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Ein Wort mit fünf Buchstaben: fremd


 
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Constantine
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2831

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 10.01.2020 19:00    Titel: Ein Wort mit fünf Buchstaben: fremd eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ein Wort mit fünf Buchstaben: fremd

Den Beginn macht der Eingang: eine Tür aus Blei. Ihre Oberfläche bedeckt Staub, darunter herrscht mattes Dunkelgrau. Sie ist verschlossen und von Beton umrahmt, der sich dahinter massiv fortsetzt. Auf ihrer Innenseite sind ergänzend zum Schloss eine Türkette und ein Panzerriegel angebracht. Die Türkette ist nicht eingehängt, der Panzerriegel nicht vorgeschoben.
Vom Eingang aus führen nasse Stufen, die von Erdklumpen, Sand und Steinen bedeckt sind, in einen Raum hinab. Die linke Wand macht zum Großteil ein Holzregal aus, das bis an die Decke reicht und dessen Etagen mit Dosen, Flaschen, Gläsern, Kartonen und Kanistern gefüllt sind. Neben dem Regal befindet sich eine Tür, die in den Generatorraum führt; hinter einer weiteren Tür an der angrenzenden Wand ist eine Kammer mit einem Waschbecken, einer Dusche und einem WC. In der hinteren, rechten Ecke dieser Wand steht ein Feldbett. Die Bettdecke ist zurückgeschlagen, das Kissen liegt am Kopfende auf dem Boden. Ein Tisch steht an der rechten Wand, dazu ein Stuhl; auf dem Tisch befinden sich eine Lampe, eine Wasserflasche, ein Buch, Zigaretten; den Rest der Wand nimmt ein weiteres, gefülltes Regal ein. Ein Waschbecken und ein großer, über die gesamte Oberfläche gesprungener Spiegel beenden den Rundgang durch den Raum.
An der Decke hängen LED-Leuchten.
Das Licht ist aus.
Die Bleitür öffnet sich mit einem Quietschen.
Er betritt schwer atmend, eine Frau tragend den Bunker und nimmt rasch die Stufen. Dabei knirscht der Dreck unter seinen Stiefeln. Die Tür zieht sich automatisch zu und fällt ins Schloss. Er läuft zum Feldbett und legt die Frau hinein. Dann eilt er zurück, verriegelt und verschließt die Tür und legt die Kette ein. Von seinem Regenoverall fallen Tropfen auf die Stufen. Den Hosenbeinen hinabfließend sammelt sich Wasser an seinen Stiefeln. Es beginnt eine Pfütze sich zu bilden. Mit nassen Händen zieht er die Kapuze zurück und nimmt die Maske ab. Er atmet tief durch. Anschließend betätigt er den Lichtschalter. Er kneift die Augen zusammen, nimmt die Stufen, stützt sich an der Betonwand ab, bis er in den Raum gelangt, und tritt an die Frau heran.
Sie ist durchnässt, ihr Gesicht und Kopf weisen Blutergüsse und starke Verletzungen auf, ihre Kleidung ist aufgerissen und voller Flecken. Ihr Brustkorb hebt und senkt sich gleichmäßig.
Er entkleidet sie und fördert weitere Verletzungen zutage: Ihr Körper ist eine einzige Wunde.
Ihre Kleidung rafft er rasch zusammen und entsorgt sie draußen. Nachdem er die Bleitür wieder gesichert hat, holt er Wasser, Desinfektionsmittel, Salben und Verbandsmaterial hervor und versorgt und verbindet ihre Wunden. Schließlich deckt er die Frau zu und legt ihren Kopf unters Kissen.
Er löscht das Licht, setzt sich auf den Stuhl und atmet erneut tief durch. Kurz darauf schläft er ein.

Die Bettdecke raschelt.
Er schaltet die Tischlampe an und schaut zu ihr rüber. Auf der Bettdecke zeichnen sich ihre unruhigen Bewegungen ab. Sie strampelt die Decke von sich. Er richtet sich auf und geht zu ihr.
Sie stöhnt leise, während ihr Kopf hin und her schüttelt.
Er zieht ihre Decke hoch – die freien Gesichtspartien sind bedeckt von Schweiß – und legt seine Hand auf ihre Stirn. Dann begibt er sich zum linken Regal, holt eine Flasche und einen Becher hervorholt, öffnet diese und füllt den Becher, während er zur Frau zurückgeht, stellt die Flasche neben das Bett und beugt sich über sie. Mit der einen Hand hebt er ihren Kopf an, mit der anderen führt er den Becher an ihre Lippen führt. Sie öffnet den Mund und trinkt. Als der Becher leer ist, legt er ihren Kopf zurück aufs Kissen.
Sie schläft ein und atmet ruhig.
Er nimmt die Flasche, kehrt zum Tisch zurück, wo er die beiden Sachen abstellt, und macht sich wieder auf dem Stuhl breit.
Das Licht löscht er nicht.

