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DLurie
Geschlecht:männlichSchreiberling


Beiträge: 229
Wohnort: Zwischen den Stühlen
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BeitragVerfasst am: 31.03.2020 19:48    Titel: Antworten mit Zitat

Die Fortsetzung ...

Katrin, Dienstagabend
Sie sitzt vor dem Bildschirm und liest die letzte Zuschrift aus dem Internet-Partnerforum. Unter dem Pseudonym Sonnenblume ist sie immer noch Mitglied, aber seit dem Treffen mit diesem Klaus, der zudringlich wurde, war sie nicht mehr aktiv. Vera fand Sonnenblume kitschig, aber es fiel ihr auch nichts Besseres ein. Ein Mann mit dem Nicknamen Wolfie hat ihr geschrieben:

Hallo Sonnenblume,
dein Profil spricht mich sehr an. Ich bin ein rüstiger Frührentner, verwitwet wie du. Ich platze vor Tatendrang und Abenteuerlust. Bin viel mit meinem Womo unterwegs, es gibt so viel zu entdecken, aber so ganz allein… Habe mir zwar einen Hund zugelegt, aber das ersetzt keinen Menschen. Schau dir doch mal mein Profil an, vielleicht gefällt es dir. Dann würde ich mich über eine Antwort freuen.
Herzlichen Gruß
Wolfie


Sie blättert durch Wolfies Profil. Er ist zwölf Jahre älter, und er hat ein Bild freigeschaltet, auf dem er in T-Shirt und kurzen Hosen vor einem riesigen Wohnmobil sitzt und grillt. Im Hintergrund eine Hochgebirgskulisse. Ein bärtiges Gesicht, ein breites Lachen - was kostet die Welt? Neben ihm sitzt sein Hund; die Beiden gibt es wohl nur im Doppelpack. Aber warum schreibt dieser Wolfie eine Frau an, bei der klar ist, dass sie noch mehr als ein Jahrzehnt arbeiten muss und die ihn ohnehin nur in den Ferien auf seinen Reisen begleiten könnte? Warum sucht er sich nicht eine rüstige Rentnerin?
Und was zieht einen abenteuerlustigen Naturburschen wie Wolfie überhaupt an einer Frau wie sie an? In ihrem Profil präsentiert sie sich als nachdenklichen Menschen mit vielfältigen kulturellen Interessen, einen Feingeist, bei dem die Abenteuer sich eher im Kopf abspielen. Sie klickt Wolfies Foto weg, nicht ohne ihn vorher in ihrer Favoritenliste gespeichert zu haben. Sie wird ihm später antworten.

Daniel. Irgendwie hat sie das Gefühl, dass die Sache nicht einfach so im Sande verlaufen sollte. Eigentlich wäre er am Zug, denkt sie. Immerhin hat sie bereits zweimal die Initiative ergriffen, hat den Spaziergang und den Kinoabend vorgeschlagen. Andererseits hat sie ihn wahrscheinlich verschreckt, hat die Latte verdammt hochgehängt. Aber was könnte sie überhaupt vorschlagen? Ein gemeinsames Essen? Sie kocht gut. Nein, denkt sie, kein Tête-à-tête, dazu ist es zu früh. Dann schon eher eine Veranstaltung. Neutraler Boden. Sie hätte ihn fragen sollen, was er außer Radfahren und Kino sonst in seiner Freizeit so treibt. Wenn er sich bis morgen Abend nicht meldet, mache ich den nächsten Schritt, denkt sie, als eine Nachricht auf ihrem Smartphone eintrifft.


Daniel, Dienstagabend
Er sitzt im Wohnzimmer bei einem Glas Rotwein. Er hat Pink Floyd aufgelegt, wie immer wenn ihn der Blues überkommt. Er kennt die meisten Texte auswendig und singt laut mit:
And then one day you find ten years have got behind you.
No one told you when to run, you missed the starting gun.

Auch er muss aufpassen, dass er den Startschuss nicht verpasst. Den Startschuss in sein Nach-Ehe-Leben. Die Restlaufzeit wird knapp.

Eigentlich wäre er am Zug mit Katrin. Aber irgendwie macht sie ihm Angst. Wahrscheinlich machen ihm Frauen generell Angst. All die Erwartungen. Erwartungen, die er in seiner Ehe offensichtlich nicht mehr erfüllen konnte. Nicht zuletzt im Bett. Schon geraume Zeit vor der Trennung hatten seine Frau Ines und er keinen Sex mehr. Das war irgendwie eigeschlafen, und keiner hatte sich sonderlich um Wiederbelebung bemüht. Vielleicht normal, nach so langer Zeit. Aber Ines fehlte das Körperliche offensichtlich mehr als ihm.
Mit Katrin im Bett, das kann er sich überhaupt nicht vorstellen. Diese Strenge in ihren Zügen, diese Beherrschtheit. Aber – wer weiß - vielleicht lodert unter der kühlen Fassade ja der Vulkan. Doch selbst wenn, dann wäre er wohl kaum der Richtige, den Vulkan zum Ausbruch zu bringen. Er ist nun mal nicht der leidenschaftliche, der sinnliche Typ Mann. Selbst in den Hochzeiten seiner Ehe war Ines die treibende Kraft, wenn es um Sex ging. Und inzwischen bleibt selbst die früher so zuverlässige morgendliche Erektion aus.
»Du kommst ins Kuschelalter, Daniel«, verspottet sein Freund Karl ihn in letzter Zeit und prahlt damit, dass er fast immer will und auch kann. Er schießt dann zurück: »Du alter Angeber, du Lustmolch.« Gegen den Angeber verwahrt sich Karl, den Lustmolch nimmt er als Kompliment. Ein bisschen von Karls Lüsternheit würde ihm nicht schaden. Vielleicht stimmt etwas nicht mit seinem Hormonhaushalt. Zuwenig Testosteron, oder so. Er wird das beim nächsten Gesundheitscheck bei seinem Arzt ansprechen.
Er wäre am Zug. Er könnte Katrin bekochen. Sein Coq au Vin ist unschlagbar. Dazu ein Burgunder. Aber vielleicht isst sie ja gar kein Fleisch. Außerdem ist es einfach noch zu früh für ein Rendezvous unter vier Augen.
Was Lustiges, denkt er. Er setzt sich an den PC, öffnet den Online-Veranstaltungskalender der Stadt und sucht unter der Rubrik Kabarett/Kleinkunst. Nach zehn Minuten wird er fündig, wenn er sich recht erinnert, hat Karl ihm die Gruppe sogar empfohlen. Er schreibt Katrin eine SMS:

Liebe Katrin,
am kommenden Freitag gibt eine lustige A-Capella-Band im Savoy ein Konzert. Hättest  Du Lust/Zeit? Dann sag mir bald Bescheid. Es gibt noch ein paar Karten.
Herzliche Gruße
Daniel


