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Die himmlischen Besucher


 

 
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Kigosh
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 31
Beiträge: 15
Wohnort: Schweiz


BeitragVerfasst am: 09.08.2019 10:33    Titel: Die himmlischen Besucher eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Eine Kurzgeschichte. Am Ende des Textes habe ich einige Fragen aufgeschrieben. Falls sich jemand die Zeit nehemen würde, mir ein Feedback zu geben, wäre ich sehr dankbar.

Lesezeit: ca. 10 min. 2060 Wörter

Noch wusste Zuma nicht, dass heute der Tag war, an dem sich alles für sein Dorf ändern sollte. Es gab keine Anzeichen dafür. Die Sonne ging auf, wie an jedem anderen Tag, Ebbe und Flut verrichteten ihren gewohnten Dienst und die Papageien schwangen sich durch die Lüfte, wie eh und je. Heute sollte das Atebeyra-Fest im Dorf stattfinden und alle würden tanzend die wohlgesinnte Göttin feiern.
Erst als er einen aufgebrachten Haufen von Dorfbewohnern in Richtung des Strandes stürmen sah, erkannte er, dass etwas nicht stimmte. Unter ihnen befand sich Mabó und war völlig ausser Atem, als ob er den ganzen Morgen gerannt sei.
«Besucher vom Himmel sind gekommen!», sagte ihm Mabó ganz aufgeregt. Zuma wusste nicht, was das bedeutete, wollte aber das Spektakel nicht verpassen und schloss sich dem Strom der Dorfbewohner an. Der letzte Sturm hatte viele Bäume im Dschungel gefällt, weshalb die Gruppe nur langsam vorankam. Eigentlich wollten die Männer heute Holz und Palmblätter sammeln, um ihre Hütten zu reparieren, die der Sturm verwüstet hatte. Doch es sollte sich bald herausstellen, dass der zornige Sturm zu den geringeren Übeln zählte, die sein Dorf heimsuchten.
Ihre Aufregung stieg ins Unermessliche, als sie am Strand die drei grossen Objekte auf dem Meer erspähten. Drei riesige Kanus durchpflügten das Meer und bewegten sich unglaublich schnell auf die Insel Kiskeya zu. Doch es gab keine Ruder. Wie konnte sich das Kanu so schnell bewegen? Unweit von der Küste hielten die wundersamen Kanus an und liessen kleinere Kanus in das Meer werfen. Zuma konnte in ihnen Menschen erkennen. Doch nichts deutete darauf hin, dass sie vom Himmel stammten. Die Neuankömmlinge zogen die riesigen, weissen Decken hoch, die an grossen Baumstämmen auf den Kanus festgemacht waren.
Als die Fremden auf die Insel zu ruderten mit ihren kleinen, sehr langsamen Kanus, wusste Zuma nicht, was er davon halten sollte. Die meisten Dorfbewohner schienen sich freuen und dachten es seien Boten der himmlischen Zemi. Doch die Fremden sahen aus wie Menschen und nicht wie Götter. Er hoffte bloss, dass sie ihnen wohlgesonnen waren.
«Was wenn sie Böses im Sinn haben? Sollten wir nicht vorsichtig sein und uns lieber verstecken, bis wir mehr über die Fremden wissen?», warf Zuma in die Runde.
Amanex hörte Zumas Sorge. Er war der Cacique des Dorfes und traf alle wichtigen Entscheidungen.
«Es bringt Unglück, Reisenden keine Gastfreundschaft zu erweisen. Das weisst du, junger Zuma. Siehst du denn nicht, wie mächtig die Besucher sind. Sie sind mit einem riesigen Kanu von weit angereist. Wir sollten sie besser nicht verärgern. Ich werde sie zum Atebeyra-Fest einladen.»
Amanex war einer der Ältesten des Dorfes und handelte immer zum Wohle der Gemeinschaft. Unter seiner Führung gedieh das Dorf und deshalb stellte Zuma seine Weisheit auch nicht infrage. Trotzdem konnte er sein unbehagliches Gefühl nicht abschütteln.
Die Fremden brauchten ungewöhnlich lange, bis sie den Strand erreichten. Mein Kanu wäre viel schneller gewesen, dachte Zuma skeptisch. Aus der Nähe wirkten die Fremden bizarr. Ihre Körper waren durch bunte Masken und Stofftücher verhüllt, als ob sie etwas zu verbergen hätten. Ihre Haut war bleich und sie trugen an ihren Hüften lange metallene Gegenstände. Einige hielten lange Stöcke mit silbrig glitzernden Spitzen bedrohlich vor sich hin. Sie sahen aus, wie der Spiess, den Zuma während der Leguan-Jagd benutze. Er hatte einen scharfen Haifischzahn an der Spitze angemacht, doch die Spitzen der Fremden glänzten in der Sonne und sahen viel härter aus, als Fischzähne. Es gab aber keinen Zweifel, dass es Waffen waren.
Zuma trat einen Schritt zurück, um genügend Abstand zu den gefährlichen Stöcken einzuhalten. Die anderen Dorfbewohner waren nicht so vorsichtig wie er. Sie umzingelten die Ankömmlinge und überhäuften sie mit Grüssen und freudigen Wünschen. Einige boten ihnen sogar Bananen an. Ein Mann in ihrer Mitte, der von anderen Männern flankiert wurde, nahm sie an und war offenbar ganz verzückt von ihrem Geschmack. Er war in noch viel buntere Gewänder gehüllt als die anderen und schien Autorität zu besitzen. Wahrscheinlich musste er ihr Cacique sein, dachte sich Zuma, denn seine Augen hatten einen scharfen, durchdringenden Blick, genauso wie die von Amanex. Der bunte Besucher hielt auch einen Stock, der aber keine scharfe Spitze hatte, sondern ein grosses, durch rote und gelbe Farben verziertes Tuch, das seltsame Symbole abbildete. Der Mann stiess seinen Stock in den Sand mit einer solchen Wucht und Bestimmtheit, als ob er die ganze Welt aufspiessen wollte.
Er streckte seine Hände zu den Dorfbewohnern aus und versuchte etwas zu sagen, doch niemand verstand seine musischen Laute. Zuma konnte einzelne Worte ausmachen. Jesus Christus, Spanien und Kolumbus. Was hatte das alles zu bedeuten? Der Mann mit dem scharfen Blick drehte sich zu seinen Begleitern um und sprach zu ihnen, woraufhin sie alle zu Lachen begannen. Die Dorfbewohner taten es ihnen gleich und so brach der ganze Strand in helle Freude aus. Nur hatte Zuma das Gefühl, dass das Lachen der Fremden nicht aufrichtig war. Der Mann gab den zutraulichsten Dorfbewohnern rätselhafte Geschenke. Einige bekamen roten Stoff, den man sich über den Kopf stülpte, so wie es die Fremden vormachten. Zuma fand das seltsam, denn der Stoff war so dick, dass man sofort zu schwitzen begann unter der Sonne. Trotzdem konnte er sich dem verführerischen Zauber der fremdartigen Gegenstände nicht entziehen. Sie verteilten auch Halsketten mit durchsichtigen Meeresperlen, die magisch glitzerten im prallen Sonnenlicht. Alle, die ein Geschenk erhielten, waren entzückt und wollten die Gunst der Fremden erwerben, weil sie hofften, noch mehr zu bekommen.
Mabó, der keine Vorsicht zu kennen schien, betrachtete die glänzenden Stöcke, welche die Hüften der Fremden zierten. Er streckte seine Hand aus und wollte einen Stock berühren. Der Fremde schreckte zunächst zurück, doch dann zog er den Stock von seiner Hüfte. Er sah aus wie ein riesiges, silbriges Messer, das im Sonnenschein strahlte und das Licht auf wundersame Weise reflektierte. Mabó war im Bann des wundersamen Gegenstands gefangen und streckte seine Hände aus. Plötzlich schrie er auf vor Schmerz. Blut floss aus seinen Händen und tränkte den heissen Sand. Erschrocken wichen die Dorfbewohner zurück, doch die Fremden krümmten sich vor Lachen. Sie liessen Mabó und die Dorfbewohner zurück und gingen in den Dschungel. Der alte Amanex gebot allen ins Dorf zurückzukehren und berief umgehend eine Versammlung ein, um über diesen verheissungsvollen Besuch zu beraten.

