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Erste Kapitel (vorerst) fertig - wie findet Ihr es?


 

 
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Gedankenwerkstatt
Geschlecht:männlichAbc-Schütze

Alter: 25
Beiträge: 5
Wohnort: Salzburg


BeitragVerfasst am: 17.08.2019 10:37    Titel: Erste Kapitel (vorerst) fertig - wie findet Ihr es? eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Grüß euch,

ich habe mich kurzerhand entschlossen bestimmte Ereignisse aufs Papier bzw. auf den Bildschirm zu bringen, bin mir aber nicht sicher, wie es bei anderen ankommt. Deswegen würde ich euch bitte, den Text im Spoiler (Mod-Edit: Spoiler entfernt, um die Textarbeit zu erleichtern) durchzulesen und mir eine konstruktive Kritik zu geben.
Bedenkt nur, dass es das erste mal ist, dass ich "etwas schreibe".

Kapitel 1

„Willst du etwas essen gehen?“ – die meisten würden sich wahrscheinlich freuen, wenn sie eine solche Nachricht, von einem guten Freund noch dazu, auf dem Handy lesen würden. Ich hingegen bekomme jedes Mal wieder aufs Neue ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Jedes Mal wieder aufs Neue musste ich Ausreden finden, warum ich nicht mitkonnte. Von „ich habe schon gegessen“ bis „gar nicht zurückschreiben und das Handy ausschalten“ war alles dabei. Aber warum?