Katrin & Daniel, Freitagabend, Savoy-Theater, 21:15
Vorstellungspause, die Besucher strömen aus dem Hauptsaal in Richtung des Foyers, wo sie an einer großen Rundtheke von den Kellnern erwartet werden.
»Möchtest du etwas trinken?«, fragt er.
»Gerne. Einen Prosecco bitte.«
»Dann stelle ich mich mal an.«
Er reiht sich in die Schlange der Durstigen ein. Dieses lavendelfarbene Kleid steht ihr blendend, denkt er, ebenso wie die auffälligen runden Ohrringe mit den blauen Kristallen auf schwarzem Grund. Auch die Band ist nicht schlecht, sie parodieren gekonnt Evergreens der Popmusik. Manchmal sind ihre Texte etwas zotig, aber es bleibt noch im Rahmen. Er ist an der Reihe, bestellt einen Prosecco und einen Rotwein.
»Hallo Daniel!«, ertönt eine Stimme. Er blickt auf und sieht Karl, der direkt gegenüber an der Theke steht und ihm zuwinkt.
Das darf nicht wahr sein!, denkt Daniel. Wenn er jemanden jetzt absolut nicht gebrauchen kann, dann Karl. Sein Freund macht wilde Handzeichen, die wohl leider besagen: Wir sehen uns gleich.
»Mensch Daniel! Was für ein Zufall.« Karl nähert sich ihm mit zwei Gläsern Bier in den Händen. »Wo stehst du denn?«
»Ich bin nicht allein hier, Karl.«
»Super! Ich auch nicht. Warte mal eine Sekunde hier, ich gehe sie holen.«
Bevor Daniel Einspruch erheben kann, ist Karl bereits in der Menge verschwunden und kehrt kurze Zeit später mit einer Wasserstoffblonden, die ihn um fast einen Kopf überragt, zurück.
»Das ist Nathalie. Und das ist mein Kumpel Daniel. «
Die Beiden folgen Daniel bis zu dem Stehtisch, an dem Katrin wartet. Kurze Vorstellung, dann ergreift Karl das Wort.
»Einfach Klasse, die Jungs. Ich verpasse keine Vorstellung. Was meinen Sie, Katrin?«
»Ja – erstaunlich, was man mit der Stimme so alles machen kann.«
»Und dann erst die Texte«, prustet Karl los. »Genial wie sie die schmalztriefenden Texte der Originale durch den Kakao ziehen.«
»Stimmt, sehr amüsant. Vielleicht ein bisschen zotig, manchmal,« sagt Katrin und nippt an ihrem Glas.
«Finden Sie? Da gibt es aber noch ganz andere Kaliber! Kennen Sie… «
Der Gong zum Zeichen, dass die Vorstellung weitergeht, ertönt. Daniel atmet erleichtert auf.
«Sollen wir nach der Vorstellung… «, hebt Karl an, aber Daniel fällt ihm ins Wort:
«Wir sehen uns nächste Woche, Karl. Viel Spaß noch ihr Beiden.«
Die beiden Frauen gehen ein Stück voran in Richtung des Saales. Karl beugt sich zu Daniel und flüstert ihm ins Ohr:
»Dranbleiben, Daniel! Die ist ein Vulkan!«
»Wenn du dich nicht gleich verpisst, vergesse ich mich!« zischt Daniel ihn an.

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51MONSTER2
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 29
Beiträge: 74
Wohnort: Limburg


BeitragVerfasst am: 03.04.2020 12:05    Titel: Antworten mit Zitat

Schöne Fortsetzung, auch wenn ich es ein bisschen schade finde, dass Daniel mit dem ersten Absatz nur dadurch attraktiv zu wirken scheint, dass die Alternativen noch schlechter sind.

Außerdem hat mir gut gefallen, dass der lüsterne Karl am Ende auch das Bild vom Vulkan aufgreift, und Daniel dementsprechend gereizt (ertappt?) reagiert.

Ich hab mich mal an der Korrektur direkt im Text versucht, statt die einzelnen Stellen rauszupflücken. Das scheint ja hier gängiger zu sein.

DLurie hat Folgendes geschrieben:
Die Fortsetzung ...

Katrin, Dienstagabend
Sie sitzt vor dem Bildschirm und liest die letzte neuste Zuschrift aus dem Internet-Partnerforum. Unter dem Pseudonym Sonnenblume ist sie immer noch Mitglied, aber seit dem Treffen mit diesem aufdringlichen Klaus, der zudringlich wurde, war sie nicht mehr aktiv (hatte sie sich nicht mehr eingeloggt). Vera fand Sonnenblume kitschig, aber es fiel ihr auch nichts Besseres ein (ihr war auch nichts Besseres eingefallen, da die Accounterstellung ja schon eine Weile her ist?). Ein Mann mit dem Nicknamen Wolfie hat ihr geschrieben:

Hallo Sonnenblume,
dein Profil spricht mich sehr an. Ich bin ein rüstiger Frührentner, verwitwet wie du. Ich platze vor Tatendrang und Abenteuerlust. Bin viel mit meinem Womo unterwegs, es gibt so viel zu entdecken, aber so ganz allein… Habe mir zwar einen Hund zugelegt, aber das ersetzt keinen Menschen. Schau dir doch mal mein Profil an, vielleicht gefällt es dir. Dann würde ich mich über eine Antwort freuen.
Herzlichen Gruß
Wolfie


Sie blättert durch Wolfies Profil. Er ist zwölf Jahre älter, und er hat ein Bild freigeschaltet (hochgeladen/veröffentlicht), auf dem er in T-Shirt und kurzen Hosen vor einem riesigen Wohnmobil sitzt und grillt. Im Hintergrund eine Hochgebirgskulisse. Ein bärtiges Gesicht, ein breites Lachen - was kostet die Welt? Neben ihm sitzt sein Hund; die Beiden gibt es wohl nur im Doppelpack. Aber warum schreibt dieser Wolfie eine Frau an, bei der klar ist, dass sie noch mehr als ein Jahrzehnt arbeiten muss und die ihn ohnehin nur in den Ferien auf seinen Reisen begleiten könnte? Warum sucht er sich nicht eine rüstige Rentnerin?
Und was zieht einen abenteuerlustigen Naturburschen wie Wolfie überhaupt an einer Frau wie sie an? In ihrem Profil präsentiert sie sich als nachdenklichen Menschen mit vielfältigen kulturellen Interessen, einen Feingeist, bei dem die Abenteuer sich eher im Kopf abspielen. Sie klickt Wolfies Foto weg, (doch) nicht ohne ihn vorher in ihrer Favoritenliste gespeichert zu haben. Sie wird ihm später antworten. (Schöne Randbemerkung!)

Daniel. Irgendwie hat sie das Gefühl, dass die Sache nicht einfach so im Sande verlaufen sollte. Eigentlich wäre er am Zug, denkt sie. Immerhin hat sie bereits zweimal die Initiative ergriffen, hat den Spaziergang und den Kinoabend vorgeschlagen. Andererseits hat sie ihn wahrscheinlich verschreckt, hat die Latte verdammt hochgehängt. Aber was könnte sie überhaupt vorschlagen? Ein gemeinsames Essen? Sie kochtSchließlich kocht sie gut. Nein, denkt sie, kein Tête-à-tête, dazu ist es zu früh. Dann schon eher eine Veranstaltung. Neutraler Boden. Sie hätte ihn fragen sollen, was er außer Radfahren und Kino sonst in seiner Freizeit so treibt. Wenn er sich bis morgen Abend nicht meldet, mache ich den nächsten Schritt, denkt sie, als eine Nachricht auf ihrem Smartphone eintrifft.