Die Mehrheit der Dorfbewohner war sich sicher, dass die Götter ihre Botschafter geschickt hatten, um eine Zeitenwende anzukünden. Amanex fragte den Schamanen, ob die Besucher entflohene Seelen aus Coaybay, der Unterwelt, sein konnten. Doch der Schamane Tínima sagte, es konnte kein Zufall sein, dass sie an dem Tag des Atebeyra-Festes kamen. Er sah in den Besuchern ein Omen der göttlichen Mutter aller Dinge. Also beschloss Amanex die Besucher zum Fest einzuladen, wie es die alten Bräuche verlangten.
Das Fest erwies sich als das spektakulärste, das Zuma jemals erlebt hatte. Einige der Fremden schlossen sich den heiligen Tänzen um das grosse Dorf-Feuer an. Sie tranken vom Mais-Wein der Dorfbewohner und gaben ihnen noch mehr Geschenke. Der bunte Mann mit dem scharfen Blick versuchte sich mit Amanex zu unterhalten. Wieder konnte Zuma ein Wort erkennen, dass er besonders oft sprach. Gold. Er hatte aber keine Ahnung, was es zu bedeuten hatte. Als das Fest vorbei war, blieben einige der Besucher zurück und übernachteten in den Bohío-Hütten der Dorfbewohner, die es als grosse Ehre erachteten, die Gesandten der Göttin zu beherbergen. Die meisten der Besucher kehrte jedoch zu ihrem Kanu zurück.