Sie erwacht und blinzelt; sie hält sich den Kopf und ächzt; ihre Hände befühlen ihren Kopf, ihr Gesicht und wandern ihren Körper entlang; dann schaut sie sich um und verstummt, als sie ihn bemerkt, den Rücken ihr zugekehrt, sitzend, schnarchend.
Sie schält sich langsam aus dem Bett und beißt sich auf die Unterlippe, als sie mit ihren Füßen den Boden berührt, ins Schwanken gerät und sich am Bett festhält und festen Stand erhält.
Sie schaut in den Raum, an sich hinab und erneut zu ihm.
Mit kleinen, langsamen Schritten schleicht sie an ihm vorbei, entdeckt dabei den Spiegel und geht auf ihn zu. Davor stehen bleibend betrachtet sie sich: Ihre Augen sind gerötet. Die Stirn, den Hinterkopf, beide Gesichtshälften und das Kinn verhüllt ein Kopfverband, der Spuren von durchgesogenem, getrocknetem Blut aufweist. Die linke Wange juckt, während am Kinn ein brennender Schmerz herrscht. An den freien Gesichtspartien weist die Haut Risse auf, die von Schorf bedeckt sind. Ihr Körper ist gleichsam mit Mullbinden verhüllt, die nicht anders aussehen als die blutverschmierten um ihren Kopf. Mit der linken Hand tastet sie ihren rechten Oberarm ab und schiebt den Verband zur Seite.
Sie erschrickt – die Haut darunter sieht verbrannt aus, der Schorf ist gerissen und Blut sammelt sich an der Wunde – und hält sich die Hand vor den Mund, einen Schrei verschluckend, während sie mit der anderen Hand weitere Stellen inspiziert und gleiches vorfindet. Flüssigkeit füllt ihre Augen, die dünne Oberfläche spannt sich und zerplatzt. Tränen laufen ihr Gesicht hinab und werden vom Verband aufgefangen.
Sie starrt ihr Spiegelbild an und hebt den Arm; mit dem ausgestreckten Zeigefinger berührt sie eine Linie des Sprungs und fährt die netzartige Struktur entlang.
Das Schnarchen verstummt.
Plötzlich zuckt sie zusammen und blickt hinter sich über die Schulter.
Er sitzt unverändert auf dem Stuhl und schaut sie an.
Sie richtet den Verband über die freigelegten Partien, fixiert ihn und begibt sich zurück; er lässt sie genauso wenig aus den Augen und bleibt unbeeindruckt, als sie vor ihm stehen bleibt. Sie löscht das Licht, setzt so dann ihren Weg zum Bett fort und legt sich hin. Während sie sich zudeckt, lacht er auf. Irgendwann füllt sein Schnarchen den Raum.

Irgendwann wacht er auf.
Er betätigt den Schalter der Lampe und steht auf. Einige Schritte vom Feldbett entfernt, streckt er sich, dabei knackt es am Ellenbogen und unter einem Schulterblatt. Er schaut nach ihr. Sie liegt ruhig da. Mit der linken Hand befühlt er ihre Verbände und verzieht dabei das Gesicht.
Er holt die Verbandsausrüstung, frisches Wasser, eine Schere, zieht die Bettdecke ab und beginnt vorsichtig, ihre Verbände zu zerschneiden, die Wunden zu säubern und zu versorgen und mit einem frischen Verband zu versehen. Sie rührt sich nicht und scheint von alle dem nichts mit zu bekommen. Als er fertig ist, nimmt er den alten Verband, eilt zur Tür, die er mit vorgeschobener Kette langsam öffnet, lauscht und wartet; mit einen schnellen Handgriff hängt er die Kette ab, eilt nach draußen zum Haufen, den bereits ihre Kleidung bildet, entsorgt die Sachen und stürmt wieder zurück nach innen.
Er verschließt und verriegelt die Tür und atmet tief durch.
Als er das Treppenende erreicht, bleibt er plötzlich stehen.
Sie ist wach.
Er hebt seine Arme und zeigt seine offenen Hände. Sie zieht die Decke enger an sich, ächzt vor Schmerzen und starrt ihn an; er geht zum Tisch und nimmt die Flasche. Während er sich ihr nähert, hält sie ihr entgegen. Sie ergreift die Flasche und trinkt vorsichtig daraus.
Er lächelt.

Sie blickt nach unten. Ein Schnipsel liegt mit der Unterseite nach oben auf dem Boden. Schuhabdrücke zeichnen sich darauf ab. Sie hebt ihn auf und wendet ihn: Ein Teil einer Fotografie, deren Ränder darauf hindeuten, dass das Bild zerrissen worden ist, nur dieser Schnipsel ist übrig geblieben; darauf ist ein Oberkörper zu erkennen, jemand in einem ehemals weißen, nun verdreckten und voller Schleifspuren Mantel oder Kittel, neben der Person lächelt die untere Gesichtshälfte eines Kindes.
Sie führt das Fragment näher ans Gesicht, betrachtet es genau, bis es nichts mehr zu entdecken gibt und schaut dann ihn an, der gleichgültig auf dem Stuhl sitzt und seine Zigarette raucht. Sie hält ihm den Schnipsel entgegen.
Mit einem Seufzen erhebt er sich vom Stuhl, die Zigarette zwischen den Mundwinkeln, nimmt den Schnipsel und wirft einen Blick drauf. Er zuckt mit den Schultern und lässt ihn fallen. Um die eigene Achse drehend segelt dieser hinab und landet mit der Unterseite nach oben auf dem Boden, während er eine weitere Zigarette hervorholt, die hinter seinem Ohr geklemmt war, und sie ihr anbietet.

