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Der Husten


 

 
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Inkognito
Hobbyautor


Beiträge: 477



BeitragVerfasst am: 07.09.2019 13:51    Titel: Der Husten eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Dieser Beitrag wurde auf Wunsch des Autors inkognito eingestellt.

Hallo
Das ist der Anfang einer Kurzgeschichte. Mag jemand lesen und etwas dazu schreiben?

Ich kenne den Weg in dein Wohnzimmer. Trotzdem bin ich froh, dass du vor mir gehst. So kann ich ungeniert deinen Gewichtsverlust abschätzen. Zehn Kilo, mindestens. Nur noch der breite Ledergürtel hält deine Jeans auf der Hüfte. Ich unterdrücke das Räuspern, in meinem Hals kratzt es. Um deinen schlanken Körper habe ich dich früher immer beneidet. Jetzt sorge ich mich nur noch. Dem Hustenreiz darf ich nicht nachgeben. Du sollst nicht denken, ich sei krank. Ich bin nicht krank, sonst wäre ich doch nicht gekommen. Luft anhalten bringt nicht den erwünschten Effekt. Zu spät drücke ich die Handfläche gegen den Mund. Der Husten entlädt sich prustend.
An meinem Handgelenk hängt der vollgestopfte Beutel, zieht den Arm wieder nach unten. Der Duft nach reifen Äpfeln tröstet mich für einen Augenblick.

Natürlich überhörst du meinen Husten nicht. Fragst du deswegen, ob ich einen Tee will? Nein, will ich nicht, weiß aber nicht, ob ich ablehnen darf. Vielleicht gehört es sich nicht. Du lächelst mich an, aber das ist nicht das Lächeln von früher. Es krampft auf dem halben Weg, zerrt an deinen Wangen. Mir wäre lieber, du würdest schimpfen, schreien, Teller gegen den Boden schmettern. Damit würde ich irgendwie umgehen können. Zuhören und Scherben aufsammeln.

Ja, ich werde den Tee trinken. Ich möchte nicht, dass du denkst, ich würde mich ekeln. Ich ekel mich nicht, aber wenn ich ablehne, wirst du vielleicht meinen, ich wäre wie der Bruder meiner Nachbarin, über den wir früher geredet haben. Weil sie sich nach der Chemotherapie immer erbrochen hatte, wollte er bei ihr weder essen noch trinken. Sechs Hundert Kilometer war er zu ihr gefahren, um sie noch einmal zu sehen. Sie hatte Sauerbraten geschmort, seine Lieblingsspeise. In ihrem Zustand war das schon der Wahnsinn. Später, in der Mülltonne, hatten sich die Maden vor Genuss gekringelt. So kurz vor ihrem Tod hätte er sich aber auch überwinden können.

Welchen Tee ich trinken will? Am liebsten gar keinen. Ich will dir keine Umstände bereiten, aber wenn ich das sage, wirst du mir nicht glauben. Je mehr man sich erklärt, desto weniger glauben einem die Leute. Wie oft habe ich mich schon bis ins Unglaubwürdige rechtfertigt. Dabei weiß ich doch am besten, was ich fühle. Den Hustenreiz. Verdammt, hört der endlich auf? Ich atme ganz flach. 

 „Schön, dass du da bist“, sagst du, und ich weiß nicht, ob du es wirklich so meinst. Deine Emotionen und Gefühle kommen nur verschlüsselt bei mir an. Es liegt nicht an mir. Ich spüre, du möchtest mir keine Chance geben, sie mitzuempfinden. Was ist aus unserer Freundschaft geworden? Bei jedem Schritt dir entgegen befürchte ich, ins Leere zu treten.

 „Hier, nimm das“, lenke ich ab und drücke dir umständlich die Stofftasche in die Hände.
Du ziehst die Henkel auseinander, blickst flüchtig hinein.
 „Äpfel aus deinem Garten, das ist so lieb“, sagst du und fügst bedauernd hinzu: „Leider verträgt Maya die nicht.“  
Das ist kein Vorwurf, natürlich nicht. Warum fühle ich mich jetzt so überflüssig? Langsam, ganz langsam streckst du mir den Beutel wieder entgegen.
 „Nimm sie wieder mit. Vielleicht will die jemand anders haben.“
Ich rieche das Parfüm der Äpfel wieder, James Grive, so gut duftet keine andere Sorte. Mir wäre jetzt lieber, du würdest wenigstens Freude vortäuschen. In den Mülleimer kannst du die immer noch werfen.
 „Einen Pfefferminztee trinke ich gern“, krächzte ich mit dem letzten Fetzchen Luft, das in meinem Kehlkopf sitzt. Vom unterdrückten Hustenreiz glühen mir die Wangen. Ich muss husten! Geh doch endlich den Tee kochen. Geh doch!

