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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Der Kickboxer


 
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mikeykania
Geschlecht:männlichSchmierfink

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Wohnort: Frankfurt am Main


BeitragVerfasst am: 05.01.2020 21:23    Titel: Der Kickboxer eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Neue Version »

Die Jugendlichen im Heim fürchteten Dustin. Wer keine Angst vor ihm hatte, respektierte ihn. Als Dustin vier war, brach sein Vater ihm das Jochbein; die Mutter vegetierte auf Heroin dahin.
Seither lebte Dustin in Kinderheimen. Zwei Wörter beschrieben ihn wohl ganz gut: Ortlos. Brutal.
 
Im Alter von zwölf baute Dustin Kontakte zur Mafia auf und haute oft tagelang aus dem Heim ab, um schnelles Geld zu machen.

Die Männer, für die Dustin arbeitete, waren gierig und fett. Wer sie ansah und ein bisschen Gespür für die Welt und ihre Menschen mitbrachte, konnte ihnen den Verrat und die Morde ansehen, durch die sie es an die Spitze geschafft hatten.

Größtenteils verdienten diese Männer ihr Geld im Drogenhandel. Das Prinzip war simpel: Junge Männer mit gestrecktem Zeug ausstatten, an Straßenecken aufstellen, dealen lassen, Gewinn machen, Neues kaufen. Dann wieder von vorne.
Allerdings wollten auch andere ein Stück vom Kuchen. Immer wieder schickten rivalisierende Syndikate ihre Jungs mit Material an die Straßenecken, um den Etablierten die Einnahmen streitig zu machen.

Hier kam Dustin ins Spiel. Seine Bosse wollten sich das Geschäft nämlich von niemandem zerstören lassen; sie hassten es, Geld zu verlieren. Einer von ihnen war so geizig, der drehte im Winter die Heizung nur auf 1,5, obwohl er Millionen besaß.

Die Bosse waren die Könige, Dustin ihr Läufer für die Drecksarbeit. Und das liebte er: Wie ein scharf gemachter Pitbull konnte Dustin es kaum erwarten, auf eine Straßenecke losgelassen zu werden.

Wenn der Kampf begann, vergaß Dustin alles um sich herum. Egal, welchen Gegner er vor sich hatte: Jeder trug das Gesicht seines Vaters. Jeder. Und darum verdienten es auch alle, gegen Dustin zu verlieren. Die Drehkicks, Schwinger, Links-Rechts-Kombis, Lowkicks – Mittel zum Zweck: Die Knochen des Gegners zu zertrümmern. In ein blutüberströmtes Gesicht zu blicken. Mitleid zu empfinden. Zu empfinden.
 
Ob Kurden, Albaner, Araber, Türken, Tschetschenen: Dustin stellte sich denen. Er wusste nicht, was Angst ist.

Es dauerte nicht lange, bis Dustin im Berliner Stadtgebiet und weit darüber hinaus den Ruf eines echten Straßenkämpfers erlangt hatte. Mit vierzehn fuhr er ohne Führerschein im neusten CLS durch die Gegend. Immer ein dickes Bündel in der Tasche...

* * *

Eines Tages kam Dustin mit LSD in Berührung. Nahm es. Gelangte auf einen Trip. Fühlte plötzlich kein Bedürfnis mehr, zu kämpfen. Spürte eine Erleichterung. Stand sich selbst gegenüber und begann eine verdammt lange Unterhaltung über sein bisheriges Leben. Bis der Flash abnahm.

Dustins Projektion verschwand. Dustin hatte niemanden mehr zum Reden. Also nahm er mehr. Und mehr. Und mehr.

Bis Dustin geisteskrank wurde. Bald stand Dustin jeden Tag vorm Spiegel und kämmte sich die Haare. Stundenlang. Dabei leise kichernd.

Als er mal hungrig war, legte er ein Aufbackbrötchen in die Mikrowelle. Der harte, schwarze Klumpen, welcher zwei Minuten später rauskam, brachte Dustin nicht aus der Ruhe.
Im Gegenteil. Dustin rammte ein langes Küchenmesser hinein, grinste mich an und sagte: Lass uns gehen, Mikey.

Einen Tag später klingelte es an der Tür unseres Jugendheimes. Erzürnte Nachbarn beschwerten sich lautstark über den Keuchhusten ihres Golden-Retrievers.

Habe Dustin seit über einem Jahrzehnt nicht gesehen. Das letzte, was ich von ihm hörte: Er wurde in die geschlossene Psychiatrie eingeliefert.



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RAc
Eselsohr


Beiträge: 298



BeitragVerfasst am: 06.01.2020 14:47    Titel: Re: Der Kickboxer Antworten mit Zitat

mikeykania hat Folgendes geschrieben:
Die Jugendlichen im Heim fürchteten Dustin. Wer keine Angst vor ihm hatte, respektierte ihn. Das ist im Gesamtbild etwas schwach. Da es also Jugendliche gab, die keine Angst vor ihm hatten, kann er nicht einer der Dominanteren oder stärksten gewesen sein. Damit muß er sich also selber irgendwie mit den stärkeren arrangiert haben. Wofür sollten sie ihn respektieren, und was gibt er dafür zurück? Als Dustin vier war, brach sein Vater ihm das Jochbein; die Mutter vegetierte auf Heroin dahin.
Seither lebte Dustin in Kinderheimen. Zwei Wörter beschrieben ihn wohl ganz gut: Ortlos. Brutal. 'Ortlos' finde ich zu generisch und beschreibt nichts über sein Sozialverhalten. 'Ortlos' kann auch einen in sich zurückgezogenen Menschen auf der ständigen Suche nach irgendwas beschreiben. ich denke nicht, dass das ist, was Du hier ausdrücken willst? Ich denke auch, dass 'ganz gut' in einer so komprimierten Beschreibung zu vage ist. Du solltest lieber ausdrücken, dass x [start ortlos] und brutal alles ist, was die Anderen, die ihn nicht mit Respekt verbunden, über ihn wissen mußten und wollten.
 
Im Alter von zwölf baute Dustin Kontakte zur Mafia auf und haute oft tagelang aus dem Heim ab, um schnelles Geld zu machen.

Die Männer, für die Dustin arbeitete, waren gierig und fett. Wer sie ansah und ein bisschen Gespür für die Welt und ihre Menschen mitbrachte, konnte ihnen den Verrat und die Morde ansehen, durch die sie es an die Spitze geschafft hatten. Hm, Fett ist nicht unbedingt ein Adjektiv, das ich mit brutalen und skrupellosen (Klein)Kriminellen in Verbindung bringen würde, höchstens mit den Bossen, die "über das Tagesgeschäft hinaus" waren. Mit denen macht aber bestimmt kein 12jähriger direkt Geschäfte.