Daniel, Dienstagabend
Er sitzt im Wohnzimmer bei einem Glas Rotwein. Er hat Pink Floyd aufgelegt, wie immer wenn ihn der Blues überkommt. Er kennt die meisten Texte auswendig und singt laut mit:
And then one day you find ten years have got behind you.
No one told you when to run, you missed the starting gun.

Auch er muss aufpassen, dass er den Startschuss nicht verpasst. Den Startschuss in sein Nach-Ehe-Leben. Die Restlaufzeit (das Wort würde ich zu mehreren entzerren) wird knapp.

Eigentlich wäre er am Zug mit Katrin. Aber irgendwie macht sie ihm Angst. Wahrscheinlich machen ihm Frauen generell Angst. All die Erwartungen. Erwartungen, die er (schon) in seiner Ehe offensichtlich nicht mehr erfüllen konnte. Nicht zuletzt im Bett. Schon geraume Zeit vor der Trennung hatten seine Frau Ines und er keinen Sex mehr. Das war irgendwie eingeschlafen und keiner hatte sich sonderlich um Wiederbelebung bemüht. Vielleicht normal, nach so langer Zeit (war das nach so langer Zeit auch normal). Aber Ines fehlte das Körperliche offensichtlich mehr als ihm.
Mit Katrin im Bett, das kann er sich überhaupt nicht vorstellen. Diese Strenge in ihren Zügen, diese Beherrschtheit. Aber – wer weiß - vielleicht lodert unter der kühlen Fassade ja der Vulkan (wer weiß, ob unter der kühlen Fassade nicht vielleicht doch ein Vulkan brodelt). Doch selbst wenn, dann wäre er wohl kaum der Richtige, um den Vulkan zum Ausbruch zu bringen. Er ist nun mal nicht der leidenschaftliche, der sinnliche Typ Mann. Selbst in den Hochzeiten (zu den besten Zeiten) seiner Ehe war Ines die treibende Kraft gewesen, wenn es um Sex ging. Und inzwischen bleibt selbst die früher so zuverlässige morgendliche Erektion aus.
»Du kommst ins Kuschelalter, Daniel«, verspottet sein Freund Karl ihn in letzter Zeit und prahlt damit, dass er fast immer will und auch kann. Er schießt dann zurück: »Du alter Angeber, du -Lustmolch.« Gegen den Angeber verwahrt sich Karl (eigenartige Formulierung; vielleicht lieber "Angeber lässt Karl nicht auf sich sitzen"?), doch den Lustmolch nimmt er als Kompliment. Ein bisschen von Karls Lüsternheit würde ihm nicht schaden. Vielleicht stimmt etwas nicht mit seinem Hormonhaushalt. Zu_wenig Testosteron, oder so. Er wird das beim nächsten Gesundheitscheck bei seinem Arzt ansprechen.
Er wäre am Zug. Er könnte Katrin bekochen. Sein Coq au Vin ist unschlagbar. Dazu ein Burgunder. Aber vielleicht isst sie ja gar kein Fleisch. Außerdem ist es einfach noch zu früh für ein Rendezvous unter vier Augen.
Was Lustiges, denkt er. Er setzt sich an den PC, öffnet den Online-Veranstaltungskalender der Stadt und sucht unter der Rubrik Kabarett/Kleinkunst (würde ich kursiv machen). Nach zehn Minuten wird er fündig, wenn. Wenn er sich recht erinnert, hat Karl ihm die Gruppe sogar (sollte das nicht vielleicht vor "Karl" stehen?) empfohlen. Er schreibt Katrin eine SMS:

Liebe Katrin,
am kommenden Freitag gibt eine lustige A-Capella-Band im Savoy ein Konzert. Hättest Du Lust/Zeit? Dann sag mir bald Bescheid. Es gibt noch ein paar Karten.
Herzliche Gruüße
Daniel


Katrin & Daniel, Freitagabend, Savoy-Theater, 21:15
Vorstellungspause, die. Die Besucher strömen aus dem Hauptsaal in Richtung des Foyers Foyer, wo sie an einer großen Rundtheke von den Kellnern erwartet werden.
»Möchtest du etwas trinken?«, fragt er.
»Gerne. Einen Prosecco bitte.«
»Dann stelle ich mich mal an.«
Er reiht sich in die Schlange der Durstigen ein. Dieses lavendelfarbene Kleid steht ihr blendend, denkt er, ebenso ("genau" fänd ich hier passender) wie die auffälligen runden Ohrringe mit den blauen Kristallen auf schwarzem Grund. Auch die Band ist nicht schlecht, sie parodieren gekonnt Evergreens der Popmusik (entweder zwei Sätze oder "Auch die Band, die gekonnt Evergreens [...]"). Manchmal sind ihre Texte etwas zotig, aber es bleibt noch im Rahmen. Er ist an der Reihe, bestellt einen Prosecco und einen Rotwein.
»Hallo Daniel!«, ertönt eine Stimme. Er blickt auf und sieht Karl, der direkt gegenüber an der Theke steht und ihm zuwinkt.
Das darf nicht wahr sein!, denkt Daniel. Wenn er jemanden jetzt absolut nicht gebrauchen kann, dann Karl. Sein Freund macht wilde Handzeichen, die wohl leider besagen (mit denen er ihm wohl leider sagen will): Wir sehen uns gleich.
»Mensch Daniel! Was für ein Zufall.« Karl nähert sich ihm mit zwei Gläsern Bier in den Händen. »Wo stehst du denn?«
»Ich bin nicht allein hier, Karl.«
»Super! Ich auch nicht. Warte mal eine Sekunde hier, ich gehe sie holen.«
Bevor Daniel Einspruch erheben kann, ist Karl bereits in der Menge verschwunden und kehrt kurze Zeit später mit einer Wasserstoffblonden Frau zurück, die ihn um fast einen Kopf überragt, zurück.
»Das ist Nathalie. Und das ist mein Kumpel Daniel. «
Die Beiden folgen Daniel bis zu dem Stehtisch, an dem Katrin wartet. Kurze Vorstellung, dann ergreift Karl das Wort.
»Einfach Klasse, die Jungs. Ich verpasse keine Vorstellung. Was meinen Sie, Katrin?«(Vorname, aber Siezen? Hab ich kaum jemals gehört. Und Daniel und Nathalie stellt er ja mit Vornamen vor, da würde ich eine Duz-Atmosphäre erwarten)
»Ja – erstaunlich, was man mit der Stimme so alles machen kann.«
»Und dann erst die Texte«, prustet Karl los. »Genial wie sie die schmalztriefenden Texte der Originale durch den Kakao ziehen.«
»Stimmt, sehr amüsant. Vielleicht ein bisschen zotig, manchmal,« sagt Katrin und nippt an ihrem Glas.
«Finden Sie? Da gibt es aber noch ganz andere Kaliber! Kennen Sie… «(ich find den langen Strich "–" immer schöner als drei Punkte, wenn man unterbrochen wird)
Der Gong zum Zeichen, dass die Vorstellung weitergeht, ertönt. Daniel atmet erleichtert auf.
«Sollen wir nach der Vorstellung… (hier auch)«, hebt Karl an, aber Daniel fällt ihm ins Wort:
«Wir sehen uns nächste Woche, Karl. Viel Spaß noch ihr Beiden.«
Die beiden Frauen gehen ein Stück voran (voraus) in Richtung des Saales Saal. Karl beugt sich zu Daniel und flüstert ihm ins Ohr:
»Dranbleiben, Daniel! Die ist ein Vulkan!«
»Wenn du dich nicht gleich verpisst, vergesse ich mich!« zischt Daniel ihn an.
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 03.04.2020 15:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo 51MONSTER2,

danke fürs Bearbeiten! Sehr hilfreich. Den weitaus meisten deiner Vorschläge bin ich gefolgt.

