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6. Bonner Literaturpreis 2019, 31.07.19

 
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Maunzilla
Schreiberling


Beiträge: 213



BeitragVerfasst am: 18.11.2019 21:06    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn die Vorjury alle Beiträge liest, warum braucht man dann noch eine zweite Jury, die nicht alle Beiträge liest? Dann könnte doch die erste schon den Preis vergeben.

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Bananenfischin
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BeitragVerfasst am: 18.11.2019 21:16    Titel: Antworten mit Zitat

Wie skeptisch du den Literaturpreisen gegenüber bist, wird ja auch aus dem von dir eröffneten Thread zum Thema deutlich. Vielleicht sollte besser dort weiterdiskutiert werden, da es dir ja nicht speziell um diesen Wettbewerb hier geht.

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»Ob ich mir eine Dramatisierung meiner Bücher vorstellen kann? Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, in meinen letzten vier Büchern gibt es keine Handlung.« (Andreas Maier im Gespräch mit Raimund Fellinger, 2015)
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BeitragVerfasst am: 19.11.2019 11:47    Titel: Antworten mit Zitat

hobbes hat Folgendes geschrieben:
So, alles zu Ende. Gewinner gekürt, Preis verliehen, Zeitschrift fertig, Herr Rübenach kann wieder die Füße hochlegen. Und ihr könnt euch die Ausgabe 56 des Dichtungsrings zulegen, mit einem Text von mir, einem großartigen Gedicht von Eredor und wer weiß, was ihr noch alles findet smile


Wie schön! smile Ich glaube, ich abonniere (jetzt doch mal endlich), sonst verpasse ich (immer wieder) was Gutes!


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Christ wird nicht derjenige, der meint, dass "es Gott gibt", sondern derjenige, der begonnen hat zu glauben, dass Gott die Liebe ist.
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Im günstigsten Fall führt literarisches Schreiben und lesen zu Erkenntnis.
- Marlene Streeruwitz - (Danke Rübenach für diesen Tipp.)
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Rübenach
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Beiträge: 2421



BeitragVerfasst am: 19.11.2019 13:48    Titel: Antworten mit Zitat

Maunzilla hat Folgendes geschrieben:
Das ist mir schon klar, aber ich frage mich, wie das funktioniert. Wie kann man redlich Preise vergeben, ohne alle Beiträge gelesen zu haben? Dann können sie die Preisträger auch gleich aus der Lostrommel ziehen.

Du würdest dich wundern, wie viele Texte dann prämiert würden, die ein ernstzunehmendes DSFo-Mitglied nicht mal im "Einstand" posten würde. Für den Bonner Literaturpreis kann ich sagen, dass jeder eingesandte Text mindestens einmal gelesen wurde, jeder Text auf der (nicht öffentlichen) Vorauswahlliste von vier Vorjuroren und jeder Text ab Shortlist aufwärts zusätzlich von drei Juroren gelesen und bewertet wurde.

Eine hochkarätige Jury dient anscheinend weniger der korrekten Auswahl der Gewinner, als vielmehr dem Prestige des Preises und seiner Ausrichter.

Dem Prestige eines Preises dienen zuvorderst die Namen der (vorherigen) Preisträger. Und - damit zusammenhängend - die Höhe des Preisgeldes. Für den Bonner Literaturpreis ergeben sich dadurch natürlich Probleme. Zum einen bewerben sich die wirklich "großen" Namen nicht für einen Preis von 1.000 €. Um z.B. eine Juli Zeh zum einsenden zu bewegen, müsste man das Preisgeld mindestens verzehnfachen. Und da alle Texte tatsächlich bis zum Schluss anonym bleiben, ist es dem Veranstalter auch nicht möglich, da etwas zu steuern.

Die Jury wird auch nicht primär nach "Karat" ausgewählt, sondern viel banaler. Einziges formales Kriterium ist, dass die Jurymitglieder nicht Mitglied im Verein "Dichtungsring e.V." sein dürfen. In der Praxis sieht das so aus, dass wir uns innerhalb der Redaktion auf Personen einigen, die wir ansprechen wollen. Natürlich sind das Personen, zu denen die einzelnen Redaktionsmitglieder lose Kontakte haben. Auffällig ist, dass in den inzwischen sechs Jurys noch nie ein (hauptberuflicher) Literaturkritiker war. Bis auf eine Verlegerin waren es ausschließlich Autoren. Sobald wir von drei Juroren Zusagen haben, beenden wir den Auswahlprozess, wenn der Geschlechterproporz einigermaßen gewahrt bleibt. Also eine Frau bzw. ein Mann sollten immer in der Jury vertreten sein.


