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Am Bahnsteig der Erinnerung


 
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Erinnerung&Sehnsucht
Geschlecht:männlichSchmierfink

Alter: 35
Beiträge: 61
Wohnort: Wien


BeitragVerfasst am: 06.12.2019 19:37    Titel: Am Bahnsteig der Erinnerung eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Die Schritte hallen auf dem Bahnsteig, und obwohl dort viele Menschen stehen, fühle ich mich allein. Obwohl du gerade noch an meiner Seite stehst, bist du eigentlich schon weg. Wir sind beide darauf programmiert loszulassen. Als Hintergrundgefühl hat uns dieser Schatten immer begleitet. Aber jetzt fordert es seinen Tribut. So weh tut es eigentlich gar nicht. Doch wir wissen, dass die Einsamkeit einfach nur Verspätung hat. Der Zug allerdings ist pünktlich und saugt dich in sich hinein. Einen Kuss später, steigst du in den stehenden Wagon.

Bei unserem Abschied erlebe ich alles noch einmal. Erinnere mich im Schnelldurchlauf, und versuche damit die Löcher in der Gegenwart zu stopfen, durch die das kühle Gefühl des Zurückbleibens zu mir dringt. Meine Hände liegen hilflos auf dem Fensterglas, während du durch das Abteil läufst. Den Blick immer nur gerade aus. Der Gedanke wie wunderschön du bist, erscheint mir unpassend aber lässt sich nicht vertreiben. Ich schreite neben dir her als ob ich folgen könnte, wie ein verliebter Hund, der nicht versteht warum du gehen musst. Ich stehe vor dem Fenster und warte, warte und sehe dich an. Meine Blicke zerschneiden das Glas. Die Tränen halte ich gut versteckt, bis sie dann doch hervorquellen und ich mich abwenden muss, aber nicht abwenden kann. Der Zug fährt schließlich ab,  wird vor meinen Augen immer kleiner, während du in meinem Herzen wächst und wächst.

Körperlich habe ich diesen Ort nach dir verlassen, aber das Gefühl des Wartens nehme ich mit.
Jede Nacht hole ich es hervor und denke an dich.
Ich warte immer noch; Stehe genau dort, wo du gestanden bist.



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Patrick Schuler
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Beiträge: 626



BeitragVerfasst am: 06.12.2019 19:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo EuS

Das ist ein seltsamer Text, weil er keine Lyrik ist, dafür ist er viel zu prosaisch, aber er ist auch keine gute Prosa, denn dafür will er zu poetisch sein. Aber wieso hast du das unter Lyrik eingestellt?

L.G
Patrick


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gehen wir hin über höllen
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"Issa"
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gold
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Alter: 67
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BeitragVerfasst am: 06.12.2019 20:14    Titel: Antworten mit Zitat

ein wunderbarer Text. Den müsste man sich mitnehmen und immer wieder dann lesen, wenn man sich von seiner Liebsten, seinem Liebsten am Bahnsteig getrennt hat.

Ob er zu trösten vermag?


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Erinnerung&Sehnsucht
Geschlecht:männlichSchmierfink

Alter: 35
Beiträge: 61
Wohnort: Wien


BeitragVerfasst am: 06.12.2019 20:16    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Patrick Schuler hat Folgendes geschrieben:
Hallo EuS

Das ist ein seltsamer Text, weil er keine Lyrik ist, dafür ist er viel zu prosaisch, aber er ist auch keine gute Prosa, denn dafür will er zu poetisch sein. Aber wieso hast du das unter Lyrik eingestellt?

L.G
Patrick


Vielen Dank für deine Ehrlichkeit.
Vielleicht ist der Text seltsam, jedoch kann ich ihn vertreten.

Ich war mir nicht sicher wohin damit.
Also wählte ich die Kategorie: Gedankenlyrik.
Das ist per Definition, Lyrik in der es nicht um das direkte Erleben, sondern die Reflexion geht - ist das nicht genau was dieser Text versucht?

Wie du sagst ist es keine Prosa, dafür möchte er zu poetisch sein.
Das macht es doch bereits zur Lyrik?
Vielleicht bloß nicht unbedingt gelungen, aus deiner Sicht.

gold hat Folgendes geschrieben:
ein wunderbarer Text. Den müsste man sich mitnehmen und immer wieder dann lesen, wenn man sich von seiner Liebsten, seinem Liebsten am Bahnsteig getrennt hat.

Ob er zu trösten vermag?


Ich schrieb ihn zumindest, als ich genau das tun musste. smile


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Kiara
Geschlecht:weiblichReißwolf

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Beiträge: 1304
Wohnort: bayerisch-Schwaben


BeitragVerfasst am: 07.12.2019 00:59    Titel: Re: Am Bahnsteig der Erinnerung Antworten mit Zitat

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:
Der Zug fährt schließlich ab,  wird vor meinen Augen immer kleiner, während du in meinem Herzen wächst und wächst.