Zwei Punkte, wo ich die Sache anders sehen würde:

51MONSTER2 hat Folgendes geschrieben:
Schöne Fortsetzung, auch wenn ich es ein bisschen schade finde, dass Daniel mit dem ersten Absatz nur dadurch attraktiv zu wirken scheint, dass die Alternativen noch schlechter sind.

Kann man so sehen. Aber noch ist sie sich keineswegs sicher, ob das mit Daniel was wird.

51MONSTER2 hat Folgendes geschrieben:

(Vorname, aber Siezen? Hab ich kaum jemals gehört. Und Daniel und Nathalie stellt er ja mit Vornamen vor, da würde ich eine Duz-Atmosphäre erwarten)

In deinem Alter hätten sich meine Protas wahrscheinlich noch geduzt. Aber hier treffen sich (relative) Oldies zum ersten Mal...

LG
DLurie
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 03.04.2020 15:39    Titel: Antworten mit Zitat

Die Fortsetzung. Und danach sehe ich drei Möglichkeiten:
a.) Die Geschichte endet hier. Eigentlich klar jetzt, dass die beiden sich kriegen werden. Will heißen, der Rest bleibt der Fantasie des Lesers überlassen.
b.) Ein Schlusskapitel, mit dem die Story in den Redlight District, für den ich gar nicht angemeldet bin, verschoben werden müsste. Hätte auch den Nachteil, dass ich mir wahrscheinlich den Vorwurf 'Altherrenfantasien' einfinge.
c.) Ein schönes, weichgespültes (ZDF-Romanzen-) Schlusskapitel. Dafür müsste ich mir erst noch ein paar ZDF-Romanzen anschauen.



Katrin, Samstagnacht, 00:45
Ein schöner Abend, denkt Katrin vor dem Einschlafen. Der teilweise recht schlüpfrige Humor dieser A-Capella-Band zwar war nicht so ihr Ding– aber sie hatten auch richtige lustige Nummern im Programm.
Und Daniel war ausgesprochen aufmerksam, den ganzen Abend über. Ein Gentleman. Das gefällt ihr. Sie ist zwar emanzipiert, hat aber trotzdem nichts dagegen, wenn ein Mann ihr die Türe aufhält. Komisch, dass Daniel mit einem Mann wie diesem Karl befreundet ist. Was die Beiden wohl verbindet? Jedenfalls schien Daniel nicht begeistert über Karls Erscheinen. Das war ganz sicher nicht geplant. Regelrecht abgewürgt hat er seinen Freund, als der vorschlagen wollte, nach der Vorstellung noch zu viert etwas zu unternehmen. Und wie er ihn dabei angesehen hat. Diesen Blick hätte sie Daniel gar nicht zugetraut. Er kann also auch nicht nett, wenn er will.
Sie schüttelt den Kopf. Männerfreundschaften sind ihr schon immer ein Rätsel gewesen. Sie folgen irgendwie anderen Gesetzten als Freundschaften zwischen Frauen. Sie stellt sich die Situation im Foyer mit anderer Besetzung vor. Ihre beste Freundin Inge wäre anstelle von Karl aufgetaucht. Inge hätte die Lage ohne viel Worte sofort erfasst: Da wollen zwei ungestört sein.
Nach der Vorstellung waren sie noch auf ein Glas Wein in einer Bar. Natürlich haben sie - entgegen dem Rat ihrer Tochter – auch über ihre Vorbeziehungen, über die großen Lieben ihres bisherigen Lebens gesprochen. Sie über Frank, er über Ines. Ihre Tochter ist jung, und es ist das Privileg der Jugend, die Vergangenheit angesichts einer noch endlos lang erscheinenden Zukunft einfach ausblenden zu können. Mit Fünfzig fällt ein unbeschwerter Neuanfang schon deutlich schwerer, insbesondere wenn dieser Neuanfang gar nicht gewollt war. Das Leben hätte einfach so weitergehen können, sie waren beide glücklich, zumindest zufrieden mit ihren jeweiligen Lebensgefährten. Wie lange sind die Schatten der Vergangenheit? Das ist die entscheidende Frage, die - da waren sie sich einig – jeder für sich beantworten muss.
Sie findet, dass Daniel das Beste aus seiner Situation gemacht hat. Nach einer Phase der verständlichen Verbitterung hat er sich dazu durchgerungen, seine Ehe nicht mehr nur von ihrem katastrophalen Ende her zu sehen.
»Es waren viele glückliche Jahre dabei. Und ich bin immer noch de Meinung, dass eine gute Paarbeziehung einfach unschlagbar ist«, hat er gesagt.
Dass er nach seinen Erfahrungen noch so etwas zu sagen imstande ist, findet sie großartig.
Übermorgen, denkt sie. Das erste Mal in ihrem Leben, dass sie von einem Mann bekocht wird.



Daniel, Samstagnacht, 00:45
Er sitzt im Dunkeln auf seiner Couch. Dass Karl im Theater auftauchen könnte, hatte er überhaupt nicht auf dem Schirm. Und dann seine Begleiterin. Beim nächsten Treffen frage ich ihn, wo er den Schemel versteckt hatte. Er kann sich schon denken, was Karl darauf antworten wird. Brusthöhe reicht mir - etwas in der Art. In Bezug auf Frauen ist Karl erschreckend eindimensional. Er hat keine Kinder, war noch nie verheiratet. Er sei seriell monogam, behauptet er und liege damit voll im Trend. Gott sei Dank ist er Karl rechtzeitig losgeworden. Früher oder später hätte er einen von seinen Machosprüchen rausgehauen oder schmutzige Witze zum Besten gegeben.
Eine liebenswerte Frau, diese Katrin. Sie haben viele Gemeinsamkeiten. Weniger an der Oberfläche, aber ganz sicher, was ihre allgemeine Sicht auf die Welt betrifft. So glaubt sie genau so wenig wie er, dass Gegensätze in Beziehungen zwischen Mann und Frau sich anziehen. Kurzfristig vielleicht, aber nicht auf lange Sicht. Da geht es nicht ohne ein bestimmtes Maß an – wie hat sie sich ausgedrückt – Seelenverwandtschaft.
Sie ticken erstaunlich ähnlich, findet er. Beide misstrauen sie Extremen, blicken mit nüchternem Realismus auf ihre Umwelt, suchen -wenn sinnvoll und möglich- den Kompromiss. Leben und Leben lassen.
Und dann die Frage nach den Schatten der Vergangenheit. Er kann und will nicht in die zu großen Fußstapfen ihres Mannes treten. Ohne dass er das explizit angesprochen hätte, hat sie ihm diese Befürchtung genommen.
»Ich habe Frank sehr geliebt, aber ich kann ihm nicht ewig nachtrauern. Das würde er auch gar nicht wollen«, hat sie gesagt. Sie scheint ihm bereit für einen Neuanfang.
Übermorgen, denkt er. Sie hat seine Einladung zum Abendessen angenommen.