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SannyB
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 82
Wohnort: BaWü


BeitragVerfasst am: 08.09.2019 18:35    Titel: Re: Der Husten Antworten mit Zitat

Hallo,

ein schwieriges Thema... Du bringst das Vertrackte der Lage und die inneren Kämpfe der beiden gut rüber.
Die Situationen, die Du beschreibst sind ziemlich heftig. Sowohl der Sohn, der den Sauerbraten seiner totkranken Mutter nicht isst, als auch das Ablehnen der mitgebrachten Äpfel. Traurig und herzzerreißend.

Inkognito hat Folgendes geschrieben:
Ich kenne den Weg in dein Wohnzimmer. Trotzdem bin ich froh, dass du vor mir gehst. So kann ich ungeniert deinen Gewichtsverlust abschätzen. Das klingt für mich für diese Situation umpassend. Ich dachte durch diese Formulierung zuerst, dass er bei einer zuvor übergewichtigen Frau bewundernd schaut, wie viel besser ihre Figur durchs Abnehmen geworden ist. Vielleicht eher: So habe ich die Gelegenheit unbemerkt abzuschätzen, wieviel Gewicht Du verloren hast. Zehn Kilo, mindestens. Nur noch der breite Ledergürtel hält deine Jeans auf der Hüfte. Ich unterdrücke das Räuspern, in meinem Hals kratzt es. Um deinen schlanken Körper habe ich dich früher immer beneidet. Jetzt sorge ich mich nur noch. Dem Hustenreiz darf ich nicht nachgeben. Du sollst nicht denken, ich sei krank. Ich bin nicht krank, sonst wäre ich doch nicht gekommen. Luft anhalten bringt nicht den erwünschten Effekt. Zu spät drücke ich die Handfläche gegen den Mund. Der Husten entlädt sich prustend.
An meinem Handgelenk hängt der vollgestopfte Beutel, zieht den Arm wieder nach unten. Der Duft nach reifen Äpfeln tröstet mich für einen Augenblick.

Natürlich überhörst du meinen Husten nicht. Fragst du deswegen, ob ich einen Tee will? Nein, will ich nicht, weiß aber nicht, ob ich ablehnen darf. Vielleicht gehört es sich nicht. Du lächelst mich an, aber das ist nicht das Lächeln von früher. Es krampft auf dem halben Weg, zerrt an deinen Wangen. Mir wäre lieber, du würdest schimpfen, schreien, Teller gegen den Boden schmettern. Damit würde ich irgendwie umgehen können. Zuhören und Scherben aufsammeln.

Ja, ich werde den Tee trinken. Ich möchte nicht, dass du denkst, ich würde mich ekeln. Ich ekel mich nicht, aber wenn ich ablehne, wirst du vielleicht meinen, ich wäre wie der Bruder meiner Nachbarin, über den wir früher geredet haben. Weil sie sich nach der Chemotherapie immer erbrochen hatte, wollte er bei ihr weder essen noch trinken. Sechs Hundert Kilometer war er zu ihr gefahren, um sie noch einmal zu sehen. Sie hatte Sauerbraten geschmort, seine Lieblingsspeise. In ihrem Zustand war das schon der Wahnsinn. Später, in der Mülltonne, hatten sich die Maden vor Genuss gekringelt. So kurz vor ihrem Tod hätte er sich aber auch überwinden können.

Welchen Tee ich trinken will? Am liebsten gar keinen. Ich will dir keine Umstände bereiten, aber wenn ich das sage, wirst du mir nicht glauben. Je mehr man sich erklärt, desto weniger glauben einem die Leute. Wie oft habe ich mich schon bis ins Unglaubwürdige rechtfertigt. Dabei weiß ich doch am besten, was ich fühle. Den Hustenreiz. Verdammt, hört der endlich auf? Ich atme ganz flach. 

 „Schön, dass du da bist“, sagst du, und ich weiß nicht, ob du es wirklich so meinst. Deine Emotionen und Gefühle kommen nur verschlüsselt bei mir an. Es liegt nicht an mir. Ich spüre, du möchtest mir keine Chance geben, sie mitzuempfinden. Was ist aus unserer Freundschaft geworden? Bei jedem Schritt dir entgegen befürchte ich, ins Leere zu treten. Dieser Satz wirkt gekünstelt, als wäre er einem schlecht gereimten Gedicht entnommen. Vielleicht sitzt auch nur das Komma falsch. Mein Vorschlag: Bei jedem Schritt, den ich Dir entgegen gehe, fürchte ich ins Leere zu treten.

