich selbst erschrecken...sie denkt ja leider, dass das was sie tut wirklich eine gute Tat wäre...weil ihr Vater ihr das so von klein auf beigebracht hat, sie hatte nie die Möglichkeit, ein Unrechtsbewusstsein zu entwickeln.
Und du hast Recht, vielleicht kann ich das Bettler oder Bettlerin durch "jemanden aus dem Bettelvolk" ersetzen...wahrscheinlich haben die Menschen sich damals eher so ausgedrückt.
Allerdings ist die Geschichte ja für Leser aus der heutigen Zeit, da ist es vielleicht auch gar nicht schlimm, wenn man sich da etwas moderner ausdrückt.

Auf jeden Fall danke für dein Feedback.
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agto
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BeitragVerfasst am: 02.07.2020 17:50    Titel: Antworten mit Zitat

Elbenkönigin1980 hat Folgendes geschrieben:
Und die Protagonistin kann ja gar nicht über sich selbst erschrecken...sie denkt ja leider, dass das was sie tut wirklich eine gute Tat wäre...weil ihr Vater ihr das so von klein auf beigebracht hat, sie hatte nie die Möglichkeit, ein Unrechtsbewusstsein zu entwickeln.


Ich meinte nicht die Protagonistin. Die darf machen, was sie will.

Ich meinte: Plötzlich meldet sich der Autor der Geschichte ... die Geschichte nimmt also noch einmal eine unerwartete Wende: wenn sie eigentlich zu Ende ist, geht sie richtig los, mit der Frage: Was hat den Autor (nicht die Protagonistin) bewegt, Menschen zu töten?

Deine Geschichte hat mich also inspiriert. Smile



Elbenkönigin1980 hat Folgendes geschrieben:
Allerdings ist die Geschichte ja für Leser aus der heutigen Zeit, da ist es vielleicht auch gar nicht schlimm, wenn man sich da etwas moderner ausdrückt.


... nein, schlimm ist es nicht. Daumen hoch
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Michel
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BeitragVerfasst am: 02.07.2020 17:55    Titel: Antworten mit Zitat

@agto: Achtung, nicht Erzählstimme mit Autorin verwechseln. Jemand, der einen Massenmörder schreibt, beschreibt damit eben nicht seine eigenen Mordgelüste. Sonst müsste man mich nach Lektüre meines Buchs in die Sicherungsverwahrung geben, denn schließlich habe ich den Antagonisten erfunden. smile

Zum Text: Der läuft glatt und routiniert durch, ich habe ihn in einem Rutsch gelesen. Vielleicht nicht ganz mein Genre, aber geschenkt. Die Wendung fand ich überraschend, gerade bei diesem altertümlich-weihnachtlichen Erzählton. Bei mir hat die Pointe also funktioniert. Das wäre doch ein schöner Beitrag zu einer "Festtagsmorde"-Anthologie!


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Elbenkönigin1980
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BeitragVerfasst am: 02.07.2020 18:12    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@akto

Der Autor, also ich, hat doch niemanden getötet, die Figuren sind doch alle fiktiv. Ich weiß also gerade nicht so recht, was du mir eigentlich sagen willst.

@Michel

Danke für dein Feedback, es freut mich, dass die Geschichte dir gefallen hat und du es in einem Rutsch durchgelesen hast.
Gibt es denn eine "Festtagsmorde" Anthologie wo ich das einreichen könnte?
Und du hast Recht, jemand der einen Massenmörder schreibt, beschreibt nicht seine eigenen Mordgelüste und findet Massenmörder abstoßend, und die Opfer sind ja fiktiv, also der Autor lässt da ja nur seine eigenen Figuren ermorden, was kein wirklicher Mord ist.
Ansonsten wären die geschlossenen Anstalten ja voller Autoren. Twisted Evil
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agto
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BeitragVerfasst am: 02.07.2020 18:15    Titel: Antworten mit Zitat

Michel hat Folgendes geschrieben:
Jemand, der einen Massenmörder schreibt, beschreibt damit eben nicht seine eigenen Mordgelüste.