Aus dem Regal entnimmt er seinen Geigerzähler, tritt an sie heran und schaltet ihn ein. Das Gerät piepst und die Lampe blinkt. Als er es auf sie richtet, werden die Piepser intensiver und die Blinkfrequenz der Lampe nimmt zu. Sie erschrickt.
Die Anzeige betrachtend entfernt er sich von ihr; je weiter er sich ans andere Ende des Raumes begibt, desto mehr nehmen die Signale des Gerätes ab, bis ein sogenanntes Grundrauschen den Raum erfüllt. Dann geht er erneut auf sie zu, mit einem ernsten Gesichtsausdruck, langsam, Schritt für Schritt, und mit jedem Schritt steigert sich das Piepsen und Blinken. Ihr Blick hetzt abwechselnd von ihm zu den Seiten des Raumes, wie ein in die Ecke gedrängtes Tier, das entkommen möchte und nach einem Ausweg sucht.
Er bleibt vor ihr stehen.
Mit einem Seufzer richtet er das Gerät auf sich.
Sie starrt ihn an, während intensives Piepen und Blinken den Raum füllen.
Er nickt, schaltet mit einem Lächeln das Gerät aus und legt es zur Seite. Dann setzt er sich zu ihr und nimmt sie in den Arm. Sie erwidert seine Geste nicht, sondern verbleibt wie eine Skulptur in ihrer Körperhaltung, bis sich ihre Verkrampfung löst, sie ihren Kopf an seine Schulter legt und ihn umarmt.
Tränen laufen ihr das Gesicht hinab.
Sie schluchzt.
Er lacht.

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Babella
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 56
Beiträge: 692

Das goldene Aufbruchstück Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 21.01.2020 07:57    Titel: Antworten mit Zitat

Eine schwerverletzte Frau, die offenbar in einem Kriegsgebiet nach Angehörigen gesucht hat und von jemandem gerettet wird, der sich schließlich freut, sie unter den Lebenden zu sehen.
Vor allem Anfangs viel Beschreibung, viel Detail, ohne dass wirklich eine Stimmung entsteht. Wo ist Kintsugi? Ist hier etwas, das glänzt?
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Kiara
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Beiträge: 997
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BeitragVerfasst am: 21.01.2020 12:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Der erste Eindruck des Textes meinerseits, rein subjektiv natürlich, bitte nicht überbewerten.

Anfangs die Beschreibung eines Raumes. Die Sätze sind abgehakt, klar, aussagekräftig. Aber irgendwie fühlen sie sich eigenartig an. Dieser Stil zieht sich durch die Geschichte.

Es erinnert mich an den Sekundenstil.

Diese klinisch-sauberen Beschreibungen könnten für meinen Geschmack in einen Krimi passen: Ein Detektiv kommt an einen Tatort und überlegt, was geschehen sein könnte.
Hier, in dieser Geschichte, erscheint es mir irgendwie unpassend. Vielleicht trifft es einfach nicht meinen Geschmack.

Die Story an sich ist interessant, die Hintergründe, die Szenerie, die man sich ausmalen kann. Und doch - man hält sich zu viel mit - ich bitte um Entschuldigung - langweiligen Sätzen und Beschreibungen auf. Wenn die Frau aktiv wird, liest es sich besser, spannender, finde ich. Aber wie eingangs erwähnt: Nur eine Meinung.

Als E-Literatur würde ich den Text einordnen.

Ich hoffe, du nimmst mir die Kritik nicht übel. Hast dir Mühe gegeben, viel reingesteckt, und dann solche Kommentare... Ein Fluch und Segen gleichermaßen, diese Inkognito-Funktion. Du bekommst schonungslos Feedback, ich kann nicht darauf achten, wie du normalerweise "drauf" bist.

Für Punkte reicht es leider nicht aus.

Der herausstechendste Satz für mich: "Flüssigkeit füllt ihre Augen, die dünne Oberfläche spannt sich und zerplatzt."

Liebe Grüße


_________________
- Das Mahnmal (2019)
- Schatten des Zorns (2020)
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nebenfluss
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Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 21.01.2020 15:12    Titel: Antworten mit Zitat

Diesen Beitrag fand ich anfänglich einen der interessanteren des Wettbewerbs wegen der vielen Unschärfen der Handlung, wie etwa die Bedeutung des Fotos auf dem Boden. Und was eigentlich passiert ist: Radioaktiver Unfall oder Atomkrieg, schon klar, aber warum ist die Frau äußerlich so arg verletzt? Mir gefielen die dystopische Stimmung und diese ungewöhnliche Kameraperspektive am Anfang. Zugleich fiel mir die ärgerliche Redundanz im Titel auf. Fremd ist ein Wort mit fünf Buchstaben, echt jetzt?
Leider ist mein Interesse beim erneuten Lesen immer weiter in den Keller gerutscht, weil sich der Nebel einfach nicht lichten wollte. Was gezeigt wird: Er hat sich mit der Situation abgefunden, sie nicht. Wobei er selbst ja nicht verstrahlt zu sein scheint. Da hat er gut lachen. Oder wieimmer das gemeint ist. Unterm Strich ergibt sich da einfach kein schlüssiges Bild für mich - und doch bleibt ein Restzweifel, ob ich vielleicht einfach falsch oder blöd gelesen habe.
Thema und Vorgaben sind eingehalten, soweit ich es beurteilen kann.