Größtenteils verdienten diese Männer ihr Geld im Drogenhandel. Das Prinzip war simpel: Junge Männer mit gestrecktem Zeug ausstatten, an Straßenecken aufstellen, dealen lassen, Gewinn machen, Neues kaufen. Dann wieder von vorne.
Allerdings wollten auch andere ein Stück vom Kuchen. Immer wieder schickten rivalisierende Syndikate ihre Jungs mit Material an die Straßenecken, um den Etablierten die Einnahmen streitig zu machen.

Hier kam Dustin ins Spiel. Seine Bosse wollten sich das Geschäft nämlich von niemandem zerstören lassen; sie hassten es, Geld zu verlieren. Einer von ihnen war so geizig, der drehte im Winter die Heizung nur auf 1,5, obwohl er Millionen besaß.

Die Bosse waren die Könige, Dustin ihr Läufer für die Drecksarbeit. Und das liebte er: Wie ein scharf gemachter Pitbull konnte Dustin es kaum erwarten, auf eine Straßenecke losgelassen zu werden.

Wenn der Kampf begann, vergaß Dustin alles um sich herum. Egal, welchen Gegner er vor sich hatte: Jeder trug das Gesicht seines Vaters. Jeder. Und darum verdienten es auch alle, gegen Dustin zu verlieren. Die Drehkicks, Schwinger, Links-Rechts-Kombis, Lowkicks – Mittel zum Zweck: Die Knochen des Gegners zu zertrümmern. In ein blutüberströmtes Gesicht zu blicken. Mitleid zu empfinden. Zu empfinden. Gottseidank verstehe ich nichts von dem Seelenleben in solchen Kreisen, aber ich denke nicht, dass Mitleid etwas ist, was Leuten mit Dustins Biographie offen steht.
Ob Kurden, Albaner, Araber, Türken, Tschetschenen: Dustin stellte sich denen. Er wusste nicht, was Angst ist.

Es dauerte nicht lange, bis Dustin im Berliner Stadtgebiet und weit darüber hinaus den Ruf eines echten Straßenkämpfers erlangt hatte. Mit vierzehn fuhr er ohne Führerschein im neusten CLS durch die Gegend. Immer ein dickes Bündel in der Tasche...

* * *

Eines Tages kam Dustin mit LSD in Berührung. Naja, wenn er selbst mit Drogenabhängigen in Kontakt und einigermaßen bei Sinnen war, wußte er, was auf ihn zukommt, und wäre damit nicht mal so eben "damit in Berührung" gekommen.  Nahm es. Gelangte auf einen Trip. Fühlte plötzlich kein Bedürfnis mehr, zu kämpfen. Spürte eine Erleichterung. Stand sich selbst gegenüber und begann eine verdammt lange Unterhaltung über sein bisheriges Leben. Bis der Flash abnahm.

Dustins Projektion verschwand. Dustin hatte niemanden mehr zum Reden. Also nahm er mehr. Und mehr. Und mehr.

Bis Dustin geisteskrank wurde. Bald stand Dustin jeden Tag vorm Spiegel und kämmte sich die Haare. Stundenlang. Dabei leise kichernd. Den Namen 'Dustin' in jedem Abschnitt einmal zu erwähnen halte ich für overkill. Der Leser hat längst verstanden, dass hier nur über ihn die Rede ist...

Als er mal hungrig war, legte er ein Aufbackbrötchen in die Mikrowelle. Der harte, schwarze Klumpen, welcher zwei Minuten später rauskam, brachte Dustin nicht aus der Ruhe.
Im Gegenteil. Dustin rammte ein langes Küchenmesser hinein, grinste mich an und sagte: Lass uns gehen, Mikey. Siehe unten, ganz plötzlich kommst Du ins Spiel und warst bis dahin in seinem Leben unsichtbar?

Einen Tag später klingelte es an der Tür unseres Jugendheimes. Erzürnte Nachbarn beschwerten sich lautstark über den Keuchhusten ihres Golden-Retrievers. Wir haben einen Goldie, die schreiben sich als Gattung ohne Bindestrich. Ausserdem kriegen sie keinen Keuchhusten, wenn sie sich an etwas verschlucken, und können normalerweise unterscheiden, was für sie gut ist und was nicht.

Habe Dustin seit über einem Jahrzehnt nicht gesehen. Das letzte, was ich von ihm hörte: Er wurde in die geschlossene Psychiatrie eingeliefert.


Hallo Mikey,

ich bin mir nicht ganz sicher, was Du mit dieser Geschichte als Botschaft/Fazit/wie auch immer rüberbringen willst. Don't take drugs, it's better to beat people up? In jedem Fall ist die Kurzbiographie von Dustin nichts Neues oder schockierendes. Dass Liebe eine Ressource ist und deswegen Menschen selten Empathie empfinden können, wenn sie keine bekommen haben, ist absolut nichts, was man nicht schon Hunderte von Male gelesen hat.

Was darüber hinaus komplett fehlt, ist deine Position (als Ansprechpartner/Coproto in der Geschichte) dazu. Hast Du ihn gefürchtet oder respektiert? Was ist an Dir, dass er Dich nicht vermöbelt hat? Hast Du mit ihm gedealt oder geprügelt? Wie hast Du reagiert, als er versucht hat, den Nachbarshund zu vergiften/töten? Fandest Du das ok? Was ist in Dir emotional vorgegangen, als Du die Entwicklung von Dustin mitbekommen hast? Hat es in Dir etwas ausgelöst, als Du von der geschlossenen Psychatrie gehört hast? Von All diesen Sachen ist in der Geschichte absolut nichts zu finden. Du tauchst plötzlich kurz vor Ende wie aus dem Nichts auf, und da er Dich sehr vage wie einen Vertrauten adressiert, muß zwischen Euch eine Beziehung in irgendeiner Form gewesen sein.

Ich finde die Geschichte ehrlich gesagt etwas mager, dazu handwerklich fehlerbehaftet (siehe rote Anmerkungen). Ich gehe mal davon aus, dass Du nicht Dustins Zwilling im Geist bist und meine Adresse herausfindest... Wink
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mikeykania
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BeitragVerfasst am: 06.01.2020 15:35    Titel: Der Kickboxer pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe/r RAc,

zunächst einmal danke für deine Arbeit, auch wenn ich persönlich bei einer Textkritik wertschätzender vorgehe und nicht einzig Kritikwürdiges herausarbeite.

Mir ist nicht bekannt, in welchen Kreisen du aufgewachsen bist und ob du ein Leben gelebt hast, das andere eher aus Serien wie "4 Blocks" kennen.

Was ich schreibe, ist erlebt. Da muss ich nichts hinzudichten. Und in der Tat traf Dustin die "Bosse" direkt -- eben weil er einen gewissen Ruf hatte.