Das ist nicht sicher.

Michel hat Folgendes geschrieben:
Sonst müsste man mich nach Lektüre meines Buchs in die Sicherungsverwahrung geben ...


... vielleicht sich zumindest einer Metaanalyse unterziehen ... Cool

Michel hat Folgendes geschrieben:
... denn schließlich habe ich den Antagonisten erfunden. smile


Die Frage ist doch: Warum?

Hier wird es für mich interessant: Was passiert im Hirn eines Schriftstellers, der Mörder erschafft.

War er vielleicht in einem früheren Leben einer. Oder in einem parallelen Leben. Ist seine Schriftstellerei ein Alibi.
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Michel
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BeitragVerfasst am: 02.07.2020 18:17    Titel: Antworten mit Zitat

Das wäre doch mal eine spannende Diskussion hier im Forum! Nur möchte ich den Faden hier nicht kapern und nehme mich zugunsten der Textdiskussion mal wieder zurück.

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agto
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BeitragVerfasst am: 02.07.2020 18:23    Titel: Antworten mit Zitat

Elbenkönigin1980 hat Folgendes geschrieben:
@agto

Der Autor, also ich, hat doch niemanden getötet, die Figuren sind doch alle fiktiv.


Ja, ich weiß.

Elbenkönigin1980 hat Folgendes geschrieben:
Ich weiß also gerade nicht so recht, was du mir eigentlich sagen willst.


Mich interessiert, wie du auf die Idee zu der Geschichte gekommen bist.

Es gibt in meinem Leben einige Menschen, die ich töten sollte (sie selbst sehen das als einzige Lösung), aber ich habe noch nicht einmal darüber geschrieben ...

Ich kann mir nicht einmal vorstellen, darüber zu schreiben. Ich würde mich als Mörder fühlen.

Das geht dir aber nicht so. Wenn ich richtig verstehe.

Was sollte ich anders machen, damit ich einen mordenden Protagonisten erschaffen kann, ohne mich schlecht zu fühlen?
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Elbenkönigin1980
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BeitragVerfasst am: 02.07.2020 18:29    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@Acto

Du wirst lachen....aber die Idee kam mir ausgerechnet während eines Weihnachtsgottesdienstes, warum weiß ich auch nicht die Geschichte war einfach plötzlich da.
Und ich könnte im realen Leben niemals einer Fliege was zuleide tun, aber ich kann gut solche düsteren Geschichten  mit Mördern und Mörderinnen schreiben.
Wie soll ich dir das jetzt erklären?
So etwas zu schreiben macht einen nicht zum Mörder oder zur Mörderin, sonst wären  ja alle Schriftsteller im Gefängnis.
Und du wärst doch kein Mörder, nur weil du von dir selbst erfundene Personen die nie gelebt haben, in deinen Geschichten ermorden lässt.
Was schreibst du denn so für Genres?
Krimi und Thriller und sowas kommt ja für dich dann schon mal nicht in Frage, da kommen ja immer Mörder vor.
Würde mich mal interessieren, welches Genre du bevorzugst.
Und du fragst, was du anders machen solltest?
Sag dir doch einfach, dass es diese Charaktere, die du in deinen Geschichten ermorden lässt, gar nicht gibt, sie folglich auch weder Schmerz noch Qualen verspüren wenn sie sterben, eben weil sie gar nicht lebendig sind.
Aber ich finde es gar nicht schlimm, dass du solche Bedenken hast, das  zeigt dass du ein sensibler Mensch bist, was bei Schriftstellern durchaus auch gut sein kann ,weil sie dann vielleicht besonders gut darin sind, die Gefühle ihrer Protas zu beschreiben.
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agto
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BeitragVerfasst am: 02.07.2020 19:21    Titel: Antworten mit Zitat

Elbenkönigin1980 hat Folgendes geschrieben:
@Acto

Du wirst lachen....aber die Idee kam mir ausgerechnet während eines Weihnachtsgottesdienstes, warum weiß ich auch nicht die Geschichte war einfach plötzlich da.