Um das schlüssig erzählen zu können, muss ich etwas weiter holen.
Das Ganze fing leider schon vor vielen Jahren an. Ich wuchs, mit meinen 2 Geschwistern, nach der Scheidung meiner Eltern, in relativ bescheidenen Verhältnissen auf. Aus heutiger Sicht darf ich mich darüber aber absolut nicht beschweren. Wir hatten immer ein Dach über den Kopf und bis auf wenige Ausnahmen auch immer einen gefüllten Kühlschrank. Nur sieht man das als Jugendlicher etwas anderes. Ich nahm diese Dinger immer als selbstverständlich hin und es passierte öfter als einmal, dass ich meiner Mom in einem Streitgespräch Sätze wie „Es ist deine Aufgabe, dass etwas zu esse im Haus ist, und nicht meine! Wenn du nicht für deine eigenen Kinder sorgen kannst, hättest du lieber gar keine bekommen! Lieber keine Mutter, als eine schlechte!“ an den Kopf warf. Mir war absolut klar, dass ich damit einen wunden Punkt treffe und sie damit auch verletzte. Dass ich sie daraufhin des Öfteren weinen sah, war keine Seltenheit. Dies war in diesen Augenblicken aber auch meine Absicht. Ein ziemlich dämliches Verhalten, wenn ich heute daran zurückdenke. Erst jetzt kann ich begreifen, wie schwer es für meine Mutter wirklich gewesen muss, als alleinerziehende Mutter von drei Kindern, deren individuellen Bedürfnissen nachzukommen – und das mit beschränkten Mitteln. Auch, als sie einen Samstagsjob in einem Lebensmittelmarkt bei uns in der Nähe, annahm, konnte ich dies nicht wirklich würdigen oder ernst nehme, sondern machte mich offen darüber lustig.
„Das bisschen Regal einräumen ist doch keine Arbeit. Schon gar nicht, wenn man stundenlange Pausen hat“. Als ob das nicht schon genügen würden, arbeitete sie auch als Reinigungskraft in einem Sonnenstudio nicht weit weg von unserer Wohnung. Dort putze sie von meistens von vier bis ca. halb sechs Uhr morgens. Da ich meistens um diese Zeit noch geschlafen habe, habe ich es auch nicht wirklich wahrgenommen. Ich wusste zwar, dass sie dort arbeitete, aber wenn man etwas nicht wirklich mitkriegt, dann vergisst man das relativ schnell. An dieser Stelle: Danke Mama, für alles was du für uns getan hast. Für all die Dinge, auf die du verzichtet hast, damit wir glücklich sind. Für all die Dinge, von denen ich vielleicht gar nichts weiß!
Natürlich gab es auch noch meinen Dad, welcher nach der Scheidung in eine kleine Garconniere rund 40km von uns wegzog. Die Scheidung meiner Eltern war für mich grundsätzlich nichts, was mich besonders berührt hat. Es war mir mehr oder weniger egal. Ich und meine Geschwister sahen unseren Dad anfangs noch jedes Wochenende und unternahmen jedes Mal etwas Neues. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich mich auf die Wochenenden nicht gefreut hätte. Das lag aber mehr daran, dass wir immer etwas unternommen haben, was mit meiner Mom aus finanziellen Gründen nicht möglich war. Natürlich freute ich mich auch, meinen Vater zu sehen, konnte es aber nie wirklich zeigen. Ich konnte weder zu meinem Vater noch zu meiner Mutter oder irgendeinem meiner Geschwister irgendwann mal „Ich hab dich lieb“ sagen. Ich brachte es einfach nicht über die Lippen.
Mit der Zeit wurde das dann die wöchentlichen Besuche bei du von meinem Vater auch immer weniger, was für mich auch nicht weiter schlimm war. Ich entwickelte meine eigenen Interessen, traf mich vermehrte mit meinen Freunden -besser gesagt mit dem einen Freund, den ich zu diesem Zeitpunkt hatte- freute mich aber am meisten, dass ich endlich mit der Hauptschule fertig war.
Entgegengesetzt zu meinen Freunden freute ich mich nicht über die Sommerferien. Viel mehr freute ich mich, dass ich den Aufnahmetest für eine weiterführende Schule geschafft habe und konnte es kaum erwarten bis es los ging. Mein Langzeitplan war es immer, mich irgendwann Ingenieur nennen zu dürfen. Deswegen entschied ich mich für eine Ausbildung in der HTBLA (Höhere Technische Bundeslehranstalt) im Bereich der Betriebsinformatik.
Ich merkte relativ schnell, dass hier ein anderer Wind weht, als in meiner alten Schule. Ein paar Tage blau zu machen, können einen schnell aus der Bahn werfen. Und genau das ist auch passiert.
Wie es jedem in seiner Schulzeit mal passiert ist, gibt es einfach solche Tage an denen man absolut keine Lust hat irgendwas zu machen und am liebsten einfach im Bett liegen zu bleiben. Und was macht man als Schüler dann? Richtig! Man ist „krank“. Ich wurde immer öfter „krank“ und wenn ich mal wieder in der Schule war, realisierte ich schnell, dass dies ein sehr großer Fehler war. Ich hatte absolut keine Ahnung wovon der Professor sprach und hatte jeden Tag aufs Neue Angst, dass er mich irgendetwas fragen würde. Oder noch schlimmer, dass er mich an die Tafel holen würde. Man kann denke ich mal, verstehen, dass ich dann immer noch weniger Lust und Motivation aufbringen konnte, am Morgen aufzustehen und in die Schule zu fahren. Eigentlich hatte ich Glück und die Schule war ca. 15 Gehminuten von meinem damaligen Zuhause entfernt, aber durch Renovierungsarbeiten war die Schule provisorisch in einer alten Kaserne, ca. 30 Minuten mit dem Zug entfernt, untergebracht. Dadurch war ich nicht erst in der Schule mit seiner zuwachsenden Abwesenheit konfrontiert, sondern bereits in der Bahn, mit welcher natürlich auch meine damaligen Klassenkameraden gefahren sind. Das man sich da den einen oder anderen blöden Spruch anhören musste, kann man sich denken. Ich habe ein relativ dickes Fell und diese Sticheleien machten mir nichts aus, aber sie fingen an zu nerven. Also erzählte ich eine frei erfundene und nicht sehr überlegte Geschichte, welche, wenn man sich mit der Materie etwas befasst, auch nicht nur keinen Sinn machte, sondern auch noch respektlos gegenüber all jeden ist, welche sich wirklich damit befassen müssen. Ich sagte meinen Klassenkameraden, dass ich Krebs hätte und deswegen so oft fehlen würde. In div. Dr. House Folgen habe ich so Sachen wie „Strahlentherapie“ aufgeschnappt und dachte mir nur „Ey, die kennen sich sowieso nicht aus, also werden sie es mir schon glauben“.
Mich wundert es bis heute, dass es niemand hinterfragt oder zumindest einmal nachgefragt hat. Ich habe jeden Tag damit gerechnet, dass mich irgendein Lehrer darauf anspricht oder zu Hause anruft. Vor Allem, da ich nie irgendwelche Krankmeldungen, Zeitbestätigungen oder ähnliches vorgelegt habe und inzwischen praktisch gar nicht mehr in die Schule gekommen bin. Dementsprechend sah auch mein Halbjahreszeugnis aus, welches ich mir auch nicht selbst abgeholt habe, sondern per Post zugeschickt bekommen wurde. Zu dieser Zeit, wurde ich besonders um die Mittagszeit rum, sehr nervös, denn ich musste ja irgendwie das Zeugnis aus der Post abfangen, bevor meine Mutter es in die Finger bekommt. Ich ging immer wieder freiwillig und sogar mehrmals am Tag aus dem zweiten Stock runter ins Erdgeschoss, um nachzusehen, ob der Postler schon da war. Spätestens hier hätte meine Mutter Verdacht geschöpft, wenn sie es mitbekommen hätte. Als ich irgendwann das Zeugnis in Händen hielt, war ich so sehr erleichtert, dass ich das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekam. Jetzt musste ich es nur noch irgendwie in mein Zimmer kriegen, ohne das meine Mutter es sieht und es verstecken. Natürlich wollten meine Eltern mein Zeugnis sehen. Ich vertröstete sie immer wieder damit, dass ich es in der Schule vergessen hätte und es ihnen erst nach den Semesterferien zeigen könnte. Sie glaubten mir nicht, aber konnten mir auch nicht das Gegenteil beweisen.