Am nächsten Nachmittag begab sich Zuma in den Dschungel, um Früchte zu sammeln, trotz des starken Regens. Er wollte auch einige Fallen aufstellen, um Vögel und kleine Nager zu fangen. Die restlichen Dorfbewohner haben ihre Nahrung mit den Fremden getauscht und den Grossteil ihrer Vorräte für sonderbare Gegenstände ausgegeben. Wenn also Zuma genug Beute findet, kann er einiges davon mit den Dorfbewohnern tauschen. Sein Freund Mabó war ausserdem so schwer verletzt, dass er für längere Zeit keine Beute mit seinen Händen erlegen würde. Heute Morgen begann er stark zu husten und ein seltsames Fieber ergriff ihn. Als ob ihn die Zemi für einen üblen Frevel strafen wollten. Zuma wollte ihm helfen und musste deshalb heute viel Nahrung finden. Er schlich durch das dichte Gebüsch des Regenwaldes, als er laute Stimmen hörte. Sofort erkannte er, dass es sich um die Fremden handeln musste. Vorsichtig näherte er sich in ihre Richtung und sah zwei bleiche Männer, die in einem Teich festsassen, dessen Wasserspiegel rapide anstieg. Eine tote Schlange trieb neben ihnen. Sie mussten das Tier gejagt haben und wurden vom Regen überrascht. Wie töricht von ihnen. Jeder wusste doch, dass der Untergrund des Teichs tückisch ist und man schnell in ihn versinken kann, wenn man zu weit rausläuft. Zuma wollte gehen und die Fremden ihrem Schicksal überlassen, doch etwas hielt ihn zurück. Was wenn sie sich befreien können und sich später an Zuma rächten, weil er ihnen nicht geholfen hatte? Oder wenn sie sterben und ihre Freunde den Dorfbewohnern die Schuld dafür geben? Aus Angst vor den Konsequenzen und dem Urteil der Zemi, entschloss er sich den bleichen Männern doch zu helfen. Er rannte zu ihnen hin und warf ihnen einen dicken Ast zu, mit dem er die beiden aus dem Wasser zog. Nachdem sie sich beruhigt hatten, wollte Zuma weiter seines Weges gehen, doch die Fremden liessen ihn nicht fort. Sie sprachen mit ihren seltsamen Lauten und zeigten immer wieder zum Strand. Hatten sie sich verlaufen? Sicherheitshalber begleitete er sie zum Strand und half ihnen sogar die tote Schlange zu tragen.
Als sie am Stand ankamen, wollte Zuma sich bereits verabschieden, doch die Männer gestikulierten mit ihren Händen auf sein Kanu, das am Strand lag, und dann auf ihre grossen Kanus. Sie wollten, dass er sie auf ihr Kanu bringt. Zögerlich stimmte Zuma zu und liess die beiden einsteigen. Nach einigen kräftigen Ruderschlägen waren sie schon am Ziel angekommen. Doch die Männer liessen Zuma nicht weg und nahmen ihn. Ihr Kanu war wahrlich ein Wunderwerk. Ein ganzes Dorf konnte darauf leben. Er sah, wie zwei Männer ein Netz hinaufkletterte, das auf einem der beiden grossen Baumstämme angebracht war. Sie wollten offenbar zum grossen, weissen Stofftuch gelangen. In diesem Augenblick begegneten ihm sechs andere aus seinem Dorf. Es waren alles Dorfbewohner, die Gäste in ihren Bohíos beherbergt hatten. Die Fremden wollten sich offenbar bei ihren Gastgebern bedanken, indem sie ihnen ihr Zuhause zeigten.
Eine Hand berührte Zumas Schultern. Der bunte Mann mit dem scharfen Blick stand hinter ihm und gestikulierte ganz aufgeregt auf Zumas Kette, die er um seinen Hals trug. Er verstand nicht, was er von ihm wollte. Als der Mann seine Kette umklammerte und sie ihm mit Gewalt vom Hals riss, ganz grob und mit viel Wucht, wollte sich Zuma wehren und seine sie wieder zurückfordern. Da packten ihn zwei Fremde und liessen ihn nicht mehr los, egal wie sehr er sie anbrüllte. Der bunte Mann zeigte auf den gelblich glitzernden Stein an Zumas Kette und deutete mit seinen Händen auf die Insel und wiederholte immer wieder das Wort «Gold». Zuma verstand endlich. Er wollte wissen, wo auch er solche Steine finden kann. Also versuchte er ihm zu erklären, dass es nicht weit von hier eine Insel mit einem Fluss gab, der etwas von diesem Gestein in sich trug. Es war nicht viel, aber Krieger, Jäger und Würdenträger, die sich im Dorf besonders verdient gemacht hätten, durften diese Steine als Schmuck tragen, was ein Zeichen grosser Ehre war. Aber Amanex hatte dem bunten Mann schon einen solchen Stein geschenkt. Warum wollte er noch mehr haben?
Zumas Herz machte einen Sprung, als die zwei riesigen Stofftücher von den Baumstämmen herabfielen und sich im Wind ausbreiteten. Plötzlich fing das Kanu an sich zu bewegen, ohne dass jemand rudern musste. Jetzt verstand Zuma, dass der Wind das Kanu trug. Vielleicht waren die Besucher wirklich vom Himmel gekommen, wenn sie den Wind beherrschen konnten? Aber warum waren sie dann aufgeregt über ein kleines Stück Stein, wenn sie den Wind kontrollieren und überall hinreisen konnten? Sie legten ihm und den anderen Dorfbewohnern schwere Ketten an, die an der Wand festgemacht waren. Zuma konnte sich nicht mehr bewegen und sass im Kanu der Fremden fest. Nachdem sie ihn nach Stunden nicht losgemacht hatten, obwohl er sie verzweifelt darum bat, fing er an nachzudenken, wie sein Leben innert weniger Tagen eine solch düstere Wendung nehmen konnte. Was hatte er getan, um die Zemi dermassen zu verärgern? Hatte der Schamane Tínima nicht gesagt, die Besucher würden eine neue Zeitenwende ankündigen? Als ihn solche Gedanken plagten, fing Zuma an zu husten und ein frostiger Schauer überkam ihn.