Interessant.


Elbenkönigin1980 hat Folgendes geschrieben:
Und ich könnte im realen Leben niemals einer Fliege was zuleide tun, aber ich kann gut solche düsteren Geschichten mit Mördern und Mörderinnen schreiben.
So etwas zu schreiben macht einen nicht zum Mörder oder zur Mörderin, sonst wären  ja alle Schriftsteller im Gefängnis.
Und du wärst doch kein Mörder, nur weil du von dir selbst erfundene Personen die nie gelebt haben, in deinen Geschichten ermorden lässt.


Ich glaube, ich habe Angst, daß das Schreiben darüber ein Training, eine Vorbereitung auf das Ausführen ist.



Elbenkönigin1980 hat Folgendes geschrieben:
Was schreibst du denn so für Genres?
Krimi und Thriller und sowas kommt ja für dich dann schon mal nicht in Frage, da kommen ja immer Mörder vor.
Würde mich mal interessieren, welches Genre du bevorzugst.


Keine Ahnung.

Wenn du magst, sieh selbst, wie du mein Schreiben einordnest:

http://andreasthieme.net/leseprobe/



Elbenkönigin1980 hat Folgendes geschrieben:
Und du fragst, was du anders machen solltest?
Sag dir doch einfach, dass es diese Charaktere, die du in deinen Geschichten ermorden lässt, gar nicht gibt, sie folglich auch weder Schmerz noch Qualen verspüren wenn sie sterben, eben weil sie gar nicht lebendig sind.


Werde ich versuchen.

Danke.
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Elbenkönigin1980
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BeitragVerfasst am: 02.07.2020 19:30    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

agto hat Folgendes geschrieben:
Elbenkönigin1980 hat Folgendes geschrieben:
@Acto

Du wirst lachen....aber die Idee kam mir ausgerechnet während eines Weihnachtsgottesdienstes, warum weiß ich auch nicht die Geschichte war einfach plötzlich da.


Interessant.


Elbenkönigin1980 hat Folgendes geschrieben:
Und ich könnte im realen Leben niemals einer Fliege was zuleide tun, aber ich kann gut solche düsteren Geschichten mit Mördern und Mörderinnen schreiben.
So etwas zu schreiben macht einen nicht zum Mörder oder zur Mörderin, sonst wären  ja alle Schriftsteller im Gefängnis.
Und du wärst doch kein Mörder, nur weil du von dir selbst erfundene Personen die nie gelebt haben, in deinen Geschichten ermorden lässt.


Ich glaube, ich habe Angst, daß das Schreiben darüber ein Training, eine Vorbereitung auf das Ausführen ist.



Elbenkönigin1980 hat Folgendes geschrieben:
Was schreibst du denn so für Genres?
Krimi und Thriller und sowas kommt ja für dich dann schon mal nicht in Frage, da kommen ja immer Mörder vor.
Würde mich mal interessieren, welches Genre du bevorzugst.


Keine Ahnung.

Wenn du magst, sieh selbst, wie du mein Schreiben einordnest:

http://andreasthieme.net/leseprobe/



Elbenkönigin1980 hat Folgendes geschrieben:
Und du fragst, was du anders machen solltest?
Sag dir doch einfach, dass es diese Charaktere, die du in deinen Geschichten ermorden lässt, gar nicht gibt, sie folglich auch weder Schmerz noch Qualen verspüren wenn sie sterben, eben weil sie gar nicht lebendig sind.


Werde ich versuchen.

Danke.


