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Befindet sich Fantasy auf dem Abschwung?

 

 
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Mara_Antonia
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

Alter: 17
Beiträge: 33
Wohnort: NRW


BeitragVerfasst am: 18.06.2019 22:38    Titel: Befindet sich Fantasy auf dem Abschwung? eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ein Kommentar eines Freundes hat mich zum Grübeln gebracht, der sagte, dass Fantasy bei der Leserschaft auf immer weniger Begeisterung stößt. Die Leute hätten keine Lust mehr auf Kobolde, Hexen und co. Vampire sind seit dem Twilight Hype uninteressant geworden, Harry Potter tat seinen Mitstreitern gleiches.

Seit man dann im Thalia die Fantasyregale nach hinten verfrachtet hat, in eine Ecke, die ich nur durch Nachfragen gefunden habe, ist mir diese Frage kaum noch aus dem Kopf gegangen.

Stimmt das wirklich? Erfährt Fantasy einen Abschwung?

Schließlich hat "Romantasy", wenn man es so nennen mag, doch an Ansehen gewonnen. Oder ist das nur meine persönliche Einschätzung?


_________________
"All that is gold does not glitter" ~ J.R.R. Tolkien
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Stefanie
Dichter und Denker


Beiträge: 1076



BeitragVerfasst am: 19.06.2019 10:19    Titel: Antworten mit Zitat

Also in der bekanntesten Buchhandlung in der Innernstadt bei uns wurde die Fantasyabteilung vor kurzem um einen Regal erweitert. Es gibt auch mehrere Tische mit Fantasy. Ist in der Eingangsetage, nicht zu verfehlen.

Das Problem ist vermutlich eher, dass es sehr viele Fantasyromane gibt, wodurch es nicht den einen Bestseller a la Harry Potter gibt. Man muss also viel Auswahl anbieten, um damit Geld zu machen.
An einem verstaubten Fantasyregal in der Ecke werden die nichts verdienen.

Ich vermute auch, dass der Anteil der Selfpublisher im Fantasybereich sehr groß ist, der aber in den Buchhandlungen unsichtbar bleibt.
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BirgitJ
Autor


Beiträge: 551
NaNoWriMo: 51762
Wohnort: DD


BeitragVerfasst am: 19.06.2019 18:33    Titel: Antworten mit Zitat

Fantasy ist eine Nische und wird immer seine Liebhaber haben. Aber der große Hype nach HdR oder Harry Potter ist vorbei. Die großen Verlage haben ihre Programme zusammengestrichen, und die verbleibenden Plätze werden mit Hausautoren oder Lizenzen gedeckt. Für neue Autoren ist es sehr schwer, da hineinzukommen.

Aber es gibt trotzdem viele kleine und kleinste Verlage, die weiterhin Fantasy herausbringen. Fantasy wandert aber mehr in die Ecke für junge Leser/junge Erwschsene oder wie immer das heißt.

Das sind meine Beobachtungen und das was ich von meinem Agenten erfahre.

Was in einem Abschwung begriffen ist, kann auch wieder einen Aufschwung erleben. Allerdings ist in allen Schreibforen (Ausnahme Montsegur) der Anteil an Fantasyautoren überproportional hoch. Das ist so, seit ich mich in Schreibforen herumtreibe, und das ist bald 20 Jahre der Fall.