Meines Erachtens die stärkste Passage.

Der Text ist etwas schwerfällig, er weiß nicht so recht, wohin mit sich, so mein Eindruck.
Dennoch vielen Dank dafür smile

Vielleicht mit zu viel Gefühl - geht das? - geschrieben, also durch eine emotional aufgeladene Situation - selbst erlebt, da steckt zu viel drin - vielleicht?

Trotzdem schön, ein bekanntes Gefühl in mir klingt an, doch es ist eher das Drumherum deines Textes, nicht direkt deine Worte, die es aufwühlen. Leider kann ich es nicht besser beschreiben - momentan.


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Zum Schweigen fehlen mir die Worte.

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Erinnerung&Sehnsucht
Geschlecht:männlichSchmierfink

Alter: 35
Beiträge: 61
Wohnort: Wien


BeitragVerfasst am: 07.12.2019 01:17    Titel: Re: Am Bahnsteig der Erinnerung pdf-Datei Antworten mit Zitat

Kiara hat Folgendes geschrieben:
Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:
Der Zug fährt schließlich ab,  wird vor meinen Augen immer kleiner, während du in meinem Herzen wächst und wächst.

Meines Erachtens die stärkste Passage.

Der Text ist etwas schwerfällig, er weiß nicht so recht, wohin mit sich, so mein Eindruck.
Dennoch vielen Dank dafür smile

Vielleicht mit zu viel Gefühl - geht das? - geschrieben, also durch eine emotional aufgeladene Situation - selbst erlebt, da steckt zu viel drin - vielleicht?

Trotzdem schön, ein bekanntes Gefühl in mir klingt an, doch es ist eher das Drumherum deines Textes, nicht direkt deine Worte, die es aufwühlen. Leider kann ich es nicht besser beschreiben - momentan.


Ich glaube du meinst "zu schmalzig". Stimmt ja auch. Das ist eben so ein Herztext. Die kommen einem selbst viel größer und wichtiger vor, als Anderen. Ich mag ihn aber zu meiner Verlegenheit. Eigentlich sogar sehr.
Manchmal müssen solche Mimimi-Passagen einfach sein.

Danke fürs Lesen!


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Pia
Geschlecht:weiblichSchmierfink

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Beiträge: 73



BeitragVerfasst am: 08.12.2019 16:24    Titel: Re: Am Bahnsteig der Erinnerung Antworten mit Zitat

[quote="Erinnerung&Sehnsucht"]
Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:



Ich glaube du meinst "zu schmalzig". Stimmt ja auch. Das ist eben so ein Herztext. Die kommen einem selbst viel größer und wichtiger vor, als Anderen. Ich mag ihn aber zu meiner Verlegenheit. Eigentlich sogar sehr.
Manchmal müssen solche Mimimi-Passagen einfach sein.


Ich finde den Text nicht schmalzig. Er lebt und spricht an. Mimimi kennt jeder. Smile

LG
Pia


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Erinnerung&Sehnsucht
Geschlecht:männlichSchmierfink

Alter: 35
Beiträge: 61
Wohnort: Wien


BeitragVerfasst am: 08.12.2019 18:59    Titel: Re: Am Bahnsteig der Erinnerung pdf-Datei Antworten mit Zitat

Pia hat Folgendes geschrieben:


Ich finde den Text nicht schmalzig. Er lebt und spricht an. Mimimi kennt jeder. Smile

LG
Pia


Schmalzig muss ja nicht schlecht sein. Der Subtext lautet: Emotional.
Schmalzig ist der negative Ausdruck dafür. Der Positive wäre ergreifend.
Ich selbst fand den Text ja gut. Sonst hätte ich es gar nicht gewagt, ihn hier einzustellen. Mein Ego ist sogar ein bisschen entrüstet, dass er nicht besser aufgenommen wird. Das tut aber gar nichts zur Sache. Es ist schön seine ehrliche Wirkung auf Andere beobachten zu können. Es gibt keinen Text den jeder nur gut finden wird. Damit wollte ich mich gar nicht selbst runtermachen. Aber das Niveau der Betrachtung zu heben, ist immer gut. Suche dir das kritischste Publikum und versuche es von dir zu überzeugen. Man wird sich selbst für den Versuch verdammen. Aber dafür bewegt man sich auch nach oben, statt immer auf der selben Stelle zu verharren.

Und Danke für deinen positiven Zuspruch, genau wie für die ehrliche Ablehnung!


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Kiara
Geschlecht:weiblichReißwolf

Alter: 40
Beiträge: 1304
Wohnort: bayerisch-Schwaben


BeitragVerfasst am: 08.12.2019 19:36    Titel: Re: Am Bahnsteig der Erinnerung Antworten mit Zitat

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:
...Mein Ego ist sogar ein bisschen entrüstet, dass er nicht besser aufgenommen wird.