Aber no sweat, weder hege ich jetzt Groll gegen dich noch werde ich deine Adresse herausfinden wollen. Warum sollte ich? Schreiben ist besser.

Aber Hand aufs Herz: Ob ich Golden-Retriever mit oder ohne Bindestrich schreibe: Wäre das jetzt von entscheidender Bedeutung für die Qualität der Geschichte?

Wer beurteilt, ob tatsächlich jeder "Goldie" unterscheiden kann, was verträglich oder nicht für ihn sei?

Ich will keine Erbsen zählen, sondern ein Steak essen. (Ein fettarmes, schööön mager.)

Dennoch gibt es Einzelaspekte in deiner Kritik, die ich ggfs. für weitere Überarbeitungen nutzen werde.


Herzlichst, baby.
Mikey


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RAc
Eselsohr


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BeitragVerfasst am: 06.01.2020 17:18    Titel: Re: Der Kickboxer Antworten mit Zitat

mikeykania hat Folgendes geschrieben:


Aber Hand aufs Herz: Ob ich Golden-Retriever mit oder ohne Bindestrich schreibe: Wäre das jetzt von entscheidender Bedeutung für die Qualität der Geschichte?



Umgekehrt gefragt: Ist es für die Qualität eines Tisches entscheidend, ob jede einzelne Schraube sauber an der richtigen Stelle gesetzt ist? Die Antwort ist natürlich: Bei einem IKEA Tisch ist es egal, aber nicht bei einem Möbel, von dem ich Handwerksqualität erwarte.

Für wenn möchtest Du schreiben?

mikeykania hat Folgendes geschrieben:


Wer beurteilt, ob tatsächlich jeder "Goldie" unterscheiden kann, was verträglich oder nicht für ihn sei?

Ich will keine Erbsen zählen, sondern ein Steak essen. (Ein fettarmes, schööön mager.)



Hm, interessant, dass Du mir Erbsenzählerei unterstellst, aber hauptsächlich auf einen einzigen Satz meiner Antwort eingehst.

Wenn Du nur die Kritik akzeptierst, die Du hören magst, kann ich Dir auch nicht helfen, sorry.

Du scheinst auch misszuverstehen, was hier passiert. Ich habe weder ein Interesse daran, das was Du schreibst zu zerreissen noch Dich in irgendeiner Form persönlich anzugreifen. Was ich tun kann ist Dir meine persönlichen Eindrücke beim Lesen deiner Texte anzubieten. Davon kannst Du annehmen und akzeptieren, was Du willst. Warum ich mir die Mühe mache, wenn ich im Gegenzug dafür Anfeindungen anhören muß, weiß ich nicht, aber ich ziehe meine Schlüsse daraus.

mikeykania hat Folgendes geschrieben:


Dennoch gibt es Einzelaspekte in deiner Kritik, die ich ggfs. für weitere Überarbeitungen nutzen werde.




Gerne, ich freue mich immer, wenn ich helfen kann.

mikeykania hat Folgendes geschrieben:


Herzlichst, baby.
Mikey


Ich bin kein "baby." Warum beendest Du deine Antwort so?
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mikeykania
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BeitragVerfasst am: 06.01.2020 17:27    Titel: Der Kickboxer pdf-Datei Antworten mit Zitat

"Baby" ist eine freundliche Bezeichnung zwischen Afroamerikanern. [/sup]

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mikeykania
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BeitragVerfasst am: 06.01.2020 17:31    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zudem keine Anfeindung. Mich stört lediglich eindimensionale Kritik.
Entspricht nicht meinen Wertvorstellungen von Zwischenmenschlichkeit.


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Selanna
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BeitragVerfasst am: 06.01.2020 20:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mikey,

Du hast Deine Kurzgeschichte ins Feedback eingestellt, darum gehe ich nicht durchgehend detailliert darauf ein, sondern mehr insgesamt.
Vorab aber ein paar Kleinigkeiten: „Ortlos“ finde ich als Charakterbeschreibung seltsam. Wie wäre es mit „heimatlos“? Auch die Formulierung, mit zwölf Jahren Kontakte zur Mafia „aufzubauen“, klingt für mich zu gezielt, zu überlegt. Kam er nicht eher in die Fänge der Mafia, kam mit ihr in Berührung oder, näher an Deiner Formulierung: kam in Kontakt?
Das Runterdrehen der Heizung finde ich zu kleinmaschig erzählt und als Anekdote zu unwichtig, zu kleinbürgerlich, lass es lieber weg.
Wo hat denn Dustin Kickboxen gelernt? Du verwendest Fachbegriffe, das klingt nach Ausbildung. War er in einem Verein? Ansonsten hätte ich eher einfach einen Schläger erwartet.
Wie wäre es bei LSD mit: Er kam auf den Geschmack?
Zitat:
Als er mal hungrig war, legte er ein Aufbackbrötchen in die Mikrowelle. Der harte, schwarze Klumpen, welcher zwei Minuten später rauskam, brachte Dustin nicht aus der Ruhe.
Im Gegenteil. Dustin rammte ein langes Küchenmesser hinein, grinste mich an und sagte: Lass uns gehen, Mikey.

Das kapiere ich nicht. Willst Du hier die Sinnlosigkeit zeigen?

Zitat:
Erzürnte Nachbarn beschwerten sich lautstark über den Keuchhusten ihres Golden-Retrievers.

Was hat den Dustin mit dem kranken Hund zu tun? Ich stehe wohl grad auf dem Schlauch.

Eine traurige Geschichte, die Du erzählst, und auch, wenn solche Geschichten schon oft erzählt wurden, können sie in neuen Variationen (und Deine ist eine neue Variation) immer wieder erzählt werden.
Du schilderst die Entwicklung nachvollziehbar und logisch, aber sehr distanziert. Du könntest entweder mehr Deine Gefühle einbringen oder Dustin mehr fühlen lassen. Verzweiflung, Hass, Mordlust, irgend so etwas. Die andere Sicht wäre, dass Du die Geschichte absichtlich unterkühlt und emotionslos erzählst, weil es in Dustin so aussah. Das ist berechtigt, aber bleibt auch irgendwie blass.
Vielleicht schaffst Du es auch, den Bogen zu schließen. Es ist eine reale Geschichte und da kann man nichts verbiegen. Aber vielleicht bringst Du einen Bogen von der brutalen Kindheit zum brutalen Ende oder von der drogensüchtigen Mutter bis zum drogensüchtigen Ende Dustins zustande. Verstehst Du, worauf ich hinaus will?

Viel Spaß beim Überarbeiten und Feilen!
Liebe Grüße
Selanna


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mikeykania
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BeitragVerfasst am: 06.01.2020 21:33    Titel: Der Kickboxer pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe Selanna,

hey, danke für deine guten Impulse. Ich kann verstehen, was du meinst.