Deine Angst ist völlig unbegründet. Ich beispielsweise schreibe solche düsteren Mordgeschichten schon seit 25 Jahren und habe bisher noch nicht das Bedürfnis verspürt, im realen Leben einen Mord zu begehen.
Diese Geschichte habe ich übrigens schon zu Weihnachten 2011 geschrieben, das nur mal so am Rande.
Vielleicht hilft dir ja wirklich der Gedanke, dass es die Personen die da sterben eben gar nicht gibt, und sie folglich auch gar nicht leiden können.
Und deine Leseprobe werde ich mir gerne mal anschauen und dir dann auch sagen, wie ich es finde.
Wie gesagt, es ist nicht schlimm, wenn du eben keine Morde schreiben kannst, dann konzentrierst du dich eben auf die Sachen, die du schreiben kannst.
Ich kann beispielsweise auch keine Liebesgeschichten schreiben, weil mich das als Autistin emotional total überfordert, also konzentriere ich mich auf die Sachen die ich gut schreiben kann.
Und wenn du keine Morde schreiben möchtest, dann tust du es eben nicht, und konzentrierst dich auf die Sachen die du gut und gerne schreibst.
Falls du aber Morde schreiben können möchtest, versuche dir wirklich immer wieder zu sagen, dass es keine echten Menschen, sondern nur Produkte deiner Fantasie sind, die folglich auch gar nicht wirklich sterben und leiden können, weil sie gar nicht leben.
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agto
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BeitragVerfasst am: 02.07.2020 20:12    Titel: Antworten mit Zitat

Elbenkönigin1980 hat Folgendes geschrieben:
Vielleicht hilft dir ja wirklich der Gedanke, dass es die Personen die da sterben eben gar nicht gibt, und sie folglich auch gar nicht leiden können.


Ich glaube, ich habe noch nie eine Figur erschaffen. Maximal aus verschiedenen eine gemixt.

Aber ich schreibe auch am ersten Buch. Da hab ich noch viel zu lernen.



Elbenkönigin1980 hat Folgendes geschrieben:
Ich kann beispielsweise auch keine Liebesgeschichten schreiben, weil mich das als Autistin emotional total überfordert, also konzentriere ich mich auf die Sachen die ich gut schreiben kann.


Über Liebe zu schreiben, ist sehr schwer. Man versteht kaum, was in einem vorgeht. Von dem, was der andere fühlt, hat man noch weniger Ahnung.

Wenn ich an Liebe denke, wirkliche Liebe, denke ich zuerst an die Hündin, die bis zu meiner Jugend begleitete.  

Dann denke ich an Frauen ... aber da war wohl keine, die mich geliebt hat: die haben Liebe gespielt, damit ich tue, was für sie gut ist.

Wie soll man diese Widersprüchlichkeit beschreiben, darstellen?

Ich verallgemeinere nicht ...

Wäre es nicht interessant, über Liebe aus deine Sicht zu schreiben? Ich meine nicht, eine Liebesgeschichte wie man sie allgemein versteht, sondern eine Geschichte über Liebe aus Sicht einer Autistin.

Du bist dich also nicht in eine Rolle versetzen (meinst du mit deiner Überforderung?), sondern beschreibst deine Gefühle (oder ist auch das zu schwer für dich?).
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Elbenkönigin1980
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BeitragVerfasst am: 02.07.2020 20:37    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

agto hat Folgendes geschrieben:
Elbenkönigin1980 hat Folgendes geschrieben:
Vielleicht hilft dir ja wirklich der Gedanke, dass es die Personen die da sterben eben gar nicht gibt, und sie folglich auch gar nicht leiden können.


Ich glaube, ich habe noch nie eine Figur erschaffen. Maximal aus verschiedenen eine gemixt.

Aber ich schreibe auch am ersten Buch. Da hab ich noch viel zu lernen.



Elbenkönigin1980 hat Folgendes geschrieben:
Ich kann beispielsweise auch keine Liebesgeschichten schreiben, weil mich das als Autistin emotional total überfordert, also konzentriere ich mich auf die Sachen die ich gut schreiben kann.


Über Liebe zu schreiben, ist sehr schwer. Man versteht kaum, was in einem vorgeht. Von dem, was der andere fühlt, hat man noch weniger Ahnung.