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:
...Es ist schön seine ehrliche Wirkung auf Andere beobachten zu können.

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:
...Suche dir das kritischste Publikum und versuche es von dir zu überzeugen. Man wird sich selbst für den Versuch verdammen. Aber dafür bewegt man sich auch nach oben, statt immer auf der selben Stelle zu verharren.

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:
...Danke für deinen positiven Zuspruch, genau wie für die ehrliche Ablehnung!

Muss ich einfach schreiben: Toll, wie du mit Kritik und Anregungen umgehst!


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Erinnerung&Sehnsucht
Geschlecht:männlichSchmierfink

Alter: 35
Beiträge: 61
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BeitragVerfasst am: 08.12.2019 19:42    Titel: Re: Am Bahnsteig der Erinnerung pdf-Datei Antworten mit Zitat

Kiara hat Folgendes geschrieben:
Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:
...Mein Ego ist sogar ein bisschen entrüstet, dass er nicht besser aufgenommen wird.

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:
...Es ist schön seine ehrliche Wirkung auf Andere beobachten zu können.

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:
...Suche dir das kritischste Publikum und versuche es von dir zu überzeugen. Man wird sich selbst für den Versuch verdammen. Aber dafür bewegt man sich auch nach oben, statt immer auf der selben Stelle zu verharren.

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:
...Danke für deinen positiven Zuspruch, genau wie für die ehrliche Ablehnung!

Muss ich einfach schreiben: Toll, wie du mit Kritik und Anregungen umgehst!


Ehrlich gesagt wäre ich gerne viel bockiger. Aber wenn man etwas haben will, muss man auch etwas dafür geben. Ein Tausch von Aufgeschlossenheit gegen ehrliche Meinungen. Früher oder später gerate ich sicher trotzdem mit jemanden aneinander. Mal sehen wie es um die Halbwertszeit meiner Vorsätze bestellt ist. *lach*

Und Danke.


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gold
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BeitragVerfasst am: 08.12.2019 20:41    Titel: Re: Am Bahnsteig der Erinnerung Antworten mit Zitat

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:
Die Schritte hallen auf dem Bahnsteig, und obwohl dort viele Menschen stehen, fühle ich mich allein. Obwohl du gerade noch an meiner Seite stehst, bist du eigentlich schon weg. Wir sind beide darauf programmiert loszulassen. Als Hintergrundgefühl hat uns dieser Schatten immer begleitet. Aber jetzt fordert es seinen Tribut. So weh tut es eigentlich gar nicht. Doch wir wissen, dass die Einsamkeit einfach nur Verspätung hat. Der Zug allerdings ist pünktlich und saugt dich in sich hinein. Einen Kuss später, steigst du in den stehenden Wagon.

Bei unserem Abschied erlebe ich alles noch einmal. Erinnere mich im Schnelldurchlauf, und versuche damit die Löcher in der Gegenwart zu stopfen, durch die das kühle Gefühl des Zurückbleibens zu mir dringt. Meine Hände liegen hilflos auf dem Fensterglas, während du durch das Abteil läufst. Den Blick immer nur gerade aus. Der Gedanke wie wunderschön du bist, erscheint mir unpassend aber lässt sich nicht vertreiben. Ich schreite neben dir her als ob ich folgen könnte, wie ein verliebter Hund, der nicht versteht warum du gehen musst. Ich stehe vor dem Fenster und warte, warte und sehe dich an. Meine Blicke zerschneiden das Glas. Die Tränen halte ich gut versteckt, bis sie dann doch hervorquellen und ich mich abwenden muss, aber nicht abwenden kann. Der Zug fährt schließlich ab,  wird vor meinen Augen immer kleiner, während du in meinem Herzen wächst und wächst.

Körperlich habe ich diesen Ort nach dir verlassen, aber das Gefühl des Wartens nehme ich mit.
Jede Nacht hole ich es hervor und denke an dich.
Ich warte immer noch; Stehe genau dort, wo du gestanden bist.


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gold
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BeitragVerfasst am: 08.12.2019 20:44    Titel: Re: Am Bahnsteig der Erinnerung Antworten mit Zitat

sorry, ich wollte den Ablauf des Stehens und Nebenhergehens monieren. Nachdem ich den Text aber noch einmal durchgegangen bin, hat es sich erledigt.

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Erinnerung&Sehnsucht
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Beiträge: 61
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BeitragVerfasst am: 08.12.2019 21:05    Titel: Re: Am Bahnsteig der Erinnerung pdf-Datei Antworten mit Zitat

gold hat Folgendes geschrieben:
sorry, ich wollte den Ablauf des Stehens und Nebenhergehens monieren. Nachdem ich den Text aber noch einmal durchgegangen bin, hat es sich erledigt.


