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RECHERCHE Medizin: Fragen und Antworten


 
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a.no-nym
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BeitragVerfasst am: 21.05.2020 23:16    Titel: Antworten mit Zitat

Von Injektion in eine Bauchvene hab ich noch nie gehört. Der Bauch wird meines Wissens eher als Injektionsgebiet für subcutane Injektionen verwendet (z.B. für Insulin). Subcutane (unter die Haut gesetzte) Injektionen führen dazu, dass der verabreichte Stoff sich eher langsam im Körper verteilt.

Dann gibt es noch die Injektion in den Muskel. Die klassische Injektionsstelle für intramuskuläre Injektionen ist der Allerwerteste.

Zum Lorazepam:
"Lorazepam kann sowohl intravenös, als auch intramuskulär, oral oder bukkal gegeben werden. Der schnellste Wirkungseintritt (wenige Minuten) wird bei intravenöser Injektion erreicht." (Quelle: https://flexikon.doccheck.com/de/Lorazepam)

"Für die intravenöse Injektion werden in der Regel die Armvenen, z.B. die Vena mediana cubiti oder die Vena cephalica verwendet. Alternativ kommen die Venen am Handrücken sowie beim erfahrenen Behandler die Vena jugularis externa oder die Vena femoralis in Frage. Beim Säugling nutzt man häufig die oberflächlichen Schädelvenen. Die Injektion sollte möglichst am liegenden Patienten erfolgen."
(Quelle: https://flexikon.doccheck.com/de/Intravenöse_Injektion)

Eine gute Übersicht der verschiedenen Arten von Injektionen findet sich hier: http://www.medizinfo.de/hautundhaar/anatomie/injektion.htm

Das mit den Tollwutspritzen nach einem Biss läuft heute, glaube ich, etwas anders als in den Schauergeschichten, die man von früher kennt:
"Postexpositionelle Impfung
Eine Gabe vom Impfstoffen kann auch unmittelbar nach einem Biss oder einer anderen Exposition die Infektion erfolgreich verhindern. Eine solche postexpositionelle Immunprophylaxe ist dann besonders erfolgreich, wenn die Wunde relativ weit vom zentralen Nervensystem entfernt ist und durch den Biss keine venösen Blutgefäße verletzt worden sind. Unabhängig von der verstrichenen Zeit seit der Exposition sollte eine Immunprophylaxe bei jedem begründeten Verdacht erfolgen. Die Immunprophylaxe besteht aus der einmaligen Gabe von Tollwut-Antikörpern in Form eines Tollwut-Immunglobulin-Präparates (passive Immunisierung, etwa mit dem Rabies-Immunglobulin Berirab) und dem gleichzeitigen Beginn des Impfschemas zur aktiven Immunisierung (Gabe von Totimpfstoff, etwa mit den Tollwutimpfstoffen Rabivac oder Rabipur[25]). Die gleichzeitige Gabe von passivem und aktivem Impfstoff bezeichnet man als Simultanimpfung. Mindestens die Hälfte des passiven Impfstoffs wird dabei um die zuvor gereinigte und desinfizierte Wunde herum injiziert, der Rest wird intragluteal gegeben. Der Totimpfstoff wird in einem intensivierten Impfschema in der Regel zum Zeitpunkt 0, 3, 7, 14, 28 (oder 30) Tage und fakultativ am 90. Tag gegeben, wobei sich die Injektionsstelle für den aktiven Impfstoff deutlich entfernt von jenem des passiven befinden muss (etwa der Deltamuskel am Oberarm), da anderenfalls sich beide gegenseitig neutralisieren." (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Tollwut#Therapie)

Freundliche Grüße
a.
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gold
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BeitragVerfasst am: 22.05.2020 08:45    Titel: Antworten mit Zitat

Super, danke, anonym. Very Happy

Dann werde ich wohl den Oberarm wählen und zwar am sitzenden Patienten. Ist das richtig, dass Lorazepam bereits nach 1 bis 2 Minuten Wirkung zeigt?