Eines Tages fand meine Mom das Zeugnis in dem Saustall, den ich „mein Zimmer“ nannte, zwischen duzend anderen Papieren liegen und war natürlich geschockt und sauer zugleich. Ausnahmslos in jedem Fach wurde ich mit einem „Nicht beurteilt“ benotet. Ab diesen Punkt konnte ich es natürlich auch nicht weiter verheimlich und jede Ausrede, welche ich versucht habe, ihnen aufzutischen, war so lächerlich und unglaubwürdig, dass es schon fast eine Beleidigung war, zu denken, dass man mir sie glauben würde. Am Vormittag schrie mein Vater mich so sehr an, wie es zuvor noch nie der Fall war. Ich war froh, dass dies „nur“ am Telefon geschah, auch wenn es das nicht gebraucht hätte, denn man hätte ihn wahrscheinlich trotz der Entfernung von rund 40km, auch so gut hören können. Der Zeitpunkt war der wohl am denkbar ungünstigsten, denn am selben Tag war ein gemeinsamer Gang ins Stadion geplant, bei dem wir die Heimatmannschaft sehen und unterstützen wollten. Zumindest mein Dad. Mein Herz gehört einem anderen Verein, aber ein Gang ins Stadion ist immer ein Erlebnis – Mannschaftsunabhängig. Ich stelle mich also auf eine Fortsetzung der Schimpftirade ein, aber zu meiner Überraschung wurde das Thema an diesem Abend nicht mehr angesprochen.
Es war ein wenig naiv von mir zu denken, dass sich das Thema damit erledigt hatte beziehungsweise grundsätzlich zu denken, dass ich damit überhaupt durchkommen könnte. Es folgten, wie man sich denken kann, die Tage darauf einige ernstere Gespräche mit meinen Eltern. Vor Allem mit meinem Vater. Er machte mir unmissverständlich klar, dass wenn ich nicht schnell die Kurve kriegen würde, mir all meine Chancen bereits jetzt verbauen würde. Etwas überdramatisiert wie ich finde, aber es war genau der richtige Weg in diesem Moment, um mir klar zu machen, dass ich bereits jetzt dabei bin, die Weichen für mein Leben zu stellen. Er war nicht mehr sauer, er schrie auch nicht mehr, aber man merkte deutlich, dass ihm die Sache ernst war. So lange und intensiv hatten wir uns zuvor noch nie unterhalten. Ich kriegte anfangs wieder die Kurve und ging zu Semesterbeginn auch wieder in die Schule. Hochmotiviert das durchzuziehen, mich reinzuknien, den versäumten Lernstoff aufzuholen und eventuell doch noch irgendwie die Klasse zu bestehen. Ich wusste, dass das alles andere als leicht werden würde, aber ich wollte es zumindest versuchen. In den ersten Wochen kamen aber relativ schnell wie die alten Gefühle hoch, weshalb ich zuvor die Schule gemieden habe. Selbstzweifel, Nervosität und es kam mir generell so vor, als ob ich nicht dahin gehören würde. Ich hatte wieder Angst an die Tafel gerufen oder etwas gefragt zu werden. Ich war zwar anwesend, aber der neue Stoff baute auf den alten auf und somit verstand ich wieder nichts. Die alten Gedanken faden wieder Platz in meinem Kopf, und ich dachte wieder, dass es eine gute Idee wäre, einfach nicht mehr in die Schule zu gehen. All die Gespräche, welche ich mit meinen Eltern geführt habe, all die Konsequenzen, welche mir aufgezeigt wurden, einfach alles war plötzlich wie gelöscht und ehe ich mich versah, fiel ich wieder in alte Muster zurück.
Ein normaler Tag begann inzwischen so, dass ich mit meinem Rucksack pünktlich außer Haus ging, damit meine Mom nicht erneut Verdacht schöpften würde. Allerdings versteckte ich mich dann in der nähe unserer Wohnung wodurch ich beobachten konnte, wann meine Mom das Haus verließ. Sobald sie außer Sichtweite war, ging ich wieder in die Wohnung, setze mich zu meinem PC und spielte mein Spiel. Rückblickend muss ich leider zugeben, dass dieses Spiel auch ein ausschlaggebender Punkt war, warum ich wieder öfters „krank“ wurde. Es entwickelte sich zu einer regelrechten Sucht, für welche ich auch anfing, Geld auszugeben. Geld das ich nicht hatte. Ich bestellte via Handy mehrere Sachen, für das Spiel. Die Handyrechnung, welche zu diesem Zeitpunkt meine Mutter noch bezahlte, war dadurch deutlich gestiegen. Als sie mich darauf angesprochen hatte, sagte ich nur, dass ich in eine Abofalle geraten wäre. Sie war natürlich alles andere als begeistert davon, aber sie hatte auch keinerlei Grund anzunehmen, dass etwas anderes dahintersteckt. Sie dachte ja weiterhin, dass ich wieder brav zur Schule gehen würde. An den Tagen, an denen sie das Haus nicht verlies, verstecke ich mich in einem nahegelegenen Park, ging in ein „Restaurant“, welches bei einem Lebensmittelgeschäft Unterkunft fand und frühstückte dort genüsslich, was ironischerweise nur durch das Geld von meiner Mutter, welches für die Mittagspause vorgesehen wäre, möglich war oder fuhr einfach mit dem Zug durch die Gegend. Schließlich hatte ich keine Termine, Verpflichtungen oder ähnliches, und die Zeit bis zum theoretischen Schulschluss musste ich irgendwie überbrücken.
Und da sich von meiner Schule damals wieder keiner dafür verantwortlich fühlte, einmal bei mir zu Hause anzurufen oder wenigstens einen Brief zu schreiben, kam ich damit recht lange durch.
Ich wusste aber, dass mir mein Vater den Kopf abreisen würde, sollte er erfahren, dass ich wieder nicht zur Schule ging. Ich musste mir also etwas überlegen, wie es weitergehen soll.
Schule war offensichtlich nichts für mich, soviel stand fest. Ich begann damit, mir zu überlegen, welche Alternativen es geben würde.
Die erste Klasse wiederholen, und zu hoffen, dass ich dieses Mal durchhalte, kam für mich nicht in Frage. Den praktischen Weg einzuschlagen, und eine Lehrstelle zu suchen, klang für mich wesentlich attraktiver, auch wenn das bedeuten würde, dass ich den Ingenieurstitel erstmal vergessen musste.
Im Glauben die Lösung für meine Situation gefunden zu haben, musste ich feststellen, dass ich dafür neue Probleme habe. Was will ich überhaupt machen? Welche Lehrstellen gibt es? Wo kann man die Lehre machen? Wo kann ich meine Bewerbungen schreiben? Zu Hause war ja nicht möglich.
Mir fiel die alte Bibliothek wieder ein, in welcher in früher immer war. Dort stand auch ein PC, welchen man benutzen konnte. Ich fing die Suche nach einer Lehrstelle etwas planlos an, indem ich nur „Lehrstelle Salzburg“ in das Google Suchfeld eingab. Natürlich bekam ich unzählige Treffer, von denen sicher 80% Ausschreibungen zu einer spezifischen Ausbildung waren. Aber ich wusste ja noch nicht was es alles gibt oder was ich überhaupt machen möchte. Eine Internetseite listete mir alle möglichen Lehrberufe, welche in Österreich ausgebildet werden, auf. Schön und gut, aber mir persönlich hat diese Liste nicht weitergeholfen. Ich intensivierte meine Suche und stoß relativ schnell auf einen Test des Arbeitsamts, welcher mir anscheinend aufzeigen soll, welcher Beruf zu mir passt. Dieser Test bestand aus gefühlt tausend Multiple Choice Fragen und weiteren fünfhundert Fragen, wo ich einer bestimmten Tätigkeit auf einer Skala eine Wertigkeit zufügen soll. Nach ca. einer Stunde wurde mir eine Liste angezeigt, welcher Beruf laut meinen Antworten, am ehesten zu mir passen würde.
Vom Ergebnis selbst war ich wenig überrascht. Die ersten acht Antworten bezogen sich ausschließlich auf diverse technische Berufe. Angefangen vom Mechatroniker bis hin zum Seilbahntechniker war alles dabei. Nummer Neun hingegen fand ich etwas lustig. Gärtner.
Nach kurzem schmunzeln, verwarf ich die Vorstellung von mir als Gärtner recht schnell wieder und konzentrierte mich auf die ersten acht Ergebnisse und las mir dazugehörigen Berufsbeschreibungen durch. Es klangen alle sehr interessant und ich konnte mir auch vorstellen, in diesen Bereichen zu arbeiten. Ich war in den nächsten Tagen von früh bis spät in der Bibliothek. Auch hier fragte die Mitarbeiterin der Bibliothek nicht nach, ob ich nicht zu Schule müsse oder ähnliches. Mehr als ein paar wenige musternde Blicke gab es nicht.
Die Wochen vergingen und ich hatte geschätzt sicher 20 Bewerbungen, wenn nicht sogar mehr, abgeschickt und wartete jeden Tag sehnsüchtig auf einen Anruf mit einer Zusage oder zumindest einem Bewerbungsgespräch, Probetag, irgendwas. Ich wäre auch über eine Absage froh gewesen, aber das warten machte mich fast wahnsinnig. Es war der letzte Strohhalm, an den ich mich klammerte. Je länger ich wartete, desto weniger glaubte ich noch daran, von irgendeiner Firma eine positive Rückmeldung zu bekommen. Aber wirklich überrascht konnte ich auch nicht sein. Wer würde schon jemanden einstellen, der es nicht einmal auf die Reihe kriegt, in die Schule zu gehen.
