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Die Tücke des Objekts


 
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Klemens_Fitte
Geschlecht:männlichSpreu

Alter: 37
Beiträge: 2081
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 28.08.2019 11:36    Titel: Antworten mit Zitat

Mich hat dieser letzte Teil seltsamerweise mit dem Text versöhnt. Wobei versöhnt ein zu harter Ausdruck ist, ich hatte mich ja nicht mit dem Text zerstritten, aber vielleicht wird klar, was ich meine. Seltsamerweise deshalb, weil ich nicht genau festmachen kann, warum das alles jetzt, vom Ende her, ziemlich rund wirkt. Vielleicht, weil durch den letzten Teil das Verhältnis Erzähltext/Dialog ausgeglichen wird – die Dialoge nahmen mir im zweiten Teil zu viel Raum ein, dafür dass sie eher vorhersehbar waren.

Ich verspüre auch gar nicht den Wunsch, der Text möge etwas anderes erzählen. mE wäre schon viel gewonnen, würde an manchen Stellen das Verworten der Erzählerintention etwas zurückgeschraubt.

Zitat:
Eigentlich lag es seinem aufgeklärten Verstand völlig fern, Dingen irgendwelche Intentionen zu unterstellen. Dennoch empfand er das, was ihm gerade widerfuhr als gemein und ungerecht, empörend ungerecht.


Zitat:
Es lag ihm fern, den Dingen irgendwelche Intentionen zu unterstellen, und doch empfand er das, was ihm gerade widerfuhr, als gemein und ungerecht, empörend ungerecht sogar.


Dialoge kürzen – oder etwas einfallsreicher gestalten – ein wenig aus der IKEA-Aufbau-Fail-Humorecke raus und die Erzählstimme noch einen Ticken nüchterner – dann trägt der Text. Wieso auch nicht?


_________________
100% Fitte

»Es ist illusionär, Schreiben als etwas anderes zu sehen als den Versuch zur extremen Individualisierung.« (Karl Heinz Bohrer)
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Selanna
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 564
Wohnort: Süddeutschland


BeitragVerfasst am: 28.08.2019 11:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo DLurie,

wie Du Dir denken kannst, habe ich Deine Antwort stetig vor mich hinnickend gelesen, bis zum letzten Satz, da hast Du mich verstört.
Ich habe erst letztes Jahr mit Kurzgeschichten angefangen, bin nämlich eigentlich der übertrieben ausschweifende Romantyp. Aber bei meinen ersten Kurzgeschichten schöpfe ich auch aus meinem eigenen Leben und das ist mit Sicherheit nicht spannender als Deines Laughing ZB meine hier eingestellte Geschichte „Die letzte Schachtel“ basiert auf etwas, das so ähnlich passiert ist. Ihn habe ich in dieser Szene wenig verändert (er ist aber generell schon ein zugänglicher Mensch, das ist nur eine Momentaufnahme  und er hat eine so einseitige Darstellung nicht verdient), mich aber ziemlich. Ich gab die Geschichte meinem Freund zu lesen und er meinte: Du hast Dich ja richtig unsympathisch gemacht. (Es war übrigens nur eine Europalette und es war meine und es war nur der erste Stock und ich habe ihn nicht vom Fenster aus beschimpft, sondern in mich reingeärgert Wink ) Ich denke also, man kann gerade aus vielen Alltagssituationen Inspiration schöpfen und stimme Dir also absolut nicht zu, dass Dein Lebenslauf nicht als Basis für Kurzgeschichten tauge.
Dass Du Dich schwer von den Fakten lösen kannst, kann ich gut verstehen. Dann lass sie erst einmal so, speicher sie als "Tücke_Original" ab und - wenn Du Lust hast – könntest Du den Text in eine andere Datei "Tücke_Fiktion" kopieren und damit dann experimentieren und die Figuren und Handlungen verfremden, überspitzen und so weiter. So hast Du Deine Erinnerung und noch ein fiktives Experiment. Oder ... und jetzt zu dem schockierenden Satz: Du behältst die Kurzgeschichte einfach so, wie sie ist. Ich war wirklich erschrocken, dass Du so weit über das Ziel hinausschießt und die Geschichte dann gleich in der Versenkung verschwinden lassen willst. Du hast hier so viel positiven Zuspruch bekommen, so viele fanden den Schreibstil schön, die Szenerie interessant und es ist ja auch der erste Entwurf. Noch hast Du daran ja noch nicht gearbeitet. Du bist hier doch schon eine Zeit dabei, Du weißt doch, wie viele neue Versionen gepostet werden, bis sich eine zufriedene Mehrheit findet. Also bitte nicht versenken, nur aufheben und warten, bis die Muse kommt.

Zitat:
und für die Blumen, die du auch verteilst. Hat mich gefreut.

Die Blumen waren echt und angebracht.

Liebe Grüße
Selanna

Edit: Klemens' Anregung finde ich sehr treffend. Das ist wahrscheinlich der beste Weg, Deine Erinnerung zu wahren und trotzdem den Text zu optimieren.


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Nur ein mittelmäßiger Mensch ist immer in Hochform. - William Somerset Maugham
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DLurie
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 110
Wohnort: Düsseldorf


BeitragVerfasst am: 28.08.2019 12:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Klara

danke fürs Lesen und die Tipps.

Kiara hat Folgendes geschrieben:

Spontaner Einfall aus den irren Irrungen: Er geht in den Keller, trifft auf einen Toten / einen Zombie / ein Zeitreisetor oder wasweißich, erlebt eine krasse Geschichte und viele Abenteuer...