LG
gold


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a.no-nym
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BeitragVerfasst am: 22.05.2020 13:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Gold,

ein bis zwei Minuten bei intravenöser Verabreichung ist die Info, die ich auch gefunden habe.

Ist Dein Patient kooperativ?

Freundliche Grüße
a.
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gold
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BeitragVerfasst am: 22.05.2020 14:44    Titel: Antworten mit Zitat

a.no-nym hat Folgendes geschrieben:



Ist Dein Patient kooperativ?



Nein. Er schlägt wild um sich und muss von zwei Personen festgehalten werden.


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a.no-nym
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BeitragVerfasst am: 22.05.2020 15:25    Titel: Antworten mit Zitat

Dann dürfte das mit der intravenösen Injektion wohl gar nicht so einfach sein – zwei Leute reichen schon kaum zum Festhalten, wenn geschwächte, schmächtige 80jährige sich gegen das Legen einer Magensonde (durch einen Dritten) wehren. Ist erstaunlich, was da für Kräfte frei werden (durfte das letztes Jahr live miterleben Crying or Very sad ).  Dabei ist das Legen so eines Schlauches ja weit weniger anspruchsvoll, als wenn jemand millimetergenau eine Armvene treffen muss. Sticht er zu flach, klappt es nicht. Sticht er zu tief (z.B., weil der Patient sich doch minimal bewegt), durchsticht er evtl. das Gefäß – dann isses auch nix.
Da wäre eine intramuskuläre Verabreichung (also jene, die üblicherweise ins Hinterteil erfolgt) evtl. doch einfacher, weil es da nicht ganz so sehr auf die "Treffsicherheit" ankommt – könnte ich mir jedenfalls vorstellen. Auch da dürfte nach ein paar Minuten eine Wirkung eintreten.
Vielleicht kommen ja bald Medizinmenschen hier vorbei, um uns zu erhellen ...
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gold
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BeitragVerfasst am: 22.05.2020 16:12    Titel: Antworten mit Zitat

a.no-nym hat Folgendes geschrieben:
Dann dürfte das mit der intravenösen Injektion wohl gar nicht so einfach sein – zwei Leute reichen schon kaum zum Festhalten, wenn geschwächte, schmächtige 80jährige sich gegen das Legen einer Magensonde (durch einen Dritten) wehren. Ist erstaunlich, was da für Kräfte frei werden (durfte das letztes Jahr live miterleben Crying or Very sad ).  Dabei ist das Legen so eines Schlauches ja weit weniger anspruchsvoll, als wenn jemand millimetergenau eine Armvene treffen muss. Sticht er zu flach, klappt es nicht. Sticht er zu tief (z.B., weil der Patient sich doch minimal bewegt), durchsticht er evtl. das Gefäß – dann isses auch nix.
Da wäre eine intramuskuläre Verabreichung (also jene, die üblicherweise ins Hinterteil erfolgt) evtl. doch einfacher, weil es da nicht ganz so sehr auf die "Treffsicherheit" ankommt – könnte ich mir jedenfalls vorstellen. Auch da dürfte nach ein paar Minuten eine Wirkung eintreten.
Vielleicht kommen ja bald Medizinmenschen hier vorbei, um uns zu erhellen ...


das klingt alles plausibel. Also wird jemand der Begleitpersonen seine Hose runterziehen müssen.


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Willebroer
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BeitragVerfasst am: 22.05.2020 18:06    Titel: Antworten mit Zitat

Da bietet sich ja das gute alte Betäubungsgewehr an. Laughing

Daktari läßt grüßen
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gold
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BeitragVerfasst am: 22.05.2020 20:39    Titel: Antworten mit Zitat

Willebroer hat Folgendes geschrieben:
Da bietet sich ja das gute alte Betäubungsgewehr an. Laughing

Daktari läßt grüßen


Curare??? Laughing


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Willebroer
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BeitragVerfasst am: 22.05.2020 21:55    Titel: Antworten mit Zitat

gold hat Folgendes geschrieben:
Willebroer hat Folgendes geschrieben:
Da bietet sich ja das gute alte Betäubungsgewehr an. Laughing

