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Wie erkennt man seriöse Agenturen und Verlage?

 

 
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Sommerfeld49
Abc-Schütze


Beiträge: 5



BeitragVerfasst am: 19.02.2020 15:38    Titel: Wie erkennt man seriöse Agenturen und Verlage? eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo, ich bin noch recht neu hier und gerade noch im Prozess mein erstes Buch fertigzustellen.
Auch wenn es dafür vielleicht noch etwas früh ist, habe ich mich schon ein wenig darüber informiert wie man das Buch denn nun veröffentlicht.

Eine Agentur zu finden scheint ein wichtiges Kriterium zu sein.
Ich habe jetzt viel darüber gelesen worauf man achten sollte, beispielsweise was Vergütung und Lektorat angeht. Einige Horrorgeschichten haben mich da ehrlich zum Grübeln gebracht.
Was wenn man eine Agentur findet die einem alles verspricht und nach Vertragsabschluss anfängt Geld zu verlangen?

Ich bin kein Anwalt und habe da keine Ahnung. Kann man aus so einem Vertrag dann wieder raus? Wie kann man erkennen ob der Vertrag einen insgeheim übers Ohr hauen will?
Gibt es Agenturen die das Manuskript plagiieren und einen Komplett veräppeln?

Bin wirklich unsicher was das angeht und würde gerne einige Erfahrungen hören.

Da ich ja ein Neuling bin, der noch nie was substantiell veröffentlicht hat, wäre ich ja durchaus in der schwächsten Position.
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Isabelle34
Autor


Beiträge: 558



BeitragVerfasst am: 19.02.2020 18:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sommerfeld,

zwei Dinge: Es empfiehlt sich immer, jeden Vertrag ganz genau zu lesen, ehe man ihn unterschreibt. Das schützt vor späteren Überraschungen wie "Was wenn man eine Agentur findet die einem alles verspricht und nach Vertragsabschluss anfängt Geld zu verlangen?". Steht im Vertrag, dass du an den 'Agenten' zahlen musst, bist du selbst schuld, wenn du unterschreibst. Steht es nicht drin, kann der Agent verlangen, was er möchte.
In meinem Vertrag steht ganz deutlich, was meine Agentin bekommt. Fünfzehn Prozent von allem, was ich durch ihren Einsatz verdiene und keinen Cent mehr.

Das andere, nein, als Autor bist du nicht in der schwächeren Position. Oder solltest es nicht sein. Ich weiß, das sehen viele anders, aber meiner Meinung nach ist die Beziehung Autor-Agent-Verlag eine gleichberechtigte. Der eine braucht den anderen und jetzt sag mir, wie weit Agenten oder Verlage ohne Autoren kommen? Warum also sind wir in der schwächeren Position? Lass dir das nicht einreden, schon gar nicht von einem 'Agenten' oder 'Verlag', das wäre ein erster Hinweis darauf, dass dort nicht seriös gearbeitet wird und dir jemand klarmachen möchte, dass du gar keine andere Chance hast, als zu zahlen.

Schöne Grüße
Isabelle
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Sommerfeld49
Abc-Schütze


Beiträge: 5



BeitragVerfasst am: 19.02.2020 19:39    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Isabelle,

vielen Dank für die Antwort. Natürlich ist mir klar, dass es meine Schuld ist wenn ich etwas schlechtes unterschreibe. Ich wollte nur ein paar Erfahrungswerte sammeln inwieweit man da erkennen kann ob es eher wahrscheinlich ist, dass jemand einen übers Ohr hauen will.

Bin halt noch sehr grün hinter den Ohren und möchte nicht übervorteilt werden. Wäre so quasi einer meiner Albträume. Natürlich ist mir klar, dass der Buchmarkt auch ein hartes Business ist. Deswegen hoffe ich soviel wie möglich von erfahrenen Menschen wie dir zu lernen.
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Unstern
Autor


Beiträge: 745
Wohnort: Leonding (Österreich)


BeitragVerfasst am: 19.02.2020 23:56    Titel: Antworten mit Zitat

So weit, dass man einer Literaturagentur nur im Erfolgsfall bei Vermittlung eines Manuskripts was vom verdienten Geld abtritt, bist Du ja schon und dass man einen Verlag nicht bezahlt, sondern der dem Autor Geld gibt, bist Du wohl schon.

Grundsätzlich sieht man doch oft schon auf der Homepage, in welche Richtung eine Agentur/ein Verlag unterwegs ist.

