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[Europa 2092] Textfragmente


 

 
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AreWeRlyFree
Geschlecht:männlichVorschüler

Alter: 35
Beiträge: 1
Wohnort: Graz


BeitragVerfasst am: 12.06.2019 13:07    Titel: [Europa 2092] Textfragmente eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Prolog

Die Wut in mir ist verflogen. Auch wenn sie es noch sind. Auf mich. Wütend.

Ist es gut gelaufen? Nach Plan?


Der Mandant lässt seine Fingerspitzen tänzeln. Sichtlich nichts, wonach ihm zumute sei. Zuwenig gibt der Atem Luft, zu betrunken die Gedanken. Das Tribunal wartet. Was danach wartet, das wissen die Götter.

Ein Flächenbrand des Scheiterns. Inmitten Europas. Zufälligkeiten. Was habe ich schon beeinflusst. Habe ich?

Wer kann das schon sagen.


Die silberne der beiden Überwachungskameras surrt im Spulenfiepen vor sich hin. Es erscheint ihm unbegreiflich, dass nicht einmal die simpelsten der technischen Gerätschaften unter Kontrolle gehalten werden.

Hätte es bei mir nicht gegeben.

Ist es das, was man mir vorwirft? Dass meine Überwachungskameras nicht gesurrt hätten?


Er lacht herzhaft auf. Im Gesicht ein Bart, der länger keine Klinge gesehen hat als es den geröteten Wangen guttut. Orange, bläuliche Augen, die eine Ahnung davon geben, welche wolkenlosen Himmel sie hätten zeigen können. Hätte es für diesen Fall einen Himmel gegeben.

Seine knapp 52 Jahre lassen sich an den Spuren zweifach abzählen. Bestenfalls. Der karge Notizblock auf seinen Oberschenkeln berichtet nicht von besseren Tagen.

Sie sind wie sie sind. Die Tage. Die Menschen.

Die Taten.

Ja. Auch die Taten. Vor allem die Taten.

 
Die Mundwinkel formen ein in sich gezogenes Lächeln, die von den hängenden Augenliedern auf dem Weg gen Süden nur schwach sekundiert werden. Es ist eine fahle Melange, die im Geschworenengericht serviert wird. Geschworene, mit Schwur gebundenen an jenem, der keinem Rechenschaft schuldet.

Die Fresken an den Seiten glitzern in einer Aura, die einem wohlgesonnen Bilderbuch alle Ehre machen würde. Ein Denkmalschutz, der selten mehr als Nostalgie verspricht. Malereien von Momenten, Tugenden, Inspirationen, denen man heute keine Zeit mehr zugesteht.

Wenn die Zeit es nicht erlaubt, müssen wir es uns wohl selbst gestatten.
Der Mandant flüchtet sich in ein Lächeln, das von weniger geneigten Prozessbeobachtern als manisch klassifiziert werden könnte.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Worte, hier, in diesem Notizblock, jemals andere Augen erblicken werden. Dass die Buchstaben dieser Reihenfolge sich durch fremde Lippen zu Wörtern formen. Dass der Sinn meiner Taten je jemand anderem, der ihn nicht bereits jetzt schon kennt, offensichtlich wird.

Die Tribüne ist – für alle Verhältnisse, die ein Schwurgericht hier in der Neuen Deutschen Republik unter diesen Umständen mitbringt – mehr als nur gut gefüllt. Rund fünfzehn Interessierte, darunter einige deren Räuspern Ahnung vermittelt, beklatschen wie der Hammer fällt. Zum Tode verurteilt. Keine Verabschiedung. Keine letzten Worte. Kein Gedenken. Unverzüglich.

Es ist ein herbstlicher Mittwochnachmittag, als das Urteil vollstreckt wird.

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Daniel de Iguazu
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 41
Beiträge: 20
Wohnort: Santiago de Chile


BeitragVerfasst am: 12.06.2019 18:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo AreWeRlyFree, vielen Dank für das Posten:)

Im Prinzip generiert der Text Spannung, aber er war für mich unglaublich schwer zu lesen. Ich bin bei fast jedem Satz hängen geblieben und musste mich richtig durcharbeiten. Vieles habe ich überhaupt nicht verstanden.

Zitat:
Die Wut in mir ist verflogen. Auch wenn sie es noch sind. Auf mich. Wütend.


"Die Wut in mir ist verflogen, auch wenn sie noch auf mich wütend sind." Du hast hier einen Satz in 4 Sätze eingeteilt. Klar kann man mal unvollständige Sätze oder einzelne Wörter durch Punkte abgrenzen – zum Beispiel, um etwas zu betonen oder um mit einem stakkatoartigen Rhythmus die Handlung zu unterstützen. Allerdings würde ich das gezielt einsetzen. Zu häufig verwendet, verliert es seinen Effekt und führt dazu, dass der Text nicht flüssig zu lesen ist und ich als Leser ständig über die Punkte/Unterbrechungen stolpere. Und du fängst hier schon so richtig im ersten Satz damit an und es zieht sich durch deinen gesamten Text.

Zitat:
Der Mandant lässt seine Fingerspitzen tänzeln. Sichtlich nichts, wonach ihm zumute sei.


Das habe ich zum Beispiel nicht begriffen. Nach was ist ihm nicht zumute? Nach dem Fingerspitzen-Tänzeln? Warum macht er es dann? Wahrscheinlich geht es nicht um das Fingerspitzen-Tänzeln, sondern um die Situation, um das, was da passiert. Aber auf jeden Fall bin ich hier drüber gestolpert und musste nachdenken. Ich bevorzuge klarere Formulierungen, damit ich flüssiger lesen kann.

Außerdem hast du hier mit „sei“ Konjunktiv 1 verwendet. Der ist aber der indirekten Rede vorbehalten.

Ich habe hier lediglich zwei Zeilen herausgesucht, damit du weißt, auf was ich hinaus will. Ich bin mal gespannt auf die Meinung der anderen, vielleicht bin ich auch heute etwas begriffsstutzig.
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