So mies? Trotzdem danke. Wenn du dir das Nächste mal die Mühe machst, würde ich deine Vorschläge gerne hören. Ich versuche selbst mein Schriftbild zu klären.

Edit: Das war nicht passiv-aggressiv gemeint. Ich habe dich wohl falsch verstanden. Da du mich davor gelobt hast, wird es nicht daran liegen dass es dir hoffnungslos erscheint. Das dachte ich nur kurz.


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RAc
Eselsohr


Beiträge: 297



BeitragVerfasst am: 08.12.2019 22:50    Titel: Re: Am Bahnsteig der Erinnerung Antworten mit Zitat

Hallo,

grundsätzlich finde ich den Text sehr stark und eindringlich. Er ist sehr komprimiert und reduziert. Darin liegt allerdings auch sein Problem, denn durch die Knappheit wird jede Schwäche zu einem showstopper, stört also den Lesefluss um so mehr. Du musst also bei so reduzierten Texten sehr sorgfältig arbeiten. Ein paar Beispiele:

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:
Die Schritte hallen auf dem Bahnsteig, und obwohl dort viele Menschen stehen, fühle ich mich allein. Obwohl du gerade noch an meiner Seite stehst, bist du eigentlich schon weg. Wir sind beide darauf programmiert loszulassen.



Das gefällt mir sehr gut, aber der letzte Satz ist kontruktionsmässig daneben. Das letzte Wort ist eigentlich ein verkürzter Nebensatz und müßte mit einem Komma abgetrennt werden. Das sieht aber nicht nur komisch aus, sondern wird der Wichtigkeit des einen Wortes nicht gerecht. "Wir sind beide auf loslassen programmiert" wäre m.E. nach eine bessere Möglichkeit, das Dilemma zu umschiffen.

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:


Als Hintergrundgefühl hat uns dieser Schatten immer begleitet. Aber jetzt fordert es seinen Tribut.



Das verstehe ich nicht. Etwas, das einen Tribut fordert, ist erstmal etwas positives, bei dem man aber in der Schuld steht. Wenn also etwas "einen Tribut fordert," muss man im Gegenzug etwas dafür bekommen haben, was nicht zu "Hintergrundgefühl" und "Schatten" passt. Ausserdem wäre es für mich logischer, wenn Hintergrundgefühl und Schatten vertauscht wären, denn sonst wäre der Schatten ja etwas gegenständliches, das sich als Gefühl manifestiert. Was genau ist dann der Schatten?


Es müsste für mich eher so lesen wie "Als Schatten hat uns dieses Hintergrundgefühl immer begleitet.Aber jetzt hat er unsere Sonne völlig verdunkelt."

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:


So weh tut es eigentlich gar nicht. Doch wir wissen, dass die Einsamkeit einfach nur Verspätung hat. Der Zug allerdings ist pünktlich und saugt dich in sich hinein. Einen Kuss später, steigst du in den stehenden Wagon.



Der einsaugende Zug gefällt mir, auch das mit der Verspätung. Aber für mich ist die Sequenz "Eigentlich...doch...allerdings" zu gleichwichtend. Ich würde das eher so formulieren:

So weh tut es eigentlich gar nicht, aber wir wissen, dass die Einsamkeit einfach nur Verspätung hat*. Der Zug hingegen ist pünktlich und saugt dich in sich hinein. Einen Kuss später, steigst du in den stehenden Wagon.

*Das Wort "einfach" passt hier m.M. nach nicht, weil es eine Leichtigkeit und Nebensächlichkeit impliziert, aber der Sachverhalt ist definitiv nicht einfach...

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:


Bei unserem Abschied erlebe ich alles noch einmal. Erinnere mich im Schnelldurchlauf, und versuche damit die Löcher in der Gegenwart zu stopfen, durch die das kühle Gefühl des Zurückbleibens zu mir dringt. Meine Hände liegen [ruhen ist besser, weil das Fensterglas vertikal ist, darauf kann nichts liegen] hilflos auf dem Fensterglas, während du durch das Abteil läufst. Den Blick immer nur gerade aus.



Der letzte Satz ist nicht komplett. Da hakt etwas beim Lesen. Man weiß was gemeint ist, und vermutlich läßt es sich rechtfertigen, aber es stört.

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:


Der Gedanke wie wunderschön du bist, erscheint mir unpassend aber lässt sich nicht vertreiben. Ich schreite neben dir her als ob ich folgen könnte, wie ein verliebter Hund, der nicht versteht warum du gehen musst.



Die zwei Sätze sind zu lang und voll von Zeichensetzungsfehlern, die den Lesefluss sehr stören. Ich würde es umformulieren.