Daktari läßt grüßen


Curare??? Laughing


Nee, das war diese Wundermischung, mit der man (absolut gewaltlos) nach Belieben einen Löwen, ein Gnu, einen Elefanten oder einen Klippschliefer betäuben konnte. Und es gab eine immer gleiche kurze Zwischenszene, wo sie um einen Hügel herumfuhren, auf dem Indische Elefanten herumstanden. Laughing

Curare ist zu riskant als Betäubungsmittel.
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Attingat
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BeitragVerfasst am: 22.05.2020 22:34    Titel: Antworten mit Zitat

Kantholz.

Man, wie ich meine sadistische Seite liebe.

Gruß

attingat
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Willebroer
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BeitragVerfasst am: 23.05.2020 01:56    Titel: Antworten mit Zitat

Attingat hat Folgendes geschrieben:
Kantholz.

Man, wie ich meine sadistische Seite liebe.

Gruß

attingat


Das war wohl eine subtile Kritik der reinen Vernunft??? Pfiffig Blinzeln
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Attingat
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BeitragVerfasst am: 23.05.2020 08:46    Titel: Antworten mit Zitat

So ist das zu verstehen. Ich hau schon mal jemanden mit dem Hegel oder Kegel auf den Kopf und wie viele habe ich schon hinter die Fichte geführt, und einen Leibniz verspeise ich nebenbei.

Das soll es gewesen sein. In dem Faden "Kann man vom Schreiben leben" kann ich meinem Frust viel besser freien Lauf lassen. Hier werden profunde Antworten gesucht, da ist kein Platz für gescheiterte Existenzen.

Gruß

attingat
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gold
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BeitragVerfasst am: 23.05.2020 10:45    Titel: Antworten mit Zitat

Attingat hat Folgendes geschrieben:
So ist das zu verstehen. Ich hau schon mal jemanden mit dem Hegel oder Kegel auf den Kopf und wie viele habe ich schon hinter die Fichte geführt, und einen Leibniz verspeise ich nebenbei.

Das soll es gewesen sein. In dem Faden "Kann man vom Schreiben leben" kann ich meinem Frust viel besser freien Lauf lassen. Hier werden profunde Antworten gesucht, da ist kein Platz für gescheiterte Existenzen.

Gruß

attingat


So isses Laughing


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gold
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BeitragVerfasst am: 24.05.2020 10:37    Titel: Boxschlag in den Magen Antworten mit Zitat

Meine nächste Frage:

was passiert mit dem Opfer nach einem Boxschlag in den Magen? Wie ist seine physiologische Reaktion?


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holg
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Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 24.05.2020 14:04    Titel: Re: Boxschlag in den Magen Antworten mit Zitat

gold hat Folgendes geschrieben:
Meine nächste Frage:

was passiert mit dem Opfer nach einem Boxschlag in den Magen? Wie ist seine physiologische Reaktion?


Let me google that for you.

Wenn du es geschafft hast, mit der Faust durch Mund und Speiseröhre Hindurch bis zum Magen vorzudringen, würde ich sagen: Würgen und Sodbrennen, evtl Schluckauf.

Bei einem ordentlichen Boxhieb in die Magengrube, Bauch etc. kommt es ganz auf die Kraft und Trefferfläche an. Auch darauf, ob die Bauchmuskulatur angespannt war oder nicht und wie gut sie trainiert ist, wie der Treffer zum Atemrhythmus passt etc.

Aus Sicht des Getroffenen ist es von Vorteil, die gut trainierte Bauchmuskulatur anzuspannen und leicht auszuatmen, da die Wucht des Treffers ohnehin für Ausatmen sorgt.
Über die harte Muskulatur wird Aufprallenergie flächig verteilt (ähnlich wie bei einem Sturzprotektor für Ski- oder Motorradsport). Dadurch werden die inneren Organe geschützt.
Ist der Bauch weich, müssen die Organe mehr Energie wegstecken. Das ist wie eine Schockwelle. Es kann dabei im Extremfall zu Rissen im Gewebe kommen (das kann auch dem Muskel passieren, aber besser der als die Milz). Generell reagieren die Organe auf die Druckänderung (bei einem Leberhaken z.B. - da guckt ein Zipfel links unter den Rippen heraus, der bei einem seitlich angesetzten Körperhaken getroffen werden kann), woraufhin wieder der Blutdruck reagiert (fällt).