Fragen zum Text:

1. Wie ist der Lesefluss? Wo holpert es beim Lesen?
2. Ist es verständlich, was in der Kurzgeschichte passiert und um welches historische Ereignis es sich handelt?
3. Wie lässt dich der Schluss der Kurzgeschichte zurück?

Ich bin v.a. mit dem Plot und davon ausgehend mit dem Schluss der Kurzgeschichte unzufrieden. Mein Ziel war es besagtes historisches Ereignis, das in den Schulen gerne Mal idealisiert wird als grosse welthistorische Leistung, umzukehren und den Genozid anzudeuten, der sich in der Folge ergab. Aber ich habe keine gute Plot-Idee, die diesen Kontrast stark und deutlich ausarbeitet. Habt ihr vielleicht Ideen, wie man dies eleganter bewerkstelligen und die Leserschaft emotional etwas besser fesseln könnte?

Ich bin dankbar für jegliches Feedback smile

Cheers

Kigosh



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ink_in_mind
Geschlecht:männlichAutor


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Wohnort: Köln


BeitragVerfasst am: 09.08.2019 11:36    Titel: Antworten mit Zitat

Da du dankbar für jedes Feedback bist, hier das meine:

Mich hat deine Geschichte gepackt. Ich würde gerne weiterlesen wollen. Alles gut verständlich und flüssig zu lesen. Top!
Auch den Schluss finde ich gelungen. Ich würde mir nun als Leser wünschen, zu erfahren, wie sich Zumar und die anderen zu befreien versuchen. Ob sie es überhaupt tun und in welche Konflikte sie dabei geraten.
Zu historischen Ereignissen kann ich mich nicht äußern, bin in Geschichte eine Niete und interessiere mich dafür auch nicht so sehr.

Danke für den Lesespaß!

Liebe Grüße
Finn


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Yorinde
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Beiträge: 135
Wohnort: Stendal


BeitragVerfasst am: 09.08.2019 11:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kigosh,
danke für deine Kurzgeschichte. Ja, man erkennt definitiv, um welches geschichtliche Ereignis es sich hier handelt.
Ich lass dir einfach mal ein paar Gedanken zu deinem Text da, nimm dir, was du brauchen kannst.

Für mich liest sich der Text durch die Erzählstimme wie eine Geschichte für Kinder. Wenn das deine Absicht ist - alles gut. Wenn es eher eine Erzählung für Erwachsene oder zumindest für ältere Leser sein soll, dann fände ich es spannend, wenn du noch mehr aus Zumas Sicht erzählen würdest. Wie fühlt sich der schlammige Untergrund im Dschungel an, als er die beiden Fremden rettet? Bekommt er Panik, als das Schiff sich plötzlich in Bewegung setzt? Wie fühlen sich die Ketten an? Etc.
Auch der Spannungsbogen dürfte dann noch etwas größer gespannt werden. Wenn Zuma von Anfang an derjenige ist, der Zweifel hat, ist die Fallhöhe am Ende - als er feststellt dass die Fremden wirklich Böses im Sinn haben - nicht sonderlich groß.

Hier und da könntest du meiner Meinung nach etwas einfacher formulieren. Ein Beispiel:

Zitat:
Erst als er einen aufgebrachten Haufen von Dorfbewohnern in Richtung des Strandes stürmen sah


Liest sich einfach etwas besser und flüssiger. Für mich. Wink

Und eine Sache hat mich beim Lesen irritiert, nämlich die Ähnlichkeit der Namen Zuma und Zemi. Das hat mich gegen Ende durcheinander gebracht, da dachte ich kurz, du hättest den Namen der Hauptperson verwechselt.