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:


Ich stehe vor dem Fenster und warte, warte und sehe dich an. Meine Blicke zerschneiden das Glas. Die Tränen halte ich gut versteckt, bis sie dann doch hervorquellen und ich mich abwenden muss, aber nicht abwenden kann. Der Zug fährt schließlich ab,  wird vor meinen Augen immer kleiner, während du in meinem Herzen wächst und wächst.



Den letzten Satz finde ich auch sehr stark.

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:


Körperlich habe ich diesen Ort nach dir verlassen, aber das Gefühl des Wartens nehme ich mit.
Jede Nacht hole ich es hervor und denke an dich.
Ich warte immer noch; Stehe genau dort, wo du gestanden bist.


Ich denke, dass ich genau weiß, was Du damit sagen willst, aber es ist unlogisch formuliert. Nach "Körperlich habe ich diesen Ort nach dir verlassen, aber..." erwarte ich etwas, was noch da bleibt (offensichtlich etwas nicht körperliches), Das kommt aber erst zwei Sätze später. Der stattdessen folgende Nebensatz "das Gefühl des Wartens nehme ich mit" steht in keinem mit "aber..." begründbaren Verhältnis zum Hauptsatz. Meintest Du vielleicht so etwas wie
  
Körperlich habe ich diesen Ort nach dir verlassen, aber das Gefühl des Wartens wird etwas in mir immer wieder hierher zurückbringen.


Also der Gesamteindruck: Sehr schöne Bilder und eindringliche Sätze, aber der Diamant kommt erst durch sorgsames Polieren zum Glänzen.

Thumbs up! Smile
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Erinnerung&Sehnsucht
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Alter: 35
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BeitragVerfasst am: 09.12.2019 02:21    Titel: Re: Am Bahnsteig der Erinnerung pdf-Datei Antworten mit Zitat

Die Mühe deiner Kritik, sie ist nicht zu übersehen, weiß ich wirklich zu schätzen. Gehen wir das mal gemeinsam durch:

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:
Die Schritte hallen auf dem Bahnsteig, und obwohl dort viele Menschen stehen, fühle ich mich allein. Obwohl du gerade noch an meiner Seite stehst, bist du eigentlich schon weg. Wir sind beide darauf programmiert loszulassen.



Hier hast du recht und ich nehme die Änderungen nach deinem Vorschlag vor. Danke.

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:


Als Hintergrundgefühl hat uns dieser Schatten immer begleitet. Aber jetzt fordert es seinen Tribut.



An dieser Stelle muss ich widersprechen Eine Sache die ihren Tribut fordert, ist umgangssprachlich nicht immer positiv. Es bedeutet nur dass eine Rechnung beglichen werden muss.
Das bleibt also so.

Schatten und Hintergrundgefühl, sollten jedoch wie vorgeschlagen die Plätze tauschen. Danke.

(Das mit der Sonne fände ich nicht gut)

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:


So weh tut es eigentlich gar nicht. Doch wir wissen, dass die Einsamkeit einfach nur Verspätung hat. Der Zug allerdings ist pünktlich und saugt dich in sich hinein. Einen Kuss später, steigst du in den stehenden Wagon.



Einfach wird gestrichen. Du hast recht. Nochmals: Danke.
Ein Wort das sich niemals abnutzt.

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:


Bei unserem Abschied erlebe ich alles noch einmal. Erinnere mich im Schnelldurchlauf, und versuche damit die Löcher in der Gegenwart zu stopfen, durch die das kühle Gefühl des Zurückbleibens zu mir dringt. Meine Hände liegen [ruhen ist besser, weil das Fensterglas vertikal ist, darauf kann nichts liegen] hilflos auf dem Fensterglas, während du durch das Abteil läufst. Den Blick immer nur gerade aus.



Das finde ich schwierig. Wenn ich die Hände auf das Glas lege, liegen sie doch dort? Im Sinne von auflegen. Ruhen ist jedoch die sicherere Wahl. Aber daraus ergibt sich der Widerspruch: "Hilflos ruhen" / sehr unschön.
Vielleicht sollten sie untätig ruhen? Ja, machen wir das so.

Der letzte Satz bleibt. Hier soll der Gedanke springen.

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:


Der Gedanke wie wunderschön du bist, erscheint mir unpassend aber lässt sich nicht vertreiben. Ich schreite neben dir her als ob ich folgen könnte, wie ein verliebter Hund, der nicht versteht warum du gehen musst.



Stimmt. Hier muss renoviert werden. Danke.

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:


Ich stehe vor dem Fenster und warte, warte und sehe dich an. Meine Blicke zerschneiden das Glas. Die Tränen halte ich gut versteckt, bis sie dann doch hervorquellen und ich mich abwenden muss, aber nicht abwenden kann. Der Zug fährt schließlich ab,  wird vor meinen Augen immer kleiner, während du in meinem Herzen wächst und wächst.