Wikipedia hat unter „Solarplexus“ eine Aufstellung, was bei einem Treffer dort passieren kann. Und das ist ja, was meist gemeint ist mit einem Schlag in den Magen.
Wikipedia hat Folgendes geschrieben:
Ein fester Schlag in die Region des Sonnengeflechts kann zu Schwindel, Übelkeit oder Bewusstlosigkeit, bei Vorerkrankungen in Ausnahmefällen bis zum Reflextod führen. Diese Symptome können zum Teil durch eine starke Reizung der Fasern des Nervus vagus und der Nervi splanchnicus major und minor erklärt werden. Durch die Reizung dieser Nerven kann eine Erweiterung von Gefäßen im Bauchraum erfolgen, wodurch der Blutdruck abfällt. Der dadurch reduzierte Blutrückfluss ins Herz kann bewirken, dass nicht mehr genug Blut zur Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff zur Verfügung steht, was den Schwindel oder die Bewusstlosigkeit auslöst.[9][10] Zum Teil lassen sich die Symptome auch als Folge der mit dem Schlag einhergehenden Kompression der Aorta erklären, wodurch ebenfalls kurzfristige Störungen der Blutdruckregulierung verursacht werden.


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gold
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BeitragVerfasst am: 24.05.2020 15:41    Titel: Re: Boxschlag in den Magen Antworten mit Zitat

holg hat Folgendes geschrieben:
gold hat Folgendes geschrieben:
Meine nächste Frage:

was passiert mit dem Opfer nach einem Boxschlag in den Magen? Wie ist seine physiologische Reaktion?


Let me google that for you.

Wenn du es geschafft hast, mit der Faust durch Mund und Speiseröhre Hindurch bis zum Magen vorzudringen, würde ich sagen: Würgen und Sodbrennen, evtl Schluckauf.

Bei einem ordentlichen Boxhieb in die Magengrube, Bauch etc. kommt es ganz auf die Kraft und Trefferfläche an. Auch darauf, ob die Bauchmuskulatur angespannt war oder nicht und wie gut sie trainiert ist, wie der Treffer zum Atemrhythmus passt etc.

Aus Sicht des Getroffenen ist es von Vorteil, die gut trainierte Bauchmuskulatur anzuspannen und leicht auszuatmen, da die Wucht des Treffers ohnehin für Ausatmen sorgt.
Über die harte Muskulatur wird Aufprallenergie flächig verteilt (ähnlich wie bei einem Sturzprotektor für Ski- oder Motorradsport). Dadurch werden die inneren Organe geschützt.
Ist der Bauch weich, müssen die Organe mehr Energie wegstecken. Das ist wie eine Schockwelle. Es kann dabei im Extremfall zu Rissen im Gewebe kommen (das kann auch dem Muskel passieren, aber besser der als die Milz). Generell reagieren die Organe auf die Druckänderung (bei einem Leberhaken z.B. - da guckt ein Zipfel links unter den Rippen heraus, der bei einem seitlich angesetzten Körperhaken getroffen werden kann), woraufhin wieder der Blutdruck reagiert (fällt).