_________________
fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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hobbes
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Beiträge: 3322

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Ei 4 Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 22.01.2020 09:05    Titel: Antworten mit Zitat

Und es setzt sich fort: Schon wieder fängt eine Geschichte erst mal mit stapelweise Beschreibungen an. Hier stören sie mich gar nicht mal so sehr, ich bin noch unsicher, ob es tatsächlich am Text liegt oder ob ich gerade einfach nur milder gestimmt bin.

Zitat:
Er betritt schwer atmend, eine Frau tragend den Bunker und nimmt rasch die Stufen.

Ah, jetzt geht es richtig los (so denke ich mir). Dumm nur, dass du hier ein Komma vergessen hast (hinter "tragend") und ich daher erst einmal eine Weile über den Sinn des Satzes rätsle.
Dann lese ich weiter und denke mir, Oha, an der Stelle sollte sich doch eigentlich etwas bei mir tun, hier sollte doch wohl Atmosphäre aufkommen? Bedrohung?
Es tut sich nichts. Aber nun denn, vielleicht habe ich auch die falschen Erwartungen. Erst mal weiter lesen.

Ah, ok. Er will sie gar nicht umbringen (vermutlich). Er will sie wohl eher retten.
(Aber selbst dann sollte ich doch etwas fühlen? Mitfühlen? Irgendwas?)

Zwischenbemerkung:
So ganz rund finde ich das von der Sprache her auch nicht. Beispiele:
Zitat:
Die Bettdecke raschelt.

Zitat:
Sie stöhnt leise, während ihr Kopf hin und her schüttelt.

Eine raschelnde Bettdecke? Ich denke bei Rascheln sofort an eine Maus oder sowas.
Und ein hin und her schüttelnder Kopf, das hört sich für mich auch eher verquer an.

Dann erwacht sie. Jetzt wird es dann doch spannend (dummerweise allein aus der Handlung heraus). Sind die etwa beide stumm? Kennt sie den Mann? Muss wohl so sein. Denn warum sonst sollte sie aufwachen, ihn sehen und das für gar nicht weiter beachtenswert halten?
Nun denn, der Text wird es mir hoffentlich beantworten.

Zitat:
Flüssigkeit füllt ihre Augen, die dünne Oberfläche spannt sich und zerplatzt.

Damit meinst du die Tränen? Das geht gar nicht, als Beschreibung. Finde ich.

Oh, ich hatte überlesen, dass er schnarcht und somit schläft. Na ja, so viel ändert das aber auch nicht.
Das einzige, was mich am Text hält, ist die Frage, wie die wohl zusammengehören. Aber das ist so eine Frage, die mich anderswo ein Buch so schnell wie möglich überfliegen lässt, damit ich halt eine Antwort bekomme und es dann weglegen kann.

Nun. So wirklich hat das nicht geklappt mit dem Fragen beantworten. Es ist halt irgendeine Katastrophe passiert, das Kind hat es leider nicht in den Bunker geschafft und die beiden scheinen auch nicht die besten Aussichten zu haben.

Eigentlich ist das ja ziemlich mutig, eine Geschichte auf so eine Art zu erzählen, keine Rede, keine Gedanken, keine Bewertungen.
Es klappt halt dummerweise nicht.
Bei mir zumindest kommt nicht wirklich etwas an, von dem, was die beiden gerade durchleiden.
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Literättin
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BeitragVerfasst am: 23.01.2020 07:30    Titel: Antworten mit Zitat

Vorneweg: wenn ich einen Text kritisiere, beschreibe ich in erster Linie, was vom Text bei mir ankommt und was es auslöst. Sollten dabei auch einmal harte Worte fallen, so sind es dennoch beschreibende, nicht verurteilende, hämische oder verachtende. Ich kritisiere nicht in satter Selbstzufriedenheit. Immerhin sind mir selbst schon Texte aus der Feder geflossen, die daneben gingen. Und das sind zunächst einmal die meisten meiner Texte oder Texte-im-Entstehen.

                                                                                *




Ich tue mich schwer mit diesem Text. Schon der erste Satz bremst mich aus: wie kann eine Tür den Beginn von etwas machen? Der ganze erste Absatz steckt dann voller solcher Holprigkeiten. Eine Tür aus Blei? In meinem Kopf wird die zu einem tonnenschweren, dicken, weichen Ding, das an den Angeln zerrt und wo ist die Oberfläche einer Tür? Wie kann ich mir umrahmenden Beton vorstellen und wie das dahinter? Es wird mir zwar minutiös ein Raum geschildert, aber in jedem Satz steckt eine kleine Verwirrung: in der Ecke einer Wand steht ein Bett? Mein Kopf sieht eine Wand erst einmal als Wand, muss dann eine Ecke hineinschlagen: Ecken finden sich in Zimmern, in Räumen, aber in Wänden? Da stoßt doch eher eine Wand an die nächste. Und ich nehme das nicht fies so minutiös auseinander, mein Kopf hat im Lesen einfach Mühe it diesen hakelnden Bildern zurecht zu kommen.

Und dann: trägt ein Mann das Klischee-Opfer hinein in diesen Bunker: Frau, ohnmächtig, hilflos, verwundet, dann nackt unter Laken, dann in Verbänden. Und die ganze Zeit werde ich als Leser in dem Glauben gelassen: dies ist ein Thriller, der Fiese hat die Frau hier festgesetzt und hält sie gefangen.