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nicolailevin
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 89
Wohnort: Süddeutschland


BeitragVerfasst am: 06.04.2020 10:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hiho,

ich mag die beiden, sie sind interessant und nachvollziehbar, auch wenn jetzt in den letzten Happen wenig neue Nuancen dazugekommen sind, die ich kennenlernen durfte.

Du hast Daniel und Katrin schon durch richtig harte Zeiten gejagt. Ihm ist die Frau davongelaufen, für einen Jüngeren, Knackigeren, ihr ist der geliebte Mann gestorben. Du hast ihnen was zugemutet, aber das liegt alles lang hinter ihnen. Während der erzählten Zeit deiner Geschichte passiert dagegen vergleichsweise wenig. Die beiden lernen einander kennen, mögen sich, sind sich aber nicht sicher, ob sie sich überhaupt auf eine Beziehung einlassen wollen und ob der jeweils andere der Richtige ist.

Das wars. Dabei sind die beiden sich in fast allem einig. Mir ist da viel zu wenig Konflikt drin, keine Fallhöhe, kein Drama.

Für meine Begriffe muss es jezt erst mal so richtig scheppern. Irgendwas muss sich zwischen das junge Glück schieben, entweder aus den beiden selbst heraus: Einer stößt den andern total vor den Kopf (aus Angst / Unsicherheit / ...) oder (weniger elegant für meine Begriffe) ein äußerer Hinderungsgrund lässt die beiden nicht zueinander kommen. So dass alle Leser überzeugt sind: Mit den beiden wird das nix mehr. Und nachdem du sie in diesem tiefen tiefen Loch hast leiden lassen, lässt du sie dann ganz vorsichtig wieder rauskrabbeln. (Soweit dann Rosamunde Pilcher)

Der zotige Karl passt als erheiterndes Element gut und gefällt mir auch als Resonanzkörper bzw. Reflexionsgegenstand (speziell für die unterschiedlichen Brillen Mann/Frau). Aber eine Hürde oder Stufe für die Beziehung von Daniel und Katrin ist er sicher nicht.

Für mein Gefühl ist die Geschichte bestenfalls beim ersten Drittel ...

VG
Nico.
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 07.04.2020 09:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Nico,
danke für deinen Kommentar.

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:


Für meine Begriffe muss es jezt erst mal so richtig scheppern. Irgendwas muss sich zwischen das junge Glück schieben, entweder aus den beiden selbst heraus: Einer stößt den andern total vor den Kopf (aus Angst / Unsicherheit / ...) oder (weniger elegant für meine Begriffe) ein äußerer Hinderungsgrund lässt die beiden nicht zueinander kommen. So dass alle Leser überzeugt sind: Mit den beiden wird das nix mehr. Und nachdem du sie in diesem tiefen tiefen Loch hast leiden lassen, lässt du sie dann ganz vorsichtig wieder rauskrabbeln. (Soweit dann Rosamunde Pilcher)
...

Für mein Gefühl ist die Geschichte bestenfalls beim ersten Drittel ...


Ja - es gibt hier kein Drama, keine Fallhöhe. Das plätschert und plaudert so vor sich hin.
Aber nochmal  30  Seiten mit den Beiden, bevor sie dann endlich in der Kiste landen: NEEIIIIN!!!  Dafür -  fehlen mir einfach die Drama-Gene - zumindest bei der Thematik.  Das ist mir inzwischen klar geworden.
Ich habe da noch eine Idee für ein retardierendes Element, für ein wenig Fallhöhe wenigstens - doch das wird deutlich kürzer...
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Mauskick
Sonntagsschreiber


Beiträge: 18



BeitragVerfasst am: 08.04.2020 21:33    Titel: Antworten mit Zitat

Also DLurie hier meine weitere Einschätzung/ Kritik zu deiner Fortsetzung:

Zum 3. Teil:

DLurie hat Folgendes geschrieben:
Er setzt sich an den PC, öffnet den Online-Veranstaltungskalender der Stadt und sucht unter der Rubrik Kabarett/Kleinkunst. Nach zehn Minuten wird er fündig, wenn er sich recht erinnert, hat Karl ihm die Gruppe sogar empfohlen. Er schreibt Katrin eine SMS:

Liebe Katrin,
am kommenden Freitag gibt eine lustige A-Capella-Band im Savoy ein Konzert. Hättest  Du Lust/Zeit? Dann sag mir bald Bescheid. Es gibt noch ein paar Karten.
Herzliche Gruße
Daniel


Irgendwie geht mir das zu glatt, nachdem Daniel vorher darüber nachgedacht hat, dass es vmtl. Angst vor Frauen hat, habe ich hier das Gefühl, er ist initiativ und zögert keine Sekunde Katrin die Nachricht zu schreiben.

4. Teil:

DLurie hat Folgendes geschrieben:
»Es waren viele glückliche Jahre dabei. Und ich bin immer noch de Meinung, dass eine gute Paarbeziehung einfach unschlagbar ist«, hat er gesagt.
Dass er nach seinen Erfahrungen noch so etwas zu sagen imstande ist, findet sie großartig.
Übermorgen, denkt sie. Das erste Mal in ihrem Leben, dass sie von einem Mann bekocht wird.


Tippfehler: "... Und ich bin immer noch der Meinung..."
Das Wort "großartig" finde ich da ein bisschen unpassend, ich würde vielleicht eher ein Wort wie erstaunlich/überraschend/bewundernswert auswählen.

Ich muss sagen, ich lese immer gerne weiter. Es mag ein bisschen kitschig anmuten, aber ich finde das super, wie du ausführst, was den Beiden wichtig ist an einer Beziehung und dass mit zum Teil ganz anderen Themen, die dies nur hintergündig erscheinen lassen. Gut gefält mir auch die immer wiederkehrende Übereinstimmung der Gedanken der Beiden.
Ich mag deinen Schreibstil und bis auf die paar Korrekturen bin ich durch deine Weiterführung der Geschichte nicht enttäuscht worden.

Das Einzige was mich noch Nachdenklich macht ist der Teil mit dem Freund  Karl... Irgendwie finde ich hat der Teil so aprubt begonnen und geendet. Ich habe überlegt, ob du vielleicht noch hättest schreiben sollen, z.B. was Katrin über Karl und die ihn begleitende Frau denkt. Dass sie dies vielleicht mit ihrer bislang durchwachsenen Suche nach einem neuen Partner vergleicht. Ich finde das Wort "zotig" irgendwie ziemlich altbacken. Ein Wort, bei dem ich nicht glaube, dass es in einem tatsächlichen Wortschatz von Personen der Altersgruppe heute vorkommt. Aber ich kann mich natürlich irren.

Als Karl ihm den Vorschlag unterbreiten will, hätte ich iwie gedacht es wäre vielleicht schöner dass nicht so derart unhöflich von Daniel erscheinen zu lassen. Indem du z.B. Karl sagen lässt: "Hey, Daniel, wie wär's denn..." und er fällt ihm dann zwar ins Wort sagt dann: "... wenn wir uns nächste Woche zur gewohnten Zeit im Pub (o.Ä.) treffen. Na klar, gar keine Frage." Aber im Grunde finde ich es so wie du es geschrieben hast im Nachhinein betrachtet nicht schlecht. Nur die Zeile mit Katrins Gedanken er könne auch "nicht nett" sein, da habe ich gestutzt. Vielleicht würde dir da noch was besseres einfallen. Irgendwie dachte ich da. Vielleicht könnte sie auch daran denken, dass er sich auch durchsetzen kann, und auch mal "unbequeme Wahrheiten aussprechen kann" dass sie genau dadurch nicht mehr "enttäuscht" wurde dadurch, dass er mit so einem Typen wie Karl befreundet ist.