Die Wortwiederholung abwenden wird gestrichen. Sie war Absicht. Manchmal erlaubt man sich das. Aber nicht notwendig.

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:


Körperlich habe ich diesen Ort nach dir verlassen, aber das Gefühl des Wartens nehme ich mit.
Jede Nacht hole ich es hervor und denke an dich.
Ich warte immer noch; Stehe genau dort, wo du gestanden bist.


Körperlich verlassen meint, dass ich geistig dort verharre. So unlogisch ist das also gar nicht. Ich verlasse einen Ort geistig weil ich es muss. Gedanklich bleibe ich dort. Das Gefühl des Wartens nehme ich mit mir.

Bleibt alles so wie es ist, diesmal.

Danke für deine tollen Vorschläge! Noch mehr als für das Lob.


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Johannes Jung
Gänsefüßchen


Beiträge: 49



BeitragVerfasst am: 09.12.2019 17:24    Titel: Verdichtet Antworten mit Zitat

Hallo,

ich dachte, ich versuche, die prosaischen Füllsel zu verdichten:

Die Schritte hallen
auf dem Bahnsteig
viele Menschen.
Ich fühle mich allein,
du bist beinahe weg.
Programmiert, loszulassen,
dieser Schatten begleitet uns.

So weh tut es eigentlich gar nicht,
die Einsamkeit hat Verspätung. Der Zug ist pünktlich,
saugt dich in sich hinein.
Ein Kuss später,
du im Wagon.

Bei unserem Abschied,
alles noch einmal:
Schnelldurchlauf,
gestopfte Gegenwart.

Kühles Zurückbleiben.
Meine Hände auf dem Fensterglas.
Den Blick geradeaus.
Wie wunderschön du bist.

Ich schreite neben dir her,
ein verliebter Hund,
der nicht versteht.
Vor dem Fenster,
warte, warte,
sehe dich an,
Blicke zerschneiden das Glas.

Tränen halte ich versteckt,
sie quellen doch hervor;
abwenden, aber nicht abwenden.
 
Der Zug fährt
wird kleiner,
du wächst und wächst.

Ich habe diesen Ort
nach dir verlassen,
das Warten nehme ich mit.
 
Jede Nacht denke an dich.
Ich warte
Stehe dort,
wo du gestanden bist.

Das mal als Vorschlag und Versuch, es mehr in die Lyrik zu rücken.
Enjambements wie der Rest sind nur spontane Arbeit.

Grüße,
Joh


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Erinnerung&Sehnsucht
Geschlecht:männlichSchmierfink

Alter: 35
Beiträge: 61
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BeitragVerfasst am: 09.12.2019 17:39    Titel: Re: Verdichtet pdf-Datei Antworten mit Zitat

Johannes Jung hat Folgendes geschrieben:
Hallo,

ich dachte, ich versuche, die prosaischen Füllsel zu verdichten:

Die Schritte hallen
auf dem Bahnsteig
viele Menschen.
Ich fühle mich allein,
du bist beinahe weg.
Programmiert, loszulassen,
dieser Schatten begleitet uns.

So weh tut es eigentlich gar nicht,
die Einsamkeit hat Verspätung. Der Zug ist pünktlich,
saugt dich in sich hinein.
Ein Kuss später,
du im Wagon.

Bei unserem Abschied,
alles noch einmal:
Schnelldurchlauf,
gestopfte Gegenwart.

Kühles Zurückbleiben.
Meine Hände auf dem Fensterglas.
Den Blick geradeaus.
Wie wunderschön du bist.

Ich schreite neben dir her,
ein verliebter Hund,
der nicht versteht.
Vor dem Fenster,
warte, warte,
sehe dich an,
Blicke zerschneiden das Glas.

Tränen halte ich versteckt,
sie quellen doch hervor;
abwenden, aber nicht abwenden.
 
Der Zug fährt
wird kleiner,
du wächst und wächst.

Ich habe diesen Ort
nach dir verlassen,
das Warten nehme ich mit.
 
Jede Nacht denke an dich.
Ich warte
Stehe dort,
wo du gestanden bist.

Das mal als Vorschlag und Versuch, es mehr in die Lyrik zu rücken.
Enjambements wie der Rest sind nur spontane Arbeit.

Grüße,
Joh



Jetzt ist es mir zu lyrisch. Der Spagat war Absicht.
Aber gut umgebaut. smile


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BeitragVerfasst am: 09.12.2019 19:31    Titel: Re: Verdichtet Antworten mit Zitat

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:



Jetzt ist es mir zu lyrisch.
Aber gut umgebaut. smile

Geht mir auch so.