 „Hier, nimm das“, lenke ich ab und drücke dir umständlich die Stofftasche in die Hände.
Du ziehst die Henkel auseinander, blickst flüchtig hinein.
 „Äpfel aus deinem Garten, das ist so lieb“, sagst du und fügst bedauernd hinzu: „Leider verträgt Maya die nicht.“ (wer ist Maya? und verträgt sie selbst - also die Kranke - die Äpfel auch nicht?)
Das ist kein Vorwurf, natürlich nicht. Warum fühle ich mich jetzt so überflüssig? Langsam, ganz langsam streckst du mir den Beutel wieder entgegen.
 „Nimm sie wieder mit. Vielleicht will die jemand anders haben.“
Ich rieche das Parfüm der Äpfel wieder, James Grive, so gut duftet keine andere Sorte. Mir wäre jetzt lieber, du würdest wenigstens Freude vortäuschen. In den Mülleimer kannst du die immer noch werfen.
 „Einen Pfefferminztee trinke ich gern“, krächzte ich mit dem letzten Fetzchen Luft, das in meinem Kehlkopf sitzt. Vom unterdrückten Hustenreiz glühen mir die Wangen. Ich muss husten! Geh doch endlich den Tee kochen. Geh doch!


Viele Grüße,
Sanny
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Inkognito
Hobbyautor


Beiträge: 477



BeitragVerfasst am: 08.09.2019 20:40    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

SannyB
 Danke sehr fürs Lesen, Feedback, und vor allem für die Vorschläge, die sehr nützlich sind.

Der von dir vorgeschlagene Satz passt sehr gut zum Tenor der Geschichte. Du hast recht, „abschätzen“ geht da gar nicht.

Mit dem Satz mit der Leere war ich noch nicht zufrieden. Mal sehen, wie ich das besser lösen kann.

Ohne Maya gäbe es diese Geschichte nicht. Und die zwei Freundinnen kennen sich gut genug, um zu wissen, dass die eine keine Äpfel mag. Soll ich das explizit erwähnen? (Unentschlossen)

Die KG geht ja noch weiter

Nochmal vielen Dank für Deine Hilfe
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ink_in_mind
Geschlecht:männlichAutor


Beiträge: 854
Wohnort: Köln


BeitragVerfasst am: 09.09.2019 21:03    Titel: Antworten mit Zitat

Mir ist das zu offensichtlich auf den Leser zugeschnitten. Der innere Monolog wird zum Ellenbogenstupsen: "Sie hat den Husten bemerkt, weil sie mich fragt, ob ich einen Tee will, weißt du?" Das muss in meinen Augen alles ein wenig authentischer daherkommen, der Leser für den Protagonisten unsichtbar werden.

Just my 2 cents.

LG
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Inkognito
Hobbyautor


Beiträge: 477



BeitragVerfasst am: 09.09.2019 22:22    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo ink_in_mind

Danke für deinen Eindruck. Bin zwar ein wenig ratlos, weil der innere Monolog die Zerrissenheit der Figur zeigen soll. Wahrscheinlich ist mir das nicht so gelungen, wie ich es wollte.

LG
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ink_in_mind
Geschlecht:männlichAutor


Beiträge: 854
Wohnort: Köln


BeitragVerfasst am: 09.09.2019 22:53    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
[...] wenig ratlos, weil der innere Monolog die Zerrissenheit der Figur zeigen soll.


Das habe ich auch gar nicht angezweifelt.

Ich will sagen: Es sollte deutlicher werden, dass der Protagonist ein Gespräch mit sich selbst führt, nicht mit dem Leser.
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DLurie
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 62
Beiträge: 56
Wohnort: Düsseldorf


BeitragVerfasst am: 09.09.2019 23:37    Titel: Re: Der Husten Antworten mit Zitat

Hallo Inkognito,

ich schleiche jetzt schon eine ganze Weile um diesen Text herum. Schwere Kost, aber ein im positiven Sinne widerständiger Text, der mich auf jeden Fall neugierig auf die Fortsetzung macht.
  
Ein paar Kleinigkeiten würde ich ändern. SannyB hat hier z.T. auch schon Änderungsvorschläge gemacht, die in eine ähnliche Richtung weisen.