Da kann jetzt kein Autor, weder dieser hier noch andere, oder auch Drehbuchautor etwas dafür, aber es muss jetzt einfach mal raus: wisst ihr, (liebe Kommentar Leser und Ertragenmüsser) wann ich dieser sexualisierten Fantasie der hilflosen, ohnmächtigen "Frau", wehrlos in den Händen eines "Mannes"begegnet bin? Im echten Leben. In der Grundschule. Da war ein Kerlchen in meiner Klasse, ein, zwei Jahre älter als ich, damals hieß das "Sitzenbleiber", der verdrosch mich regelmäßig und nötigte mir nach Fausthieben schon mal nasse Küsse auf. Über Jahre ging das so. Richtig unheimlich aber waren die Fantasien, die er mir im Vorbeigehen ins Ohr raunte: wie er dafür sorgt, dass ich ohnmächtig werde und was er dann mit mir alles machen kann. Ungelogen. Grundschule. (Nein, das gehört hier nicht her, bleibt trotzdem beinahe unzensiert so stehen.)

Ich brauche nicht erwähnen, dass dann die Piratenfilme (Gefangene Schönheit an den Mast gefesselt etc.) kamen und King Kong und in späterer Zeit all die Thriller mit den immer gleichen Szenen, einschließlich derer in echter Filmkunst (siehe Marnie von Hitchkock etc...) ...

Und dieser Text spielt offensichtlich mit dieser inzwischen ins Kollektive Bewusstsein gehämmerten Erwartung: das Biest (wahlweise Verbrecher oder Retter und eigentlicher Held) und die Schöne (in jedem Fall wehrlose, ausgelieferte) - das geht immer irgendwie.

Dass es dann offenbar doch die atomare Verseuchung war (kein persönlicher Bösewicht), die diese Zwangslage verursacht hat und so den Heldenretter hervorbringt, wirkt auf mich gerade noch ernüchternd: Ach so. Darauf sollte das ganze hinaus. Nun gut.


_________________
when I cannot sing my heart
I can only speak my mind
- John Lennon -

Christ wird nicht derjenige, der meint, dass "es Gott gibt", sondern derjenige, der begonnen hat zu glauben, dass Gott die Liebe ist.
- Tomás Halík -

Im günstigsten Fall führt literarisches Schreiben und lesen zu Erkenntnis.
- Marlene Streeruwitz - (Danke Rübenach für diesen Tipp.)
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gold
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BeitragVerfasst am: 23.01.2020 08:24    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Inco,

schade, dass es nur top ten gibt.
Atmosphärisch hast du die Geschichte gut dargestellt.
Das Thema spricht mich an. Auch die Vorgabe sehe ich als erfüllt. Der Protagonist repariert die Makel, indem er die Wunden verbindet. Mit dem Geigerzähler betont er die Makel.
Sprachlich ist der Text an manchen Stellen etwas schwerfällig. Und Flüchtigkeitsfehler lassen vermuten, dass du, lieber Inco, unter Zeitdruck gearbeitet hast. Der Titel spricht mich weniger an. Er wirkt auf mich wie eine Verlegenheitslösung. Der Schluss ebenso, sie schluchzt, er lacht. Das kommt mir etwas unmotiviert vor.

Nichts für ungut.

Liebe Grüße
gold


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schreiberlinga
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Beiträge: 81



BeitragVerfasst am: 23.01.2020 12:54    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe die Wettbewerbstexte in der Regel nur einmal durchgelesen. Mein Kommentar darunter ist also eine ziemlich spontane Reaktion. Ich hoffe, dass du trotzdem - oder gerade deswegen - von meinem ersten Eindruck profitierst.

Es ist vieles deutlich beschrieben, die Szene ist bildhaft. Bei mir bleiben aber einige Fragezeichen. Ich weiß jetzt nicht wer diese Personen eigentlich sind. War die Fotografie ein Hinweis - auf was? Und was bedeutete der Geigerzähler? Vielleicht komme ich noch einmal darauf zurück.
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traumLos
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Beiträge: 375



BeitragVerfasst am: 23.01.2020 20:44    Titel: Antworten mit Zitat

Ein spannender Text. Dystopie. Die Geschichte sehr gut erzählt. Leider mit teilweise ungelenken Sätzen, darunter sogar elementare Fehler im Satzbau. Sicher Tippfehler. Aber ich denke, dass dies im Vergleich zu den übrigen Texten berücksichtigt werden sollte.

Obwohl die Vorgabekriterien, in meinem Lesen, hervorragend umgesetzt sind, leider 0 Punkte.


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Meine Beiträge geben nur meine Meinung wieder. Jede Einbeziehung realer oder fiktiver Personen wäre nur ein Angebot. Zwinkersmiley
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Catalina
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BeitragVerfasst am: 24.01.2020 15:41    Titel: Antworten mit Zitat

Ein Bunker; eine radioaktiv verstrahlte Frau mit schweren Verletzungen; ein Mann (ihr Mann?), der sie verarztet; ein Foto einer Person im weißen Kittel und einem Kind (ihres?) . Irgendwie bekomme ich das alles nicht so ganz zusammen. Ich weiß nicht, worum es geht. Warum lacht der Mann am Ende?

