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So ein Scheiß


 

 
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Autor Nachricht
Cholyrika
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 56
Beiträge: 256



BeitragVerfasst am: 24.04.2019 15:40    Titel: So ein Scheiß eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

So ein Scheiß

Wirklichkeit.
So ein Scheiß.
Irgendeine arme Sau,
die sich in die Hose pinkelt
und mit Hitlergruß
durch meine Straße marschiert.
Deutschland-Trikot.
Deutsches reines Bier und
ein leichter Geruch nach Erbrochenem.
Wirklichkeit eben.

Opa erzählt
von Russland,
oder war es Mallorca?
Er hat es vergessen,
aber schlimm war es,
sagt er.
Und ich glaube ihm.
Alles.
Er ist mein Opa.
Seine Wirklichkeit
ist meine Wirklichkeit.
Oder nur eine
Vermutung von Überleben.

In der Nachbarstraße
wurde eine Frau vergewaltigt.
Wie die auch rumgelaufen ist.
So jedenfalls mein Heinz.
Und Heinz weiß ja Bescheid mit den Frauen.
Wirklichkeit.
Und überhaupt,
die ganzen Flüchtlinge.
Die riechen komisch.
Edith weiß das.
Sie war bei Aldi
und da stand einer vor ihr.
So ein Schwarzer.
Schlimm.
Trude kann das nur bestätigen.
Zwei Wirklichkeiten
sind schon nah dran
am echten Leben.

Und die ungerechte
Verteilung des Vermögens
in Deutschland.
So ein Scheiß.
Günther harzt seit
10 Jahren.
Mit Nebenjob natürlich.
Denn Günther ist nicht blöd.
Er ist ein Fuchs.
Jetzt wird er Opa.
Karla ist eben schon weiter,
als andere Mädchen mit
fünfzehn.
Stolz ist er.
Und überhaupt,
das mit dem Typen
mit der vollgepissten Hose
kann er verstehen,
in dieser Gesellschaft.
Wirklichkeit.
Gruppenwirklichkeit
riecht wie Realität.
Ist aber nur eine
Fata Morgana für Idioten.



_________________
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V.K.B.
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 46
Beiträge: 1775
Wohnort: an der Nordseeküste
Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 26.04.2019 00:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Cholyrika,
die Bilder, die die Bekannten des LIs da zeichnen, kennt wohl jeder. Oder besser solche Bekannten, die man eigentlich gar nicht kennen will. Ich musste gerade an den Nachbarn von meinem Schwager denken, der sich allen Ernstes darüber aufregte, als Rassist beschimpft worden zu sein, nachdem er eine Musiklehrerin bei einer Schulveranstaltung gefragt hatte: "Spielt ihr die Bongo-Trommeln eigentlich für die ganzen Neejer hier?" Der Kerl hätte auch noch gut ins Gedicht gepasst. Ein trauriges Bild, aber so wahr.

Ein bisschen abrupt fand ich das wertende Holzhammerende. Auf diese Conclusio könnte man den Leser doch auch selbst kommen lassen, oder?

beste Grüße,
Veith


_________________
Warning: Cthulhu may occasionally scare people …
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Berni
Geschlecht:männlichNebelpreisträger

Alter: 59
Beiträge: 2146
Wohnort: Südhessen (aus NRW zugelaufen)


BeitragVerfasst am: 27.04.2019 00:03    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, so muss Lyrik heutzutage. Colerika, du gewinnst damit nicht die Herzen der Leser Wink , aber immerhin ist dir meines Erachtens sicher, dass zumindest Viele fühlen, dass es so ist. Dass es mal so gesagt werden muss. Und du findest da den genügend rauen Ton. Eigentlich fast immer!

Ich mag diesen Ruck, der da plötzlich durch einen geht, wenn man hier der Lektüre frönt und dann auf deine Texte stößt. Na ja, und wenn ich gezielt auf deine Texte zusteuere, dann werde ich nur selten enttäuscht. Auch hier wieder nicht.

Dem Leben heute aufs Maul geschaut. Wink Und im richtigen Ton, mit den richtigen Worten reportiert Wink .

V.K.B. möchte ich aber insoweit zustimmen, dass du ggf. das Ende etwas früher setzen solltest. Vielleicht nach "Wirklichkeit". Nur so eine Idee. Wink

Mit Freude gelesen,
Berni
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Tula
Geschlecht:männlichHobbyautor


Beiträge: 469
Wohnort: die alte Stadt


BeitragVerfasst am: 27.04.2019 01:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Cholyrika

ja, ein guter Text, der dürfte jeden irgendwie ansprechen, schon weil er mehrere Aspekte der Wirklichkeit angeht, die aber natürlich in EIN Milieu-Bild passen.

Die Gefahr ist die ausschweifende Länge und das "zu viel des Guten", d.h. eine gewisse Kürzung könnte dem Werk noch mehr satirische Schärfe geben. Dann überlege ich, ob Lyri hier nicht etwas zu naiv dargestellt wird. Die Bestärkung, dem Opa alles zu glauben, zum Beispiel, ist nicht notwendig. Die Fata Morgana am Ende traue ich diesem Lyri dann gar nicht mehr zu. Was dieses (das Ende) angeht, stimme ich der Kritik zu. Die zwei Zeilen "Gruppenwirklichkeit / riecht wie Realität" würde ich ganz herausnehmen, das klingt schon fast sozial-pädagogisch. Die Wirklichkeit als Fata Morgana reicht mir vollkommen.

Gern gelesen

LG
Tula


_________________
aller Anfang sind zwei ...
(Dichter und Leser)
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Berni
Geschlecht:männlichNebelpreisträger

Alter: 59
Beiträge: 2146
Wohnort: Südhessen (aus NRW zugelaufen)


BeitragVerfasst am: 12.06.2019 01:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Michael,

ich fände es gut, wenn du mal wieder auf Kommentare zu deinen Texten antworten würdest! Wink Das betrifft leider nicht nur diesen einen Text!

Hier ist ja generell eher wenig los. Aber wenn selbst Kommentare zu Texten unbeantwortet ignoriert werden ...
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Anoa
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 62
Beiträge: 112
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 12.06.2019 09:39    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist etwas rätselhaft,  aber das können Gedichte ja sein. Gut gemacht.

_________________
Mona Ullrich, Berlin
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Cholyrika
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 56
Beiträge: 256



BeitragVerfasst am: 24.06.2019 12:28    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ist es erforderlich, zu antworten?

Ja Bernie....ist es. Exclamation

Und da ich nicht nur immer davon schreiben mag, wie unmöglich sich andere benehmen, setze ich diese Zeilen als Entschuldigung für meine Ignoranz.

Lieben Dank,
für all die guten Kommentare


ML


_________________
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