Inkognito hat Folgendes geschrieben:


Ich kenne den Weg in dein Wohnzimmer. Trotzdem bin ich froh, dass du vor mir gehst. So kann ich ungeniert deinen Gewichtsverlust abschätzen.
Alternativvorschlag: Du gehst vor mir ins Wohnzimmer, so kann ich unbemerkt deinen Gewichtsverlust abschätzen


Inkognito hat Folgendes geschrieben:

An meinem Handgelenk hängt der vollgestopfte Beutel, zieht den Arm wieder nach unten. Der Duft nach reifen Äpfeln tröstet mich für einen Augenblick.
Alternativvorschlag: An meinem Handgelenk hängt der mit Äpfeln gefüllte Beutel, zieht den Arm wieder nach unten. Der Duft der reifen Früchte tröstet mich für einen Augenblick


Inkognito hat Folgendes geschrieben:

Natürlich überhörst du meinen Husten nicht. Fragst du deswegen, ob ich einen Tee will? Nein, will ich nicht, weiß aber nicht, ob ich ablehnen darf. Vielleicht gehört es sich nicht. Du lächelst mich an, aber das ist nicht das Lächeln von früher. Es krampft auf dem halben Weg, zerrt an deinen Wangen. Mir wäre lieber, du würdest schimpfen, schreien, Teller gegen den Boden schmettern. Damit würde ich irgendwie umgehen können. Zuhören und Scherben aufsammeln.

Ja, ich werde den Tee trinken. Ich möchte nicht, dass du denkst, ich würde mich ekeln. Ich ekel mich nicht, aber wenn ich ablehne, wirst du vielleicht meinen, ich wäre wie der Bruder meiner Nachbarin, über den wir früher geredet haben. Weil sie sich nach der Chemotherapie immer erbrochen hatte, wollte er bei ihr weder essen noch trinken. Sechs Hundert Kilometer war er zu ihr gefahren, um sie noch einmal zu sehen. Sie hatte Sauerbraten geschmort, seine Lieblingsspeise. In ihrem Zustand war das schon der Wahnsinn. Später, in der Mülltonne, hatten sich die Maden vor Genuss gekringelt. So kurz vor ihrem Tod hätte er sich aber auch überwinden können.


Und dann noch die Stelle mit Maya, über die auch SannyB gestolpert ist.

LG
DLurie


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Bei vielen Menschen ist es bereits eine Unverschämtheit, wenn sie Ich sagen.
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Inkognito
Hobbyautor


Beiträge: 477



BeitragVerfasst am: 10.09.2019 06:47    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Guten Morgen  ink_in_mind

Ich spreche den Leser doch nirgends direkt an? Magst du mir die Stelle zeigen, die dich am meisten stört?

LG
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Inkognito
Hobbyautor


Beiträge: 477



BeitragVerfasst am: 10.09.2019 06:57    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Guten Morgen DLurie,
Danke sehr fürs Lesen und Feedback zurück lassen.
Ja, der Anfang. Gefällt mir gut, dein Vorschlag. Ist einfacher als meiner. (Positiv gemeint)

„Mit Äpfeln gefüllt“ klingt auch eleganter als „vollgestopft“. Danke.

Ja, ich sehe, ich muss eindeutig hinzufügen, dass die Freundin keine Äpfel mag. Sie waren für Maya gedacht. Sie wird an dieser Stelle das erste mal erwähnt.

Aber warum meine Maden? ohh
Ich will die Maden nicht hergeben Wink

LG
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DLurie
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 62
Beiträge: 56
Wohnort: Düsseldorf


BeitragVerfasst am: 10.09.2019 11:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Inkognito

Inkognito hat Folgendes geschrieben:


Aber warum meine Maden? ohh
Ich will die Maden nicht hergeben Wink

LG


Ist nur ein ganz subjektiver Eindruck. Die Passage ist ohnehin schon
heftig und da setzt du mit dem Bild der Fäulnis noch einen drauf.
Ich bin da vielleicht auch einfach zu empfindlich.
LG
DLurie


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(Th.W.Adorno, Minima Moralia)
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träumerchen
Sonntagsschreiber


Beiträge: 25
Wohnort: Leipzig


BeitragVerfasst am: 10.09.2019 18:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inkognito,
toller Text, macht echt Lust auf mehr. Wenn ich mich einfach mal in die Diskussion einklinken darf: Ich fand gerade den Satz mit den Maden total genial. der hat mich richtig vom Hocker gerissen. Allerdings ist natürlich die Frage, mit was für einem Protagonisten wir es zu tun haben. Hat er schwarzen Humor? Dann finde ich die Stelle sehr pasend
LG träumerchen
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Inkognito
Hobbyautor


Beiträge: 477



BeitragVerfasst am: 10.09.2019 21:02    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

DLurie hat Folgendes geschrieben:



Ist nur ein ganz subjektiver Eindruck. Die Passage ist ohnehin schon
heftig und da setzt du mit dem Bild der Fäulnis noch einen drauf.
Ich bin da vielleicht auch einfach zu empfindlich.