Wie sollte ein potenzieller Arbeitgeber wissen, dass es bei ihm nicht gleich ablaufen würde? Solche Gedanken schossen mir durch den Kopf, obwohl ich das Halbjahreszeugnis nicht, mit meinen anderen Bewerbungsunterlagen, mitgeschickt hatte und somit keiner der von mir ausgewählten Arbeitgeber von meiner anhaltenden Abwesenheit gewusst haben konnte. Ich wurde immer ungeduldiger, die Abstände, in welchen ich dir verschiedenen Firmen anrief, wurden immer kürzer. Es vergingen weitere Wochen, welche ich hauptsächlich mit warten verbracht habe. Inzwischen wurde ich bereits zu dem einen oder anderen Bewerbungsgespräch eingeladen, aber die meisten erinnerten an eine freundliche Bedienung an der Kassa im Supermarkt – kurzer Smalltalk, ein Lächeln zum Schluss und schon wird der nächste in der Warteschlange abgefertigt.
Das zweite Semester ging bereits dem Ende zu und ich wusste, dass es mit einer Lehrstelle einfach funktionieren musste. Es gab keinen Plan B. Immer wieder malte ich mir die verschiedensten Szenarien aus, in welchen ich meinen Eltern erklären musste, wieso ich wieder anfing, die Schule zu schwänzen und sie pausenlos anlog. In jedem Gespräch, in welchem die Schule auch nur angesprochen wurde, musste ich Ihnen frech und schamlos ins Gesicht lügen. Und ich will mich ja nicht selbst loben, aber ich wurde richtig gut darin. Ich konnte inzwischen spielend leicht Smalltalk über die verschiedenen Fächer, Lehrer, meine Freunde und andere Schüler führen. Es war zu Anfang etwas komisch, irgendwelche Menschen, welche ich praktisch überhaupt nicht kannte, als Freunde zu bezeichnen und mir spontan irgendwelche Geschichten auszudenken, aber irgendwann gefiel mir der leichte Nervenkitzel, welcher beim Lügen entsteht. Dennoch wollte ich es vermeiden, wenn es nicht unbedingt nötig war. Die Gefahr erwischt zu werden war einfach zu groß.
Ich hatte an alles gedacht. Was meine Alternative zur Schule ist, wo ich meine Bewerbungen in Ruhe schreiben konnte, wo ich meine eMails checken konnte. Aber an eine Sache habe ich nicht bedacht. Firmen, bei welchen ich mich beworben habe, könnten eine Zusage, Absage oder eine Einladung ja auch auf dem Postweg zu mir schicken. Und es kam wie es kommen musste. Ich kam an einem Mittwochnachmittag von der „Schule“ nach Hause und kaum zwei Sekunden angekommen, konfrontierte mich meine Mutter mit einem geöffneten Schreiben, in welchem ich von einer Firma zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wurde. Ich bekam praktisch nie Post, weshalb ich auch verstehen konnte, warum das Schreiben einfach öffnete. An wem hätte es schon adressiert sein sollen? An einem meiner jüngerer Geschwister? Unwahrscheinlich. Ich war zu diesem Zeitpunkt selbst erst vierzehn Jahre alt. Ich wusste, dass ich ihr deshalb keinen Vorwurf machen kann, was mich aber nicht davon abhielt, es trotzdem zu machen.
„Schwänzt du wieder die Schule?“ Eine ganz einfache Frage, welche eigentlich nur mit „Ja“ beantworten konnte, aber so einfach wollte ich mich nicht geschlagen geben.
Ich erwiderte ihre Frage mit einer einfachen Gegenfragen. „Wie kommst du denn darauf?“
Ich wollte mein Versagen aber nicht so einfach zugeben, und versuchte mich wieder in Ausreden und zusammengeschusterten Geschichten zu fliehen, aber leider vergebens. Sie war sichtlich enttäuscht und sauer, aber sie hatte auch ein gewisses Maß Verständnis, als ich ihr die Geschichte erzählte.
Nun stand sie vor der Wahl. Erzählte sie es meinem Vater, was nur verständlich gewesen wäre oder behält sie es für sich, und nimmt dadurch billigend in Kauf, dass mein Vater, ihr Ex-Mann auch auf sie sauer wäre. Ich weiß bis heute nicht, ob sie ihm jemals die ganze Geschichte erzählt hat, aber zu diesem Zeitpunkt schwieg sie – glaube ich. Zumindest hat mich mein Vater nie darauf angesprochen.
Leider musste ich ihn weiterhin immer wieder belügen, wenn es um die Schule ging. Die Tatsache, dass ich ihn zu diesem Zeitpunkt eigentlich nur noch am Telefon hörte und nicht mehr sah, vereinfachte die Sache für mich etwas.
Das dauerhafte Versteckspiel hatte ein Ende. Ich konnte von Zuhause aus meine Bewerbungen verwalten und musste nicht jedes Mal wieder den halbstündigen Fußmarsch zur städtischen Bibliothek zurücklegen. Ab jetzt kann es eigentlich nur noch bergauf gehen, dachte ich mir. Aber leider wurde die Suche nach einer Lehrstelle nicht leichter. Das Semester hatte nun offiziell sein Ende gefunden und wie schon beim Halbjahreszeugnis wurde mir auch das Jahreszeugnis per Post zugeschickt. Es war eine beinah identische Kopie des ersten Zeugnisses. Der einzige Unterschied bestand darin, dass im oberen Drittel in großen, fettgedruckten Buchstaben die Überschrift nun nicht mehr Halbjahreszeugnis, sondern Jahres – und Abschlusszeugnis stand. An der Benotung hatte sich nichts geändert. Wie schon beim ersten Mal, zierte ein Meer aus „Nicht beurteilt“ mein Zeugnis. Mir war zwar schon bewusst, dass ich in dieser Schule versagt hatte, aber es nun nochmal Schwarz auf Weiß zu sehen, ist nochmal etwas anderes. Ich hatte keine Schuldgefühle oder ein schlechtes Gewissen meinen Eltern gegenüber. Es war mehr eine Kombination aus Frust und Wut mir gegenüber. Wenn ich eines überhaupt nicht leiden kann, dann ist es zu versagen, aber in diesen Situation schien es mir die beste Lösung zu sein.
Natürlich rief auch irgendwann mein Vater an, und wollte sich nach meinem Zeugnis erkundigen.
Ich war schon wieder versucht, ihm wieder einmal ein Märchen zu erzählen, aber dieses Mal entschied ich mich für eine Halbwahrheit. Ich sagte ihm, dass ich diese erste Klasse nicht positiv abgeschlossen habe, aufgrund meiner langen Abwesenheit im ersten Semester. Dass ich auch im zweiten Semester kaum bis gar nicht anwesend war, behielt ich noch für mich.
Er war nicht wirklich überrascht. Er fragt nur, wie meine weiteren Pläne nun aussehen würden. Wiederholen? Besteht die Möglichkeit von Nachprüfungen?
Während er noch seine Vorschläge aufgezählte, unterbrauch ich ihm und sagte nur: Lehre.
Im inneren Stelle ich mich schon auf eine hitzige Diskussion ein, welche aber nicht zustande gekommen ist. Er sagte nur, dass wenn es das ist, was ich will, unterstützt er mich. Ich holte kurz Luft und erzählte ihm davon, dass ich mich auch schon auf die Suche nach Lehrbetrieben, welche auch einstellen, gemacht habe und die ersten Bewerbungen auch schon abgeschickt worden sind. Ich kann mich täuschen, aber ich meine ein klein bisschen Stolz in seiner Stimme gehört zu haben.
Eine weitere Nachfrage nach dem aktuellen Zeugnis gab es nicht mehr.
Die Geheimniskrämerei meinen Eltern gegenüber hatte endlich ein Ende. Ob man es glaubt oder nicht, aber ständig darauf zu achten, wer einen sehen könnte, gestaltet sich anstrengender als erwartet. Jede Freundin meiner Mutter durfte mich nicht sehen, denn diesen hätten unter Garantie meine Mutter darauf angesprochen. Einmal wurde ich tatsächlich von unserer Nachbarin und guten Freundin meiner Mutter, erwischt, wie ich um 11 Uhr Vormittag an unserem Sportplatz entlang schlenderte. Ich erzählte Ihr kurzerhand, dass ich Durchfall bekommen hätte, und es keinen Sinn machen würde länger in der Schule zu bleiben, wenn ich alle paar Minuten auf die Toilette rennen müsste, und nun auf dem Weg nach Hause bin. Selten habe ich ein dermaßen peinliches Gespräch geführt.
Dennoch ein Wunder, dass es überhaupt so lange funktioniert hat.
Eine gefühlte Ewigkeit später kam der erlösende Anruf, von einer Metallbearbeitenden Firma, bei welcher ich vor knapp zwei Monaten zuvor, den Eignungstest gemacht hatte. Wenn man es genau nehmen will, war es eigentlich nur eine Nachricht auf meiner Mailbox, da ich mein Handy meistens lautlos gestellt habe.