Wikipedia hat unter „Solarplexus“ eine Aufstellung, was bei einem Treffer dort passieren kann. Und das ist ja, was meist gemeint ist mit einem Schlag in den Magen.
Wikipedia hat Folgendes geschrieben:
Ein fester Schlag in die Region des Sonnengeflechts kann zu Schwindel, Übelkeit oder Bewusstlosigkeit, bei Vorerkrankungen in Ausnahmefällen bis zum Reflextod führen. Diese Symptome können zum Teil durch eine starke Reizung der Fasern des Nervus vagus und der Nervi splanchnicus major und minor erklärt werden. Durch die Reizung dieser Nerven kann eine Erweiterung von Gefäßen im Bauchraum erfolgen, wodurch der Blutdruck abfällt. Der dadurch reduzierte Blutrückfluss ins Herz kann bewirken, dass nicht mehr genug Blut zur Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff zur Verfügung steht, was den Schwindel oder die Bewusstlosigkeit auslöst.[9][10] Zum Teil lassen sich die Symptome auch als Folge der mit dem Schlag einhergehenden Kompression der Aorta erklären, wodurch ebenfalls kurzfristige Störungen der Blutdruckregulierung verursacht werden.



danke, lieber holg...

nun, das Opfer hat Glück. Es hat gut durchtrainierte Bauchmuskeln. So dürfte es nur zu Übelkeit, Schwindel und Blutdruckabfall kommen. Auf jeden Fall wird es in eine Klinik eingeliefert werden.


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BeitragVerfasst am: 24.05.2020 16:54    Titel: Re: Boxschlag in den Magen Antworten mit Zitat

holg hat Folgendes geschrieben:

Wenn du es geschafft hast, mit der Faust durch Mund und Speiseröhre Hindurch bis zum Magen vorzudringen, würde ich sagen: Würgen und Sodbrennen, evtl Schluckauf.


Öhm ... für diesen Fall wird der Täter möglicherweise einen guten Handchirurgen brauchen, der die unterwegs hängengebliebenen Zähne rauspiddelt Shocked Das Opfer könnte sich dagegen den Besuch beim Kieferchirurgen vermutlich sparen, weil es eine Ösophagusruptur (nebst sehr unschönen Auswirkungen auf die Atemwege) erleiden dürfte, so dass die Sache mit dem Leben sich zügig erledigt (es sei denn,  Faust und Unterarm des Täters wären irgendwo im Embryonalstadium in ihrer Entwicklung stehengeblieben – die Speiseröhre hat an ihrer engsten Stelle wohl einen Durchmesser von ca. 1,5cm) Autsch. Voll das Kopfkino ... Wink

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Malaga
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BeitragVerfasst am: 06.06.2020 15:49    Titel: Antworten mit Zitat

a.no-nym hat Folgendes geschrieben:
– zwei Leute reichen schon kaum zum Festhalten, wenn geschwächte, schmächtige 80jährige sich gegen das Legen einer Magensonde (durch einen Dritten) wehren.

Warum bekommen die dann eine gelegt, wenn sie sich wehren? Shocked
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a.no-nym
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BeitragVerfasst am: 06.06.2020 16:20    Titel: Antworten mit Zitat

Malaga hat Folgendes geschrieben:
a.no-nym hat Folgendes geschrieben:
– zwei Leute reichen schon kaum zum Festhalten, wenn geschwächte, schmächtige 80jährige sich gegen das Legen einer Magensonde (durch einen Dritten) wehren.

Warum bekommen die dann eine gelegt, wenn sie sich wehren? Shocked

Gute Frage Wink
Ich sage mal nur: schwerste Demenz, keinerlei Einsichts-/Einwilligungsfähigkeit und vor allem auch kein Kurzzeitgedächtnis mehr, so dass die zehn Sekunden, die zwischen der Erklärung des Arztes nebst gegebenem Patienteneinverständnis und dem tatsächlichen Einführen der Sonde lagen, leider völlig ausreichten, um die erteilte Zustimmung aus dem Gedächtnis zu löschen.
Die Docs haben versucht, einen Darmverschluss zu lösen. "Alternative" wäre ein äußerst qualvoller Tod oder eine OP unter denkbar schlechten Vorzeichen gewesen. So reichten ein paar Stunden Angehörigen-Wachdienst am Bett mit Hände-Festhalten, damit die Sonde drinbleibt (und dafür wild beschimpft und verkloppt werden), um den Darm so weit zu entlasten, dass er seinen Dienst wieder aufgenommen hat.