"Er kam auf den Geschmack" übernehme ich.

Der Absatz mit dem Brötchen soll zeigen, wie fucking durchgeknallt Dustin durch den LSD-Konsum geworden war. Falls du hier einen guten Überleitungsvorschlag hast: Wäre ich dankbar Very Happy

Der Golden-Retriever war der Nachbarshund; womöglich erzeugt die erzählerische Kürze hier etwas noch zu schwer Verstehendes.

Einen Bogen am Ende zu schlagen, ist super.

Vielleicht kennst du das: Manchmal schwirrt ein Gedanke durchs Unbewusste und wenn dir jemand etwas mitteilt, bricht der Gedanke sich Bahn. So mit dem Bogen zum Ende.

Vielen Dank.

Herzlichst
Mikey


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mikeykania
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BeitragVerfasst am: 06.01.2020 22:30    Titel: Der Kickboxer pdf-Datei Antworten mit Zitat

P.S.: Werde übrigens noch ein wenig Vorschläge sammeln, um dann in die Überarbeitung zu gehen.

Herzlichst
Mikey


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Selanna
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BeitragVerfasst am: 06.01.2020 22:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mikey,

Zitat:
hey, danke für deine guten Impulse. Ich kann verstehen, was du meinst.

Freut mich, wenn etwas Hilfreiches dabei war.

Zitat:
Dabei leise kichernd.

Als er mal hungrig war, legte er ein Aufbackbrötchen in die Mikrowelle.

Du könntest überleiten mit etwas wie:
Dass es mit ihm immer schlimmer wurde, erkannte ich, als er einmal ein Aufbackbrötchen…
Es kam noch schlimmer. Als er einmal hungrig war, …
Die Drogen vernebelten seinen Verstand zunehmend. Als er einmal hungrig war, …
Oder was Dir sonst so einfällt. Schön wäre jedenfalls, wenn Du in der Absatzeinleitung einfließen lässt, dass du das erzählst, um zu zeigen, wie schlimm es schon um ihn stand.

Zitat:
Der Golden-Retriever war der Nachbarshund; womöglich erzeugt die erzählerische Kürze hier etwas noch zu schwer Verstehendes.

Dass es sich um den Nachbarshund handelt, habe ich verstanden. Was ich nicht verstanden habe, ist, warum sich die Nachbarn beim Jugendheim beschweren. Hat Dustin den Hund mit irgendetwas infiziert?  

Zitat:
Vielleicht kennst du das: Manchmal schwirrt ein Gedanke durchs Unbewusste und wenn dir jemand etwas mitteilt, bricht der Gedanke sich Bahn.

Freut mich, wenn ich Dich zu etwas inspiriert haben sollte Smile
Zitat:
Werde übrigens noch ein wenig Vorschläge sammeln, um dann in die Überarbeitung zu gehen.

Klar, es ist auch ratsam noch zu warten, Du hast ja erst zwei Meinungen erhalten. Du musst aber nicht zwingend Deine korrigierte Version hier einstellen, das steht Dir frei.
Aber ein Tipp: Wenn Du auf Kommentare antwortest, musst Du nicht auf Fortsetzung klicken. Der Button ist eher dafür da, falls Deine Kurzgeschichte/Roman etc. eine Fortsetzung hat und Du den zweiten Absatz/Kapitel etc. einstellst.

Liebe Grüße
Selanna


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mikeykania
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BeitragVerfasst am: 07.01.2020 16:42    Titel: Der Kickboxer pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe Selanna,

top, danke für die Vorschläge. Damit kann ich arbeiten.

🌱😀

Dir alles Gute für dein Schreiben. Vielleicht werde ich dir auch mal
ein Feedback geben können.

Herzlichst
Mikey


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Pickman
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BeitragVerfasst am: 07.01.2020 17:58    Titel: Re: Der Kickboxer Antworten mit Zitat

Hi mikeykania,

Du hast einen Text ins Feedback eingestellt. Das ist das Top-Level. Hier wird dir jede Erbse, die von der Gabel kullert, um die Ohren gehauen.

Dann wollen wir mal.

mikeykania hat Folgendes geschrieben:
Die Jugendlichen im Heim fürchteten Dustin. Wer keine Angst vor ihm hatte, respektierte ihn. Demnach gibt es Leute, die ihn nicht fürchten, sondern respektieren. Das scheint mir im Widerspruch zum ersten Satz zu stehen. Als Dustin vier war, brach sein Vater ihm das Jochbein; die Mutter vegetierte auf Heroin dahin.
Seither lebte Dustin in Kinderheimen. Seit wann? Seit ihm der Vater das Nasenbein gebrochen hat oder seit sein Mutter auf H ist? Wenn der Nasenbeinbruch der Auslöser sein soll, solltest Du den Satz vor dem Kinderheim umstellen. Zwei Wörter beschrieben ihn wohl ganz gut: Ortlos. Brutal. "Ortlos" kommt recht gestelzt daher. Gemeint ist doch nicht irgendein Ort, sondern ein besonderer, ein Heimat. Oder? "Heimatlos", "entwurzelt" etc. sollte besser passen. Aber ist dieser Satz überhaupt nötig? Ich glaube nicht; denn zum einen greift er vor, ohne dabei Spannung zu erzeugen, zum anderen steht er für ein "tell", wo später noch ausreichend "show" folgt.
 
Im Alter von zwölf baute Dustin Kontakte zur Mafia auf und haute oft tagelang aus dem Heim ab, um schnelles Geld zu machen. Sprachlich daneben oder hat er tatsächlich in mühevoller und zeitraubender diplomatischer Kleinarbeit seine Kontakte "aufgebaut"? Ebenso das tagelange Abhauen. Abhauen, türmen, ausbrechen, das sollte nicht tagelang dauern. Was Du vermutlich meinst ist: "haute oft für mehrere Tage" ab. Daran schließt sich allerdings die Frage an, was nach Ablauf der Tage in Freiheit geschah, ist er freiwillig zurückgekehrt oder hat man ihn eingefangen? Ein Nebensatz könnte hier helfen.

Die Männer, für die Dustin arbeitete, waren gierig und fett. Wer sie ansah und ein bisschen Gespür für die Welt und ihre Menschen mitbrachte, konnte ihnen den Verrat und die Morde ansehen, durch die sie es an die Spitze geschafft hatten.