So viel von mir. Vielleicht kannst du was damit anfangen.
Viel Freude beim Weiterschreiben! Smile
Yorinde


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Es heißt, das Leben schreibe die besten Geschichten. Hin und wieder sollten wir dem Leben aber auch einen Stift leihen.
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nicolailevin
Geschlecht:männlichSchreiberassi


Beiträge: 61
Wohnort: Süddeutschland


BeitragVerfasst am: 09.08.2019 12:48    Titel: Antworten mit Zitat

Servus Kigosh,

tolle Idee, flüssig umgesetzt, hat Spaß gemacht zu lesen. Vor allem die Geisteshaltung der Einheimischen zur Goldgier hat mir gut gefallen - nicht moralisierend, sondern schlicht und nachvollziehbar! Klasse gemacht! Der Text braucht aus meiner Sicht noch ein wenig Feinschliff da und dort (dazu weiter unten meine Anmerkungen), aber welcher Text braucht das nicht?

Grundsätzlich zwei Dinge:

1. Ich hänge an den indianischen Namen und Bezeichnungen. Hast du die recherchiert? Oder einfach nur ausgedacht? Ich selbst bin da ahnungslos, aber es klingt für mich einfach bei einigen so gar nicht authentisch.

2. Was das historische Ereignis angeht, darfst du aus meiner Sicht noch viel subtiler werden. Deine klugen Leser wissen auch so, worum es geht.

Zum stets frustrierenden Detailgemotze:

Zitat:
Ebbe und Flut verrichteten ihren gewohnten Dienst


Das klingt so, als hätten die Indianer was von Ebbe und Flut. Für mich etwas unglücklich formuliert.

Zitat:
Unter ihnen befand sich Mabó und war völlig ausser Atem, als ob er den ganzen Morgen gerannt sei.


Für meine Geschmackskalibrierung ist der Vergleich zu dick aufgetragen.

Zitat:
Ihre Aufregung stieg ins Unermessliche, als


Zum einen wieder für mich zu dick aufgetragen, zum andern zu abstrakt. Woran erkennt man das? Hüpfen sie herum? Schnattern sie aufgeregt? Show. Don't tell.

Zitat:
Die Neuankömmlinge zogen die riesigen, weissen Decken hoch, die an grossen Baumstämmen auf den Kanus festgemacht waren.


Ich bin kein Ethnologe, es klingt mir aber seltsam, dass eine Kultur am Wasser mit dem Grundprinzip des Segels nicht vertraut sein sollte.

Zitat:
Der bunte Besucher hielt auch einen Stock, der aber keine scharfe Spitze hatte, sondern ein grosses, durch rote und gelbe Farben verziertes Tuch, das seltsame Symbole abbildete. Der Mann stiess seinen Stock in den Sand mit einer solchen Wucht und Bestimmtheit, als ob er die ganze Welt aufspiessen wollte.


Applaus für diese beiden Sätze!

Zitat:
doch niemand verstand seine musischen Laute.


Musisch? Versteh ich nicht.

Zitat:
Zuma konnte einzelne Worte ausmachen. Jesus Christus, Spanien und Kolumbus.


Zu unsubtil. Wieso hört er ausgerechnet diese Schlüssel-Wörter raus? Mich stört hier auch die Sprachperspektive. Die Welt der Indianer ist ins Deutsche übertragen, weil das deine Erzählsprache ist. Warum reden die Spanier auch Deutsch - sprich verstehbar? Das Kastilianisch der Seefahrer klingt den Indianern doch mindestens so fremd wie uns. Also würde ich maximal ein paar Brocken random Spanisch einstreuen. Brauchts aber auch gar nicht. Ich würd es ganz sein lassen. Man merkt auch so, worum es geht.

Zitat:
Mabó war im Bann des wundersamen Gegenstands gefangen und streckte seine Hände aus. Plötzlich schrie er auf vor Schmerz. Blut floss aus seinen Händen und tränkte den heissen Sand.


Waren die Degen wirklich so scharf geschliffen, dass man sich beim einfachen Hinlangen schneiden würde?

Zitat:
Wieder konnte Zuma ein Wort erkennen, dass er besonders oft sprach. Gold.


Wieder dieses Sprachdings. Ich würde bei "oro" bleiben. Und das muss auch drinbleiben!

Zitat:
trotz des starken Regens.


Hmmm, vielleicht nochmal faktenchecken an der Stelle. Kolumbus ist im Herbst gelandet, da ist die Sturm- und Regenzeit in der Karibik meines Wissens eigentlich schon vorbei ...

Zitat:
Heute Morgen begann er stark zu husten und ein seltsames Fieber ergriff ihn.


Ein Tag nach Ansteckung? Das dürfte zu schnell sein.

Zitat:
und wiederholte immer wieder das Wort «Gold».


wie oben. Er redet ja immer noch Kastilianisch.