Grüße wünscht Birgit


_________________
"Das Erbe der Porzellanmalerin" Aufbau Taschenbuch Juni 2019
"Das Geheimnis der Zuckerbäckerin" Aufbau Taschenbuch Oktober 2018
"Das Geheimnis der Porzellanmlerin" Aufbau Taschenbuch Dezember 2017
"Der Duft des Teufels" Aufbau Taschenbuch Juli 2017
"Luther und der Pesttote" Aufbau Taschenbuch April 2016
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MaxV
Geschlecht:weiblichAbc-Schütze

Alter: 36
Beiträge: 8
Wohnort: Norddeutschland


BeitragVerfasst am: 19.06.2019 20:18    Titel: Antworten mit Zitat

Das Gefühl - Fantasy erlebt einen Abschwung - habe ich auch, allerdings finde ich, ist zu unterscheiden, denn Romance-Fantasy und der Bereich Jugendfantasy (wobei es Überschneidungen gibt) ist gefragt.
Schaue ich in die größeren Buchläden, sehe ich sehr oft das gleiche Schema: starke Frau/starkes Mädchen mit LoveStory.
Einen wirklichen Trend im Bereich der restlichen Fantasy gibt's derzeit wohl nicht.
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ZatMel
Hobbyautor


Beiträge: 376
NaNoWriMo: 11125
Wohnort: Köln


BeitragVerfasst am: 19.06.2019 21:08    Titel: Antworten mit Zitat

Die großen Verlage haben in ihren relativ neuen E-Labels meistens eine Extra-Sparte für Fantasy, siehe Piper oder Arena. Meistens ist das aber dann auch Romantasy, weil das bei den Jugendlichen/New Adult-Lesern gut zieht. Aber auch Highfantasy wie "Die Krone der Dunkelheit" von Laura Kneidl feiert ziemliche Erfolge. Ob man das Aufschwung nennen kann? Vielleicht unter deutschen Autorenschaft. So scharf ist man anscheinend nicht mehr auf Auslands-Lizenzen, zumindest hab ich das so gehört.

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agu
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 44
Beiträge: 1752
Wohnort: deep down in the Brandenburger woods


BeitragVerfasst am: 20.06.2019 23:11    Titel: Antworten mit Zitat

Ich meine auch, dass man bei Fantasy sehr fein zwischen den Subgenres unterscheiden muss. Wie meine Vorredner schon schreiben, war Fantasy schon immer eine Nische; allerdings hat es vor ca. 10 Jahren mit dem Siegeszug der Romantasy einen ungeahnten Aufschwung genommen, der auch die anderen klassischen Spielarten zumindest ein Stückchen weit mit hochgezogen hat.

Vor der Romantasy standen die Fantasy-Titel zusammen mit ScienceFiction wirklich im allerletzten, hintersten Regal, und da noch auf der Rückseite. Dann kamen ein paar amerikanische Liebesroman-Autorinnen drauf, LiRo mit übernatürlichen Elementen zu kombinieren (der Erfolg der Twilight-Serie hat da auch eine große Rolle gespielt) und die romantischen Vampire, Werwölfe, Engel, Geister und was nicht noch alles verkauften sich eine Zeitlang wie geschnitten Brot, was dazu führte, dass die Verlage auch für die klassische Fantasy mehr Programmplätze schufen. Es gab dann in rascher Folge ein paar Hypes, einige davon dramatisch kurzlebig - Urban Fantasy, Steampunk, Elfen-Zwerge-Orks-Gedöns (gepusht durch die Herr-der-Ringe-Filme, die ein paar Jahre vorher schon Großes für die Fantasy bzw. ihre Bekanntheit unter Lesern geleistet hatten), Dystopien (z.B. der riesige Tribute von Panem Erfolg) - die insbesondere im Jugendbuch und Young Adult Bereich.

Inzwischen ist das alles (leider) wieder abgeflaut und Fantasy ist zurück in die Nische gekippt, in der es schon immer gewohnt hat - allerdings scheint mir, dass es jetzt immer noch sichtbarer ist, als vor dem Aufschwung. Zumindest belegt das Genre jetzt wenigstens die zwei hinteren Regale, und nicht mehr die Rückseiten, sondern die Front smile

Eine Sonderrolle nehmen nach wie vor Bücher ein, die durch Verfilmung oder auch populäre Spiele einem größeren Publikum bekannt geworden sind - die Game of Thrones Serie z.B. (die aber irgendwie von den meisten eher so mit historischem Roman assoziiert wird - und auch eher dort, anstatt im Fantasy-Regal steht). Oder auch die Bücher von Andrzej Sapkowski um den Hexer Geralt von Riva, die durch die zugehörigen Spiele vergleichsweise erfolgreich wurden.
Aber die tun - warum auch immer - nichts für die Verbesserung der Gesamtwahrnehmung des Genres, soll heißen, Leser von GoT kaufen danach nicht auch andere Fantasy-Bücher, sondern nur diese isolierten Titel.