Größtenteils verdienten diese Männer ihr Geld im Drogenhandel. Wozu das einschränkende "größtenteils"? Wozu der behäbige Leserhythmus? Wie wäre es damit: "Drogenhandel hatte sie reich gemacht." Das Prinzip war simpel: Junge Männer mit gestrecktem Zeug ausstatten, an Straßenecken aufstellen, dealen lassen, Gewinn machen, Neues kaufen. Dann wieder von vorne. Das gestreckte Zeug hat mich stutzig gemacht. Der Straßenverkaufszyklus fängt mit dem Einkauf von relativ sauberem Stoff an. Das Strecken ist der zweite Schritt.
Allerdings wollten auch andere ein Stück vom Kuchen. Immer wieder schickten rivalisierende Syndikate ihre Jungs mit Material an die Straßenecken, um den Etablierten die Einnahmen streitig zu machen. "Straßenecken" hatte wir schon in dem Absatz davor. Der letzte Finalsatz ist nicht nötig.

Hier kam Dustin ins Spiel. Seine Bosse wollten sich das Geschäft nämlich von niemandem zerstören lassen; sie hassten es, Geld zu verlieren. Einer von ihnen war so geizig, der drehte im Winter die Heizung nur auf 1,5, obwohl er Millionen besaß. Wie kam Dustin ins Spiel? Bis jetzt ist Dustin nur ein Knabe, der ständig aus dem Heim abhaut. Hier fehlt ein Schlüsselereignis, aus dem erhellt, warum die Bosse auf Dustin setzen.

Die Bosse waren die Könige, Dustin ihr Läufer Läufer laufen, holen bringen usw., aber sie kämpfen nicht. für die Drecksarbeit. Und das liebte er: Wie ein scharf gemachter Pitbull konnte Dustin es kaum erwarten, auf eine Straßenecke losgelassen zu werden. ... um sich im Straßenschild zu verbeißen. Laughing  Den letzten Nebensatz finde ich komisch.
 
Wenn der Kampf begann, vergaß Dustin alles um sich herum. ... und sah gebannt zu. Laughing Spaß beiseite. "Wenn der Kampf begann" ist viel zu distanziert. Du meinst doch eher sowas: "Wenn er zuschlagen konnte", oder: "Wenn er angriff". Oder? Egal, welchen Gegner er vor sich hatte: Jeder trug das Gesicht seines Vaters. Jeder. Und darum verdienten es auch alle, gegen Dustin zu verlieren. Zu verlieren? Viel zu brav. Muss es nicht heißen: "im Dreck zu liegen"? Die Drehkicks, Schwinger, Links-Rechts-Kombis, Lowkicks Aber, aber, wer wird denn mit einem Drehkick anfangen und mit einem Lowkick abschließen? Da sind sinnvollere Vorgehensweisen denkbar. – Mittel zum Zweck Zu elaboriert.: Die Knochen des Gegners zu zertrümmern. In ein blutüberströmtes Gesicht zu blicken. Ist das Distanziert-Analytische so gewollt? Mitleid zu empfinden. Wirklich Mitleid? Zu empfinden.
 
Ob Kurden, Albaner, Araber, Türken, Tschetschenen: Dustin stellte sich denen. Sie wollen den Kampf und er stellt sich? Das passt nicht im geringsten zum Bild des losgelassenen Pitbulls. Er wusste nicht, was Angst ist.

Es dauerte nicht lange, bis Dustin im Berliner Stadtgebiet und weit darüber hinaus den Ruf eines echten Straßenkämpfers erlangt hatte. Echte Straßenkämpfe gibt es viele. Dustin ist der Champion. Oder? Mit vierzehn fuhr er ohne Führerschein Ist die Unterscheidung von den vielen Vierzehnjährigen mit Führerschein wichtig? - Okay, nennen wir es Verstärkung. im neusten CLS durch die Gegend. Immer ein dickes Bündel in der Tasche...

* * *

Eines Tages kam Dustin mit LSD in Berührung. Nahm es. Gelangte auf einen Trip. Fühlte plötzlich kein Bedürfnis mehr, zu kämpfen. Spürte eine Erleichterung. Stand sich selbst gegenüber und begann eine verdammt lange Unterhaltung über sein bisheriges Leben. Bis der Flash abnahm. In Berührung kommen, auf einen Trip gelangen - das kling alles viel zu distanziert. Unplausibel, dass er die Erleichterung erst auf LSD spürt. Dieses Gefühl müsste er längst vom Kiffen kennen. Dann: er "beginnt" die Unterhaltung bis der Flash zu Ende ist? Das wäre echt ein langer Beginn. Ich glaube eher, er führte die Unterhaltung.

Dustins Projektion Schon wieder die falsch Stilebene. verschwand. Dustin hatte niemanden mehr zum Reden. Wirklich? Was ist mit den Leuten, die den erfolgreichen Schläger bewundern, Trainingskollegen, Gespielinnen? Warum redet er nicht mit denen? Oder: warum reden sie (nicht mehr) mit ihm? Also nahm er mehr. Und mehr. Und mehr. Er erhöht jedes Mal die Dosis? Oder ist es eher so, dass er immer öfter zu LSD greift?

Bis Dustin geisteskrank Das geht auch genauer. So z. B.: Auch die schizophrenen Schübe kamen immer öfter. wurde. Bald stand Dustin jeden Tag vorm Spiegel und kämmte sich die Haare. Stundenlang. Dabei leise kichernd.

Als er mal hungrig war, legte er ein Aufbackbrötchen in die Mikrowelle. Der harte, schwarze Klumpen, welcher zwei Minuten später rauskam, brachte Dustin nicht aus der Ruhe.
Im Gegenteil. Dustin rammte ein langes Küchenmesser hinein, grinste mich an und sagte: Lass uns gehen, Mikey.

Einen Tag später klingelte es an der Tür unseres Unseres? Was heißt das? Ist es das Jugendheim nebenan, das in unserer Stadt, das Jugendheim, in dem ich morgens putze, das Jugendheim, das ich leite? Jugendheimes. Erzürnte Nachbarn beschwerten sich lautstark über den Keuchhusten ihres Golden-Retrievers. Die altersschwache Töle hustet und das Herrchen klingelt beim Jugendheim? Aber warum denn? Und was passiert danach?

Habe Dustin seit über einem Jahrzehnt nicht gesehen. Das letzte, was ich von ihm hörte: Er wurde in die geschlossene Psychiatrie eingeliefert.


Eine Geschichte selbst erlebt zu haben, macht sie nicht zu einer guten Geschichte, erst recht nicht zu einer spannenden. Hier ist noch einiges zu tun.

Drogen, Gewalt, Bosse - da steckt ja einiges drin, aber so, wie Du die Geschichte erzählst, ist sie nichts als eine lose Abfolge von Ereignissen. Der Kitt dazwischen fehlt. Warum werden die Bosse auf ihn aufmerksam? Warum nimmt er LSD?

Dann: Karrieren wie diese sind nichts Ungewöhnliches. Was ist das Besondere an dieser Geschichte?