VG
Nico
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Kigosh
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 31
Beiträge: 15
Wohnort: Schweiz


BeitragVerfasst am: 09.08.2019 15:02    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zunächst möchte ich sagen, dass ich begeistert bin, dass ihr euch die Zeit genommen habt, den Text zu lesen und mir ein Feedback zu geben. Ihr habt mir so viele wertvolle Denkanstösste gegeben, um die Kurzgeschichte zu verbessern.

Gerne gehe ich auf einige Punkte ein.

ink_in_mind hat Folgendes geschrieben:
Ich würde mir nun als Leser wünschen, zu erfahren, wie sich Zumar und die anderen zu befreien versuchen. Ob sie es überhaupt tun und in welche Konflikte sie dabei geraten.


Hi Finn
Vielen Dank für dein nettes Feedback. Es ist schön zu sehen, dass es Leute gibt, die den Text nicht zum wegschmeissen finden. Ich bin da immer etwas zu selbstkritisch, respektive schon fast neurotisch. Darum helfen mir solche Realitätschecks immer enorm weiter.
Zu deinem Punkt: Leider geht die Geschichte nicht weiter. Ich habe ein strenges Zeichenlimit von 15.000 Zeichen und kann deshalb die Geschichte nicht weiterziehen. Letztendlich befreien sich die Ureinwohner auch nicht. Was nach meiner Kurzgeschichte passiert, ist quasi "Geschichte". Sie werden nach Spanien verschleppt und enden dort in der Sklaverei. Einige werden bereits auf der Überfahrt sterben, da sobald sie die nördlicheren Breitengrade erreichen, sie nicht mit dem Klima zurecht kommen. Die Europäer werden natürlich zurückkehren auf die Insel und einen der brutalsten Genozide der Menschheitsgeschichte auslösen, der über 90% der indigenen Bevölkerung dahinraffen wird. U.a. auch durch Krankheiten, auf welche die Imunsysteme der Indigenen nicht vorbereitet waren.

Ich versuche diesem Umstand mit der - vielleicht zu beiläufigen Erwähnung - von Ketten und Zumas Fieber Rechnung zu tragen. Mein Problem an der Sache ist das: Ketten und Fieber sind irgendwie zu schwach, um die Sklaverei und den Tod von Millionen von Menschen vorwegzunehmen...



Yorinde hat Folgendes geschrieben:


Für mich liest sich der Text durch die Erzählstimme wie eine Geschichte für Kinder. Wenn das deine Absicht ist - alles gut. Wenn es eher eine Erzählung für Erwachsene oder zumindest für ältere Leser sein soll, dann fände ich es spannend, wenn du noch mehr aus Zumas Sicht erzählen würdest. Wie fühlt sich der schlammige Untergrund im Dschungel an, als er die beiden Fremden rettet? Bekommt er Panik, als das Schiff sich plötzlich in Bewegung setzt? Wie fühlen sich die Ketten an? Etc.

Auch der Spannungsbogen dürfte dann noch etwas größer gespannt werden. Wenn Zuma von Anfang an derjenige ist, der Zweifel hat, ist die Fallhöhe am Ende - als er feststellt dass die Fremden wirklich Böses im Sinn haben - nicht sonderlich groß.

Hier und da könntest du meiner Meinung nach etwas einfacher formulieren. Ein Beispiel:

Zitat:
Erst als er einen aufgebrachten Haufen von Dorfbewohnern in Richtung des Strandes stürmen sah


Liest sich einfach etwas besser und flüssiger. Für mich. Wink

Und eine Sache hat mich beim Lesen irritiert, nämlich die Ähnlichkeit der Namen Zuma und Zemi. Das hat mich gegen Ende durcheinander gebracht, da dachte ich kurz, du hättest den Namen der Hauptperson verwechselt.

So viel von mir. Vielleicht kannst du was damit anfangen.
Viel Freude beim Weiterschreiben! Smile
Yorinde


Hey Yorinde

Vielen Dank für deine Rückmeldung und deine Verbesserungsvorschläge. Das sind genau die Denkanstösse, die ich gebraucht habe!
Ich kann deinen Einwand zur Erzählstimme sehr gut nachvollziehen. In der ersten Version war alles noch viel kindlicher und ich habe dann alles überarbeitet auf diese Version hin. Ich erzähle die Geschichte aus Zumas Perspektive und das birgt einige Herausforderungen. Ihm fehlt zum Beispiel das Vokabular und Verständnis, um die Fremden und ihre wundersamen Dinge zu beschreiben. Deshalb wirkt er manchmal wie ein Kind, der die Welt der Erwachsenen/Fremden beschreibt. Mir, als Autor, fehlt leider die Einsicht in die Lebenswelt der Taino-Bevölkerung, um authentisch wiederzugeben, mit welchen Vergleichen sie ein Schwert, eine Flagge oder Kleider wiedergegeben hätten (Die Taino trugen keine Kleider, wenn man den Tagebüchern von Kolumbus Glauben schenken darf).
Aber dein Vorschlag, mich mehr auf die sensorischen und emotionalen Erlebnisse von Zuma zu konzentrieren, ist fantastisch, und ich werde ihn in der Überarbeitung auch umsetzen.