Zitat:
Jetzt will ich doch noch kurz damit rausrücken, was mich bei den ersten Malen Lesens störte - später dann hab ich meine Kritik eingeebnet, indem ich mir sagte, geht doch, aber ich will es dir nicht vorenthalten:

Die Schritte hallen auf dem Bahnsteig, und obwohl dort viele Menschen stehen, fühle ich mich allein. Obwohl du gerade noch an meiner Seite stehst, bist du eigentlich schon weg. Wir sind beide darauf programmiert Komma loszulassen. Als Hintergrundgefühl hat uns dieser Schatten immer begleitet. Aber jetzt fordert es seinen Tribut. So weh tut es eigentlich gar nicht. Doch wir wissen, dass die Einsamkeit einfach nur Verspätung hat. Der Zug allerdings ist pünktlich und saugt dich in sich hinein. Einen Kuss später ohne Komma steigst du in den stehenden Wagon.

Bei unserem Abschied erlebe ich alles noch einmal. Erinnere mich im Schnelldurchlauf Komma weg und versuche damit die Löcher in der Gegenwart zu stopfen, durch die das kühle Gefühl des Zurückbleibens zu mir dringt. Meine Hände liegen hilflos auf dem Fensterglas (ich komme mit den Händen am Fenster nicht klar, ist das nicht zu hoch für die Hände?) Kommawährend du durch das Abteil läufst. Den Blick immer nur gerade aus. Der Gedanke Komma wie wunderschön du bist, erscheint mir unpassend, Komma aber lässt sich nicht vertreiben. Ich schreite neben dir her Komma  als ob ich folgen könnte, wie ein verliebter Hund, der nicht versteht Komma warum du gehen musst. Ich stehe vor dem Fenster und warte, warte und sehe dich an. Meine Blicke zerschneiden das Glas. Die Tränen halte ich gut versteckt, bis sie dann doch hervorquellen und ich mich abwenden muss, aber nicht abwenden kann. Der Zug fährt schließlich ab, wird vor meinen Augen immer kleiner, während du in meinem Herzen wächst und wächst.

Körperlich habe ich diesen Ort nach dir verlassen, aber das Gefühl des Wartens nehme ich mit.
Jede Nacht hole ich es hervor und denke an dich.
Ich warte immer noch; Stehe genau dort, wo du gestanden bist.



Hallo, Erinnerung&Sehnsucht,

dein Text lässt mich nicht los. Musste also doch noch einmal meinen Senf dazu abgeben. Ich hoffe, du nimmst mir die kleinlichen Kommatakorrekturen nicht übel, aber ich dache mir, wenn ich schonmal dabei bin, hier noch einmal Stellung zu beziehen, dann kann ich ja auch mit Fett bez. Kommata herumschmieren.

LG gold


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Erinnerung&Sehnsucht
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BeitragVerfasst am: 09.12.2019 19:48    Titel: Re: Verdichtet pdf-Datei Antworten mit Zitat

gold hat Folgendes geschrieben:
Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:



Jetzt ist es mir zu lyrisch.
Aber gut umgebaut. smile

Geht mir auch so.


Zitat:
Jetzt will ich doch noch kurz damit rausrücken, was mich bei den ersten Malen Lesens störte - später dann hab ich meine Kritik eingeebnet, indem ich mir sagte, geht doch, aber ich will es dir nicht vorenthalten:

Die Schritte hallen auf dem Bahnsteig, und obwohl dort viele Menschen stehen, fühle ich mich allein. Obwohl du gerade noch an meiner Seite stehst, bist du eigentlich schon weg. Wir sind beide darauf programmiert Komma loszulassen. Als Hintergrundgefühl hat uns dieser Schatten immer begleitet. Aber jetzt fordert es seinen Tribut. So weh tut es eigentlich gar nicht. Doch wir wissen, dass die Einsamkeit einfach nur Verspätung hat. Der Zug allerdings ist pünktlich und saugt dich in sich hinein. Einen Kuss später ohne Komma steigst du in den stehenden Wagon.

Bei unserem Abschied erlebe ich alles noch einmal. Erinnere mich im Schnelldurchlauf Komma weg und versuche damit die Löcher in der Gegenwart zu stopfen, durch die das kühle Gefühl des Zurückbleibens zu mir dringt. Meine Hände liegen hilflos auf dem Fensterglas (ich komme mit den Händen am Fenster nicht klar, ist das nicht zu hoch für die Hände?) Kommawährend du durch das Abteil läufst. Den Blick immer nur gerade aus. Der Gedanke Komma wie wunderschön du bist, erscheint mir unpassend, Komma aber lässt sich nicht vertreiben. Ich schreite neben dir her Komma  als ob ich folgen könnte, wie ein verliebter Hund, der nicht versteht Komma warum du gehen musst. Ich stehe vor dem Fenster und warte, warte und sehe dich an. Meine Blicke zerschneiden das Glas. Die Tränen halte ich gut versteckt, bis sie dann doch hervorquellen und ich mich abwenden muss, aber nicht abwenden kann. Der Zug fährt schließlich ab, wird vor meinen Augen immer kleiner, während du in meinem Herzen wächst und wächst.