„Sehr geehrter Herr Reiter. Wir durften Sie vor einigen Wochen zu uns einladen, wo Sie den Eignungstest absolviert hatten, und wir Sie persönlich kennen lernen durften. Es freut mich sehr Ihnen mitteilen zu dürfen, dass sie uns nicht nur im schriftlichem Teil, sondern auch im menschlichen überzeugt haben, und wir uns freuen würden, Sie mit dem 01. August 2009 als neuen Lehrling im Bereich Werkzeugmechanik, bei uns im Unternehmen willkommen zu heißen.
Bitte melden Sie sich nochmals telefonisch bei mir, damit wir die Einzelheiten besprechen können.
Liebe Grüße
Frau Karrer“

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich mich irgendwann nochmal so gefreut habe, wie in diesem Moment.
Ich fing unkontrolliert an zu lachen, machte Freudensprünge und rannte nur noch herum. Ich wusste nicht, wie es darauf anders reagieren hätte können, denn insgeheim hatte ich die Hoffnung schon aufgegeben. Immerhin versuchte ich es bereits über ein halbes Jahr endlich eine Lehrstelle zu bekommen und im Zusammenspiel mit meinem „besonderen“ Zeugnis, machte ich mir nicht mehr viel Hoffnung.
Ich hörte mir die Nachricht mit Sicherheit zwanzig Mal oder öfter an und jedes Mal wieder aufs Neue, bekam ich ein großen Grinsen ins Gesicht. Als ich mich irgendwann wieder etwas beruhigt hatte, rief ich die Frau von meiner Mailbox zurück. Freizeichen … Ich überlegte mir genau, was ich sagte wollte, denn ich wollte es auf keinen Fall jetzt noch vermasseln. Es fühlte sich immer noch an, als wäre es ein Traum. Als sich Frau Karrer am anderen Ende der Leitung zu Worte meldete und ich nur meinen Namen sagen wollte, überschlug sich meine Stimme und war plötzlich 3 Oktaven höher. Ich räusperte mich kurz, entschuldigte mich und setze das Gespräch fort. Sie bedankte sich für den Rückruf, ich wiederrum bedankte mich für die vermeintliche Anstellung in ihrem Betrieb, und ich soll demnächst einmal vorbeikommen, damit ich die Arbeitskleidung anprobieren kann, zwecks der Größen.
Wir besprachen noch ein, zwei Dinge und beendeten das Gespräch. Ich konnte es noch immer nicht glauben. Im Vorfeld dutzende Absagen bekommen, und nun habe ich es tatsächlich geschafft?
Es war zu schön, um wahr zu sein. Ich rannte raus aus meinem Zimmer, welches im 1. Stock unserer Wohnung lag, runter in die Küche, in welcher meine Mom und eine Freundin von ihr saßen, wobei ich die letzten vier Stufen nicht mehr ging, sondern einfach runtersprang und schrie beide mit einem lächelnden Gesicht an „ICH HABE EINE LEHRSTELLE!“. Beiden waren erst überrascht, dass ich plötzlich um die Ecke gesprungen kam und sie anbrüllte, aber wenige Sekunden später realisierten beide das Gesagte, und freuten sich für mich. Natürlich wurden darauf hin unzählige Fragen gestellt, und ich bereute es schon wieder, es ihnen überhaupt gesagt zu haben. Mit zunehmend genervter Stimme beantwortete ich all ihre Fragen, und zog mich langsam wieder in mein Zimmer zurück. Meinen Dad wollte ich es auch noch erzählen, aber um diese Uhrzeit arbeitete er und war meistens nicht erreichbar. Ich verschob das Gespräch auf den Abend.
Das Telefonat am Abend mit meinem Vater war relativ kurz und nüchtern. Er gratulierte mir, ich bedankte mich und ein bis zwei Fragen später, war das Telefonat auch schon wieder zu Ende.
Das mag manchen vielleicht etwas kalt erscheinen, aber diese Art der Kommunikation gefällt mir am besten. Das wichtigste wird ohne große Umschweife auf den Punkt gebracht, nicht mit trivialen Details ausgeschmückt und es werden keine unerheblichen Fragen gestellt.