In der Selfpublishing-Ecke sehe ich klassische Fantasy eher nicht als Erfolgsgenre. Romantasy ja - also Liebesroman mit Fantasy-Elementen. Aber LiRo läuft generell sehr gut im Selfpublishing, da ist das Setting fast egal.
Für die anderen Fantasy-Sparten ist es, glaube ich, der bessere Weg, einen Verlag zu finden, wenn man den Wunsch hat, dass auch ein paar Leute das Buch lesen.  Es gibt Ausnahmen, aber die sind rar gesät.

Was mich an der Verlagsfront durchaus besorgt ist, dass es den kleinen Verlagen aus der Fantasy-Ecke nicht so irre gut geht. Dass z.B. Feder&Schwert dichtmacht, hat mich wirklich schockiert...


_________________
Meine Bücher:
Engelsbrut (2009 Sieben, 2011 LYX) | Engelsjagd (2010 Sieben) | Engelsdämmerung (2012 Sieben)
Die dunklen Farben des Lichts (2012, SP)
Purpurdämmern (2013, Ueberreuter)
Sonnenfänger (2013, Weltbild)
Kill Order (2013 Sieben)
Choice / als Chris Portman (2014, Rowohlt)
Wie man ein Löwenmäulchen zähmt / als Eva Lindbergh (2016, Droemer Knaur)
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schwarzistdiekatz
Geschlecht:männlichSchreiberling


Beiträge: 234
Wohnort: Graz


BeitragVerfasst am: 21.06.2019 02:58    Titel: Antworten mit Zitat

War leider immer ein Nischensegment und wird wohl auch immer eines bleiben. Die Frage ist also eher, wie man sich in diesem bestmöglich positioniert - Stichwort Crossover & Co ...
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Taranisa
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 50
Beiträge: 795
Wohnort: Frankenberg/Eder


BeitragVerfasst am: 21.06.2019 08:02    Titel: Antworten mit Zitat

Dann schau ich mal, wie ich mein älteres Projekt (Histo mit spirituellen Elementen), das im Fantasy-Bereich viel besser aufgehoben ist, überarbeite und / oder umschreibe. Neuzeitliches und Krimis sind nun mal nicht "mein Ding", ich bin hauptsächlich im Histo zuhause, nebenbei auch Fantasy. Und es heißt ja immer wieder, man solle das schreiben, was einem liegt / einen selbst begeistert.

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"Henkersweib", Burgenwelt Verlag, ET 12/18
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Rainer Prem
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 61
Beiträge: 1064
Wohnort: Wiesbaden


BeitragVerfasst am: 24.06.2019 06:31    Titel: Antworten mit Zitat

schwarzistdiekatz hat Folgendes geschrieben:
War leider immer ein Nischensegment und wird wohl auch immer eines bleiben. Die Frage ist also eher, wie man sich in diesem bestmöglich positioniert - Stichwort Crossover & Co ...


Glaube ich nicht. "Fantasy" hat sich inzwischen zu einem genre-übergreifenden Merkmal entwickelt, das oft gar nicht mehr in einem Fantasy-Regal steht.

Krimis und Liebesromane sind typische Beispiele, die - angereichert mit ein bisschen Mystery/Urban Fantasy - davon profitieren können und, wenn gut gemacht, eine Leserschaft erreichen, die vor "puren" Beispielen dieser Genres die Finger lässt.
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