Einen Zombie? Das wäre echt Neuland für mich...das kriege ich nicht hin. Aber er könnte dem Gott des Handwerks begegnen, der als Ratte in Arbeitshosen in Erscheinung tritt und ihm ein paar wertvolle Ratschläge gibt. Smile

LG
DLurie


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(F. Dürrenmatt, Theaterprobleme)
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Kiara
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 40
Beiträge: 799
Wohnort: bayerisch-Schwaben


BeitragVerfasst am: 28.08.2019 12:57    Titel: Antworten mit Zitat

DLurie hat Folgendes geschrieben:
...er könnte dem Gott des Handwerks begegnen, der als Ratte in Arbeitshosen in Erscheinung tritt und ihm ein paar wertvolle Ratschläge gibt. Smile

Auch brillant smile Du hast gute Ideen! Ikea, der Gott des Billigtischlers. Obi, der Heimwerkergott.
Herrje.
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DLurie
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 110
Wohnort: Düsseldorf


BeitragVerfasst am: 28.08.2019 12:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Klemens,

danke fürs Lesen und die Anmerkungen.


Klemens_Fitte hat Folgendes geschrieben:
Mich hat dieser letzte Teil seltsamerweise mit dem Text versöhnt..

Du hast doch nicht auch ein Heimwerker-Trauma??


Zitat:
Eigentlich lag es seinem aufgeklärten Verstand völlig fern, Dingen irgendwelche Intentionen zu unterstellen. Dennoch empfand er das, was ihm gerade widerfuhr als gemein und ungerecht, empörend ungerecht.


Zitat:
Es lag ihm fern, den Dingen irgendwelche Intentionen zu unterstellen, und doch empfand er das, was ihm gerade widerfuhr, als gemein und ungerecht, empörend ungerecht sogar.


Bei Texten von andern, fallen mir die 'EIGENTLICHS' immer sofort auf.

Klemens_Fitte hat Folgendes geschrieben:

Dialoge kürzen – oder etwas einfallsreicher gestalten – ein wenig aus der IKEA-Aufbau-Fail-Humorecke raus und die Erzählstimme noch einen Ticken nüchterner – dann trägt der Text. Wieso auch nicht?

Ja - die Dialoge sind ziemlich 0815, da kann ich nachbessern.  Dass jemandem meine Erzählstimme nicht nüchtern genug ist...,ich dachte immer, die sei schon recht trocken.

LG
DLurie


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Pia
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

Alter: 65
Beiträge: 50



BeitragVerfasst am: 28.08.2019 13:10    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, leider fehlt mir auch etwas das Besondere  Sad . Sorry!
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DLurie
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 110
Wohnort: Düsseldorf


BeitragVerfasst am: 28.08.2019 13:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Selanna,

Selanna hat Folgendes geschrieben:


wie Du Dir denken kannst, habe ich Deine Antwort stetig vor mich hinnickend gelesen, bis zum letzten Satz, da hast Du mich verstört.

Die Idee, die stark autobiographisch gefärbten Geschichten in der Versenkung verschwinden zu lassen, entsprang eher einer Verärgerung darüber, dass ich immer noch sklavisch am Faktischen klebe. Ich dachte, ich wäre da inzwischen ein gutes Stück weiter. Versenkung meinte jetzt auch nicht: wegschmeißen; eher verwahren wie ein Tagebuch...  

Selanna hat Folgendes geschrieben:

Aber bei meinen ersten Kurzgeschichten schöpfe ich auch aus meinem eigenen Leben und das ist mit Sicherheit nicht spannender als Deines

Da wär ich mir mal nicht so sicher. Meines verlief oft nach dem Motto:
Heute nichts passiert. Auch schön! (Ich glaube, das stammt von Mozart)
 
Deine Idee mit  "Tücke_Original" und  "Tücke_Fiktion" werde ich in diesem Fall wohl aufnehmen, einige Ideen für die "Tücke Fiktion"-Abteilung konnte ich ja hier schon einsammeln.

LG
DLurie


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Elodin
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber


Beiträge: 15
Wohnort: Österreich


BeitragVerfasst am: 06.11.2019 17:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, also die Geschichte könntest Du über mich geschrieben haben. Besser gesagt mich und meine Frau oder besser meiner Frau und MICH Very Happy

Und das ist genau das Problem. Leser erwarten keine Geschichten aus dem Alltag, obwohl soweit gut geschrieben und schmunzler erweckend aufgrund eigener Erfahrung. Erzähle ich das meinem Nachbar, sagt der sicher: "Das kenne ich, geht mir auch so!" Dann gibt es noch den anderen Nachbar der mir erklärt: "Da ist doch nix dabei, ruf mich an und ich mach das für dich." Im Hintergrund spielt das Lied "Irgend ein Depp bohrt immer von Reinhard Mey.

Entweder ist spätestens im Keller der Killer oder wenn er rauf kommt die Frau tot oder weg. Dann fahren wir fort mit der Geschichte!


_________________
Liebe Grüße

Mathias
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DLurie
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 110
Wohnort: Düsseldorf


BeitragVerfasst am: 06.11.2019 18:09    Titel: Antworten mit Zitat

Elodin hat Folgendes geschrieben:

Und das ist genau das Problem. Leser erwarten keine Geschichten aus dem Alltag,


Hi Elodin,
danke für das Feedback.
Weiß nicht , ob man dies in dieser Allgemeinheit sagen kann. Gibt es den Leser?
Vielleicht ist sie auch einfach noch nicht gut genug geschrieben...
LG
DLurie


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