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Bananenfischin
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BeitragVerfasst am: 17.08.2019 10:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Gedankenwerkstatt,

ich habe deinen Thread ins richtige Board verschoben und außerdem die Spoiler entfernt, da sie keinen rechten Sinn zu haben schienen (du möchtest ja Kritik zum Text, warum ihn also verstecken? smile ) und außerdem die Textarbeit erschwert hätten.

Liebe Grüße
Bananenfischin


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»Ob ich mir eine Dramatisierung meiner Bücher vorstellen kann? Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, in meinen letzten vier Büchern gibt es keine Handlung.« (Andreas Maier im Gespräch mit Raimund Fellinger, 2015)
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Calvin Hobbs
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BeitragVerfasst am: 17.08.2019 12:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Smile
Der Text (von mir nur quergelesen) hat nichts mit dem ersten Absatz zu tun.
Was macht Deine Kindheit, Jugend und Schulzeit für andere Menschen so aufregend, dass man darüber lesen muss?
Sorry, aber dieses Kapitel empfinde ich zu 99,9% als völlig belanglos. Es ist flüssig geschrieben, aber mit zwei, drei Sätzen hätte der Inhalt abgehandelt werden können, damit man zum eigentlichen Thema kommt.


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MrT
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Ei 3


BeitragVerfasst am: 17.08.2019 12:53    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe deinen Text aufmerksam gelesen - Wort für Wort. Nun frage ich mich allerdings im Nachhinein: Warum?

Als Textübung ok. Mehr mM aber nicht. Ich kann Calvin Hobbs nur zustimmen.


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"Zwei Engel wider Willen", theaterboerse, 08/2017
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Gedankenwerkstatt
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BeitragVerfasst am: 17.08.2019 13:08    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank für eure Antworten.
Das die Frage "Warum?" noch nicht beantwortet wurde, ist beabsichtigt.
Und das ich die Anfänge von allem so ausführlich beschrieben habe, hat mehere Gründe:
- Ich war gerade so schön im "Schreibefluss" und wollten diesen nicht unterbrechen. Also habe ich einfach mal alles aufgeschrieben, was mir eingefallen ist.
- Wenn ich früher angefangen habe zu schreiben, dann kam ich relativ schnell zum Kern meiner Handlung, sprich die Geschichten wurden immer viel zu kurz.
- Es hilft mir, einfach mal alles niederzuschreiben.
- Dies ist unter Garantie noch nicht die finale Version. Wie oben bereits erwähnt, schreibe ich einfach mal alles nieder, was mir gerade so einfällt.
Später wird das ganze nochmal korrigert, gekürzt, ergänzt, etc.

Ich habe diese Version aus diesem Grund bereits jetzt online gestellt, da ich mir bereits jetzt ein Feedback anderer abholen wollte smile
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Ribanna
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BeitragVerfasst am: 17.08.2019 13:20    Titel: Antworten mit Zitat

Wohin möchtest du denn mit diesem Text? Ist es der Anfang eines
Romans, einer Autobiographie?
Mir ist aufgefallen, dass du erzählst, aber der Leser - in dem Fall ich - findet da nichts, womit er sich identifizieren kann, bei dem er "mitfiebern" kann.

Ich merkte relativ schnell, dass hier ein anderer Wind weht, als in meiner alten Schule. Ein paar Tage blau zu machen, können einen schnell aus der Bahn werfen. Und genau das ist auch passiert.
Ich nehme mal diesen Satz als Beispiel. Woran hast du das gemerkt? Was bedeutet "ein anderer Wind"? Was passierte dir, wenn du blau machtest?
Die Antworten hierauf könnten schnell einen ganzen Absatz füllen.

Schau dich hier mal um, such nach "show, don t tell", dann weißt du, was ich meine. Sorry, ich hab grad wenig Zeit!


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Babella
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Beiträge: 643

Das goldene Aufbruchstück Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 17.08.2019 16:07    Titel: Antworten mit Zitat

Ganz ehrlich? Ich finde deinen Text ermüdend. Da treibt dich etwas um, aber auf Außenstehende wirkt es belanglos. Ich habe nicht durchgehalten.