Sorry für mein Hirn-Wirr-Warr, das ist mir mal wieder im Nachhinein aufgegangen. Hoffe du kannst trotzdem was damit anfangen Razz

Achja und bevor ich's vergesse: Ich stimme mit Nico überein und hoffe dir wird ein entsprechender Einfall kommen wink bin schon gespannt!
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DLurie
Geschlecht:männlichSchreiberling


Beiträge: 229
Wohnort: Zwischen den Stühlen
DSFo-Sponsor Pokapro V & Lezepo III


BeitragVerfasst am: 09.04.2020 08:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mauskick,

danke für die Kommentare.
Freut mich, dass Dir die Geschichte soweit gefällt.

Im Detail:

Mauskick hat Folgendes geschrieben:


DLurie hat Folgendes geschrieben:
Er setzt sich an den PC, öffnet den Online-Veranstaltungskalender der Stadt und sucht unter der Rubrik Kabarett/Kleinkunst. Nach zehn Minuten wird er fündig, wenn er sich recht erinnert, hat Karl ihm die Gruppe sogar empfohlen. Er schreibt Katrin eine SMS:

Liebe Katrin,
am kommenden Freitag gibt eine lustige A-Capella-Band im Savoy ein Konzert. Hättest  Du Lust/Zeit? Dann sag mir bald Bescheid. Es gibt noch ein paar Karten.
Herzliche Gruße
Daniel


Irgendwie geht mir das zu glatt, nachdem Daniel vorher darüber nachgedacht hat, dass es vmtl. Angst vor Frauen hat, habe ich hier das Gefühl, er ist initiativ und zögert keine Sekunde Katrin die Nachricht zu schreiben.

Stimmt, das geht zu schnell. Ich werde nachbessern, so dass Daniel hier zögerlicher wirkt.  

Mauskick hat Folgendes geschrieben:

DLurie hat Folgendes geschrieben:
»Es waren viele glückliche Jahre dabei. Und ich bin immer noch de Meinung, dass eine gute Paarbeziehung einfach unschlagbar ist«, hat er gesagt.
Dass er nach seinen Erfahrungen noch so etwas zu sagen imstande ist, findet sie großartig.
Übermorgen, denkt sie. Das erste Mal in ihrem Leben, dass sie von einem Mann bekocht wird.


Tippfehler: "... Und ich bin immer noch der Meinung..."
Das Wort "großartig" finde ich da ein bisschen unpassend, ich würde vielleicht eher ein Wort wie erstaunlich/überraschend/bewundernswert auswählen.

Man könnte den Satz  Dass er nach.. tatsächlich einfach weglassen. Denn es wird vorher schon alles Wichtige gesagt.
 

Mauskick hat Folgendes geschrieben:

Ich finde das Wort "zotig" irgendwie ziemlich altbacken. Ein Wort, bei dem ich nicht glaube, dass es in einem tatsächlichen Wortschatz von Personen der Altersgruppe heute vorkommt. Aber ich kann mich natürlich irren.

Ich hab mich mal in meinem (altbackenen) Umfeld umgehört. Und da ist zotig durchaus geläufig  

Zu Karl möchte ich an dieser Stelle nichts weiter sagen. Er kriegt noch seinen Part.

LG
DLurie
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Mauskick
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BeitragVerfasst am: 09.04.2020 14:07    Titel: Antworten mit Zitat

Okay dann bin ich mal gespannt, was du aus Karl machst...

Und was das Wort zotig angeht, so hoffe ich, dass ich dir da nicht zu nahe getreten bin. Ich habe das nur wirklich sehr selten gehört und schließlich habe ich auch genug Bekannte in Daniels Alter lol2
Ich hab vorher schon gedacht, soll ich das schreiben? Fettnäpfchenalarm! War ja klar dass ich das wieder voll mitnehme. Rolling Eyes
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 09.04.2020 14:35    Titel: Antworten mit Zitat

Mauskick hat Folgendes geschrieben:


Und was das Wort zotig angeht, so hoffe ich, dass ich dir da nicht zu nahe getreten bin. Ich habe das nur wirklich sehr selten gehört und schließlich habe ich auch genug Bekannte in Daniels Alter lol2
Ich hab vorher schon gedacht, soll ich das schreiben? Fettnäpfchenalarm! War ja klar dass ich das wieder voll mitnehme. Rolling Eyes


Ich freue mich über jeden Hinweis! Und wahrscheinlich ist zotig tatsächlich etwas aus der Mode gekommen. Schlüpfrig passt auch gut und ist vermutlich gebräuchlicher.
LG
DLurie
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 09.04.2020 17:58    Titel: Antworten mit Zitat

Die Fortsetzung mit dem retardierenden Moment, ganz frisch aus der Presse.

Katrin, Sonntagmorgen, 10:30
Nach einer Yoga- und Meditationssitzung und einer Wechseldusche, cremt sie sich vor dem Spiegel mit der dezent nach Zitrusfrüchten riechenden Anti-Aging-Lotion das Gesicht ein. Sie ist zufrieden, glatte Haut, bis auf einige Lachfalten um die grüngrauen Augen und den Mund, die ihr Gesicht aber fröhlicher aussehen lassen, als sie sich während der letzten beiden Jahres gefühlt hat. Rasch föhnt sie die kurzgeschnittenen, schwarzen Haare, tritt dann zwei Schritte zurück und betrachtet ihren schlanken Körper von allen Seiten. Du hast dich passabel gehalten, denkt sie, schlüpft langsam in ihren Seidenkimono, ein Geschenk von Frank, und genießt das angenehme Prickeln des kühlen Stoffes auf ihrer Haut. Das Telefon klingelt, sie geht ins Wohnzimmer und nimmt den Hörer ab.
»Guten Morgen, Mama. Ich hoffe, ich habe dich nicht aus der Meditation gerissen. Wollte nur mal hören, wie es dir geht.«
»Hallo Vera. Danke, es geht mir gut. Und selbst?«
»Alles in Butter. Hat sich noch was ergeben mit diesem…«
»Daniel. Ich bin zum heute Abend zum Essen eingeladen.«
»Super! Wo geht ihr denn hin?«
»Bei ihm zuhause.«
»Hoho! Bei ihm zuhause?! Ihr verliert keine Zeit!«
»Wir sind erwachsene Menschen, Vera.«
»Ja sicher. Das kommt trotzdem etwas überraschend für mich, nach unserem letzten Gespräch. Aber egal. Was ziehst du an?«
»Was empfiehlst du?«
»In diesem Fall…nichts zu Aufreizendes. Da laufen doch einige schräge Typen durch die Gegend. Denen man es nicht gleich ansieht.«
Katrin kann ein Lachen nicht unterdrücken.
»Mach dir mal keine Sorgen, Vera.«
»Na dann. Bonne chance, Mama!«