Ganz böse wäre es geworden, wenn es nicht ohne OP gegangen wäre. Da hätten dann die Angehörigen mit einer Generalvollmacht auf der einen Seite gestanden, die OP verweigert und eine Palliativbetreuung erbeten – und auf der anderen Seite die Chirurgen, die sich durchaus richterlichen Beistand holen können, wenn sie der Meinung sind, die Entscheidung der Angehörigen sei aber nicht im Sinne des Betroffenen. Dem könnte ein Richter folgen (das hat mir jedenfalls ein erfahrener Palliativmediziner erklärt u. ein Anwalt hat´s bestätigt), und schon würde der Mensch (der vor Beginn der Demenz was ganz anderes festgelegt hatte und dies sogar notariell hat beurkunden lassen) operiert werden – mit all den Nachwirkungen einer Bauch-OP; im Zweifel weitere Verwachsungen (davon waren von vorhergehenden OPs schon eine Menge da, die für Probleme und Schmerzen sorgten) und mit wochenlanger Fixierung im Bett, weil jemand, der nicht weiß, was das alles soll, natürlich sonst als erstes mal alle Zugänge rauszieht und kein Angehöriger wochenlang 24/7 am Bett sitzen und Hände festhalten kann ... Glücklicherweise ist der Kelch an uns vorübergegangen.
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Malaga
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BeitragVerfasst am: 06.06.2020 16:40    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für die Erklärung. Habe jetzt noch die Gänsehaut auf dem Rücken!
Aber habe ich das richtig verstanden: obwohl der Betreffende vor seiner Demenz eine anderslautende PV verfasst hatte, notariell geglaubigt, hätte ein Richter gegenteilig entscheiden können? Das geht doch nicht. Wozu hat man denn PVs?
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a.no-nym
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BeitragVerfasst am: 06.06.2020 17:49    Titel: Antworten mit Zitat

Genauso ungläubig habe ich auch reagiert – und dies war nur einer von unzähligen Momenten in dieser Zeit, in denen ich das Gefühl hatte, den Boden unter den Füßen nicht mehr zu spüren.