Bei Verlagen sollten immer die Alarmglocken schrillen, wenn Autoren allzu sehr umworben werden. Selbst der kleinste Verlag, der sagen wir Bücher in einer Auflage von ein paar Hundert Stück macht, braucht pro Autor immer noch ein paar Hundert Leser. Dann ist natürlich auch die Frage: "Würde ich Bücher von anderen da kaufen?" - oder besser noch: "Habe ich Bücher von anderen da gekauft?" Als Autor ist man schließlich auch Leser. Will man selbst nicht, warum sollen andere wollen?

Zu den Verträgen: Besser vorher genau prüfen! Hinterher hat man dann den Schaden. Kommt man wieder raus? - Normalerweise nicht so leicht, denn gerade Unternehmen, die nicht so seriös arbeiten, sehen oft zu, dass etwas rechtlich einwandfrei ist. Dazu ist es auch so, dass ein Verlag normalerweise eine Erstveröffentlichung will - mag sein, dass man früher aus dem Vertrag entlassen wird als da steht, aber ist das Buch schon mal veröffentlicht (und beispielsweise das Geld für einen sogenannten Druckkostenzuschuss u.ä. weg), dann nutzt einem das kaum was.

Allerdings: Es gibt viele Foren wie diese hier und es lohnt sich, auch konkret nach Erfahrungsberichten mit einem bestimmten Verlag/einer bestimmten Agentur zu suchen. Manchmal deuten Autoren auch etwas nur an, um Ärger aus dem Weg zu gehen, dann lohnt sich auch eine persönliche Nachricht.

Ich persönlich wüsste nicht, was es einem Verlag bringen sollte, ein Manuskript zu stehlen. So viel verdient ein Autor ja jetzt auch nicht daran, dass es das Risiko wert ist. Und ein unbekannter Autor lässt sich normalerweise auch auf einen nicht so günstigen Vertrag ein. (Also kein Vorschuss, kein Garantiehonorar ...) Zudem ist das Risiko ja auch recht hoch - und je höher der möglicher Nutzen, desto wahrscheinlicher ist die Aufdeckung. Zudem erhofft man sich ja auch eine Mithilfe des Autors beim Marketing - und ein Autor ist sicherlich billiger dafür in der "Anschaffung" als da einen Schauspieler zu engagieren. Und jemanden vom Marketing für Interviews abzustellen. Oder wie genau das dann funktionieren soll.

Ich kenne bislang keinen einzigen Fall, wo tatsächlich ein Plagiat von einem Verlag in Auftrag gegeben wurde. Nur Einzelfälle, wo der jeweilige Verlag selbst reingelegt wurde. (Also beispielsweise gibt es das bekannte Buch "Axolotl Roadkill", wo offenbar die Autorin Textpassagen aus anderen Werken übernommen hat - das waren aber auch bereits veröffentlichte Bücher.)

Theoretisch kann man sich auch eine professionelle Rechtsberatung holen. Normale Anwälte sehen da aber oft in den Feinheiten auch nicht klar bzw. stehen in den Verträgen ja meist keine Passagen, die "sittenwidrig" wären. Es ist ja z.B. nicht verboten, jemanden für eine Veröffentlichung/Druck zahlen zu lassen - sonst müsste man ja auch den Copyshop als "unseriös" einstufen, nur ist es halt nichts, das einen als Autor weiterbringt. Und auch so - also spezialisierte Rechtsberatung ist nicht billig. Besser ist das so was wie eine Mitgliedschaft beim VS ver.di, da gibt es dann eine kostenlose Rechtsberatung: https://vs.verdi.de/ueber-uns/was-bieten-wir
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Maunzilla
Hobbyautor


Beiträge: 424



BeitragVerfasst am: 20.02.2020 01:54    Titel: Antworten mit Zitat

Ist das nicht eine Gewerkschaft? Muß man da nicht Berufsschriftsteller sein, um Mitglied zu werden?

_________________
"Im Internet weiß keiner, daß du eine Katze bist." =^.^=
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Unstern
Autor


Beiträge: 745
Wohnort: Leonding (Österreich)


BeitragVerfasst am: 20.02.2020 02:14    Titel: Antworten mit Zitat

Maunzilla hat Folgendes geschrieben:
Ist das nicht eine Gewerkschaft? Muß man da nicht Berufsschriftsteller sein, um Mitglied zu werden?