Etwas schnell herunterschreiben ist ok, für dich selbst. Für das Forum hier ist schon ein bisschen mehr gewünscht. Versuch herauszufinden, was einen interessanten Text von einem langweiligen unterscheidet. Und dann versuche es  nochmal.
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Gedankenwerkstatt
Geschlecht:männlichAbc-Schütze

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BeitragVerfasst am: 17.08.2019 18:26    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@Babella: Erstmal danke für deine Antwort. Ich werde mir auch deine Kritik zu herzen nehmen, ABER bei der Stelle, an der du sagst "Für das Forum hier ist schon ein bisschen mehr gewünscht." möchte ich nochmal kurz einhacken.
Ich habe es so verstanden, dass jeder hier seine Texte vorstellen darf. Egal wie "schlecht" sie auch sein mögen. Ich bin nunmal ein Anfänger, was das betrifft, aber genau deshalb bin ich hier.
Deine Antwort vermittelt den Eindruck, dass hier nur Texte vorgestellt werden "dürfen", welche auf einem gewissen Niveau geschrieben sind.
Falls dem so ist, sag Bescheid.
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Ribanna
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BeitragVerfasst am: 17.08.2019 18:43    Titel: Antworten mit Zitat

Nun, ein wenig Arbeit und Sorgfalt wäre schon schön, auch, was Rechtschreibung und Grammatik betrifft.

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Gedankenwerkstatt
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BeitragVerfasst am: 17.08.2019 19:25    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Dann sag mir bitte, welche Grammatik- oder Rechtschreibfehler ich denn gemacht habe?

Und es mag sein, dass es für dich / euch so aussieht, als sei da keine Arbeit dahinter. Andere brauche dafür zwei Tage.

Anscheinend ist man hier als Anfänger nicht sehr willkommen.
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Murnockerl
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Wohnort: Graz


BeitragVerfasst am: 17.08.2019 19:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Gedankenwerkstatt!

Ich wollte deinen Text anlesen, was mich aber ehrlich gesagt ein wenig abgeschreckt hat, war diese Aussage

Zitat:
Dies ist unter Garantie noch nicht die finale Version. Wie oben bereits erwähnt, schreibe ich einfach mal alles nieder, was mir gerade so einfällt.
Später wird das ganze nochmal korrigert, gekürzt, ergänzt, etc.


Ich verstehe, dass du schon jetzt Kritik haben möchtest und dir das sicherlich auch weiterhilft, nur kostet es uns eben auch Zeit, einen so langen Text durchzugehen, sich Gedanken zu machen und eine ordentliche Kritik zu schreiben. Und zumindest mir ist es dann doch zu viel Aufwand, wenn ich im Vorhinein weiß, dass dir ohnehin schon bewusst ist, welche Schwächen der Text hat, und du diese später bearbeiten wirst, sodass dann die Stellen, zu denen ich mir jetzt Gedanken mache, vielleicht ohnehin wegfallen werden.

Das bedeutet nicht, dass unerfahrene oder "schlechte" Schreiber nicht willkommen sind (zumindest ich lese und helfe gerne auch bei meiner Ansicht nach schlechten Texten). Grundvoraussetzung für gute Hilfe ist es aber, dass der Autor den Text bereits nach bestem Wissen und Gewissen "publikumstauglich" gemacht hat. Sonst kritisiert man eventuell etwas, das ohnehin schon klar ist, und das ist dann für alle Zeitverschwendung.
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Ribanna
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 56
Beiträge: 226
Wohnort: am schönen Rhein...


BeitragVerfasst am: 18.08.2019 06:23    Titel: Re: Erste Kapitel (vorerst) fertig - wie findet Ihr es? Antworten mit Zitat

Gedankenwerkstatt hat Folgendes geschrieben:
Grüß euch,

ich habe mich kurzerhand entschlossen bestimmte Ereignisse aufs Papier bzw. auf den Bildschirm zu bringen, bin mir aber nicht sicher, wie es bei anderen ankommt. Deswegen würde ich euch bitte, den Text im Spoiler (Mod-Edit: Spoiler entfernt, um die Textarbeit zu erleichtern) durchzulesen und mir eine konstruktive Kritik zu geben.
Bedenkt nur, dass es das erste mal ist, dass ich "etwas schreibe".

...
Mit der Zeit wurde das dann die wöchentlichen Besuche bei du von meinem Vater auch immer weniger, was für mich auch nicht weiter schlimm war. Ich entwickelte meine eigenen Interessen, traf mich vermehrte mit meinen Freunden -Leerzeichen besser gesagt mit dem einen Freund, den ich zu diesem Zeitpunkt hatte- (s.o) freute mich aber am meisten, dass ich endlich mit der Hauptschule fertig war.
Entgegengesetzt zu meinen Freunden freute ich mich nicht über die Sommerferien. Viel mehr freute ich mich, dass ich den Aufnahmetest für eine weiterführende Schule geschafft habe hatte und konnte es kaum erwarten Komma bis es los ging.  

 Nur ein kurzer Ausschnitt. Das mögen Flüchtigkeitsfehler sein, aber unnötig.


_________________
Wenn Du einen Garten hast und eine Bibliothek wird es Dir an nichts fehlen.
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malu_vs
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

Alter: 38
Beiträge: 70
Wohnort: Hessen


BeitragVerfasst am: 18.08.2019 07:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Gedankenwerrkstatt,

Ich habe mich auch mühsam durch den gesamten Text gearbeitet. Wie meine Vorgänger muss ich aber sagen, ich weiß nicht so recht was ich da an feinkritik geben sollte. Was bringt es dir jetzt die Rechtschreibfehler etc. Aufzulisten wenn der gesamte Text nochmal geändert wird.
Inhaltliche Kritik wäre die, es ist viel zu lang und ermüdend. Ich weiß ja nun nicht was genau von der Geschichte mit dem was kommen soll zu tun hat, aber alles was nicht damit im Zusammenhang steht solltest du raus werfen, bzw drastisch kürzen.
Bisher wirkt der Text auf mich eher wie ein langwiriger Erfahrungsbericht und nicht wie eine Spannende Geschichte. Gerade am Anfang eines Romans sollte man den Leseer nicht langweilen.


_________________
Malu Volksky
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Xeomer
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber


Beiträge: 13



BeitragVerfasst am: 18.08.2019 21:38    Titel: Antworten mit Zitat

Gedankenwerkstatt hat Folgendes geschrieben:
Dann sag mir bitte, welche Grammatik- oder Rechtschreibfehler ich denn gemacht habe?