Letztlich scheint es ganz von den Menschen abhängig zu sein,  an die man im Einzelfall gerät, wie so oft im Leben. Einer der jungen Chirurgen sagte mir, er würde die Entscheidung der Angehörigen selbstverständlich respektieren. Aber man ist eben auf den angewiesen, der gerade Dienst hat, wenn die Sache akut wird. Auch eine richterliche Entscheidung könnte sicher so oder so ausgehen, ich könnte mir sogar vorstellen, dass ein Richter sich eher der ärztlichen Empfehlung beugen wird – ein Darmverschluss ist eine Indikation für eine Not-OP, also müsste der Richter eine Eilentscheidung fällen. Da nach unserer Rechtsprechung das Leben bzw. seine Erhaltung niemals ein Schaden sein kann, wäre eine solche Entscheidung nicht angreifbar und der Richter damit auf der sicheren Seite. Zumal so eine Patientenverfügung nicht den konkreten Einzelfall regelt. Da steht ja nicht drin: "Falls mein Leben nur durch eine OP zu retten ist, möge man mich bitte unoperiert sterben lassen." Da steht drin, dass den Angehörigen vollumfänglich Vollmacht erteilt wird, darin eingeschlossen ausdrücklich Bereiche wie Gesundheits- und Vermögenssorge, Entscheidung für oder gegen lebensverlängernde Maßnahmen, über den Aufenthaltsort usw.
Es könnte ja aber sein, dass die Angehörigen, denen der Betroffene so sehr vertraut hat, in Wirklichkeit nur das schnelle Erbe im Sinn haben und sich überhaupt nicht um das Wohl des Vollmachtgebers scheren ... Solche Fälle gibt es sicher, und die Ärzte kennen im Normalfall weder den Patienten näher noch die Motive der Angehörigen.
Und für manche, vielleicht sogar für viele Menschen, hat das Leben ganz unabhängig davon, ob noch messbare Lebensqualität vorhanden ist, einen absoluten Wert. Selbst wenn es für den Betroffenen und alle um ihn herum nur noch Horror ist, kann man ja trotzdem aus religiösen oder ethischen Anschauungen der Auffassung sein, es gelte, das Leben unter allen denkbaren Umständen mit allen Mitteln zu erhalten. Dass diese Auffassung durchaus vertreten wird, sieht man ja auch ganz gut daran, dass unsere Gesundheitsminister (aktuell u. der Vorgänger) das zuständige Amt angewiesen haben,  alle Anträge Betroffener auf todbringende Medikamente grundsätzlich und ohne Prüfung des Einzelfalls abzulehnen – trotz anderslautender Entscheidung unserer Obergerichte (mittlerweile verstößt das Behördenhandeln sogar gegen ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, wenn ich mich nicht irre).
Nüchtern betrachtet ist es für jene, die im Zweifelsfall entscheiden müssen (Ärzte, Richter usw.) wahrscheinlich einfacher, an der Auffassung festzuhalten, das Leben besitze einen absoluten Wert. Ansonsten wäre eine ständige Grauzone eröffnet, in der jeder Einzelfall umkämpft ist – mit allen Folgen. Gerade im Fall von Menschen, die nicht mehr einwilligungs- und einsichtsfähig sind, liefe man da ständig Gefahr, an der Grenze zur Euthanasie zu kratzen, insofern kann ich das alles nachvollziehen, auch wenn ich den Denkansatz in der damaligen Situation wirklich unsäglich fand.
Dafür allerdings, dass man hierzulande Menschen, die geistig glasklar sind und sterben möchten, den Zugang zu Medikamenten verweigert (und sie so in die Schweiz oder vor den Zug zwingt), dafür habe ich kein Verständnis.
In den Niederlanden könnte ich sogar jetzt, bei geistiger Gesundheit, eine Festlegung treffen, dass ich aktive Sterbehilfe in Anspruch nehmen möchte, falls ich dement werde und die Demenz bis zu einem von mir festgelegten Stadium fortgeschritten ist. Wenn es soweit ist, würden mehrere Gutachter das überprüfen und mich (und damit vor allem meine Angehörigen) erlösen. Und zwar auch dann, wenn ich eine andere Meinung äußern sollte, wenn es soweit ist. Es würde mein Wille als geistig gesunder Mensch über dem stehen, was ich in der Demenz vor mich hinbrabble. Nach allem, was ich in den letzten Jahren erlebt habe, würde es mir eine riesige Last von der Seele nehmen, eine solche Regelung auch hierzulande treffen zu können. Aber das ist in D undenkbar, und in den Niederlanden kann man es nur in Anspruch nehmen, wenn man mind. 5 Jahre seinen Wohnsitz dort hat.
Zwar könnte ich meine Angehörigen bitten, mir was ins Essen zu mischen, wenn es soweit ist, aber das wäre, selbst wenn es mein erklärter Wille ist, ein Ansinnen, mit dem ich keine Familienmitglieder behelligen möchte, denn die müssten das dann lebenslang mit sich rumschleppen. Hier kann man  sicher einwenden, dass der Arzt das auch müsste, aber anscheinend gibt es einige, die damit zurechtkommen, zumal sie es natürlich nur freiwillig anbieten. Auch hier gibt es ja Ärzte, die guten Gewissens Abtreibungen vornehmen (während andere dies ablehnen) und solche, die keine Probleme damit haben, allem, was nicht ausgerechnet Mensch, sondern  Vierbeiner usw. ist, die Gnadeninjektion zu geben. Zum täglichen Brot der Veterinäre gehört es z.B., Pferde einzuschläfern, nicht etwa, weil sie krank sind oder leiden, sondern allein deshalb, weil sie zu alt für den Schulbetrieb sind und damit nicht mehr "wirtschaftlich" für den Eigentümer. Ich hör mal lieber auf ...
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Willebroer
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BeitragVerfasst am: 06.06.2020 18:46    Titel: Antworten mit Zitat

Jedenfalls hört es mit dem Tod nicht auf. Denn du darfst nicht mal entscheiden, wo deine Urne stehen soll.
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