Wie ich schon sagte: hier ist noch einiges zu tun.
Cheers

Pickman


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"Damit sich alles erfüllt, damit ich mich weniger allein fühle, brauche ich nur noch eines zu wünschen: am Tag meiner Hinrichtung viele Zuschauer, die mich mit Schreien des Hasses empfangen." (Albert Camus: Der Fremde)
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BeitragVerfasst am: 08.01.2020 14:41    Titel: Der Kickboxer pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi Pickman,

danke für dein gutes Feedback. Langsam steuere ich aufs Beackern des Kickboxers zu.

Cheers zurück 🌱😀
Mikey


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BeitragVerfasst am: 09.01.2020 00:02    Titel: Der Kickboxer pdf-Datei Antworten mit Zitat

Werde den Text dann hier veröffentlichen.

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mikeykania
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BeitragVerfasst am: 09.01.2020 16:05    Titel: Der Kickboxer pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe Sellana, liebe/r RAc und lieber Pickman,

ich bin dankbar für die Zeit, welche ihr in den Kickboxer mitinvestiert  habt.

Deshalb ist die aktuelle Version euch gewidmet.
Habe Grundlegendes ergänzt und einige Details verändert.

Gerne mal bis bald.
Mikey



Der Kickboxer

Als Dustin vier Jahre alt war, brach sein Vater ihm das Jochbein. Das tat der Mann durch einen gezielten Faustschlag; Jahre später erzählte Dustin davon jemandem. Ich belauschte ihr Gespräch und erfuhr, dass Dustins Vater mit so einer Wucht zugeschlagen haben muss, dass man es bis in die Wohnung einer Nachbarin hörte.

Dustins heroinabhängige Mutter war oft tagelang in Junkie-Buden unterwegs; solchen, zu denen alle möglichen User einen Schlüssel hatten. Sie bekam vom Jochbeinbruch nicht viel mit. Und was sie davon erfahren hatte, war ihr weniger wichtig, als das Konsumieren.   
 
Seit dem Jochbeinbruch lebte Dustin in einem Kinder- und Jugendheim. Dort wohnte ich in einer Etage mit ihm und hatte oft Gelegenheit, Dustin zu beobachten. Ins Heim kam ich mit sieben, nachdem meine Eltern bei einem Zugunglück ums Leben gekommen waren und kein Verwandter sich als gesetzlicher Vormund anbot. Dieses Heim befand sich in der hessischen Provinz.  

Ich war neun, Dustin zwölf. Und er kam er mir unerreichbar vor. Sah zu ihm auf, denn er verkörperte alles, was ich damals nicht war: Groß, kräftig und – durchsetzungsfähig.

Dustins Markenzeichen war es, ausnahmslos weiße Turnschuhe zu tragen, auf denen sich, abgesehen von einem kleinen Markenlogo, kein weiterer Farbton fand. Die makellose Sauberkeit der Turnschuhe spielte in Dustins Leben eine zentrale Rolle. Ich habe nie herausgefunden, warum. Und ich wollte es auch nicht.

Abends, wenn die Zimmerbeleuchtungen automatisch ausgeschaltet worden waren, sah ich Dustin manchmal im Treppenflur sitzen. Dort brannte ein Notlicht, das einen silbernen Glanz warf. Darunter  Dustin, dem Schuhputzen gewidmet, ausgerüstet mit verschiedenen Bürsten und Cremes, von denen er für die Seitenteile der Schuhe die eine Creme, für die Laschen eine spezielle Bürste und für die Sohlen ein Pflegemittel einsetzte, auf dessen Packung mir unbekannte Buchstaben einer fremden Sprache standen. Wenn Dustin diese Arbeiten erledigt hatte, imprägnierte er die Turnschuhe noch mit einem Spray; es roch stark nach Minze.

Im Heim gab es eine Art Anführer, der hieß Hafid. Angeblich war er siebzehn, doch alle wussten, dass er vor ein paar Jahren mit gefälschten Papieren aus Marokko eingereist war und wesentlich älter sein musste, denn über sein Gesicht verliefen kleine Falten.
Ab und an ließ Hamid einen provokanten Spruch vom Stapel, um Dustin zu ärgern; der ignorierte das aber. Dustin befolgte eine simple Lebensphilosophie: Morgens und abends beten, das Essen vor dem Essen segnen. Offenbar hatte er eine stabile Verbindung zu Gott und ließ sich nicht leicht aus der Ruhe bringen. Von einer Ausnahme abgesehen: Der Unversehrtheit seiner leuchtend weißen Turnschuhe.  

Eines Tages war ich gezwungen, mitzuerleben, wozu Dustin fähig sein konnte. Ich verfluche diesen Tag heute noch, denn regelmäßig träume ich von ihm, erwache schweißgebadet. Die verdammten Bilder verfolgen mich... Ich muss sie aufschreiben.

Es war der letzte Schultag vor den großen Ferien: Der 8. Juli. Dustin schien gut aufgelegt, weil er von einer Lehrerin gelobt worden war. In Mathe, seinem stärksten Fach, hatte er die beste Klassenarbeit geschrieben. (Davon erzählte er auf dem Weg vom Schulgebäude zu den Wohnsilos einem Kumpel und ich hatte, hinter den beiden herlaufend, heimlich zugehört.)

Nach der Schule stand Chillen an, Gott einen guten Mann sein lassen. Und zum Mittagessen gab es zur Feier des Tages sogar Hamburger, als Nachtisch Vanilleeis mit Schokosoße. (Ansonsten bekamen wir im Heim meistens irgendwelche Öko-Mahlzeiten vorgesetzt.)

Ich stand in der Schlange und konnte es kaum erwarten, endlich in einen saftigen Burger zu beißen. Auf dem Weg zur Essensausgabe fiel mir auf, wie peinlich genau Dustin darauf achtete, dass vorbeihuschende Kinder seine Turnschuhe nicht beschmutzten. Er unterhielt sich zwar mit jemandem, aber sah immer wieder prüfend auf seine Füße hinab.
Ein paar Minuten später waren alle versorgt und aßen genüsslich. Dustin schmatzte laut.

Da kam Hafid herein: Brust nach vorne ausgestreckt, gefälschtes Louis-Vuitton-Kappie, Umhängetasche von Gucci, die zwischen Amis als homo rüberkommen würde, aber Hafid und seinen Jungs als wertvolles Statussymbol galt.
Als Hafid Dustin erblickte, sagte er in dominantem Ton: Schmatz nich' so, Junge!
Dustin verzog keine Miene. Er wirkte gutgelaunt.