Wenn ich an Liebe denke, wirkliche Liebe, denke ich zuerst an die Hündin, die bis zu meiner Jugend begleitete.  

Dann denke ich an Frauen ... aber da war wohl keine, die mich geliebt hat: die haben Liebe gespielt, damit ich tue, was für sie gut ist.

Wie soll man diese Widersprüchlichkeit beschreiben, darstellen?

Ich verallgemeinere nicht ...

Wäre es nicht interessant, über Liebe aus deine Sicht zu schreiben? Ich meine nicht, eine Liebesgeschichte wie man sie allgemein versteht, sondern eine Geschichte über Liebe aus Sicht einer Autistin.

Du bist dich also nicht in eine Rolle versetzen (meinst du mit deiner Überforderung?), sondern beschreibst deine Gefühle (oder ist auch das zu schwer für dich?).


Nun, ich hatte nie eine Liebesbeziehung, deswegen fällt es mir schwer, darüber zu schreiben, wie Mann und Frau in einer Geschichte zu einanander finden.
Und ich habe auch kein großes Interesse über Liebe zu schreiben, mich interessieren mehr die dunklen Gefühle des Menschen, da bin ich wohl wie mein Vorbild Stephen King, der am liebsten tief in seelische Abgründe eintaucht.
Ich mag die Liebe und halte sie für gut und wichig, fände es aber nicht interessant, darüber zu schreiben, ich bleibe da lieber bei den Dingen, die mir liegen, die ich gut schreiben kann.
In einem meiner Romane, einer Dystopie, will ich aber ein lesbisches Liebespaar einbauen, ob ich das hinkriege, weiß ich aber nicht, da ich sowas noch nie geschrieben habe. Aber ich finde es für die Dystopie einfach spannend, wie die zwei Frauen ihre Liebe vor dem brutalen Regime verstecken müssen, somit ist die Liebe Teil des Spannungsbogen meines Romans.
Aber ich könnte auch über einen Kater, den ich sehr lieb hatte(das Tier meiner Eltern) schreiben, denn auch das ist Liebe, Liebe ist ja nicht immer nur die Liebe zwischen Liebenden, sondern auch die Liebe die man für seine Eltern oder für sein Haustier empfindet, so könnte man eine Geschichte schreiben, was einem persönlich Liebe bedeutet, da hast du schon Recht.
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agto
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BeitragVerfasst am: 02.07.2020 21:30    Titel: Antworten mit Zitat

Elbenkönigin1980 hat Folgendes geschrieben:
Nun, ich hatte nie eine Liebesbeziehung, deswegen fällt es mir schwer, darüber zu schreiben, wie Mann und Frau in einer Geschichte zu einanander finden.
Und ich habe auch kein großes Interesse über Liebe zu schreiben, mich interessieren mehr die dunklen Gefühle des Menschen, da bin ich wohl wie mein Vorbild Stephen King, der am liebsten tief in seelische Abgründe eintaucht.
Ich mag die Liebe und halte sie für gut und wichig, fände es aber nicht interessant, darüber zu schreiben, ich bleibe da lieber bei den Dingen, die mir liegen, die ich gut schreiben kann.
In einem meiner Romane, einer Dystopie, will ich aber ein lesbisches Liebespaar einbauen, ob ich das hinkriege, weiß ich aber nicht, da ich sowas noch nie geschrieben habe. Aber ich finde es für die Dystopie einfach spannend, wie die zwei Frauen ihre Liebe vor dem brutalen Regime verstecken müssen, somit ist die Liebe Teil des Spannungsbogen meines Romans.
Aber ich könnte auch über einen Kater, den ich sehr lieb hatte(das Tier meiner Eltern) schreiben, denn auch das ist Liebe, Liebe ist ja nicht immer nur die Liebe zwischen Liebenden, sondern auch die Liebe die man für seine Eltern oder für sein Haustier empfindet, so könnte man eine Geschichte schreiben, was einem persönlich Liebe bedeutet, da hast du schon Recht.