Es ist eigentlich bei allen solchen Preisen immer das gleiche: Man nennt groß die Namen der 3-5 prominenten Jurymitglieder, aber diejenigen, welche die Vorauswahl treffen und die Methode nach der sie vorgehen, bleiben immer geheim.

Den Namen der Vorjuroren vorab bekannt zu geben, ist nicht besonders sinnvoll, da diese nicht sehr prominent sind. Allerdings ist dies eine Anregung, die wir intern diskutieren könnten. In der jeweiligen "Preisausgabe" des Dichtungsrings werden die Namen der Vorjuroren natürlich genannt. Da sie immer aus den Reihen der Redaktion kommen, kann es hier für die Einsender auch keine großen Überraschungen geben.

Die Methode ist kein großes Geheimnis, ich kann sie hier mal kurz aufzeigen. Ein Mitglied des Dichtungsrings anonymisiert die Texte und trifft eine erste, rein formale Vorauswahl. Autoren, deren Texte den Formvorgaben nicht entsprechen (meistens sind sie zu lang), werden angeschrieben und, mit Verweis auf diese Vorgaben, gebeten, ihren Text entsprechend zu bearbeiten bzw. einen anderen Text einzureichen. Alle zulässigen Texte bekommen in der Reihenfolge des Eingangs eine laufende Nummer und werden nach einem vorher festgelegten Verfahren den Mitgliedern der Vorjury zugeschickt. 2019 funktionierte das so: Die ersten 50 Texte bekam Vorjuror A, die nächsten 50 Texte Vorjuror B etc. Ab der 201. Einsendung wurden 10er-Packs gebildet. Die Vorjuroren wählten aus ihrem Kontingent die Texte aus, die sie für preiswürdig hielten. Hier liegt meiner Meinung nach ein Schwachpunkt des Verfahrens. Es ist bei dieser Vorgehensweise zwar in gewissen Grenzen ausgeschlossen, dass objektiv schlechte Texte den Preis bekommen, aber es ist sehr gut möglich, dass hervorragende Texte übersehen werden. Damit werden wir als Veranstalter und mehr noch die Teilnehmer leben müssen. 2019 haben wir dieses Problem minimiert, in dem alle anonymisierten Texte (auf einer Cloud) allen Redaktionsmitgliedern bekannt gemacht wurden. Jedes Redaktionsmitglied konnte also unabhängig von irgendwelchen Verteilungsschlüsseln seine favorisierten Texte benennen. Außer natürlich dem Depp vom Dienst, der die Texte anonymisiert hatte.

Aus dieser Vorauswahl (also den Texten, die die Vorjurymitglieder ausgewählt hatten und den Texten, die von Redaktionsmitgliedern vorgeschlagen wurden) wählte die Vorjury 10 Texte aus, die an die Jury weitergeleitet wurden. Die Modalitäten, wie dies geschieht, liegen in der Hand der Vorjury und sind mir für 2019 nicht bekannt. Zehn Texte für diese Shortlist ist eine Empfehlung der Redaktion an die Vorjury, aber keine absolute Grenze. Es können durchaus mehr oder auch weniger Texte auf die Shortlist kommen.


Das kann ich auch verstehen. Wer würde schon einen Preis ernst nehmen, wenn herauskäme, daß irgendwelche Praktikanten nach der Ene-Mene-Mu-Methode aus dem großen Stapel eine Handvoll Beiträge rauspicken und dann an die eigentlichen Juroren weiterreichen?

Interessanter Vorschlag, der aber schon am Nichtvorhandensein irgendwelcher Praktikanten scheitert. Aber im Ernst: Natürlich kann man nie 100%ig ausschließen, dass der eine oder andere Vorjuror oder Juror seine Bewertung nach einem Zufallsprinzip durchführt, allerdings sollte man allen am Prozess beteiligten Personen schon eine gewisse Ernsthaftigkeit unterstellen.

Ich hoffe, ich konnte den Vorwurf mangelnder Transparenz hiermit ausräumen.




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