Nach dem Essen ging Hafid an Dustin vorbei, in den Händen eine Glasschüssel mit Eiscreme. Er hatte sich soviel Schokosoße drauf geknallt, dass sie überzulaufen drohte. Aber irgendwie balancierte der Habibi sie graziös durch den Saal: Fast alles blieb in der Schüssel. Fast. Auf Dustins Höhe schwappte ein kleiner, brauner Soßenfleck über den Schüsselrand und tropfte zu Boden.

Dann klingelte Hafids Handy. Als Klingelton verwendete er einen Arab-Popsong: Die hohe Stimme eines leidenden Mannes, im Hintergrund schnelle Streicher, von einem Beat unterlegt. Hafid, das muss ich noch hinzufügen, war nicht der Hellste: Denn obwohl er die schwere Glasschüssel schleppte, griff er beim Klingeln seines Handys reflexartig in sein Täschchen, um das Handy herauszunehmen. Die Folge: Hafid ließ die Schüssel fallen. Mit einem lauten Klirren zerstob sie in zahllose Glassplitter; das Vanilleeis und die Schokosoße spritzen in alle Richtungen. Von einer Sekunde auf die andere waren Dustins Schuhe damit bespritzt.
Der Anruf muss für Hafid wichtig gewesen sein, da er sich um den Schaden nicht kümmerte, sondern abgehackte Sätze auf Arabisch ins Handy fluchte und dabei Richtung Ausgang marschierte.

Jetzt ging alles ganz schnell: Dustin griff sich ein großes Scherbenstück und schoss Hafid hinterher. Er brüllte seinen Namen. Einmal, während des Rennens.
Hafid drehte sich um, mit siegesgewissem Schafsgesicht, in das Dustin sofort mit der Scherbe hineinsprang. Zuerst schnitt er ihm die linke Wange auf, dass eine breite Blutspur die Haut öffnete; Dustin setzte ab und stach gleich nach: Nun spritzte das Blut in alle Richtungen, vor allem in Dustins Gesicht. Umherstehende Kinder gerieten in eine Schockstarre und starrten Dustin und sein Opfer wie angewurzelt an.
Hafid schrie wie am Spieß und wehrte sich aus Leibeskräften. Aber Dustin klebte an ihm fest und ließ sich nicht abwerfen.

Nach den Wangen nahm Dustin sich Hafids Stirn vor. Er ritzte die Zahl 150 hinein, weil, wie er später zum Besten gab, seine beschmutzten Schuhe ursprünglich so teuer gewesen seien. Danach war Dustin drauf und dran, die Scherbe in Hafids Halsschlagader zu rammen, als die Köche von der Essensausgabe dazwischen sprangen und zuallererst Dustin die Scherbe entrissen. (Nur darum ist Hafid heute noch am Leben und betreibt mittlerweile einen gut gehenden Autohandel sowie mehrere Shishabars in Frankfurt. Tiefe Narben zeichnen bis heute sein Gesicht. Und die Zahl. Hafid hat das nicht weglasern lassen, weiß der Teufel warum.)

Die Köche waren keine kleinen Männer, doch konnten Dustin, der besinnungslos in Richtung Hafid spuckte, trat und schlug, bloß in Schach halten. Es waren noch drei Betreuer nötig, um Hafid endgültig von Dustin zu befreien.

Nach der Aktion kam Dustin für ein paar Monate in die geschlossene Psychiatrie, aber aus Gründen, die ich als Heimkind nicht erfuhr, wurde er ein halbes Jahr später zurück ins Heim transferiert, (Interessehalber rief ich als Erwachsener in meinem ehemaligen Heim an, um mich zu erkundigen, warum Dustin seinerzeit zurück durfte. Erst wollte man mir nichts sagen. Ich redete solange auf eine Verwaltungsangestellte ein, bis sie damit rausrückte, die „Wiedereingliederung von Dustin Z.“ hätte „abrechnungstechnische Gründe“ gehabt.)

* * *

In der Nähe unserer Heims befand sich ein Restaurant, das in einem alten Fachwerkhaus lag. Es wurde betrieben von einem älteren Russen, dem Vladislav. Alle nannten ihn bloß Vladi. Offenbar ging er kriminellen Geschäften nach. Im Dorf tratschten manche über die fetten Gestalten mit den Gesichtstattoos, die in schweren Maybach-Limousinen bei Vladi vorfuhren.
Hin und wieder steckte Vladi mir einen Geldschein zu, nachdem ich für ihn beim örtlichen Tante-Emma-Laden Einkäufe erledigt hatte. Darüber ging es bei mir nicht hinaus.  

Aber lass mich dir weiter von Dustin erzählen. Der geriet mit der Zeit nämlich immer näher an Vladi heran. Die Aktion mit Hafid hatte sich herumgesprochen und Dustin einen Ruf verschafft: Viele fürchteten oder verabscheuten ihn, aber kaum einer wagte es noch, sich mit ihm anzulegen.

Für solche Jungs hatte Vladi ein Gespür und wusste sie für seine Zwecke zu benutzen. Das war bei Dustin auch deshalb so, da er in einem Kampfsportverein wie ein Besessener an Kickboxtechniken trainierte.

Drogenhandel hatte Vladi reich gemacht, er ging nach altbewährtem Prinzip vor: Große Mengen sauberes Material kaufen, strecken und abpacken, dann die Jungs zum Dealen losschicken, vor allem ins Frankfurter Bahnhofsviertel.
Allerdings wollten auch andere ein Stück vom Kuchen. Immer wieder schickten rivalisierende Gangster ihre Jungs mit Material an die Straßenecken, um den Etablierten die Einnahmen streitig zu machen.

Hier kam Dustin ins Spiel. Vladi wollte sich das Geschäft nämlich von niemandem zerstören lassen; er hasste es, Geld zu verlieren. Der Vladi war so geizig, dass er im Winter die Heizung nur maximal bis 1,5 aufdrehte.
An solch kleinbürgerlichem Gehabe störte Dustin sich nicht, denn er arbeitete gerne für Vladi und konnte es kaum erwarten, wie ein scharf gemachter Pitbull, auf eine Straßenecke losgelassen zu werden.

Beim Kämpfen vergaß Dustin alles um sich herum. Egal, welchen Gegner er vor sich hatte: Jeder trug das Gesicht seines Vaters. Jeder. Und darum verdienten es alle, gegen ihn zu verlieren. Lowkicks, Schwinger, Drehkicks und Knockouts – gib ihm.  Ob Kurden, Tschetschenen, Albaner, Araber, Italiener, Türken: Dustin wusste nicht, was Angst ist.

Es dauerte nicht lange, bis Dustin den Ruf eines Straßenkämpfers erlangt hatte. Mit vierzehn fuhr er ohne Führerschein im neusten CLS durch die Gegend. Immer ein dickes Bündel in der Tasche...