Man kann das auch als Nebenberuf machen und Veröffentlichungen in Anthologien reichen auch. Und wenn das nicht wirklich was mit dem Verdienst ist, verlangen sie 15 Euro. Das klingt ja nicht so übel.
Ich selbst bin aber nicht Mitglied. (Ich denke mal, das Angebot ist für Deutsche, aber wie dem auch sei, ich brauch es nicht mit meinen Kurzgeschichten. Die Verträge sind normal überschaubar.)

Aber wenn jemand unbedingt was in Richtung Autorenvertrag fachkundig geprüft mit überschaubaren Kosten will, scheint mir so was in der Art ein vernünftiger Weg zu sein. Einen anderen wüsste ich jetzt auch nicht.

Klar, wenn man erfahrenere Autoren oder so kennt, kann man die nach der Meinung fragen. Aber das ist dann halt eine Meinung, keine Rechtsberatung.
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Willebroer
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 3017
Wohnort: OWL


BeitragVerfasst am: 20.02.2020 03:31    Titel: Antworten mit Zitat

Es gibt zumindest Musterverträge, an denen man sich orientieren kann.

https://vs.verdi.de/recht-urheber

Bei Abweichungen kann man dann gezielter nachfragen. In den meisten Fällen wird man als Einsteiger wohl Abstriche hinnehmen müssen. Je nach Verlag.
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Unstern
Autor


Beiträge: 745
Wohnort: Leonding (Österreich)


BeitragVerfasst am: 21.02.2020 20:06    Titel: Antworten mit Zitat

Willebroer hat Folgendes geschrieben:
Es gibt zumindest Musterverträge, an denen man sich orientieren kann.

https://vs.verdi.de/recht-urheber

Bei Abweichungen kann man dann gezielter nachfragen. In den meisten Fällen wird man als Einsteiger wohl Abstriche hinnehmen müssen. Je nach Verlag.


Oder auch nicht. Man kann auch was anderes aushandeln, z.B. hat es mich mal genervt, dass ein Verlag sich z.B. die Auslandsrechte sichern wollte. (Für eine Geschichte.) Da habe ich gemeint, dass ich das rausstreichen will, weil der ja keine Kontakte hat. Wozu bitte Rechte sichern, die man gar nicht wahrnehmen kann?
Und klar, dass ein Verlag, der auf internationalen Buchmessen ausstellt, die Auslandsrechte haben will, das sehe ich auch ein.
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Willebroer
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 3017
Wohnort: OWL


BeitragVerfasst am: 21.02.2020 21:15    Titel: Antworten mit Zitat

Mit "Abstriche" meinte ich auch eher Prozente, Auflage oder Werbemaßnahmen. Die Frage der Nebenrechte ist ein (manchmal sehr komplexes und kontroverses) Extrathema. Aber ich würde natürlich auch dazu raten, möglichst wenig abzugeben. Das kann man eher nachträglich korrigieren als umgekehrt.
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Unstern
Autor


Beiträge: 745
Wohnort: Leonding (Österreich)


BeitragVerfasst am: 24.02.2020 23:17    Titel: Antworten mit Zitat

Willebroer hat Folgendes geschrieben:
Mit "Abstriche" meinte ich auch eher Prozente, Auflage oder Werbemaßnahmen. Die Frage der Nebenrechte ist ein (manchmal sehr komplexes und kontroverses) Extrathema. Aber ich würde natürlich auch dazu raten, möglichst wenig abzugeben. Das kann man eher nachträglich korrigieren als umgekehrt.


Dann sind wir ja einer Meinung. Wobei - also ehrlich, wenn ich bei einem Random House-Verlag wäre, würde ich die Filmrechte schon abgeben. Weil das kann ja klappen und man kassiert als Autor mit, Ruhm gibt es auch ... und in Eigenregie so was auftreiben, tja. Und ohne entsprechende Klausel bemüht sich ja der andere auch nicht. Wenn man aber jemand das ohnehin nicht wahrnimmt, ist man in Eigenregie eben auf jeden Fall besser dran.
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Niederrheiner
Geschlecht:männlichHobbyautor


Beiträge: 301



BeitragVerfasst am: 25.02.2020 14:01    Titel: Antworten mit Zitat

Naja, entscheidend ist ja auch vor allem, ob man eine Agentur hat, die die Kapazitäten und die Kontakte hat, um diese Rechte zu vertreten.

Bei den kleineren Agenturen ist das oft nicht der Fall.
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