"Die Vergangenheit ist ein fremdes Land"... ich vermute, die Frau leidet an einem Gedächtnisverlust. Damit wäre diese Vorgabe erfüllt. Und ich finde eine Menge Risse - Kintsugi allerdings leider nicht.

Dein Stil liest sich für mich etwas holprig und auch wenig überarbeitet. Trotzdem finde ich Deine Geschichte spannend und wollte sie gerne zu Ende lesen.

Da ich den Inhalt aber leider nicht verstehe, ist es für mich unmöglich zu bewerten, wie tiefsinnig, philosophisch, doppeldeutig er ist.

schl
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Kojote
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BeitragVerfasst am: 24.01.2020 20:08    Titel: Antworten mit Zitat

Die Idee der Erzählung ist gut, leider verwirren mich die doch recht langatmigen Beschreibungen in der ersten Hälfte.

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V.K.B.
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Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 25.01.2020 20:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,
vorweg ein paar spontane Lesegedanken:

Zitat:
Er betritt schwer atmend, eine Frau tragend den Bunker und nimmt rasch die Stufen.
Oh, hab haben wir sie, die Endzeit-Prepper-Bunker-Geschichte, die ich auch erst schreiben wollte, mich dann aber doch noch getraut hab, weil bestimmt wieder jemand "Genre!" schreit. Bin mal gespannt.

Zitat:
holt eine Flasche und einen Becher hervorholt,
Das ergibt irgendwie leinen Sinn

Zitat:
den Hinterkopf,
Wie das denn?

Zitat:
jemand in einem ehemals weißen, nun verdreckten und voller Schleifspuren Mantel oder Kittel
Soll das jetzt experimentell geschrieben sein, oder ist es einfach nur hölzern und unpassend formuliert?

Zitat:
Als er es auf sie richtet, werden die Piepser intensiver
Seit wann piepsen diese Dinger?

Nun ja. Man merkt, dass du versucht hast, die Geschichte in einem etwas höhergestochenen Ton zu schreiben, ganz gelungen ist das leider nicht, einiges klingt einfach hölzern oder ist grammatikalisch schlichtweg falsch. Das Vergangenheits-Thema würde ich nicht als umgesetzt betrachten. Es ist zwar da, natürlich ist es da, nach einer Nuklearkatastrophe muss einem das "davor" unendlich fremd und weit entfernt vorkommen, aber wirklich Thema der Geschichte ist es nicht. Kintsugi schon eher, aber auch das wird nur oberflächlich angerissen. Einzig vielleicht, dass er sie nicht als Strahlungsquelle aus seinem Bunker wirft, streift den Goldlack-Aspekt. E-Literatur ist das für mich nicht, und von daher auch keine Punkte von mir.

Trotzdem beste Grüße,
Veith

Abschließend, nach ewigem einigem hin und her Überlegen, wüsteste Flüche über den Wettbewerb ausstoßen, Tischkanten zerbeißen und das gesamte Dictionnaire Infernal rauf und runterbeschwören, landet deine Geschichte im roten Bereich und erfüllt damit die Anforderungen an den Wettbewerb, wie ich sie momentan verstehe, nicht. Sie kommt zur Punktevergabe deshalb auch nicht in Frage. Tut mir leid, aber der Zehntausender ist nun mal ein Wettbewerb für besondere Literatur, die sich auf neue Pfade wagt, und nicht für Unterhaltungsliteratur. Da spielt es dann auch keine Rolle, wie gut mir persönlich eine Geschichte gefällt.


_________________
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a.no-nym
Hobbyautor


Beiträge: 382



BeitragVerfasst am: 26.01.2020 15:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, lieber Inko,

"Ein Wort mit fünf Buchstaben: fremd" –  das ist im Grunde die perfekte Zusammenfassung meiner Leseeindrücke. Der Text blieb mir auch nach mehrmaligem Lesen fremd. Der Text beschreibt – soweit ich das verstanden habe – einen (Schutz?)bunker. Ein offenbar radioaktiv verseuchter Mann rettet eine ebenso verstrahlte Frau und versorgt sie. Am Ende umarmt er sie und lacht, als sie ihre Anspannung loslässt. Was für eine Art von Lachen das ist, bleibt offen. Was draußen genau passiert ist, ob die beiden sich kennen, warum sie nicht miteinander sprechen, was seine Motive sind, ob sie sich vor ihm fürchtet – all das und vieles andere bleibt (für mich) unbeantwortet. Manche Texte erzeugen gerade durch ihre Rätselhaftigkeit ein intensives  Nachdenken über das Wie und Warum. In diesem Fall hat es mich leider nicht gepackt. Die akribischen Beschreibungen der Räumlichkeiten und Geschehnisse fand ich ermüdend, sie lassen für mein Empfinden zu wenig Raum für das Menschliche (genau das wäre m.E. aber das eigentlich Interessante).
Sprachlich hapert/holpert es hin und wieder.
Die Vorgaben halte ich für erfüllt.
Und nun warte ich sehr gespannt, wie andere den Text wahrgenommen haben.
Freundliche Grüße und die besten Wünsche
a.
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holg
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1503
Wohnort: knapp rechts von links
Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 27.01.2020 16:53    Titel: Antworten mit Zitat

Endzeit, Yeah.

Ein mysteriöser Mann schleppt eine arg verletzte Frau in einen Keller und pflegt sie. Draußen peinigt radioaktive Strahlung die Menschen. Es ist gefährlich.