* * *

Später kam Dustin auf den Geschmack von LSD. Und fühlte dadurch kein Bedürfnis mehr, zu kämpfen. Spürte eine Erleichterung. Stand sich selbst gegenüber und führte eine verdammt lange Unterhaltung über sein bisheriges Leben. Bis der Flash abnahm. Bis Dustin von schizophrenen Schüben heimgesucht wurde. Bald stand Dustin jeden Tag vorm Spiegel und kämmte sich die Haare. Stundenlang. Dabei leise kichernd.

Als er mal hungrig war, legte er ein Aufbackbrötchen in die Mikrowelle. Der harte, schwarze Klumpen, welcher zwei Minuten später rauskam, brachte Dustin nicht aus der Ruhe.
Im Gegenteil. Dustin rammte ein langes Küchenmesser hinein, grinste mich an und sagte: Lass uns gehen, Mikey.

Das erhobene Messer in den Himmel gereckt, schritt Dustin wichtigtuerisch über das Heimgelände. Die anderen hatten schon Wind von seiner Veränderung bekommen und nahmen das aufgespießte Brötchen nicht so ernst. Sie konnten sich nicht denken, dass Dustin den Kohleklumpen kurz darauf an den Nachbarhund verfütterte.
Drei Stunden später klingelte es an der Tür unseres Jugendheimes. Erzürnte Nachbarn beschwerten sich lautstark über den Keuchhusten ihres Golden-Retrievers.

Habe Dustin seit über einem Jahrzehnt nicht gesehen. Das letzte, was ich von ihm hörte: Er wurde in die geschlossene Psychiatrie eingeliefert. Seit Jahren spiele ich mit dem Gedanken, ihn mal zu besuchen. Zu schauen, was aus ihm geworden ist. Doch so schnell wie dieses Vorhaben in mir entsteht, verschwindet es auch wieder.

Vielleicht werde ich es noch tun. Aber das wäre eine neue Geschichte.


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Boho
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BeitragVerfasst am: 09.01.2020 21:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Mikeykania,

habe mir nur die neue Version deines Textes durchgelesen und überlege gerade, ob ich ins Detail gehen soll oder nicht... du schreibst ja ganz explizit, dass du das so erlebt hast - und vor diesem Hintergrund passt der Text für mich, habe ihn bis zum Ende gelesen und das auch gerne. Von daher: gefällt mir (obwohl mich eigentlich eher andere, poetischere/literarischere Texte ansprechen).

Ist das echt alles so erlebt? Falls ja: besuch ihn doch mal, ich würde es tun, denke ich.

LG Boho
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mikeykania
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BeitragVerfasst am: 09.01.2020 21:36    Titel: Der Kickboxer pdf-Datei Antworten mit Zitat

Lieber Boho,

danke für deine freundliche Nachricht.

Ja, "Der Kickboxer" basiert auf wahren Begebenheiten.

Einen schönen Abend noch.
Mikey


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Selanna
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BeitragVerfasst am: 10.01.2020 00:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mikey,

der Text ist auf jeden Fall besser geworden.
Ein Manko, das Dich wahrscheinlich noch eine Weile begleiten wird, bis die Übung es ausmerzt, sind ungelenke Verknüpfungen und Überleitungen, z.B.
bei
Zitat:
Als Dustin vier Jahre alt war, brach sein Vater ihm das Jochbein. Das tat der Mann durch einen gezielten Faustschlag;

Es läse sich flüssiger, wenn Du schreibst "Als Dustin vier Jahre alt war, brach sein Vater ihm das Jochbein durch einen gezielten Faustschlag.
Indem Du hier "Das tat der Mann" einfügst, machst Du es nur umständlich und auch trocken, berichtartig.
Das kannst Du nicht von heute auf morgen ändern, das kommt mit viel Lesen und Texteschreiben mit der Zeit von alleine, denke ich. Also mach Dir darüber jetzt keinen allzu großen Kopf. Very Happy

Dass Du Dich als Erzähler mehr in den Text einbringst, macht die Geschichte viel erlebbarer, viel nachfühlbarer, das ist eine große Verbesserung. Auch die zusätzlichen Details und Infos bringen nicht nur mehr Atmosphäre, sondern erklären auch einiges, was vorher als unwichtige Randnotiz rüberkam. Das ist Dir also auch gut gelungen.
Das Überarbeiten hat sich wirklich gelohnt, die Geschichte ist viel runder geworden, aber es ist trotzdem noch viel Luft nach oben (wäre ja auch seltsam, wenn es nicht so wäre, bei einem Deiner frühen Text Wink  ).

Liebe Grüße
Selanna


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Pickman
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BeitragVerfasst am: 10.01.2020 14:07    Titel: Antworten mit Zitat

Viel besser, die neue Version.

Wenn ich es zeitlich einrichten kann, komme ich mit ein paar Details um die Ecke.


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mikeykania
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BeitragVerfasst am: 13.01.2020 19:29    Titel: Der Kickboxer pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe Selanna, lieber Pickman,

vielen Dank für eure neuen Rückmeldungen.

@Selanna: Diese Feinheiten sind wichtig, ich neige noch zu einer geschwollenen Ausdrucksweise 😎

Sorry für meine späte Reaktion, ich hatte technische Probleme.

Auf bald.

Mikey


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mikeykania
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BeitragVerfasst am: 28.01.2020 07:52    Titel: Der Kickboxer pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hier ist übrigens ein Song, den Dustin immer gerne gehört hat. Er liebte das Original von Sam Cooke, ich finde die Coverversion von Brian Owens mit Sohnemann geiler...

Der Song heißt A change is gonna come

Die gibt es beide auf Youtube....


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mikeykania
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BeitragVerfasst am: 25.02.2020 21:38    Titel: Wu-Tang Clan: I Can't Go To Sleep pdf-Datei Antworten mit Zitat

Auch wenn ich das Forum hier ein wenig gereizt habe und geringschätzigen Kritikern Paroli bot, heißt das nicht, dass ich gestorben bin.

Drum möchte ich mit allen Leserinnen und Lesern mal einen Link teilen, ebenfalls einen von Dustins Favoriten; VORSICHT: EXPLICIT LYRICS

Wer beim Intro schon wegklickt, da er mal wieder Frauenfeindlichkeit (Hey B., wazzup?) oder Vergewaltigungen in seinem Paranoia-Mood zu entdecken meint: Be my guest, baby.


https://www.youtube.com/watch?v=S2S0zu3M0rY

Youtube: Wu-Tang Clan - I Can't Go to Sleep


Über die Representing-Ebene hinaus ist dieser Songtext nämlich gespickt mit zahlreichen Referenzen (ethnisch, soziologisch, Schwarzenrechte, usf.)

Keep it up, my buddies.

Danke an alle Leser. (Oh shit, ich habe das M... benutzt. Fast wie Masken-B.)

12345Wie es weitergeht »



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