Daniel, Sonntagmorgen, 10:30
Er steht vor dem Spiegel und rasiert sich mit dem elektrischen Hightech-Rasierer, einem Geburtstagsgeschenk seiner Ex. Morgen ist es soweit, wieder ein Jahr älter, denkt er. Katrin gegenüber hat er nicht erwähnt, dass er morgen Geburtstag hat.
Er will den Abend nicht überfrachten.
Er betastet sein Kinn - kratzt immer noch, er muss sich nass nachrasieren.
Nach einer heißen Dusche wischt er mit der Hand über den vom Wasserdampf beschlagenen Spiegel, betrachtet sich darin und befühlt skeptisch seinen Bauch. Diese Speckröllchen müssen weg. Eigentlich weiß er gar nicht, wo sie herkommen. Es muss etwas mit der Verlangsamung des Stoffwechsels zu tun haben.  
Das Telefon klingelt, er wickelt sich ein Handtuch um die Hüfte, eilt ins Wohnzimmer und sieht Karl im Display. Er zögert einen Moment, bevor er abhebt.
»Hallo Daniel. Ich habe dich doch nicht geweckt?«
»Nein.«
»Du hast doch morgen Geburtstag. Hast du heute Abend schon was vor? Wir könnten zusammen reinfeiern. Ein gepflegtes Besäufnis. Auf meine Kosten, versteht sich. Hatten wir schon lange nicht mehr. «
Daniel überlegt. Er will jetzt auf keinen Fall mit Karl über sein Rendezvous mit Katrin sprechen, hat keinerlei Lust, sich die fachmännischen Ratschläge dieses Weiberhelden anzuhören.
»Nett von dir, Karl. Aber lass uns das auf einen anderen Termin verschieben. Ich bleibe heute zuhause, muss ja morgen arbeiten. Und nach Zechereien mit dir brauche ich den Folgetag zur Erholung.«
»Du wirst alt, Daniel! Aber ok, das holen wir nach. Was macht das Liebesleben? Hat sich eigentlich was ergeben mit der Drahtigen von neulich Abend. Wie hieß sie doch gleich?«
»Katrin. Das ist noch in der Schwebe, Karl. Wir wollen uns aber auf jeden Fall wiedersehen.«
»Bleib am Ball, Daniel! Sonst verkümmert er noch, der Muskel in deiner Hose.«
»Das lass mal meine Sorge sein!«
»Nichts für ungut, Daniel. Was hältst du von einem Männerabend im Modigliani am kommenden Freitag?«
»Hört sich gut an. Acht Uhr?«
»Passt. Bis Freitag.«


Katrin & Daniel, Sonntagabend, 19:30
Er blickt zur Uhr. Eine Punktlandung, denkt er. Er ist gerade so fertig geworden. Hat die Wohnung geputzt und gelüftet, die Bettwäsche gewechselt und das Essen vorbereitet. Feldsalat mit Walnüssen und warmem Ziegenkäse als Vorspeise, dann Hühnchen in Burgunder aus dem Römertopf und als Nachtisch frischer Obstsalat. Der Tisch ist festlich gedeckt. Kerzenlicht. Ein letzter Blick ins Bad: Auch der Klodeckel ist geschlossen.
Punkt 19:30 geht die Klingel. Er öffnet die Tür, sie begrüßen sich, Katrin überreicht ihm einen Strauß Blumen. Er bedankt sich, ist ein wenig verlegen. Noch nie zuvor hat ihm eine Frau Blumen geschenkt.
»Die sind aber schön! Ich hoffe, du hast Hunger mitgebracht.«
»Oh ja! Ich habe seit dem Frühstück nichts mehr gegessen!«
Er weist mit der Hand in Richtung Esstisch.
»Dann schauen wir mal, ob ich dich satt kriege. Nimm Platz, bitte! Ein Prosecco vorweg?«
»Gerne.«
Er stellt die Blumen in eine Vase, serviert den Aperitiv und prostet ihr zu. Sie blickt sich um.
»Schön hast du’s hier! Ich mag diese offenen Wohnlandschaften. Kochen, Essen, Wohnen - alles zusammen. Zwei Schritte und man ist draußen.«
»Hat auch seine Nachteile«, sagte er. »Mit den ganzen bodentiefen Fenstern sitzt du hier ein wenig auf dem Präsentierteller. Und du kriegst direkt alles mit, was sich im Garten des Nachbarn so abspielt. Jeden blöden Ehestreit.«
»Ich lebe in einer total verwinkelten Altbauwohnung. In der könnte sich ein Ehepaar jahrelang aus dem Weg gehen. Viel zu groß für mich allein. Aber ich habe die Kurve  noch nicht gekriegt, mir eine neue Wohnung zu suchen.«.
Er serviert er die Vorspeise.
»Mmhh. Sehr gut,« lobt sie ihn nach dem ersten Kosten. »Womit machst du das Dressing?«
»Rapsöl, Senf, Honig und Balsamico.«
Er beobachtet sie heimlich. Das schulterfreie schwarze Cocktailkleid steht ihr ausgezeichnet. Er mag die Art, wie sie isst: Konzentriert, genießerisch und erfrischend unzimperlich. Bei Ines war das immer ein fürchterliches Gestochere und Aussortieren.
Als er sie gerade fragen will, ob sie noch einen Nachschlag möchte, hört er Lachen und sieht, wie zwei Frauen Arm in Arm auf dem gepflasterten Weg vor der Fensterfront  seiner Wohnung vorbeigehen. Auch Katrin blickt auf. Einen kurzen Moment später klingelt es an der Wohnungstüre.
»Entschuldige mich bitte, Da hat sich jemand in der Hausnummer geirrt. Passiert hier schon mal«, sagt er, steht auf und öffnet die Türe.
Er traut seinen Augen zunächst nicht. Zwei junge Schönheiten, eine Brünettte und eine Bonde in gewagt kurzen Röcken.
»Happy birthday to you, happy birthday to you… happy birthday, lieber Daniel…«, trällern die Beiden lautstark los.
»Aber…Das muss ein Irrtum…«, stottert Daniel.
»Kein Irrtum, eine Überraschung!«, sagte die Blonde und reicht ihm eine knallrote Flaschentasche aus Papier.
»Champagner! Ich bin Nicole, und das ist Colette. Wir Beide haben uns fürchterlich lieb. Und wir haben es total gerne, wenn man uns dabei zuschaut und sich vielleicht ein bisschen von unserer Leidenschaft anstecken lässt.«
Daniel steht mit halboffenem Mund da, bringt kein Wort heraus. Die Brünette schmiegt sich an ihn.
»Du bist ein wenig schüchtern, stimmt‘s? Das kriegen wir schon hin.«
«Sieh, da«, sagt die Blonde und lacht auf. «Wir sind zu viert. Du hast hoffentlich ein großes Bettchen, Daniel.«
Er zuckt zusammen, dreht sich um. Katrin steht direkt hinter ihm.
»Du hast ja gar nicht erwähnt, dass du Geburtstag hast«, sagt sie.  
»Ich schwöre dir, ich verstehe das alles nicht. Erst morgen…«, stammelt Daniel.
»Da scheint etwas in deinem Terminplan durcheinander geraten zu sein. Viel Vergnügen,« sagt Katrin, drängt sich an allen vorbei und verschwindet raschen Schritts in Richtung Straße.