Die Frau ist übel zugerichtet, ihr Gesicht entstellt. Goldlack wird da nicht helfen. Akzeptanz schon eher. Eine Vater-Tochter Geschichte wird angedeutet, aber nicht näher beleuchtet. Genauso wenig wie der nukleare Weltuntergang da draußen, jenseits des Bunkers. Die Vergangenheit bleibt ein fremdes Land.

Von erheblichen sprachlichen Mängeln abgesehen einer der besseren Texte.

Aber zuerst muss ich ein wenig rätselraten und werde mit einer Tür konfrontiert.
Zitat:
... eine Tür aus Blei. Ihre Oberfläche bedeckt Staub,
Ich werde nicht der einzige sein, der das anmerkt, aber es stört mich. Sehr. Da steht, dass die Oberfläche der Tür Staub bedeckt. Aktiv. Nicht, dass die Oberfläche der Tür von Staub bedeckt ist. Was als Wortbild schon schräg genug ist. Das Innere der Tür (der Kern als Gegensatz zu Oberfläche) kann ja nicht staubig sein. Undsoweiter. Aber es soll um den Text gehen und nicht um eine einzelne Formulierung am Anfang. Obwohl, die ersten beiden Sätze prägen den Text sehr stark. Und im dritten geht es so weiter.
Zitat:
Sie ist verschlossen und von Beton umrahmt, der sich dahinter massiv fortsetzt.
Da steht, dass die Oberfläche der Tür verschlossen ist. "Sie" ist ein direkter Bezug zum Subjekt des vorangegangenen Satzes. Bei Eindeutigkeit kann es auch aufzählend auf den Ursprungssatz bezogen sein. Das ist hier sicherlich gemeint, aber wegen dem falschen Bezug im Satz davor problematisch.
Solche Schnitzer ziehen sich weiter durch den ersten Abschnitt.
Hier angekommen
Zitat:
Den Hosenbeinen hinabfließend
frage ich mich, ob Autor_in Schwierigkeiten mit Deutsch hat oder schlampig arbeitet und will es gut sein lassen.

_________________
Froh zu sein bedarf es wenig.
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 6108
Wohnort: Irland
Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
Podcast-Sonderpreis Silberner Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 27.01.2020 20:58    Titel: Antworten mit Zitat

Mit diesem Text tu ich mich schwer.

Es ist auch einer, den ich nicht recht glaube.

Ich weiß nicht: Science Fiction, oder soll er in realer Vergangenheit spielen?

LED Leuchten deuten auf (nahe?) Zukunft hin?

Ich habe Genre Verdacht, und sehe das Thema nicht wirklich.
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Constantine
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2831

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 27.01.2020 23:35    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Huhu smile
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MoL
Geschlecht:weiblichQuelle


Beiträge: 1423
Wohnort: NRW
Das bronzene Stundenglas


BeitragVerfasst am: 28.01.2020 11:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo lieber Inko!

Eine spannende Geschichte hast Du da geschrieben! Ich dachte ehrlich gesagt erst, das geht in Richtung Psychopath entführt Frau und stellt fiese Dinge mit ihr an. Was natürlich dann Genre wäre.

Dann jedoch stellt sich heraus, dass es sich um eine Art Rettung oder zumindest einen Akt der Nächstenliebe handelt. Macht dieser Umschwung das "Genremäßige" wieder "gut"? Ich weiß es nicht.

Dass die beiden nicht miteinander sprechen, erscheint mir etwas künstlich herbei geholt. Ich meine: Wieso reden sie nicht miteinander? Das wäre laut Aufgabenstellung ja auch möglich gewesen.
Der Schock?

Am besten hätte es vielleicht gepasst, wenn ER gesprochen hätte, SIE aber nicht. Jetzt interessiert es mich sehr, wieso Du Dich für diese Variante entschieden hast. Smile

Zwei Personen, eine Zeit, ein Ort, alles da. "Fremde Vergangenheit" hast Du auch drin, sofern ich das weltgeschichtlich richtig verorte.

Risse, ja, hm, etwas ekelig. Liegt in der Natur der Sache. Das Konzept des Kintsugi sehe ich jetzt nicht so wirklich umgesetzt, aber Du hast es ganz zweifellos versucht, also alles OK.

Ein wirklich sehr spannender Text, lieber Inko, der sich vielleicht nach dem Wettbewerb hier auch noch zum Großteil für etwas anderes nutzen lässt. Smile


_________________
"Hexenherz - Eisiger Zorn", acabus Verlag, Februar 2017.
"Die große acabus-Jubiläumsanthologie", acabus Verlag, Oktober 2018.
"Hexenherz - Glühender Hass", acabus Verlag, Januar 2019.
NEU - NEU - NEU:
"Die Tote in der Tränenburg", Alea Libris, 31. Oktober 2019.
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Michel
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Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 28.01.2020 13:50    Titel: Antworten mit Zitat

Unbekannter bringt Unbekannte nach Atomunfall oder -angriff in die Sicherheit eines Bunkers. Beide sind offenbar verstrahlt.
Abgesehen von einigen sprachlichen Schnitzern ist die Geschichte klar in Sprache und Ablauf. Gebrochen ist hier vieles: Die Haut, die Welt, vielleicht die Psyche. Das Gold in den Brüchen schimmert nur matt: Dass jemand in einer solchen Lage jemand anderen rettet? Hm.
Und: Ist das nun Genre Dystopie oder nicht? Darf man auch in E-Literatur über Atomunglücke schreiben oder über Kriege (andere Geschichte)? Hier finde ich das uneindeutig. Es geht nicht um Action, klar. Aber der Bezug auf die Gestalten, der fehlt mir hier noch. Letztlich störe ich mich tatsächlich am meisten an den sprachlichen Schnitzern.