Ich war auf meinen Hometrainer (ein Liegerad), hab auf den verregneten Fjord gesehen, auf die vernebelten Bergspitzen auf der anderen Seite, strample und strample und strample und denke auf einmal: Hat sie mit dem Bettler sich erlöst?

Er hat einen schönen (schnellen) Tod: in seinem letzten Moment auf Erden schmeckt er weder Blut noch Erbrochenes, sondern einen leckeren Keks.  

Keine Ahnung, warum ich diesen Gedanken hatte ...

Die Liebe eines lesbischen Paares zu beschreiben, ist nicht unbedingt einfacher: zwei Frauen fühlen nicht gleich, und meist ist eine der Mann und eine die Frau, wobei der Mann nicht selten männlicher als jeder Mann sein will und entsprecht auftritt, weil sie sich nicht vorstellen kann, daß ganz harte Kerle sehr sensibel sein können.

Wie auch immer ... ich wünsche dir viel Spaß!

Je genauer du deine Gefühle beschreibst (du kannst sie ja einer deiner Figuren geben), desto mehr bereicherst du deine Leser.

Ich bin gespannt Cool
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agto
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BeitragVerfasst am: 02.07.2020 22:53    Titel: Antworten mit Zitat

Ergänzung.

Elbenkönigin1980 hat Folgendes geschrieben:
Nun, ich hatte nie eine Liebesbeziehung, deswegen fällt es mir schwer, darüber zu schreiben, wie Mann und Frau in einer Geschichte zu einanander finden.
Und ich habe auch kein großes Interesse über Liebe zu schreiben, mich interessieren mehr die dunklen Gefühle des Menschen, da bin ich wohl wie mein Vorbild Stephen King, der am liebsten tief in seelische Abgründe eintaucht.
Ich mag die Liebe und halte sie für gut und wichig, fände es aber nicht interessant, darüber zu schreiben, ich bleibe da lieber bei den Dingen, die mir liegen, die ich gut schreiben kann.
In einem meiner Romane, einer Dystopie, will ich aber ein lesbisches Liebespaar einbauen, ob ich das hinkriege, weiß ich aber nicht, da ich sowas noch nie geschrieben habe. Aber ich finde es für die Dystopie einfach spannend, wie die zwei Frauen ihre Liebe vor dem brutalen Regime verstecken müssen, somit ist die Liebe Teil des Spannungsbogen meines Romans.
Aber ich könnte auch über einen Kater, den ich sehr lieb hatte(das Tier meiner Eltern) schreiben, denn auch das ist Liebe, Liebe ist ja nicht immer nur die Liebe zwischen Liebenden, sondern auch die Liebe die man für seine Eltern oder für sein Haustier empfindet, so könnte man eine Geschichte schreiben, was einem persönlich Liebe bedeutet, da hast du schon Recht.


Eine erfolgreiche Schriftstellerin von Dystopien schreibt einen Roman, über eine erfolgreiche Schriftstellerin von Dystopien, die Autistin ist. Sie beschreibt ihr Leben, wie sie Bücher schreibt, mit ihrem Kater zusammenlebt ... Sie bekommt viel Post/eMail von Lesern. Auch von Männern. Einer ist sehr angetan von ihr. Er liebt alle ihre Romane und möchte die Autorin gern kennenlernen. Sie weiß nicht so recht. Sie teilt ihm mit, wie ihr Leben als Autistin ist. Gleichzeitig verarbeitet sie ihr Kennenlernen in ihrem neuen Roman.

... ist jetzt etwas verzwickt.

Sie kann den Roman nach Schreiben, nachdem sie das Buch über ihr Leben geschrieben hat. Dann weiß ihr größter Fan aus dem Buch was ihn erwartet und wie er sich am besten verhalten soll, damit sie seine Liebe annehmen kann.

Nach vielen dunklen Gefühlen wie Mister King, viele tiefe Gefühle zweier gemeinsam schlagender Herzen im Frühling.
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