Deine Umformulierung ist tatsächlich besser. Das werde ich mir auf jeden Fall zu Herzen nehmen. Ich habe einen wissenschaftlichen Hintergrund und habe deshalb die Berufskrankheit, oft zu umständlich zu schreiben.

Danke für den Hinweis zu Zuma und Zemi. Du hast Recht, die Wörter sind sich zu ähnlich. Ich habe für Zemi (so bezeichneten die Taino ihre Götter) auch die Schreibweise Cemi gesehen und werde die übernehmen. Das sollte für mehr Klarheit sorgen, ohne mich viel Aufwand zu kosten.

Dein Hinweis zur Falltiefe des Protagonisten ist sehr interessant. Ich wollte einen Charakter haben, der etwas skeptisch ist gegenüber den Fremden, um den Leserinnen und Lesern klar zu machen, dass das eben nicht die typische "Entdecker-Geschichte" ist, indem alles gut ausgeht. Aber es ist vielleicht wirklich eine schlechte Idee, den Protagonisten zu dieser Stimme zu machen. Vielleicht sollte ich ihn eher zum Besucher-Fanboy machen aber den Stammesanführer zur Stimme der Vorsicht? So wäre dann Zumas Schock am Ende viel wirkungsvoller, wenn seine Vertrauensseligkeit missbraucht wird.

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:
Servus Kigosh,

tolle Idee, flüssig umgesetzt, hat Spaß gemacht zu lesen. Vor allem die Geisteshaltung der Einheimischen zur Goldgier hat mir gut gefallen - nicht moralisierend, sondern schlicht und nachvollziehbar! Klasse gemacht! Der Text braucht aus meiner Sicht noch ein wenig Feinschliff da und dort (dazu weiter unten meine Anmerkungen), aber welcher Text braucht das nicht?

Grundsätzlich zwei Dinge:

1. Ich hänge an den indianischen Namen und Bezeichnungen. Hast du die recherchiert? Oder einfach nur ausgedacht? Ich selbst bin da ahnungslos, aber es klingt für mich einfach bei einigen so gar nicht authentisch.

2. Was das historische Ereignis angeht, darfst du aus meiner Sicht noch viel subtiler werden. Deine klugen Leser wissen auch so, worum es geht.

Zum stets frustrierenden Detailgemotze:


Hoi Nico

Vielen herzlichen Dank für deine Mühe! Du hast ja gleich ein ausführliches Lektorat gemacht und hilfst mir damit sehr.

Zu der Geisteshaltung zu Gold. Freut mich, dass dies einigermassen transportiert wird. Es war mir wichtig zu zeigen, dass die Taino Gold zwar schätzten, aber lediglich aus sozialen Gründen. Das sollte natürlich die immense Gier der Spanier kontrastieren, die letztlich zum Tod von so vielen Menschen führte.

Zu 1.
Die Namen sind tatsächlich recherchiert. Hier findest Du eine Liste von überlieferten Namen: https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Ta%C3%ADnos
Das sind natürlich die Schreibweisen der alten europäischen Seefahrer. Ob sie tatsächlich so geklungen haben, können wir heute kaum mit Sicherheit sagen. An welchen Namen hast Du dich konkret gestört? Ich vermute fast, es müsste Amanex sein? Ich finde nämlich auch, dass er irgendwie heraussticht. Es wäre interessant zu wissen, wie @ink_in_mind und @Yorinde diesen Namen wahrgenommen haben. Wenn sich noch mehr an ihm stören, kann ich gerne einen passenderen aus der Liste nehmen. Die kreative Freiheit nehme ich mir gerne smile

2. Okay, in der ersten Version war ich das auch, habe es dann aber in der Überarbeitung offenbar verschlimmbessert, weil ich meiner Leserschaft offenbar zu wenig zugetraut habe. Sorry!

Zum Detailfeedback:

Du hast Recht, dass ich manchmal zu dick auftrage. Ich werde versuchen, mich am Riemen zu reissen.

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:
Ich bin kein Ethnologe, es klingt mir aber seltsam, dass eine Kultur am Wasser mit dem Grundprinzip des Segels nicht vertraut sein sollte.