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Ab November 2019 im Handel: "Shevon", erster Band der Flüchtlings-Chroniken
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silke-k-weiler
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Alter: 45
Beiträge: 237



BeitragVerfasst am: 28.01.2020 14:41    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Text,

ein Endzeitszenario, eine radioaktive Verseuchung nicht näher bezeichneten Ursprungs, ist als Grundlage für die Umsetzung des Themas gar nicht so verkehrt. Der Fotoschnipsel als ein Fragment des Lebens vor der Katastrophe auch schön.
Trotzdem funktioniert das Ganze für mich nicht sonderlich, auch wenn hier fleißig Wunden begutachtet und versorgt werden.
Und wie passt eigentlich der Titel dazu?
Leider keine Punkte.

Herzlichst,
Silke
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Jenni
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 3936

Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 29.01.2020 23:48    Titel: Antworten mit Zitat

Diese Geschichte beginnt für mich recht vielversprechend, mir gefällt die nüchterne Beschreibung des Bunkers. Aber dann. Dann wird es zu einem Thriller, der seine ganze Spannung aus der Frage zieht: Ist das ein gewalttätiger Psychopath, der die Frau entführt hat, oder hat er sie vor der Apokalypse gerettet. Und beide Geschichte sind ja wenig originell und schon oft erzählt. Die Auflösung lässt nicht auf sich warten: er hat sie vor der Apokalypse in Form irgendeines radioaktiven Zwischenfalls gerettet. Inhaltlich also eher recht banal, die Geschichte, zumal man kaum etwas über die Personen erfährt, was dem Grundschema etwas individuelles hinzufügen würde.
Was das Thema angelangt. Die Vergangenheit das fremde Land, indem mit einem Mal dieses zerstört ist und eine Zukunft im Bunker beginnt, kann man gelten lassen. Der Dialog ist hier ein Nichtstattfinden von Kommunikation zwischen zwei Menschen, die offenbar nicht die gleiche Sprache sprechen? (Denn sonst wäre es recht unnötig und eher albern, dass er am Ende nur in Gesten mit ihr kommuniziert.) Kintsugi ist die Verletzte und von ihm versorgte Frau, nehme ich an, oder vielleicht auch die beiden Deutungsweisen bevor die Aufklärung kommt: ob er sie verletzen oder heilen möchte, was mir jetzt zumindest eine Motivation für dieses Spannungsschema liefert, das in dem Falle vielleicht sogar besser in der Schwebe geblieben wäre.
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Lalanie
Geschlecht:weiblichSchreiberassi


Beiträge: 58
Wohnort: Bayern


BeitragVerfasst am: 01.02.2020 22:40    Titel: Antworten mit Zitat

Da ich ein Neuling in diesem Forum bin, folge ich dem Ratschlag eines Mitglieds und schreibe nur einen Kommentar ohne Bewertung – ich hoffe, das wird mir nicht übelgenommen.
Dein Text stimmt den Leser sehr nachdenklich. Er ist in einem sehr angenehmen Stil gehalten, wenn es auch humoristisch anmutet, dass er ihren Kopf unters Kissen legt; ich glaube, Du hattest leider ein wenig zu wenig Zeit, um noch einmal darüberzulesen. Das tut aber dem Ganzen keinen großen Abbruch, denn die Dramaturgie finde ich unheimlich gut, Du baust eine mitreißende Spannung auf, die Beschreibungen sind großartig, die Charaktere interessant gestaltet, da sie vollkommen der Überschrift entsprechen. Mutig finde ich außerdem, dass Du die Vorgabe aufgegriffen hast, die Figuren gar nicht miteinander sprechen zu lassen. Besonders gut gefallen hat mir die Passage mit dem Fotoschnipsel. Die Vergangenheit als fremdes Land, das nicht mehr zu betreten ist, und das Kintsugiprinzip, das sich darin äußert, dass er sie trotz all ihrer Verletzungen in den Arm nimmt, fand ich wunderbar umgesetzt. Vielen Dank für dieses Werk!
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poetnick
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 57
Beiträge: 572
Wohnort: Möglichkeiten


BeitragVerfasst am: 02.02.2020 16:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Unbekannt,

diese Geschichte führte mich zunächst auf die Spur eines Psychothrillers; aber nein, eine es handelt sich um Verletzte, 'Gerettete' eines Endzeitszenarios.
Kintsugi, im Verständnis einer Heilung, findet sich nur notdürftig, in einem bleiumwandeten Bunkerverlies.

Eigentlich bleibt hier nur Horror und Hoffnungslosigkeit, trotz der zwischenmenschlichen Annahme.
Deinen Text sehe ich bei denen, die bepunktet werden.

LG - Poetnick


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Wortlos ging er hinein,
schweigend lauschte er der Stille
und kam sprachlos heraus
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