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Mauskick
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BeitragVerfasst am: 09.04.2020 20:10    Titel: Antworten mit Zitat

Okay erstmal habe ich überflogen und dabei sind mir erstmal folgende "Schreibfehler" aufgefallen:

Beim Lesen des Wortes Aperetiv bin ich gestolpert, hab aber selbst nochmal nachschlagen müssen, da ich dieses Wort soweit ich mich erinnere noch nie geschrieben habe wink also Duden online schreibt es so vor: Ape­ri­tif

DLurie hat Folgendes geschrieben:
»Daniel. Ich bin zum heute Abend zum Essen eingeladen.«
hier ist ein zum zu viel.

DLurie hat Folgendes geschrieben:
Er serviert er die Vorspeise.
da ist wohl ein er zu viel.

Dann hast du die beiden Damen als Brünette und Blonde bezeichnen wollen, dich aber auch hier vertippt, in dem Moment als die beiden vor der Tür stehen.

Ich finde es eine interessante Idee, wie du nun etwas Stimmung in die Geschichte bringst und das ziemlich unerwartet. Ich habe naiv damit gerechnet, dass Karl selbst vorbeischauen wird, aber darauf bin ich nicht gekommen lol2

Ich finde der erste Teil ist dir gut gelungen. Die wieder ähnlich ablaufenden Szenen und die Geschenke die beide von ihren Partnern erhalten haben und wie sie darüber nachdenken. Das zeigt, dass sie mit der Vorbeziehung immer noch nicht abgeschlossen haben und gerade erst auf dem Weg sind, sich auf etwas Neues einzulassen. Mir gefällt auch deine Idee, dass Katrin dem Mann, der ihr zum ersten Mal Essen kocht, als erste Frau Blumen mitbringt.

Auch wie du vorher die Unterhaltung auf die Wohnung lenkst und so eine gute Basis für die danach entlangschländernden Ladies schaffst, finde ich gelungen. Das Einzige was mir immer noch auffällt ist, dass mir persönlich beide Akteure zu anonym bleiben, noch zu wenig Ecken und Eigenheiten auftauchen. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was jetzt Katrins Gedanken sein werden und habe schon meine Vermutung, dass sie nun hinterfragen wird, warum Daniel sie genau am Abend vor seinem Geburtstag zum Essen eingeladen hat. Schließlich hat sie ja schon schlechte Erfahrungen gemacht. Ich werde auf jeden Fall weiter deiner Geschichte folgen!
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 09.04.2020 22:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mauskick,

Danke für deinen Kommentar! Du bist ja ein wahrhaft treuer Begleiter dieser Schreib-einfach-mal-drauflos-Geschichte, die so vor sich hinwuchert.
Die Erbsen, die du gefunden hast, sind korrigiert.

Zur Kritik:

Mauskick hat Folgendes geschrieben:

Das Einzige was mir immer noch auffällt ist, dass mir persönlich beide Akteure zu anonym bleiben, noch zu wenig Ecken und Eigenheiten auftauchen.

Das empfinde ich ganz ähnlich. Ich bin immer noch nicht nah genug dran an meinen Protagonisten, insbesondere an Katrin. Das ist ein generelles Problem bei mir.

Mauskick hat Folgendes geschrieben:

Ich werde auf jeden Fall weiter deiner Geschichte folgen!

Freut mich!

LG
DLurie
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DLurie
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BeitragVerfasst am: 17.04.2020 16:42    Titel: Antworten mit Zitat

und das Ende...

Katrin, Sonntagabend, 21:30
Sie sitzt zuhause in ihrem Wohnzimmer und hat sich einen Schnaps eingeschenkt.
Soll sie Vera anrufen? Nein, heute nicht mehr. Es ist einfach nur peinlich. Peinlich, lächerlich, grotesk. Wie kann man sich nur derart in einem Menschen täuschen? Sie hat sich immer etwas auf ihr Näschen für Menschen eingebildet, doch der heutige Abend hat ihr Vertrauen in sich nachhaltig erschüttert.
Dabei hatte der Abend so nett begonnen. Stilvoll, die Vorspeise war ausgezeichnet. Und dann lässt dieser Widerling zwei Prostituierte aufmarschieren! Dass er angenommen haben könnte, sie stünde auf Gruppensex, erscheint ihr ausgeschlossen. Nein, die beiden Damen vom horizontalen Gewerbe haben sich einfach im Tag vertan! Was bedeutet: Er wäre ohne jeden Skrupel am Sonntag mit ihr und am Tag danach mit den beiden Ladies in die Kiste gehüpft. Dieses Schwein!
Im Grunde hast du noch Glück im Unglück gehabt, denkt sie. Ohne diese Terminpanne wärst du vermutlich Hals über Kopf in eine Beziehung mit diesem abgefeimten Schurken geschlittert.
Vergiss den Abend! Streich ihn und diesen Kerl ganz schnell aus deinem Gedächtnis, denkt sie, als seine SMS eintrifft.


Daniel, Sonntagabend, 21:30
Er sitzt am Esstisch und liest fassungslos immer wieder die Zeilen auf der Glückwunschkarte, die er in der Flaschentasche mit dem Champagner gefunden hat:
 
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, altes Haus!
ich dachte mir, dass du vielleicht etwas Spaß gebrauchen könntest, bevor es zu spät ist, und du die nächsten zwanzig Jahre wieder unter irgendeiner  Haube abtauchst. Spaß oder einfach Stimulation, um dich wieder auf den Geschmack zu bringen. Und da du dich ja heute Abend nicht mit mir betrinken willst und auch sonst nichts Besseres vorhast, kam mir spontan der Gedanke, dir zwei Freundinnen von mir vorzustellen. Die verdienen sich über einen Escort-Service ein bisschen Geld nebenbei für das Studium. Absolut korrekter Laden, Diskretion garantiert. Ich hoffe mein kleines Präsent bereitet dir Freude!
In Freundschaft
Dein Karl


Die beiden Studentinnen hat er weggeschickt. Da sei wohl etwas schiefgelaufen, meinte die Blonde, aber das sei nicht ihr Fehler, denn sie hätten klare Anweisungen, Ort und Zeit betreffend bekommen.
Wie kommt Karl nur auf die Idee, dass er ein solches Geschenk annehmen könnte? Noch nie in seinem Leben hat er die Dienste von Prostituierten in Anspruch genommen.
Er schreibt Katrin eine SMS:

Liebe Katrin,
es tut mir unendlich leid, was heute Abend passiert ist! Ich entschuldige mich tausendfach dafür! Das Ganze war wohl eine Idee meines Bekannten Karl, (du erinnerst dich vielleicht - wir sind ihm im Theater begegnet) der nichts von unserem Treffen wusste und annahm, dass er mir mit seinem ‚Geburtstagsgeschenk‘ eine Freude machen würde.
Ich schwöre dir, dass er mich da völlig falsch eingeschätzt hat.
In der Hoffnung, dass du mir verzeihst,
Daniel



Katrin, Sonntagabend, 22:00
Sie liest seine Zeilen, schüttelt nur den Kopf und antwortet prompt:

Hallo Daniel,
selbst wenn ich dir glauben würde, was ich nicht tue, gebe ich dir den Rat, dir deine Freunde besser auszusuchen. Ich möchte keinerlei Kontakt mehr zu dir!
Katrin


Sie schickt die SMS ab und löscht Daniels Nummer. Dann, in einer Art verzweifelt-trotzigem Aufbegehren, antwortet sie Wolfie auf seine Mail.
Scheißkerle!, denkt sie vor dem Einschlafen

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