Und es mag sein, dass es für dich / euch so aussieht, als sei da keine Arbeit dahinter. Andere brauche dafür zwei Tage.

Anscheinend ist man hier als Anfänger nicht sehr willkommen.


Hi Gedankenwerkstatt,

lass dich nicht verunsichern und nimm die Kritik nicht persönlich. Du bist hier willkommen. Viele haben sich mit deinem Text beschäftigt, um dir ein Feedback zu geben. Das ist das beste Zeichen dafür und das verschlingt aufgrund der Länge deines Textes schon etwas Zeit.

Auch ich bin mir nicht sicher welches Ziel dein Text verfolgt, aber vielleicht findest du es ja gerade noch heraus. Mach einfach weiter und wenn du es weißt, lass uns teilhaben.

Ansonsten möchte ich dir als mein persönliches Feedback, noch das Folgende mitgeben: Show don`t tell. Für mein empfinden erzählst du einfach alles. Das dämpft die Spannung. Versuche doch zum Beispiel den Leser herausfinden zu lassen, dass der Protagonist die Schule schwänzt.

Also Kopf hoch und rann an die Tastatur!

Viele Grüße
Xeomer
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V.K.B.
Geschlecht:männlichNebelpreisträger

Alter: 46
Beiträge: 2049
Wohnort: Diaspora
Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 19.08.2019 01:27    Titel: Re: Erste Kapitel (vorerst) fertig - wie findet Ihr es? Antworten mit Zitat

Hallo Gedankenwerkstatt,
den wichtigen Hinweis, woran es bei deinem Text hapert, bringst du im letzten Satz selbst:
Gedankenwerkstatt hat Folgendes geschrieben:
Das wichtigste wird ohne große Umschweife auf den Punkt gebracht, nicht mit trivialen Details ausgeschmückt und es werden keine unerheblichen Fragen gestellt.


Das ist, rein technisch, gar nicht mal schlecht geschrieben. Aber was soll das alles? Ich hab mich durch den Text gequält (der einfach langweilig war) und dachte, da muss ja noch irgendwas kommen. Und dann– er kriegt eine Lehrstelle und das war's. Alle begonnenden Konflikte in der Geschichte lösen sich stets in Wohlgefallen auf. Kannst du mir eine Frage beantworten (die nicht böse gemeint ist): Warum soll ich diesen Text lesen wollen?

Das ist weder sonderlich literarisch noch interessant. Du könntest genauso gut eine nächtliche Autofahrt von Hamburg nach München beschreiben, bei freier Straße und gutem Wetter, und das in jedem Detail. Wäre etwa genauso spannend. Sowas könnte man aber auch in einem kurzen Absatz zusammenfassen. Und für deinen Text hier gilt das gleiche. Sorry, man fühlt sich da regelrecht verarscht. Textarbeit machen oder konstruktive Kritik dazu geben kann man auch nicht, außer: Verkürz das auf maximal zehn Zeilen. Oder mach es spannender, lass den Leser die Verzweiflung und die Ängste des Protagonisten spüren, lass ihn teilhaben an der (scheinbar) aussichtslosen Lage.

Natürlich kann man eine Geschichte auch in einem nüchternen Berichtstil schreiben, aber dann muss der Bericht auch irgendwas ungewöhnliches oder interessantes enthalten. Hier denke ich, ich hätte genausogut das Telefonbuch lesen können.

Sorry, wenn sich das jetzt harsch anhört, aber das ist kein Streichelzoo hier, hier gibt es ehrliche und ungeschönte Meinungen zu hören. Das hat auch nichts damit zu tun, dass Anfänger nicht willkommen seien. Mir ist aber ein schlecht geschrieben Text mit inhaltlichem Potenzial wesentlich lieber als ein halbwegs gut geschriebener Erlebnisbericht über letztendlich gar nichts.

Überleg dir mal, was du mit dem Text überhaupt willst. Es ist doch bestimmt nicht deine Primärabsicht, deine Leser zu langweilen. Überlege, was davon relevant ist, und dann erzähle es auch interessanter. Das Versteckspiel mit den Eltern zum Beispiel, da könnte man durchaus was draus machen. Aber nicht, wenn er denn erwischt wird, und sich alle Probleme plötzlich in Wohlgefallen auflösen. Und alles nur wie in einer Zusammenfassung erzählt wird, aber nicht wirklich was passiert. Sorry, aber so, wie der Text momentan ist, empfinde ich das Lesen im Nachhinein als reine Zeitverschwendung.

Trotzdem willkommen im Forum und beste Grüße,
Veith


_________________
Warning: Cthulhu may occasionally scare people …
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Lieselotte
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber


Beiträge: 16



BeitragVerfasst am: 19.08.2019 08:18    Titel: Antworten mit Zitat

Du hast doch sicher zumindest eine Ahnung, worum es in dem Roman gehen soll. Magst du die Grundidee mal skizzieren? Dann könnten wir dir sicher besser helfen, einen spannenderen Einstieg hinzubekommen.
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Pickman
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 52
Beiträge: 532
Wohnort: Diaspora


BeitragVerfasst am: 21.08.2019 14:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Gedankenwerkstatt,

ich gehöre nicht zum harten Kern des DSFo, aber, so weit ich das beurteilen kann, ist hier jeder willkommen, der sich guten Willens am allgemeinen Geben und Nehmen beteiligt.

Nun zu Deinem Text. Leider hast Du auf eine Kategorisierung verzichtet. Die wäre aber recht hilfreich, bei der Beantwortung der Frage unter welchen Gesichtspunkten Dein Text zu lesen und zu kommentieren ist. Handelt es sich um Autobiographisches, um eine Reportage, um einen Roman, um eine Kurzgeschichte? Richtet er sich an Kinder, Jugendliche oder Erwachsene?

Cheers

Pickman


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"Damit sich alles erfüllt, damit ich mich weniger allein fühle, brauche ich nur noch eines zu wünschen: am Tag meiner Hinrichtung viele Zuschauer, die mich mit Schreien des Hasses empfangen." (Albert Camus: Der Fremde)
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