DLurie


Hallo DLurie

Nein, bist Du nicht. Wie wir auf bestimmte Sachen reagieren, ist die Summe unserer Erlebnisse, Beobachtungen, Erziehung usw. Wenn es Dir zu viel ist, dann ist es so und ich kann es verstehen.
Ich danke Dir sehr dafür, Empfindungen mir mitzuteilen. Ich schätze es sehr.
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Inkognito
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Beiträge: 477



BeitragVerfasst am: 10.09.2019 21:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo träumerchen

Vielen Dank für Dein Feedback. Habe mich sehr gefreut, dass die Geschichte dich angesprochen hat.

Wie unterschiedlich wir Menschen empfinden können. Ist auch gut so. Und ja, die Protagonistin wird noch so manches raushauen, in Gedanken wie auch ihrer Freundin gegenüber, bedingt durch die wachsende Wut, die in Rat- und Machtlosigkeit wurzelt.
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DLurie
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Beiträge: 56
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BeitragVerfasst am: 10.09.2019 21:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Inkognito

Inkognito hat Folgendes geschrieben:

Wie wir auf bestimmte Sachen reagieren, ist die Summe unserer Erlebnisse, Beobachtungen, Erziehung usw. Wenn es Dir zu viel ist, dann ist es so und ich kann es verstehen.

Anhand der völlig unterschiedlichen Reaktion von träumerchen und mir auf dem Maden-Satz siehst du eigentlich nur, wie unterschiedlich die individuellen Toleranzgrenzen sind. träumerchen sieht hier sogar schwarzen Humor im Spiel, ich erwarte eher eine Story, die ziemlich humorfrei ist.
Was ich sagen will: Diese rein subjektiven Eindrücke sind nur dann für den Autor verwertbar, wenn weitgehende Übereinstimmung im Publikum besteht, ansonsten verwirren sie eher. Oder aber ich finde objektivierbare Gründe für mein Unbehagen, was hier nicht der Fall ist. Insofern hätte ich mich bezüglich des Maden-Satzes eigentlich zurückhalten müssen.

Bin im jedem Fall gespannt auf die Fortsetzung.
LG
Dlurie


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Inkognito
Hobbyautor


Beiträge: 477



BeitragVerfasst am: 11.09.2019 22:20    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

DLurie hat Folgendes geschrieben:


Was ich sagen will: Diese rein subjektiven Eindrücke sind nur dann für den Autor verwertbar, wenn weitgehende Übereinstimmung im Publikum besteht, ansonsten verwirren sie eher. Oder aber ich finde objektivierbare Gründe für mein Unbehagen, was hier nicht der Fall ist. Insofern hätte ich mich bezüglich des Maden-Satzes eigentlich zurückhalten müssen.

Dlurie


Lieber DLurie

Wo sollen wir bei der Kritik fremder Texte die Objektivitätslinie setzen? Ist das überhaupt möglich? (Na vielleicht bei der Grammatik/Rechtschreibung) Ansonsten ist doch alles in Ordnung. Du kannst schreiben, was Dir auffällt, ich kann es durchdenken und überlegen, ob es mir nützlich ist. Mach Dir doch keine Gedanken darüber. Deine Kritik ist für mich so oder so wertvoll.
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DLurie
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Alter: 62
Beiträge: 56
Wohnort: Düsseldorf


BeitragVerfasst am: 12.09.2019 11:42    Titel: Antworten mit Zitat

Inkognito hat Folgendes geschrieben:


Wo sollen wir bei der Kritik fremder Texte die Objektivitätslinie setzen? Ist das überhaupt möglich? (Na vielleicht bei der Grammatik/Rechtschreibung)


Hallo Ikogntio,
Ich würde dir das lieber als PN schreiben, da es doch weg von deinem Text führt. Das ist aber wohl nicht möglich, da du noch als Inkognito unterwegs bist..
Ich denke, dass es über die Grammatik/Rechtschreibung hinaus eine Menge objektivierbarer Qualitätsmerkmale für einen literarischen Text gibt. Insofern hilft mir ein simples gefällt mir nicht recht wenig, wenn nicht nachvollziehbare Gründe geliefert werden, warum. Ebenso wenig wie ein simples gefällt mir, das zwar meiner Eitelkeit schmeichelt, mich aber nicht weiterbringt, wenn ich mit dem Text selbst noch nicht zufrieden bin.
Vielleicht ticken wir da einfach anders..
  
LG
DLurie


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