Körperlich habe ich diesen Ort nach dir verlassen, aber das Gefühl des Wartens nehme ich mit.
Jede Nacht hole ich es hervor und denke an dich.
Ich warte immer noch; Stehe genau dort, wo du gestanden bist.



Hallo, Erinnerung&Sehnsucht,

dein Text lässt mich nicht los. Musste also doch noch einmal meinen Senf dazu abgeben. Ich hoffe, du nimmst mir die kleinlichen Kommatakorrekturen nicht übel, aber ich dache mir, wenn ich schonmal dabei bin, hier noch einmal Stellung zu beziehen, dann kann ich ja auch mit Fett bez. Kommata herumschmieren.

LG gold


Ach, gar nicht. Ich bin dir dankbar!
Ehrlich gesagt habe ich legasthenische Tendenzen.
Was nicht bedeutet dass ich ein schwerer Legastheniker wäre.
Früher habe ich ganze Sätze verdreht. Heute merkt man kaum etwas davon.
Die Meisten reagieren dann ganz ungläubig. Man sah es mir mal an der Nase an. Das mit dem Komma fällt mir immer noch schwer.
Dafür hasse ich mich ehrlich gesagt. Aber mit viel Mühe kann man das dennoch lernen. Nur kostet es mehr Fokus als Anderen.
Mich nervt dass ich solche Fehler mache. Nicht dass du sie mir aufzeigst.
Das immerwährende Schreiben mit automatischen Korrekturen hilft. Irgendwie merkt man sich das dann. Was meine Lehrer nie geschafft haben. Hier sehe ich meine Fehler nämlich sofort. Dadurch ist der Lerneffekt größer, als wenn man auf eine Korrektur warten muss, aber schon gar nicht mehr weiß, was man geschrieben hat. Weil man bloß sieht wie es richtig ist.
Entschuldige, warum erzähle ich dir das? Ich mache das nicht gerne zu einer Ausrede. Jeder kann und muss an sich arbeiten.

Übrigens habe ich auch ein Problem mit Dyskalkulie. Was viel schwerer zu "beheben" ist. Aber beim Schreiben spielt das zum Glück keine Rolle.

Das mit den Händen geht durchaus. Ich habe es auch getan. Kommt sicher auf den Zug an.


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gold
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BeitragVerfasst am: 09.12.2019 20:29    Titel: Re: Verdichtet Antworten mit Zitat

Zitat:
Das mit den Händen geht durchaus. Ich habe es auch getan. Kommt sicher auf den Zug an.


okay. Hatte heute schon überlegt, ob ich nicht mal auf den Fahrplan schaue und mich auf den Weg zu einem Agilis Zug mache und da versuche, meine Hände an einem Fenster zu positionieren. Laughing Habe ich dann aber sein lassen, der Geburtstag einer Freundin rettete mich und hielt mich von dem Experiment zurück... Rolling Eyes Embarassed Laughing


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BeitragVerfasst am: 09.12.2019 21:05    Titel: Re: Verdichtet pdf-Datei Antworten mit Zitat

gold hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Das mit den Händen geht durchaus. Ich habe es auch getan. Kommt sicher auf den Zug an.


okay. Hatte heute schon überlegt, ob ich nicht mal auf den Fahrplan schaue und mich auf den Weg zu einem Agilis Zug mache und da versuche, meine Hände an einem Fenster zu positionieren. Laughing Habe ich dann aber sein lassen, der Geburtstag einer Freundin rettete mich und hielt mich von dem Experiment zurück... Rolling Eyes Embarassed Laughing


Liegt vielleicht auch an der Körpergröße. Razz


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gold
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BeitragVerfasst am: 09.12.2019 22:26    Titel: Re: Verdichtet Antworten mit Zitat

Erinnerung&Sehnsucht hat Folgendes geschrieben:
gold hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Das mit den Händen geht durchaus. Ich habe es auch getan. Kommt sicher auf den Zug an.


okay. Hatte heute schon überlegt, ob ich nicht mal auf den Fahrplan schaue und mich auf den Weg zu einem Agilis Zug mache und da versuche, meine Hände an einem Fenster zu positionieren. Laughing Habe ich dann aber sein lassen, der Geburtstag einer Freundin rettete mich und hielt mich von dem Experiment zurück... Rolling Eyes Embarassed Laughing


Liegt vielleicht auch an der Körpergröße. Razz


Also trotz Dyskalkulie bestechende Logik!!! lol


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