Das ist tatsächlich eine sehr spannende und umstrittene Frage. Ich bin zwar auch kein Experte, aber habe in meinen Recherchen folgendes festgestellt. Wir können mit Sicherheit nur sagen, dass die Taino über sehr gute Kanus verfügten. Kanu ist übrigens ein ursprüngliches Taino Wort (so wie Juarican), das sich in viele europäische Sprachen eingebürgert hat, weil ihre Kanus so gut waren, dass sie den europäischen Booten locker entkommen konnten.
Komplizierter wird es bei der Frage, ob sie Segeln konnten und in welchem Umfang. Es gibt Abbildungen in den Bahamas, die möglicherweise kleine Seegelbote abbilden. Doch diese Abbildungen sind nicht über die gesamte Karibik verteilt. Ich habe mir hier einfach die kreative Lizenz genommen und habe bestimmt, dass ihnen riesige Segel so fremd vorkommen mussten, dass sie die Verbindung zu Segelbooten nicht machen konnten. Das hilft mir das Fremde aus Zumas Sicht besser darzustellen.

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:
Applaus für diese beiden Sätze!


Vielen Dank  love

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:
Musisch? Versteh ich nicht.


Musikalisch sollte es sein...danke! Für mich klingen die romanischen Sprachen melodisch und rhythmisch. Darum dachte ich, könnte es eine treffende Beschreibung aus Zumas Sicht sein.

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:
Zu unsubtil. Wieso hört er ausgerechnet diese Schlüssel-Wörter raus? Mich stört hier auch die Sprachperspektive.


Stimme zu, da habe ich den Leserinnen und Lesern zu wenig zugetraut. Ich wollte irgendwie den Missionsanspruch der Europäer einbringen, wusste aber nicht wie, da sich Zuma mit ihnen nicht verständigen kann. Und an die Sache mit der Sprachperspektive habe ich gar nicht gedacht, aber so wie Du es beschreibst, macht es absolut Sinn. Ich denke aber, ich lasse die Stelle weg und benutze später tatsächlich das spanische Oro für Gold.

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:
Waren die Degen wirklich so scharf geschliffen, dass man sich beim einfachen Hinlangen schneiden würde?


Ha, endlich eine Frage, die ich eindeutig beantworten kann. Ja. Kolumbus erwähnt in seinen Tagebüchern tatsächlich einen solchen Fall. Einige Ureinwohner wollten die Säbel der Spanier betrachten und fassten sie mit beiden Händen an der Klinge an und verletzten sich "relativ" schwer. Zumindest so schwer, dass es Kolumbus für erwähnenswert hielt, obwohl er sonst kein detailversessener Chronist war. Dies geschah aber auf einer anderen Insel. Da habe ich mir wieder kreative Freiheit genommen.

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:
Hmmm, vielleicht nochmal faktenchecken an der Stelle. Kolumbus ist im Herbst gelandet, da ist die Sturm- und Regenzeit in der Karibik meines Wissens eigentlich schon vorbei ...

Wieder etwas, woran ich überhaupt nicht gedacht habe. Ich habe gerade recherchiert und festgestellt, dass Oktober die "beste" Reisezeit für Haiti ist. Trotzdem fallen durchschnittlich 91 mm Niederschlag im Oktober. Von dem her nicht unmöglich, dass es regnete. Ich frage mich aber gerade, ob ich den Regen wirklich brauche. Ich habe es nur regnen lassen, um die Atmosphäre etwas bedrückender zu machen. Ich habe halt so ein idyllisches "Sonnenschein, Strand, Palmen" Bild im Kopf, wenn ich an Haiti denke und ich will eben nicht dieses Bild von Idylle transportieren, sondern unterschwellige Bedrohung. Aber das kann ich sicher anders und besser lösen.

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:
Ein Tag nach Ansteckung? Das dürfte zu schnell sein.


Das ist absolut so. Da habe ich auch die kreative Lizenz beschworen. Mir ging es darum, das krankheitsbedingte Massensterben der Ureinwohner nochmals anzudeuten. Und natürlich die Geschichte mit der Andeutung einer grossen Katastrophe enden zu lassen. Alleine die Ketten und die Assoziation zur Sklaverei, schien mir noch etwas zu wenig.
Aber vielleicht könnte ich einfach mehrere Tage verstreichen lassen, bevor ihn dann das Fiber und der Hunger packt.



Ihr habt mir genug Inspiration gegeben, um weiter an der Geschichte zu arbeiten und sie hoffentlich besser zu machen. Vielen Dank! Und freue mich natürlich über jedes weitere Feedback.

Cheers

Kigosh


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Ein Winternachtstraum
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Yorinde
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BeitragVerfasst am: 10.08.2019 00:41    Titel: Antworten mit Zitat

Ein klitzekleiner Hinweis noch zum Wetter: Regen im Herbst ist durchaus in Ordnung, denn die Hurrikan-Saison geht mindestens bis Ende Oktober. Ich bin vor einigen Jahren nach Kuba gereist und wir haben uns extra deshalb für Mitte November entschieden und auch da kann es zwischendurch noch mal einen halben Tag lang regnen. Also keine Sorge, das dürfte kein Problem für deinen Text sein.
VG, Yorinde


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Es heißt, das Leben schreibe die besten Geschichten. Hin und wieder sollten wir dem Leben aber auch einen Stift leihen.
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